Walldürn

Aus Kathpedia
(Unterschied zwischen Versionen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Geschichte)
(Geschichte)
Zeile 7: Zeile 7:
 
Der Priester erschrak, verbarg das Tuch unter dem [[Altar]] hinter einem Stein und teilte das Geschehene erst auf seinem Sterbebett mit. Papst [[Eugen IV.]] empfahl 1445 das Walldürner Blut-Korporale mit einer [[Bulle]] zur besonderen Verehrung und erteilte allen frommen und mildtätigen Wallfahrern für den 8. Tag nach [[Fronleichnam]], der heute noch als Blutfeiertag begangen wird, einen Ablass.
 
Der Priester erschrak, verbarg das Tuch unter dem [[Altar]] hinter einem Stein und teilte das Geschehene erst auf seinem Sterbebett mit. Papst [[Eugen IV.]] empfahl 1445 das Walldürner Blut-Korporale mit einer [[Bulle]] zur besonderen Verehrung und erteilte allen frommen und mildtätigen Wallfahrern für den 8. Tag nach [[Fronleichnam]], der heute noch als Blutfeiertag begangen wird, einen Ablass.
  
Dank der eifrigen Tätigkeit der [[Jesuiten]] im Umkreis des Odenwaldes und des Spessarts wurde zu Beginn des 17. Jh. die allgemeine Wallfahrtsbeteiligung geweckt. Die Grundlagen der heutigen grossen Wallfahrt wurden durch den aus Aschaffenburg stammenden Pfarrer Jost Hoffmann, genannt Magister Jodocus Hoffius, gelegt. Er war von 1586 bis 1628 am Ort, schrieb die Geschichte des Blutwunders nieder und förderte die Wallfahrt.
+
Dank der eifrigen Tätigkeit der [[Jesuiten]] im Umkreis des Odenwaldes und des Spessarts wurde zu Beginn des 17. Jh. die allgemeine Wallfahrtsbeteiligung geweckt. Die Grundlagen der heutigen grossen Wallfahrt wurden durch den aus Aschaffenburg stammenden Pfarrer Jost Hoffmann, genannt Magister Jodocus Hoffius, gelegt. Er war von 1586 bis 1628 am Ort, schrieb die Geschichte des Blutwunders nieder und förderte die Wallfahrt. Seit 1938 wird die Wallfahrt von den [[Augustiner]]n betreut.
  
 
Um 1920 wurde ein weisses leinenes Schutztuch hinter dem Korporale befestigt. Am 23. März 1950 wurden das Korporale und das Schutztuch mit einer Quarzlampenbestrahlung untersucht. Auf dem Originaltuch konnte nichts mehr erkannt werden, aber auf das Schutztuch zeigte bei der Bestrahlung in der Mitte der vergilbte Umriss des Gekreuzigten, der nach Ansicht von Fachleuten dadurch entstanden ist, dass das Korporale an den blutgetränkten Stellen weniger Licht durchlässt.
 
Um 1920 wurde ein weisses leinenes Schutztuch hinter dem Korporale befestigt. Am 23. März 1950 wurden das Korporale und das Schutztuch mit einer Quarzlampenbestrahlung untersucht. Auf dem Originaltuch konnte nichts mehr erkannt werden, aber auf das Schutztuch zeigte bei der Bestrahlung in der Mitte der vergilbte Umriss des Gekreuzigten, der nach Ansicht von Fachleuten dadurch entstanden ist, dass das Korporale an den blutgetränkten Stellen weniger Licht durchlässt.

Version vom 28. Juli 2006, 15:58 Uhr

Walldürrn ist ein Heilig-Blut-Wallfahrtsort im Odenwald im Bistum Würzburg. Der Name bedeutet Wallfahrtsort Dürrn. Es ist der drittgrösste Wallfahrtsort Deutschlands und wird seit 1938 von den Augustinern betreut.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ein Priester namens Heinrich Otto stiess ums Jahr 1330 in der Walldürner Pfarrkirche St. Georg während der Heiligen Messe versehentlich den Kelch mit dem konsekrierten Wein um. Der Wein ergoss sich blutigrot über das Korporale und bildete in der Mitte des Leinentuchs die Gestalt des gekreuzigten Christus umgeben von elf dornenbekränzten Häuptern.

Der Priester erschrak, verbarg das Tuch unter dem Altar hinter einem Stein und teilte das Geschehene erst auf seinem Sterbebett mit. Papst Eugen IV. empfahl 1445 das Walldürner Blut-Korporale mit einer Bulle zur besonderen Verehrung und erteilte allen frommen und mildtätigen Wallfahrern für den 8. Tag nach Fronleichnam, der heute noch als Blutfeiertag begangen wird, einen Ablass.

Dank der eifrigen Tätigkeit der Jesuiten im Umkreis des Odenwaldes und des Spessarts wurde zu Beginn des 17. Jh. die allgemeine Wallfahrtsbeteiligung geweckt. Die Grundlagen der heutigen grossen Wallfahrt wurden durch den aus Aschaffenburg stammenden Pfarrer Jost Hoffmann, genannt Magister Jodocus Hoffius, gelegt. Er war von 1586 bis 1628 am Ort, schrieb die Geschichte des Blutwunders nieder und förderte die Wallfahrt. Seit 1938 wird die Wallfahrt von den Augustinern betreut.

Um 1920 wurde ein weisses leinenes Schutztuch hinter dem Korporale befestigt. Am 23. März 1950 wurden das Korporale und das Schutztuch mit einer Quarzlampenbestrahlung untersucht. Auf dem Originaltuch konnte nichts mehr erkannt werden, aber auf das Schutztuch zeigte bei der Bestrahlung in der Mitte der vergilbte Umriss des Gekreuzigten, der nach Ansicht von Fachleuten dadurch entstanden ist, dass das Korporale an den blutgetränkten Stellen weniger Licht durchlässt.

Wallfahrtstage zum Heiligen Blut

Vom Dreifaltigkeitssonntag an vier Wochen. Hauptfeste: Fronleichnam und eine Woche nach Fronleichnam der sogenannte "Große Blutsfeiertag"

Literatur

  • Daniela Krein, Das Blutwunder, Miriam-Verlag 2006, ISBN 3-87449-341-5 (historischer Roman)

Weblinks

Meine Werkzeuge