Wolfgang Bretschneider

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Wolfgang Bretschneider (* 7. August 1941 in Dortmund) ist ein deutscher Professor, Organist, Musik- und Liturgiewissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Wolfgang Bretschneider studierte katholische Theologie, Philosophie, Musikwissenschaft und Pädagogik in Bonn und München. Orgelstudien betrieb er bei Franz Lehrndorfer (München), Jean Langlais und Guy Bovet (Frankreich). Bereits als 13jähriger spielte er 1954 erstmals auf der großen Orgel des Bonner Münsters. Vorlesungen hörte er u. a. beim damaligen Professor Joseph Ratzinger. 1967 wurde er von Kardinal Frings im Kölner Dom zum Priester geweiht. Von 1967 bis 1969 wirkte als Kaplan am Quirinus-Münster in Neuss und von 1969 bis 1997 als Repetent am Erzbischöflichen Collegium Albertinum in Bonn. Er promovierte im Fach Musikwissenschaft bei Prof. Dr. Günter Massenkeil mit einer hymnologischen Arbeit über das Kirchenlied der Aufklärungszeit.

Wirken

1977 wurde er als Dozent für die Priesterausbildung des Erzbistums Köln berufen. Seit 1984 ist er Professor für Liturgik und Kirchenmusikgeschichte an der Robert-Schumann-Hochschule, der Musikhochschule in Düsseldorf, seit 1994 an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und in gleicher Funktion auch am Pastoralseminar des Erzbistums Köln.

1985 wurde er in den Vorstand der Werkgemeinschaft Musik e.V. gewählt und ist als Geistlicher Berater tätig. Für die Werkgemeinschaft organisierte er vor dem Mauerfall die Begegnungen mit den und Fortbildungen für die Kirchenmusiker der damaligen DDR.

Bretschneider ist Subsidiar und zweiter Organist an der Bonner Münsterbasilika. Ebenso leitet er seit über 25 Jahren die Schola des Bonner Münsters. Als Organist konzertiert er im In- und Ausland und ist bei zahlreichen Rundfunk und Fernsehübertragungen als Musiker tätig. Sein Schwerpunkt als Organist ist dabei die französische Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts. 1989 wurde Wolfgang Bretschneider Präsident des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes für Deutschland (ACV) berufen. Mit dem Tonträger „Laudatio sonanda“ widmete ihm der ACV zu seinem 70. Geburtstag eine klingende Festschrift als Dank für sein unermüdliches Wirken und seine Verdienste um die Kirchemusik.

Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz vertritt Bretschneider die Belange der Kirchenmusik im Gremium zur Erarbeitung des neuen Gebet- und Gesangbuches für den deutschprachigen Raum (GGB). Als Herausgeber von Noteneditionen gab er unter anderem das gesamte Orgelwerk von Josef Gabriel Rheinberger heraus.[1]

Werk

Schriften (Auswahl)

  • Pädagogische Bedeutung und Funktion des deutschen Kirchenliedes zwischen Aufklärung und Restauration, dargestellt am Werk des Kaspar Anton von Mastiaux (1766-1828). Hochschulschrift Bonn 1980.
  • Mehr als Worte sagt ein Lied. Herder 1990. ISBN 3-451-22040-7
  • Nützlich oder schädlich? Braucht die Liturgie eine Orgel. In: Musica sacra 119. Jg. Nr. 5, Regensburg 1999.
  • Krzysztof Pendercki - Versuch einer Positionsbestimmung. Kirchenmusikalisches Jahrbuch, Regensburg 2000.

Noteneditionen (Auswahl)

  • Joseph Rheinberger. Das gesamte Orgelwerk. J. Butz Verlag, Sankt Augustin 1991.
  • Magnificat anima mea: marianische Orgelmusik aus dem 16. - 20. Jahrhundert. J. Butz Verlag Sankt Augustin 1996.
  • Chorbuch Advent. Carus Stuttgart 1998.
  • Romantische Orgelmusik zu Advent und Weihnachten. J. Butz Verlag 2001.
  • Chorbuch Ostern. Carus Stuttgart 2002.
  • Seht, das Brot, das wir teilen. J. Butz Verlag Sankt Augustin 2003.
  • Der leuchtende Morgen der Ewigkeit. J. Butz Verlag Sankt Augustin 2005.

Diskographie (Auswahl)

  • Josef Gabriel Rheinberger, Orgelsonaten Nr. 14 C-Dur op. 165 und 17 H-Dur op. 181, Miscellaneen op. 174. Wolfgang Bretschneider an der Walcker-Orgel in St. Jacobus, Ilmenau (Thüringen). Motette 12221.
  • Marcel Dupré, Le Chemin de la Croix op. 29. Wolfgang Bretschneider an der Klais-Orgel der Bonner Münsterbasilika. Motette 50691.
  • Mein Gebet und Was sind wir Menschen doch, Orgelimprovisationen von Wolfgang Bretschneider, Hanns Dieter Hüsch liest Psalmen, Gedichte und eigene Texte. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1997.

Auszeichnungen

  • 1982 Verleihung des päpstlichen Ehrentitels Monsignore
  • 2003 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

Zitate

  • „Musik und Priestertum sind für mich eine Einheit, die ich nicht trennen kann und nicht trennen will. Für mich ist die Musik ein ideales Medium, Menschen näher zu kommen. Über sie erreichen wir die Herzen vieler, die wir im Gottesdienst oft nicht mehr sehen. Und gerade mit einer Musik, die sich aus geistigen und geistlichen Quellen speist, kann ich unendlich viel vermitteln, kann trösten und verkünden, was ich in Worten kaum auszudrücken vermag – und letztlich ist die Musik damit nicht nur ein Brückenschlag zu den Menschen, sondern auch zu Gott“.
  • „Ich kann Menschen nichts einreden und sie nicht überreden, aber ich kann ihnen beistehen und sie durch mein Tun zu überzeugen suchen, dass es jemanden gibt, der sie hält und zu ihnen steht, bei dem sie sich geborgen fühlen können“. Die nie versiegende Faszination von Gott als einem unendlichen Geheimnis an andere weiter zu geben, gleichsam ein Spiegel zu sein, ist mit die schönste Berufung und bis heute beglückend. Auch nach so vielen Jahren bereitet es mir unendlich viel Freude, immer wieder in diesen Dienst genommen zu werden“.

Literatur

  • Stefan Klöckner/Matthias Kreuels/Günther Massenkeil (Hgg.): Brückenschlag. Wolfgang Bretschneider zum 60. Geburtstag. Bonn 2001.
  • Reiner Schuhenn/Emmanuela Kohlhaas: Ein Hüter der Flamme. ACV-Präsident Wolfgang Bretschneider zum 65. Geburtstag. In: Musica sacra 05/2006.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Literatur von und über Wolfgang Bretschneider auf der Seite von Musica sacra
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