Westfälische Wilhelms-Universität

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WWU-Münster

Die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster – auch kurz WWU genannt – ist mit rund 41.000 Studierenden (2013) und rund 250 Studiengängen in 15 Fachbereichen eine der größten deutschen Universitäten. Mit den rund 7.300 Abschlüssen pro Jahr liegt sie quantitativ in der Spitzengruppe. Ihr Namensgeber ist Kaiser Wilhelm II. Die Hochschulleitung und -verwaltung befinden sich im ehemaligen fürstbischöflichen Residenzschloss.

Die Westfälische Wilhelms-Universität ist keine Campus-Universität, ihre 217 Gebäude verteilen sich vielmehr über große Teile des Stadtgebietes von Münster. Da es neben der Universität noch sieben weitere Hochschulen in Münster gibt, gilt die Stadt als äußerst studentisch geprägt. Ein ausgedehntes Universitätsviertel ist hierbei der Bereich zwischen dem Schlossplatz, wo hauptsächlich die Fachbereiche Biologie und Germanistik zu finden sind, und dem St.-Paulus-Dom (Münster), wo unter anderem die Theologische und Philosophische Fakultät, das Haupthörsaalgebäude, die Universitätsbibliothek, das Juridicum (Fachbereiche Jura und Wirtschaftswissenschaften) sowie die Fachbereiche Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften, erreichbar sind.

Das Zentralklinikum, die Fachbereiche Psychologie und Sportwissenschaft, Mathematik und Informatik, Chemie und Pharmazie, Physik sowie Teile der Geowissenschaften befinden sich westlich des Schlosses in der Nähe des Coesfelder Kreuzes. Weitere Institute sind auf dem Leonardo-Campus, der ehemaligen zwischen 1888 und 1901 erbauten Von-Einem Kavalleriekaserne, die sich die Universität mit der Fachhochschule und der Kunstakademie teilt, sowie am Hüfferstift und in der Nähe des Aasees untergebracht.[1]

Inhaltsverzeichnis

Fakultäten und Fachbereiche

Siegel der Universität Münster
  • Fachbereich 1 ist die Evangelisch-Theologische Fakultät. Sie befindet sich an der Universitätsstraße und hat 894 Studierende.
  • Der Fachbereich 2 ist die Katholisch-Theologische Fakultät an der Johannisstraße mit 1381 Studierenden.
  • Der Fachbereich 3, die Rechtswissenschaftliche Fakultät, hat ihren Sitz an der Universitätsstraße im Juridicum und der „Alten UB“ sowie ein Institut auf dem Leonardo-Campus. Die Fakultät hat etwa 4614 Studierende.
  • Der Fachbereich 4 ist die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und hat seinen Sitz an der Universitätsstraße im Juridicum, am Stadtgraben und teilweise auf dem Leonardo-Campus. Der Fachbereich hat 4492 Studierende.
  • Der Fachbereich 5 ist die Medizinische Fakultät, ist an der Domagkstraße gelegen und hat 2936 Studierende. Eng verbunden ist die Fakultät mit der Universitätsklinik, die seit 2001 als Anstalt Öffentlichen Rechts selbstständig ist.
  • Der Fachbereich 6, Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften an der Georgskommende und der Scharnhorststraße hat 3869 Studierende.
  • Der Fachbereich 7 ist Psychologie und Sportwissenschaft mit 1742 Studierenden, liegt an der Fliednerstraße und am Horstmarer Landweg.
  • Fachbereich 8, Geschichte/Philosophie/Musikwissenschaft, mit 3549 Studierenden hat seinen Sitz direkt am Domplatz.
  • Der Fachbereich 9, die Philologie, mit 5178 Studierenden Münsters größter Fachbereich, liegt an der Schlaunstraße.
  • Der Fachbereich 10 ist Mathematik und Informatik mit 2436 Studierenden und Sitz an der Einsteinstraße.
  • Fachbereich 11 ist die Physik mit 1339 Studierenden und Sitz an der Wilhelm-Klemm-Straße.
  • Fachbereich 12, Chemie und Pharmazie ist an der Hittorfstraße gelegen und hat 2.802 Studierende
  • Fachbereich 13, Biologie, hat seinen Sitz am Schlossplatz und hat 1636 Studierende. Unter Anderem wird der Botanische Garten vom Fachbereich betrieben.
  • Der Fachbereich 14 ist Geowissenschaften, hat seinen Sitz an der Robert-Koch-Straße und hat 1623 Studierende.
  • Die Musikhochschule, Fachbereich 15, hat 245 Studierende und liegt an der Schorlemer Straße, in unmittelbarer Nähe der Ludgeriplatzes. Die Musikhochschule ist erst seit April 2004 Teil der Westfälischen Wilhelms-Universität, zu diesem Datum wurde der damalige münstersche Zweig der Hochschule für Musik Detmold eingegliedert.
  • Zudem sind noch 292 Studierende in Studiengängen eingeschrieben, die keinem Fachbereich angehören.

Forschung

Die an der Westfälischen Wilhelms-Universität inzwischen vermehrt durch Drittmittel finanzierte Forschung wird unter anderem über acht Sonderforschungsbereiche und vier Schwerpunktprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft realisiert. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird unter anderem durch fünf deutsche Graduiertenkollegs, fünf internationale Graduiertenkollegs, sieben Graduate Schools, eine NRW-Forschungsschule, 17 Forschungszentren und sieben Nachwuchsgruppen gewährleistet.

Bei der von Bund und Ländern finanzierten Exzellenzinitiative wurde der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ bewilligt. Die Westfälische Wilhelms-Universität ist damit bundesweit eine der führenden durch die DFG geförderten Forschungsuniversitäten. Daneben sind Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität an Sonderforschungsbereichen, Schwerpunktprogrammen und Graduiertenkollegs anderer Forschungseinrichtungen beteiligt.

Von weltweiter Bedeutung ist das Institut für Neutestamentliche Textforschung, das die Textgeschichte des Neuen Testaments erforscht. Das von dem Institut unter dem Namen Nestle-Aland herausgegebene textkritische Novum Testamentum Graece gilt als Textgrundlage für die neutestamentliche Forschung. Seit 1979 besteht beim Institut ein Bibelmuseum.

Die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis wird durch 14 An-Institute und mehrere Zentren gefördert. In den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Chemie, Geschichte, Islamwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Mathematik, Nanotechnologie, Medizin, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaften, Theologie und Wirtschaftsinformatik gilt die Westfälische Wilhelms-Universität deutschland- und europaweit als wegweisend und führend. Elf Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisträger, mehrere Max-Planck-Forschungspreisträger und zahlreiche andere Preisträger unterstreichen die Forschungsstärke der WWU.

Die Westfälische Wilhelms-Universität besitzt weitere Gebäude außerhalb von Münster, die vorwiegend für Seminare oder Forschungkolloquien genutzt werden und als Tagungsstätten dienen. Das „Landhaus Rothenberge“ bei Wettringen im Münsterland wird von der Erich-Kummer-Stiftung unterhalten. Die „Zafernahütte“ liegt im Kleinwalsertal in Österreich. Sie wird bereits seit 1960 genutzt. Fast ebenso lange im Besitz der Universität ist die Wattstation Carolinensiel (Nordsee), die überwiegend von Biologen genutzt wird.

Struktur

Grundsätzliche Entscheidungen in Forschung und Lehre sowie Entscheidungen, die die Universität in ihrer Gesamtheit betreffen, werden in Münster vom Hochschulrat und vom Rektorat der Universität getroffen. Der Senat ist zuständig für Verfassungsänderungen sowie für die Änderung von Rahmenordnungen der Universität und bestätigt die Wahl des Rektors der Universität sowie der Prorektoren durch den Hochschulrat. Ihm gehören drei interne und fünf externe Mitglieder an, darunter ein Nobelpreisträger sowie der Leiter des Robert-Koch-Instituts. Im Senat sind sowohl Professoren als auch wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Studierende. Aufgabe der Rektorin ist die Vertretung der Universität nach außen. Der Kanzler leitet die Verwaltung, ist Dienstherr aller nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie verantwortlich für den Haushalt.

Bibliothek (ULB)

Die zentrale Bibliothek der Universität ist die Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB), die neben ihrer Rolle als Universitätsbibliothek auch die Regionalbibliothek des Landesteils Westfalen ist. Die ULB, die neben den Studenten auch den Münsteranern zur Verfügung steht, hält etwa sechs Millionen Bände wissenschaftlicher Literatur bereit, darunter circa 20.000 laufende Zeitschriften, von denen viele elektronisch verfügbar sind. Darüber hinaus besitzt jede Fakultät ihre eigene Fachbibliothek.

Professoren (Auswahl)

Alumni (Auswahl)

Ehrendoktoren (Auswahl)

  • Giuseppe Alberigo, katholischer Theologe und Kirchenhistoriker (verliehen von der Katholisch-Theologischen Fakultät)
  • Karl Barth, evangelischer Theologe (verliehen von der Evangelisch-Theologischen Fakultät)
  • Johannes Bours, katholischer Theologe und Schriftsteller (verliehen von der Katholisch-Theologischen Fakultät)
  • Alois Fuchs, katholischer Theologe und Kunsthistoriker (verliehen von der Philosophischen Fakultät)
  • Hanna-Renate Laurien, Theologin (verliehen von der Katholisch-Theologischen Fakultät)
  • Reinhard Lettmann, Bischof von Münster (verliehen von der Katholisch-Theologischen Fakultät)
  • Michail Gorbatschow, Politiker (Rechtswissenschaftlichen Fakultät)
  • Krzysztof Penderecki, Komponist und Dirigent (verliehen von der Philosophischen Fakultät)
  • Albert Schweitzer, evangelischer Theologe, Musiker, Philosoph und Arzt (verliehen von der Medizinischen Fakultät)

Anmerkungen

  1. Uni Münster in Zahlen