Fidelis von Sigmaringen

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Version vom 15. Februar 2009, 21:45 Uhr

Fidelis von Sigmaringen (*1577/78 in Sigmaringen, Deutschland, † 24.4.1622 in Seewis/Graubünden, Schweiz) ist der erste Märtyrer des Kapuzinerordens und Landespatron von Hohenzollern.

Biografie

Markus Roy, wie Fidelis mit bürgerlichem Namen hieß, war Jurist beider Rechte (bürgerliches Recht und Kirchenrecht) und unterrichtete Philosophie. Angewidert von der Korruption, Machtstreben und Fehlurteilen, verließ er seinen Posten und folgte seinem Bruder Geort (P. Apollinar) in den Kapuzinerorden. Er gab seinen Besitz den Armen, im besonderen armen Seminaristen. Am 4. Oktober 1612, am Fest des hl. Franziskus feierte er in der Kapuzinerkirche Freiburg i.Br. seine Primiz und wurde als Pater Fidelis in den Orden aufgenommen. 1613-1617 studierte er Theologie. Darauf war er Guardian in den Kapuzinerklöstern von Rheinfelden (Schweiz), Fribourg (Schweiz) und Feldkirch (Österreich).

1618 brach der Dreißigjährige Krieg aus. Fidelis kümmerte sich um die Verwundeten und die von Krankheiten heimgesuchte Bevölkerung. Schließlich zog er mit einer Gruppe Kapuziner in die Schweiz um zu den Calivinisten und Zwinglianern zu predigen. 1622 wurde er Leiter des Missionswerkes in Hochrätien und Graubünden. Besonders wirkte er im von Österreich besetzten unteren Engadin und Prättigau. Als Doktor des Kirchenrechts musste P. Fidelis oft an kirchlichen Prozessen gegen Leute mitwirken, welche der Irrlehre verdächtigt wurden. Im Religionsstrafmandat, das P. Fidelis selbst im Jahre 1622 verfasste, heisst es: "Keiner sei gezwungen, den katholischen Glauben anzunehmen und seinem bisherigen als falschen abzuschwören, ehevor er nicht durch Predigt, Christenlehre und freundliche Belehrung soweit unterrichtet ist, und inzwischen ist auch keiner zur Anhörung der hl. Messe oder zur Beichte gezwungen." Fidelis litt schwer unter der Verantwortung für sein Missionsgebiet. Seine schwere, liebevolle Arbeit trug aber kaum sichtbare Früchte. Er verzweifelte nicht an seinem Auftrag, merkte aber immer mehr, dass er zum Märtyrium berufen ist. Zu einer Frau in Feldkirch sagte er: "Ich habe gute Hoffnung, sie zu bekehren, aber ich werde von ihnen ermordet werden." Von 1620 bis 1622 fügte er seiner Briefunterschrift hinzu: paulo post esca vermium (sehr bald eine Speise der Würmer).

In Malans, Maienfeld und Zizers hatte er bei seinen Religionsgesprächen mit Irrgläubigen Erfolg, nicht aber im Prättigau. Als er unter militärischem Schutz in der Kirche in Seewis predigte, drangen die Bauern in das Gotteshaus ein, überwältigten die Soldaten und schossen auf ihn. Der Prediger verliess die Kanzel, kniete an den Stufen des Altares zum innigen Gebet nieder und flüchtete darauf durch die Sakristeitüre ins Freie. Auf der Straße nach Grüsch wurde er von zwanzig Rebellen umringt, die ihn mit Keulen und Morgensternen bedrohten und aufforderten, ihren Glauben anzunehmen. Auf seine Antwort, er sei nicht gekommen, um den falschen Glauben anzunehmen, sondern den wahren zu verkünden, wurde er grausam niedergemetzelt. Damit erfüllte sich das Wort, das ihm der Novizenmeister bei seiner Einkleidung zugerufen hatte: "Sei getreu bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben!"

Seine Reliquien werden in Chur, Feldkirch, Sigmaringen und Stuttgart bewahrt.


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