Israel

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Israel (hebräisch "Der mit Gott kämpft", "Gottesstreiter", Gott ist stark) ist der neue Name des Patriarchen Jakob, den er nach einem nächtlichen Kampf mit einem Unbekannten erhält (Gen 32,29 EU).

Die Nachkommen Jakobs, das Volk des Bundes Gottes, wurden "Israeliten" oder "Volk Israel" genannt. Der 1948 in Palästina gegründete Staat erhielt den Namen "Medinat Israel" ("Staat Israel").

Inhaltsverzeichnis

Das Volk des Bundes

Der Ursprung des Volkes Israel liegt an der Schwelle zur historischen Periode - als der Nomadenfürst Abraham auf den Ruf Gottes hin von Ur in Chaldäa loszog und schlussendlich ins Land Kanaan geführt wurde. Zahlenmäßig war es ein Familienclan. Während einer Hungersnot fand das Volk Israel in Ägypten Zuflucht. In dieser Zeit wuchs der Familienclan zu einer mächtigen Volksgruppe heran, die bei den Ägyptern Argwohn erregte. Unter Führung des Propheten Moses konnte Gott das Volk aus der Knechtschaft der Ägypter befreien. Allerdings bewährte sich das Volk beim Zug durch die Wüste nicht, sondern wurde immer wieder schwach und glaubte nicht an die Macht Gottes. Daher führte Gott Israel vierzig Jahre lang durch die Wüste - eine Bild-Zahl, die ein ganzes menschliches Leben symbolisieren soll.

Dieser Auszug aus Ägypten, der "Exodus", war ein weiteres formendes Element für das Volk und ein geistliche Ereignis, das bis heute für den Glauben von Juden und Christen bestimmend ist.

Essentiell für Israel als Volk war dann auch besonders die Zeit des babylonischen Exils, in dem das Volk (mangels Tempelkult) sich um die Tora zu scharen begann, die Synagoge der geistliche Mittelpunkt wurde, und Talmud, Mischna und Haggada aufgezeichnet wurden.

Das Volk des Neuen Bundes

Durch das (teilweise) Nichtannehmen Jesu, des dem Volk Israel verheißenen Messias, durch die Juden eröffnete sich der Weg, dass "das unedle Reis auf den edlen Ölbaum aufgepfropft" wurde; der Heilsweg für die Heidenvölker begann. Sie nennt man auch das "neue Israel" oder auch das "geistliche Israel".

Geistliche Bedeutung

Der Sündenfall des Menschen hat eine Kluft zwischen Gott und den Menschen aufgerissen. Es ist nun Gottes Streben, diese Kluft zu überbrücken, denn der Mensch ist aus Eigenem dazu nicht in der Lage.

Zu diesem Vorhaben möchte sich Gott ein Volk berufen, das auf Ihn "hinzeigt". Er beginnt damit, einen Einzelnen - Abraham - zu rufen. Der Gehorsam Abrahams macht ihn zum "Vater des Glaubens", und Gott begründet aus ihm "Sein Volk", das Ihm ganz besonders geweiht ist. Er zeichnet das Volk durch das Geschehen des Exodus und durch die Übergabe der 10 Gebote aus.

Allerdings ist die Geschichte Gottes mit seinem Volk von Abfall, Versagen, Bekehrung und neuerlichen Rückfällen geprägt - bis hin zu der lebendigen Messias-Erwartung zur Zeit Jesu, und der jungen Frau aus Israel, die ein vollkommenes Ja sprechen konnte.

Anstelle des historischen Israel tritt nun im Neuen Testament das "Neue Israel", das Christentum, als neues Gottesvolk. Allerdings hat Gott "Sein Volk" weder verstoßen noch vergessen, sondern auch Israel wird Ihn einmal als den wahren Gott erkennen. Soweit die Prophetie dazu.

Im Buch Hosea wird Israel als eine Braut dargestellt, die allein Jahwe gehört.

Der Kirchenvater Hippolyt schreibt in seinem Traktat "Über Christus und den Antichristen": "[Der Antichrist] wird aus allen Ländern, wo es zerstreut ist, das ganze Volk zu sich rufen, sie wie seine eigenen Kinder halten, indem er ihnen verspricht, ihr Land herstellen, ihr Königreich und Volk wieder aufrichten zu wollen, um von ihnen als Gott verehrt zu werden"[1]


Siehe auch: Heiliges Land

Literatur

  • Heinrich Krauss: Jakob (Bildband) Pattloch Verlag Augsburg 1996 (144 Seiten; ISBN 3629001513).

Anmerkungen

  1. Quelle: unifr.ch/bkv/kapitel2649-53.htm am 26.5.2014.