Vultum Dei quaerere (Wortlaut)

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Apostolische Konstitution
Vultum Dei quaerere

von Papst
Franziskus
über das kontemplative Leben in Frauenorden vgl. Cor orans
29. Juni 2016

(Quelle: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 208)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

Einleitend

1. Die Suche nach dem Angesicht Gottes durchzieht die Geschichte der Menschheit, die von jeher zu einem Dialog der Liebe mit ihrem Schöpfer berufen ist.[1] Der Mensch besitzt nämlich eine religiöse Dimension, die nicht unterdrückt werden kann und die sein Herz auf die Suche nach dem Absoluten, auf Gott hin ausrichtet: Er spürt – wenn auch nicht immer bewusst – dessen Notwendigkeit. Diese Suche verbindet alle Menschen guten Willens. Auch viele, die sich als nicht gläubig erklären, geste‚hen diese tiefe Sehnsucht des Herzens ein; sie lebt als treibendes Element in jedem Menschen, der nach Glück und Fülle verlangt und dessen leidenschaftlicher Hunger nach Freude unersättlich ist.

Der heilige Augustinus hat das in seinen Bekenntnissen wirkungsvoll ausgedrückt: „Du hast uns auf dich hin geschaffen, und ruhelos ist unser Herz, bis es ruht dir“.[2] Diese Ruhelosigkeit des Herzens entspringt der tiefen Ahnung, dass Gott es ist, der die Initiative ergreift: Er sucht den Menschen und zieht ihn geheimnisvoll an sich.

Die Dynamik der Suche bestätigt, dass niemand sich selbst genug ist. Sie treibt uns im Licht des Glaubens zum Aufbruch aus dem eigenen, auf uns selbst konzentrierten Ich, um angezogen vom heiligen Angesicht Gottes und zugleich vom „heiligen Boden des anderen“[3] eine immer tiefere Erfahrung von Gemeinschaft zu machen.

Diese Pilgerschaft auf der Suche nach dem wahren Gott gehört kraft der Taufe in besonderer Weise zu jedem Christen und jeder gottgeweihten Person. Durch das Wirken des Heiligen Geistes wird sie dann zur sequela pressius Christi – zu einem Weg der schrittweisen Gleichgestaltung mit Christus. Dieser Weg findet einen besonders eindringlichen Ausdruck in der Ordensweihe und ganz speziell im monastischen Leben, das von Anfang an als eine besondere Weise der Umsetzung der Taufe angesehen wurde.

2. Die gottgeweihten Personen folgen aufgrund ihrer Weihe „dem Herrn auf besondere Art, auf prophetische Weise“.[4] Sie sind berufen, die Zeichen der Gegenwart Gottes im täglichen Leben zu erkennen und weise auf die Fragen einzugehen, vor die Gott und die Menschheit uns stellen. Die große Herausforderung für jeden Gottgeweihten und jede Gottgeweihte besteht in der Fähigkeit, „Gott weiterhin mit den Augen des Glaubens in einer Welt, die seine Gegenwart ignoriert“,[5] zu suchen, dem Menschen von heute das Leben Jesu in Keuschheit, Armut und Gehorsam als ein glaubhaftes und vertrauenswürdiges Zeichen neu vor Augen zu führen und auf diese Weise eine „lebendige ,Exegeseʻ des Wortes Gottes“[6] zu werden.

Seit der Entstehung des Lebens besonderer Weihe in der Kirche haben von Gott berufene und in ihn verliebte Männer und Frauen ihr Leben völlig darauf ausgerichtet, sein Angesicht zu suchen, und danach verlangt, Gott im Herzen der Welt zu finden und zu betrachten. Die Gegenwart von Gemeinschaften, die wie Städte auf den Berg und Lichter auf den Leuchter gestellt sind (vgl. Mt 5,14–15), versinnbildlicht bei aller Einfachheit ihres Lebens sichtbar das Ziel, dem die ganze Gemeinschaft der Kirche zustrebt, die „auf den Straßen der Zeit vorwärtsgeht, den Blick fest auf die künftige Erneuerung von allem in Christus gerichtet“.[7] Auf diese Weise kündigt sie die himmlische Herrlichkeit an.[8]

3. Für alle gottgeweihten Personen haben die Worte Petri: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind“ (Mt 17,4) einen besonderen Klang. Die Kontemplativen aber, die in tiefer Verbundenheit mit allen anderen Berufungen des christlichen Lebens „Strahlen des einen Lichtes[9] Christi [sind], das auf dem Antlitz der Kirche widerscheint“, verbringen „aufgrund ihres besonderen Charismas viel Zeit in ihrem Tageslauf damit [...], die Mutter Gottes nachzuahmen, die über die Worte ihres Sohnes und alles, was mit ihm geschah, beständig nachdachte (vgl. Lk 2,19.51), sowie Maria von Bethanien, die sich dem Herrn zu Füßen setzte und seinen Worten zuhörte (vgl. Lk 10,39)“.[10] Ihr Leben, das „mit Christus in Gott verborgen“ (vgl. Kol 3,3) ist, wird so ein Bild der bedingungslosen Liebe des Herrn, des ersten Kontemplativen. Sie haben Christus so zur Mitte ihres ganzen Lebens gemacht, dass sie mit dem Apostel sagen können: „Für mich ist Christus das Leben“ (Phil 1,21). Auf diese Weise bringen sie den allumfassenden Charakter zum Ausdruck, der die tiefe Dynamik der Berufung zum kontemplativen Leben ausmacht.[11]

Als Männer und Frauen, die in der menschlichen Geschichte leben und vom Glanz Christi, des „Schönsten von allen Menschen“ (vgl. Ps 45,3) angezogen werden, haben die Kontemplativen ihren Platz mitten in der Kirche und in der Welt.[12] In der nie endenden Suche nach Gott finden sie das hauptsächliche Zeichen und Kriterium der Echtheit ihres geweihten Lebens. Der heilige Benedikt, der Vater des westlichen Mönchtums, unterstreicht, dass der Mönch einer ist, der sein Leben lang Gott sucht. Und er verlangt, dass beim Anwärter auf das monastische Leben geprüft wird, „si revera Deum quaerit“, ob er wirklich Gott sucht.[13]

Im Laufe der Jahrhunderte bis in unsere Tage hinein haben im Besonderen unzählige gottgeweihte Frauen „ihr ganzes Leben und ihre Tätigkeit an der Kontemplation Gottes“ orientiert.[14]

Damit waren und sind sie sowohl Zeichen und Prophetie der Kirche, die zugleich Jungfrau, Braut und Mutter ist, als auch ein lebendiges Zeichen und Zeugnis, das an die Treue erinnert, mit der Gott durch die Ereignisse der Geschichte hindurch fortwährend sein Volk unterstützt.

4. Das monastische Leben, ein Element der Einheit mit den anderen christlichen Konfessionen,[15] gestaltet sich in einem eigenen Stil, der Prophetie und Zeichen ist und der „alle Glieder der Kirche wirksam zur eifrigen Erfüllung der Pflichten ihrer christlichen Berufung hinziehen kann und soll“.[16] Die Gemeinschaften von Betern und besonders die Kontemplativen, die „in der Form der Trennung von der Welt inniger mit Christus, dem Herzen der Welt, vereint sind“,[17] stellen nicht eine vollkommenere Verwirklichung des Evangeliums vor Augen. Da sie die Anforderungen der Taufe erfüllen, dienen sie vielmehr der ganzen Kirche als ein Beispiel, das alle zur Unterscheidung aufruft: als ein Zeichen, das einen Weg weist, auf eine Suche hindeutet und so das ganze Volk Gottes an den ersten und letzten Sinn dessen erinnert, was es lebt.[18]

Würdigung, Lob und Dank für das geweihte Leben und das kontemplative monastische Leben

5. Von den ersten Jahrhunderten an hat die Kirche Männern und Frauen eine große Wertschätzung und Liebe gezeigt, die in Verfügbarkeit gegenüber dem Ruf des Vaters und dem Antrieb des Heiligen Geistes die Wahl getroffen haben, Christus „ausdrücklicher“ [19] nachzufolgen, um sich ihm mit ungeteiltem Herzen zu widmen (vgl. 1 Kor 7,34). Bewegt von der bedingungslosen Liebe zu Christus und zur Menschheit, vor allem zu den Armen und Leidenden, sind sie berufen, in den verschiedenen Formen – als gottgeweihte Jungfrauen, Witwen, Einsiedler, Mönche bzw. Nonnen und Ordensleute – das irdische Leben Jesu nachzubilden: keusch, arm und gehorsam.[20]

Das kontemplative monastische Leben, das großenteils weibliche Züge trägt, hat sich in der Stille des Klosters verwurzelt und kostbare Früchte der Gnade und der Barmherzigkeit hervorgebracht. Das kontemplative Leben in Frauenorden ist in der Kirche und für die Kirche stets die betende Mitte gewesen, ein Hort der Unentgeltlichkeit und reicher apostolischer Fruchtbarkeit, und es war ein sichtbares Zeugnis geheimnisvoller und mannigfaltiger Heiligkeit.[21]

Die ursprüngliche individuelle Erfahrung der Jungfrauen, die sich Christus geweiht hatten, war als spontane Frucht aus der inneren Notwendigkeit hervorgegangen, auf die Liebe des Bräutigams Christus mit Liebe zu antworten. Von da aus kam es bald zu einem definitiven Status und zu einem von der Kirche anerkannten Orden, der begann, das öffentliche Versprechen der Jungfräulichkeit anzunehmen. Im Laufe der Jahrhunderte schlossen sich die meisten der gottgeweihten Jungfrauen zusammen und schufen Formen klösterlichen Lebens, um die sich die Kirche fürsorglich kümmerte und sie mit einer geeigneten Disziplin schützte. Auf ihrer Grundlage wurde die Klausur vorgesehen; sie soll den Geist und die rein kontemplative Zielsetzung dieser Klöster hüten. Mit der Zeit bildeten sich also durch das Zusammenspiel des Geistes, der im Herzen der Gläubigen wirkt und immer neue Formen der Nachfolge erweckt, und der mütterlichen und fürsorglichen Pflege der Kirche Formen eines kontemplativen Lebens und des gänzlich auf das kontemplative Leben ausgerichteten Lebens heraus,[22] wie wir sie heute kennen. Während im Westen der kontemplative Geist in einer Vielfalt von Charismen seinen Ausdruck fand, hat er im Osten eine große Einheit bewahrt.[23] Immer und in jedem Fall hat er Zeugnis gegeben von dem Reichtum und der Schönheit eines ganz und gar Gott gewidmeten Lebens.

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Erfahrung dieser Schwestern, die auf den Herrn als die erste und einzige Liebe (vgl. Hos 2, 21–25) ausgerichtet war, eine Fülle an Früchten der Heiligkeit und der Mission hervorgebracht. Wieviel apostolische Wirkkraft wird von den Klöstern ausgestrahlt durch das Gebet und das Opfer! Wieviel Freude und Prophetie ruft das Schweigen der Klöster der Welt zu!

Für die Früchte an Heiligkeit und Gnade, die der Herr von jeher durch das Klosterleben der Frauen hervorgerufen hat, lassen wir zum „höchsten, allmächtigen und guten Herrn“ unseren Dankeshymnus aufsteigen: „Laudato si’“.[24]

6. Liebe kontemplative Schwestern, was würde ohne euch aus der Kirche und aus all denen, die in den Randgebieten der Menschheit leben und an den Vorposten der Evangelisierung arbeiten? Die Kirche weiß euer Leben der Ganzhingabe sehr zu schätzen. Die Kirche verlässt sich auf euer Gebet und auf euer Opfer, um den Menschen unserer Zeit die frohe Botschaft des Evangeliums zu bringen. Die Kirche braucht euch!

Es ist nicht leicht möglich, dass diese Welt – zumindest jener große Teil von ihr, der der Logik der Macht, der Wirtschaft und des Konsums folgt – eure besondere Berufung und eure verborgene Mission versteht, und doch hat sie sie unsäglich nötig. Wie der Matrose auf hoher See den Leuchtturm braucht, der ihm die Route zeigt, um zum Hafen zu gelangen, so braucht die Welt euch. Seid Leuchtfeuer – für die Nahen und vor allem für die Fernen! Seid Fackeln, die den Weg der Menschen in der dunklen Nacht der Zeit begleiten! Seid Wächterinnen am Morgen (vgl. Jes 21,11–12), die den Aufgang der Sonne (vgl. Lk 1,78) ankündigen! Weist uns mit eurem verklärten Leben und mit einfachen, im Schweigen meditierten Worten auf den hin, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (vgl. Joh 14,6), den einzigen Herrn, der unserem Dasein Erfüllung verleiht und uns Leben in Fülle schenkt (vgl. Joh 10,10)! Ruft uns zu wie einst Andreas dem Simon: „Wir haben den Herrn gefunden!“ (vgl. Joh 1,40); verkündet wie Maria von Magdala am Morgen der Auferstehung: „Ich habe den Herrn gesehen!“ (Joh 20,18). Erhaltet die Prophetie eures Lebens der Selbsthingabe lebendig! Fürchtet euch nicht, die Freude an einem Leben nach dem Evangelium eurem Charisma entsprechend auszuleben!

Begleitung und Leitung durch die Kirche

7. Das Lehramt der Konzile und der Päpste hat immer ein besonderes Interesse gegenüber allen Formen geweihten Lebens zum Ausdruck gebracht durch die Veröffentlichung wichtiger Erklärungen. Unter ihnen verdienen die großen Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils besondere Aufmerksamkeit: die dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium und das Dekret über die Erneuerung des Ordenslebens Perfectae caritatis.

Ersteres stellt das geweihte Leben in den Rahmen der Ekklesiologie des Volkes Gottes, zu dem es im Vollsinn gehört wegen der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit und wegen seiner Wurzeln in der Taufweihe.[25] Das zweite verlangt von den gottgeweihten Personen eine Erneuerung, die den veränderten Bedingungen der Zeiten angepasst ist, und stellt die dafür unverzichtbaren Kriterien auf: Treue zu Christus, zum Evangelium, zum eigenen Charisma, zur Kirche und zum Menschen von heute.[26]

Nicht zu vergessen ist das Nachsynodale Apostolische Schreiben Vita consecrata meines Vorgängers, des heiligen Johannes Paul II. Dieses Dokument, das den Reichtum der Bischofssynode über das geweihte Leben aufnimmt, enthält Elemente, die immer noch sehr wertvoll sind, um die Erneuerung des Ordenslebens fortzuführen und sein klares Zeugnis für das Evangelium in unserer Zeit zu stärken (vgl. vor allem die Nummern 59 und 68).

Als Beweis für die ständige und klärende Begleitung, die eurem kontemplativen Leben zuteil wurde, sollen auch die folgenden Dokumente nicht unerwähnt bleiben:

– Die von der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens (KIGLGAL) herausgegebenen Richtlinien Potissimum institutioni vom 2. Februar 1990 mit weiten Teilen, die gänzlich eurer spezifisch kontemplativen Form des geweihten Lebens gewidmet sind (Kap. IV, 78–85).

– Das interdikasterielle Dokument Sviluppi vom 6. Januar 1992; es beschäftigt sich mit dem Problem des Mangels an Berufungen zum geweihten Leben allgemein und – in geringerem Maße – zu dem euren (Nr. 81).

– Der Katechismus der Katholischen Kirche, der mit der Apostolischen Konstitution Fidei depositum am 11. Oktober 1992 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er ist sehr wichtig, um allen Gläubigen eure Lebensform bekannt und verständlich zu machen; das trifft besonders auf die Nrn. 915–933 zu, in denen alle Formen gottgeweihten Lebens vorgestellt werden. Nr. 1672 behandelt eure nicht sakramentale Weihe und die Segnung der Äbte und der Äbtissinnen. Nr. 1974 zeigt zusammen mit Nr. 2102 den Zusammenhang zwischen den zehn Geboten und dem Versprechen der evangelischen Räte auf, während Nr. 2518 die enge Bindung darlegt, die zwischen der von der sechsten Seligpreisung verkündeten Reinheit des Herzens als Garant der Schau Gottes einerseits und der Liebe zu den Glaubenswahrheiten andererseits besteht. Die Nrn. 1691 und 2687 preisen die beharrliche Fürbitte, die in den kontemplativen Klöstern zu Gott erhoben wird – an diesen Orten, die unersetzlich sind, um das persönliche Gebet mit dem gemeinschaftlichen in Einklang zu bringen –, während Nr. 2715 darauf hinweist, dass die Besonderheit der Kontemplativen darin besteht, ihren Blick stets fest auf Jesus und auf die Geheimnisse seines Lebens und seines Dienstes zu heften.

– Die Instruktion der KIGLGAL Congregavit nos vom 2. Februar 1994 verbindet in den Nrn. 10 und 34 das Schweigen und die Einsamkeit mit den tiefen Erfordernissen der Gemeinschaft brüderlichen bzw. schwesterlichen Lebens und unterstreicht die Übereinstimmung zwischen Trennung von der Welt und täglicher Atmosphäre der Sammlung.

– Die Instruktion der KIGLGAL Verbi Sponsa, Ecclesia vom 13. Mai 1999 bietet in den Artikeln 1–8 eine wunderbare historisch-systematische Synthese des gesamten vorangegangenen höchsten Lehramtes über den eschatologischen wie missionarischen Sinn des Klausurlebens der kontemplativen Nonnen.

– Und schließlich die Instruktion der KIGLGAL Neubeginn in Christus vom 19. Mai 2002, die mit großem Nachdruck zur beständigen Betrachtung des Antlitzes Christi auffordert. Sie stellt die Nonnen und die Mönche als den Gipfel des chorischen Lobpreises und des schweigenden Betens der Kirche dar (Nr. 25) und lobt sie zugleich dafür, dass sie dem Stundengebet und der Eucharistiefeier immer einen bevorzugten und zentralen Platz reserviert haben (ebd.).

8. Fünfzig Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil habe ich es nach gebührenden Beratungen und aufmerksamer Klärung für notwendig gehalten, der Kirche – mit besonderem Bezug auf die Klöster des lateinischen Ritus – die vorliegende Apostolische Konstitution zu geben. Sie berücksichtigt sowohl den intensiven und fruchtbaren Weg, den die Kirche selbst in den letzten Jahrzehnten im Licht der Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils zurückgelegt hat, als auch die veränderten sozio-kulturellen Bedingungen. In diesen letzten Jahrzehnten haben wir rasche geschichtliche Veränderungen erlebt, die einen Dialog erforderlich machen. Durch diese Werte – das Schweigen, das Hinhören, den Verweis auf die Innerlichkeit und die Stabilität – kann und muss das kontemplative Leben eine Herausforderung für die heutige Mentalität sein.

Mit diesem Dokument möchte ich – gemeinsam mit der dankbaren Anerkennung der ganzen Kirche – meine persönliche Wertschätzung bekräftigen für die besondere Form der sequela Christi, der Nachfolge Christi, die die Nonnen des kontemplativen Lebens praktizieren. Für nicht wenige handelt es sich dabei um ein gänzlich kontemplatives Leben – ein unschätzbares und unersetzliches Geschenk, das der Heilige Geist weiterhin in der Kirche hervorbringt.

In den Fällen, in denen es sich als notwendig oder immerhin als angebracht erweisen sollte, wird die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens die Fragen prüfen und Vereinbarungen mit der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und der Kongregation für die Orientalischen Kirchen treffen.

Wesentliche Elemente des kontemplativen Lebens

9. Von den ersten Jahrhunderten an bis in unsere Tage hat das kontemplative Leben in der Kirche in einem Wechsel von Zeiten großer Kraft und anderen des Niedergangs stets fortbestanden. Das ist der ständigen Gegenwart des Herrn zu verdanken sowie der besonderen Fähigkeit der Kirche, sich zu erneuern und sich den Veränderungen der Gesellschaft anzupassen: Immer hat das kontemplative Leben die Suche nach dem Angesicht Gottes und die bedingungslose Liebe zu Christus als sein spezifisches und charakteristisches Element lebendig erhalten.

Das geweihte Leben ist eine Geschichte leidenschaftlicher Liebe zum Herrn und zur Menschheit. Im kontemplativen Leben entfaltet sich diese Geschichte Tag für Tag durch die leidenschaftliche Suche nach dem Angesicht Gottes, in inniger Beziehung zu ihm. Christus, dem Herrn, der „uns zuerst geliebt“ (1 Joh 4,19) und „sich für uns hingegeben hat“ (Eph 5,2), antwortet ihr kontemplativen Frauen mit der Hingabe eures ganzen Lebens, indem ihr in ihm und für ihn lebt „zum Lob seiner Herrlichkeit“ (Eph 1,12). In dieser Dynamik der Kontemplation seid ihr die Stimme der Kirche, die unermüdlich Lob und Dank wie auch flehentliche Fürbitte für die gesamte Menschheit zu Gott erhebt. Mit eurem Gebet seid ihr Mitarbeiterinnen Gottes selbst und hebt die fallenden Glieder seines erhabenen Leibes wieder auf.[27]

In eurem persönlichen und gemeinschaftlichen Gebet entdeckt ihr den Herrn als den Schatz eures Lebens (vgl. Lk 12,34), als euer Gut, als „jegliches Gut, das höchste Gut“, als euren „Reichtum zur Genüge“,[28] und in der Glaubensgewissheit, dass „nur Gott genügt“,[29] habt ihr das Bessere erwählt (vgl. Lk 10,42). Ihr habt euer Leben übergeben, den Blick fest auf den Herrn gerichtet und euch in die Zelle eures Herzens (vgl. Mt 6,5–6), in die bewohnte Einsamkeit des Klosters und in das schwesterliche Leben in der Gemeinschaft zurückgezogen. Auf diese Weise seid ihr ein Bild Christi, der die Begegnung mit dem Vater auf dem Berg sucht (vgl. Mt 14,23).

10. Über die Jahrhunderte hin hat uns die Kirche immer auf Maria als die summa contemplatrix[30] hingewiesen. Von der Verkündigung bis zur Auferstehung verharrt Maria durch die Pilgerreise des Glaubens, die zu Füßen des Kreuzes ihren Höhepunkt findet, in der Betrachtung des Mysteriums, das in ihr wohnt. In Maria erahnen wir den mystischen Weg der gottgeweihten Person, die in der demütigen Weisheit verankert ist, die das Geheimnis der letzten Vollendung verkostet.

Nach dem Beispiel der Jungfrau und Mutter Maria ist der bzw. die Kontemplative die Person, die in Gott ihre Mitte hat und für die Gott das unum necessarium (vgl. Lk 10,42) ist, gegenüber dem alles auf das rechte Maß zurückgeführt wird, weil es mit neuen Augen betrachtet wird. Der kontemplative Mensch versteht die Bedeutung der Dinge, doch diese nehmen nicht sein Herz in Beschlag und blockieren nicht seinen Verstand; sie sind im Gegenteil eine Leiter, um zu Gott zu gelangen: Alles ist für ihn „Sinnbild“[31] des Höchsten! Wer sich in das Geheimnis der Kontemplation vertieft, sieht mit geistlichen Augen. Das ermöglicht ihm, die Welt und die Menschen mit dem Blick Gottes zu betrachten – dort wo dagegen die anderen „Augen haben und nicht sehen“ (vgl. Ps 115,5; 135,16; vgl. Jer 5,21), weil sie mit den Augen des Fleisches schauen.

11. Betrachten bedeutet also, in Christus, dessen Angesicht stets dem Vater zugewandt ist (vgl. Joh 1,18), einen durch das Handeln des Heiligen Geistes verwandelten Blick zu haben, in dem das Staunen über Gott und seine Wunder lebt. Es bedeutet, einen klaren Verstand zu haben, in dem die Resonanz des Wortes und die Stimme des Heiligen Geistes wie ein sanftes, leises Säuseln (vgl. 1 Kön 19,12) wahrgenommen werden. Nicht zufällig geht die Kontemplation aus dem Glauben hervor, der ihre Tür und ihre Frucht ist: Nur über das glaubende „’Iδοù – siehe, da bin ich“ (vgl. Lk 1,38) kann man in das Mysterium eindringen.

In diese stille und versunkene Ruhe des Geistes und des Herzens können sich verschiedene Versuchungen einschleichen. Dadurch kann eure Kontemplation zu einem Terrain geistlichen Kampfes werden, den ihr mutig im Namen und zum Wohl der ganzen Kirche durchsteht. Diese weiß, dass ihr treue Wächterinnen seid, die stark und zäh sind im Kampf. Unter den heimtückischsten Versuchungen für eine Kontemplative erwähnen wir die, welche von den Wüstenvätern als „Mittagsdämon“ bezeichnet wurde; es ist die Versuchung, die in die Apathie führt, in die Routine, in die Lustlosigkeit und die lähmende Trägheit. Wie ich in dem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium sagte, führt das nach und nach zur „Grabespsychologie, die die Christen allmählich in Mumien für das Museum verwandelt. Enttäuscht von der Wirklichkeit, von der Kirche oder von sich selbst, leben sie in der ständigen Versuchung, sich an eine hoffnungslose, süßliche Traurigkeit zu klammern, die sich des Herzens bemächtigt wie ,das kostbarste der Elixiere des Dämonsʻ“.[32]

Themen, die der Unterscheidung und einer Überarbeitung der Normen bedürfen

12. Um den kontemplativen Frauen zu helfen, das Ziel ihrer oben beschriebenen spezifischen Berufung zu erreichen, lade ich zu einer Erwägung und Klärung der folgenden zwölf Themen des geweihten Lebens im Allgemeinen und – im Besonderen – der monastischen Tradition ein: Ausbildung, Gebet, Wort Gottes, Eucharistie und Versöhnung, schwesterliches Leben in Gemeinschaft, Selbstständigkeit, Föderationen, Klausur, Arbeit, Schweigen, Kommunikationsmittel und Askese. Diese Elemente sind später in geeigneter Weise umzusetzen, entsprechend den spezifischen charismatischen Traditionen der verschiedenen monastischen Familien. Zugleich müssen sie die Verfügungen im letzten Teil der vorliegenden Konstitution und die besonderen praktischen Richtlinien berücksichtigen, die baldmöglichst von der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens erlassen werden sollen.

Die Ausbildung

13. Die Ausbildung der gottgeweihten Person ist ein Weg, der zur Gleichgestaltung mit Jesus, dem Herrn, und zur Aneignung seiner Gesinnung in der völligen Hingabe an den Vater führen muss. Es handelt sich um einen Prozess, der nie endet und dazu bestimmt ist, den ganzen Menschen zutiefst zu erfassen, damit all sein Verhalten und jede Tat seine vollkommene und frohe Zugehörigkeit zu Christus offenbart. Darum verlangt dieser Prozess die fortwährende Umkehr zu Gott. Er zielt darauf ab, das Herz, den Geist und das Leben zu prägen und die Integration der menschlichen, kulturellen, geistlichen und pastoralen Dimension zu erleichtern.[33]

Besonders die Ausbildung der kontemplativen gottgeweihten Person ist auf eine harmonische Gemeinschaft mit Gott und den Mitschwestern in einer Atmosphäre des Schweigens ausgerichtet, unter dem Schutz des täglichen Klausurlebens.

14. Gottvater ist der Ausbilder schlechthin, aber in dieser „handwerklichen“ Tätigkeit bedient er sich der menschlichen Vermittlung: der Ausbilder und Ausbilderinnen, der älteren Brüder und Schwestern. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, „die Schönheit der Nachfolge des Herrn und den Wer‚åçt des Charismas auf[zu]zeigen, in dem diese sich erfüllt“.[34]

Die Ausbildung und speziell die ständige Weiterbildung, „eine für die Weihe an Gott wesentliche Forderung“,[35] findet ihren „Nährboden“ in der Gemeinschaft und im Alltagsleben. Darum sollten die Schwestern sich daran erinnern, dass der gewöhnliche Ort, an dem der Ausbildungsgang sich vollzieht, das Kloster ist und dass das schwesterliche Leben in Gemeinschaft in allen seinen Ausdrucksformen diesen Weg begünstigen muss.

15. Angesichts des heutigen sozio-kulturellen und religiösen Kontextes sollten die Klöster der Klärung von Berufung und geistlicher Situation [der Bewerber] große Aufmerksamkeit widmen, ohne der Versuchung zu erliegen, dabei an Zahlen und Effizienz zu denken.[36] Sie sollen sicherstellen, dass die Kandidatinnen individuell begleitet und durch geeignete Ausbildungsprogramme gefördert werden. Nach wie vor muss für die Anfangsausbildung und die Ausbildung nach der ersten Profess „ein ausreichender Zeitraum vorgesehen werden“,[37] möglichst nicht weniger als neun und nicht länger als zwölf Jahre.[38]

Das Gebet

16. Das liturgische und das persönliche Gebet sind eine grundlegende und unverzichtbare Nahrung für eure Betrachtung. Wenn „das Gebet das ,Markʻ des geweihten Lebens“[39] ist, dann ist es das erst recht für das kontemplative Leben. Heute verstehen viele Menschen nicht zu beten. Viele empfinden einfach nicht das Bedürfnis zu beten oder sie reduzieren ihre Beziehung zu Gott auf eine inständige Bitte in Momenten der Prüfung, wenn sie nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Andere beschränken ihr Gebet lediglich auf ein Lob in Momenten des Glücks. Indem ihr den Lobpreis des Herrn mit dem Stundengebet in Wort und Gesang zum Ausdruck bringt, tut ihr es stellvertretend auch für diese Menschen und tretet – wie einst die Propheten – fürbittend für das Heil aller ein.[40] Das persönliche Gebet soll euch helfen, mit dem Herrn verbunden zu bleiben wie die Reben mit dem Weinstock, und so wird euer Leben reiche Frucht bringen (vgl. Joh 15,1–15). Erinnert euch aber daran, dass das Leben in Gebet und Kontemplation nicht gelebt werden darf wie ein Rückzug in euch selbst: es muss das Herz weiten, damit es die ganze Menschheit umfasst, besonders die Leidenden.

Durch das Fürbittgebet habt ihr eine grundlegende Rolle im Leben der Kirche. Ihr betet und tretet ein für unsere vielen Brüder und Schwestern, die Gefangene, Migranten, Flüchtlinge und Verfolgte sind, für so viele verwundete Familien, für die Arbeitslosen, für die Armen, für die Kranken, für die Suchtopfer – um nur einige Situationen zu nennen, die jeden Tag dringender werden. Ihr seid wie jene, die einen Gelähmten vor den Herrn trugen, damit er ihn heilte (vgl. Mk 2,1–12). Durch euer Gebet tragt ihr Tag und Nacht das Leben vieler Brüder und Schwestern vor den Herrn, die aus verschiedenen Gründen nicht zu ihm gelangen und die Erfahrung seiner heilenden Barmherzigkeit machen können, während er sie erwartet, um ihnen Gnade zu erweisen. Mit eurem Gebet könnt ihr die Wunden vieler Mitmenschen heilen.

Die Jungfrau Maria ist für die Betrachtung Christi ein unübertreffliches Vorbild. Das Antlitz ihres Sohnes gehört in einzigartiger Weise zu ihr. Sie ist die Mutter und die Lehrmeisterin der vollkommenen Gleichgestaltung mit ihrem Sohn. Mit ihrer beispielhaften und mütterlichen Gegenwart ist sie euch, die ihr in besonderer Weise ihre Kinder seid, eine große Unterstützung in der täglichen Treue zum Gebet (vgl. Apg 1,14).[41]

17. Im Buch Exodus wird uns erzählt, dass Mose mit seinem Gebet das Geschick seines Volkes entscheidet und ihm den Sieg über den Feind garantiert, solange es ihm gelingt, die Arme erhoben zu halten, um die Hilfe des Herrn zu erflehen (vgl. 17,11). Dieser Text scheint mir ein sehr ausdrucksvolles Bild der Kraft und der Wirksamkeit eures Gebetes für die ganze Menschheit und für die Kirche, besonders für ihre schwächsten und bedürftigsten Glieder, zu sein. Heute wie damals können wir zu dem Schluss kommen, dass die Geschicke der Menschheit sich im betenden Herzen und in den erhobenen Armen der Kontemplativen entscheiden. Das ist der Grund, warum ich euch auffordere, entsprechend euren Konstitutionen dem liturgischen wie dem persönlichen Gebet treu zu sein; Letzteres ist ja die Vorbereitung und die Verlängerung des Ersteren. Ich ermahne euch: „Dem opus Dei soll nichts vorgezogen werden“,[42] damit euch nichts an eurem Gebetsdienst hindert, nichts euch von ihm trennt und euch nichts dazwischenkommt.[43] Auf diese Weise werdet ihr euch durch die Kontemplation in das Bild Christi verwandeln[44] und eure Gemeinschaften werden wahre Schulen des Gebetes werden.

18. All das verlangt eine Spiritualität, die sich auf das Wort Gottes, die Kraft des sakramentalen Lebens, die Unterweisung des kirchlichen Lehramtes und die Schriften eurer Gründer und Gründerinnen stützt; eine Spiritualität, die euch zu Töchtern des Himmels und Töchtern der Erde, zu Jüngerinnen und zu Missionarinnen macht, entsprechend eurem Lebensstil. Es verlangt außerdem eine fortschreitende Schulung im persönlichen und liturgischen Beten und in der Kontemplation selbst, ohne zu vergessen, dass diese hauptsächlich von der „Ärgernis erregenden Schönheit“ des Kreuzes gespeist wird.

Das Wort Gottes als Mitte

19. Eines der bedeutendsten Elemente des monastischen Lebens im Allgemeinen ist das Wort Gottes als Mitte des persönlichen und des gemeinschaftlichen Lebens. Dies unterstreicht der heilige Benedikt, wenn er seine Mönche dazu auffordert, heilige Lesungen gerne zu hören: „lectiones sanctas libenter audire“.[45] Jahrhunderte hindurch war das Mönchtum der Hüter der lectio divina. Heute wird diese dem ganzen Volk Gottes ans Herz gelegt und von allen Ordensleuten verlangt.[46] Daher seid ihr gerufen, sie zur Nahrung eurer Betrachtung und eures täglichen Lebens zu machen, sodass ihr diese verwandelnde Erfahrung des Wortes Gottes mit den Priestern, den Diakonen, den anderen Gottgeweihten und den Laien austauschen könnt. Seht diesen Austausch als eine echte kirchliche Sendung an.

Das Gebet und die Betrachtung sind zweifellos die geeignetsten Orte, um das Wort Gottes aufzunehmen, doch zugleich entspringen sowohl das Gebet als auch die Betrachtung dem Hören dieses Wortes. Die gesamte Kirche und besonders die Gemeinschaften, die ganz auf die Kontemplation ausgerichtet sind, müssen das Wort Gottes als Mitte neu entdecken. Denn es ist, wie mein Vorgänger der heilige Johannes Paul II. festgestellt hat, „die erste Quelle jeder christlichen Spiritualität“.[47] Das Wort Gottes muss das Leben, das Gebet, die Betrachtung, den täglichen Weg nähren und zum Fundament des Miteinanders für eure Gemeinschaften und Schwesternschaften werden. Sie sind nämlich gerufen, es aufzunehmen, zu meditieren, zu betrachten, gemeinsam zu leben und dabei die Früchte aus dieser Erfahrung weiterzugeben und zu teilen. Auf diese Weise werdet ihr zu einer echten Spiritualität der Gemeinschaft[48] wachsen. Ich fordere euch daher auf, „die Gefahr eines individualistischen Ansatzes [zu vermeiden], indem man sich vor Augen hält, dass das Wort Gottes uns gegeben wurde, um Gemeinschaft aufzubauen, um uns in der Wahrheit zu vereinen auf unserem Weg zu Gott. [...] Deshalb muss der heilige Text immer innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft angegangen werden“.[49]

20. Die lectio divina – das betende Lesen des Wortes – ist die Kunst, die uns hilft, den Schritt vom biblischen Text hin zum Leben zu vollziehen; sie ist die existentielle Hermeneutik der Heiligen Schrift, dank derer wir den Abstand zwischen Spiritualität und Alltag, zwischen Glaube und Leben überbrücken können. Der von der lectio divina in Gang gesetzte Prozess zielt darauf ab, uns vom Hören zur Kenntnis und von der Kenntnis zur Liebe zu führen.

Dank der Bibelbewegung, die vor allem nach der Verkündigung der dogmatischen Konstitution Dei Verbum des Zweiten Vatikanischen Konzils neuen Auftrieb erhalten hat, werden heute alle zu einer wachsenden Vertrautheit mit der Heiligen Schrift ermutigt. Durch das betende und beharrliche Lesen des biblischen Textes wird der Dialog mit Gott so zu einer täglichen Wirklichkeit des Volkes Gottes. Die lectio divina soll euch dabei helfen, ein hörendes, weises und verständiges Herz (vgl. 1 Kön 3,9.12) zu erlangen, um unterscheiden zu können, was von Gott kommt und was hingegen von ihm wegführen kann. Sie soll euch dabei helfen, eine Art von übernatürlichem Instinkt zu erwerben, der es euren Gründern und Gründerinnen ermöglicht hat, sich nicht dem Geist der Welt anzugleichen, sondern das eigene Denken zu erneuern, damit sie prüfen und erkennen können, „was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist“ (Röm 12,2).[50]

21. Euer persönlicher wie gemeinschaftlicher Tagesablauf soll vom Wort Gottes seinen Rhythmus erhalten. Eure Gemeinschaften und Schwesternschaften werden so zu Schulen werden, in denen das Wort Gottes gehört, gelebt und allen, die euch begegnen, verkündet wird.

Vergesst schließlich nicht, dass „die lectio divina in ihrer Dynamik nicht abgeschlossen ist, solange sie nicht zur Tat (actio) gelangt, die das Leben des Gläubigen anspornt, sich in Liebe zum Geschenk für die anderen zu machen“.[51] Auf diese Weise wird sie reiche Frucht bringen auf dem Weg der Gleichgestaltung mit Christus, dem Ziel unseres ganzen Lebens.

Die Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung

22. Die Eucharistie ist das Sakrament schlechthin der Begegnung mit der Person Jesu: Sie „enthält ja das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst“.[52] Die Eucharistie ist das Herz des Lebens aller Getauften und des geweihten Lebens selbst, insbesondere des kontemplativen Lebens. In der Tat fügt sich die Hingabe eures Daseins in besonderer Weise in das österliche Geheimnis des Todes und der Auferstehung ein, das in der Eucharistie verwirklicht wird. Das gemeinsame Brechen des Brotes wiederholt und verwirklicht nämlich die Hingabe Jesu: Er „hat sich gebrochen, er bricht sich für uns“. Und er bittet uns wiederum, „uns für die anderen zu geben und zu brechen“.[53] Damit dieses reiche Geheimnis sich lebendig vollzieht und erweist, ist es erforderlich, dass die Feier der Eucharistie sorgfältig, würdig und nüchtern vorbereitet wird und dass man ganz und gar, gläubig und bewusst daran teilnimmt.

Der Blick des Herzens erkennt in der Eucharistie Jesus.[54] Der heilige Johannes Paul II. ruft uns in Erinnerung: „Christus betrachten bedeutet ihn erkennen, wo immer er sich zeigt, in den vielfältigen Formen seiner Gegenwart, vor allem aber im lebendigen Sakrament seines Leibes und seines Blutes. Die Kirche lebt vom eucharistischen Christus. Von ihm wird sie genährt, von ihm wird sie erleuchtet. Die Eucharistie ist Geheimnis des Glaubens und zugleich „Geheimnis des Lichtes“. Jedes Mal, wenn die Kirche Eucharistie feiert, können die Gläubigen in gewisser Weise die Erfahrung der beiden Emmausjünger machen: „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn“ (Lk 24,31)“.[55] Die Eucharistie führt euch darum täglich in das Geheimnis der Liebe ein, die eine bräutliche Liebe ist: „Christus ist als Erlöser der Welt der Bräutigam der Kirche. Die Eucharistie ist das Sakrament unserer Erlösung. Sie ist das Sakrament des Bräutigams und der Braut“.[56]

Lobenswert ist daher die Tradition, die Eucharistiefeier mit der eucharistischen Anbetung fortzusetzen, dem bevorzugten Moment, um das während der Feier gebrochene Brot des Wortes innerlich in sich aufzunehmen und den Akt der Danksagung weiterzuführen.

23. Aus der Eucharistie erwächst das Bemühen um eine ständige Erneuerung, die in der Versöhnung ihren sakramentalen Ausdruck findet. Die häufige persönliche oder gemeinschaftliche Feier des Sakraments der Versöhnung oder der Buße sei für euch eine bevorzugte Gelegenheit, um Jesus Christus, das barmherzige Antlitz des Vaters,[57] zu betrachten, um euer Herz zu erneuern und eure Beziehung zu Gott in der Betrachtung zu reinigen.

Aus der froh machenden Erfahrung der Vergebung, die wir von Gott in diesem Sakrament empfangen, geht die Gnade hervor, Propheten und Diener der Barmherzigkeit, Werkzeuge der Versöhnung, der Vergebung und des Friedens zu werden. Unsere Welt heute bedarf solcher Propheten und Diener in hohem Maße.

Schwesterliches Leben in Gemeinschaft

24. Das brüderliche bzw. schwesterliche Leben in Gemeinschaft ist ein wesentliches Element des Ordenslebens im Allgemeinen und des monastischen Lebens im Besonderen, wenn auch in der Vielfalt der Charismen.

Die Gemeinschaftsbeziehung ist Ausdruck jener Liebe, die aus dem Herzen des Vaters entspringt und uns im Geist, den Jesus selbst uns gibt, überströmt. Nur wenn die Kirche, die Familie Gottes, diese Wirklichkeit sichtbar macht, ist sie Zeichen einer tiefen Einheit mit ihm und erscheint als die Wohnstatt, in der diese Erfahrung möglich ist und alle lebendig macht. Indem der Herr einige beruft, damit sie sein Leben teilen, bildet er eine Gemeinschaft, welche „die Fähigkeit zur Gütergemeinschaft, zu brüderlicher Zuneigung sowie zu einem Plan ihres Lebens und Tuns“ sichtbar macht. „Dies wird ihnen dadurch möglich, dass sie den Anruf zu freierer und engerer Nachfolge Christi angenommen haben“.[58] Das brüderliche bzw. schwesterliche Leben, kraft dessen die Gottgeweihten versuchen, nach dem Vorbild der ersten christlichen Gemeinden „ein Herz und eine Seele“ (Apg 4,32) zu sein, „stellt sich als beredtes Bekenntnis zur Dreifaltigkeit dar“.[59]

25. Die brüderliche bzw. schwesterliche Gemeinschaft ist ein Widerschein der Weise, wie Gott ist und sich schenkt. Sie bezeugt: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8.16). Das geweihte Leben bekennt, an die Liebe des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu glauben und daraus zu leben. Deswegen wird die Gemeinschaft der Brüder oder der Schwestern zu einem gnadenvollen Widerschein Gottes, der Dreifaltigkeit in der Liebe ist.

Im Unterschied zu den Eremiten, die „in der Stille der Einsamkeit“[60] leben und ebenso große Wertschätzung seitens der Kirche genießen, bringt das monastische Leben ein ständig wachsendes Gemeinschaftsleben mit sich, das dazu führt, eine echte Gemeinschaft von Brüdern bzw. Schwestern zu leben, eine koinonia. Dies verlangt, dass alle Mitglieder sich als Gestalter der Gemeinschaft sehen und nicht nur als Nutznießer der Vorteile, die sie von ihr empfangen können. Eine Gemeinschaft lebt, insofern sie durch den Beitrag aller – eines jeden gemäß seiner eigenen Gaben – hervorgebracht und aufgebaut wird und dabei eine Spiritualität der Gemeinschaft gefördert wird, die einen erfahren lässt, dass man zueinander gehört.[61] Nur auf diese Weise wird das Leben in Gemeinschaft zu einer gegenseitigen Hilfe, seine eigene Berufung zu verwirklichen.[62]

26. Vergesst nie, die ihr das monastische Leben ergriffen habt, dass die Männer und Frauen unserer Zeit sich von euch ein Zeugnis echter geschwisterlicher Liebe erwarten. In einer Gesellschaft, die von Trennungen und Ungleichheit geprägt ist, bedeutet dies ein kraftvolles Zeichen, dass Leben in Gemeinschaft möglich und erfüllend ist (vgl. Ps 133,1) – trotz aller Unterschiede zwischen den Generationen, aufgrund der Ausbildung und manchmal der Kultur. Eure Gemeinschaften sollen glaubwürdig bezeugen, dass diese Unterschiede weit davon entfernt sind, das schwesterliche Leben zu behindern, sondern es bereichern. Denkt daran, dass Einheit und Gemeinschaft nicht Uniformität bedeuten und dass sie vom Dialog, vom Austausch, von gegenseitiger Hilfe und tiefer Menschlichkeit, vor allem gegenüber den schwächsten und bedürftigsten Mitgliedern, genährt werden.

27. Haltet euch schließlich vor Augen, dass das schwesterliche Leben in Gemeinschaft auch die erste Form von Evangelisierung ist: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt“ (Joh 13,35). Daher fordere ich euch auf, die Mittel, die die Kirche zu ihrer Festigung vorschlägt und bereitstellt,[63] nicht zu vernachlässigen und beständig über diesen heiklen, aber nicht unbedeutenden Aspekt des monastischen Lebens zu wachen. Zusammen mit dem Austausch des Wortes und der Erfahrung Gottes und mit dem gemeinschaftlichen Unterscheidungsvermögen „darf auch an die brüderliche Zurechtweisung erinnert werden, an die Revision des Lebens und an andere typische Formen der Tradition. Es handelt sich hier um konkrete Wege, den anderen zu dienen und in der Gemeinschaft jene überreichen Gaben zu verbreiten, die der Geist für deren Auferbauung und für deren Sendung in der Welt spendet“.[64]

Wie ich kürzlich beim Treffen zum Abschluss des Jahres des geweihten Lebens in Rom[65] gesagt habe, sollt ihr euch darum sorgen, den Schwestern nahe zu sein, die der Herr euch als kostbare Gabe geschenkt hat. Wie der heilige Benedikt uns erinnert, ist es andererseits für das Leben in Gemeinschaft wesentlich, „die Älteren [zu] ehren, die Jüngeren [zu] lieben“.[66] Die Fruchtbarkeit des brüderlichen bzw. schwesterlichen Lebens in Gemeinschaft gründet gerade in diesem Bemühen, die Spannung zwischen dem Gedächtnis des Vergangenen und der Aussicht auf das Zukünftige aufzulösen.

Die Selbstständigkeit der Klöster

28. Die Selbstständigkeit fördert die Beständigkeit des Lebens und die innere Einheit jeder Gemeinschaft und stellt zugleich die besten Bedingungen für die Kontemplation sicher. Selbstständigkeit darf jedoch nicht Unabhängigkeit oder Isolierung, besonders von den anderen Klöstern des gleichen Ordens oder seiner charismatischen Familie, bedeuten.

29. „Niemand baut die Zukunft auf, indem er sich absondert, noch allein aus eigenen Kräften, sondern indem er sich mit der Wahrheit einer Gemeinschaft identifiziert, die sich immer öffnet für die Begegnung, den Dialog, das Zuhören, die gegenseitige Hilfe“.[67] Dieser Tatsache bewusst, sollt ihr euch vor der „Krankheit der Selbstbezogenheit“[68] hüten und den Wert der Gemeinschaft zwischen verschiedenen Klöstern als einen auf Zukunft hin offenen Weg bewahren. Auf diese Weise aktualisiert und verwirklicht ihr die bleibenden festgeschriebenen Werte eurer Selbstständigkeit.[69]

Die Föderationen

30. Die Föderation ist eine wichtige Struktur der Gemeinschaft zwischen Klöstern, die das gleiche Charisma teilen, damit sie nicht isoliert bleiben.

Der Hauptzweck der Föderationen besteht darin, das kontemplative Leben in den dazugehörenden Klöstern gemäß den Erfordernissen des eigenen Charismas zu fördern und durch den Austausch von Nonnen und das Teilen von materiellen Gütern Hilfe bei der Anfangsausbildung und der Weiterbildung sowie bei konkreten Bedürfnissen zu gewährleisten. Im Hinblick auf diese Zwecke sollen die Föderationen gefördert und vermehrt werden.[70]

Die Klausur

31. Die Absonderung von der Welt, die für alle, die Christus im Ordensleben nachfolgen, notwendig ist, findet für euch kontemplative Schwestern einen besonderen Ausdruck in der Klausur, dem Ort der innigen Vertrautheit der bräutlichen Kirche: „Zeichen der ausschließlichen Vereinigung der bräutlichen Kirche mit dem über alles geliebten Herrn“.[71]

Die Klausur wurde in vier verschiedenen Formen und Arten festgeschrieben:[72] Neben der Klausur, die allen Ordensinstituten gemein ist, gibt es drei in Bezug auf die Eigenarten der Gemeinschaften kontemplativen Lebens; sie werden päpstliche, konstitutionsgemäße und monastische Klausur genannt. Die päpstliche Klausur besteht „gemäß den vom Apostolischen Stuhl erlassenen Vorschriften“[73] und schließt äußere Apostolatsaufgaben aus.[74] Die konstitutionsgemäße Klausur wird durch die Vorschriften der eigenen Konstitutionen festgelegt; und die monastische Klausur, obschon sie gegenüber der allgemeinen Klausur den Charakter einer „strengere[n] Ordnung“[75] bewahrt, erlaubt es, mit der primären Aufgabe des Gottesdienstes weitreichendere Formen der Aufnahme und der Gastfreundschaft zu verbinden, jedoch stets gemäß den eigenen Konstitutionen. Die allgemeine Klausur ist die am wenigsten geschlossene von den vier Arten.[76]

Die Vielfalt der Art und Weise, die Klausur innerhalb ein und desselben Ordens zu befolgen, soll als ein Reichtum und nicht als ein Hindernis der Gemeinschaft gesehen werden, denn sie bringt verschiedene Sensibilitäten zu einer höheren Einheit miteinander in Einklang.[77] Eine solche Gemeinschaft wird sich in unterschiedlichen Formen der Begegnung und der Zusammenarbeit verwirklichen, vor allem in der Anfangsausbildung und in der Weiterbildung.[78]

Die Arbeit

32. Die Arbeit ist auch für euch Teilnahme am Werk, das Gott der Schöpfer in der Welt weiterführt. Diese Tätigkeit stellt euch in eine enge Beziehung mit allen, die verantwortungsvoll arbeiten, um von der Frucht ihrer Hände zu leben (vgl. Gen 3,19) und so zum Werk der Schöpfung beizutragen und der Menschheit zu dienen; in besonderer Weise macht sie euch solidarisch mit den Armen, die ohne Arbeit nicht leben können und oft trotz Arbeit der gelegenen Hilfe der Brüder und Schwestern bedürfen.

Die Arbeit darf nicht den Geist der Kontemplation auslöschen, wie uns die großen kontemplativen Heiligen lehren, und euer Leben soll ein „in Wirklichkeit und im Geiste arme[s] Leben [...] in Bescheidenheit“ sein, wie es euch die mit feierlichem Gelübde abgelegte Profess des evangelischen Rates der Armut auferlegt.[79] Daher soll die Arbeit sorgfältig und getreu verrichtet werden, ohne sich vom Leistungsdenken und dem Aktivismus der gegenwärtigen Kultur konditionieren zu lassen. Das Motto der benediktinischen Tradition „ora et labora“ sei für euch immer noch gültig und leite euch an, das rechte Gleichgewicht zwischen der Suche nach dem Absoluten und dem Einsatz in den täglichen Verantwortungen, zwischen der Ruhe der Betrachtung und der Emsigkeit im Dienst zu finden.

Das Schweigen

33. Im kontemplativen Leben, besonders im ganz kontemplativen Leben, halte ich es für wichtig, dem von Gottes Gegenwart bewohnten Schweigen Beachtung zu schenken, denn es ist der notwendige Raum für das Hören und die ruminatio des Wortes Gottes und Voraussetzung für einen Blick des Glaubens, der uns Gottes Gegenwart in der eigenen Geschichte, in der Geschichte der Brüder und Schwestern, die der Herr uns schenkt, und in den Ereignissen der gegenwärtigen Welt erfassen lässt. Schweigen heißt, von sich selbst leer sein, um Raum zu schaffen für die Aufnahme; im innerlichen Lärm kann man nichts und niemanden empfangen. Euer ganz kontemplatives Leben verlangt „die Zeit und die Fähigkeit, Stille zu schaffen, um zuzuhören“,[80] um Gott und den Schrei der Menschheit zu hören. Daher soll die Sprache des Fleisches schweigen und die Sprache des Geistes reden, die von der Liebe bewegt wird, die eine jede von euch für ihren Herrn hegt.[81]

Hierbei dient euch das Schweigen der Allerseligsten Jungfrau Maria als Vorbild, die das Wort Gottes aufnehmen konnte, weil sie eine Frau der Stille war – nicht einer unfruchtbaren, leeren Stille, sondern vielmehr einer erfüllten, reichen Stille. Das Schweigen der Jungfrau und Mutter Maria ist auch eine an Nächstenliebe reiche Stille, die zur Aufnahme des Anderen und der anderen bereit macht.

Die Kommunikationsmittel

34. In unserer Gesellschaft beeinflusst die digitale Kultur auf einschneidende Weise die Formung des Denkens und die Art und Weise, mit der Welt und insbesondere mit den Menschen in Beziehung zu treten. Dieses kulturelle Klima lässt die kontemplativen Gemeinschaften nicht unberührt. Gewiss können diese Mittel nützliche Instrumente für die Ausbildung und die Kommunikation sein. Ich fordere euch aber auf, eine kluge Unterscheidung zu treffen im Hinblick darauf, dass sie der Ausbildung für das kontemplative Leben und den notwendigen Kommunikationen dienen und nicht zur Zerstreuung und zur Flucht aus dem schwesterlichen Leben in Gemeinschaft Anlass geben; sie dürfen weder eurer Berufung schaden, noch eurem ganz auf die Kontemplation ausgerichteten Leben hinderlich sein.[82]

Die Askese

35. Die Askese mit all den Mitteln, welche die Kirche in Bezug auf die Selbstbeherrschung und die Reinigung des Herzens empfiehlt, führt auch dazu, uns von all dem zu befreien, was der „Weltlichkeit“ eigen ist, um die Logik des Evangeliums zu leben – die Logik des Gebens, besonders der Hingabe – als die erforderliche Antwort auf die erste und einzige Liebe eures Lebens. Auf diese Weise könnt ihr auch den Erwartungen der Brüder und Schwestern entsprechen wie auch den moralischen und geistlichen Erfordernissen, die einem jeden der drei evangelischen Räte, die ihr mit feierlichem Gelübde abgelegt habt, innewohnen.[83]

Diesbezüglich gewinnt euer Leben der Ganzhingabe eine große prophetische Bedeutung: Schlichtheit, Loslösung von den Dingen, Selbstübergabe im Gehorsam, Transparenz in den Beziehungen – alles wird für euch radikaler und fordernder durch eure Entscheidung zum Verzicht „auch auf den Raum, auf die Kontakte und auf so viele Güter der Schöpfung“ als „besondere Art, den ,Leibʻ zu schenken.“[84] Die Tatsache, dass ihr ein Leben der Ortsgebundenheit gewählt habt, wird zu einem beredten Zeichen der Treue für unsere globalisierte Welt, die an immer schnellere und leichtere Ortswechsel gewöhnt ist, was die Gefahr birgt, nie Wurzeln zu schlagen.

Im Leben in Klausur, das in solchen Gemeinschaften ein ständiges Miteinander auf engstem Raum verlangt, wird auch der Bereich der schwesterlichen Beziehungen fordernder.[85] Ihr könnt dem Volk Gottes und der Menschheit, die von so vielen Trennungen gekennzeichnet und manchmal zerrissen ist, ein Beispiel und eine Hilfe sein, selbst da beim Bruder oder bei der Schwester zu bleiben, wenn es Unterschiede gibt, die beigelegt werden müssen, Spannungen und Konflikte, mit denen man umgehen muss, und Schwächen, die angenommen werden müssen. Die Askese ist auch das Mittel, um mit der eigenen Schwachheit in Berührung zu kommen und sie der zärtlichen Liebe Gottes und der Gemeinschaft anzuvertrauen.

Schließlich ist das asketische Bemühen notwendig, um unsere tägliche Pflicht in Liebe und Treue zu erfüllen und sie als Gelegenheit dafür zu sehen, das Los so vieler Brüder und Schwestern in der Welt zu teilen und ein stilles und fruchtbares Opfer für sie zu bringen.

Das Zeugnis der Nonnen

36. Liebe Schwestern, was ich in dieser Apostolischen Konstitution geschrieben habe, stellt für euch, die ihr die kontemplative Berufung ergriffen habt, eine wertvolle Hilfe dar, euer Leben und eure Sendung in der Kirche und in der Welt zu erneuern. Der Herr möge in euren Herzen sein Werk vollbringen und euch ganz in ihn umgestalten; das ist das letzte Ziel des kontemplativen Lebens.[86] Eure Gemeinschaften oder Schwesternschaften sollen echte Schulen der Kontemplation und des Gebets sein.

Die Welt und die Kirche brauchen euch als „Leuchttürme“, die den Weg der Männer und Frauen unserer Zeit beleuchten. Dies soll eure Prophetie sein. Eure Entscheidung ist nicht eine Weltflucht aus Angst, wie manche denken, sondern ihr bleibt weiterhin in der Welt, ohne von der Welt zu sein (vgl. Joh 18,19). Obwohl ihr von ihr getrennt seid durch Zeichen, die eure Zugehörigkeit zu Christus ausdrücken, hört ihr nicht auf, unablässig für die Menschheit zu beten, indem ihr ihre Ängste und Hoffnungen, ihre Freuden und Leiden vor den Herrn tragt.[87]

Entzieht uns nicht eure Teilnahme am Aufbau einer menschlicheren und daher auch dem Evangelium mehr entsprechenden Welt. Hört vereint mit Gott den Schrei eurer Brüder und Schwestern (vgl. Ex 3,7; Jak 5,4), die Opfer der „Wegwerfkultur“[88] sind oder ganz einfach des Lichtes des Evangeliums bedürfen.

Übt euch in der Kunst des Zuhörens, die „mehr ist als das Hören“,[89] und lebt die „Spiritualität der Gastfreundschaft“, indem ihr alle Anliegen des Menschen, der nach dem Bild Gottes und ihm ähnlich erschaffen ist (vgl. Gen 1,26), euch zu Herzen nehmt und in euer Gebet hineinnehmt. Wie ich im Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium festgehalten habe, trifft es zu, „dass uns das Fürbittgebet nicht von der echten Betrachtung abbringt, denn die Betrachtung, welche die anderen draußen lässt, ist eine Täuschung.“[90]

Auf diese Weise wird euer Zeugnis eine notwendige Ergänzung zum Zeugnis derer sein, die als Kontemplative inmitten der Welt das Evangelium dadurch bezeugen, dass sie ganz in die Angelegenheiten und den Aufbau der irdischen Stadt vertieft sind.

37. Liebe kontemplative Schwestern, ihr seid euch dessen wohl bewusst, dass auch eure Form des geweihten Lebens wie jede andere „ein Geschenk für die Kirche ist, in der Kirche entsteht, in der Kirche wächst und auf die Kirche hin ausgerichtet ist“.[91] Steht daher in tiefer Gemeinschaft mit der Kirche, um in ihr die lebendige Verlängerung des Geheimnisses Marias, der Jungfrau, Braut und Mutter, zu sein, die das Wort Gottes aufnimmt und bewahrt, um es der Welt zurückzugeben. Dadurch tragt ihr dazu bei, dass Christus in den Herzen der Menschen geboren wird und wächst, die – wenn auch oft unbewusst – nach dem dürsten, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist (Joh 14,6). Wie Maria sollt auch ihr eine „Leiter“ sein, auf der Gott hinabsteigt, um dem Menschen zu begegnen, und der Mensch hinaufsteigt, um Gott zu begegnen und sein Angesicht im Angesicht Christi zu betrachten.

Abschließende Verfügungen

Im Lichte dessen, was bisher erwogen wurde, verfüge und bestimme ich Folgendes:

Art. 1. Gemäß CIC Can. 20 und unter sehr sorgfältiger Erwägung der 37 vorhergehenden Artikel werden mit dem Erlass und der Veröffentlichung der vorliegenden Apostolischen Konstitution Vultum Dei quaerere aufgehoben:

1. die Canones des CIC, die teilweise irgendeinem Artikel der vorliegenden Konstitution direkt entgegengesetzt sind;

2. und mehr im Besonderen die Artikel dispositiv-normativen Inhalts

– der Apostolischen Konstitution Sponsa Christi von Pius XII. vom 21. November 1950: Statuta generalia Monialium;

– der Instruktion Inter praeclara der Heiligen Kongregation für die Ordensleute (23. November 1950);

– der Instruktion der KIGLGAL Verbi Sponsa über das kontemplative Leben und die Klausur der Nonnen (13. Mai 1999).

Art. 2 § 1. Diese Konstitution richtet sich sowohl an die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens als auch an die einzelnen Frauenklöster des kontemplativen oder ganz kontemplativen Lebens, seien sie föderiert oder nicht.

§ 2. Zu den von dieser Apostolischen Konstitution geregelten Gegenständen zählt, was oben in Nr. 12 aufgelistet und in den Nrn. 13–35 ausgeführt wurde.

§ 3. Die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens wird – wenn notwendig im Einvernehmen mit der Kongregation für die Orientalischen Kirchen oder der Kongregation für die Evangelisierung der Völker – die jeweiligen Modalitäten der Umsetzung dieser konstitutiven Normen gemäß den verschiedenen monastischen Traditionen und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen charismatischen Familien regeln.

Art. 3 § 1. Die einzelnen Klöster haben durch entsprechende Strukturen, die bei der Erstellung des Plans für das gemeinschaftliche Leben zu bestimmen sind, besondere Sorgfalt auf die Weiterbildung zu legen, die gleichsam der Nährboden einer jeden Ausbildungsphase ist, und zwar schon ab der Anfangsausbildung.

§ 2. Um eine entsprechende Weiterbildung zu gewährleisten, haben die Föderationen durch den Austausch von Bildungsunterlagen und durch die Nutzung der digitalen Kommunikationsmittel – unter Wahrung der notwendigen Diskretion – die Zusammenarbeit zwischen den Klöstern zu fördern.

§ 3. Neben der Sorgfalt bei der Auswahl der Schwestern, die als Ausbilderinnen die Kandidatinnen auf ihrem Weg der persönlichen Reifung zu begleiten haben, sollen die einzelnen Klöster und die Föderationen die Ausbildung der Ausbilderinnen und ihrer Mitarbeiterinnen verstärken.

§ 4. Die Schwestern, die gerufen sind, den anspruchsvollen Dienst der Ausbildung auszuüben, können – servatis de iure servandis – spezifische Ausbildungskurse auch außerhalb ihres Klosters besuchen, soweit ein entsprechendes, den Erfordernissen des eigenen Charismas gemäßes Klima gewahrt wird. Die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens wird besondere Vorschriften in dieser Angelegenheit erlassen.

§ 5. Die Klöster werden der geistlichen Unterscheidung und der Unterscheidung der Berufung besondere Aufmerksamkeit schenken, allen Kandidatinnen eine personenbezogene Begleitung zusichern und angemessene Ausbildungswege fördern unter Berücksichtigung der Tatsache, dass für die Anfangsausbildung ein großer Zeitraum vorzusehen ist.

§ 6. Obgleich die Konstitution von internationalen und multikulturellen Gemeinschaften die Universalität des Charismas zum Ausdruck bringt, muss man unbedingt vermeiden, dass Kandidatinnen aus anderen Ländern mit dem einzigen Ziel, das Überleben des Klosters zu sichern, angeworben werden. Um sicherzustellen, dass dies erfüllt wird, sollen Kriterien ausgearbeitet werden.

§ 7. Um eine qualitätsvolle Ausbildung zu gewährleisten, werden gemäß den Umständen gemeinsame Ausbildungshäuser mehrerer Klöster für die Anfangsausbildung gefördert.

Art. 4 § 1. Angesichts der Tatsache, dass das Gebet das Herz des kontemplativen Lebens ist, wird jedes Kloster den Rhythmus seines Tagesablaufes überprüfen, um zu beurteilen, ob der Herr die Mitte des Tagesablaufes bildet.

§ 2. Die gemeinschaftlichen Gottesdienste wird man hinsichtlich der Frage beurteilen, ob sie wirklich eine lebendige Begegnung mit dem Herrn darstellen.

Art. 5 § 1. In Anbetracht der Bedeutung der lectio divina hat jedes Kloster angemessene Zeiten und Weisen für dieses Erfordernis des Lesens/Hörens der Heiligen Schrift, der ruminatio, des Gebets, der Betrachtung und des Austausches der Heiligen Schrift festzulegen.

§ 2. Angesichts der Tatsache, dass der Austausch der verwandelnden Erfahrung des Wortes Gottes mit den Priestern, Diakonen, den anderen Gottgeweihten und den Laien ein Ausdruck echter kirchlicher Gemeinschaft ist, wird jedes Kloster die Art und Weise dieser geistlichen Ausstrahlung ad extra bestimmen.

Art. 6 § 1. Jedes Kloster hat in der Ausarbeitung des eigenen gemeinschaftlichen und schwesterlichen Plans neben der sorgfältigen Vorbereitung auf die Eucharistiefeiern angemessene Zeiten eucharistischer Anbetung vorzusehen und dabei auch den Gläubigen der Ortskirche die Möglichkeit zur Teilnahme anzubieten.

§ 2. Besondere Sorgfalt soll auf die Auswahl der Kapläne, der Beichtväter und Spirituale gelegt werden unter Berücksichtigung der Besonderheit des eigenen Charismas und der Erfordernisse des schwesterlichen Lebens in Gemeinschaft.

Art. 7 § 1. Diejenigen, die dazu gerufen sind, den Dienst der Autorität auszuüben, sollen neben der Sorge um die eigene Ausbildung von einem echten Geist der Geschwisterlichkeit und des Dienens geleitet werden, auf dass sie ein fröhliches Klima in Freiheit und Verantwortlichkeit begünstigen und so die persönliche und gemeinschaftliche Unterscheidung fördern wie auch die Kommunikation in der Wahrheit über das, was man tut, denkt und fühlt.

§ 2. Der gemeinschaftliche Plan hat den Austausch menschlicher und geistlicher Gaben jeder Schwester zur gegenseitigen Bereicherung und zum Fortschritt der Geschwisterlichkeit gerne anzunehmen und zu fördern.

Art. 8 § 1. Der rechtlichen Selbstständigkeit muss eine echte Selbstständigkeit des Lebens entsprechen, das heißt: eine – auch geringe – Anzahl von Schwestern, vorausgesetzt, dass der größte Teil nicht fortgeschritten Alters ist; die notwendige Lebendigkeit, das Charisma zu leben und weiterzugeben; die echte Fähigkeit zur Ausbildung und zur Leitung; die Würde und die Qualität des liturgischen, schwesterlichen und geistlichen Lebens; die Bedeutung für und die Eingliederung in die Ortskirche; die Möglichkeit des Unterhalts; eine entsprechende Struktur des Klostergebäudes. Diese Kriterien sind in ihrer Gesamtheit und in einer Zusammenschau zu betrachten.

§ 2. Falls die Voraussetzungen für eine echte Selbstständigkeit eines Klosters nicht bestehen, wird die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gemeinschaften apostolischen Lebens beurteilen, ob es angemessen ist, eine Kommission ad hoc einzurichten, die von dem Ordinarius, der Präsidentin der Föderation, der Assistentin der Föderation und von der Äbtissin oder Priorin des Klosters gebildet wird. In jedem Fall soll dieser Schritt zum Ziel haben, einen Begleitprozess in Gang zu setzen, um das Kloster neu zu beleben oder um seine Schließung einzuleiten.

§ 3. Dieser Prozess könnte auch die Affiliation mit einem anderen Kloster vorsehen oder, wenn das Kloster föderiert ist, die Unterstellung unter die Präsidentin der Föderation mit ihrem Rat. In jedem Fall obliegt die letzte Entscheidung der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens.

Art. 9 § 1. Anfangs werden alle Klöster an einer Föderation teilnehmen. Wenn ein Kloster aus besonderen Gründen nicht föderiert sein kann, soll nach der Abstimmung im Kapitel der Heilige Stuhl um Erlaubnis angefragt werden, dem das entsprechende Urteil zusteht, dem Kloster zu gestatten, keiner Föderation anzugehören.

§ 2. Die Föderationen dürfen nicht so sehr und nicht allein aufgrund eines geographischen Kriteriums gebildet werden, sondern gemäß der Ähnlichkeit des Geistes und der Traditionen. Die Art und Weise das zu verwirklichen wird von der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens angegeben werden.

§ 3. Desgleichen wird durch den Austausch von Nonnen und das Teilen von materiellen Gütern Hilfe bei der Ausbildung und in den konkreten Bedürfnissen gewährleistet werden, wie es die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens veranlassen soll, die ferner die Kompetenzen der Präsidentin und des Föderationsrates festlegen wird.

§ 4. Man wird den – auch rechtlichen – Anschluss an die Klöster des entsprechenden Männerordens fördern. Ebenso wird man die Konföderationen und die Errichtung von internationalen Kommissionen verschiedener Orden fördern, deren Statuten von der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens genehmigt werden.

Art. 10 § 1. Jedes Kloster hat nach ernsthafter Prüfung und unter Achtung der eigenen Tradition sowie dessen, was die Konstitutionen verlangen, vom Heiligen Stuhl die Form der Klausur zu erbitten, die es ergreifen will, falls man eine Form beantragt, die von der geltenden verschieden ist.

§ 2. Nach der Wahl und der Genehmigung einer der vorgesehenen Klausurformen soll jedes Kloster dafür Sorge tragen, sie zu befolgen und gemäß dem, was sie mit sich bringt, zu leben.

Art.11 §1. Auch wenn manche monastische Gemeinschaften in Übereinstimmung mit dem Eigenrecht Einkünfte haben können, sollen sie sich keinesfalls der Pflicht zu arbeiten entziehen.

§ 2. Für die Gemeinschaften, die auf die Kontemplation ausgerichtet sind, soll die Frucht der Arbeit nicht allein den Zweck haben, einen würdigen Unterhalt zu sichern, sondern auch, wenn möglich, den Bedürfnissen der Armen und der bedürftigen Klöster entgegenzukommen.

Art. 12. Der Tagesrhythmus jedes Klosters hat angemessene Zeiten der Stille vorzusehen, sodass das Klima des Gebets und der Kontemplation gefördert wird.

Art. 13. Jedes Kloster hat in seinem gemeinschaftlichen Plan die geeigneten Mittel vorzusehen, durch die das asketische Bemühen des monastischen Lebens zum Ausdruck kommt, sodass es prophetischer und glaubwürdiger wird.

Schlussverfügung

Art. 14 § 1. Die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens wird gemäß dem Geist und den Bestimmungen der vorliegenden Konstitution eine neue Instruktion über die unter der Nr. 12 aufgezählten Themen erlassen.

§ 2. Die Artikel der Konstitutionen oder der Regeln der einzelnen Institute müssen, wenn sie einmal an die neuen Vorschriften angepasst wurden, zur Approbation durch den Heiligen Stuhl vorgelegt werden.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 29. Juni, dem Hochfest der Apostel Petrus und Paulus,

im Jahr 2016, dem vierten meines Pontifikats.

Franziskus

Anmerkungen

  1. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, 19.
  2. I,1,1: PL 32, 661.
  3. Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute (24. November 2013), 169: AAS 105 (2013), 1091.
  4. Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben An alle Gottgeweihten zum Jahr des geweihten Lebens (21. November 2014), II, 2: AAS 106 (2014), 941.
  5. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata über das geweihte Leben und seine Sendung in Kirche und Welt (25. März 1996), 68: AAS 88 (1996), 443.
  6. Papst Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini über das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche (30. September 2010), 83: AAS 102 (2010), 754.
  7. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 59: AAS 88 (1996), 432.
  8. Vgl. CIC, Can. 573 § 1.
  9. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 16: AAS 88 (1996), 389.
  10. Papst Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini (30. September 2010), 83: AAS 102 (2010), 754.
  11. Vgl. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 18: AAS 88 (1996), 391-392.
  12. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, 44; Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 3. 29: AAS 88 (1996), 370. 402.
  13. Regel, 58, 7.
  14. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 8: AAS 88 (1996), 382–383.
  15. ders., Apostolisches Schreiben Orientale lumen zum hundertsten Jahrestag des Apostolischen Schreibens Orientalium dignitas von Papst Leo XIII. (2. Mai 1995), 9: AAS (1995), 754.
  16. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, 44.
  17. Papst Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini (30. September 2010), 83: AAS 102 (2010), 754.
  18. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens Perfectae caritatis, 5.
  19. Ebd., 1.
  20. Vgl. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 14: AAS 88 (1996), 387.
  21. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, 46; Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche Christus Dominus, 35; Dekret Perfectae caritatis, 7. 9; CIC, Can. 674.
  22. Vgl. CIC, Can. 667 § 2–3.
  23. Vgl. Papst Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Orientale lumen (2. Mai 1995), 9: AAS 87 (1995), 754.
  24. Franziskus von Assisi, Cantico delle creature, 1: FF 263 (dt. Ausg.: Sonnengesang, 1: Franziskus-Quellen, Kevelaer 2009, S. 40).
  25. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, 44.
  26. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Perfectae caritatis, 2.
  27. Vgl. Klara von Assisi, III. Brief an die heilige Agnes von Böhmen, 8: FF 2886.
  28. Franziskus von Assisi, Lodi al Dio altissimo, 3.5: FF 261 (dt. Ausg.: Lobpreis Gottes, 3.4: Franziskus-Quellen, Kevelaer 2009, S. 37).
  29. Teresa von Avila, Obras completas. Poesías, Editorial Monte Carmelo (Burgos 2011), 1368 (dt. Ausg.: Gesamtausgabe. Band 1: Werke, Freiburg i. Br. 2015, S. 1502).
  30. Vgl. Dionysius der Kartäuser, Enarrationes in cap. 3 Can. Cant. XI., 6, in: Doctoris Ecstatici D. Dionysii Cartusiani Opera Omnia, VII, Typis Cartusiae (Monstrolii 1898), 361.
  31. Franziskus von Assisi, Cantico delle creature, 4: FF 263 (dt. Ausg.: Sonnengesang, 2: Franziskus-Quellen, Kevelaer 2009, S. 40).
  32. Nr. 83: AAS 105 (2013), 1054–1055.
  33. Vgl. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 65: AAS 88 (1996), 441; CIC, Can. 664.
  34. Ebd., 66: AAS 88 (1996), 442.
  35. Ebd., 69: AAS 88 (1996), 444; vgl. CIC, Can. 661.
  36. Vgl. Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Instruktion Neubeginn in Christus. Ein neuer Aufbruch des geweihten Lebens im dritten Jahrtausend (19. Mai 2002), 18.
  37. Vgl. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 65: AAS 88 (1996), 441.
  38. Vgl.CIC,Can. 648 § 1 und 3; 657 § 2.
  39. Grußworte am Ende der Eucharistiefeier für die Personen des geweihten Lebens (2. Februar 2016): L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 46, Nr. 6 40 (12. Februar 2016), S. 7; vgl. CIC, Can. 673.
  40. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum concilium, 83; CIC, Can. 1173; 1174 § 1.
  41. Vgl. Papst Benedikt XVI., Katechese bei der Generalaudienz (28. Dezember 2011): Insegnamenti VII/2 (2011), 980–985; CIC, Can. 663 § 4; Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Instruktion Der Dienst der Autorität und der Gehorsam (11. Mai 2008), 31.
  42. Benedikt von Nursia, Regel, 43, 3.
  43. Vgl. Franziskus von Assisi, Regola non bollata, XXIII, 31: FF 71 (dt. Ausg.: Nicht-bullierte Regel, 23, 10: Franziskus-Quellen, Kevelaer 2009, S. 92).
  44. Vgl. Klara von Assisi, III. Brief an die heilige Agnes von Böhmen, 12.13: FF 2888.
  45. Regel, 4, 55.
  46. Vgl. Papst Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini (30. September 2010), 86: AAS 102 (2010), 757. CIC, Can. 663 § 3.
  47. Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 94: AAS 88 (1996), 469; vgl. CIC, Can. 758.
  48. Vgl. Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Instruktion Neubeginn in Christus. Ein neuer Aufbruch des geweihten Lebens im dritten Jahrtausend (19. Mai 2002), 25; Papst Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte zum Abschluss des Großen Jubiläums des Jahres 2000 (6. Januar 2001), 43: AAS 93 (2001), 297.
  49. Vgl. Papst Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini (30. September 2010), 86: AAS 102 (2010), 758; CIC, Cann. 754–755.
  50. Vgl. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 94: AAS 88 (1996), 470.
  51. Papst Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini (30. September 2010), 87: AAS 102 (2010), 759.
  52. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum Ordinis, 5; vgl. CIC, Can. 899.
  53. Homilie am Hochfest Fronleichnam (26. Mai 2016): L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 46, Nr. 22 (3. Juni 2016), S. 8; vgl. CIC, Can. 663 § 2.
  54. Vgl. Papst Johannes Paul II., Homilie am Hochfest Fronleichnam (14. Juni 2001), 3: AAS 93 (2001), 656.
  55. ders., Enzyklika Ecclesia de eucharistia über die Eucharistie in ihrem Verhältnis zur Kirche (17. April 2003), 6: AAS 95 (2003), 437.
  56. ders., Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem über die Würde und Berufung der Frau anlässlich des Marianischen Jahres (15. August 1988), 26: AAS 80 (1988), 1716.
  57. Vgl. Papst Franziskus, Misericordiae vultus Verkündigungsbulle zum Außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit (11. April 2015), 1: AAS 107 (2015), 399; CIC, Cann. 664; 630.
  58. Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Instruktion Das brüderliche und schwesterliche Leben in Gemeinschaft. „Congregavit nos in unum Christi amor“ (2. Februar 1994), 10.
  59. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 21: AAS 88 (1996), 395.
  60. CIC, Can. 603 § 1.
  61. Vgl. Papst Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 43: AAS 93 (2001), 296–297.
  62. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Perfectae caritatis, 15; CIC, Can. 602.
  63. Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Instruktion Das brüderliche und schwesterliche Leben in Gemeinschaft. „Congregavit nos in unum Christi amor“ (2. Februar 1994); CIC, Cann. 607 § 2; 608; 665; 699 § 1.
  64. Ebd., 32; vgl. CIC, Cann. 619; 630; 664.
  65. Vgl. Ansprache an die Teilnehmer am Jubiläum des geweihten Lebens, 1. Februar 2016: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 46, Nr. 6 (12. Februar 2016), S. 9–10.
  66. Regel, 4, 70–71.
  67. Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben An alle Gottgeweihten zum Jahr des geweihten Lebens (21. November 2014), II, 3: AAS 106 (2014), 943.
  68. Ebd.
  69. Vgl. ebd.; CIC, Cann. 614–615; 628 § 2–1; 630 § 3; 638 § 4; 684 § 3; 688 § 2; 699 § 2; 708; 1428 § 1–2.
  70. Vgl. CIC, Cann. 582; 684 § 3.
  71. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 59: AAS 88 (1996), 431.
  72. Vgl. ebd., 59: CIC, Can. 667.
  73. CIC, Can. 667 § 3.
  74. Vgl. ebd., Can. 674.
  75. Ebd., Can. 667 § 2.
  76. Vgl. ebd., Can. 667 § 1.
  77. Vgl. J. M. Bergoglio, Beitrag vom 13. Oktober 1994 bei der Bischofssynode zum Thema Das geweihte Leben und seine Sendung in Kirche und Welt (in: Vida Religiosa, 115, Nr. 7, Juli–September 2013).
  78. Vgl. Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben An alle Gottgeweihten zum Jahr des geweihten Lebens (21. November 2014), II, 3: AAS 106 (2014), 942–943.
  79. Vgl. CIC, Can. 600.
  80. Botschaft zum XLVIII. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel (1. Juni 2014): AAS 106 (2014), 114; vgl. Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Instruktion Das brüderliche und schwesterliche Leben in Gemeinschaft. „Congregavit nos in unum Christi amor“ (2. Februar 1994), 10 und 34.
  81. Vgl. Klara von Assisi, IV. Brief an die heilige Agnes von Böhmen, 35: FF 2908.
  82. Vgl. CIC, Can. 666.
  83. Vgl. Grußworte am Ende der Eucharistiefeier für die Personen des geweihten Lebens, 2. Februar 2016: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 46, Nr. 6 (12. Februar 2016), S. 7; CIC, Cann. 599–601; 1191–1192.
  84. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 59: AAS 88 (1996), 431.
  85. Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Instruktion Das brüderliche und schwesterliche Leben in Gemeinschaft. „Congregavit nos in unum Christi amor“ (2. Februar 1994), 10.
  86. Vgl. Klara von Assisi, III. Brief an die heilige Agnes von Böhmen, 12–13: FF 2888; IV. Brief an die heilige Agnes von Böhmen, 15.16: FF 2902.
  87. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 4.
  88. Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 53: AAS 105 (2013), 1042; vgl. ebd., 187 ff.: AAS 105 (2013), 1098 ff.
  89. Ebd., 171: AAS 105 (2013), 1091.
  90. Ebd., 281: AAS 105 (2013), 1133.
  91. J. M. Bergoglio, Beitrag vom 13. Oktober 1994 bei der Bischofssynode zum Thema Das geweihte Leben und seine Sendung in Kirche und Welt (in: Vida Religiosa, 115, Nr. 7, Juli–September 2013).

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