Kollegium der Bischöfe

Aus Kathpedia
(Weitergeleitet von Episkopat)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kollegium der Bischöfe ist ein Zentralbegriff der katholischen Lehre von der Kirche (Ekklesiologie). Das Kollegium näher zu erläutern, wurde allgemein als Aufgabe eines zukünftigen Konzils aufgefasst, nachdem das I. Vatikanum 1870 unterbrochen werden musste. Seit dem Konzil von Trient wurde mehr und mehr das Bedürfnis wach, eine bessere Lehre von der Kirche selbst zu entwickeln. Dies gelang in zwei Schritten, indem das I. Vatikanum 1870 das Amt und die Autorität des Papstes definierte, das II. Vatikanum diese Definition aber um einige, wichtige Ergänzungen erweiterte. Der Episkopat sei der wichtigste Teil von Lumen gentium, "um nicht zu sagen, das Rückgrat des ganzen Konzils", sagte Kardinal Umberto Betti.

Inhaltsverzeichnis

Kollegialität

In der Folgezeit wurde die Kollegialität der Bischöfe zu einem häufig gebrauchten Begriff, mit dem nicht selten eine "politische Partizipation" der Ortsbischöfe, bzw. ihrer regionalen Kollegien (vgl. Bischofskonferenz) in den Staaten, an der Leitung der ganzen Kirche zum Ausdruck gebracht werden sollte. Die eigentlich theologische Auffassung der Kirche vom Kollegium der Bischöfe ist jedoch einem Vergleich mit soziologisch oder politologisch zu fassenden Phänomenen staatlicher Machtausübung (und der Teilhabe an ihr; vgl. LG Nr. 23) nur wenig zugänglich. "Kollektive Führung" ist damit nicht gemeint. Der Bischof ist auch nicht Teilhaber einer "Bischofskommunität", sondern für sich ganz Bischof nur mit allen andern zusammen.

Episkopat

Die Kirche ist im wesentlichen durch die Gesamtheit der Bischöfe (Episkopat) weltweit supranational lebensfähig. Die Lehre vom Episkopat verdeutlicht, auf welche Weise es Christus als Stifter der Kirche einrichten wollte, dass die sakramentale Autorität unter den Seinen fortdauere. Zwar war das Kollegium der Apostel, die Zwölf mit und unter Petrus, eine einmalige Einrichtung des Ursprungs. (Die volle Integrität der Zwölf wurde durch Zuwahl des Matthias an der Stelle des Verräters Judas wieder hergestellt, sogar Paulus aber und spätere Mitarbeiter der Apostel zählten nie zu den Zwölf.)

In der Nachfolge der Apostel entwickelte die Kirche, mit der Vollmacht Christi, das Amt der Bischöfe, das bereits im 2. Jh., im Wesentlichen wie in heutiger Form, als vorhanden erkennbar ist. Der Bischof ist gleichsam Haupt seines Presbyteriums wie Petrus das Haupt der Zwölf war. Unter allen Bischöfen dauert aber das Amt Petri auch fort, in der Funktion des Bischofs von Rom (= Papst). Diese Gemeinschaft im Amt ermöglicht eine sakramentale Einheit der Kirche, die über Grenzen von Völkern, Staaten, Nationen hinweg alle Menschen zum einen Volk Gottes, dem mystischen Leib Christi, vereinigen kann.

Petrus & "Kollegen"

Der "Petrusdienst" (des Papstes) und die Kollegialität konstitutieren sich mithin gegenseitig. Ohne Petrus hat der Bischof so wenig apostolische Autorität wie der einzelne Priester vor Ort ohne den Bischof. Die Bischöfe haben nur als Kollegium, integriert unter dem Bischof von Rom, " zu treuen Händen" Anteil an der Leitung der Einen Kirche Christi. Der einzelne Bischof vertritt diese gesamte Autorität, nicht aber Bruchteile davon, in seiner Ortskirche, solange er dem Kollegium der Weltkirche und dem Papst verbunden bleibt. Durch den Primat Petri erst sind die andern wirklich Gleiche. Aber auch der Papst steht dem Kollegium nicht als Souverän gegenüber, sondern er wirkt mit seinem Amt konsequent im Kollegium. Er kann zwar frei von seinem Amt jederzeit Gebrauch machen, ohne irgendjemandes Zustimmung einholen zu müssen, aber eben nur von seinem Amt. Jedoch bietet die Redeweise von der Kollehialität keinerlei Anspruchsgrundlage, um die Amtsfunktion des Papstes auch nur irgendwie zu beschränken. Ein etwaiger "Streit" um "Machtanteile" hätte die sofortige faktische Auflösung des Kollegiums als des wirklichen, weltweiten Zusammenhalts der Kirche zur Folge.

Charisma und Amt

Ohne den gottgewollten Primat des Papstes sind die bischöflichen Kollegen untereinander so wenig "gleich" wie die Getauften wirklich Gleiche in Christus sein können, wenn ihnen nicht das Amt gegenübertritt, das diese (sakramentale) "Egalität" der Königswürde der Christen gewährleistet, ihr also dient. Fällt das Amt weg, tritt sogleich die Ungleichheit der Charismen (= Gnadengaben der Einzelnen) in Erscheinung, die Absonderungen begünstigt. Die katholische Amtsverfassung ist so die bestmögliche (einzige) Garantie für den allgemeinen Zugang des Volkes Gottes zum Sakrament. Erst das (Priester-, Lehrer-, und Hirten-) Amt Christi stiftet diejenige Gemeinschaft der Einzelnen, die wirklich von Christus kommt. Diese Gewissheit der Gegenwart Christi unter den Seinen gewährt also der Bischof.

Bischöfe mit Teilfunktion

Auch Titularbischöfe und Weihbischöfe sind im vollen Sinne in den Episkopat integriert. Ihre reduzierte Amtstätigkeit beruht auf der fehlenden Zuweisung ("kanonischen Sendung") eines vollen Wirkungskreises in einer Ortskirche. Sie nehmen nach Maßgabe des Papstes bzw. des Ortsbischofs an den Aufgaben der "Zentrale" (z.B. Kurienkardinäle, seit 1962 durchweg zugleich Bischöfe) oder einer bestimmten Kathedra teil (z.B. als "Regionalbischof").

Siehe auch:

Weblink

Meine Werkzeuge