Fanny Imle

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[[Fanny]] Imle war die Tochter eines Majors, wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Sie verbrachte sie ihre Jugend in einem vornehmen Züricher Internat. Dort lernte sie die sozialistische Anarchistenbewegung kennen, der sie sich anschloss. 1897 nahm sie ein [[Philosophie]]-Studium an der Universität Zürich auf. Im Jahr 1900 trat sie der SPD bei, reiste für Vorträge über die Gleichberechtigung der Frau und die Gewerkschaftsfrage durch das ganze Land. Im Jahr 1904 [[konvertiert]]e sie, missfallend der „Lehrzerfahrenheit des [[Protestantismus]]“, zur [[Katholischen Kirche]]. Sie erwarb als eine der ersten [[Frau]]en den Doktor der Staatswissenschaftlichen Fakultät in Freiburg im Breisgau und publizierte über die Tarifverträge im Deutschen Reich. Ab 1912 widmete sie sich fast ausschließlich [[philosophisch]]en und dann [[theologisch]]en Themen und wurde eine der weltweit ersten Laientheologinnen. Vor allem die Tradition der [[Franziskaner]] hatte es ihr angetan. Obwohl Fanny Imle nie eine offizielle Ausbildung in Philosophie oder Theologie erhalten hatte, wurde sie schnell zu einer international anerkannten Kapazität. Sie profilierte sich im weiteren Verlauf ihres Lebens auch als [[Mittelalter]]forscherin. Als sie erblindete, setzte sie ihre Arbeit mit einem Vorleser und unter Hilfe von Freunden fort. Fanny Imle lebte seit 1925 in Paderborn, ab 1936 in ihrem Haus in der Droste-Hülshoff-Str. 13. Der Bombenangriff auf Paderborn beschädigte auch ihr Haus, sie verließ Paderborn und kehrte erst 1955 für die letzten Jahre heim.<ref> [https://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/paderborn/20676874_Wer-verfuegt-ueber-Lebenserinnerungen-von-Fanny-Imle.html Wer verfügt über "Lebenserinnerungen" von Fanny Imle?]  www.nw.de ; [https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.forschung-ein-professor-aus-usa-und-seine-liebe-zu-fanny-imle.f426d9ac-35ac-4781-bf09-07f31ef4486c.html Ein Professor aus USA und seine Liebe zu Fanny Imle] www.stuttgarter-zeitung.d , abgerufen am 31. Oktober 2021</ref>
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[[Fanny]] Imle war die Tochter eines Majors, wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Sie verbrachte sie ihre Jugend in einem vornehmen Züricher Internat. Dort lernte sie die sozialistische Anarchistenbewegung kennen, der sie sich anschloss. 1897 nahm sie ein [[Philosophie]]-Studium an der Universität Zürich auf. Im Jahr 1900 trat sie der SPD bei, reiste für Vorträge über die Gleichberechtigung der Frau und die Gewerkschaftsfrage durch das ganze Land. Im Jahr 1904 [[konvertiert]]e sie, missfallend der „Lehrzerfahrenheit des [[Protestantismus]]“, zur [[Katholischen Kirche]]. Sie erwarb als eine der ersten [[Frau]]en den Doktor der Staatswissenschaftlichen Fakultät in Freiburg im Breisgau und publizierte über die Tarifverträge im Deutschen Reich.
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Ab 1912 widmete sie sich fast ausschließlich [[philosophisch]]en und dann [[theologisch]]en Themen und wurde eine der weltweit ersten Laientheologinnen. Vor allem die Tradition der [[Franziskaner]] hatte es ihr angetan. Obwohl Fanny Imle nie eine offizielle Ausbildung in Philosophie oder Theologie erhalten hatte, wurde sie schnell zu einer international anerkannten Kapazität. Sie profilierte sich im weiteren Verlauf ihres Lebens auch als [[Mittelalter]]forscherin. Als sie erblindete, setzte sie ihre Arbeit mit einem Vorleser und unter Hilfe von Freunden fort. Fanny Imle lebte seit 1925 in Paderborn, ab 1936 in ihrem Haus in der Droste-Hülshoff-Str. 13. Der Bombenangriff auf Paderborn beschädigte auch ihr Haus, sie verließ Paderborn und kehrte erst 1955 für die letzten Jahre heim.<ref> [https://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/paderborn/20676874_Wer-verfuegt-ueber-Lebenserinnerungen-von-Fanny-Imle.html Wer verfügt über "Lebenserinnerungen" von Fanny Imle?]  www.nw.de ; [https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.forschung-ein-professor-aus-usa-und-seine-liebe-zu-fanny-imle.f426d9ac-35ac-4781-bf09-07f31ef4486c.html Ein Professor aus USA und seine Liebe zu Fanny Imle] www.stuttgarter-zeitung.d , abgerufen am 31. Oktober 2021</ref>
  
 
== Werke ==
 
== Werke ==

Version vom 19. Januar 2022, 12:53 Uhr

Fanny Imle (Dr.; * 2. April 1878 in Ellwangen, Deutschland ; † 11. August 1965 in Marsberg oder Paderborn) war Konvertitin und publizierte vor allem zur franziskanischen Spiritualität.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Fanny Imle war die Tochter eines Majors, wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Sie verbrachte sie ihre Jugend in einem vornehmen Züricher Internat. Dort lernte sie die sozialistische Anarchistenbewegung kennen, der sie sich anschloss. 1897 nahm sie ein Philosophie-Studium an der Universität Zürich auf. Im Jahr 1900 trat sie der SPD bei, reiste für Vorträge über die Gleichberechtigung der Frau und die Gewerkschaftsfrage durch das ganze Land. Im Jahr 1904 konvertierte sie, missfallend der „Lehrzerfahrenheit des Protestantismus“, zur Katholischen Kirche. Sie erwarb als eine der ersten Frauen den Doktor der Staatswissenschaftlichen Fakultät in Freiburg im Breisgau und publizierte über die Tarifverträge im Deutschen Reich.

Ab 1912 widmete sie sich fast ausschließlich philosophischen und dann theologischen Themen und wurde eine der weltweit ersten Laientheologinnen. Vor allem die Tradition der Franziskaner hatte es ihr angetan. Obwohl Fanny Imle nie eine offizielle Ausbildung in Philosophie oder Theologie erhalten hatte, wurde sie schnell zu einer international anerkannten Kapazität. Sie profilierte sich im weiteren Verlauf ihres Lebens auch als Mittelalterforscherin. Als sie erblindete, setzte sie ihre Arbeit mit einem Vorleser und unter Hilfe von Freunden fort. Fanny Imle lebte seit 1925 in Paderborn, ab 1936 in ihrem Haus in der Droste-Hülshoff-Str. 13. Der Bombenangriff auf Paderborn beschädigte auch ihr Haus, sie verließ Paderborn und kehrte erst 1955 für die letzten Jahre heim.[1]

Werke

  • Religiöse Aufstiege und Ausblicke für moderne Gottsucher, Ohlinger Mergentheim 1913 (138 Seiten).
  • 'Weltanschauung und Sozialidee : Eine philosophie-historische Studie, Verband katholischer kaufmännischer Vereinigungen Essen-Ruhr 1914 (102 Seiten).
  • St. Franziskus, ein heiliger Lebenskünstler, Vorwort von Heribert Holzapfel, Ferdinand Schöningh Verlag Paderborn 1914 (1. Auflage, 250 S.), 1917 (2. verb. Auflage, 254 S.), 1918 (3. verb. Auflage, 282 S.),1922 (269 Seiten).
  • Die heilige Coletta : Eine Reformatorin aus der Familie des hl. Franziskus, J. Müller München 1916 (82 Seiten).
  • Deutschland auf dem Kreuzwege des Herrn : Feldbrief, Ohlinger Mergentheim 1918 (20 Seiten).
  • Manresa : Gedanken über d. höchsten Wahrheiten, Ohlinger Mergentheim 1919 (92 Seiten, 2. Auflage).
  • Lebensideale und Lebensziele für christliche Jungfrauen, Ohlinger Mergentheim 1919 (124 Seiten).
  • Die Frau in der Politik : Eine Einführung in das Staats- und Wirtschaftsleben für Frauen und Jungfrauen, Herder Verlag Freiburg im Breisgau 1920 (198 Seiten).
  • Der Geist des heiligen Franziskus und seiner Stiftung : Ein Versuch zu e. Psychologie d. Franziskanerordens, Verlagsbuchh. K. Ohlinger Mergentheim 1921 (282 Seiten).
  • Nachtgedanken über Gott, den Einen, Dreieinigen u. Betrachtungsnovene auf das hl. Pfingstfest, Ferdinand Schöningh Verlag Paderborn 1922 (81 Seiten).
  • Christusideal und katholisches Ordensleben : Ein Blick in d. Seele unserer religiösen Orden, Verlag Kösel-Pustet Kempten 1922 (104 Seiten).
  • Pilgerreise zum heiligen Gral (Bücher der Stille), Franziskus-Druckerei Werl i.W. 1925 (64 Seiten).
  • Friedrich von Schlegels Entwicklung von Kant zum Katholizismus, Ferdinand Schöningh Verlag Paderborn 1927 (287 Seiten).
  • 'Novalis : Seine philosoph. Weltanschauung, Ferdinand Schöningh Verlag Paderborn 1928 (152 Seiten).
  • Breviloquium des Hl. Bonaventura. Ein Abriß der Theologie, übersetzt von Dr. F. Imle unter Mitwirkung von P. Dr. Julian Kaup OFM, Franziskaner Druckerei Werl in Westfalen (290 Seiten, Imprimatur Paderborn, die 16. Septembers 1930 Vicarius generalis Gierse).
  • Die Theologie des Heiligen Bonaventura. Darstellung seiner dogmatischen Lehren. Bearbeitet von Dr. F. Imle unter Mitwirkung von P. Dr. Julian Kaup O. F. M., Franziskus-Druckerei Werl 1931 (221 Seiten).
  • Gott : Die Sehnsucht seiner Freunde und seiner Feinde, Borgmeyer Verlag Hildesheim 1938 (84 Seiten).
  • Das geistliche Leben nach der Lehre des hl. Bonaventura, Franziskus-Druckerei Werl 1939 (471 Seiten; geb.).

Weblinks

Anmerkungen

  1. Wer verfügt über "Lebenserinnerungen" von Fanny Imle? www.nw.de ; Ein Professor aus USA und seine Liebe zu Fanny Imle www.stuttgarter-zeitung.d , abgerufen am 31. Oktober 2021
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