Walter Brandmüller

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Wappen von Kardinal Walter Brandmüller

Walter Brandmüller (* 5. Januar 1929 in Ansbach) ist ein deutscher Kirchenhistoriker und Kardinal. Er ist Priester des Erzbistums Bamberg, zudem Domkapitular an der Patriarchalbasilika St. Peter im Vatikan.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Walter Brandmüller wurde als Sohn eines Offiziers geboren. Er studierte in Bamberg und München und empfing am 26. Juli 1953 durch Erzbischof Joseph Otto Kolb die Priesterweihe. 1957 wurde er Privatdozent in München. Er promovierte 1963 an der Universität München und habilitierte sich dort 1967 mit einer Abhandlung über das Konzil von Pavia-Siena. Seit der Habilitation liegt der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auf der Konziliengeschichte. 1964 lehrte er als Professor in Dillingen und ab 1970 bis zu seiner Emeritierung 1997 als Ordinarius für Neuere und Mittelalterliche Kirchengeschichte an der Universität Augsburg. Er ist Mitbegründer und Herausgeber der Zeitschrift Annuarium historiae conciliorum (Paderborn, seit 1969, mit einigen Supplementen) und der Serie Konziliengeschichte (2 Reihen, seit 1979, bislang 37 Bände).

Mitarbeiter der Römischen Kurie

Brandmüller ist seit 1981 Mitglied der Päpstlichen Kommission der historischen Wissenschaften, seit 4. Juni 1998 Präsident der Päpstlichen Kommission für Geschichtswissenschaft ("Comitato di Scienze Storiche": PCSS) in Rom sowie Präsident der Internationalen Kommission für vergleichende Kirchengeschichte. In diesen Funktionen koordiniert er die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Historiker- und Wissenschaftsakademien, die sich mit kirchengeschichtlichen Themen beschäftigen. Er hält Vorträge am Institut für Universalgeschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau, an der Accademia Nazionale dei Lincei ("Akademie der Luchse", zu deren Vorgängerinstitution bereits Galileo Galilei gehörte) in Rom und am Deutschen Historischen Institut in Paris. Am 17. Juli 1983 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel Päpstlicher Ehrenprälat.

Unter Walter Brandmüllers Leitung beteiligte sich die Geschichtskommission unter anderem an vatikaninternen Debatten um die historische Vergebungsbitte des Papstes im Jahr 2000 und an der Aufarbeitung der Geschichte der Kreuzzüge. Zudem beschäftigte er sich mit der Rolle der Kirche in der NS-Zeit und dem Pontifikat von Pius XII.. Als Präsident der Päpstlichen Kommission für Geschichtswissenschaft wurde er am 3. Dezember 2009 von Bernard Ardura abgelöst. Seit April 2006 ist Brandmüller Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.A.V. Capitolina Rom im CV.

Am 21. April 2012 zelebrierte Walter Kardinal Brandmüller ein Pontifikalamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus. Der Anlaß war eine Heilig-Rock-Wallfahrt der Ecclesia Dei-Gemeinschaften mit 2 500 Pilgern nach Trier.[1]

Bischof und Kardinal

Walter Brandmüller wurde durch Papst Benedikt XVI. zum Titularerzbischof von Cesarea di Mauretania ernannt. Er empfing am 13. November 2010 die Bischofsweihe. Als erster Konsekrator vollzog die Weihe der Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche, Kardinal Raffaele Farina. Mitkonsekratoren waren der Kurienerzbischof und frühere Apostolische Nuntius Giuseppe De Andrea und der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick. Dieser übergab dem Neugeweihten den Bischofsstab, den der damalige Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb im Jahre 1953 bei der Priesterweihe von Walter Brandmüller benutzte. Die Weihe fand in der Kirche der deutschsprachigen Katholiken in Rom "Santa Maria dell’Anima" statt.

Papst Benedikt XVI. nahm ihn am 20. November 2010 in seinem dritten ordentlichen Konsistorium ins Kardinalskollegium auf. Er erhielt die Titeldiakonie San Giuliano dei Fiamminghi, d.i. die römische Nationalkirche der Flamen, die er am 6. März 2011 in Besitz nahm.

Werke

Theologische Sommerakademie Dießen

Internationale Theologische Sommerakademie Aigen

Weblinks

Anmerkungen

  1. Vgl. Kardinal Brandmüller bei der Heilig-Rock-Wallfahrt der Ecclesia-Dei-Gruppen. DIE TAGESPOST, 23. April 2012.
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