Wallfahrt

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Wallfahrt nach Walsingham

Das Wort Wallfahrt kommt vom deutschen Wort "wallen", und bedeutet in eine bestimmt Richtung ziehen, fahren, unterwegs sein. Synonym mit dem Wort Wallfahrt wird auch das Wort Pilgerfahrt verwendet.

Die Sehnsucht, Gott in heiligen Stätten nahe zu sein und zu suchen ist der Anlass für eine Wallfahrt. Die christliche Wallfahrt hat ihre Wurzeln schon im Judentum. Drei Mal im Jahr fand in Israel eine Wallfahrt zum Tempel in Jerusalem statt. Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass auch Jesus nach Jerusalem gepilgert ist. Der Tempel in Jerusalem war ein Ort, der für den jüdischen Glauben wichtig war. Im Christentum wurden die Gräber der Apostel zu Wallfahrtsorten, z.B. Santiago de Compostela, wo das Grab des Heiligen Jakobus zu finden ist oder Rom mit dem Grab des heiligen Petrus, direkt unter der Kuppel des Petersdoms. Aber auch andere Orte mit Reliquien wurden Wallfahrtsorte, so Köln, wo im Dom die Gebeine der Heiligen Drei Könige in einem Schrein ruhen.

Wer auf eine Wallfahrt geht, zeigt öffentlich, dass er gläubig ist. Er unternimmt eine spirituelle Reise, man kennt auch den Ausdruck: "Beten mit den Füßen" - und der Wallfahrer hat meistens ein Anliegen für sich, oder Angehörige und Freunde, das er betend zu seinem Ziel trägt, mit der Intention, Erhörung und Lösung zu finden.

"Wallfahrt aller Völker" beim Weltjugendtag 2005 auf das Marienfeld

In Jes 2,2-3 EU wird die Vision einer eschatologischen Wallfahrt aller Völker zum Berg Zion beschrieben: "Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort." Alle Völker sind unterwegs, auf Wallfahrt zur endgültigen Gemeinschaft mit Gott.

Inhaltsverzeichnis

Wallfahrtsorte

Hauptartikel: Wallfahrtsort

Wallfahrtsorte sind das Ziel von Wallfahrten. Es gibt überall auf der Welt Wallfahrtsorte und Gebetsstätten, bekanntere und unbekanntere, solche von nationaler Bedeutung und solche, welche nur regional bekannt sind. Neben dem Christentum kennen auch die anderen Weltreligionen "heilige Städte" und Wallfahrtsorte.

Bis zum Mittelalter gab es im Christentum Wallfahrten nur zu den heiligen Stätten im Heiligen Land und zu den Gräbern der Apostel, etwa in Rom und in Santiago de Compostela. Anlass und Ziel für Wallfahrten wurden später die Verehrung von Reliquien und Heiltümern, die Erinnerung an ein Wunder, Geburts-, Lebens- und Begräbnisorte bedeutender Heiliger, ein Gnadenbild und die Gewährung von Ablässen, die an bestimmte Orte gebunden waren. Viele christliche Wallfahrtsorte sind Marienwallfahrtsorte.

An Wallfahrtsorten werden Pilgergottesdienste gefeiert: die heilige Messe, der Gang des Kreuzwegs, eucharistische Prozessionen und Pilgerandachten. Es besteht Beichtgelegenheit und es können Devotionalien gesegnet werden.

Weltkongresse

  • Der I. Weltkongresses über Wallfahrts-Seelsorge war am 28. Februar 1992.
  • Der II. Weltkongresses über Wallfahrts-Seelsorge in Santiago de Compostela war am 27.-30. September 2010 (vgl.)

Ablassmöglichkeit bei Besuch oder Wallfahrt

Ein vollkommener Ablass wird demjenigen Christgläubigen gewährt, der folgende heilige Stätten besucht und dort andächtig das Gebet des Herrn und das Glaubensbekenntnis (Pater noster und Credo) betet:

1° eine der vier Patriarchalbasiliken Roms, entweder als Teilnehmer einer Pilgergruppe oder indem er wenigstens während des Besuches ein Gefühl kindlicher Unterwerfung gegenüber dem Papst erweckt;

2° eine Basilika niederen Grades (Basilica minor)

a) am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus,

b) am Titularfest der Kirche,

c) am 2. August, an dem der »Portiuncula-Ablass« gewonnen werden kann,

d) einmal im Jahr an einem beliebigen Tag nach Wahl der Gläubigen;

3° die Kathedrale

a) am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus,

b) am Titularfest der Kirche,

c) am Fest Kathedra Petri,

d) am Weihetag der Lateranbasilika,

e) am 2. August, an dem der »Portiuncula-Ablass« gewonnen werden kann;

4° ein von der zuständigen Autorität bestimmtes Heiligtum, sei es ein internationales Heiligtum, ein Nationalheiligtum oder ein Diözesanheiligtum

a) am Titularfest der Kirche,

b) einmal im Jahr an einem beliebigen Tag nach Wahl der Gläubigen,

c) bei der Teilnahme an einer Gruppenwallfahrt, die dorthin unternommen wird (Enchiridion indulgentiarum 1999).

Päpstliches Schreiben

Benedikt XVI.

Literatur

  • Wallfahrtsliederbuch, (Lieder- und Gebetssammlung, mit Wanderliedern, ohne Noten, 136 Seiten) Miriam Verlag
  • Iso Baumer/ Walter Heim: Wallfahrt heute. Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1978 (62 Seiten).
  • Walter Heim: Kleines Wallfahrtsbuch. Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz um 1980; (159 Seiten).
  • Norman Foster: Auf den Spuren der Pilger. Die großen Wallfahrten im Mittelalter. Pattloch Verlag Augsburg 1990 (303 Seiten).

Weblinks