Zentralkomitee der deutschen Katholiken

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Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZDK bzw. ZdK) ist das wichtigste Gremium der organisierten katholischen Laien in Deutschland. Als Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen des Laienapostolates und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft ist es - entsprechend dem Dekret des II. Vatikanischen Konzils über das Apostolat der Laien (Nr. 26) - "das Organ, das die Kräfte des Laienapostolats koordiniert und das die apostolische Tätigkeit der Kirche fördern soll". Als solches ist es von der Deutschen Bischofskonferenz kirchenamtlich anerkannt.

Inhaltsverzeichnis

Zielsetzung

Das ZdK hat nach seinem Statut folgende Aufgaben:

  • Es beobachtet die Entwicklungen im gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Leben und vertritt die Anliegen der Katholiken in der Öffentlichkeit;
  • es gibt Anregungen für das apostolische Wirken der Kirche und der Katholiken in der Gesellschaft und stimmt die Arbeit der Kräfte aufeinander ab, die in ihm zusammengeschlossen sind;
  • es wirkt an den kirchlichen Entscheidungen auf überdiözesaner Ebene mit und berät die Deutsche Bischofskonferenz in Fragen des gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Lebens;
  • es hat gemeinsame Initiativen und Veranstaltungen der deutschen Katholiken, wie die Deutschen Katholikentage, vorzubereiten und durchzuführen;
  • es nimmt die Anliegen und Aufgaben der deutschen Katholiken im Ausland und auf internationaler Ebene wahr.

Für sein Selbstverständnis ist es fundamental, "dass Christen aus ihrem Glauben heraus aufgerufen sind, sich und ihre grundlegenden Werte in die Gestaltung der Welt einzubringen und solidarisch zu sein mit den Menschen ihrer Zeit". Christen identifizieren sich als Teil der Gesellschaft mit ihr, stehen der Gesellschaft aber gleichzeitig in kritischer Distanz gegenüber. Dadurch werden christliche Freiheit und das Wissen um eine Wirklichkeit, die irdisches Dasein übersteigt, deutlich. Laien sind Volk Gottes in der heutigen Gesellschaft und Gesellschaft in der Kirche von heute.

In der Selbstdarstellung heißt es: "Im Dialog untereinander, aber auch mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und mit allen Menschen guten Willens, die die Überzeugung von der Unveräußerlichkeit der Würde eines jeden Menschen teilen, müssen Christen nach Wegen suchen, wie sie diesem Auftrag zur Solidarität gerecht werden können. Gerade in einer gesellschaftlichen und kulturellen Situation, die wie nie zuvor in der Geschichte geprägt ist von Pluralisierung und Individualisierung stellt sich die Notwendigkeit des Dialogs immer neu."

Volk Gottes, das sich in den vielfältigen Formen von Gruppen, Verbänden, Initiativen, Räten und Zusammenschlüssen des Laienapostolats Mitwirkungsmöglichkeiten geschaffen hat, "begnügt sich nicht mit Fragen kirchlicher Innenarchitektur, es bemüht sich vielmehr auch um Profil in der missionarischen Zuwendung zur Welt, zur Gestaltung der Welt aus dem Glauben. Nur so können Laien Kirche in der Welt sein und die Fragen und Hoffnungen der Welt in der Kirche verkörpern. In diesem Sinne ist auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken Kirche in der Welt und Welt in der Kirche."[1]

Geschichte und Struktur

Es ist seit seiner Gründung 1848 (gegründet als "Piusverein", seit 1868 bzw. 1952 als "Zentralkomitee") stark mit dem national- und sozialpolitischen, organisierten Katholizismus und seinen Verbönden verbunden.

Die Zusammensetzung der Vollversammlung mit 230 Mitgliedern geschieht zum Teil durch Wahl, zum Teil durch Entsendung durch die in der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands (AGKOD) zusammengeschlossenen rund 125 katholischen Verbände, Geistliche Gemeinschaften und Bewegungen, Säkularinstitute sowie Aktionen, Sachverbände, Berufsverbände und Initiativen (97 Mitglieder). Die Diözesanräte wählen 84 Personen, jeweils drei Mitglieder aus jedem Bistum für die Vollversammlung. 45 Mitglieder werden als Einzelpersönlichkeiten hinzugewählt. Den deutschen Bischöfen kommt ein Mitsprache- und z.T. Vetorecht zu.

Präsident des Zentralkomitees ist seit dem 20. November 2015 der CDU-Landespolitiker Prof. Dr. phil. Dr. theol. Thomas Sternberg, der für zwei Jahre gewählt wurde.[2]; am 245. November 2017 wurde er für vier Jahre wiedergewählt.[3] Geistlicher Assistent ist der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst, und Generalsekretär Dr. Stefan Vesper.

Kritik

Im Jahr 2009 verweigerte der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz seine Zustimmung zur Wahl von Heinz-Wilhelm Brockmann als Präsident des Zentralkomitees, weil er zu den Mitbegründern des Schwangerenberatungs-Vereins Donum Vitae gehörte. Das ZdK wählte daraufhin Alois Glück zum Präsidenten.

Das Forum Deutscher Katholiken vertrat 2009 den Standpunkt, das Zentralkomitee erfülle die Kriterien der "Kirchlichkeit für die Zusammenschlüsse von Laien" nicht, wie sie Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben "Christifideles laici" 1988 formuliert habe, da es in der Öffentlichkeit zum Widerstand gegen päpstliche Lehrschreiben aufgerufen und sich nicht eindeutig von "Donum Vitae" distanziert habe.[4]

Päpstliches

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Präsidenten des Zentralkomitees

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. www.zdk: Über uns
  2. Thomas Sternberg ist neuer ZdK Präsident Radio Vatikan am 20. November 2015
  3. domradio.de: Vollversammlung nimmt Arbeit auf, 24. November 2017
  4. 'Zdk sollte sich auflösen' Kath.net am 8. Mai 2009
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