Bruder Thomas Apostolatsgemeinschaft: Unterschied zwischen den Versionen

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== Struktur und Peter Stoßhoff ==
 
== Struktur und Peter Stoßhoff ==
  
Der Gründer der Gemeinschaft ist Peter Stoßhoff (geb. am 20. Juni 1957), der, ursrpünglich evangelisch, bei seiner ersten Pilgerfahrt nach Medjugorje zur katholischen Kirche konvertierte.  
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Der Gründer der "Gemeinschaft" ist Peter Stoßhoff (geb. am 20. Juni 1957), der sich (in angeblich göttlichem Auftrag, den er bei seiner ersten Pilgerfahrt nach Medjugorje nach eigener Aussage von der Gottesmutter erhielt) ursprünglich (seit 16.07.2002) als "Bruder Thomas" und später dann (seit 16.07.2003) als "Bruder Johannes-Marcus" bezeichnet. Für Verwirrung bei Gläubigen sorgt Stoßhoff seit Jahren durch das (nach eigenen Aussagen nur im privaten Rahmen gegebene) Auftreten in ordensähnlichem Gewand und durch Verwendung ordensähnlicher Bezeichnungen ohne Anerkennung durch die Kirche. Kritik an seiner Person und seinem Werk begegnet er mit Hinweis auf das nahe Gericht Gottes und die Notwendigkeit der Bekehrung. Er sieht sich in besonderer Weise von Gott autorisiert, seine Gemeinschaft zu leiten und beruft sich dabei auch auf seinen [[Seelenführer]], dessen Namen er mit "Pfarrer Michael" angibt (zuständig seit Karsamstag 2004). Stoßhoff hat offensichtlich nachweislich Priester als Seelenführer oder geistliche Berater angegeben, die davon überhaupt nichts wussten und sich  von der Vereinnahmung distanzierten.
Wie dies von der Kirche empfohlen wird, suchte er priesterlicher Begleitung und legt seit 2004 vor einem ständigen Seelenführer Rechenschaft ab.  
 
  
Auch den Impuls, die Gemeinschaft zu gründen, empfing er in Medjugorje.  
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Über die innere Struktur äußert sich Stoßhoff so: "Die Gemeinschaft besteht aus drei Ringen, wobei der innerste Kern derzeit von vier Brüdern und zwei Schwestern mit Gelübde gebildet wird. Mitglieder des zweiten Rings leben zu Hause (auch Familien), unterstützen die Gemeinschaft und übernehmen einzelne Aufgaben. Der dritte Ring ist mit uns im Gebet verbunden und kann keinerlei Aufgaben übernehmen."
  
Er lädt die Menschen ein, als "Ritter der Unbefleckten" in die Schule des Evangeliums zu gehen,  
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Im September 2006 informierte Peter Stoßhoff auf seiner Website über einen Papstsegen, den er für die "Gemeinschaft" bekommen habe, mit der Schlagzeile "Papst Benedikt XVI. antwortet der FJM". Der Segen habe den Inhalt: "Vom Herzen erbittet Papst Benedikt XVI. Ihnen und Ihren Freunden für den weiteren Lebensweg Gottes beständigen Schutz und seinen reichen Segen". Dies präsentierte er auf seiner Homepage als "Den Segen des Obersten Hirten der r.k.Kirche für unsere Apostolatsgemeinschaft, den Hirten und allen, die uns angeschlossen - die guten Willens sind." Kritiker meinen, Stoßhoff wolle mit der Berufung auf einen grundsätzlich für alle Personen, die darum ansuchen, möglichen Papstsegen über die fehlende kirchliche Anerkennung der Gemeinchaft hinwegtäuschen.
gemäß Eph 6,14-17:
 
 
 
"Tretet also an:
 
1. eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit
 
2. die Füße beschuht mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens
 
3. ergreift das Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Geschosse des Bösen
 
auszulöschen vermögt
 
4. nehmt den Helm des Heils und
 
5. das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes."
 
 
 
(1. Deine Lenden sollst du mit der Wahrheit der Reinheit, der Keuschheit umgürten.
 
Wenn Satan die Sexualität missbraucht um unsere Würde zu zerstören, so ist die Keuschheit
 
der mächtige Panzer gegen die Angriffe Satans
 
 
 
2. Die Bereitschaft ist die ständige innere Wachsamkeit und das Leben in der Gegenwart der
 
Heiligen Liebe Gottes
 
 
 
3. Der Schild des Glaubens ist das Kindsein vor Gott. Ein Kind kann sich ganz klein machen,  
 
so dass die feurigen Geschosse und Angriffe des Widersachers über uns hinwegziehen
 
 
 
4. Der Helm des Heiles ist die Dornenkrone Jesus, die er sich zur Sühne für den Stolz der
 
gefallenen Engel und für den Stolz der Menschen aufsetzen hat lassen. Die Demut des
 
Herzens und der Gehorsam des Willens gegenüber Gott schützen uns vor dem "non
 
serviam" des Feindes. "Dieses rechte Dienen macht den Helfer demütig (DCE, S. 50)."
 
 
 
5. Das Schwert des Geistes besteht darin, dass wir das Wort Gottes in uns "Fleisch werden"
 
lassen, so dass wir im "Wort Gottes ein- und ausgehen". Der Ritter der Unbefleckten
 
"redet und denkt mit dem Wort Gottes" und seine "Gedanken" werden "Mitdenken mit
 
Gottes Gedanken", sein "Wollen" wird "Mitwollen mit dem Willen Gottes".)
 
 
 
 
 
und gemäß Joh 13,35:
 
"Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habt untereinander."
 
 
 
in der dreifach geübten Liebe:
 
1. Kindliche Liebe (einfältige Liebe)
 
2. Kreuzesliebe (Leidensliebe)
 
3. Eucharistische Liebe (Dienende Liebe)
 
 
 
 
 
Die Gemeinschaft besteht aus drei Ringen, wobei der innerste Kern derzeit von vier Brüdern und zwei Schwestern mit Gelübde gebildet wird. Mitglieder des zweiten Rings leben zu Hause (auch Familien), unterstützen die Gemeinschaft und übernehmen einzelne Aufgaben. Der dritte Ring ist im Gebet verbunden und kann keinerlei Aufgaben übernehmen.
 
  
 
== Kirchliche Bewertung ==
 
== Kirchliche Bewertung ==
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== Aktivitäten ==
 
== Aktivitäten ==
Eine Kerngruppe der Gemeinschaft versucht eine "vita communis" zu verwirklichen, wobei dies in ordensähnlicher Weise geschieht (mit teilweiser Klausur und in Trennung der männlichen und weiblichen Mitglieder). Apostolische Aktivitäten werden sowohl über das Internet (Homepage und Web-Radio) und Schriften- und Kassettenapostolat/CDs wahrgenommen, wie auch über missionarische Einsätze im Außenbereich, Gebets- & Vortragstreffen, Wallfahrten und Familientreffen.
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Eine Kerngruppe der Gemeinschaft versucht eine "vita communis" zu verwirklichen, wobei dies in ordensähnlicher Weise geschieht (mit teilweiser Klausur und in Trennung der männlichen und weiblichen Mitglieder). Apostolische Aktivitäten werden sowohl über das Internet (Homepage und Web-Radio) und ein Informationsblatt wahrgenommen, wie auch über missionarische Einsätze im Außenbereich. So heißt es im Blog-Buch der Gemeinschaft, man sei im Dezember 2007 zu Gemeindeexerzitien von drei Tagen in Österreich eingeladen, welche die Gemeinschaft gestalten dürfe.
 
 
Am 21. August 2003 hat der Gründer folgendes Wort von Jesus empfangen:
 
"Du wirst gehen von Stadt zu Stadt; von Land zu Land. Du wirst alle aufrufen und man wird Meine Stimme hören auf dem ganzen Erdenrund. - Frage dich nicht wie, sondern glaube, dass es Mein Wille ist, Mein bestimmter Weg für Dich."
 
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
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[http://br-thomas-apostolat.de Offizielle Website der "Gemeinschaft"]
 
[http://br-thomas-apostolat.de Offizielle Website der "Gemeinschaft"]
  
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[http://www.kath.net/detail.php?id=16889 KATH.NET: Bistum Keine kirchlich-katholische Gemeinschaft]
  
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[http://www.kath.net/detail.php?id=7311 KATH.NET: Bistum Münster distanziert sich von der "Bruder Thomas Apostolatsgemeinschaft]
  
 
[[Kategorie:Deutschland]]
 
[[Kategorie:Deutschland]]
 
[[Kategorie:Sondergruppen]]
 
[[Kategorie:Sondergruppen]]

Version vom 21. Juni 2007, 15:52 Uhr

Die "Bruder Thomas Apostolatsgemeinschaft", die auch unter dem Namen "Familie der Heiligen Herzen Jesu und Mariens" auftritt, ist eine Sondergruppe aus Deutschland, die vom Bistum Münster als "Gemeinschaft rein privaten Charakters" eingeschätzt wird und kirchlich nicht anerkannt oder approbiert ist.

Struktur und Peter Stoßhoff

Der Gründer der "Gemeinschaft" ist Peter Stoßhoff (geb. am 20. Juni 1957), der sich (in angeblich göttlichem Auftrag, den er bei seiner ersten Pilgerfahrt nach Medjugorje nach eigener Aussage von der Gottesmutter erhielt) ursprünglich (seit 16.07.2002) als "Bruder Thomas" und später dann (seit 16.07.2003) als "Bruder Johannes-Marcus" bezeichnet. Für Verwirrung bei Gläubigen sorgt Stoßhoff seit Jahren durch das (nach eigenen Aussagen nur im privaten Rahmen gegebene) Auftreten in ordensähnlichem Gewand und durch Verwendung ordensähnlicher Bezeichnungen ohne Anerkennung durch die Kirche. Kritik an seiner Person und seinem Werk begegnet er mit Hinweis auf das nahe Gericht Gottes und die Notwendigkeit der Bekehrung. Er sieht sich in besonderer Weise von Gott autorisiert, seine Gemeinschaft zu leiten und beruft sich dabei auch auf seinen Seelenführer, dessen Namen er mit "Pfarrer Michael" angibt (zuständig seit Karsamstag 2004). Stoßhoff hat offensichtlich nachweislich Priester als Seelenführer oder geistliche Berater angegeben, die davon überhaupt nichts wussten und sich von der Vereinnahmung distanzierten.

Über die innere Struktur äußert sich Stoßhoff so: "Die Gemeinschaft besteht aus drei Ringen, wobei der innerste Kern derzeit von vier Brüdern und zwei Schwestern mit Gelübde gebildet wird. Mitglieder des zweiten Rings leben zu Hause (auch Familien), unterstützen die Gemeinschaft und übernehmen einzelne Aufgaben. Der dritte Ring ist mit uns im Gebet verbunden und kann keinerlei Aufgaben übernehmen."

Im September 2006 informierte Peter Stoßhoff auf seiner Website über einen Papstsegen, den er für die "Gemeinschaft" bekommen habe, mit der Schlagzeile "Papst Benedikt XVI. antwortet der FJM". Der Segen habe den Inhalt: "Vom Herzen erbittet Papst Benedikt XVI. Ihnen und Ihren Freunden für den weiteren Lebensweg Gottes beständigen Schutz und seinen reichen Segen". Dies präsentierte er auf seiner Homepage als "Den Segen des Obersten Hirten der r.k.Kirche für unsere Apostolatsgemeinschaft, den Hirten und allen, die uns angeschlossen - die guten Willens sind." Kritiker meinen, Stoßhoff wolle mit der Berufung auf einen grundsätzlich für alle Personen, die darum ansuchen, möglichen Papstsegen über die fehlende kirchliche Anerkennung der Gemeinchaft hinwegtäuschen.

Kirchliche Bewertung

Bis jetzt gibt es keine Stellungnahme von Bischöfen oder Diözesen, die die Kirchlichkeit der Gruppe bestätigen konnten. Die erste offizielle kirchliche Bewertung wurde im Jahr 2003 vom Bistum Münster veröffentlicht:

"Auf eine Anfrage teilt das Bischöfliche Generalvikariat Münster mit, dass die „Bruder Thomas Apostolatsgemeinschaft“, die auch unter dem Namen „Familie der Heiligen Herzen Jesu und Mariens (FJM)“ firmiert, im Bistum Münster nicht anerkannt oder approbiert ist. Sie ist eine Gemeinschaft rein privaten Charakters. Sie hat nicht die Erlaubnis, im Namen der Kirche, des Bistums oder des Bischofs von Münster zu lehren oder Apostolat zu treiben. Es ist den Mitgliedern der Gemeinschaft im Bistum Münster untersagt, ein ordensähnliches Gewand zu tragen, um nicht einen falschen Eindruck in der Öffentlichkeit zu wecken. Es ist der Gemeinschaft untersagt, im Bistum Münster öffentlich Geld zu sammeln. - Zl.O-2489/03." [1]

2007 erklärte der Bischof von Münster, Reinhold Lettmann, in einem Schreiben an Pfarrer Stefan Jürgens von Stadtlohn, "dass die in Ihrer Pfarrei ansässige Gemeinschaft 'Familie der Heiligen Herzen Jesu und Mariens (FJM)', die auch unter dem Namen 'Apostel-Thomas-Apostolatsgemeinschaft', 'Apostel-Thomas-Brüder' und 'Apostel-Thomas-Schwestern' firmiert, keine kirchlich-katholische Gemeinschaft ist, die in der katholischen Kirche rechtlich anerkannt oder approbiert ist. Die Gemeinschaft mit Ihren Mitgliedern ist rein privaten Charakters und kann als solche nicht im Namen der katholischen Kirche ein Apostolat ausüben oder Verkündigung betreiben. Der rein private Charakter der Gemeinschaft erlaubt es nicht, dass sich diese Gemeinschaft öffentlich katholisch und kirchlich nennt, als besitze sie eine öffentliche Anerkennung. Mit der rein privaten Natur dieser Gemeinschaft, die keine öffentliche kirchliche Anerkennung besitzt, ist verbunden, dass sie weder öffentlich noch halböffentlich im Namen der katholischen Kirche Geld sammelt, sei es auch für caritative oder religiöse Ziele. Einer rein privaten Gemeinschaft entspricht es, dass sie sich jeder öffentlichen Äußerung enthält, die den Anschein erwecken würde, als sei sie eine katholische, kirchlich anerkannte Gemeinschaft." [2]

Damit ist die Gemeinschaft als privater Verein von Gläubigen gemäß Can. 215 anzusehen. Dieser Canon regelt die Vereins- und Versammlungsfreiheit von Katholiken.

Aktivitäten

Eine Kerngruppe der Gemeinschaft versucht eine "vita communis" zu verwirklichen, wobei dies in ordensähnlicher Weise geschieht (mit teilweiser Klausur und in Trennung der männlichen und weiblichen Mitglieder). Apostolische Aktivitäten werden sowohl über das Internet (Homepage und Web-Radio) und ein Informationsblatt wahrgenommen, wie auch über missionarische Einsätze im Außenbereich. So heißt es im Blog-Buch der Gemeinschaft, man sei im Dezember 2007 zu Gemeindeexerzitien von drei Tagen in Österreich eingeladen, welche die Gemeinschaft gestalten dürfe.

Weblinks

Offizielle Website der "Gemeinschaft"

KATH.NET: Bistum Keine kirchlich-katholische Gemeinschaft

KATH.NET: Bistum Münster distanziert sich von der "Bruder Thomas Apostolatsgemeinschaft