Wilhelm Hünermann

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Wilhelm Hünermann

Wilhelm Hünermann (* 28. Juli 1900n in Kempen, Niederrhein; † 28. November 1975 in Essen) war Priester, Schriftsteller und Päpstlicher Ehrenprälat.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Wilhelm Hünermann wurde als Sohn eines Studienprofessors für Mathematik und Physik geboren. Dort besuchte er auch das Gymnasium und legte mit 17 Jahren das Abitur ab. Danach rückte er als Soldat in den Krieg ein. Nach Kriegsende begann der an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Theologie zu studieren und empfing am 26. Mai 1923 die Priesterweihe. Seine Geburtsregion gehörte in dieser Zeit jurisdiktionsmäßig zum Erzbistum Köln, für das er zunächst als Kaplan in Oberhausen, Stadtbezirk Sterkrade wirkte.

Danach wurde er 1926 in die benachbarte fürstbischöfliche Delegatur Berlin-Brandenburg-Pommern, an die Pfarrei St. Matthias am Winterfeldplatz berufen. Dort war der selige Clemens August Graf von Galen sein Vorgesetzter. Berlin gehörte damals formell noch dem Bistum Breslau. 1930 formierte der Papst daraus das Bistum Berlin, die rheinische Heimatregion Hünermanns wurde gleichzeitig zum eigenständigen Bistum Aachen.

Der Sozialapostel Dr. Carl Sonnenschein entdeckte Hünermanns schriftstellerische Begabung und holte ihn zur Mitarbeit in die Redaktion des Berliner Kirchenblattes. Der später von den Nationalsozialisten ermordete Ministerialrat Dr. Erich Klausener übertrug ihm auch die Pressearbeit der katholischen Aktion, deren Leiter er war.

Der Aachener Bischof Joseph Heinrich Peter Vogt rief Hünermann schließlich ins Heimatbistum zurück, wo er als Religionslehrer an einer höheren Schule wirkte. Er erhielt Unterrichtsverbot, nachdem er öffentlich eine Heilige Messe für seinen Freund, "den ermordeten Ministerialdirektor Dr. Erich Klausener und seine Mörder" zelebriert hatte. Das Verbrechen, das die SS am 30. Juni 1934 im Rahmen des sogenannten Röhm-Putsches verübte wurde offiziell als Selbstmord dargestellt.

Schriftsteller

Die Lausbuben des Lieben Gottes.JPG

Während des zwangsweisen "Ruhestandes" betätigte sich Hünermann seelsorgerisch und widmete sich verstärkt der Schriftstellerei. Er schrieb 1936 sein erstes Buch "Der Bäckerjunge von Znaim", eine plastisch-erzählende Darstellung über das Leben des Hl. Klemens Maria Hofbauer. Bald folgten weitere Werke - Erzählungen und historische Romane, die sich meist mit großen Gestalten der Kirchengeschichte oder kirchengeschichtlichen Ereignissen befassten. Teils waren es leichtere Erzeugnisse für die Jugend, oft aber auch anspruchsvolle Unterhaltungsbücher für Leser jeden Alters. Bücher dieser ersten Schaffensperiode sind auch "Priester der Verbannten", über den Aussätzigenapostel Damian de Veuster, das Leben des Hl. Hermann Joseph von Steinfeld (1939) und "Das lebendige Licht" (1941) eine Biografie der heiligen Hildegard von Bingen.

Im 2. Weltkriegs verbot die Reichsschrifttumskammer Hünermann jede literarische Tätigkeit und verbot bzw. konfiszierte seine Werke teilweise. Direkt nach Kriegsende berief der Bischof von Aachen Johannes Joseph van der Velden, Hünermann zum Hauptschriftleiter der Aachener Kirchenzeitung. 1947 ließ er sich von dieser Aufgabe freistellen, um sich nur noch der Schriftstellerei zu widmen. Er übersiedelte nach Essen und es begann seine fruchtbarste schriftstellerische Zeit. Neben einer kompletten Kirchengeschichte in 4 Bänden "Geschichte des Gottesreiches", verfasste Hünermann unter dem Titel "Der endlose Chor" eine sogenannte Heiligenlegende für jeden Tag des Jahres, die er Kardinal Clemens August Graf von Galen widmete. Immer wieder benutzte er bevorstehende Selig- oder Heiligsprechungen, Jubiläen und Ähnliches um erneut Einzelbiografien bekannter Glaubenszeugen zu publizieren, etwa die Seligsprechungen Papst Pius X., des Markgrafen Bernhard von Baden, oder von Maria Goretti.

Nach dem II. Vatikanischen Konzil (etwa ab 1970) nahm das Interesse an Hünermanns Büchern sehr schnell ab. Die Werke wurden großteils aus den Verlagsprogrammen genommen bzw. als "unzeitgemäß" aus öffentlichen und kirchlichen Büchereien ausgesondert. So führten sie ein Nischendasein innerhalb konservativ orientierter Kirchenkreise. Erst im Rahmen der seit Anfang des 21. Jahrhunderts wieder einsetzenden Renaissance dezidiert katholischer Bücher und Publikationen, begann man sich der Werke Hünermanns zu erinnern und legte sie wieder verstärkt und in zeitgemäßem Erscheinungsbild auf. Es gibt nach dem fast völligen Verschwinden aller Hünermann-Bücher inzwischen wieder ein großes Programm an Neuauflagen.

Werke

Insgesamt verfasste der Priester mehr als 50 Romane und Erzählungen, in einer Auflage von mehr als drei Millionen Exemplaren; die derzeitigen Neuauflagen noch nicht eingerechnet. Sie wurden und werden in ca. 20 Sprachen übersetzt.

  • 1936: Der Bäckerjunge von Znaim, später unter dem Titel Der Apostel von Wien. (Das Leben des Hl. Klemens Maria Hofbauer), Verlag der Buchgemeinde Bonn, 1936, Tyrolia-Verlag, Innsbruck und Wien 1988.
  • 1937 Priester der Verbannten, Damian de Veuster (Mit kirchlicher Druckerlaubnis; 280 Seiten).
  • Der endlose Chor, Theresia Verlag (Nachdruck; 1200 Seiten; Einblicke in die wichtigsten Heiligen und Seligen; Heiligenlegende für jeden Tag des Jahres).
  • Comtessa muss siegen. Eine Padfinder-Geschichte(96 Seiten; erhältlich beim Mediatrix Verlag).
  • Versiegelte Lippen, Erzahlungen zum Sakrament der Sündenvergebung, Rex-Verlag, Luzern 1963 (4. Auflage; 206 Seiten)
  • Um Mädchenehre: Maria Gorettis Kampf und Martyrium Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1950 (200 Seiten).
  • Die Jungen von Zeche Ludwig. Eine Erzählung aus dem Kohlenpott. Paul Pattloch Verlag 1951 (190 Seiten).
  • Der Pfarrer von Ars Johannes Vianney. Biographie. Verlag: BuBe-Lahn-Topos (272 Seiten; ISBN 978-3-7022-1594-1)
  • Der Gottesrufer von Padua Verlag Petra Kehl. (Antonius von Padua; 208 Seiten; beim Miriam Verlag erhältlich) ISBN 3-930883-11-2
  • Sankt Martin, Der Ritter der Barmherzigkeit, Martin Verlag Buxheim 1962 (358 Seiten; 1. Auflage)
  • Kinder des Lichtes, Aus der Jugend großer Heiliger, Christiana Verlag Stein am Rhein 2010 (5. Auflage; 223 Seiten; ISBN 978-3-7171-0710-1; Miriam Verlag 213 Seiten).
  • Der Apostel von Wien. Biographie über Klemens Maria Hofbauer. Verlag: BuBe-Lahn-Topos (ISBN: 978-3-7022-1646-7).
  • Der gehorsame Rebell (über den Gründer der Maranhill Missionare)
  • Der Himmel ist stärker als wir (Eine Fatimaerzählung; 256 Seiten) (erhältlich bei der Priesterbruderschaft St. Petrus).
  • Ein Mönch unter Wölfen. Das Leben des heiligen Johannes Kapistran - Apostel Europas, Lauerz Verlag 2005 (333 Seiten).
  • Der leuchtende Tag (Erstkommuniongeschichten für Kinder; erhältlich beim Sarto Verlag)
  • Die Lausbuben des Lieben Gottes. Erzählungen über das Völklein im bunten Rock. Matthias Grünwald Verlag Mainz 1976 (159 Seiten; erhätlich im Grignion Verlag und Parvis Verlag).
  • Die Herrgottssschanze, Erzählung von wahren Begebenheiten (Heldentum während der französischen Revolution) Tyrolia Verlag Innsbruck 1978 (23. Auflage)
  • Die Kommunionkinder im Himmelreich. Eine Erzählung und andere Leute. Mit Zeichnungen von Gerhard Pallasch. Matthias Grünwald Verlag Mainz (148 Seiten).
  • Feuer auf der Erde Papst Pius X. - Brennendes Feuer. Papst Pius X., Innsbruck u.a. 1954.
  • Don Bosco und seine Buben, Lebensbild des heiligen Don Bosco Verlag media maria (416 Seiten; E-mail: buch@media-maria.de).)
  • Johannes Berchmanns, Ein Flame in Gottes Kompanie (320 Seiten)
  • Vinzenz von Paul, Der Wächter von Saint-Lazare (356 Seiten)
  • Prinz Gonzaga, Das Leben des heiligen Aloysius von Gonzaga (320 Seiten; erhältlich bei der Priesterbruderschaft St. Petrus).)
  • Tänzer von Spoleto, Das Leben des heiligen Gabriel Possenti (376 Seiten)
  • Julien Eymard, Der Sohn des Scherenschleifers (320 Seiten)
  • Tochter des Sturms, Hl. Maria Magdalena Postel (320 Seiten)
  • Die Heilige und ihr Mörder (Maria Goretti; 160 Seiten).
  • Der Ritterschlag. Erzählungen für Firmlinge (184 Seiten; erhältlich beim Mediatrix Verlag).

Weblinks

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