Katechismus der katholischen Religion: Unterschied zwischen den Versionen

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"Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern ruhen, seine Stimme hören und hervorgehen werden: die Gutes getan, zur Auferstehung für das Leben, die aber Schlechtes getan, zur Auferstehung für das Gericht." (Jo 5, 28-29)  
 
"Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern ruhen, seine Stimme hören und hervorgehen werden: die Gutes getan, zur Auferstehung für das Leben, die aber Schlechtes getan, zur Auferstehung für das Gericht." (Jo 5, 28-29)  
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=== 35. LEHRSTÜCK: "HINWEG VON MIR, IHR VERFLUCHTEN, IN DAS EWIGE FEUER!" ===
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Jesus Christus hat in der Erzählung vom reichen Prasser und vom armen Lazarus gelehrt, dass die Menschen, die· in der Todsünde sterben, in die Hölle kommen.
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:Es war ein reicher Mann; der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und hielt alle Tage glänzende Gelage. Vor seiner Tür lag ein Armer mit Namen Lazarus, mit Geschwüren ganz bedeckt. Gern hätte er sich mit den Brosamen gesättigt, die vom Tische des Reichen fielen, aber niemand gab sie ihm. Selbst die Hunde kamen und leckten an seinen Geschwüren. Da starb der Arme.
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Er wurde von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. Als er in der Hölle inmitten seiner Qualen seine Augen erhob, sah er von ferne Abraham und in seinem Schoße Lazarus. Da rief er: Vater Abraham! Erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er seine Fingerspitzen ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide große Qual in dieser Feuersglut. Abraham erwiderte: Bedenke, mein Sohn, dir ist es in deinem Leben gut ergangen, Lazarus dagegen schlecht. Jetzt wird er hier getröstet, du aber wirst gepeinigt. Zu alle dem gähnt zwischen uns und euch eine weite Kluft, so dass keiner von hier zu euch hinübergehen nodt einer von dort herüberkommen kann, auch wenn er wollte. (Lk 16, 19-26)
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Gott schenkt jedem Menschen soviel Gnade, dass er ein gottgefälliges Leben führen und selig werden kann. Niemand wird von Gott gezwungen, mit der Gnade mitzuwirken. Jeder Mensch kann sich mit freiem Willen dazu entscheiden. Wer sich aber von Gott abwendet und seine Gebote in einer wichtigen Sache wissentlich und freiwillig übertritt, begeht eine schwere Sünde. Wer in ihr stirbt, wird zur ewigen Strafe in die Hölle verdammt.
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Die Verdammten sind für immer aus der Gemeinschaft der Kinder Gottes ausgeschlossen und verurteilt, mit den bösen Geistern und schlechten Menschen beisammen zu sein. Unaufhörlich quält sie ihr Gewissen. Die Leiden der Verdammten sind umso größer, je schwerer und öfter sie gesündigt haben. Die Verdammten haben keine Hoffnung mehr, zur Anschauung Gottes zu gelangen. Jesus nennt die Höllenstrafe den ewigen Tod.
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''Wie hilft uns Gott zu einem christlichen Leben? - Was müssen wir selbst dazu tun? - Wie wird der bestraft, der in schwerer Sünde stirbt? - Was ist das furchtbarste an der Hölle?''
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''' Merksätze: '''
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83. Wer kommt in die Hölle?
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In die Hölle kommt, wer in einer Todsünde stirbt.
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84. Was leiden die Verdammten?
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1. Die Verdammten leiden große Qualen und Verzweiflung;
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2. sie sind von Gott verstoßen und von den Freuden des Himmels ausgeschlossen;
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3. sie müssen ewig leiden, ohne Hoffnung auf Erlösung.
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''' FÜR MEIN LEBEN '''
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Um vor der Höllenstrafe bewahrt zu bleiben, muss ich mit der Gnade Gottes mitwirken und die Todsünde meiden. Wenn ich aber doch schwer gesündigt habe, will ich Reue erwecken und möglichst bald die Sünde beichten.
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Denke nach, in welcher Bitte des Vaterunsers wir um die Bewahrung vor der Höllenstrafe beten! - Erkläre, warum Jesus bei der HölIenstrafe von der Finsternis draußen und vom ewigen Feuer spricht!
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=== 36. LEHRSTÜCK: IN DIE HERRLICHKEIT GOTTES KÖNNEN NUR REINE SEELEN EINGEHEN ===
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Jesus hat uns zur Wachsamkeit in diesem Leben gemahnt, damit wir nach unserem Tode als Kinder Gottes vor das Gericht hintreten können.
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:"Selig die Knechte, die der Herr bei seiner Ankunft wachend findet! Wahrlich, ich sage euch, er wird sich gürten, sie Platz nehmen lassen und umhergehen, um sie zu bedienen. Auch wenn er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache kommt und sie so antrifft, selig sind sie!" (Lk 12, 37-38)
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Auch wenn die Menschen in der Gnade sterben, haben sie für ihre Sünden oft zeitliche Strafen abzubüßen. Solche Seelen weist Gott in das Fegefeuer. Dort werden sie gereinigt, denn zu Gott können nur reine Seelen eingehen.
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Die Seelen im Fegefeuer leiden große Pein. Sie haben große Sehnsucht nach Gott, sind aber noch von ihm getrennt. Sie erkennen, dass sie erst dann zur Anschauung Gottes gelangen können, wenn ihre Sündenstrafen getilgt sind. Je weniger sie auf Erden von ihren Sündenstrafen abgebüßt haben, desto mehr leiden sie im Fegefeuer. Sie können sich selbst nicht helfen und nichts zur Linderung ihrer Pein tun. Daher sind sie wahrhaft "Arme" Seelen.
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Die Armen Seelen müssen im Fegefeuer leiden, bis sie die Sündenstrafen abgebüßt haben oder bis unsere Gebete, Ablässe und guten Werke für sie Genugtuung geleistet haben. Der größte Trost der Armen Seelen ist die Gewißheit, dass sie nicht für immer von Gott getrennt sind, sondern nach der Tilgung ihrer Strafen in den Himmel kommen werden.
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''Was hahen viele Menschen noch abzuhüßen, auch wenn sie in der Gnade gestorben sind? -- Was leiden die Seelen im Fegefeuer ? - Warum sind sie wahrhaft Arme Seelen? -- Wie lange müssen sie im Fegefeuer leiden?- Was ist ihr größter Trost und ihre sichere Hoffnung?''
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''' Merksatz:  '''
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85. Wer kommt in das Fegefeuer?
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In das Fegefeuer kommt, wer in der Gnade Gottes gestorben ist, aber noch zeitliche Sündenstrafen abzubüßen hat.
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''' FÜR MEIN LEBEN '''
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Ich will täglich für die Armen Seelen beten.
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Denke nach, was unter zeitlichen Sündenstrafen zu verstehen ist; wann die Sterbetage deiner nächsten Angehörigen sind und was du an diesen Tagen tun sollst! - Erkläre, wozu das Läuten der Totenglocke mahnt; warum wir für die Verstorbenen beten sollen; wie wir unsere Liebe den Verstorbenen am besten zeigen können!
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''' AUS DER LITURGIE '''
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Der Gedächtnistag aller Armen Seelen im Fegefeuer ist Allerseelen am 2. November.
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Aus der Totenmesse: "Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, schenke den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Nachlass aller Sünden, damit sie die stets ersehnte Verzeihung durch fromme Fürbitten erlangen" (Tagesgebet).
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Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden. (2 Makk 12, 46)
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=== 37. LEHRSTÜCK: "KOMMT, IHR GESEGNETEN MEINES VATERS!" ===
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:"Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Alsdann wird der König zu denen auf der Rechten sprechen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters! Nehmt das Reich in Besitz, das seit der Weltschöpfung für euch bereit ist! … Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25, 31. 34. 40)
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Wer in der Gnade Gottes gestorben ist und keine Sündenstrafen mehr abzubüßen hat, gelangt zur ewigen Anschauung Gottes. Die Freude und das Glück der ewigen Seligkeit sind unermesslich. Wir können uns davon keine richtige Vorstellung machen. Der heilige Paulus schreibt: "Kein Auge hat es gesehen und kein Ohr hat es gehört und in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." (1 Kor 2, 9)
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In der ewigen Seligkeit werden wir den Dreieinigen Gott schauen, an seiner grenzenlosen Heiligkeit, Liebe und Herrlichkeit Anteil haben und mit ihm ewig vereint sein. "Dann werden wir Gott schauen von Angesicht zu Angesicht" (1 Kor 13, 12). In der Anschauung Gottes werden wir unaussprechlich glücklich sein. Wir werden mit Maria, der allerseligsten Jungfrau, und den Engeln und Heiligen vereint sein. Alle, die in der Gnade Gottes gestorben sind, werden wir dort wiedersehen. Im Himmel erfüllt Gott all unser Sehnen und Hoffen. Er wird alles Leid, das wir. aus Liebe zu ihm ertragen haben, in Freude verwandeln. "Gott wird alle Tränen trocknen, der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Klage, noch Schmerz." (Offb 21, 4) Doch die Freuden des Himmels sind nicht für alle gleich. Je mehr wir mitwirken, dass sich das Gnadenleben in uns entfalte, je eifriger wir Gott dienen, je mehr Gutes wir trotz aller Schwierigkeiten und Versuchungen tun, desto größer wird unser Lohn sein. Die Anschauung Gottes wird niemals ein Ende haben. Sie ist das ewige Leben.
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Der heilige Augustinus sagt uns:
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:Wir werden leben und wir werden lieben,
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:wir werden lieben und wir werden loben.
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:Siehe, so wird es am Ende sein, ohne Ende.
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''' Merksätze: '''
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86. Wer kommt in den Himmel?
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In den Himmel kommt, wer in der Gnade Gottes stirbt.
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87. Was ist der Himmel?
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Der Himmel ist das vollendete Gottesreich, wo die Engel und Heiligen in Gott unendlich selig sind.
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''' FÜR MEIN LEBEN '''
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Die ewige Seligkeit ist das Ziel meines Lebens. Um die ewige Seligkeit zu erreichen, will ich treu der Lehre Christi folgen und die Gnade bewahren.
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Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns nach seiner großen Barmherzigkeit durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten wieder geboren zu lebendiger Hoffnung für das unvergleichliche, fleckenlose und unverwelkliche Erbe, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. (1 Petr 1, 3-4)
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Wir beschließen das Apostolische Glaubensbekenntnis mit dem Worte "Amen". Es ist ein hebräisches Wort und bedeutet: "So ist es" oder "so sei es". Nach dem Apostolischen Glaubensbekenntnis ist dis "Amen" eine Bekräftigung unseres Glaubens.
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Wir wollen noch einmal fest und überzeugt sprechen:
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<center>Amen <br>
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Wir glauben - ja, wir glauben! </center>
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== UNSER LEBEN IN GOTT ==
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=== 38. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE FÜHRT DAS HEILSWERK DES HERRN FORT ===
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:Einer von den Tischgenossen sagte zu Jesus: "Selig, wer am Mahle im Reich Gottes teilnimmt!" Da sprach Jesus zu ihm: "Ein Mann veranstaltete ein großes Gastmahl und lud viele dazu ein. Als die Stunde des Mahles gekommen war, sandte er seinen Knecht aus, um den Geladenen zu sagen: Kommt, es ist schon alles bereit.
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:Da fingen alle einmütig an, sich zu entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: Ich habe ein Landgut gekauft und muss hingehen, es zu besichtigen. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein anderer sagte: Ich habe fünf Paar Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu erproben. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein dritter sagte: Ich habe mir eine Frau genommen und kann deshalb nicht kommen. Der Knecht kam zurück und berichtete dies seinem Herrn.
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:Da ward der Hausvater zornig und befahl seinem Knechte: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hole die Bettler und Krüppel, die Blinden und Lahmen herein! Der Knecht meldete: Herr, dein Befehl ist ausgeführt, aber es ist noch Platz übrig. Da sagte der Herr zum Knecht: Geh hinaus an die Landwege und an die Zäune und dränge alle hereinzukommen, damit mein Haus voll wird. Ich sage euch aber: Von jenen Männern, die geladen waren, soll keiner mein Mahl verkosten." (Lk 14, 15-24)
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Im Gleichnis vom Gastmahl legte Jesus Christus die Gnadenfülle des Gottesreiches dar, die den Menschen in der Kirche zuteil wird.
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Mit dem Hausvater ist Gott gemeint. Er hat die Juden zum Gottesreich vor allem durch Moses eingeladen, darauf durch die Propheten des Alten Bundes und dann durch Johannes, den Täufer.
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Zuletzt sandte Gott seinen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, um alle Menschen für das Gottesreich zu gewinnen. Als Jesus die Botschaft vom Reich Gottes verkündete, glaubten viele an ihn und wurden seine Jünger. Aus der Schar der Jünger wählte er zwölf Apostel.
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Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus die Menschen wieder mit Gott versöhnt. Er hat ihnen das Gnadenleben verdient und den Neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gestiftet. Nun können alle Menschen daran Anteil haben.
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Am Pfingstfest wurde vollendet, was Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung vollbracht hat. Der Heilige Geist kam auf die Apostel und Jünger herab und schenkte ihnen die Frucht der Erlösung: die Gnade. Sie bildeten eine lebendige Einheit: die Kirche.
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Jesus Christus führt seine Sendung in der Kirche fort. Sie ist die Heilsgemeinschaft für alle Völker und Jahrhunderte. Sie entfaltet das Heilswerk des Herrn. Die Kirche verkündet in ihrem Lehramt die Botschaft Jesu Christi. In ihrem Priesteramt bringt sie das Opfer dar und spendet die Sakramente, sie betet, weiht und segnet. In ihrem Hirtenamt leitet sie uns zu einem Leben nach dem Willen Gottes an.
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''Was ist der Sinn des Gleichnisses vom Gastmahl? - Wie hat Gott die Menschen vor Christus zum Gottesreich eingeladen? - Wie hat Jesus das Gottesreich vorbereitet? - Wozu hat Jesus die Kirche gegründet?''
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''' Merksätze: '''
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88. Wer führt das Heilswerk des Herrn fort?
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Das Heilswerk des Herrn führt die katholische Kirche fort.
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89. Wie führt die Kirche das Heilswerk des Herrn fort?
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Die Kirche führt das Heilswerk des Herrn fort, indem sie das Lehramt, Priesteramt und Hirtenamt ausübt.
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''' FÜR MEIN LEBEN '''
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Ich will nicht bloß um mich selbst besorgt sein. Ich muss auch mithelfen, dass andere die Gnade Jesu Christi empfangen und bewahren.
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Denke nach, wie du mithelfen kannst, dass andere die Gnade Christi erlangen und bewahren!
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:Ein Haus voll Glorie schauet
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:weit über alle Land',
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:aus ew'gem Stein erbauet
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:von Gottes Meisterhand.
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:Gott, wir loben dich,
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:Gott, wir preisen dich!
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:O lass im Hause dein
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:uns all geborgen sein!
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=== 39. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS WENDET UNS SEINE GNADE DURCH DIE SAKRAMENTE DER KIRCHE ZU ===
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:Man brachte einen Taubstummen zu Jesus und bat, ihm die Hand aufzulegen. Jesus nahm ihn mit sich, abseits von der Menge, steckte ihm seine Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel, dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach: "Epheta", das heißt "tu dich auf"! Sofort öffneten sich seine Ohren, das Band seiner Zunge löste sich und er konnte richtig sprechen. (Mk 7,32-36)
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Jesus machte dem Taubstummen durch Zeichen klar, dass er ihn heilen wolle. Er berührte mit seinem Finger dessen Ohren. Damit wollte er andeuten: "Diese will ich auftun!" Er nahm Speichel und berührte auch die Zunge. Er schaute zum Himmel auf, um hinzuweisen, dass die Heilung vom Vater im Himmel komme. Dann sprach Jesus: "Tu dich auf!" Sofort war der Taubstumme geheilt.
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Jesus bediente sich solcher Handlungen und Worte mehrmals, um seine göttliche Macht sichtbar zu machen.
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Jesus Christus hat auch in den Sakramenten, die er eingesetzt und seiner Kirche anvertraut hat, Zeichen und Worte verwendet. Die Sakramente sind bestimmte wirksame Zeichen, durch die uns Christus seine Gnade zuwendet. Sie bestehen aus Handlungen und Worten. Dazu hat die Kirche noch andere sinnvolle Handlungen, die Zeremonien, hinzugefügt, um das Wirken der Gnade zu veranschaulichen.
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Die Kirche hat von Jesus Christus sieben Sakramente erhalten. Durch die Taufe erlangen wir das Gnadenleben. In der Firmung wird es gestärkt. Durch die Kommunion wird unser Gnadenleben genährt. Im Sakrament der Buße gewinnen wir die verlorene Gnade wieder. Die Krankenölung stärkt uns in schwerer Krankheit und im Todeskampf. In der Priesterweihe werden die Priester befähigt, das Opfer darzubringen und die Sakramente zu spenden. Die Ehe heiligt die Verbindung von Mann und Frau.
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Drei Sakramente prägen der Seele ein eigenes, dauerndes Merkmal ein: Taufe, Firmung, Priesterweihe. Daher können sie nur einmal empfangen werden.
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Durch den würdigen Empfang werden die heiligen Sakramente zur Quelle göttlichen Lebens. Wer aber ein heiliges Sakrament unwürdig empfängt, begeht Gottesraub.
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''Was empfangen die Glieder des Leibes Christi von ihrem Haupt? - Wer spendet im Namen Jesu die Sakramente?''
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''' Merksätze: '''
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90. Was sind die Sakramente?
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Die Sakramente sind wirksame Zeichen, die Jesus Christus eingesetzt hat, um uns die Gnade zuzuwenden.
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91. Wie viele Sakramente hat Jesus Christus eingesetzt?
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Jesus Christus hat sieben Sakramente eingesetzt:
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1. die Taufe
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2. die Firmung
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3. das Sakrament des Altares
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4. die Buße
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5. die Krankenölung
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6. die Priesterweihe
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7. die Ehe.
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''' FÜR MEIN LEBEN '''
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Ich will mich auf die heiligen Sakramente immer gewissenhaft vorbereiten und sie andächtig empfangen.
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Denke nach, welche Bedeutung die äußeren Zeichen bei den Sakramenten haben; warum die Kirche bei der Spendung der Sakramente das Kreuzzeichen gebraucht; warum wir einige Sakramente nur einmal empfangen können! - ErkIäre den Zweck der Zeremonien der Kirche, wann wir ein Sakrament würdig empfangen, wann gültig! Berichte, was in deiner Pfarrkirche auf die einzelnen Sakramente hinweist; welche Sakramente du schon empfangen hast!
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:So wie der Hirsch sich nach den Quellen des Wassers sehnt, so sehnt sich meine Seele nach dir, o Gott! (Ps 41, 2)
  
 
[Forsetzung folgt]
 
[Forsetzung folgt]

Version vom 12. Oktober 2020, 07:01 Uhr

Katechismus der Katholischen Religion

Katechismus, herausgegeben um Auftrag der Österreichischen Bischofskonferenz vom Erzbischöflichen Amt für Unterricht und Erziehung - Katechetisches Institut Wien, Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien (Illustrationen: Akad. Maler Prof. Karl Engel und akad. Graphikerin Editha Hartmann; Mit Druckerlaubnis des Erzbischöflichen Ordinariates Wien vom 17. März 1960, Zahl 1722/60, Mit Erlass des Bundesministeriums für Unterricht vom 14. April 1960, Zahl 51.801-18/60 als Lehrbuch zum Unterrichtsgebrauch an Volks-, Haupt- und Mittelschulen allgemein zugelassen)

Der 239 Seiten lange Text wird durch fast jede Seite durch eine schwarz-weiß-Zeichnung verdeutlicht. Die seitlich kurzen Zusammenfassungen, wurden bei der Digitalisierung weggelassen.

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

UNSER GLAUBE AN GOTT

JESUS CHRISTUS HAT UNS DIE FROHBOTSCHAFT VOM HIMMLISCHEN VATER GEBRACHT

Jesus nahm beim Letzten Abendmahl Abschied von seinen Aposteln. Sie waren darüber sehr traurig. Jesus tröstete sie:

"Euer Herz betrübe sich nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wäre es nicht so, dann hätte ich es euch gesagt. Ich gehe ja hin, euch eine Stätte zu bereiten. Wenn ich dann hingegangen bin und euch eine Stätte bereitet habe, so komme ich wieder und nehme euch zu mir, damit auch ihr seid, wo ich bin. Wohin ich gehe - den Weg dorthin wisst ihr ja." (Jo 14, 1-4)

Jesus Christus hat in seinem ganzen öffentlichen Leben die Apostel zum Glauben an seine göttliche Sendung und an seine Frohbotschaft angeleitet. Vor seinem Abschied wollte er sie noch in ihrem Glauben bestärken.

Jesus Christus wusste, dass die Apostel seine Lehre noch nicht ganz verstanden hatten. Darum sandte er ihnen am Pfingstfest den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit. Dieser machte ihnen alles verständlich, was Jesus gelehrt hatte, bestärkte sie und erinnerte sie an alles, was Jesus selbst gesagt hatte.

Nach dem Pfingstfest zogen die Apostel aus und verkündeten die Frohbotschaft Christi. Viele Tausende hörten ihre Predigten, glaubten an Jesus Christus und ließen sich taufen.

Seit den Zeiten der Apostel verkündet die Kirche die Botschaft Jesu Christi. Jesus hat dazu den Auftrag gegeben und ihr den Heiligen Geist gesandt. Dieser wirkt in ihr bis zum Ende der Welt. Er bewahrt sie vor jedem Irrtum. Die Kirche sendet uns Priester und Lehrer, welche uns die Botschaft Jesu Christi verkünden. Sie gibt uns Bücher in die Hand, die uns helfen, die Botschaft Jesu Christi immer besser kennenzulernen: die Heilige Schrift, den Katechismus und das Gebetbuch.

Im Auftrag Jesu Christi übt die Kirche das Priesteramt aus. Sie bringt das heilige Messopfer dar, spendet die Sakramente, weiht und segnet und betet für uns. Dadurch vermittelt sie uns die Gnade der Erlösung, die uns Jesus verdient hat.

Die Kirche leitet uns auch zu einem Leben nach dem Willen Gottes an. Sie verkündet und erklärt die Gebote Gottes. Dazu gibt sie auch selbst Gebote. Sie mahnt uns zum Guten und warnt uns vor dem Bösen. Das ist ihr Hirtenamt.

Durch ihr dreifaches Amt lehrt uns die Kirche die Botschaft Jesu Christi, bringt uns seine Gnade, führt uns durch Jesus Christus zum Vater im Himmel.

Jesus Christus hat uns berufen, durch dieses Leben auf Erden zum Vater im Himmel zu kommen. Damit wir unser Ziel erreichen, müssen wir die wahre Lehre Christi kennenlernen, in der Gnade leben und den Weg zum himmlischen Vater gehen. Darüber belehrt uns der Katechismus. Er hat drei Teile oder Hauptstücke.

Im ersten Teil lernen wir die Wahrheit unseres Glaubens kennen: Das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Im zweiten Teil lernen wir von der Frucht der Erlösung, der Gnade: Von den Sakramenten und vom Gebet.

Im dritten Teil lernen wir den Weg, den wir gehen müssen: Von der Liebe zu Gott und von den Geboten.

Merksätze:

1. Wozu sind wir berufen?

Wir sind berufen, durch unser Leben auf Erden zum Vater im Himmel zu kommen.

2. Wie hilft uns Gott auf unserem Lebensweg?

Gott sandte uns seinen Sohn, schenkt uns seine Gnade und lehrt uns seinen Weg.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will im Religionsunterricht gut aufmerken.

"Wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der wird in das Himmelreich eingehen. " (Mt 7, 21)

1. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT DIE APOSTEL IN DIE WELT GESANDT

Jesus Christus hat uns durch seinen Tod am Kreuz erlöst und uns das Heil gebracht. Bevor er in den Himmel aufgefahren ist, hat er den Aposteln den Auftrag gegeben, sein Heilswerk fortzusetzen.

Die elf Jünger begaben sich nach: Galiläa auf den Berg, wohin sie Jesus eingeladen hatte. Als sie den Auferstandenen sahen, beteten sie ihn an.
Darauf trat Jesus zu ihnen und sprach: "Mir ist alle, Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was im euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt." (Mt 28, 16-20)

Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Um alle Menschen zu Kindern Gottes zu machen, befahl er den Aposteln, in seinem Namen zu lehren und die Gläubigen durch die heilige Taufe in die Gemeinschaft seiner Kirche aufzunehmen.

Wer an Jesus Christus glaubt, getauft ist und der katholischen Kirche angehört, ist ein katholischer Christ. Wer als katholischer Christ lebt, wird sich auf Erden bewähren und die ewige Seligkeit erlangen.

Die wichtigsten Glaubenslehren finden wir im Apostolischen Glaubensbekenntnis. Es lautet:

Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau, - gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, - abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, - aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, - von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, - die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, - Nachlass der Sünden, - Auferstehung des Fleisches, - und das ewige Leben.
Amen.

Wozu ist Jesus auf die WeIt gekommen? - Welchen Auftrag hat Jesus den Aposteln gegeben? - Warum konnte Jesus den Aposteln diesen Auftrag geben? Wozu hat er diesen Aoftrag gegeben? - Welche Hilfe versprach Jesus den Aposteln, damit sie seinen Auftrag erfüllen können? - Was sind wir durch die heilige Taufe? - Wo findet du die wichtigsten Glaubenslehren?

Merksatz:

3. Wer ist ein katholischer Christ?

Ein katholischer Christ ist, wer an Jesus Christus glaubt, getauft ist und der Kirche angehört.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will nicht nur dem Taufschein nach ein katholischer Christ sein, sondern auch als Christ leben.

Denke nach, wie du am Leben der Kirche Anteil nehmen kannst; wo du über die Lehre Jesu und über die Kirche nachlesen kannst! ErkIäre, warum die Taufe so wichtig ist; wie du deine Religionsbücher gebrauchst; warum du im Religionsunterricht eifrig mitarbeiten sollst! - Nimm am sonntägigen Gottesdienst teil! - Höre die Predigt aufmerksam an! - Besuche die Seelsorgestunde oder Christenlehre für Kinder!

AUS DER LITURGIE

Vor der Taufe fragt der Priester:

Priester: N., was begehrst du von der Kirche Gottes?

Pate: (Im Namen des Täuflings) Den Glauben.

Priester: Was gewährt dir der Glaube?

Pate: Das ewige Leben.

"Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden!" (Mk 16, 16)

"Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde."

2. LEHRSTÜCK: WIR ERKENNEN GOTT AUS SEINEN WERKEN

Die Heilige Schrift des Alten Bundes berichtet, dass die heidnischen Unterdrücker die Israeliten zwingen wollten, vom wahren Gottesglauben abzufallen. Die Mutter der makkabäischen Brüder bestärkte ihren jüngsten Sohn, dem wahren Gott treu zu bleiben. Sie wies ihn auf die Werke Gottes hin:

"Ich bitte dich, mein Kind, schaue den Himmel an und die Erde und betrachte alles, was auf ihr ist. Bedenke, dass Gott dieses und die Menschen aus dem Nichts geschaffen hat." (2 Makk 7, 28)

Diese Worte der Mutter haben dem Sohn geholfen, seinem Glauben an den wahren Gott treu zu bleiben, Auch wir können Gott aus der weisen Einrichtung der Natur erkennen. Die Größe der Gestirne und ihre Bahnen, Luft, Wasser, Pflanzen, Tiere und Menschen weisem auf ihren Schöpfer hin; denn alles, was geworden ist, muss einen Urheber haben. Nur ein höchst weiser und allmächtiger Gott kann die Welt erdacht und erschaffen haben.

Auch aus unserem Gewissen erkennen wir Gott. Es mahnt uns, so zu denken, zu reden und zu handeln, dass wir es vor Gott verantworten können. Gott spricht durch das Gewissen zu uns.

Unser menschliches Erkennen wird durch ungeordnete Triebe und Leidenschaften oft verdunkelt. Darum verlieren manche Menschen den wahren Glauben an Gott. Sie beschäftigen sich zu sehr mit den irdischen Gütern und wenden sich von Gott ab. Sie hören auch nicht mehr auf ihr Gewissen.

Wie können wir Gott aus der Natur erkennen? - Worauf weist uns die Ordnung in der Natur hin? - Was sagt uns das Gewissen? - Warum bezeichnen wir das Gewissen als Stimme Gottes?

Merksatz:

4. Woher erkennen wir, dass Gott ist?

Dass Gott ist, erkennen wir aus der sichtbaren Welt und aus dem Gewissen.

FÜR MEIN LEBEN

Die Natur und mein Gewissen führen mich zu Gott. Bei allem, was ich tue, will ich Gott vor Augen haben.

Denke nach, wie sich Gott in der Ordnung der Natur zeigt; was es für dich bedeutet, dass Gott ist; ob jeder Mensch Gott erkennen kann! ErkIäre, warum manche Menschen nicht an Gott glauben! - Nenne Beispiele für die Ordnung und Schönheit in der Natur!

Jedes Haus hat seinen Baumeister,

der Baumeister des Weltalls aber ist Gott.

(Hebr 3, 4)

3. LEHRSTÜCK: GOTT SPRICHT ZU UNS

Jeder Mensch kann erkennen, dass Gott ist. Gott hat den Menschen vor allen anderen Geschöpfen ausgezeichnet und hat ihm sogar in der Schöpfung eine besondere Stellung zugeteilt. Darum hat er zu den Menschen gesprochen. Er hat sich uns geoffenbart. Gott hat seine Offenbarungen schon den Stammeltern, den Patriarchen, vor allem aber Moses gegeben.

Moses trieb einst die Schafe nach der Wüste und kam zum Berge Horeb. Da erschien ihm Gott inmitten einer Feuerflamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er sah, dass der Dornbusch brannte, aber der Dornbusch wurde vom Feuer nicht verzehrt. Moses dachte: "Ich will hinübergehen und die seltsame Erscheinung genauer anschauen." Gott rief ihm aus dem Dornbusch zu: "Moses, Moses!" Dieser antwortete: "Hier bin iml" Gott sprach: "Tritt nicht näher! Zieh deine Schuhe aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden. Ich bin der Gott deiner Stammväter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs." Moses verhüllte sein Angesicht, denn er wagte nicht, zu Gott aufzuschauen (2 Mos 3, 1-6).

Gott hatte den ersten Menschen den Erlöser verheißen. Je näher dessen Ankunft war, desto ausführlicher wurden die Offenbarungen. Gott gab sie durch die Propheten. Die göttlichen Offenbarungen aus der Zeit vor Christus sind in der Heiligen Schrift des Alten Bundes aufgezeichnet (Altes Testament).

Im Neuen Bund hat Gott bestätigt, dass Jesus Christus sein Sohn ist. Jesus hat uns die Frohe Botschaft und das ewige Heil vom Vater gebracht.

Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie abseits auf einen hohen Berg. Er ward vor ihnen verklärt. Sein Antlitz leuchtete wie die Sonne und seine Kleider glänzten wie das Licht. Es erschien ihnen Moses und Elias.
Eine lichte Wolke überschattete sie, und eine Stimme erscholl aus der Wolke: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe. Auf ihn sollt ihr hören!" (Mt 17, 1-3, 5)

Durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, sind die göttlichen Offenbarungen vollendet. Auf ihn sollen alle Menschen hören.

Die Botschaft, die uns Jesus gebracht hat, ist im wesentlichen in der Heiligen Schrift des Neuen Bundes enthalten (Neues Testament). Sie wurde von Aposteln und ihren Schülern aufgezeichnet. Die Verfasser der Heiligen Schrift schrieben unter der besonderen Leitung des Heiligen Geistes. Er bewahrte sie vor Irrtümern.

Die Apostel haben manches, was Jesus gelehrt hat, nur gepredigt und mündlich weitergegeben. Später wurden diese Wahrheiten aufgeschrieben. Jene Wahrheiten, die zuerst nicht niedergeschrieben, sondern nur mündlich weitergegeben worden sind, nennen wir Überlieferung.

Die Kirche lässt durch den Papst und die Bischöfe als Nachfolger der Apostel die göttlichen Offenbarungen verkünden und erklären. Sie sagt uns auch, welche Bücher zur Heiligen Schrift gehören. Sie allein hat von Jesus Christus die Vollmacht erhalten, die Heilige Schrift richtig auszulegen.

DIE BÜCHER DER HEILIGEN SCHRIFT

A) Die Bücher des Alten Testamentes.

Die Heilige Schrift des Alten Testamentes besteht aus 21 geschichtlichen Büchern, 7 Lehrbüchern und 17 prophetischen Büchern.

B) Die Bücher des Neuen Testamentes.

Die Heilige Schrift des Neuen Testamentes besteht

aus 5 geschichtlichen Büchern: aus den 4 Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes und aus der Apostelgeschichte des heiligen Lukas;

aus 21 Lehrschriften: aus 14 Briefen des heiligen Paulus, dem Brief des heiligen Jakobus, den zwei Briefen des heiligen Petrus, den drei Briefen des heiligen Johannes, dem Brief des heiligen Judas Thaddäus;

aus einem prophetischen Buch: der Geheimen Offenbarung des heiligen Johannes.

Warum hat sich Gott den Menschen geoffenbart? - Was bedeutet das Wort "Offenbarung"? - Wen hat Gott den Menschen im Alten Bund verheißen? - Wer hat uns im Neuen Bund die göttlichen Offenbarungen gebracht? - Warum bezeichnen wir die göttlichen Offenbarungen des Neuen Bundes als Frohe Botschaft? Wo sind die göttlichen Offenbarungen ausgezeichnet? - Wer hat die göttlichen Offenbarungen niedergeschrieben? - Wie nennen wir diese Aufzeichnungen?

Merksätze:

5. Durch wen hat sich Gott im Alten Bund geoffenbart?

Gott hat sich im Alten Bund durch die Patriarchen und die Propheten geoffenbart.

6. Durch wen hat sich Gott im Neuen Bund geoffenbart?

Gott hat sich im Neuen Bund durch seinen Sohn Jesus Christus geoffenbart.

7. Wer lehrt uns, was Gott geoffenbart hat?

Was Gott geoffenbart hat, lehrt uns die katholische Kirche durch den Papst und die Bischöfe.

8. Wo sind die göttlichen Offenbarungen enthalten?

Die göttlichen Offenbarungen sind in der Heiligen Schrift und in der Überlieferung enthalten.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will in der Heiligen Schrift, in der Biblischen Geschichte, eifrig und aufmerksam lesen.

Denke nach, woraus die katholische Kirche ihre Lehre schöpft; bei welchen Gelegenheiten dir das Wort Gottes erklärt wird; wie du dich bei der Predigt verhalten sollst; warum auch die Überlieferung für uns notwendig ist! - ErkIäre, wie die katholische Kirche die göttlichen Offenbarungen hütet und weitergibt; warum wir die Heilige Schrift als das Wort Gottes bezeichnen; wie du die richtigen Ausgaben der Heiligen Schrift erkennst! - Kaufe dir eine Heilige Schrift und lies darin! Schreibe die Namen der Evangelisten auf!

Steht fest, und haltet euch an die Überlieferungen, die ihr mündlich oder schriftlich von uns empfangen habt. (2 Thess 2, 15)

4. LEHRSTÜCK: DIE GÖTTLICHE OFFENBARUNG LEHRT UNS, WER GOTT IST

Gott sprach aus dem brennenden Dornbusch zu Moses:

"Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten wohl gesehen und sein Wehklagen über die Unterdrücker vernommen. So geh nun! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk aus Ägypten!" Moses fragte Gott: "Wenn ich zu den Israeliten komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter sendet mich zu euch, und wenn sie mich fragen: Wie heißt er denn?, was soll im ihnen antworten?" Gott antwortete dem Moses: "Ich bin, der ich bin. So sollst du zu den Israeliten sprechen. Der ,ich bin' hat mich zu euch gesandt. Dies ist mein Name in Ewigkeit." (2 Mos 3, 7-15)

Mit diesen Worten hat Gott geoffenbart, dass er anders ist als jedes geschaffene Wesen. Alles ist von Gott geschaffen, ihn selbst aber hat niemand geschaffen. Er ist aus sich selbst. Er ist, ohne jemals geworden zu sein. So ist nur Gott allein. Alles, außer Gott, ist nur, weil es von Gott geschaffen ist. Darum kann nur Gott von sich sagen "Ich bin, der ich bin!"

Jesus hat am Jakobsbrunnen zu der Frau aus Samaria von der wahren Anbetung Gottes gesprochen:

"Es kommt die Stunde und sie ist schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten, denn solche Anbeter sucht der Vater. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." (Jo 4, 23, 24)

Jesus belehrte uns darüber, dass Gott ein rein geistiges Wesen ist. Er ist allwissend und allmächtig. Da Gott keinen ,Körper hat, können wir ihn mit unseren Sinnen nicht erfassen. Wenn wir von den Augen und Händen Gottes sprechen, meinen wir seine Allwissenheit und seine Allmacht. Wir wissen zwar vieles von Gott aus seinen Offenbarungen und seinen Werken, aber wir können niemals ganz begreifen, wie Gott ist. Unser Verstand reicht dazu nicht aus, Gottes Größe zu erfassen, denn Gott ist unendlich vollkommen.

Warum können wir Gott nicht mit unseren Sinnen erfassen? - Warum können wir uns von Gott kein richtiges Bild machen? - Woher stammt unser Wissen von Gott?

Merksatz:

9. Wer ist Gott?

Gott ist der Herr aller Dinge. Er ist Geist und unendlich vollkommen.

FÜR MEIN LEBEN

Gott ist unendlich vollkommen. Ich bin geschaffen, ihn anzubeten und ihm zu dienen.

Denke nach, wodurch sich Gott von allen Geschöpfen unterscheidet; welche Geschöpfe Gott ähnlich sind!

Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein wahren Gott sei Ehre und Lobpreis in alle Ewigkeit (1 Tim 1, 17).

5. LEHRSTÜCK: GOTT HAT HIMMEL UND ERDE ERSCHAFFEN

Die Heilige Schrift berichtet von der Erschaffung der Welt:

Im Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde war noch ohne Ordnung und Leben. Finsternis war über dem Abgrunde. Der Geist schwebte über den Gewässern. Gott sprach: "Es werde Licht!" Und es ward Licht. Gott sah das Licht: Es war gut. Gott schied das Licht von der Finsternis. Er nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und Morgen: Der erste Tag (1 Mos 1, 1-5)-

Der Schöpfungsbericht schließt:

Gott sah alles, was er gemacht hatte: Siehe, es war sehr gut. Es wurde Abend, es wurde Morgen. Sechster Tag. Gott ruhte am siebenten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. Gott segnete den siebenten Tag und erklärte ihn für heilig, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Werk, das er durch sein Wirken erschaffen hatte (1 Mos 1, 31 und 2, 2. 3).

Gott ist ewig. In Gott ist von Ewigkeit her das Bild des Weltalls, ähnlich wie das Bild eines Kunstwerkes im Geiste des Künstlers. Gott schuf die Welt aus der Kraft seines Willens, ohne Material und ohne Werkzeug. Gott hat alles zu seiner Verherrlichung erschaffen. Seine Allmacht und Weisheit, Schönheit und Liebe leuchten aus dem ganzen Weltall. Engel und Menschen sollen die Herrlichkeit des Weltalls schauen, Gottes Vollkommenheit erkennen, ihn loben und ihm dienen. Zugleich hat er alles so geordnet, dass es für die Geschöpfe gut war. Sie sollen an seiner Schönheit, an seiner Liebe und an seinem Reichtum Anteil haben.

Der Bericht der Heiligen Schrift über die Erschaffung der Welt ist keine naturwissenschaftliche Erklärung. Er sagt nur, dass Gott die Welt aus nichts erschaffen hat.

Wie die Welt entstanden ist, hat die Naturwissenschaft zu erforschen. Manches vermag sie heute schon zu erklären, aber vieles ist noch unbekannt. Zwischen den sicheren ErKenntnissen der Naturwissenschaft und dem Bericht der Heiligen Schrift kann es keinen Gegensatz geben.

Wie kündet das Weltall die Größe und Herrlichkeit Gottes? - Warum ist Gott der Herr der ganzen Schöpfung? - Wie ist der Bericht der Heiligen Schrift von der Erschaffung der Welt zu verstehen?

Merksätze:

10. Woher ist das Weltall?

Das Weltall ist von Gott. Er hat Himmel und Erde erschaffen.

11. Wozu hat Gott die Welt erschaffen?

Gott hat die Welt zu seiner Verherrlichung und zum Wohl der Geschöpfe erschaffen.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich an der Schönheit der Welt freuen. Was sie mir bietet, will ich so gebrauchen, wie Gott es will.

Denke nach, was Gott als Schöpfer für uns getan hat! - Erzähle, wie die Heilige Schrift die Erschaffung der Welt durch Gott berichtet! Erkläre, warum wir immer nach dem göttlichen Schöpfungsplan handeln sollen, wie wir dies tun können, warum wir uns schädigen, wenn wir gegen den göttlichen Schöpfungsplan handeln; warum es zwischen der Naturwissenschaft und dem biblischen Schöpfungsbericht keinen Gegensatz geben kann!

Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit !

6. LEHRSTÜCK: GOTT SORGT FÜR DIE WELT

Jesus Christus hat oft von der Schönheit der Welt gesprochen. Er hat gezeigt, wie alles Gute von Gott stammt. Der himmlische Vater hat die Welt nicht nur erschaffen, sondern er sorgt auch für sie. Darum mahnt Jesus:

"Seid nicht ängstlich besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist denn das Leben nicht mehr als die Nahrung und der Leib nicht mehr als die Kleidung?
Betrachtet die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen: Euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht mehr wert als sie? Wer von euch vermag mit seinen Sorgen seine Lebenszeit auch nur um eine Spanne zu verlängern?
Und was seid ihr so ängstlich besorgt um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; und doch sage ich euch: Selbst Salomon in all seiner Pracht war nicht so gekleidet wie eine einzige von ihnen. Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Felde steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen!" (Mt 6,25-30)

Gott übersieht auch nicht die unscheinbarsten Dinge in der Welt. Er hat in seiner Weisheit und Allmacht die Welt nicht nur erschaffen, sondern er erhält sie auch im Dasein. In der stofflichen Welt wirken Naturgesetze, die Gott gegeben hat.

In besonderer Weise denkt Gott an uns Menschen. Er liebt uns wie ein Vater seine Kinder. Er gibt uns, was wir zum Leben brauchen und lenkt alles so, wie es für uns gut ist. Viele Menschen aber suchen ihr Glück im Reichtum, in der Macht und in einem angenehmen Leben. Daher vergessen sie Gott und ihr ewiges Heil. Gott lässt sie anscheinend ihre Wege gehen, in Wahrheit aber sorgt er auch für diese Menschen. Wir sind immer in Gottes Hand. Uns Menschen, die wir einen freien Willen haben, hat Gott das Sittengesetz gegeben. Nichts geschieht ohne Gottes Zulassung. Gott lenkt die Geschicke der Menschen und Völker. Die Sorge Gottes für uns und alle übrigen Geschöpfe nennen wir die göttliche Vorsehung.

Gott sandte in seiner Güte seinen Sohn Jesus Christus. Dieser hat uns die Frohbotschaft vom Vater gebracht und uns durch seinen Tod am Kreuze erlöst. Um allen Menschen die Botschaft vom Gottesreich und die Früchte der Erlösung zu bringen, hat Jesus Christus die Kirche gestiftet. Durch die Kirche, hilft uns Gott, den Frieden des Herzens auf Erden und unser ewiges Heil im Himmel zu erlangen.

Gottes Vorsehung lässt Sünden zu. Er hat uns den freien Willen gegeben und in seiner Allmacht kann er auch das Böse zum Guten lenken.

Gott lässt auch Leiden über uns kommen. Er wollte die Leiden nicht. Durch die Sünde ist das Leid in die Welt gekommen, ohne Sünde gäbe es kein Leid. Wenn wir die Leiden geduldig ertragen, können wir für unsere Sünden Buße tun. Manchmal sind sie eine Strafe für unsere Sünden. Oft mahnt uns Gott durch Leiden, unsere Schuld zu erkennen und uns vom Bösen abzuwenden. Sehr oft schickt uns Gott Leiden, damit wir uns im Guten bewähren. Er prüft unser Vertrauen und unsere Treue zu ihm. Wenn wir Schmerzen, Not und Krankheit geduldig ertragen, erfüllen wir Gottes heiligen Willen. Wir können uns so größere Freuden im Himmel verdienen.

Wie mahnt uns Jesus zum Vertrauen aus die göttliche Vorsehung? - Worin besteht die göttliche Vorsehung? - Warum vergessen viele Menschen aus Gott und ihr ewiges Heil? - Wie hat Gott für unser Heil gesorgt?

Merksätze:

12. Wie sorgt Gott für die Welt?

1. Gott erhält die Welt im Dasein;

2. er lenkt die stoffliche Welt durch Naturgesetze;

3. er lenkt die Menschen durch das Sittengesetz;

4. er führt die Menschen durch die Kirche zum Heil.

13. Warum lässt Gott Sünden zu?

Gott lässt Sünden zu, weil er den Menschen den freien Willen nicht nehmen will und weil er auch das Böse zum Guten lenken kann.

14. Warum lässt Gott Leiden über uns kommen?

Gott lässt Leiden über uns kommen:

1. Damit wir für unsere Sünden Buße tun;

2. damit wir durch sie geprüft werden;

3. damit wir größere Freuden für den Himmel verdienen.

FÜR MEIN LEBEN

Gott liebt mich und sorgt für mich. In eigener Not, in schweren Stunden, will ich nicht murren. Andere will ich trösten und auf die Liebe Gottes hinweisen.

Denke nach, welche irdischen Güter uns Gott gibt; wovor uns das Vertrauen auf die Vorsehung Gottes bewahrt; in welchen Lebenslagen wir besonders an die göttliche Vorsehung denken sollen, wie Gott die Welt erhält! - Beurteile, wann der Satz "Das ist Schicksal" richtig ist! - Erzähle, wie Gott das auserwählte Volk geführt hat; wie der himmlische Vater für das Jesuskind gesorgt hat! Nenne Sprichwörter, die Gottes Vorsehung zeigen und erkläre sie!

Jesus lehrt uns beten: "Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden."

Aller Augen warten auf dich, o Herr, und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. Du öffnest deine Hand und sättigst in Güte alles, was lebt (Ps 144, 15.16).

7. LEHRSTÜCK: GOTT HAT DIE ENGEL ZU SEINER EHRE UND ZUR HILFE DER MENSCHEN ERSCHAFFEN

Gott hat die Engel als rein geistige Wesen ohne Leib erschaffen. Er hat Verstand und freien Willen gegeben. Sie erkennen Gott klarer als wir. Daher können sie ihn besser anbeten, lieben und ihm mit Freuden dienen.

Viele Engel wurden hoffärtig und stolz auf ihre Gaben. Sie empörten sich gegen ihren Schöpfer und wollten ihm nicht mehr dienen.

Es entstand ein großer Kampf im Himmel. Michael und seine Engel kämpften mit dem Luzifer, und Luzifer und seine Engel kämpften. Aber sie konnten nicht standhalten und ihr Pla~z im Himmel ging verloren. Der große Drache, die alte Schlange, Teufel und Satan genannt, der die ganze Welt verführt, wurde hinabgestürzt und mit ihm wurden auch seine Engel hinabgestürzt. (Geh Offb 12,7-9).

Die bösen Engel verloren das Gnadenleben. Gott verstieß sie in die Hölle. Wir nennen sie böse Geister oder Teufel, ihren Anführer Satan. Aus Hass gegen Gott und gegen uns wollen sie uns zur Sünde verleiten und so uns in das ewige Verderben stürzen.

Die treugebliebenen Engel hat Gott überreich belohnt. Sie schauen ewig seine unermessliche Herrlichkeit und sind dadurch unaussprechlich selig. Die Engel sind Gottes Boten. Besondere Aufgaben übertrug Gott den Erzengeln Michael, Gabriel und Raphael.

Die Engel wachen über uns: Sie sind uns als Schutzengel gegeben. Sie begleiten uns auf unserem Lebensweg. Sie mahnen und helfen uns in Gefahren des Leibes und der Seele.

Wie unterscheiden sich die Engel von Gott, wie von den Menschen? - Worin besteht die Sünde der bösen Engel? - Warum will der Teufel die Menschen verleiten? - Wozu will er sie verleiten? - Welche Aufgaben hat Gott den Engeln gegeben? - Wie hilft dir dein Schutzengel?

Merksätze:

15. Wozu hat Gott die Engel erschaffen?

Gott hat die Engel erschaffen, dass sie ihn erkennen und lieben, ihn verherrlichen und ihm dienen.

16. Wie hat Gott die stolzen Engel bestraft?

Gott hat die stolzen Engel auf ewig in die Hölle verstoßen.

17. Womit hat Gott die treugebliebenen Engel belohnt?

Gott hat die treugebliebenen Engel mit der ewigen Seligkeit belohnt.

18. Wozu hat uns Gott einen Schutzengel gegeben?

Gott hat uns einen Schutzengel gegeben, damit er uns in Versuchungen und in Gefahren beisteht und uns zu Gott führt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will auf die Mahnung meines Schutzengels hören. In allen Gefahren will ich ihn um Hilfe bitten.

Denke nach, welche Engelsworte wir als Gebet gebrauchen; warum viele Kinder Schutzengelmedaillen tragen; wie der Teufel dich verführen will! - Erzähle, was du von den Engeln aus dem Alten und Neuen Bund weißt; welchen Auftrag Gott den Erzengeln Michael, Gabriel und Raphael gegeben hat! - Beobachte, wie die Engel dargestellt werden; wo du in deiner Pfarrkirche solche Darstellungen gesehen hast! - Widerstehe den Versuchungen des Teufels!

Bete:

Heil'ger Engel, zum Geleite
mir von Gottes Huld gegeben,
bleibe schützend mir zur Seite,
führe mich zum ew'gen Leben!

AUS DER LITURGIE

Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns ! (Aus der Allerheiligenlitanei)

Die Kirche feiert die Feste:

Schutzengelfest: am ersten Sonntag im September oder am 2. Oktober

Hl. Erzengel Michael am 29. September

Hl. Erzengel Gabriel am 24. März

Hl. Erzengel Rapha:el am 24. Oktober

"Wir bitten dich, Herr, suche heim dieses Haus und verbanne alle Nachstellungen des Feindes weit von ihm; lass deine heiligen Engel darin wohnen, dass sie uns im Frieden behüten, und dein Segen sei allzeit über uns" (aus dem Abendgebet der Kirche).

Brüder, seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen könnte. Widersteht ihm fest im Glauben! (1 Petr 5, 8, 9).

8. LEHRSTÜCK: GOTT HAT DIE MENSCHEN ERSCHAFFEN

Gott sprach: "Lasset uns Menschen machen als unser Ebenbild, uns ähnlich! Herrschen sollen sie über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über alles Wild des Feldes und über alles Gewürm, das am Boden kriecht." So schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde, als Mann und Frau schuf er ihn. (1 Mos 1, 26. 27)

Gott, der Herr, bildete den Menschen aus Erdenstaub und hauchte ihm den Odem des Lebens ein. So wurde der Mensch zu einem lebenden Wesen. (1 Mos 2, 7)

Gott verlangte vom Menschen, dass er ihn als seinen Herrn anerkenne:

Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen: "Von allen Bäumen darfst du essen, nur von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, da sollst du nicht essen. Wenn du davon isst, bist du dem Tode verfallen!" . (1 Mos 2, 17)

Gott hat sein Schöpfungswerk durch die Erschaffung der ersten Menschen gekrönt. Er hat sie über alle anderen Geschöpfe der Erde gestellt. Gott ließ aus den Stoffen der Erde einen Leib entstehen und hauchte ihm eine Unsterbliche Seele ein. Gott verlieh den Stammeltern übernatürliche Gaben, vor allem das Gnadenleben. Durch dieses ließ er sie an seinem Leben und an seiner Herrlichkeit teilnehmen, wie die Engel. Sie waren Kinder Gottes. Die ersten Menschen lebten im Paradies in innigster Verbindung mit Gott. Sie verrichteten freudig ihre Arbeit und kannten weder Krankheit noch Tod. Nach dem Leben auf Erden sollten sie an Leib und Seele verklärt und von Gott in den Himmel aufgenommen werden.

Gott wollte, dass die Nachkommen Adams das Gnadenleben die heiligmachende Gnade - und die anderen besonderen Gaben erben. Aber Adam sollte sie für sich und seine Nachkommen durch treuen Gehorsam gegen Gott bewahren. Darum verbot Gott, von dem Baum in der Mitte des Paradieses zu essen.

Wie unser Stammvater haben auch wir einen Leib und eine Seele. Unsere Seele ist ein geistiges Wesen mit Verstand und freiem Willen. Sie wird nie sterben. So ist unsere Seele Gott ähnlich. Wir sollen mit unserem Verstand Gott erkennen und ihn in unserem Leben verherrlichen. Im Jenseits werden wir Gott schauen und dadurch selig sein.

Warum ist der Mensch die Krone der Schöpfung? - Wie hat Gott den Menschen erschaffen? - Worin bestand das Paradies? - Warum hat Gott den Menschen ein Gebot gegeben? - Was hat G oft von den ersten Menschen mit seinem Gebot verlangt?

Merksätze:

19. Woraus besteht der Mensch?

Der Mensch besteht aus Leib und Seele.

20. Wozu hat Gott die Menschen erschaffen?

Gott hat die Menschen erschaffen, dass sie ihn erkennen, ihn in ihrem Leben verherrlichen und ewig selig werden.

FÜR MEIN LEBEN

Die Sorge um das Heil der Seele ist wichtiger als die Sorge für den Leib. Ich will mich daher bemühen, das Gnadenleben zu bewahren.

Denke nach, wie ein veredelter Zweig oder ein glühendes Eisen eine Ähnlichkeit mit der Teilnahme des Menschen am göttlichen Leben hat; was du für das Heil deiner Seele tun kannst! - Erkläre, warum die Sorge für die Seele wichtiger ist als die Sorge für den Leib; wodurch wir Gott ähnlich sind; warum es schlecht ist, wenn jemand sagt: "Man lebt nur einmal" und »Die Hauptsache ist die Gesundheit!"

"Weißt du, o Mensch, wer du bist? ... Ein wahrhaft Ebenbild Gottes, an dem weder Gunst noch Kunst gespart worden ist. Du bist ein edles und schönes Bild. Du hast einen Willen, und der ist frei; du hast eine schöne Seele, und die ist unsterblich . . . Sonne und Mond sind weniger als du. Du hast etwas vom Feuer. Du hast etwas von der Luft. Du hast etwas von der Erde. Du hast etwas von den Tieren. Du hast etwas von den Engeln. Du hast etwas von Gott. Du bist ein Meisterwerk der göttlichen Hände." (Abraham a Sancta Clara)

9. LEHRSTÜCK: DER MENSCH GESTALTET IM AUFTRAG GOTTES DIE ERDE

Gott hat Himmel und Erde und alles erschaffen. Er hat auch den Menschen den Auftrag gegeben, an der Ausgestaltung der Erde zu arbeiten.

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, als Mann und Frau schuf er ihn. Dann segnete Gott die bei den Menschen und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar und mehret euch! Erfüllet die Erde und macht sie euch untertan! Herrschet über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über jegliches Lebewesen, das da kriecht auf der Erde!"
Gott fuhr fort: "Seht, ich übergebe euch alle samentragenden Pflanzen auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samenhaltenden Früchten, sie sollen euch zur Nahrung dienen! Allem Wild des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was auf dem Boden kriecht und Lebensodem in sich hat, weise ich alle grünen Kräuter zur Nahrung an." Und so geschah es. Als Gott alles sah, was er gemacht hatte, fand er es sehr gut. Und es ward Abend, und es ward Morgen: Der sechste Tag. (1 Mos 1, 27-31)

Die Erde birgt ungeheure Schätze an festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen, wie Erze, Kohle, ÖIe, Wasser, Gase. Die Menschen erforschen die Schätze und Kräfte der Erde und nützen sie für sich.

Durch die Kraft ihres Verstandes haben die Menschen im Laufe der Jahrtausende viele Elemente entdeckt und neue Verbindungen gewonnen. Mit ihrer Hände Arbeit haben sie die lebensnotwendigen Güter erzeugt. Durch ihre Erfindungsgabe und ihren Fleiß gelang es ihnen, Apparate und Maschinen zu schaffen und viele Kräfte der Erde sich dienstbar zu machen. Auf diese Weise wurde den Menschen viel schwere körperliche Arbeit abgenommen und die Arbeitszeit verkürzt. In ihrer Freizeit können sie durch Bücher, Schriften, Kino, Rundfunk und Fernsehen ihr Wissen vergrößern und vertiefen. Verkehrsmaschinen aller Art ermöglichen es, Zeit und Raum schnell zu überwinden und, wenn nötig, rasch Hilfe zu bringen.

Der Fortschritt der Technik soll nicht nur den Annehmlichkeiten des Lebens dienen, sondern den Menschen mehr Zeit geben, für das Heil ihrer Seele zu sorgen. Die Kirche gebraucht die Errungenschaften der Technik zur Ausgestaltung ihres Gottesdienstes und zur Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden. Rundfunk, Lautsprecher und Fernsehen lassen uns religiöse Feiern und Kundgebungen miterleben. Auf diese Weise werden auch Menschen erreicht, denen es sonst nicht möglich wäre, daran teilzunehmen. Die Einheit unter den Katholiken wird gefördert. Der Heilige Vater kann zu allen Gläubigen sprechen, diese können ihn hören und sogar sehen. Auch die Missionsarbeit der Kirche wird durch die Technik unterstützt. Kapellenwagen, Kraftfahrzeuge und Flugzeuge dienen der Seelsorge.

Wozu hat Gott die Stoffe und Kräfte der Erde geschaffen? Welchen Auftrag haI Gott dm Menschen gegeben? - Wie nützen die Menschen den Reichtum der Erde? - Wozu hilft uns die Technik? - Welche Errungenschaften der Technik stellt die Kirche in ihren Dienst und wozu?

Merksätze:

21. Wie erfüllen die Menschen den Auftrag Gottes "Machet euch die Erde untertan"?

Die Menschen erfüllen diesen Auftrag Gottes, indem sie sich die Kräfte und Schätze der Erde mit Hilfe der Technik nutzbar machen.

22. Wie sollen wir nach dem Willen Gottes Technik und Maschinen gebrauchen?

Nach dem Willen Gottes sollen wir Technik und Maschinen zum Nutzen der Menschen und zur Ehre Gottes gebrauchen.

FÜR MEIN LEBEN

Der technische Fortschritt entspricht Gottes Willen. Ich will auch Maschinen und Apparate zum Nutzen der Menschen und zur Ehre Gottes gebrauchen.

Denke nach, was bei den Maschinen von Menschen stammt und was von Gott; wie die Erfindungen missbraucht werden können und nenne Beispiele dafür; wie der Mensch seine Freizeit verbringen soll; warum es im Zeitalter der Technik besonders wichtig ist, Sport zu betreiben! - Erkläre, wie die Technik uns in der Arbeit, in der Gesundheitspflege, im täglichen Leben und im Haushalt hilft! Nenne Beispiele, wie die Technik im Gottesdienst, bei religiösen Feiern, in den Seelsorgestunden, in der Mission verwendet wird!

Was ihr auch tun möget in Wort oder Werk, das tut im Namen des Herrn Jesus Christus. (Kol 3, 17)

10. LEHRSTÜCK: GOTT IST UNENDLICH VOLLKOMMEN

Als Isaias zum Prophetenamt berufen wurde, durfte er die Herrlichkeit und Größe Gottes schauen:

"Ich sah den Allmächtigen auf einem hohen und erhabenen Throne sitzen, die Säume seines Gewandes füllten das Heiligtum. Seraphe standen vor ihm, einer rief dem anderen zu:
Heilig! Heilig! Heilig
ist der Herr der Heerscharen! Die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit!" (Is 6, 1-3)

Gott ist so unendlich erhaben über uns, dass wir ihn nie ganz begreifen können. Wir können ihn nur mit den Worten der Engel preisen: Heilig! Heilig! Heilig ist der Herr der Heerscharen!

Gott ist unendlich vollkommen. Er besitzt alle guten Eigenschaften im höchsten Maße. Aus den Werken Gottes können wir seine Herrlichkeit und Größe erkennen.

Was Gott geschaffen hat, kann sich ändern. Gott allein bleibt immer derselbe.

GOTT IST UNVERÄNDERLICH - er kann sich niemals ändern. Alles Irdische vergeht. Ich will meine Hoffnung ganz auf Gott setzen. Bevor Gott die Welt erschaffen hat, war er schon da und er wird immer sein. Er hat keinen Anfang und kein Ende:

GOTT IST EWIG - er ist immer gewesen und wird immer sein, und ist immer der gleiche. In seinem Leben gibt es keine Vergangenheit und keine Zukunft. Durch meine unsterbliche Seele nehme ich an der Ewigkeit Gottes teil. Wenn ich in der Gnade sterbe, werde ich ewig selig sein. Für Gott gibt es keine Grenze, er ist uns überall nahe. In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.

GOTT IST ALLGEGENWÄRTIG - er ist überall.

Wo ich bin und was ich tu, sieht mir Gott, mein Vater, zu!

Gott hat die Welt aus nichts erschaffen. Nach seinem Willen wirken die Gesetze der Natur. Er kann sie auch aufheben, wenn er es für gut hält.

GOTT IST ALLMÄCHTIG - er kann alles machen, was er will. In allem, was mich bedrückt, will ich mich vertrauensvoll an Gott wenden. Er kann mir immer helfen.

Gott weiß, wie alles am besten ist. Er hat alles so eingerichtet, dass seine heilige Absicht erfüllt wird.

GOTT IST HÖCHST WEISE - er weiß alles aufs beste einzurichten. Gott wird in seiner Weisheit alles zum Guten lenken. Auch wenn ich vieles nicht verstehe, was er mir schickt.

Gott weiß das Vergangene, das Gegenwärtige und das Zukünftige. Er kennt auch unsere geheimsten Gedanken und Wünsche.

GOTT IST ALLWISSEND - er weiß alles.

Menschen kann ich täuschen und betrügen, aber Gott nicht. Er sieht In mein Herz und er wird mich danach richten.

Gott liebt das Gute, weil er selbst unendlich gut und vollkommen ist.

GOTT IST HÖCHST HEILIG - er will nur das Gute und verabscheut das Böse.

Gott will, dass ich seinen Willen erfülle und heilig lebe. Dazu gibt er mir seine Gnaden.

Gott kennt unsere Absichten.

GOTT IST HÖCHST GERECHT - er belohnt das Gute und bestraft das Böse, wie wir es verdienen.

Ich will so leben, dass ich jederzeit vor dem Gerichte Gottes bestehen kann.

Gott sorgt für alle seine Geschöpfe und erweist ihnen zahllose Wohltaten. Selbst dem Sünder vergibt er seine Schuld, wenn er sie aufrichtig bereut.

GOTT IST HÖCHST GÜTIG UND BARMHERZIG - er ist voll Liebe zu den Geschöpfen und auch bereit, dem Sünder zu verzeihen. Das Vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit gibt mir den Mut, Gott immer wieder um seine Verzeihung zu bitten.

GOTT IST HÖCHST WAHRHAFT UND TREU - er sagt immer die Wahrheit, er kann sich niemals irren. Er hält auch, was er verspricht. Gott wird mir die verheißene Seligkeit schenken, wenn ich mich bemühe, nach seinem Willen zu leben.

Merksätze:

23. Was verlangen die Herrlichkeit und die Größe Gottes von uns?

Die Herrlichkeit und die Größe Gottes verlangen von uns, dass wir auf Gott hören und an ihn glauben.

24. Was heißt, an Gott glauben?

An Gott glauben heißt, sein Wort für wahr, sein Tun für richtig und sein Wirken für siegreich halten.

Denke nach, wie wir aus den Berichten der Heiligen Schrift die Eigenschaften Gottes erkennen können! - Zeige beim Beten und Reden deine Ehrfurcht vor dem heiligen Gott!

11. LEHRSTÜCK: IN GOTT SIND DREI PERSONEN

Bei der Taufe Jesu im Jordan wurde uns geoffenbart, dass in Gott drei Personen sind, der Vater, der Sohn, der Heilige Geist. Diese Glaubenswahrheit bezeichnen wir als das Geheimnis der Allerheiligen Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit.

In jenen Tagen kam Jesus von Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Sogleich stieg er aus dem Wasser. Da sah er, wie sich der Himmel öffnete und der Geist gleich einer Taube auf ihn herabkam. Vom Himmel rief eine Stimme: "Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen." (Mk 1, 9-11)

Das Geheimnis der Allerheiligsten Dreieinigkeit wissen wir nur aus der göttlichen Offenbarung. Jesus hat wiederholt vom Vater und vom Heiligen Geist gesprochen.

In Gott sind drei Personen. Jede der drei Personen ist wahrer Gott. Wie der Vater haben auch der Sohn und der Heilige Geist alle göttlichen Vollkommenheiten. Darum beten wir den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist in gleicher Weise an. Die drei göttlichen Personen sind nur ein Gott. Sie haben eine einzige göttliche Natur. Alle Wohltaten der Schöpfung, der Erlösung und der Heiligung sind das Werk der Allerheiligsten Dreieinigkeit.

Solange wir auf Erden leben, können wir von der Allerheiligsten Dreieinigkeit nur in Bildern sprechen.

Wann haben sich die drei göttlichen Personen geoffenbart? - Warum werden die drei göttlichen Personen in gleicher Weise angebetet? - Was ist den drei göttlichen Personen gemeinsam? - Für welche Wohltaten danken wir den einzelnen Personen besonders? - Warum können wir das Geheimnis der Allerheiligsten Dreieinigkeit nur durch Bilder anschaulich machen?

Merksatz:

25. Was hat Jesus von der Allerheiligsten Dreieinigkeit gelehrt?

Jesus hat von der Allerheiligsten Dreieinigkeit gelehrt,

1. dass in Gott drei Personen sind, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist;

2. dass aber nur ein Gott ist.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will die Worte des Kreuzzeichens immer andächtig sprechen.

Denke nach, warum die Allerheiligste Dreifaltigkeit für uns ein Geheimnis ist, wo du in deiner Heimat Bilder und Denkmäler zu Ehren der Allerheiligsten Dreieinigkeit findest! - Erzähle, was Jesus über die Allerheiligste Dreifaltigkeit geoffenbart hat! - Zeichne Sinnbilder der Allerheiligsten Dreifaltigkeit!

AUS DER LITURGIE

Wir feiern das Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit am ersten Sonntag nach Pfingsten.

In der Präfation beten wir: "Mit deinem eingeborenen Sohne und dem Heiligen Geiste bist du ein Gott, ein Herr: nicht als wärest du nur eine Person, du bist vielmehr in drei Personen ein Einziger. Was wir auf deine Offenbarung hin von deiner Herrlichkeit glauben, dasselbe glauben wir ohne irgend einen Unterschied auch von deinem Sohne, dasselbe vom Heiligen Geiste. Und so beten wir beim Lobpreis des wahren und ewigen Gottes in den Personen die Verschiedenheit, in der Natur die Einheit, in der Majestät die Gleichheit an."

Wir beten: "Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit."

Bei der heiligen Taufe spricht der Priester: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Bei der heiligen Firmung spricht der Bischof: "Ich bezeichne dich mit dem Zeichen des Kreuzes und stärke dich mit dem Chrisam des Heiles. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Beim heiligen Sakrament der Buße spricht der Priester: " … Ich spreche dich los von deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Wir beten drei Personen in einer Gottheit an.

12. LEHRSTÜCK: DIE ERSTEN MENSCHEN HABEN DURCH DIE SÜNDE DIE GOTTESKINDSCHAFT VERLOREN

Der Teufel hasste und beneidete die Menschen, weil sie Kinder Gottes waren. Deshalb versuchte er, sie zum Ungehorsam gegen Gott zu verleiten. In Gestalt einer Schlange verführte er die Menschen.

Die Schlange war listiger als alle Tiere der Erde, die Gott geschaffen hatte. Sie sprach zur Frau: "Hat Gott wirklich gesagt, ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?" Die Frau antwortete der Schlange: "Von den Früchten der Bäume des Gartens dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, ja sie nicht einmal anrühren, sonst müsst ihr sterben!" Da sagte die Schlange zur Frau: "Keineswegs werdet ihr sterben. Gott weiß vielmehr, dass euch die Augen aufgehen werden, sobald ihr davon esst, und dass ihr wie Gott werdet, indem ihr erkennt, was gut und böse ist."
Da sah die Frau, dass die Früchte des Baumes köstlich zur Speise waren und eine Lust für die Augen und begehrenswert. So nahm sie davon und aß, und gab davon auch ihrem Manne, der bei ihr war, und er aß auch. Da gingen bei den die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt seien; deshalb flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Schürzen daraus. (1 Mos 3, 1-7)

31

Gott sprach das Urteil zu Eva:

"Du wirst große Mühen und Beschwerden mit deinen Kindern haben. Du sollst unter der Gewalt des Mannes stehen, und er soll über dich herrschen."

Zu Adam sagte Gott:

"Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten habe, du sollst nicht davon essen, so soll die Erde um deinetwillen verflucht sein. In Mühsal sollst du dich von ihr alle Tage deines Lebens nähren. Dornen und Disteln soll sie dir tragen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du zur Erde zurückkehrst, von der du genommen bist. Denn du bist Staub und sollst wieder zu Staub werden." (1 Mos 3, 16-19)

Da die Stammeltern genau wussten, was sie taten, waren ihre Sünde und die Folgen ihrer Sünde sehr schwer.

Vor der Sünde

Die Menschen hatten das Gnadenleben und waren so Kinder Gottes.

Die Menschen hatten das Paradies. Der Verstand der Menschen konnte Gott und seinen heiligen Willen sicher und klar erkennen.

Der Wille der Menschen war bereit, Gott freudig zu gehorchen.

Der Leib der Menschen war gesund und schön. Sie sollten verklärt an Leib und Seele in den Himmel aufgenommen werden.

Nach der Sünde

Sie verloren das Gnadenleben und waren nicht mehr Kinder Gottes.

Sie verloren das Paradies.

Der Verstand der Menschen ist seither verdunkelt und kann sich daher leicht irren.

Der Wille der Menschen ist jetzt zum Ungehorsam gegen Gott geneigt und von Versuchungen bedroht.

Der Leib der Menschen hat Krankheit und Mühsale zu ertragen und muss sterben.

Als Stammvater vertrat Adam das ganze Menschengeschlecht. Durch seine persönliche Schuld verlor er das Gnadenleben und die besonderen Gaben des Paradieses. Nach der Sünde besaß er nicht mehr die Gotteskindschaft. Darum konnte er sie auch nicht mehr weitervererben. Als Nachkommen Adams werden daher alle Menschen ohne das Gnadenleben - heiligmachende Gnade - geboren. Diesen Verlust der Gotteskindschaft nennen wir die Erbschuld oder Erbsünde.

Von der Erbschuld und ihren Folgen ist nur die Gottesmutter Maria frei geblieben. Wenn sich Gott der Menschen nicht erbarmt hätte, könnte niemand selig werden.

Warum haben die Menschen das Gebot Gottes übertreten? - Warum leiden alle Menschen an den Folgen dieser Sünde? - Warum heißt diese Sünde "Erbschuld"? - Welche Folgen hat sie für uns, für unsere Seele, für unseren Leib? - Warum war die erste Sünde besonders schwer? - Was ist die schwerste Folge der Erbschuld? - Was verloren Adam und Eva zugleich mit dem Gnadenleben? - Wer allein ist von der Erbschuld freigeblieben ?

Merksätze:

26. Wodurch haben die ersten Menschen gesündigt?

Die ersten Menschen haben durch Hochmut gegen Gott gesündigt. Sie wollten ihm nicht mehr dienen.

27. Wem hat die erste Sünde geschadet?

Die erste Sünde hat den Stammeltern und dem ganzen Menschengeschlecht geschadet.

28. Was hat das Menschengeschlecht durch die Erbschuld verloren?

Das Menschengeschlecht hat durch die Erbschuld das Gnadenleben und das Paradies verloren.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will in Versuchungen nicht dem Teufel folgen, sondern ein Kind Gottes bleiben.

Denke nach, worin jede Sünde der ersten Sünde ähnlich ist; warum wegen der Sünde des Adam alle Menschen leiden müssen! - Erkläre, warum soviel Unglück, Hass und Zwietracht unter den Menschen herrschen; was Jesus im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen lehrt! Beurteile, ob es möglich ist, die Erde wieder zu einem Paradies zu machen; wie du selbst an den Folgen der Erbschuld leidest!

AUS DER LITURGIE

"Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel."

Aus der Allerheiligenlitanei :

Von allem Übel erlöse uns, o Herr; von aller Sünde erlöse uns, o Herr; von den Nachstellungen des Teufels erlöse uns, o Herr; von Zorn und Hass und allem bösen Willen erlöse uns, o Herr; von Blitz und Ungewitter erlöse uns, o Herr; von Pest, Hunger und Krieg erlöse uns, o Herr!

Wie durch einen Menschen die Sünde gekommen ist und durch die Sünde der Tod, so ist auch der Tod auf alle Menschen gekommen. (Röm 5, 12)

13. LEHRSTÜCK: GOTT HAT EINEN ERLÖSER VERHEISSEN

Dem Satan war es gelungen, die ersten Menschen zur Sünde zu verführen. Dadurch bekam er Gewalt über sie. Aber Gott erbarmte sich. Er verhieß einen Erlöser, der den Satan besiegen sollte.

Vor der Bestrafung der ersten Menschen sprach Gott zum Teufel:

"Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem und ihrem Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst seiner Ferse nachstellen." (1 Mos 3, 15)

Die Verheißung des Erlösers war die erste Frohbotschaft. Die Frau, von der Gott sprach, ist die allerseligste Jungfrau Maria. Sie war von Ewigkeit her zur Gottesmutter ausersehen. Deshalb blieb sie vor der Erbschuld bewahrt. Sie besaß vom Augenblick ihrer Empfängnis an das Gnadenleben. Wir nennen sie darum die "Unbefleckt Empfangene"; denn Maria war vom ersten Augenblick ihres Lebens ohne Erbschuld. Gott versprach, dass ihr Nachkomme, der Erlöser, die Menschen von der Herrschaft des Teufels befreien und sie wieder mit Gott versöhnen werde. Bevor Gott seine Verheißung erfüllte, schickte er über die Menschen noch viele Prüfungen. Je größer die Not wurde, umso mehr sehnten sich die Menschen nach dem Erlöser. Viele beteten wie der Prophet Isaias: "Tauet Himmel, den Gerechten, Wolken regnet ihn herab!"

Wie zeigte Gott den ersten Menschen trotz ihrer Sünde seine Liebe? - Wozu hat Gott den Erlöser verheißen? - Wen hat Gott als Mutter des Erlösers ausersehen? Warum war Maria würdig, Gottesmutter zu werden? - Wovon hat der Erlöser die Menschen befreit?

Merksätze:

29. Wie lautet die erste Frohbotschaft vom Erlöser?

Die erste Frohbotschaft vom Erlöser lautet: "Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem und ihrem Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst seiner Ferse nachstellen."

30. Was bedeuten die Worte der ersten Frohbotschaft?

Diese Worte bedeuten: Der verheißene Erlöser wird die Menschen von der Herrschaft des Teufels befreien und sie wieder mit Gott versöhnen.

31. Wovor hat Gott die Mutter des Erlösers bewahrt?

Gott hat die Mutter des Erlösers vor der Erbschuld bewahrt. Wir nennen sie darum die "Unbefleckt Empfangene."

FÜR MEIN LEBEN

Ich will die Adventzeit mit der Kirche feiern.

Denke nach, ob die Menschen ohne Erlöser hätten selig werden können! - Berichte, bei welchen Gelegenheiten Gott die Verheißung des Erlösers erneuert hat! - Bereite dich auf das Weihnachtsfest vor: Besuche die Rorate und die Adventandacht, bete den freudenreichen Rosenkranz, suche den Eltern, Geschwistern, Kameraden Freude zu machen, sei hilfreich zu Hause, auf der Straße, in der Schule; bekämpfe deine Fehler, wie Unpünktlichkeit, Streitsucht, Faulheit, Ichsucht! Nenne Adventlieder, die du kennst! - Mache dir einen Adventkranz und einen Adventskalender ! - Bereite deine Weihnachtskrippe vor!

AUS DER LITURGIE

Im Advent (Ankunft) bereiten wir uns auf die gnadenvolle Ankunft Jesu vor. Wir erinnern uns an seine erste Ankunft im Stall von Bethlehem und denken an sein letztes Kommen in Glanz und Herrlichkeit am Jüngsten Tag.

Der Advent ist eine Zeit der Erwartung und Buße. (Violette Farbe des Messkleides).

Der Advent hat vier Sonntage. In dieser Zeit ehrt die Kirche die Gottesmutter durch Rorate-Messen und durch das Fest "Maria Unbefleckte Empfängnis" (8. Dezember).

Adventsbräuche'. In Kirchen und Wohnstuben hängt der Adventkranz mit vier Kerzen. Am Abend vor dem ersten Adventssonntag wird er geweiht. Jeden Sonntag brennt eine Kerze mehr: Christus, das Licht der Welt, kommt immer näher.

In vielen Gegenden finden wir den Brauch des Herbergsuchens. Ein Bild der Gottesmutter wird von Haus zu Haus getragen und dort verehrt.

14. LEHRSTÜCK: DER ENGEL DES HERRN BRACHTE MARIA DIE BOTSCHAFT

" ... der empfangen ist vom Heiligen Geiste."

Der Engel Gabriel ward von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa mit Namen Nazareth zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne namens Josef, aus dem Hause Davids. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sprach: "Gegrüßet seist du, voll der Gnade! Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Weibern." Bei diesen Worten erschrak sie und dachte nach, was dieser Gruß bedeuten solle. Der Engel sprach zu ihr: "Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst empfangen und einen Sohn gebären. Dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob herrschen in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein!" Maria sprach zum Engel: "Wie wird das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" Der Engel antwortete ihr: "Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das aus dir geboren wird, Sohn Gottes genannt werden."

Da sprach Maria: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort." Und der Engel schied von ihr. (Lk 1, 26-35. 38)

Die allerseligste Jungfrau Maria hat die Botschaft des Engels angenommen. Sie hat die Aufgabe übernommen, die Mutter des verheißenen Erlösers zu werden. Wie Eva an der Sünde des Adam, so hat die Gottesmutter am Erlösungswerk Christi mitgewirkt. Dadurch ist Maria zur Mutter aller Lebenden, zur Mutter aller Erlösten geworden.

Die Gottesmutter wurde am Ende ihres Erdenlebens mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Auf Erden war sie im Leid mit dem göttlichen Sohn verbunden. Jetzt nimmt sie an seiner Ehre und Herrlichkeit teil. Sie ist die Königin des Himmels und der Erde.

Maria ist die mächtige Fürsprecherin aller, die sich vertrauensvoll an sie wenden. Durch ihre Tugend ist sie unser Vorbild. Wir weihen ihr Kirchen und Kapellen. In Bildern und Kunstwerken stellen wir sie als Königin und Gottesmutter dar. Wir verehren sie in Gebeten und Liedern. Damit geht in Erfüllung, was Maria zu ihrer Base Elisabeth gesprochen hat: "Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter."

Wie hat der Engel auf die Heiligkeit und Unbefleckte Empfängnis Mariens hingewiesen? - Mit welchen Worten hat der Engel verkündet, dass Maria von Gott zur Mutter des Erlösers auserwählt wurde? - Wie hat Maria erklärt, dass sie bereit ist, den Willen Gottes zu erfüllen? - Warum können wir Maria als die Mutter aller Erlösten bezeichnen? - Warum ist sie unsere beste Fürsprecherin? - Wie zeigen wir der Gottesmutter unsere Liebe, Dankbarkeit und Verehrung?

Merksätze:

32. Wozu hat Gott die allerseligste Jungfrau berufen?

Gott hat die allerseligste Jungfrau zur Mutter des verheißenen Erlösers berufen.

33. Wie hat Gott die allerseligste Jungfrau belohnt?

Gott hat die allerseligste Jungfrau mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.

34. Was ist die Gottesmutter für uns?

Die Gottesmutter ist unser Vorbild und unsere Fürsprecherin bei Gott.

FÜR MEIN LEBEN

Nach dem Beispiel der Gottesmutter will ich Gott dienen und freudig seinen Willen erfüllen.

Denke nach, warum wir die Gottesmutter verehren; warum die Verehrung der Gottesmutter zugleich eine Verehrung ihres göttlichen Sohnes ist; durch welche Tugenden dir die Gottesmutter Vorbild ist! Erkläre, warum wir beten: "Bitte für uns, o heilige Gottesmutter, auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!" - Nenne Gebete und Marienlieder! - Zähle Wallfahrtsorte zur Gottesmutter in deiner Heimat, in Österreich, in der Welt auf! - Berichte, welche Bräuche an Marienfesten in deiner Heimat geübt werden!

AUS DER LITURGIE

Im Kirchenjahr haben wir zwei gebotene Feiertage der Gottesmutter:

Maria Unbefleckte Empfängnis, am 8. Dezember, und Maria Himmelfahrt, am 15. August.

Die Kirche feiert noch andere Feste, die uns an das Leben der Gottesmutter erinnern, wie: .

Maria Lichtmess, am 2. Februar - Maria Verkündigung, am 25. März Maria Geburt, am 8. September - Maria Namen, am 12. September. An den Muttergottesfesten trägt der Priester das weiße Messkleid.

Zwei Monate sind der Gottesmutter geweiht: Mai der Verehrung der Himmelskönigin und Oktober der Verehrung der Rosenkranzkönigin.

Wir beten den freudenreichen, den schmerzhaften und den glorreichen Rosenkranz.

Aus dem freudenreichen Rosenkranz:

Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast; Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.

Aus dem glorreichen Rosenkranz:

Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat; Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.

Aus dem Gruß des Engels an Maria ist das Gebet:

"Gegrüßet seist du, Maria" (A ve Maria) entstanden.

Gegrüßet seist du, Maria voll der Gnade; - der Herr ist mit dir. - Du bist gebenedeit unter den Weibern, - und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. - Heilige Maria, Mutter Gottes, - bitte für uns arme Sünder, - jetzt und in der Stunde unseres Absterbens. - Amen.

15. LEHRSTÜCK: DER SOHN GOTTES IST MENSCH GEWORDEN

" ... geboren aus Maria, der Jungfrau."

In jenen Tagen erging von Kaiser Augustus ein Befehl, das ganze Weltreich aufzuschreiben. Dies war die erste Volkszählung. Sie fand unter Quirinus, dem Statthalter von Syrien, statt. Alle gingen hin, um sich eintragen zu lassen, ein jeder in seine Vaterstadt.
Josef war aus dem Hause und dem Geschlechte Davids. So zog er aus der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, um sich mit Maria, seiner Angetrauten, die guter Hoffnung war, eintragen zu lassen. Während sie dort waren, erfüllten sich ihre Tage. Sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe. In der Herberge fand sich kein Platz für sie.
Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden musste, wurde ihm der Name Jesus gegeben. So hatte ihn der Engel schon genannt, noch bevor er im Mutterschoß empfangen war. (Lk 2, 1-7. 21)

Jesus Christus ist die zweite göttliche Person, geboren. aus Maria, der Jungfrau. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um uns zu erlösen. Der Name Jesus bedeutet Erlöser oder Heiland. Jesus wird auch Christus genannt, das heißt "der Gesalbte", in der Sprache des Alten Bundes "Messias".

Jesus ist uns Menschen in allem gleich geworden, ausgenommen die Sünde. Darum dürfen wir ihn unseren Bruder nennen. Er selbst nannte sich den Menschensohn. Jesus ist Mensch und zugleich auch wahrer Gott. Er hat alle göttlichen Eigenschaften. Er ist der Gottmensch. " In der Heiligen Schrift wird er das "Wort" genannt.

Der Vater Jesu ist Gott Vater. Seine Mutter die allerseligste Jungfrau Maria. Sie hat Jesus vom Heiligen Geiste empfangen und zu Bethlehem geboren, darum ist sie Mutter - Gottes. Der heilige Josef war der Nähr - und Pflegevater Jesu. Maria und Josef sorgten in Liebe und Ehrfurcht für das göttliche Kind. Jesus, der Sohn Gottes, war ihnen gehorsam. Er hat dadurch das Familienleben geheiligt. Die Heilige Familie ist das Vorbild für jede Familie.

Warum ist der Sohn Gottes Mensch geworden? - Mit welchen Namen wird die zweite göttliche Person, die Mensch geworden ist, bezeichnet? - Was bedeuten diese Namen? - Warum dürfen wir Jesus unseren Bruder nennen? - Wer ist der Vater Jesu? ~ Wer gehört zur Heiligen Familie?-

Merksätze:

35. Wer ist Jesus Christus?

Jesus Christus ist der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist.

36. Wozu ist der Sohn Gottes Mensch geworden?

Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um uns zu erlösen und ewig selig zu machen.

FÜR MEIN LEBEN

Gott hat uns dadurch seine Liebe gezeigt, dass er seinen Sohn auf die Welt gesandt hat. An mir liegt es, Jesus Christus aufzunehmen, auf sein Wort zu hören, nach seiner Lehre zu leben und ihn oft in der heiligen Hostie zu empfangen.

"Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du bliebest ewiglich verloren" (Angelus Silesius).

Denke nach, was die Worte des Gebetes bedeuten: "Das Wort ist Fleisch geworden"; warum unsere Zeitrechnung mit der Geburt Christi beginnt! - Erkläre, welchen Sinn die Bräuche der Weihnachtszeit haben; warum zur richtigen Weihnachtsfeier der Empfang der heiligen Eucharistie gehört; warum wir zum Feste der Geburt Christi einander beschenken! - Beschreibe eine Weihnachtskarte, die dem Sinn des Festes entspricht! - BastIe dir eine Weihnachtskrippe oder verschönere sie! - Suche Monogramme und Sinnbilder für Jesus; zeichne und erkläre sie!

AUS DER LITURGIE

An die wunderbare Menschwerdung des Gottessohnes erinnern wir uns täglich dreimal, wenn es morgens, mittags und abends zum Gebet läutet. Dabei beten wir:

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geiste. Gegrüßet seist du, Maria . .. Maria sprach: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Worte." Gegrüßet seist du, Maria ... Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Gegrüßet seist du, Maria . . .

Die Feste der Weihnachtszeit:

24. Dezember - Hl. Abend. Die Krippe erinnert uns an die Geburt Jesu in der Heiligen Nacht. Die Lichter am Christbaum sind Sinnbilder für Christus, das Licht der Welt; die Weihnachtsgeschenke Sinnbilder für die Liebe Gottes.

25. Dezember - Tag der Geburt Christi. Gebotener Feiertag. Mitternachtsmesse ("Mette").

26. Dezember - Heiliger Stephanus. Diakon und erster Märtyrer.

27. Dezember - Heiliger Johannes. Apostel und Evangelist.

28. Dezember - Unschuldige Kinder.

31. Dezember - Jahresschluss. Dankandacht für die Gnaden des vergangenen Jahres.

1. Jänner - Oktav der Geburt Christi. Gebotener Feiertag. Im Namen Jesu beginnen wir das Neue Jahr.

6. Jänner - Erscheinung des Herrn. Gebotener Feiertag. Die Weisen huldigen dem Sohn Gottes, dem Herrn und König der ganzen Welt. Am Vorabend werden Kreide, Weihrauch und Wasser geweiht.

1. Sonntag nach Erscheinung des Herrn. Fest der Heiligen Familie. Wir beten zur Heiligen Familie: Jesus, Maria und Josef, euch schenke ich mein Herz und meine Seele. Jesus, Maria und Josef, steht mir bei im Todeskampf! Jesus, Maria und Josef, möge meine Seele mit euch im Frieden scheiden. Amen.

2. Februar - Maria Lichtmess. Darstellung Jesu im Tempel. Kerzenweihe und Lichterprozession.

Aus dem freudenreichen Rosenkranz:

Jesus, den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast;

Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast;

Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast.

Brauchtum. Zu Weihnachten: Krippe, Christbaum, Weihnachtssingen, Turmblasen. Zum Fest der Erscheinung des Herrn: Wohnungssegnung, Haussegnung, Sternsingen.

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt, auf seinen Schultern ruht die Weltherrschaft. (Is 9, 5)

16. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS VERKÜNDET DAS REICH GOTTES

Der letzte Prophet des Alten Bundes, Johannes der Täufer, wurde zugleich der Vorläufer des Messias.

Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich, sandte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: "Bist du es, der da kommen soll, oder haben wir einen anderen zu erwarten?" Die Männer kamen zu ihm und sagten: "Johannes der Täufer sendet uns zu dir und lässt dich fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder haben wir einen anderen zu erwarten?" In jener Stunde heilte er gerade viele von Krankheiten, Gebrechen und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. So gab er ihnen zur Antwort: "Geht hin und kündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird die Frohe Botschaft verkündet. Wohl dem, der an mir keinen Anstoß nimmt!" (Lk 7, 19-23)

Während Johannes im Kerker gefangen war, erfuhr er durch seine Jünger von der Predigt und dem Wirken Jesu Christi.

Mit 30 Jahren begann Jesus sein öffentliches Leben und Wirken. Er ließ sich von Johannes taufen. Die ersten Jünger schlossen sich ihm an. Mit ihnen zog er dann durch das ganze Land und lehrte an vielen Orten. Jesus verkündete die Frohbotschaft vom Reiche Gottes: Im Anfang hat Gott die Menschen in lauter Licht und Güte und reinem Glück erschaffen. Er hat sie mit außernatürlichen und übernatürlichen Gaben ausgestattet. Dann aber hat Adam gesündigt und die Menschen sind in die Knechtschaft des Teufels gefallen. Jesus wurde von Gott gesandt, die Menschen davon zu befreien., Die Menschen sollen wieder Kinder Gottes werden und die ewige Seligkeit erlangen. Jesus ist der Retter, der das Reich Gottes aufrichtet. In diesem Reich ist Gott ein guter Vater, der alle Menschen liebt. Wir sollen vertrauensvoll zu ihm kommen und zu ihm beten. Jesus selbst ist unser Bruder, der uns in das Reich des Vaters heimführen will.

Die Frohbotschaft Jesu Christi war so gewaltig, dass viele Menschen davon ergriffen wurden. Das Volk lief ihm in Scharen zu und wurde nicht müde, ihn zu hören. Alle staunten und bezeichneten ihn als den größten Propheten und Lehrer. Er selbst nannte sich "den Weg, die Wahrheit und das Leben". Das Wachsen des Reiches Gottes verglich Jesus mit einem Samenkorn, das zu einem gewaltigen Baum wird. Von allen, die in das Reich Gottes eingehen wollen, verlangt Jesus, dass sie sich bekehren, Buße tun und an seine Botschaft glauben. Sie müssen danach streben, vollkommen zu werden und alles zu meiden, was zur Sünde führt.

Nach seiner Auferstehung hat Jesus die Apostel ausgesandt, das Reich Gottes weiter zu verkünden. Er hat ihnen auch vorausgesagt, dass sie dafür, so wie er selbst, viele Verfolgungen und Leiden auf sich nehmen müssen. Am Ende der Zeit wird Jesus Christus wiederkommen. Er wird die Gerechten in die Herrlichkeit Gottes heimführen und das Reich Gottes wird vollendet sein.

Wann begann Jesus sein öffentliches Leben? - Welche Botschaft verkündete Jesus? - Wie nahm das Volk seine Botschaft auf? - Wofür wurde Jesus gehalten? Wie nannte er sich selbst? - Wer verkündete. die Frohbotschaft weiter? - Wann wird das Reich Gottes vollendet sein?

Merksätze:

37. Was hat Jesus Christus in der Botschaft vom Reiche Gottes gelehrt?

Jesus Christus hat gelehrt:

1. Die Menschen sind in die Knechtschaft des Teufels gefallen;

2. er will sie davon befreien und das Reich Gottes aufrichten;

3. in diesem Reich ist Gott unser Vater und Christus unser Bruder.

38. Was verlangt Jesus Christus von uns allen?

Jesus Christus verlangt, dass wir an seine Frohe Botschaft glauben und nach ihr leben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich habe die Pflicht, die Botschaft vom Reich Gottes anzunehmen und mein Leben danach zu richten.

Denke nach, was Jesus über das Gottesreich gelehrt hat! - ErzähIe einige Gleichnisse vom Gottesreich! - Erkläre, was die Gleichnisse vom Hochzeitsmahl, vom Schatz im Acker, vom Sauerteig, von der Perle und vom Fischernetz bedeuten; warum Jesus in Gleichnissen gelehrt hat!

AUS DER LITURGIE

In jeder heiligen Messe spricht Christus vom Reiche Gottes zu uns im Evangelium (Frohbotschaft). Aus Ehrfurcht vor den Worten des Herrn stehen wir beim Lesen des Evangeliums auf. Der Priester küsst nach dem Verlesen den Anfang des heiligen Evangeliums.

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." (]o 14, 6)

17. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS IST WAHRER GOTT

Beim Fest der Tempelweihe wurde Jesus von den Juden gefragt, ob er der verheißene· Messias sei. Er antwortete:

"Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, geben Zeugnis von mir … Ich und der Vater sind eins." Da hoben sie Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus entgegnete ihnen: "Viele gute Werke habe ich in der Macht meines Vaters vor euch gewirkt. Um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen? … Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so braucht ihr mir nicht zu glauben. Wenn ich sie aber tue und ihr wollt mir nicht glauben, so glaubt doch den Werken, damit ihr einseht und erkennt, dass der Vater in mir ist und ich im Vater bin." (Jo 10, 25-26. 30-32. 37-38)

Die Juden konnten Jesus als Sohn Gottes und Messias aus den Schriften des Alten Bundes erkennen. In diesen sind die Zeit und der Ort der Geburt und sein göttliches Wirken vorausgesagt.

Jesus hat auch selbst seine Gottheit öffentlich bekannt und sie vor dem Hohen Rat durch einen Eid bestätigt. Sein Leben und seine Lehre waren so heilig, dass nicht einmal seine Feinde ihm eine Sünde vorwerfen konnten. Dadurch hat Jesus die Welt erneuert. Jesus Christus hat durch seine Wunder und Weisungungen auch seine Gottheit bewiesen. Durch die Wunder zeigte er seine göttliche Allmacht, durch die Weissagungen seine göttliche Allwissenheit.

Bei der Taufe Jesu im Jordan hat der himmlische Vater feierlich Zeugnis für ihn abgelegt: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." (Mt 3, 17)

Die Apostel haben fest an die Gottheit Jesu geglaubt. Sie haben diesen Glauben verkündet und sind dafür freudig in den Tod gegangen. Die katholische Kirche lehrt immer und überall, dass Jesus Christus wahrhaft Gott ist. Auch aus ihrer Geschichte und aus ihrem Wirken können wir erkennen, dass ihr Stifter Gott ist.

Woran konnten die Juden Jesus als Gott und Messias erkennen? - Wie bezeugte sich Jesus selbst als Sohn Gottes? - Wie bezeugte der himmlische Vater die Gottheit Jesu? - Wie haben die Apostel bezeugt, dass Jesus wahrer Gott ist? - Wie sehen wir aus dem Schicksal der Kirche, dass ihr Stifter Gott ist?

Merksatz:

39. Wer sagt uns, dass Jesus Christus wahrer Gott ist?

Dass Jesus Christus wahrer Gott ist, sagen uns der himmlische Vater, Jesus selbst, die Apostel und die katholische Kirche.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will meinen Glauben an Christus täglich bekennen: Zu Hause, in der Schule, vor den Kameraden, in der Kirche.

Denke nach, wozu Jesus seine Wunder gewirkt hat; welches das größte Wunder war, das Jesus gewirkt hat; wie wir jene nennen, welche für Christus ihr Leben hingegeben haben; welche Weissagung Jesu bis jetzt noch nicht in Erfüllung gegangen ist!

"Mein Herr und mein Gott." (10 20, 28)

18. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT NACH DEM WILLEN SEINES HIMMLISCHEN VATERS DEN MENSCHEN DAS HEIL GEBRACHT

Auf der Wanderung nach Galiläa musste Jesus seinen Weg durch Samaria nehmen. Dort begegnete ihm am Jakobsbrunnen eine Samariterin. Jesus redete mit der Frau und belehrte sie. Sie erkannte, dass Jesus der erwartete Messias ist, und eilte in die Stadt, um die Leute herbeizuholen. Unterdessen boten die Jünger dem Meister von ihren Speisevorräten an.

Jesus erklärte ihnen: "Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden." (104,34)

Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um den Willen seines göttlichen Vaters zu tun und das Heilswerk zu vollenden. Deshalb wanderte er drei Jahre lang durch das Land. Er lehrte in Städten und Dörfern, im Tempel, in den Synagogen und in den Häusern. überall verkündete er die Frohe Botschaft des himmlischen Vaters.

Jesus bekehrte die Sünder und verzieh ihnen ihre Schuld. Er heilte Kranke und erweckte Tote wieder zum Leben. Durch diese Werke und Wohltaten sollten ihn die Menschen als den Sohn Gottes erkennen und seine Lehre als die Frohe Botschaft Gottes annehmen. Sie sollten den Willen Gottes kennen lernen und sich bemühen, ihn in ihrem Leben zu erfüllen. Das Heilswerk Gottes sollte in ihnen erfüllt werden.

Jesus sandte die Apostel aus, damit nicht bloß die Juden, sondern alle Menschen die Botschaft Gottes hören und das Heil erlangen.

Jesus hat nicht nur in seinem Leben und Wirken den Willen Gottes erfüllt. Er war auch bereit, durch sein Leiden und Sterben den Willen seines Vaters zu tun und den Menschen das ewige Heil zu vermitteln.

Warum ist Jesus auf die Welt gekommen? - Wie hat er in seinem Leben den Willen des Vaters erfüllt? - Wie hat Jesus dafür gesorgt, dass alle Menschen den Willen Gottes erkennen? - Wozu war Jesus bereit, um das Heilswerk Gottes zu vollenden?

Merksätze:

40. Was hat Jesus über den Willen seines Vaters gesagt?

Jesus hat gesagt: "Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat."

41. Wie hat Jesus Christus in seinem öffentlichen Leben den Willen Gottes erfüllt?

Jesus Christus hat die Menschen gelehrt, hat Kranke geheilt, Tote erweckt und sich der Sünder erbarmt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will den Willen Gottes immer besser kennen lernen und in meinem Leben immer mehr erfüllen, auch wenn es schwer ist und Gott von mir Opfer verlangt.

Denke nach, wie wir Menschen den Willen Gottes erkennen; warum es für uns das Beste ist, Gottes Willen zu tun! - Erkläre, warum es für uns manchmal schwer ist, den Willen Gottes zu tun!

"Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" (Lk 22, 43)

19. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT FREIWILLIG LEIDEN UND TOD AUF SICH GENOMMEN

"Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.« 

Es war gegen Ende des öffentlichen Wirkens Jesu Christi. Das Osterfest der Juden war nahe: Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Da nahm er die zwölf Jünger beiseite und sprach unterwegs zu ihnen: "Wir ziehen hinauf nach Jerusalem. Dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten übergeben werden. Diese werden ihn zum Tode verurteilen und dann den Heiden überantworten, auf dass er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt werde. Doch am dritten Tage wird er auferstehen." (Mt 20, 17-19)

Jesus wusste, dass er in Jerusalem leiden und sterben muss. Dennoch ging er nach Jerusalem hinauf. Er nahm freiwillig Leiden und Tod auf sich, um den Auftrag seines Vaters zu erfüllen.

Er tat dies vor allem aus Liebe und Gehorsam zum himmlischen Vater. Gott war durch die Erbsünde und die Sünden der Menschen so schwer beleidigt worden, dass kein bloßer Mensch dieses Unrecht gut machen konnte. Nur der Sohn Gottes konnte den Vater versöhnen.

Jesus wollte auch aus Liebe zu uns Sündern leiden und sterben. Die Erbsünde und die Sünde aller Menschen luden eine so große Schuld auf uns, dass nur der Sohn Gottes uns davon befreien konnte. Jesus ertrug mit Demut und Sanftmut die körperlichen und seelischen Schmerzen. Als Sinnbild der Liebe des Heilandes verehren wir das göttliche Herz Jesu. Adam gab das natürliche Leben seinen Nachkommen weiter, Christus schenkt uns das übernatürliche Leben. Adam verlor durch seinen Hochmut und seinen Ungehorsam die Gotteskindschaft, Christus verdiente uns durch seine Demut und seinen Gehorsam die Gnade der Erlösung.

Warum war ein Erlöser notwendig? - Warum konnte nur der Sohn Gottes die Menschen erlösen? - Wann hat Jesus sein Erlösungswerk begonnen und wann vollendet? - Wie hat Jesus das gutgemacht, was Adam verschuldet hat? - Warum verehren wir das göttliche Herz Jesu?

Merksätze:

42. Warum wollte Jesus leiden und sterben?

Jesus wollte leiden und sterben:

1. Aus Liebe und Gehorsam gegen seinen himmlischen Vater;

2. aus Liebe zu uns Menschen.

43. Wie hat Jesus den Auftrag seines Vaters vollendet?

Jesus hat freiwillig Leiden und Tod auf sich genommen.

FÜR MEIN LEBEN

Die unendliche Liebe des Erlösers mahnt mich: Bereue deine Sünden!

Denke nach, in welchen Lebenslagen du dich vor allem an das Leiden Jesu erinnern sollst! - Erkläre, warum wir Jesus als den zweiten Adam bezeichnen, warum es auch für Jesus schwer war, Leiden und Tod auf sich zu nehmen; woran du erkennst, dass Jesus freiwillig und aus Liebe die Leiden auf sich genommen hat; was die Inschrift an manchem Kreuz bedeutet: "Das tat ich für dich; was tust du für mich?"; warum wir beten: "Heiligstes Herz Jesu, du Quelle des Lebens und der Heiligkeit, erbarme dich unser!" - Berichte, welche Darstellungen des leidenden Heilandes du kennst! -

Bete: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich;

denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Ich danke dir, Herr Jesu Christ,
dass du für mich gestorben bist.
Lass deinen Tod und deine Pein
doch nicht an mir verloren sein!

AUS DER LITURGIE

Zum Andenken an das Leiden und Sterben Jesu hat die Kirche den Freitag als Fasttag bestimmt.

Am zweiten Freitag nach dem Fronleichnamsfest feiern wir das HerzJesu-Fest. Den ersten Freitag eines jeden Monats bezeichnen wir als Herz-Jesu-Freitag. Das Fest des kostbaren Blutes Jesu Christi ist am 1. Juli.

Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes:

Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat;
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist;
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist;
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat;
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.

Am Donnerstag beten wir in Erinnerung an die Todesangst Christi.
Am Freitag beten wir in Erinnerung an den Tod des Herrn.

"Eine größere Liebe hat niemand als der, der für seine Freunde sein Leben hingibt." (Jo 15, 13)

20. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT UNS DURCH SEIN KREUZESOPFER ERLÖST

Pilatus übergab den Juden Jesus zur Kreuzigung. Sie nahmen also Jesus und führten ihn hinaus. Er trug selbst sein Kreuz und ging hinaus an den Ort, der Schädelstätte heißt, auf hebräisch Golgotha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm noch zwei andere zu bei den Seiten, Jesus aber in der Mitte.
Bei dem Kreuze standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena. Als Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dastehen sah, sprach er zu seiner Mutter: "Frau, siehe da, dein Sohn!" Dann sprach er zu dem Jünger: "Siehe da, deine Mutter!" Von jener Stunde an nahm der Jünger sie in sein Haus.
Jesus wusste, dass nunmehr alles vollbracht war. Darum sprach er, damit die Schrift erfüllt werde: "Mich dürstet." Ein Gefäß voll Essig stand da. Man füllte nun einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf einen Hysopstengel und hielt ihn an seinen Mund. Als Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: "Es ist vollbracht." Dann neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. (Jo 19, 16-18. 25-30)

Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz dem himmlischen Vater seinen heiligen Leib und sein heiliges Blut als Opfer dargebracht. Jesus ist Opferpriester und zugleich auch Opfergabe. Der Tod Christi ist das einzige Opfer, das Gott versöhnen konnte. Nur dieses hatte unendlichen Wert. Das Kreuzesopfer Christi ist das vollkommene Opfer des Neuen Bundes.

In jedem heiligen Messopfer wird das Kreuzesopfer Christi unblutig vergegenwärtigt. Auch in der heiligen Messe ist Jesus Christus der Opferpriester und die Opfergabe.

Durch seinen Opfertod am Kreuze hat uns Jesus von der Knechtschaft des Teufels, von der Sünde und von der ewigen Verdammnis erlöst. Er hat für unsere Sünden Genugtuung geleistet. Am Kreuz hat Jesus Christus den Neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gestiftet. Er hat uns das ewige Leben im Reich Gottes gebracht. Die Früchte der Erlösung empfangen wir durch die Kirche, besonders durch die sieben heiligen Sakramente.

Unter dem Kreuz ihres göttlichen Sohnes stand die Gottesmutter. Sie hat, wie sonst kein Mensch, an dem Leiden Christi teilgenommen. Wir verehren sie deshalb als die Schmerzensmutter und die Königin der Märtyrer. Vom Kreuze herab hat sie Jesus auch uns zur Mutter gegeben.

Warum ist das Kreuzesopfer Christi das vollkommene Opfer? - Wer ist Opfergabe, wer ist Opferpriester, was ist der Zweck des Kreuzesopfers? - Wann wird das Kreuzesopfer Christi vergegenwärtigt? - Wie hat sich Jesus am Kreuz dem himmlischen' Vater geopfert? - Wie opfert er sich in jeder heiligen Messe? Wie werden die Früchte des Kreuzesopfers uns zugewendet? - Warum verehren wir die Gottesmutter als Schmerzensmutter und als Königin der Märtyrer? Warum ist sie auch unsere Mutter?

Merksätze:

44. Wovon hat uns Jesus Christus erlöst?

Jesus Christus hat uns von der Knechtschaft des Teufels, von der Sünde und der ewigen Verdammnis erlöst.

45. Was hat uns Jesus Christus gebracht?

Jesus Christus hat uns das ewige Leben im Reich Gottes gebracht.

46. Welches ist das Opfer des Neuen Bundes?

Das Opfer des Neuen Bundes ist das Kreuzesopfer Jesu Christi.

FÜR MEIN LEBEN

Bei jeder heiligen Messe will ich mich mit dem Opfer Jesu Christi vereinigen und mich ganz dem himmlischen Vater schenken.

Denke nach, welcher Unterschied zwischen den Opfern des Alten Bundes und dem Opfer des Neuen Bundes besteht; wie reich unsere Seele durch die Mitfeier am Messopfer wird! - Erkläre, warum wir Jesus als den ewigen Hohenpriester bezeichnen; warum die heilige Messe so überaus wertvoll ist; warum wir am Sonntag das heilige Messopfer mitfeiern; wie die Gottesmutter am Leiden Jesu teilgenommen hat!

AUS DER LITURGIE

Die Fastenzeit:
Die Fastenzeit ist eine Zeit der Buße. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch. Beim Gottesdienst werden Gewänder in violetter Farbe verwendet. Am Aschermittwoch bezeichnet der Priester die Gläubigen mit dem Aschenkreuz und spricht: "Gedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst."
Der fünfte Sonntag in der Fastenzeit ist der Passionssonntag oder Leidenssonntag. Die Kreuze werden mit einem violetten Tuch verhüllt.

Die Karwoche:
Sie ist die letzte Woche der Fastenzeit und erinnert uns an das Leiden und den Erlösungstod Christi.

Der zweite Passionssonntag oder Palmsonntag.
Der Priester weiht Palmzweige und andere Zweige. Wir halten mit den geweihten Zweigen eine Prozession und preisen Christus unseren König. Bei der Messfeier wird die Leidensgeschichte des Herrn nach Matthäus gelesen.

Der Gründonnerstag.
Wir denken an das Letzte Abendmahl, an die Fuß waschung, an die Einsetzung des Allerheiligsten Sakramentes des Altares, an die Todesangst und Gefangennahme Jesu am Ölberg.
In Bischofskirchen werden am Vormittag die heiligen Öle geweiht: das Tauföl, das Chrisam und das Krankenöl. In jeder Kirche wird am Abend die eigentliche Festmesse zur Erinnerung an das Letzte Abendmahl gefeiert. Das Altarkreuz ist weiß verhüllt und das Gloria wird gesungen. Zum Gloria läuten alle Glocken. Dann schweigen sie bis zur Osternacht. Dafür werden hölzerne Klappern und "Ratschen" verwendet.

Nach dem Evangelium und einer kurzen Ansprache kann der Priester nach dem Beispiel Jesu an zwölf Männern die Fußwaschung vornehmen. Nach der Abendmahlsmesse wird das Allerheiligste an einen Seitenaltar gebracht. Dort werden bis Mitternacht Gebetsstunden zum Gedächtnis an das Ölbergleiden Christi gehalten.

Der heilige Karfreitag.
Der Gottesdienst beginnt um die Stunde, da Jesus Christus sein Leiden am Kreuz vollendet hat. Der Priester trägt schwarze Gewänder. Zuerst hören wir Lesungen aus dem Alten Testament. Darauf folgt die Leidensgeschichte des Herrn nach Johannes. Dann betet der Priester für alle Anliegen der Kirche die Fürbitten.
Danach wird das heilige Kreuz enthüllt und verehrt. Dabei singt der Priester: "Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen." Alle antworten: "Kommt, lasst uns anbeten!"
Nun folgt die Kommunionfeier der Pfarrgemeinde. Oft findet zum Schluss die sogenannte Grablegung statt. Die heilige Hostie wird in der Monstranz zur Anbetung ausgesetzt.

Der heilige Karsamstag.
Dieser Tag ist der Grabesruhe des Herrn geweiht.

Jesus ist das Sühneopfer für unsere Sünden, und nicht bloß für unsere, sondern auch für die der ganzen Welt. (1 Jo 2, 2)

21. LEHRSTÜCK: DER HEILAND IST ERSTANDEN!

"Abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten."

Beim Morgengrauen des ersten Wochentages machten sich Maria Magdalena und die andere Maria auf den Weg, um nach dem Grabe zu sehen. Da erbebte die Erde gewaltig. Ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wächter erbebten aus Furcht vor ihm und waren wie tot. Der Engel redete die Frauen an: "Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt, seht hier den Ort, wo der Herr gelegen hat. Und nun geht eilends hin und meldet seinen Jüngern: Er ist von den Toten auferstanden und geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch hiemit gesagt." (Mt 28, 1-7)

Als Jesus am Kreuze starb, trennte sich seine Seele vom Leibe und stieg in die Vorhölle hinab. In der Vorhölle waren die Seelen der Gerechten, die auf den Erlöser warten mussten. Ihnen hat Jesus die Erlösung verkündet.

Am Ostermorgen vereinigte Jesus aus eigener Kraft seine Seele wieder mit dem Leibe und stand von den Toten auf. Er ging als Sieger über die Sünde und den Tod aus dem Grab hervor. Die heiligen Wunden behielt der Auferstandene bei. Sein Leib war derselbe wie am Kreuz, aber nach der Auferstehung war er überaus herrlich. Er konnte alles durchdringen und war so schnell wie die Gedanken. Der Auferstandene ist nun unfähig, zu leiden. Er ist unsterblich.

Die Auferstehung Christi beweist, dass seine Lehre wahr ist und dass er wirklich Gott ist. Wie Christus auferstanden ist, werden auch wir auferstehen. Die Apostel wurden in ihrem Glauben an Jesus bestärkt. Sie haben den Auferstandenen mit eigenen Augen gesehen, ihn berührt und mit ihm geredet. Sie predigten die Auferstehung des Herrn vor Juden und Heiden. Sie sind für diese Wahrheit in den Tod gegangen.

Was heißt: Die Seele Jesu ist nach dem Tode zur Hölle abgestiegen? - Welche Seelen hat Jesus aus der Vorhölle befreit? - Warum ist die Auferstehung das größte Wunder Jesu? - Was geschah bei der Auferstehung? - Warum ist Jesus der Sieger über den Tod und die Sünde? - Wie war der Leib Jesu nach der Auferstehung? - Warum ist die Auferstehung der sicherste Beweis der Gottheit Jesu?

Merksätze:

47. Warum konnten die Apostel die Auferstehung Jesu sicher bezeugen?

Die Apostel haben den Auferstandenen mit eigenen Augen gesehen, ihn berührt und mit ihm geredet.

48. Was lehrt die Auferstehung Jesu?

Die Auferstehung Jesu lehrt:

1. dass seine Lehre wahr ist;

2. dass Jesus wirklich Gott ist;

3. dass auch wir einst auferstehen werden.

FÜR MEIN LEBEN

Wenn ich mit Christus lebe, werde ich auferstehen und ewig mit Christus vereint sein.

Denke nach, wo die Seelen der Gerechten vor der Erlösung waren; was für Opfer die Apostel für die Lehre von der Auferstehung brachten!

AUS DER LITURGIE

Das heilige Osterfest ist das Fest unserer Erlösung und darum das höchste des Kirchenjahres. Es wird immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Alle Feste des Kirchenjahres sind auf das Fest der Auferstehung Christi hingeordnet.

Der Gottesdienst der heiligen Osternacht beginnt vor dem Gotteshaus. Dort wird das Feuer geweiht. Darauf folgt die Weihe der Osterkerze. Sie ist das Sinnbild des Auferstandenen. Fünf Weihrauchkörner werden geweiht und in Kreuzesform der Osterkerze eingefügt. Diese wird dann angezündet und in das dunkle Gotteshaus getragen. Dabei wird dreimal angestimmt: "Lumen Christi!" - Licht Christi! Alle antworten: "Deo gratias!" - Gott sei Dank! Vor der geweihten Osterkerze singt der Priester zum Lob des Auferstandenen einen Jubelgesang, das "Exsultet",

An der Osterkerze werden die übrigen Lichter im Gotteshaus entzündet.

Nach vier Lesungen aus dem Alten Bund wird die Allerheiligenlitanei gebetet. Dann wird das Taufwasser geweiht und zum Taufbrunnen getragen. Der Priester erneuert mit der Pfarrgemeinde das Taufversprechen.

Anschließend wird das Hochamt der Osternacht mit dem dreimaligen "Alleluja" gefeiert.

Die Osterkerze steht auf der Evangelienseite des Altares bis zum Fest Christi Himmelfahrt.

Aus dem glorreichen Rosenkranz:
Jesus, der von den Toten auferstanden ist.

"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Jo 11, 25)

22. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS IST KÖNIG DES HIMMELS UND DER ERDE

" . . . aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. "

Jesus Christus hat nach seiner Auferstehung den Apostel Petrus zu seinem Stellvertreter auf Erden und zum sichtbaren Haupt der Kirche eingesetzt.

Während Jesus mit den Aposteln zusammen war, gebot er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern die Verheißung des Vaters zu erwarten: "Darüber habt ihr von mir gehört: Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden." (Apg 1, 4-5) Jesus führte die Jünger hinaus gegen Bethanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Segnend schied er von ihnen und fuhr in den Himmel auf. Sie fielen anbetend nieder. Dann kehrten sie hocherfreut nach Jerusalem zurück. (Lk 24, 50-52)

Jesus Christus herrscht in alle Ewigkeit als der verklärte Gottmensch zur Rechten des Vaters: Er besitzt mit Gott Vater die höchste Macht und Herrlichkeit. Er thront und waltet in der Herrlichkeit Gottes. Er bleibt das unsichtbare Haupt der Kirche. Jesus Christus ist der Mittler des Heiles für die Menschen als höchster Lehrer, Priester und Hirte bis an das Ende der Zeiten. Er verleiht ihnen Wahrheit, Gnade und Seligkeit.

Jesus Christus ist unser Herr und König. Durch seinen Erlösertod sind wir sein Eigentum geworden. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, wie es die Reiche dieser Erde sind, aber es ist in dieser Welt. Das Reich Christi erweist in den Seelen der Menschen seine Kraft. Es ist überall dort, wo Menschen an den Gottessohn glauben und in seiner Gnade leben und sterben.

Was hat Jesus den Aposteln bei seiner Himmelfahrt verheißen? - Warum ist Jesus in den Himmel aufgefahren? - Warum ist Christus durch seinen Erlösertod König der Menschheit? - Wo erweist das Reich Gottes seine Kraft?

Merksätze:

49. Was heißt: "Jesus sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters?"

Jesus sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, heißt, Jesus besitzt auch als Mensch mit dem Vater die höchste Macht und Herrlichkeit und übt die Herrschergewalt aus.

50. Warum bleibt Christus der Mittler des Heiles?

Christus bleibt der Mittler des Heiles, weil er als höchster Lehrer, Priester und Hirte den Menschen aller Zeiten Wahrheit, Gnade und Seligkeit verleiht.

FÜR MEIN LEBEN

Christus ist Herr und König über alles. Ihm zu, dienen, ist die Aufgabe meines Lebens. Ich weihe ihm meinen Verstand im lebendigen Glauben, meinen Willen im treuen Gehorchen.

Denke nach, warum Jesus zu Pilatus gesagt hat: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"; wie du zeigen kannst, dass Christus der König deines Lebens ist: als Ministrant, in der katholischen Jungschar, durch das offene Bekenntnis deines Glaubens, durch ein christliches Leben und Beispiel!

AUS DER LITURGIE

Das Fest Christi Himmelfahrt wird vierzig Tage nach Ostern gefeiert. Es ist ein gebotener Feiertag.

Wir feiern Christus den König schon am Fest der Erscheinung des Herrn, dann am zweiten Passionssonntag - Palmsonntag - durch die Palmprozession; am letzten Sonntag im Oktober durch das Christkönigsfest.

Jesus Christus ist zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. (Röm 8, 34)

18. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT NACH DEM WILLEN SEINES HIMMLISCHEN VATERS DEN MENSCHEN DAS HEIL GEBRACHT

Auf der Wanderung nach Galiläa musste Jesus seinen Weg durch Samaria nehmen. Dort begegnete ihm am Jakobsbrunnen eine Samariterin. Jesus redete mit der Frau und belehrte sie. Sie erkannte, dass Jesus der erwartete Messias ist, und eilte in die Stadt, um die Leute herbeizuholen. Unterdessen boten die Jünger dem Meister von ihren Speisevorräten an.

Jesus erklärte ihnen: "Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden." (104,34)

Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um den Willen seines göttlichen Vaters zu tun und das Heilswerk zu vollenden. Deshalb wanderte er drei Jahre lang durch das Land. Er lehrte in Städten und Dörfern, im Tempel, in den Synagogen und in den Häusern. überall verkündete er die Frohe Botschaft des himmlischen Vaters.

Jesus bekehrte die Sünder und verzieh ihnen ihre Schuld. Er heilte Kranke und erweckte Tote wieder zum Leben. Durch diese Werke und Wohltaten sollten ihn die Menschen als den Sohn Gottes erkennen und seine Lehre als die Frohe Botschaft Gottes annehmen. Sie sollten den Willen Gottes kennen lernen und sich bemühen, ihn in ihrem Leben zu erfüllen. Das Heilswerk Gottes sollte in ihnen erfüllt werden.

Jesus sandte die Apostel aus, damit nicht bloß die Juden, sondern alle Menschen die Botschaft Gottes hören und das Heil erlangen.

Jesus hat nicht nur in seinem Leben und Wirken den Willen Gottes erfüllt. Er war auch bereit, durch sein Leiden und Sterben den Willen seines Vaters zu tun und den Menschen das ewige Heil zu vermitteln.

Warum ist Jesus auf die Welt gekommen? - Wie hat er in seinem Leben den Willen des Vaters erfüllt? - Wie hat Jesus dafür gesorgt, dass alle Menschen den Willen Gottes erkennen? - Wozu war Jesus bereit, um das Heilswerk Gottes zu vollenden?

Merksätze:

40. Was hat Jesus über den Willen seines Vaters gesagt?

Jesus hat gesagt: "Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat."

41. Wie hat Jesus Christus in seinem öffentlichen Leben den Willen Gottes erfüllt?

Jesus Christus hat die Menschen gelehrt, hat Kranke geheilt, Tote erweckt und sich der Sünder erbarmt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will den Willen Gottes immer besser kennen lernen und in meinem Leben immer mehr erfüllen, auch wenn es schwer ist und Gott von mir Opfer verlangt.

Denke nach, wie wir Menschen den Willen Gottes erkennen; warum es für uns das Beste ist, Gottes Willen zu tun! - Erkläre, warum es für uns manchmal schwer ist, den Willen Gottes zu tun!

"Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" (Lk 22, 43)

19. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT FREIWILLIG LEIDEN UND TOD AUF SICH GENOMMEN

"Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.« 

Es war gegen Ende des öffentlichen Wirkens Jesu Christi. Das Osterfest der Juden war nahe: Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Da nahm er die zwölf Jünger beiseite und sprach unterwegs zu ihnen: "Wir ziehen hinauf nach Jerusalem. Dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten übergeben werden. Diese werden ihn zum Tode verurteilen und dann den Heiden überantworten, auf dass er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt werde. Doch am dritten Tage wird er auferstehen." (Mt 20, 17-19)

Jesus wusste, dass er in Jerusalem leiden und sterben muss. Dennoch ging er nach Jerusalem hinauf. Er nahm freiwillig Leiden und Tod auf sich, um den Auftrag seines Vaters zu erfüllen.

Er tat dies vor allem aus Liebe und Gehorsam zum himmlischen Vater. Gott war durch die Erbsünde und die Sünden der Menschen so schwer beleidigt worden, dass kein bloßer Mensch dieses Unrecht gut machen konnte. Nur der Sohn Gottes konnte den Vater versöhnen.

Jesus wollte auch aus Liebe zu uns Sündern leiden und sterben. Die Erbsünde und die Sünde aller Menschen luden eine so große Schuld auf uns, dass nur der Sohn Gottes uns davon befreien konnte. Jesus ertrug mit Demut und Sanftmut die körperlichen und seelischen Schmerzen. Als Sinnbild der Liebe des Heilandes verehren wir das göttliche Herz Jesu. Adam gab das natürliche Leben seinen Nachkommen weiter, Christus schenkt uns das übernatürliche Leben. Adam verlor durch seinen Hochmut und seinen Ungehorsam die Gotteskindschaft, Christus verdiente uns durch seine Demut und seinen Gehorsam die Gnade der Erlösung.

Warum war ein Erlöser notwendig? - Warum konnte nur der Sohn Gottes die Menschen erlösen? - Wann hat Jesus sein Erlösungswerk begonnen und wann vollendet? - Wie hat Jesus das gutgemacht, was Adam verschuldet hat? - Warum verehren wir das göttliche Herz Jesu?

Merksätze:

42. Warum wollte Jesus leiden und sterben?

Jesus wollte leiden und sterben:

1. Aus Liebe und Gehorsam gegen seinen himmlischen Vater;

2. aus Liebe zu uns Menschen.

43. Wie hat Jesus den Auftrag seines Vaters vollendet?

Jesus hat freiwillig Leiden und Tod auf sich genommen.

FÜR MEIN LEBEN

Die unendliche Liebe des Erlösers mahnt mich: Bereue deine Sünden!

Denke nach, in welchen Lebenslagen du dich vor allem an das Leiden Jesu erinnern sollst! - Erkläre, warum wir Jesus als den zweiten Adam bezeichnen, warum es auch für Jesus schwer war, Leiden und Tod auf sich zu nehmen; woran du erkennst, dass Jesus freiwillig und aus Liebe die Leiden auf sich genommen hat; was die Inschrift an manchem Kreuz bedeutet: "Das tat ich für dich; was tust du für mich?"; warum wir beten: "Heiligstes Herz Jesu, du Quelle des Lebens und der Heiligkeit, erbarme dich unser!" - Berichte, welche Darstellungen des leidenden Heilandes du kennst! -

Bete: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich;

denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Ich danke dir, Herr Jesu Christ,
dass du für mich gestorben bist.
Lass deinen Tod und deine Pein
doch nicht an mir verloren sein!

AUS DER LITURGIE

Zum Andenken an das Leiden und Sterben Jesu hat die Kirche den Freitag als Fasttag bestimmt.

Am zweiten Freitag nach dem Fronleichnamsfest feiern wir das HerzJesu-Fest. Den ersten Freitag eines jeden Monats bezeichnen wir als Herz-Jesu-Freitag. Das Fest des kostbaren Blutes Jesu Christi ist am 1. Juli.

Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes:

Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat;
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist;
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist;
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat;
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.

Am Donnerstag beten wir in Erinnerung an die Todesangst Christi.
Am Freitag beten wir in Erinnerung an den Tod des Herrn.

"Eine größere Liebe hat niemand als der, der für seine Freunde sein Leben hingibt." (Jo 15, 13)

20. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT UNS DURCH SEIN KREUZESOPFER ERLÖST

Pilatus übergab den Juden Jesus zur Kreuzigung. Sie nahmen also Jesus und führten ihn hinaus. Er trug selbst sein Kreuz und ging hinaus an den Ort, der Schädelstätte heißt, auf hebräisch Golgotha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm noch zwei andere zu bei den Seiten, Jesus aber in der Mitte.
Bei dem Kreuze standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena. Als Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dastehen sah, sprach er zu seiner Mutter: "Frau, siehe da, dein Sohn!" Dann sprach er zu dem Jünger: "Siehe da, deine Mutter!" Von jener Stunde an nahm der Jünger sie in sein Haus.
Jesus wusste, dass nunmehr alles vollbracht war. Darum sprach er, damit die Schrift erfüllt werde: "Mich dürstet." Ein Gefäß voll Essig stand da. Man füllte nun einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf einen Hysopstengel und hielt ihn an seinen Mund. Als Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: "Es ist vollbracht." Dann neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. (Jo 19, 16-18. 25-30)

Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz dem himmlischen Vater seinen heiligen Leib und sein heiliges Blut als Opfer dargebracht. Jesus ist Opferpriester und zugleich auch Opfergabe. Der Tod Christi ist das einzige Opfer, das Gott versöhnen konnte. Nur dieses hatte unendlichen Wert. Das Kreuzesopfer Christi ist das vollkommene Opfer des Neuen Bundes.

In jedem heiligen Messopfer wird das Kreuzesopfer Christi unblutig vergegenwärtigt. Auch in der heiligen Messe ist Jesus Christus der Opferpriester und die Opfergabe.

Durch seinen Opfertod am Kreuze hat uns Jesus von der Knechtschaft des Teufels, von der Sünde und von der ewigen Verdammnis erlöst. Er hat für unsere Sünden Genugtuung geleistet. Am Kreuz hat Jesus Christus den Neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gestiftet. Er hat uns das ewige Leben im Reich Gottes gebracht. Die Früchte der Erlösung empfangen wir durch die Kirche, besonders durch die sieben heiligen Sakramente.

Unter dem Kreuz ihres göttlichen Sohnes stand die Gottesmutter. Sie hat, wie sonst kein Mensch, an dem Leiden Christi teilgenommen. Wir verehren sie deshalb als die Schmerzensmutter und die Königin der Märtyrer. Vom Kreuze herab hat sie Jesus auch uns zur Mutter gegeben.

Warum ist das Kreuzesopfer Christi das vollkommene Opfer? - Wer ist Opfergabe, wer ist Opferpriester, was ist der Zweck des Kreuzesopfers? - Wann wird das Kreuzesopfer Christi vergegenwärtigt? - Wie hat sich Jesus am Kreuz dem himmlischen' Vater geopfert? - Wie opfert er sich in jeder heiligen Messe? Wie werden die Früchte des Kreuzesopfers uns zugewendet? - Warum verehren wir die Gottesmutter als Schmerzensmutter und als Königin der Märtyrer? Warum ist sie auch unsere Mutter?

Merksätze:

44. Wovon hat uns Jesus Christus erlöst?

Jesus Christus hat uns von der Knechtschaft des Teufels, von der Sünde und der ewigen Verdammnis erlöst.

45. Was hat uns Jesus Christus gebracht?

Jesus Christus hat uns das ewige Leben im Reich Gottes gebracht.

46. Welches ist das Opfer des Neuen Bundes?

Das Opfer des Neuen Bundes ist das Kreuzesopfer Jesu Christi.

FÜR MEIN LEBEN

Bei jeder heiligen Messe will ich mich mit dem Opfer Jesu Christi vereinigen und mich ganz dem himmlischen Vater schenken.

Denke nach, welcher Unterschied zwischen den Opfern des Alten Bundes und dem Opfer des Neuen Bundes besteht; wie reich unsere Seele durch die Mitfeier am Messopfer wird! - Erkläre, warum wir Jesus als den ewigen Hohenpriester bezeichnen; warum die heilige Messe so überaus wertvoll ist; warum wir am Sonntag das heilige Messopfer mitfeiern; wie die Gottesmutter am Leiden Jesu teilgenommen hat!

AUS DER LITURGIE

Die Fastenzeit:
Die Fastenzeit ist eine Zeit der Buße. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch. Beim Gottesdienst werden Gewänder in violetter Farbe verwendet. Am Aschermittwoch bezeichnet der Priester die Gläubigen mit dem Aschenkreuz und spricht: "Gedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst."
Der fünfte Sonntag in der Fastenzeit ist der Passionssonntag oder Leidenssonntag. Die Kreuze werden mit einem violetten Tuch verhüllt.

Die Karwoche:
Sie ist die letzte Woche der Fastenzeit und erinnert uns an das Leiden und den Erlösungstod Christi.

Der zweite Passionssonntag oder Palmsonntag.
Der Priester weiht Palmzweige und andere Zweige. Wir halten mit den geweihten Zweigen eine Prozession und preisen Christus unseren König. Bei der Messfeier wird die Leidensgeschichte des Herrn nach Matthäus gelesen.

Der Gründonnerstag.
Wir denken an das Letzte Abendmahl, an die Fuß waschung, an die Einsetzung des Allerheiligsten Sakramentes des Altares, an die Todesangst und Gefangennahme Jesu am Ölberg.
In Bischofskirchen werden am Vormittag die heiligen Öle geweiht: das Tauföl, das Chrisam und das Krankenöl. In jeder Kirche wird am Abend die eigentliche Festmesse zur Erinnerung an das Letzte Abendmahl gefeiert. Das Altarkreuz ist weiß verhüllt und das Gloria wird gesungen. Zum Gloria läuten alle Glocken. Dann schweigen sie bis zur Osternacht. Dafür werden hölzerne Klappern und "Ratschen" verwendet.

Nach dem Evangelium und einer kurzen Ansprache kann der Priester nach dem Beispiel Jesu an zwölf Männern die Fußwaschung vornehmen. Nach der Abendmahlsmesse wird das Allerheiligste an einen Seitenaltar gebracht. Dort werden bis Mitternacht Gebetsstunden zum Gedächtnis an das Ölbergleiden Christi gehalten.

Der heilige Karfreitag.
Der Gottesdienst beginnt um die Stunde, da Jesus Christus sein Leiden am Kreuz vollendet hat. Der Priester trägt schwarze Gewänder. Zuerst hören wir Lesungen aus dem Alten Testament. Darauf folgt die Leidensgeschichte des Herrn nach Johannes. Dann betet der Priester für alle Anliegen der Kirche die Fürbitten.
Danach wird das heilige Kreuz enthüllt und verehrt. Dabei singt der Priester: "Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen." Alle antworten: "Kommt, lasst uns anbeten!"
Nun folgt die Kommunionfeier der Pfarrgemeinde. Oft findet zum Schluss die sogenannte Grablegung statt. Die heilige Hostie wird in der Monstranz zur Anbetung ausgesetzt.

Der heilige Karsamstag.
Dieser Tag ist der Grabesruhe des Herrn geweiht.

Jesus ist das Sühneopfer für unsere Sünden, und nicht bloß für unsere, sondern auch für die der ganzen Welt. (1 Jo 2, 2)

21. LEHRSTÜCK: DER HEILAND IST ERSTANDEN!

"Abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten."

Beim Morgengrauen des ersten Wochentages machten sich Maria Magdalena und die andere Maria auf den Weg, um nach dem Grabe zu sehen. Da erbebte die Erde gewaltig. Ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wächter erbebten aus Furcht vor ihm und waren wie tot. Der Engel redete die Frauen an: "Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt, seht hier den Ort, wo der Herr gelegen hat. Und nun geht eilends hin und meldet seinen Jüngern: Er ist von den Toten auferstanden und geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch hiemit gesagt." (Mt 28, 1-7)

Als Jesus am Kreuze starb, trennte sich seine Seele vom Leibe und stieg in die Vorhölle hinab. In der Vorhölle waren die Seelen der Gerechten, die auf den Erlöser warten mussten. Ihnen hat Jesus die Erlösung verkündet.

Am Ostermorgen vereinigte Jesus aus eigener Kraft seine Seele wieder mit dem Leibe und stand von den Toten auf. Er ging als Sieger über die Sünde und den Tod aus dem Grab hervor. Die heiligen Wunden behielt der Auferstandene bei. Sein Leib war derselbe wie am Kreuz, aber nach der Auferstehung war er überaus herrlich. Er konnte alles durchdringen und war so schnell wie die Gedanken. Der Auferstandene ist nun unfähig, zu leiden. Er ist unsterblich.

Die Auferstehung Christi beweist, dass seine Lehre wahr ist und dass er wirklich Gott ist. Wie Christus auferstanden ist, werden auch wir auferstehen. Die Apostel wurden in ihrem Glauben an Jesus bestärkt. Sie haben den Auferstandenen mit eigenen Augen gesehen, ihn berührt und mit ihm geredet. Sie predigten die Auferstehung des Herrn vor Juden und Heiden. Sie sind für diese Wahrheit in den Tod gegangen.

Was heißt: Die Seele Jesu ist nach dem Tode zur Hölle abgestiegen? - Welche Seelen hat Jesus aus der Vorhölle befreit? - Warum ist die Auferstehung das größte Wunder Jesu? - Was geschah bei der Auferstehung? - Warum ist Jesus der Sieger über den Tod und die Sünde? - Wie war der Leib Jesu nach der Auferstehung? - Warum ist die Auferstehung der sicherste Beweis der Gottheit Jesu?

Merksätze:

47. Warum konnten die Apostel die Auferstehung Jesu sicher bezeugen?

Die Apostel haben den Auferstandenen mit eigenen Augen gesehen, ihn berührt und mit ihm geredet.

48. Was lehrt die Auferstehung Jesu?

Die Auferstehung Jesu lehrt:

1. dass seine Lehre wahr ist;

2. dass Jesus wirklich Gott ist;

3. dass auch wir einst auferstehen werden.

FÜR MEIN LEBEN

Wenn ich mit Christus lebe, werde ich auferstehen und ewig mit Christus vereint sein.

Denke nach, wo die Seelen der Gerechten vor der Erlösung waren; was für Opfer die Apostel für die Lehre von der Auferstehung brachten!

AUS DER LITURGIE

Das heilige Osterfest ist das Fest unserer Erlösung und darum das höchste des Kirchenjahres. Es wird immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Alle Feste des Kirchenjahres sind auf das Fest der Auferstehung Christi hingeordnet.

Der Gottesdienst der heiligen Osternacht beginnt vor dem Gotteshaus. Dort wird das Feuer geweiht. Darauf folgt die Weihe der Osterkerze. Sie ist das Sinnbild des Auferstandenen. Fünf Weihrauchkörner werden geweiht und in Kreuzesform der Osterkerze eingefügt. Diese wird dann angezündet und in das dunkle Gotteshaus getragen. Dabei wird dreimal angestimmt: "Lumen Christi!" - Licht Christi! Alle antworten: "Deo gratias!" - Gott sei Dank! Vor der geweihten Osterkerze singt der Priester zum Lob des Auferstandenen einen Jubelgesang, das "Exsultet",

An der Osterkerze werden die übrigen Lichter im Gotteshaus entzündet.

Nach vier Lesungen aus dem Alten Bund wird die Allerheiligenlitanei gebetet. Dann wird das Taufwasser geweiht und zum Taufbrunnen getragen. Der Priester erneuert mit der Pfarrgemeinde das Taufversprechen.

Anschließend wird das Hochamt der Osternacht mit dem dreimaligen "Alleluja" gefeiert.

Die Osterkerze steht auf der Evangelienseite des Altares bis zum Fest Christi Himmelfahrt.

Aus dem glorreichen Rosenkranz:
Jesus, der von den Toten auferstanden ist.

"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Jo 11, 25)

22. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS IST KÖNIG DES HIMMELS UND DER ERDE

" . . . aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. "

Jesus Christus hat nach seiner Auferstehung den Apostel Petrus zu seinem Stellvertreter auf Erden und zum sichtbaren Haupt der Kirche eingesetzt.

Während Jesus mit den Aposteln zusammen war, gebot er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern die Verheißung des Vaters zu erwarten: "Darüber habt ihr von mir gehört: Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden." (Apg 1, 4-5) Jesus führte die Jünger hinaus gegen Bethanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Segnend schied er von ihnen und fuhr in den Himmel auf. Sie fielen anbetend nieder. Dann kehrten sie hocherfreut nach Jerusalem zurück. (Lk 24, 50-52)

Jesus Christus herrscht in alle Ewigkeit als der verklärte Gottmensch zur Rechten des Vaters: Er besitzt mit Gott Vater die höchste Macht und Herrlichkeit. Er thront und waltet in der Herrlichkeit Gottes. Er bleibt das unsichtbare Haupt der Kirche. Jesus Christus ist der Mittler des Heiles für die Menschen als höchster Lehrer, Priester und Hirte bis an das Ende der Zeiten. Er verleiht ihnen Wahrheit, Gnade und Seligkeit.

Jesus Christus ist unser Herr und König. Durch seinen Erlösertod sind wir sein Eigentum geworden. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, wie es die Reiche dieser Erde sind, aber es ist in dieser Welt. Das Reich Christi erweist in den Seelen der Menschen seine Kraft. Es ist überall dort, wo Menschen an den Gottessohn glauben und in seiner Gnade leben und sterben.

Was hat Jesus den Aposteln bei seiner Himmelfahrt verheißen? - Warum ist Jesus in den Himmel aufgefahren? - Warum ist Christus durch seinen Erlösertod König der Menschheit? - Wo erweist das Reich Gottes seine Kraft?

Merksätze:

49. Was heißt: "Jesus sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters?"

Jesus sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, heißt, Jesus besitzt auch als Mensch mit dem Vater die höchste Macht und Herrlichkeit und übt die Herrschergewalt aus.

50. Warum bleibt Christus der Mittler des Heiles?

Christus bleibt der Mittler des Heiles, weil er als höchster Lehrer, Priester und Hirte den Menschen aller Zeiten Wahrheit, Gnade und Seligkeit verleiht.

FÜR MEIN LEBEN

Christus ist Herr und König über alles. Ihm zu, dienen, ist die Aufgabe meines Lebens. Ich weihe ihm meinen Verstand im lebendigen Glauben, meinen Willen im treuen Gehorchen.

Denke nach, warum Jesus zu Pilatus gesagt hat: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"; wie du zeigen kannst, dass Christus der König deines Lebens ist: als Ministrant, in der katholischen Jungschar, durch das offene Bekenntnis deines Glaubens, durch ein christliches Leben und Beispiel!

AUS DER LITURGIE

Das Fest Christi Himmelfahrt wird vierzig Tage nach Ostern gefeiert. Es ist ein gebotener Feiertag.

Wir feiern Christus den König schon am Fest der Erscheinung des Herrn, dann am zweiten Passionssonntag - Palmsonntag - durch die Palmprozession; am letzten Sonntag im Oktober durch das Christkönigsfest.

Jesus Christus ist zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. (Röm 8, 34)

23. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS WIRD MIT MACHT UND HERRLICHKEIT WIEDERKOMMEN

" ... Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten."

Jesus hat seine glorreiche Wiederkunft vorausgesagt:

"Sogleich nach der Drangsal jener Tage wird sich die Sonne verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker auf Erden werden wehklagen. Sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. Er wird seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten von den vier Windrichtungen zusammenbringen, von einem Ende des Himmels bis zum andern." (Mt 24, 29-31)

Jesus Christus wird am Ende der Zeit als König und Richter erscheinen. Bei dieser Wiederkunft wird seine göttliche Macht und Herrlichkeit der ganzen Schöpfung offenbar werden. Wann Jesus wiederkommen wird, weiß nur Gott allein. Alle Menschen werden dann vor das Gericht des Herrn gerufen, und die Erlösung wird vollendet werden.

Merksätze:

51. Wann wird Jesus Christus wiederkommen?

Jesus Christus wird am Ende der Zeit mit großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen.

52. Wozu wird Jesus Christus wiederkommen?

Jesus Christus wird wiederkommen, um alle Menschen zu richten und die Erlösung zu vollenden.

FÜR MEIN LEBEN

Ich weiß nicht Tag noch Stunde, wann Jesus zum Gericht wiederkommt. Ich will so leben, dass ich mit Freuden daran denken kann.

Denke nach, in welchem Gleichnis Jesus mahnt, für sein Kommen bereit zu sein; was beim Gericht am Ende der Welt offenbar wird; wie wir uns auf die Wiederkunft Christi vorbereiten sollen! - Erkläre, warum wir die Zeit der Wiederkunft Christi nicht genau wissen!

Gott, unser Vater, mache eure Herzen stark, dass ihr untadelig und heilig vor ihm dasteht, wenn unser Herr Jesus Christus mit allen seinen Heiligen wiederkommt. (1 Thess 3, 13)

24. LEHRSTÜCK: DER HEILIGE GEIST IST AM PFINGSTFEST AUF DIE APOSTEL HERABGEKOMMEN

" ... Ich glaube an den Heiligen Geist."

Nach seinem Abschied von der Welt wollte Jesus Christus seine Kirche nicht allein lassen. Darum sandte er ihr den Heiligen Geist.

Das Pfingstfest war gekommen, und alle Apostel waren beisammen. Plötzlich erhob sich vom Himmel her ein Brausen, als ob ein gewaltiger Sturm daher führe. Es erfüllte das ganze Haus, in dem sie versammelt waren. Zungen wie von Feuer erschienen ihnen, verteilten sich und ließen sich auf jeden von ihnen nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen in fremden Sprachen zu reden, wie sie der Heilige Geist ihnen eingab. (Apg 2, 1-4)

Der Heilige Geist hat die Apostel und alle, die im Abendmahlsaal versammelt waren, mit Gnade erfüllt. Er hat sie erleuchtet, gestärkt und geheiligt, dass sie als Vorsteher der Kirche Christi ihr Amt recht verwalten.

Am Pfingstfeste ist das geheimnisvolle Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche erkennbar geworden. Der Heilige Geist lehrt uns durch die Kirche. Er erleuchtet sie, so dass sie unfehlbar die Lehre Christi bewahrt und sie ohne Irrtum verkündet. Der Heilige Geist heiligt die Kirche und teilt durch sie die Gnaden der Erlösung aus. Er hilft der Kirche bei ihrer Aufgabe, alle Menschen zur Seligkeit zu führen. In den Verfolgungen macht er sie mutig und standhaft. Der Heilige Geist ist der Beistand und Tröster der Kirche. Er leitet sie bis an das Ende der Welt.

Was hat der Heilige Geist in den Aposteln bewirkt? - Wann wurde das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche erkennbar? - Wie hilft der Heilige Geist der Kirche bei der Verkündigung der Lehre Christi? - Zu welcher Aufgabe stärkt der Heilige Geist die Kirche? - Wie hilft der Heilige Geist der Kirche in den Verfolgungen? - Wie lange wirkt der Heilige Geist in der katholischen Kirche?

Merksätze:

53. Was hat der Heilige Geist in den Aposteln bewirkt?

Der Heilige Geist hat die Apostel erleuchtet, gestärkt und geheiligt.

54. Wie wirkt der Heilige Geist in der katholischen Kirche?

Der Heilige Geist lehrt und leitet die gesamte Kirche und teilt durch sie seine Gnaden aus.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich vertrauensvoll von der Kirche führen lassen.

Denke nach, welche besonderen Gnaden der Heilige Geist der Kirche und ihren Gliedern schenkt! - Berichte, was Jesus über das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche verheißen hat; was in der Apostelgeschichte über das Wirken des Heiligen Geistes berichtet wird!

AUS DER LITURGIE

Zehn Tage nach der Himmelfahrt Christi feiern wir die Herabkunft des Heiligen Geistes am. Pfingstfest. Die liturgische Farbe ist rot.

Aus dem glorreichen Rosenkranz:

Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.

"Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Jo 14, 26)

25. LEHRSTÜCK: DER HEILIGE GEIST IST DIE DRITTE GÖTTLICHE PERSON

Durch das Sprachenwunder, das der Heilige Geist bewirkte, waren alle Versammelten voll Staunen und Verwunderung. Da trat Petrus vor und sprach:

"Vernehmt meine Worte!
Hier geht das Wort des Propheten Joel in Erfüllung:
In der Endzeit, spricht Gott,
werde ich ausgießen meinen Geist über alles Fleisch,
dann werden eure Söhne und Töchter weissagen,
eure Jünglinge Gesichte schauen
und eure Greise Traumgesichte haben.
Selbst über meine Knechte und Mägde
werde ich meinen Geist in jenen Tagen ausgießen,
und sie werden weissagen.
Wunderzeichen will ich erscheinen lassen
am Himmel oben und auf der Erde unten." (Apg 2, 14-19)

Die Heilige Schrift des Neuen Bundes berichtet in vielfältiger Weise vom Heiligen Geist. Bei der Taufe Jesu hat sich der Heilige Geist als die dritte göttliche Person geoffenbart. Jesus Christus hat beim Letzten Abendmahl den Heiligen Geist als Beistand versprochen. Der Vater und der Sohn haben uns den Heiligen Geist gesandt.

Der Heilige Geist ist wahrer Gott, wie der Vater und der Sohn. Er besitzt alle göttlichen Eigenschaften. Der Heilige Geist ist höchst heilig und gütig, er weiß alles und kann alles. Er ist überall. Er geht von Ewigkeit her vom Vater und vom Sohne aus. Er wird in gleicher Weise wie der Vater und der Sohn angebetet und verherrlicht.

Der Heilige Geist wohnt in uns. Er erleuchtet, stärkt und heiligt uns durch die Sakramente und gibt uns seine sieben Gaben: Die Gabe der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und die Gabe der Furcht des Herrn.

Der Heilige Geist hilft uns auch, das Gute zu tun und vollkommen zu werden. Er weckt und stärkt unseren Glauben, tröstet uns und erfüllt uns mit seiner unendlichen Liebe.

Wie hat sich der Heilige Geist geoffenbart? - Wann hat Jesus den Heiligen Geist verheißen? - Was sagt uns die Heilige Schrift über den Heiligen Geist? - Woher wissen wir, dass der Heilige Geist die dritte göttliche Person ist? - In welcher Beziehung steht der Heilige Geist zu den anderen göttlichen Personen?

Merksätze:

55. Wer ist der Heilige Geist?

Der Heilige Geist ist die dritte göttliche Person.

56. Wie wirkt der Heilige Geist in unseren Herzen?

Der Heilige Geist erleuchtet, stärkt und heiligt uns. Er spendet uns seine sieben Gaben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will den Heiligen Geist in mir wirken lassen, wenn er mich mahnt, den christlichen Glauben zu bekennen und danach zu leben.

Denke nach, warum wir zum Heiligen Geist beten sollen; wann wir zum Heiligen Geist beten sollen! - Erkläre, wie du dich für das Wirken des Heiligen Geistes bereit machen kannst; wie du zum Wirken des Heiligen Geistes in dir beitragen kannst; wie du dich gegen den Heiligen Geist versündigst! - Berichte, welche Darstellungen des Heiligen Geistes du kennst und erkläre, was sie bedeuten; welche Lieder zum Heiligen Geist du kennst!

AUS DER LITURGIE

Gebet zum Heiligen Geist:

"Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.

V: Sende aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen.

A: Und du wirst das Angesicht der Erde erneuern."

V: Lasset uns beten: O Gott, du hast die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in demselben Geiste das, was recht ist, verstehen und seines Trostes uns allezeit erfreuen mögen. Durch Christus, unsern Herrn.

A: Amen.

Alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes. (Röm 8, 14)

26. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE IST DIE GEMEINSCHAFT ALLER GETAUFTEN

"Ich glaube an die heilige katholische Kirche."

In seiner Pfingstpredigt hielt der Apostel Petrus den Juden vor, dass sie Jesus, den Sohn Gottes, gekreuzigt hatten.

"Eben diesen Jesus hat Gott auferweckt. Dafür sind wir alle Zeugen. Durch die Rechte Gottes erhöht, hat er den verheißenen Heiligen Geist vom Vater empfangen und ihn jetzt ausgegossen, wie ihr seht und hört."
Als sie das hörten, ging es ihnen durchs Herz. Sie sagten zu Petrus und den anderen Aposteln: "Brüder, was sollen wir tun?" Petrus erwiderte ihnen: "Bekehrt euch, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, auf dass ihr Vergebung eurer Sünden und die Gabe des Heiligen Geistes empfanget .... "
Noch mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie. ... Die nun sein Wort annahmen, wurden getauft. An jenem Tage kamen gegen dreitausend Seelen hinzu. (Apg 2, 33. 37. 38. 40. 41)

Durch das Sakrament der Taufe werden wir in die Gemeinschaft der Kirche Christi aufgenommen. Die Glieder der Kirche sind untereinander verbunden wie die Glieder eines Leibes. Das Haupt dieses Leibes ist Jesus Christus. Wie alle Glieder des Leibes vom Haupte aus mit Leben erfüllt und gelenkt werden, so geschieht dies auch in der Kirche. Sie ist der Leib Christi. Christus schenkt ihr das Leben, er lenkt sie und sorgt für sie. Ohne Christus kann die Kirche nicht sein. Darum nennt der heilige Paulus die Kirche den "geheimnisvollen Leib Christi." Die Glieder dieses Leibes sind die Gläubigen; alle müssen Christus als das Haupt und alle Getauften als Glieder Christi lieben. Sie sollen mit dem Haupte und den Gliedern in Gebet und Opfer verbunden sein. Die Ungetauften und die Irrgläubigen gehören nicht zur katholischen Kirche.

Die Lebenskraft, welche die Kirche durchdringt, ist der Heilige Geist. Er verbindet die Glieder mit dem Haupte und untereinander. Der Heilige Geist ist gleichsam die Seele der Kirche.

Wodurch werden die Gläubigen Glieder der Kirche? - Wie ist die Beziehung zwischen Christus und der Kirche? - Wie ist die Beziehung zwischen dem Heiligen Geist und der Kirche? - Was sind wir untereinander durch die Taufe geworden?

Merksätze:

57. Was ist die Kirche?

Die Kirche ist die Gemeinschaft aller, die durch Glaube und Taufe mit Christus verbunden und mit dem Heiligen Vater geeint sind.

58. Warum heißt die Kirche der geheimnisvolle Leib Christi?

Die Kirche heißt der geheimnisvolle Leib Christi,

1. weil alle Getauften mit Christus eine Familie bilden;

2. weil Christus das Haupt ist und wir die Glieder seines Leibes sind;

3. weil von Christus das göttliche Leben auf uns überströmt.

FÜR MEIN LEBEN

Als katholischer Christ bin ich aufs innigste mit Christus verbunden. Was ich denke, rede und tue, muss dieser Gemeinschaft entsprechen.

Denke nach, wie Christus der Kirche das Leben erworben hat; wie er sie stärkt und für sie sorgt; wie sich die Gemeinschaft der Kirche im Gottesdienst zeigt! - Erkläre, warum Christus das Haupt der Kirche ist; welche Bedeutungen das Wort "Kirche" haben kann!

Wie wir an dem einen Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder den gleichen Dienst verrichten, so bilden wir alle zusammen einen Leib in Christus, einzeln aber sind wir Glieder untereinander. (Röm 12, 4-5)

27. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE CHRISTI IST EINE SICHTBARE GEMEINSCHAFT

Jesus Christus hat seine Kirche als sichtbare Gemeinschaft gegründet. Er sammelte Jünger um sich und wählte aus ihnen die zwölf Apostel. Ihnen trug er auf, seine Lehre allen Menschen zu verkünden, die Sakramente zu spenden und das heilige Messopfer darzubringen. Sie sollten die Gläubigen zu einem Leben nach der Lehre ihres Meisters anhalten. Den Apostel Petrus hat Jesus zu seinem Stellvertreter auf Erden und zum sichtbaren Haupte seiner Kirche auserwählt.

"Du bist Petrus, das ist Fels. Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was immer du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden seid, und was immer du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 16, 18. 19)

Nach seiner Auferstehung hat Jesus Christus dem Apostel Petrus die Leitung seiner Kirche übertragen: "Weide meine Lämmer ... weide meine Schafe!" (10 21, 15. 17)

Der Nachfolger des Apostels Petrus ist der Bischof von Rom. Er ist das sichtbare Haupt der katholischen Kirche. Wir nennen ihn Papst und als Stellvertreter Jesu Christi "Heiliger Vater". Die Ratgeber des Papstes sind die Kardinäle. Sie wählen den Papst. Die Kirche Christi heißt römisch-katholische Kirche, weil der Papst der Bischof von Rom ist.

Die Apostel gaben ihr Amt an ihre Nachfolger, die Bischöfe, weiter. Das Gebiet, das ein Bischof verwaltet, heißt Diözese oder Bistum, manchmal Apostolische Administratur. In Österreich sind zwei Kirchenprovinzen: die Erzdiözese Salzbur g mit den Diözesen Seckau-Graz, Gurk-Klagenfurt und die Erzdiözese Wien mit den Diözesen St. Pölten, Linz, Eisenstadt. Die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch ist direkt dem Heiligen Vater unterstellt.

Die Diözesen sind in Pfarren eingeteilt. Der Priester, der von seinem Bischof über eine Pfarre gesetzt ist, heißt Pfarrer. In den großen Pfarren helfen dem Pfarrer die Kapläne und Katecheten.

Da die Kirche die Aufgabe hat, die Menschen zur Seligkeit zu führen, ist es notwendig, der Kirche anzugehören. Viele Menschen wissen nichts von der katholischen Kirche. Zu diesen sendet die Kirche Missionare.

Die Unwissenden können trotzdem die Gnade erlangen und selig werden, wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen den Willen Gottes erfüllen und aus Liebe zu Gott ihre Sünden bereuen. Doch fehlen ihnen viele Hilfen, um das ewige Heil zu erlangen.

Wer aus eigener Schuld der katholischen Kirche nicht angehört oder von ihr abfällt, sündigt schwer und kann nicht selig werden.

Jesus hat die Kirche gegründet, damit sie Gott verherrliche, auf Erden sein Reich ausbreite und die Menschen zur ewigen Seligkeit führe. Wir müssen glauben, was sie lehrt und befolgen, was sie befiehlt.

Als katholische Christen müssen wir mithelfen, das Reich Christi zu verbreiten. Zu dieser Arbeit für das Reich Gottes rufen uns der Heilige Vater und die Bischöfe in der Katholischen Aktion, auch katholische Bewegung genannt, auf.

Wer ist der Stellvertreter Christi in seiner Kirche? - Welche Aufgabe hat der Papst in der Kirche? - Wieso ist der Papst der Nachfolger des Apostels Petrus? - Warum nennen wir den Papst "Heiliger Vater"? - Welche Aufgabe haben die Kardinäle, die Bischöfe, die Priester? - Welche Aufgabe hat der katholische Christ? - Warum müssen wir glauben, was die katholische Kirche lehrt? - Kann jemand selig werden, der ohne seine Schuld der katholischen Kirche nicht angehört? Kann jemand selig werden, der aus eigener Schuld der katholischen Kirche nicht angehört? - Worin besteht die Katholische Aktion?

Merksätze:

59. Wie hat Jesus die katholische Kirche als sichtbare Gemeinschaft gegründet?

Jesus hat Gläubige um sich gesammelt, aus ihnen zwölf Apostel gewählt und den Apostel Petrus zum sichtbaren Haupt eingesetzt.

60. Mit welchen Worten hat Jesus den Apostel Petrus zu seinem Stellvertreter auf Erden bestimmt?

Jesus sprach:
"Du bist Petrus, das ist Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was immer du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden. sein; was immer du auf Erden lösen wirst, wird auch' im Himmel gelöst sein." (Mt 16, 18. 19)
"Weide meine Lämmer •... weide meine Schafe." (Jo 21, 15. 17)

61. Wer ist der Nachfolger des Apostels Petrus?

Der Nachfolger des Apostels Petrus ist der Bischof von Rom; er wird Papst genannt.

62. Wer sind die Nachfolger der Apostel?

Die Nachfolger der Apostel sind die Bischöfe. Sie werden in ihrem Amt von den Priestern unterstützt.

63. Wozu hat Jesus Christus die Kirche gegründet?

Jesus Christus hat die Kirche gegründet:

1. Damit sich sein Reich auf Erden ausbreite;

2. damit seine Kirche Gott verherrliche und die Menschen zur ewigen Seligkeit führe.

64. Welche Pflichten haben wir gegen die Kirche?

Wir haben die Pflicht:

1. Der Kirche anzugehören;

2. zu glauben, was sie lehrt;

3. zu befolgen, was sie befiehlt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich immer offen zur Kirche bekennen, treu zu ihr halten und dem Ruf des Bischofs zur Mitarbeit in der Katholischen Aktion folgen.

Denke nach, warum es eine so große Gnade ist, der katholischen Kirche anzugehören; warum es notwendig ist, der katholischen Kirche anzugehören; welche Aufgabe du als Glied der Kirche übernehmen kannst; wie du in der Katholischen Aktion mitarbeiten kannst! - ErzähIe, wie Petrus das oberste Hirtenamt unter den Aposteln ausgeübt hat! - Erkläre, wer das unsichtbare Haupt der Kirche ist! Schreibe auf, wie der jetzige Heilige Vater heißt; zu welcher Diözese du gehörst; wie dein Bischof heißt; zu welcher Pfarre du gehörst; wie die Priester deiner Pfarre heißen! - Stelle einige wichtige Ereignisse aus der Geschichte deiner Pfarrgemeinde zusammen!

AUS DER LITURGIE

In der heiligen Messe beten wir vor der heiligen Wandlung: "Wir bringen die Opfergaben dar vor allem für deine heilige katholische Kirche: Schenke ihr den Frieden auf dem ganzen Erdkreis; behüte, einige und eite sie huldvoll, samt deinem Diener, unserem Papst N., unserem Bischof N. und allen Rechtgläubigen, die den katholischen und apostolischen Glauben fördern!"

Gehorcht euren Vorstehern und erfüllt ihren Willen! Sie wachen über eure Seelen und müssen einst Rechenschaft über sie geben. Möchten sie das mit Freuden tun können und nicht mit Seufzen; denn das brächte euch keinen Nutzen. (Hehr 13, 17).

28. LEHRSTÜCK: DIE KATHOLISCHE KIRCHE VERKÜNDET DIE BOTSCHAFT JESU CHRISTI

Jesus Christus rief die zwölf Apostel zusammen und gab ihnen Macht und Gewalt über alle bösen Geister und die Kraft, Krankheiten zu heilen. Dann sandte er sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und die Kranken gesund zu machen . . .
Sie machten sich auf den Weg, zogen von Ort zu Ort und verkündeten überall die Frohe Botschaft. (Lk 9, 1-2. 6)

Seit der Zeit der Apostel führen ihre Nachfolger, der Papst und die Bischöfe, den Auftrag des Herrn aus. Sie verkünden und erklären die Botschaft Jesu Christi. Wichtige Fragen der Glaubens- und Sittenlehre legt der Papst in den Rundschreiben (Enzykliken) dar. In diesen wendet er sich an die Gläubigen der ganzen Welt. Die Bischöfe richten an die Katholiken ihrer Diözesen Hirtenbriefe. Im Auftrag des Bischofs verkünden die Priester das Wort Gottes in der Predigt und im Religionsunterricht. Der Bischof gibt auch Laien die Sendung für den Religionsunterricht. Viele Menschen haben noch nichts von der Frohen Botschaft erfahren. Darum gehen die Glaubensboten (Missionare) in alle Erdteile und verkünden die Erlösung.

Jesus hat dafür gesorgt, dass die Kirche seine Botschaft zu allen Zeiten frei von jedem Irrtum verkündet. Dazu hat sie den Beistand des Heiligen Geistes erhalten. Sie ist in Glaubens- und Sittenlehren unfehlbar. Papst und Bischöfe sind unfehlbar, wenn sie auf einer allgemeinen Kirchenversammlung (Konzil) über Fragen des Glaubens und der Sitten beraten und entscheiden. Unfehlbar sind sie auch, wenn sie übereinstimmend in ihrer göttlichen Lehrverkündigung eine Wahrheit als Glaubenssatz hinstellen. Unfehlbar ist auch der Papst allein, wenn er als oberster Lehrer der Kirche in Glaubens- und Sittenlehren entscheidet. Eine geoffenbarte Wahrheit, die von der Kirche als Glaubenssatz unfehlbar verkündet wird, heißt Dogma. Ein Dogma müssen alle Katholiken als wahr annehmen. Die Kirche wacht über alle Bücher und Schriften, welche Fragen des Glaubens und des sittlichen Lebens behandeln. Diese müssen dem Bischof vorgelegt werden. Er prüft sie und erteilt dann die bischöfliche Druckerlaubnis. Bücher, die unserem Glauben und unserem sittlichen Leben schaden, dürfen wir nicht lesen.

Wem hat Jesus das Lehramt übertragen? - Wie üben Papst und Bischöfe das Lehramt aus? - Wie helfen die Priester. den Bischöfen bei der Ausübung des Lehramtes? - Wie sorgt die Kirche für. die Ausbreitung des Glaubens? - Welche Aufgabe haben die Missionare und Missionsschwestern? - Wie hat Jesus vorgesorgt, dass die Kirche seine Lehre unfehlbar verkündet? - Was ist ein Konzil? - Worin ist die Kirche unfehlbar? - Wann ist eine päpstliche Entscheidung unfehlbar? _ Was ist ein Dogma? - Wie sorgt die Kirche für die Reinerhaltung des Glaubens und der Sittlichkeit? - Worauf muss ich bei religiösen Büchern achten?

Merksätze:

65. Durch wen übt die Kirche das Lehramt aus?

Die Kirche übt durch den Papst und die Bischöfe das Lehramt aus. Sie bewahren, verkünden und erklären die Lehre Jesu Christi.

66. Kann die Kirche in ihrer Lehre irren?

Die Kirche kann in ihrer Lehre nicht irren, weil sie die Gabe der Unfehlbarkeit hat.

67. Wer hat in der Kirche die Gabe der Unfehlbarkeit?

Die Gabe der Unfehlbarkeit hat in der Kirche der Papst mit den Bischöfen zusammen und auch der Papst allein.

68. Wann ist der Papst allein unfehlbar?

Der Papst ist allein unfehlbar, wenn er als oberster Hirte und Lehrer in Glaubens- und Sittenlehren für die ganze Kirche endgültig entscheidet.

FÜR MEIN LEBEN

Die Kirche verkündet uns die Lehre Jesu Christi. Ich will dem Religionsunterricht aufmerksam folgen, eifrig die Seelsorgestunde besuchen und die Predigt hören.

Zur Ausbreitung des katholischen Glaubens in den Missionsländern will ich mithelfen durch Gebet, Opfer und Teilnahme an Missionswerken. (Werk der heiligen Kindheit Jesu, Werk der Glaubensverbreitung, Werk des heiligen Petrus).

Denke nach, wie alle Gläubigen mithelfen können, dass ihre Mitmenschen den wahren Glauben kennenlernen; wie du jetzt schon mithelfen kannst; ob du den letzten Hirtenbrief deines Bischofs gehört hast; wie du dich im katholischen Glauben weiterbilden kannst! Erkläre, wie die Kirche den Glauben verkündet: im Gotteshaus, in der Schule, in der Jugendgruppe, durch Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, durch den Rundfunk und das Fernsehen; warum die Eltern für die religiöse Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind; wie du am Missionswerk der Kirche mithelfen kannst! - Erzähle, wie die Botschaft Jesu weitergegeben wurde! - Berichte, wo die Botschaft Jesu aufgeschrieben ist; wo in deiner Heimat ein Missionshaus ist; welche Glaubensboten in Österreich gewirkt haben! - Suche in religiösen Büchern die bischöfliche Druckerlaubnis! - Erkundige dich, wie das religiöse Wochenblatt deiner Diözese heißt! - MeIde dich als Mitglied und Helfer beim Werk der heiligen Kindheit Jesu! - SammIe Briefmarken für die Missionen!

AUS DER LITURGIE

Das erste Missionsfest im Kirchenjahr ist das Fest der Erscheinung des Herrn. Im Oktober wird der Weltmissionstag gefeiert.

In der Allerheiligenlitanei beten wir:
dass du alle Irrenden zur Einheit der Kirche zurückrufen, und alle Ungläubigen zum Licht des Evangeliums führen wollest, wir bitten dich, erhöre uns!

"Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe!" (Mt 28, 19. 20)

29. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE ÜBT DAS PRIESTER AMT JESU CHRISTI AUS

Beim Letzten Abendmahl hat Jesus Christus seinen Aposteln die Vollmacht übertragen, das Opfer seines Leibes und Blutes immerfort darzubringen. Die Apostel haben schon in der Christengemeinde von Jerusalem das heilige Messopfer gefeiert. Darüber berichtet die Apostelgeschichte:

Täglich verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in einzelnen Häusern das Brot und genossen ihre Speisen in Freude und Einfalt des Herzens. Sie priesen Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. So führte der Herr ihnen täglich die zu, die das Heil erlangen sollten. (Apg 2, 46-47)

Die ersten Christen nannten die Feier des heiligen Messopfers das "Brotbrechen'".

Opferpriester bei der heiligen Messe ist Jesus Christus.

Der Priester am Altar ist der Stellvertreter Jesu Christi. Deshalb bringt er das heilige Opfer nicht nur für sich dar, sondern auch im Namen der Gläubigen und in Gemeinschaft mit ihnen.

Jesus hat zu unserer Heiligung die sieben heiligen Sakramente eingesetzt. Die Kirche spendet sie und vermittelt uns dadurch die Gnade Jesu Christi. Sie ruft auch den Segen Gottes auf uns herab und auf Dinge, die Wir gebrauchen. Sie segnet Menschen, Orte und Gegenstände, damit sie uns zum zeitlichen und, ewigen Heile gereichen. Im Stundengebete der Kirche wird Gott Tag und Nacht gepriesen.

Wie nannten die ersten Christen die Feier der heiligen Messe? - Wer ist der Stellvertreter Jesu Christi am Altar? - Für wen bringt der Priester das heilige Opfer dar? - Worin besteht das Priesteramt der Kirche?

Merksatz:

69. Wie übt die Kirche das Priesteramt aus?

Die Kirche übt das Priesteramt aus, indem sie das Messopfer darbringt, die Sakramente spendet, weiht, segnet und für alle Menschen betet.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will durch eifrige Teilnahme am heiligen Messopfer und durch den Empfang der heiligen Sakramente das Gnadenleben in mir stärken.

Denke nach, warum die Feier der heiligen Messe der höchste Gottesdienst ist; wann die Kirche für alle Menschen betet! - Erkläre, warum die ersten Christen die heilige Messe das "Brotbrechen" nannten; wie wir beim Gottesdienst mittun können und sollen; wie uns die Kirche durch die einzelnen Sakramente heiligt! - Berichte, welche Arten des Gottesdienstes du kennst! - ZähIe auf, was die Kirche weiht und segnet!

Ein jeder betrachte uns als Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. (1 Kor 4, 1)

30. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE LEITET UNS

Jesus Christus sorgt für alle Menschen wie ein guter Hirte.

"Ich bin der gute Hirt. Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben für meine Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Herde sind. Auch die muss ich herbeiführen; sie werden auf meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt sein." (Jo 10, 14-16)

Durch ihr Hirtenamt will die Kirche die Gläubigen zu einem Leben nach dem Willen Gottes anleiten. Sie sorgt für alle, die ihrer Gemeinschaft angehören. Sie hilft allen, die in Not und Armut sind. Diese werktätige Liebe ist die Caritas.

Die Kirche verkündet und erklärt die Gebote Gottes. Sie mahnt uns zum Guten und warnt vor dem Bösen. Dazu gibt sie Gesetze. Sie sind im kirchlichen Gesetzbuch aufgeschrieben. Als Stellvertreter Christi gibt der Papst für die gesamte Kirche Gesetze. Die Bischöfe als Nachfolger der Apostel geben sie für ihre Diözesen. Wir sind im Gewissen verpflichtet, die Gesetze der Kirche zu befolgen.

Die Gläubigen der einzelnen Pfarrgemeinden leitet der Pfarrer im Auftrag des Bischofs zum christlichen Leben an. Sie sollen ihren Hirten folgen, auf ihre Seelsorger hören und unter ihrer Führung für das Reich Gottes wirken. Wenn wir eifrig mitarbeiten, dann anerkennt die Kirche unser treues Wirken und lobt es.

Wer aber durch schwere Vergehen die kirchliche Gemeinschaft schädigt und verstockt bleibt, den richtet und straft die Kirche. Kirchliche Strafen sind: Entziehung der heiligen Sakramente, Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft (Exkommunikation), Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses. Durch diese Strafen sollen die Gläubigen ihre schweren Fehler erkennen, sich bessern, oder von ihnen abgehalten werden.

Worin besteht das Hirtenamt der Kirche? - Wie übt die Kirche das Hirtenamt aus? - Wer übt in der Kirche das Hirtenamt aus? - Warum kann uns die Kirche Gebote geben? - Warum ist es eine Sünde, die Kirchengebote nicht zu halten? Welche Bedeutung haben die kirchlichen Strafen?

Merksatz:

70. Wie übt die Kirche das Hirtenamt aus?

Die Kirche übt das Hirtenamt aus, indem sie alle Gläubigen zu einem christlichen Leben anleitet, Gebote und Gesetze gibt, anerkennt und lobt, richtet und straft.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will die Anordnungen der Kirche bereitwillig erfüllen.

Denke nach, wie du in der Pfarre mitarbeiten kannst! - Erkläre, warum sich Jesus als der gute Hirte bezeichnet; was Jesus als guter Hirte tut; wen Jesus in seiner Herde haben will; wie die Kirche für die Armen und Notleidenden sorgt und wie wir diese sorgende Liebe der Kirche nennen!

"Wer euch hört, hört mich, wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, verachtet den, der mich gesandt hat." (Lk 10, 16)

31. LEHRSTÜCK: DIE KATHOLISCHE KIRCHE IST DIE WAHRE KIRCHE JESU CHRISTI

Jesus Christus hat beim Letzten Abendmahl für seine Apostel und damit für seine Kirche gebetet:

"Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, dass sie eins seien, wie wir es sind. Solange ich bei ihnen war, habe ich sie in deinem Namen bewahrt. …
Ich bitte nicht: Nimm sie hinweg aus der Welt! Sondern: Bewahre sie vor dem Bösen! … Heilige sie in der Wahrheit.
Doch nicht allein für sie bitte ich, sondern auch für jene, die durch ihr Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien." (Jo 17, 11-12. 15. 17. 20)

Jesus Christus hat nur eine Kirche gegründet, und er hat gewollt, dass in seiner Kirche alle eins seien. Es gibt aber in der Welt mehrere christliche Glaubensgemeinschaften. Damit man erkennen kann, welches die wahre Kirche ist, hat Christus seiner Kirche einige Kennzeichen gegeben, an denen man sie unterscheiden kann. Im Glaubensbekenntnis, das bei der Messe gebetet wird, werden sie aufgezählt: Im glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.

Die Kirche, welche die wahre Kirche Christi ist, muss einig sein, weil Christus gewollt hat, dass in seiner Kirche alle eins seien. Sie muss heilig sein, weil Christus eine heilige Kirche gegründet hat. Sie muss katholisch, d. h. allgemein sein, weil Christus sie für alle Menschen und für alle Völker gestiftet hat. Sie muss apostolisch sein, d. h. ihre Vorgesetzten müssen ihre Gewalt von den Aposteln herleiten, die Christus selbst gewählt hat.

Das alles trifft aber nur für die römisch-katholische Kirche zu. Sie ist einig. Auf der ganzen Erde verkündet sie die gleiche Lehre, spendet die gleichen Sakramente und feiert das gleiche Messopfer. Der Papst ist das sichtbare Haupt aller Gläubigen.

Die katholische Kirche ist heilig. Sie hat die Mittel der Gnade, durch welche sie die Menschen heilig macht und zur ewigen Seligkeit führt. Sie leitet jene, die ihr folgen, zu einem gottgefälligen, heiligen Leben an. Es gibt in ihr auch viele Heilige.

Die katholische Kirche ist wahrhaft katholisch oder allgemein. Sie wendet sich in ihrem Wirken an alle Menschen und an alle Völker. Sie macht keinen Unterschied, ob die Menschen arm oder reich sind, ob sie dieser oder jener Rasse angehören. Sie nimmt alle in ihre Gemeinschaft auf.

Die katholische Kirche ist apostolisch. Ihre Bischöfe sind die rechtmäßigen Nachfolger der Apostel; der Papst ist der Nachfolger des heiligen Petrus, dem Christus selbst das Hirtenamt übergeben hat. Daran erkennt man besonders deutlich, dass sie die wahre Kirche Christi ist.

Die anderen Religionsgemeinschaften (Konfessionen), die sich christlich nennen, sind erst später entstanden. Sie haben sich von der katholischen Kirche abgespalten. Sie sind nicht die wahre Kirche, weil sie nicht von Christus gegründet sind und ihnen eines oder mehrere Kennzeichen fehlen.

Was heißt: Die katholische Kirche ist einig? Sie ist heilig? Sie ist allgemein? Sie ist apostolisch? -- Welche Kirche besitzt alle vier Kennzeichen und ist daher die wahre Kirche Christi?

Merksätze:

71. Warum gibt es nur eine wahre Kirche?

Es gibt nur eine wahre Kirche, weil Jesus Christus nur eine Kirche gegründet hat.

72. Welche Kennzeichen hat Jesus Christus seiner Kirche gegeben?

Jesus Christus, hat seiner Kirche besonders vier Kennzeichen gegeben; er machte sie einig, heilig, katholisch und apostolisch.

FÜR MEIN LEBEN

Ich bin katholisch, ich lebe in der wahren Kirche Christi. Viele Menschen müssen sich zum wahren Glauben erst durchringen, mir aber hat Gott in seiner Liebe diese Gnade geschenkt.

Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad'
zur wahren Kirch' berufen hat!
Nie will ich von ihr weichen.

Denke nach, wie du mithelfen kannst, dass alle Christen zur Einheit der Kirche gelangen; wie du suchenden Menschen den Weg zur wahren Kirche zeigen kannst! - ZähIe die Mittel auf, welche dir die Kirche zur Heiligung bietet; zähle nichtkatholische Religionsgemeinschaften auf!

AUS DER LITURGIE

Vom 18. Jänner bis 25. Jänner (Pauli Bekehrung) beten die Christen aller Bekenntnisse um die Wiedervereinigung der getrennten Christen mit der Kirche (Weltgebetsoktav).

Es ist ein Leib und ein Geist, wie auch eure Berufung euch eine Hoffnung gegeben hat. Es ist auch nur ein Herr, ein Glaube, eine Taufe! Ein Gott und Vater aller. (Eph 4, 4-6)

32. LEHRSTÜCK: WIR GEHÖREN ZUR GEMEINSCHAFT DER HEILIGEN

"Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen."

Die Kirche ist die Gemeinschaft aller Getauften. Sie sind eine Einheit wie die Glieder eines Leibes. Deshalb schreibt der heilige Paulus in seinem ersten Brief an die Christengemeinde von Korinth:

Der Leib ist zwar eins, hat aber viele Glieder. All die vielen Glieder des Leibes bilden zusammen nur einen Leib. So ist es auch bei Christus. Wir alle sind durch die Taufe in einem Geist zu einem Leib geworden. . ..
Gott hat den Leib so eingerichtet, dass die Glieder einträchtig füreinander Sorge tragen. Leidet ein Glied, so leiden alle anderen Glieder mit; erfährt ein Glied Ehre, so freuen sich alle anderen Glieder mit. (1 Kor 12, 12-13.24-26)

Die Kirche Christi hat viele Glieder. Wir sind die Glieder der Kirche. Wir sind miteinander verbunden zu einem Leib, dessen Haupt Christus ist. Wir bilden eine übernatürliche Gemeinschaft.

Alle Gläubigen auf Erden haben an den Früchten der Erlösung Anteil. Durch die Taufe wohnt Gott in uns wie in einem Tempel. Wir nehmen alle teil an dem einen Opfer, das Christus darbringt, und dürfen ihn in der heiligen Hostie empfangen. Wir können auch einander durch Gebete und gute Werke helfen. Wir gehören zur Gemeinschaft der Heiligen. Wir haben ein Anrecht auf die Herrlichkeit Gottes. Jetzt aber ringen und kämpfen wir noch um unsere Heiligkeit (kämpfende Kirche).

Die Seelen im Fegefeuer büßen noch und leiden (leidende Kirche). Wir können ihnen helfen. Durch unsere Gebete und guten Werke, durch Zuwendung von Ablässen und ganz besonders durch das heilige Messopfer tragen wir bei, dass sie früher zur Anschauung Gottes gelangen.

Die Heiligen im Himmel freuen sich in der Anschauung Gottes und triumphieren (triumphierende Kirche). Sie sind unsere Vorbilder und bitten bei Gott für uns. Wir beten zu ihnen und rufen sie um ihre Hilfe an.

Die kämpfende und die leidende Kirche werden am Jüngsten Tag mit der triumphierenden vereinigt werden. Dann wird die Gemeinschaft der Heiligen vollendet sein.

Warum vergleicht der heilige Paulus die Gemeinschaft der Getauften mit einem Leib? - Was wird uns durch die Gemeinschaft der Heiligen zuteil? - Worin zeigt sich die Gemeinschaft der Heiligen auf Erden, und zwar: a) untereinander, b) mit den Armen Seelen im Fegefeuer, c) mit den Heilige/l im Himmel? - Wann wird die Gemeinschaft der Heiligen vollendet sein?

Merksätze:

73. Wer gehört zur Gemeinschaft der Heiligen?

Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören:

1. Die Gläubigen auf Erden,

2. die Armen Seelen im Fegefeuer,

3. die Heiligen im Himmel.

74. Worin besteht die Gemeinschaft der Heiligen?

Die Gemeinschaft der Heiligen besteht darin, dass alle Anteil haben an den Früchten der Erlösung und dass alle einander helfen können.

75. Wie haben wir auf Erden Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen?

Wir auf Erden haben durch den Glauben und durch die heiligen Sakramente Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen.

76. Wie haben die Armen Seelen Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen?

Die Armen Seelen haben durch die Hoffnung auf die Anschauung Gottes und durch unsere fürbittenden Gebete Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen.

77. Wie haben die Seligen des Himmels Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen?

Die Seligen des Himmels haben Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen, weil sie schon bei Gott sind.

FÜR MEIN LEBEN

Als katholischer Christ habe ich Anteil an den Früchten der Erlösung. In meinen Sorgen kann ich die Heiligen um ihre Fürbitte anrufen. Ich habe die Pflicht, für meine Mitmenschen und für die Armen Seelen zu beten und ihnen durch Gebet und gute Werke zu helfen.

Denke nach, wer an den Verdiensten Jesu Christi und der Heiligen Anteil hat! - Erkläre, wie du deinen Mitmenschen und den Armen Seelen zum ewigen Heile verhelfen kannst!

AUS DER LITURGIE

In der heiligen Messe betet der Priester in inniger Verbindung mit den Gläubigen. Er bringt mit ihnen das heilige Opfer dar. Darum beginnen die Gebete "wir bitten dich, wir opfern, lasset uns beten . . ." Vor der heiligen Wandlung beten wir für die Kirche, den Papst, den Bischof, für alle beim heiligen Messopfer Anwesenden und ihre Anliegen. Wir bitten die Gottesmutter, die heiligen Apostel und alle Heiligen, mit uns an diesem heiligen Opfer teilzunehmen. Nach der Wandlung gedenken wir aller verstorbenen Christgläubigen und bitten auch für uns arme Sünder.

Die Kirche gedenkt an jedem Tag zahlreicher Heiliger. Viele Heilige sind uns namentlich nicht bekannt. Um auch diese zu ehren, feiert die Kirche das Fest Allerheiligen am 1. November. Zu Ehren der Heiligen beten wir die Allerheiligenlitanei.

An die Armen Seelen im Fegefeuer denkt die Kirche in besonderer Weise am 2. November (Gedächtnistag aller Armen Seelen).

Betet füreinander, damit ihr das Heil erlangt; denn das beharrliche Gebet des Gerechten vermag viel. (Jak 5, 16)

33. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS SCHENKT UNS DIE VERGEBUNG DER SÜNDEN

"Ich glaube an den Nachlass der Sünden."

Jesus stieg in ein Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt. Dort brachte man einen Gelähmten zu ihm, der auf einem Bette lag. Als Jesus den Glauben des Volkes sah, sprach er zu dem Gelähmten: "Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben." Da dachten einige der Schriftgelehrten bei sich: "Der lästert Gott!" Jesus durchschaute ihre Gedanken und sprach: "Warum denkt ihr Arges in euren Herzen? Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? oder zu sagen: Steh auf und wandle? Ihr sollt aber wissen, dass der Menschensohn die Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben." Und nun sprach er zu dem Gelähmten: "Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause!" Jener stand auf und ging nach Hause. (Mt 9, 1-7)

Jesus Christus hat dem Gelähmten zuerst die Sünden vergeben und dann erst seine Krankheit geheilt. Denn das Gnadenleben ist wichtiger als die Gesundheit des Leibes. Jesus war zu den reumütigen Sündern barmherzig und hat ihnen ihre Sünden nachgelassen. Durch seinen Tod am Kreuze hat er für die Sünden aller Menschen gesühnt. Ihm, unserem Erlöser Jesus Christus, verdanken wir die Wohltat der Sündenvergebung.

Nach seiner Auferstehung hat Jesus Christus den Aposteln die Gewalt gegeben, die Sünden nachzulassen. Diese Gewalt ist auf die Priester der Kirche übergegangen. In der Vollmacht Jesu Christi lässt uns die Kirche alle, auch die schwersten Sünden nach und das Gnadenleben wird uns geschenkt. Im Sakrament der Taufe wird das Gnadenleben in uns eingesenkt. Wir werden Kinder Gottes. Im Sakrament der Buße erhalten wir das Gnadenleben wieder, wenn wir es durch schwere Sünden verloren haben. Wenn wir in schwerer Krankheit nicht mehr beichten können, aber Reue haben, wird uns das Gnadenleben durch das Sakrament der Krankenölung zuteil. Es werden uns die Sünden nachgelassen. Die anderen Sakramente stärken unser Gnadenleben und geben uns besondere Hilfen. Durch die Liebesreue erhalten jene, welche die Sakramente nicht empfangen können, Nachlass der Sünden.

Durch andächtige Mitfeier des heiligen Messopfers, durch würdige Kommunion, durch Gebet und Bußwerke wird das Gnadenleben in uns gestärkt und unsere lässlichen Sünden werden getilgt.

Durch die Nachlassung der schweren Sünden wird unserer Seele das Gnadenleben wieder geschenkt. Es muss sich gleich einem Samenkorn entfalten und wir müssen mitwirken. So werden wir ein Leben nach dem Willen Gottes führen und zu seiner ewigen Anschauung gelangen.

Wem verdanken wir die Wohltat der Sündenvergebung? - Was empfangen wir durch das Sakrament der Taufe? - Was empfangen wir durch das Sakrament der Buße? - Was empfangen wir durch das Sakrament der Krankenölung, wenn wir nicht mehr beichten können? - Wie helfen uns die anderen Sakramente? - Was erlangen wir durch die Liebesreue?, - Wodurch werden lässliche Sünden getilgt?

Merksätze:

78. Können durch die Verdienste Jesu Christi alle Sünden nachgelassen werden?

Durch die Verdienste Jesu Christi können alle, auch die schwersten Sünden nachgelassen werden.

79. Was wird durch die Nachlassung der schweren Sünden unserer Seele geschenkt?

Durch die Nachlassung der schweren Sünden wird unserer Seele das Gnadenleben geschenkt. Wir müssen es entfalten, um so zur ewigen Ansdtauung Gottes zu gelangen.

FÜR MEIN LEBEN

Durch die Barmherzigkeit Gottes werde ich von meinen Sünden befreit. Ich will das Gnadenleben durch eifrigen Empfang der heiligen Sakramente stärken.

Denke nach, wodurch du dein Gnadenleben entfalten. kannst! Erkläre, was wir bei der Gewissenserforschung am Abend tun sollen; was zu einem christlichen Leben notwendig ist! - Erzähle, wem Jesus während seines Erdenlebens Sünden verziehen hat!

Der Sold der Sünde ist der Tod, die Gnade Gottes aber ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserm Herrn. (Röm 6, 23)

34. LEHRSTÜCK: AM JÜNGSTEN TAG WIRD UNSER LEIB AUFERWECKT

"Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben."

Als Jesus nach Bethanien kam, sagte Martha zu ihm: "Herr, wärest du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich, dass Gott dir alles gewährt, um was du ihn bittest." Jesus sprach zu ihr: "Dein Bruder wird auferstehen." Martha entgegnete ihm: "Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tage." Jesus sprach zu ihr: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der im Glauben an mich lebt, wird nicht sterben in Ewigkeit." (Jo 11, 21-26)

Wenn der Mensch stirbt, trennt sich seine Seele vom Leib. Der Leichnam wird in geweihter Erde (Friedhof, Gottesacker) begraben. In der Erde zerfällt der Leib zu Staub. Unser irdisches Leben wird durch den Tod beendet.

Die Seele kehrt heim zu Gott. Sie kommt vor das göttliche Gericht. Gott. richtet über alle freiwilligen Gedanken, Worte und Werke, aber auch über die Unterlassung des Guten. Dieses Gericht wird über jede Seele gehalten. Darum heißt es das Besondere Gericht. Gott entscheidet, ob unsere Seele in den Himmel aufgenommen wird oder noch im Fegefeuer büßen muss oder in die Hölle verdammt wird.

Am Ende der Welt, am Jüngsten Tag, wird Jesus Christus wiederkommen. Er wird unsere Seele mit dem Leib vereinigen, ihn so vom Tode auferwecken und aus dem Grabe hervorgehen lassen. Bei der Auferstehung des Fleisches werden die Leiber der Gerechten verklärt und herrlich sein wie der verklärte Leib des auferstandenen Heilandes. Jesus Christus wird das Allgemeine Gericht, das Jüngste Gericht oder Weltgericht abhalten und sein Reich vollenden. Unser Leib wird am Lohn oder an der Strafe Anteil haben, wie er im Leben an den guten oder bösen Werken Anteil hatte. Die Gerechten werden eingehen zu ewiger Freude. Die Bösen werden auf ewig verdammt und in der Hölle von großen Qualen gepeinigt werden.

Wie heißt das Gericht nach dem Tode des Menschen? - Wie heißt das Gericht am Ende der Welt? - Wie werden bei der Auferstehung des Fleisches die Leiber der Gerechten sein? - Wozu werden die Gerechten auferstehen und wozu die Bösen?

Merksätze:

80. Was geschieht bei unserem Tod?

Bei unserem Tode trennt sich die Seele vom Leib. Die Seele kommt sogleich vor das Besondere Gericht Gottes, der Leib zerfällt zu Staub.

81. Wohin kommt die Seele nach dem Besonderen Gerichte?

Die Seele kommt nach dem Besonderen Gerichte entweder in den Himmel oder in das Fegefeuer oder in die Hölle.

82. Was geschieht beim Jüngsten Gericht?

Jesus Christus wird wiederkommen, um die Toten zum Leben zu erwecken, alle Menschen zu richten und sein Reich zu vollenden.

FÜR MEIN LEBEN

Ich weiß nicht, wann ich sterbe. Die Stunde meines Todes ist aber entscheidend, wie die Ewigkeit für mich sein wird. Darum will ich immer so leben, als ob jede Stunde die letzte meines Lebens wäre.

Denke nach, warum der Christ vor seinem Leib Ehrfurcht haben soll! - Erkläre, was du für das Seelenheil der Verstorbenen tun kannst; wie die Kirche für die Verstorbenen sorgt; warum die Kirche die Leichenverbrennung verbietet! - Beschreibe ein Begräbnis: Was der Priester dabei tut; was die Teilnehmer tun sollen! - Bete für die Verstorbenen: "Herr, gib allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen; Herr, lass sie ruhen in Frieden."

AUS DER LITURGIE

Das Begräbnis des katholischen Christen zeigt, dass die Kirche den Leib des Menschen achtet. Die kirchlichen Gebete und Handlungen künden uns, dass der Leib wieder auferweckt wird und dass die Seele des Menschen unsterblich ist.

Der Verstorbene wird aufgebahrt. Er hat ein Kreuz und den Rosenkranz in seinen Händen. Zwischen zwei Kerzen steht ein Kreuz. Weihwasser ist bereit, um den Toten zu besprengen.

Nach der Einsegnung wird der Leichnam auf dem Friedhof bestattet. Für die Seelenruhe des Verstorbenen wird die Totenmesse oder das Totenamt (Requiem) gefeiert.

"Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern ruhen, seine Stimme hören und hervorgehen werden: die Gutes getan, zur Auferstehung für das Leben, die aber Schlechtes getan, zur Auferstehung für das Gericht." (Jo 5, 28-29)

35. LEHRSTÜCK: "HINWEG VON MIR, IHR VERFLUCHTEN, IN DAS EWIGE FEUER!"

Jesus Christus hat in der Erzählung vom reichen Prasser und vom armen Lazarus gelehrt, dass die Menschen, die· in der Todsünde sterben, in die Hölle kommen.

Es war ein reicher Mann; der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und hielt alle Tage glänzende Gelage. Vor seiner Tür lag ein Armer mit Namen Lazarus, mit Geschwüren ganz bedeckt. Gern hätte er sich mit den Brosamen gesättigt, die vom Tische des Reichen fielen, aber niemand gab sie ihm. Selbst die Hunde kamen und leckten an seinen Geschwüren. Da starb der Arme.

Er wurde von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. Als er in der Hölle inmitten seiner Qualen seine Augen erhob, sah er von ferne Abraham und in seinem Schoße Lazarus. Da rief er: Vater Abraham! Erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er seine Fingerspitzen ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide große Qual in dieser Feuersglut. Abraham erwiderte: Bedenke, mein Sohn, dir ist es in deinem Leben gut ergangen, Lazarus dagegen schlecht. Jetzt wird er hier getröstet, du aber wirst gepeinigt. Zu alle dem gähnt zwischen uns und euch eine weite Kluft, so dass keiner von hier zu euch hinübergehen nodt einer von dort herüberkommen kann, auch wenn er wollte. (Lk 16, 19-26)

Gott schenkt jedem Menschen soviel Gnade, dass er ein gottgefälliges Leben führen und selig werden kann. Niemand wird von Gott gezwungen, mit der Gnade mitzuwirken. Jeder Mensch kann sich mit freiem Willen dazu entscheiden. Wer sich aber von Gott abwendet und seine Gebote in einer wichtigen Sache wissentlich und freiwillig übertritt, begeht eine schwere Sünde. Wer in ihr stirbt, wird zur ewigen Strafe in die Hölle verdammt.

Die Verdammten sind für immer aus der Gemeinschaft der Kinder Gottes ausgeschlossen und verurteilt, mit den bösen Geistern und schlechten Menschen beisammen zu sein. Unaufhörlich quält sie ihr Gewissen. Die Leiden der Verdammten sind umso größer, je schwerer und öfter sie gesündigt haben. Die Verdammten haben keine Hoffnung mehr, zur Anschauung Gottes zu gelangen. Jesus nennt die Höllenstrafe den ewigen Tod.

Wie hilft uns Gott zu einem christlichen Leben? - Was müssen wir selbst dazu tun? - Wie wird der bestraft, der in schwerer Sünde stirbt? - Was ist das furchtbarste an der Hölle?

Merksätze:

83. Wer kommt in die Hölle?

In die Hölle kommt, wer in einer Todsünde stirbt.

84. Was leiden die Verdammten?

1. Die Verdammten leiden große Qualen und Verzweiflung;

2. sie sind von Gott verstoßen und von den Freuden des Himmels ausgeschlossen;

3. sie müssen ewig leiden, ohne Hoffnung auf Erlösung.

FÜR MEIN LEBEN

Um vor der Höllenstrafe bewahrt zu bleiben, muss ich mit der Gnade Gottes mitwirken und die Todsünde meiden. Wenn ich aber doch schwer gesündigt habe, will ich Reue erwecken und möglichst bald die Sünde beichten.

Denke nach, in welcher Bitte des Vaterunsers wir um die Bewahrung vor der Höllenstrafe beten! - Erkläre, warum Jesus bei der HölIenstrafe von der Finsternis draußen und vom ewigen Feuer spricht!

36. LEHRSTÜCK: IN DIE HERRLICHKEIT GOTTES KÖNNEN NUR REINE SEELEN EINGEHEN

Jesus hat uns zur Wachsamkeit in diesem Leben gemahnt, damit wir nach unserem Tode als Kinder Gottes vor das Gericht hintreten können.

"Selig die Knechte, die der Herr bei seiner Ankunft wachend findet! Wahrlich, ich sage euch, er wird sich gürten, sie Platz nehmen lassen und umhergehen, um sie zu bedienen. Auch wenn er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache kommt und sie so antrifft, selig sind sie!" (Lk 12, 37-38)

Auch wenn die Menschen in der Gnade sterben, haben sie für ihre Sünden oft zeitliche Strafen abzubüßen. Solche Seelen weist Gott in das Fegefeuer. Dort werden sie gereinigt, denn zu Gott können nur reine Seelen eingehen.

Die Seelen im Fegefeuer leiden große Pein. Sie haben große Sehnsucht nach Gott, sind aber noch von ihm getrennt. Sie erkennen, dass sie erst dann zur Anschauung Gottes gelangen können, wenn ihre Sündenstrafen getilgt sind. Je weniger sie auf Erden von ihren Sündenstrafen abgebüßt haben, desto mehr leiden sie im Fegefeuer. Sie können sich selbst nicht helfen und nichts zur Linderung ihrer Pein tun. Daher sind sie wahrhaft "Arme" Seelen.

Die Armen Seelen müssen im Fegefeuer leiden, bis sie die Sündenstrafen abgebüßt haben oder bis unsere Gebete, Ablässe und guten Werke für sie Genugtuung geleistet haben. Der größte Trost der Armen Seelen ist die Gewißheit, dass sie nicht für immer von Gott getrennt sind, sondern nach der Tilgung ihrer Strafen in den Himmel kommen werden.

Was hahen viele Menschen noch abzuhüßen, auch wenn sie in der Gnade gestorben sind? -- Was leiden die Seelen im Fegefeuer ? - Warum sind sie wahrhaft Arme Seelen? -- Wie lange müssen sie im Fegefeuer leiden?- Was ist ihr größter Trost und ihre sichere Hoffnung?

Merksatz:

85. Wer kommt in das Fegefeuer?

In das Fegefeuer kommt, wer in der Gnade Gottes gestorben ist, aber noch zeitliche Sündenstrafen abzubüßen hat.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will täglich für die Armen Seelen beten.

Denke nach, was unter zeitlichen Sündenstrafen zu verstehen ist; wann die Sterbetage deiner nächsten Angehörigen sind und was du an diesen Tagen tun sollst! - Erkläre, wozu das Läuten der Totenglocke mahnt; warum wir für die Verstorbenen beten sollen; wie wir unsere Liebe den Verstorbenen am besten zeigen können!

AUS DER LITURGIE

Der Gedächtnistag aller Armen Seelen im Fegefeuer ist Allerseelen am 2. November.

Aus der Totenmesse: "Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, schenke den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Nachlass aller Sünden, damit sie die stets ersehnte Verzeihung durch fromme Fürbitten erlangen" (Tagesgebet).

Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden. (2 Makk 12, 46)

37. LEHRSTÜCK: "KOMMT, IHR GESEGNETEN MEINES VATERS!"

"Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Alsdann wird der König zu denen auf der Rechten sprechen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters! Nehmt das Reich in Besitz, das seit der Weltschöpfung für euch bereit ist! … Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25, 31. 34. 40)

Wer in der Gnade Gottes gestorben ist und keine Sündenstrafen mehr abzubüßen hat, gelangt zur ewigen Anschauung Gottes. Die Freude und das Glück der ewigen Seligkeit sind unermesslich. Wir können uns davon keine richtige Vorstellung machen. Der heilige Paulus schreibt: "Kein Auge hat es gesehen und kein Ohr hat es gehört und in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." (1 Kor 2, 9)

In der ewigen Seligkeit werden wir den Dreieinigen Gott schauen, an seiner grenzenlosen Heiligkeit, Liebe und Herrlichkeit Anteil haben und mit ihm ewig vereint sein. "Dann werden wir Gott schauen von Angesicht zu Angesicht" (1 Kor 13, 12). In der Anschauung Gottes werden wir unaussprechlich glücklich sein. Wir werden mit Maria, der allerseligsten Jungfrau, und den Engeln und Heiligen vereint sein. Alle, die in der Gnade Gottes gestorben sind, werden wir dort wiedersehen. Im Himmel erfüllt Gott all unser Sehnen und Hoffen. Er wird alles Leid, das wir. aus Liebe zu ihm ertragen haben, in Freude verwandeln. "Gott wird alle Tränen trocknen, der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Klage, noch Schmerz." (Offb 21, 4) Doch die Freuden des Himmels sind nicht für alle gleich. Je mehr wir mitwirken, dass sich das Gnadenleben in uns entfalte, je eifriger wir Gott dienen, je mehr Gutes wir trotz aller Schwierigkeiten und Versuchungen tun, desto größer wird unser Lohn sein. Die Anschauung Gottes wird niemals ein Ende haben. Sie ist das ewige Leben.

Der heilige Augustinus sagt uns:

Wir werden leben und wir werden lieben,
wir werden lieben und wir werden loben.
Siehe, so wird es am Ende sein, ohne Ende.

Merksätze:

86. Wer kommt in den Himmel?

In den Himmel kommt, wer in der Gnade Gottes stirbt.

87. Was ist der Himmel?

Der Himmel ist das vollendete Gottesreich, wo die Engel und Heiligen in Gott unendlich selig sind.

FÜR MEIN LEBEN

Die ewige Seligkeit ist das Ziel meines Lebens. Um die ewige Seligkeit zu erreichen, will ich treu der Lehre Christi folgen und die Gnade bewahren.

Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns nach seiner großen Barmherzigkeit durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten wieder geboren zu lebendiger Hoffnung für das unvergleichliche, fleckenlose und unverwelkliche Erbe, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. (1 Petr 1, 3-4)

Wir beschließen das Apostolische Glaubensbekenntnis mit dem Worte "Amen". Es ist ein hebräisches Wort und bedeutet: "So ist es" oder "so sei es". Nach dem Apostolischen Glaubensbekenntnis ist dis "Amen" eine Bekräftigung unseres Glaubens.

Wir wollen noch einmal fest und überzeugt sprechen:

Amen
Wir glauben - ja, wir glauben!

UNSER LEBEN IN GOTT

38. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE FÜHRT DAS HEILSWERK DES HERRN FORT

Einer von den Tischgenossen sagte zu Jesus: "Selig, wer am Mahle im Reich Gottes teilnimmt!" Da sprach Jesus zu ihm: "Ein Mann veranstaltete ein großes Gastmahl und lud viele dazu ein. Als die Stunde des Mahles gekommen war, sandte er seinen Knecht aus, um den Geladenen zu sagen: Kommt, es ist schon alles bereit.
Da fingen alle einmütig an, sich zu entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: Ich habe ein Landgut gekauft und muss hingehen, es zu besichtigen. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein anderer sagte: Ich habe fünf Paar Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu erproben. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein dritter sagte: Ich habe mir eine Frau genommen und kann deshalb nicht kommen. Der Knecht kam zurück und berichtete dies seinem Herrn.
Da ward der Hausvater zornig und befahl seinem Knechte: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hole die Bettler und Krüppel, die Blinden und Lahmen herein! Der Knecht meldete: Herr, dein Befehl ist ausgeführt, aber es ist noch Platz übrig. Da sagte der Herr zum Knecht: Geh hinaus an die Landwege und an die Zäune und dränge alle hereinzukommen, damit mein Haus voll wird. Ich sage euch aber: Von jenen Männern, die geladen waren, soll keiner mein Mahl verkosten." (Lk 14, 15-24)

Im Gleichnis vom Gastmahl legte Jesus Christus die Gnadenfülle des Gottesreiches dar, die den Menschen in der Kirche zuteil wird.

Mit dem Hausvater ist Gott gemeint. Er hat die Juden zum Gottesreich vor allem durch Moses eingeladen, darauf durch die Propheten des Alten Bundes und dann durch Johannes, den Täufer.

Zuletzt sandte Gott seinen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, um alle Menschen für das Gottesreich zu gewinnen. Als Jesus die Botschaft vom Reich Gottes verkündete, glaubten viele an ihn und wurden seine Jünger. Aus der Schar der Jünger wählte er zwölf Apostel.

Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus die Menschen wieder mit Gott versöhnt. Er hat ihnen das Gnadenleben verdient und den Neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gestiftet. Nun können alle Menschen daran Anteil haben.

Am Pfingstfest wurde vollendet, was Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung vollbracht hat. Der Heilige Geist kam auf die Apostel und Jünger herab und schenkte ihnen die Frucht der Erlösung: die Gnade. Sie bildeten eine lebendige Einheit: die Kirche.

Jesus Christus führt seine Sendung in der Kirche fort. Sie ist die Heilsgemeinschaft für alle Völker und Jahrhunderte. Sie entfaltet das Heilswerk des Herrn. Die Kirche verkündet in ihrem Lehramt die Botschaft Jesu Christi. In ihrem Priesteramt bringt sie das Opfer dar und spendet die Sakramente, sie betet, weiht und segnet. In ihrem Hirtenamt leitet sie uns zu einem Leben nach dem Willen Gottes an.

Was ist der Sinn des Gleichnisses vom Gastmahl? - Wie hat Gott die Menschen vor Christus zum Gottesreich eingeladen? - Wie hat Jesus das Gottesreich vorbereitet? - Wozu hat Jesus die Kirche gegründet?

Merksätze:

88. Wer führt das Heilswerk des Herrn fort?

Das Heilswerk des Herrn führt die katholische Kirche fort.

89. Wie führt die Kirche das Heilswerk des Herrn fort?

Die Kirche führt das Heilswerk des Herrn fort, indem sie das Lehramt, Priesteramt und Hirtenamt ausübt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will nicht bloß um mich selbst besorgt sein. Ich muss auch mithelfen, dass andere die Gnade Jesu Christi empfangen und bewahren.

Denke nach, wie du mithelfen kannst, dass andere die Gnade Christi erlangen und bewahren!

Ein Haus voll Glorie schauet
weit über alle Land',
aus ew'gem Stein erbauet
von Gottes Meisterhand.
Gott, wir loben dich,
Gott, wir preisen dich!
O lass im Hause dein
uns all geborgen sein!

39. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS WENDET UNS SEINE GNADE DURCH DIE SAKRAMENTE DER KIRCHE ZU

Man brachte einen Taubstummen zu Jesus und bat, ihm die Hand aufzulegen. Jesus nahm ihn mit sich, abseits von der Menge, steckte ihm seine Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel, dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach: "Epheta", das heißt "tu dich auf"! Sofort öffneten sich seine Ohren, das Band seiner Zunge löste sich und er konnte richtig sprechen. (Mk 7,32-36)

Jesus machte dem Taubstummen durch Zeichen klar, dass er ihn heilen wolle. Er berührte mit seinem Finger dessen Ohren. Damit wollte er andeuten: "Diese will ich auftun!" Er nahm Speichel und berührte auch die Zunge. Er schaute zum Himmel auf, um hinzuweisen, dass die Heilung vom Vater im Himmel komme. Dann sprach Jesus: "Tu dich auf!" Sofort war der Taubstumme geheilt.

Jesus bediente sich solcher Handlungen und Worte mehrmals, um seine göttliche Macht sichtbar zu machen.

Jesus Christus hat auch in den Sakramenten, die er eingesetzt und seiner Kirche anvertraut hat, Zeichen und Worte verwendet. Die Sakramente sind bestimmte wirksame Zeichen, durch die uns Christus seine Gnade zuwendet. Sie bestehen aus Handlungen und Worten. Dazu hat die Kirche noch andere sinnvolle Handlungen, die Zeremonien, hinzugefügt, um das Wirken der Gnade zu veranschaulichen.

Die Kirche hat von Jesus Christus sieben Sakramente erhalten. Durch die Taufe erlangen wir das Gnadenleben. In der Firmung wird es gestärkt. Durch die Kommunion wird unser Gnadenleben genährt. Im Sakrament der Buße gewinnen wir die verlorene Gnade wieder. Die Krankenölung stärkt uns in schwerer Krankheit und im Todeskampf. In der Priesterweihe werden die Priester befähigt, das Opfer darzubringen und die Sakramente zu spenden. Die Ehe heiligt die Verbindung von Mann und Frau.

Drei Sakramente prägen der Seele ein eigenes, dauerndes Merkmal ein: Taufe, Firmung, Priesterweihe. Daher können sie nur einmal empfangen werden.

Durch den würdigen Empfang werden die heiligen Sakramente zur Quelle göttlichen Lebens. Wer aber ein heiliges Sakrament unwürdig empfängt, begeht Gottesraub.

Was empfangen die Glieder des Leibes Christi von ihrem Haupt? - Wer spendet im Namen Jesu die Sakramente?

Merksätze:

90. Was sind die Sakramente?

Die Sakramente sind wirksame Zeichen, die Jesus Christus eingesetzt hat, um uns die Gnade zuzuwenden.

91. Wie viele Sakramente hat Jesus Christus eingesetzt?

Jesus Christus hat sieben Sakramente eingesetzt:

1. die Taufe

2. die Firmung

3. das Sakrament des Altares

4. die Buße

5. die Krankenölung

6. die Priesterweihe

7. die Ehe.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich auf die heiligen Sakramente immer gewissenhaft vorbereiten und sie andächtig empfangen.

Denke nach, welche Bedeutung die äußeren Zeichen bei den Sakramenten haben; warum die Kirche bei der Spendung der Sakramente das Kreuzzeichen gebraucht; warum wir einige Sakramente nur einmal empfangen können! - ErkIäre den Zweck der Zeremonien der Kirche, wann wir ein Sakrament würdig empfangen, wann gültig! Berichte, was in deiner Pfarrkirche auf die einzelnen Sakramente hinweist; welche Sakramente du schon empfangen hast!

So wie der Hirsch sich nach den Quellen des Wassers sehnt, so sehnt sich meine Seele nach dir, o Gott! (Ps 41, 2)

[Forsetzung folgt]