Pascha/Osternacht

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Ostern / Pascha - Zentrum christlichen / jüdischen Glaubens Die Feier der Osternacht und jeder Hl. Messe hat ihre Wurzeln im jüdischen Pascha-Fest. Hier eine Gegenüberstellung, die die Parallelen bzw. Wurzeln herausarbeiten soll.

Inhaltsverzeichnis

Pascha

Das jüdische Pascha - (griechisch) oder auch Pesach-Fest (hebräisch) ist die Feier des Auszugs (Exodus) des Volkes Israel aus Ägypten. Der hebräische Begriff Pesach bedeutet so viel wie Vorübergang.

Geschichtlicher Hintergrund zu Exodus

Um 1250 vor Christus, brach das Hebräische Volk (Hebräer = „die von drüben kommen“), welches 400 Jahre in ägyptischer Knechtschaft verbracht hatte, unter Moses und Gottes Führung (Gott in Form einer Feuersäule) auf in die Freiheit.

Durch eine Dürreperiode und eine damit verbundene Hungersnot, war das Volk Israel auf die Ägyptischen Getreidevorräte angewiesen. Als nichts mehr hatten um zu Bezahlen, mussten sie in Schuldknechtschaft für den Pharao arbeiten. Dabei mussten sie vorwiegend Ziegel brennen und Vorratsspeicher bauen.

Mit den Jahren wurde Israel zu einem großen Volk, wodurch sich Ägypten bedroht fühlte und der Pharao die Ermordung aller erstgeborenen männlichen Kindern befahl. Unter der Knechtschaft leidend, sehnte sich das Volk nach dem Verheißenen Land Kanaan.

Gott erschien daraufhin Moses im brennenden Dornbusch (Dornen als Zeichen des Schmerzes) und sagte ihm, er habe das Leiden seines Volkes gesehen und Moses solle es befreien. Moses ging zum Pharao von Ägypten und forderte die Freilassung der Hebräer. Als der Pharao sie nicht zeihen lassen wollte, schickte Gott 10 Plagen über das Land. Erst nach der 10.Plage, dem Tod sämtlicher Erstgeburten von Mensch und Vieh in Ägypten, war der Pharao bereit das Volk Israel ziehen zu lassen.

Für die Nacht des Auszugs gab Gott die Anweisung, ein fehlerloses männliches Lamm zu schlachten, über dem Feuer zu rösten und ganz zu verzehren. Mit dem Blut des Lammes solle man die Türpfosten und den Türsturz bestreichen, als Zeichen für den Todesengel, damit dieser Vorübergeht. Das Lamm sollte nur mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern verzehrt werden. Dieses Mahl soll hastig, gegürtet und mit Sandalen and den Füßen gegessen werden.

Die Paschafeier heute

Wenn gläubige Juden heute Pascha feiern, so ist das für sie keine historische Erinnerung, denn sie glauben, dass in dieser Feier der Auszug aus dem persönlichen Ägypten, für jeden einzelnen, Wirklichkeit wird.


Ablauf

  • Lobspruch über den Wein und das Pessachfest.
  • Rituelles Händewachen ohne Lobspruch zu Beginn des Seders.
  • Eintauchen einer Frucht des Erdbodens (z.B. Petersilie) in Salzwasser, Lobspruch über die Frucht des Erdbodens und Verzehr der Erdfrucht.
  • Zerbrechen einer Mazza und Erinnerung warum Mazzot gegessen wird
  • Vier Fragen eines Kindes nach der Besonderheit dieser Nacht als Einleitung für ein Studium von Texten aus der Tora, Midrasch, Mischna und Talmud über den Auszug aus Ägypten.
  • Singen des ersten Teils des Hallels.
  • Rituelles Händewaschen mit Lobspruch, wie es üblich ist zu einer Mahlzeit
  • Lobspruch über Brot wie es üblich ist vor einer Mahlzeit, heute Abend natürlich über ungesäuertem Brot, daher
  • Lobspruch über das Essen von bitteren Kräutern mit Charosset
  • Verzehr eines Stückes Mazza mit Bitterkraut (oft Kren)
  • Festliche Mahlzeit.
  • Suchen des Afikoman, eines Stückchens Mazza, das zu Beginn des Abends versteckt wurde.
  • Tischgebet nach dem Essen
  • Fortsetzung des Hallel, Hymnus am Ende eines Psalmengesangs an Festen „Nischmat“ und das Gebet zum Abschluss des Psalmengesangs Jischtabach
  • Lobspruch über Wein zum Abschluss des Seders

Begriffserklärung

Seder = „Ordnung“, Hebräische Bezeichnung des gesamten Ablaufes einer Paschafeier
Hallel = ein dem Halleluja ähnlicher Lobpreisgesang
Mazza = Hebräische Bezeichnung für ungesäuertes Brot (Mehrzahl = Mazzot)
Tora = die jüdische Heilige Schrift
Midrasch = Rabbinische Torakommentare
Rabbi = jüdischer Schriftgelehrter
Mischna = Sammlung von Religionsgesetzlichen Vorschriften
Talmud = Zusammenfassung verschiedener Auslegungen der Tora von Rabbinerschulen.
Charosset = Fruchtmus, bestehend aus Äpfeln, Nüssen oder Mandeln, Rosinen, Zimt und Wein.

Symbolik

  • Die Handwaschung ist ein symbolischer Ausdruck des Reinigungswillens
  • Das Mahl ist ein Zeichen der Gemeinschaft, sowohl mit den Menschen als auch mit Gott.
  • Das Salzwasser ist Symbol der Tränen, die in Ägypten geweint wurden.
  • Die Erdfrucht (Karpas) symbolisiert die zum Leben notwendige Nahrung.
  • Das Bitterkrauter (Maror) ist Sinnbild der Bitterkeit des Lebens im Land der Knechtschaft.
  • Das Fruchtmus (Charoseth) welches ein ziegelfarbene Brei aus Früchten ist, erinnert an die Sklavenarbeit in Ägypten (Lehm: Ziegelherstellung)
  • Ein hartes Ei als Zeichen der Trauer über die Zerstörung des Tempels, aber auch Symbol des Durchhaltens, da das Ei erst fest wird, wenn es durch die Bedrängnis der Hitze durchgegangen ist. Weiters ist das Ei auch ein Symbol der Fruchtbarkeit.
  • Das Ungesäuertes Brot (Mazzot) symbolisiert den raschen Aufbruch, bei dem keine Zeit war Sauerteig zu backen. Auch die Hostien sind aus ungesäuertem Teig.
  • Der rot Wein erinnert an das Blut der Opfertiere, aber auch durch seine Ähnlichkeit mit Blut Symbol für die Lebenshingabe. Aber der Wein ist auch ein Symbol der Freude, Freiheit und des Festes.
  • Das Lamm Symbol für die wehrlosen Hingabe.


Ostern

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Vor dem seiner Auslieferung hat Jesus noch ein letztes Mal das Pesach Fest mit seinen Jüngern gefeiert. Gegen Ende des Pesachmahls fand das erste Mal die Feier der Eucharistie statt. Das Osterfest wird am Ostersonntag, bzw. der Osternacht von Karsamstag auf Sonntag gefeiert. Je nach Kirche variiert der Zeitpunkt der Feier, entweder Samstagabend ca. 20 Uhr oder Sonntagfrüh ca. 4 Uhr. Die Osterzeit beginnt in der Osternacht und endet 50 Tage später mit dem Pfingstfest. Den Zusammenhang mit dem jüdischen Pessachfest, sieht man auch an den Lesungen der Osternacht.

Ablauf

  • Lichtfeier
    • Segnung des Osterfeuers
    • Entzündung der Osterkerze am geweihten Osterfeuer.
    • Licht-Prozession

Unter dem dreifachen Lichtruf „Lumen Christi“ bzw. „Christus, das Licht“ und der Antwort aller „Deo gratias“ bzw. „Dank sei Gott“ wird die Osterkerze in die dunkle Kirche getragen.

    • Das Osterlob (Exsultet lat. für „jauchze“)

Nachdem das Licht der Osterkerze an die anwesenden Gläubigen weitergegeben ist, wird das Osterlob gesungen, welches ein Lobpreis für die Erlösung ist.

  • Wortgottesdienst:
    • Lesung: Schöpfungsgeschichte
    • Lesung: Durchzug durch das Rote Meer
    • Lesung: Das neue Herz und der neue Geist
    • Antwortgesang und Gebet
    • Gloria („Ehre sei Gott“)
    • Lesung: Taufe als Teilnahme an Tod und Auferstehung Jesu
    • Lesung: Auferstehungsbericht
  • Tauffeier (Taufwasserweihe, Tauferneuerung, evtl. Taufe)
    • Verkürzte Allerheiligenlitanei
    • Taufwasserweihe
    • [Taufe]
    • Erneuerung des Taufversprechens
    • Segnung durch Osterwasser
  • Eucharistiefeier

Parallelen zwischen Ostern und Pesach

  • Sowohl Ostern als auch Pesach sind ein Fest der Erlösung.
    • Pessacht: Erlösung aus der Knechtschaft Ägyptens
    • Ostern: Erlösung aus der Knechtschaft der Sünde
  • Verwendung des Symbols der Handwaschung als Zeichen der Reinigung von der Sünde.
  • Das Gabengebet, welches vom Judentum übernommen wurde, wird bei jeder Eucharistiefeier vor der Wandlung gesprochen.
  • Das Mahl des Lammes, als Symbol des Opfers und der Hingabe
  • Gemeinsames Mahl als Symbol der Gemeinschaft mit Gott
  • Symbolik des Blutes:
    • Pesach: Schutz vor dem Todesengel
    • Osternacht: Blut des Lammes Gottes, das vor dem ewigen Tod schützt.
  • Lobpreis
  • Schriftlesung
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