Katholische Glaubenslehre (Graf von Galen)

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Katholische Glaubenslehre
Herausgegeben von Clemens August Graf von Galen, Bischof von Münster

Regensbergsche Verlagsbuchhandlung Münster [Westfalen], (64 Seiten, ca. DIN A 6, in Fraktur abgedruckt; Vorwort an die Diözesanen am 19. März 1940 weggelassen).

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was heißt glauben im christlichen Sinne ?

Glauben im christlichen Sinne heißt: alles fest für wahr halten, was Gott, die ewige unfehlbare Wahrheit uns offenbart hat.

"Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen" (Hebr. 11, 6 )

Der Glaube ist ein Großes Geschenk Gottes, ein Licht der Seele, der Anfang des ewigen Lebens. In der Taufe wird uns die Tugend des Glaubens eingegossen.

2. Wodurch hat sich Gott den Menschen offenbart ?

Gott hat sich den Menschen geoffenbart:

1. durch die sichtbare Welt.

2. durch die Stimme des Gewissens,

3. durch die übernatürliche Offenbarung.

Die übernatürliche Offenbarung wurde in dem von Christus gelehrten Glauben vollendet.

"Niemand hat Gott je gesehen. Der Eingeborene, der im Schoße des Vaters ist, der hat es uns erzählt" (Joh. 1, 18)

3. Wer lehrt uns, was Gott geoffenbart hat ?

Was Gott geoffenbart hat, lehrt uns die Katholische Kirche.

"Gehet hin und lehrt alle Völker" (Matth. 28, 19).

Die Lehren der übernatürlichen Offenbarung Gottes sind enthalten in der Heiligen Schrift oder Bibel und in der mündlichen Überlieferung der Erblehre (Tradition).

4. Was versteht man unter der Heiligen Schrift ?

Unter der Heiligen Schrift versteht man jene Bücher, die unter Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben und als Gottes Wort von der Kirche anerkannt sind.

Die Heilige Schrift umfasst 45 Bücher des Alten Testamentes und 27 Bücher des Neen Testamentes.

5. Was versteht man unter der überlieferung ?

Unter der Überlieferung versteht man jene offenbarten Wahrheiten, welche die Apostel zwar gepredigt, aber nicht niedergeschrieben haben.

Die meisten Lehren der Überlieferung wurden schon bald nach der Zeiten der Apostel niedergeschrieben. Kirchenväter und Kirchenlehrer.

6. Warum hat nur die Katholische Kirche den wahren von Christus gelehrten Glauben ?

Nur die Katholische Kirche den wahren von Christus gelehrten Glauben, weil sie allein diesen Glauben von Christus und den Aposteln empfangen und stets unverfälscht bewahrt hat.

Der katholische Christ bekennt gewöhnlich seinen Glauben durch das heilige Kreuzzeichen. Er bekennt dadurch den Glauben an den dreieinigen Gott und an die Erlösung der Menschen durch Jesus Christus, den Gekreuzigten.

Gott der Schöpfer

Gott

7. Was ist Gott ?

Gott ist der unendlich vollkommene Geist, der Schöpfer des Himmels und der Erde, von dem alles Gute kommt.

Gott ist höher als unsere Gedanken. Was geworden ist, kann nicht Gott sein.

8. Warum nennen wir Gott einen Geist ?

Wir nennen Gott einen Geist, weil er Verstand und freien Willen, aber keinen Leib hat.

9. Warum nennen wir Gott unendlich vollkommen ?

Wir nennen Gott unendlich vollkommen, weil er alle guten Eigenschaften ohne Grenzen besitzt.

10. Welche Eigenschaften Gottes sollen wir uns vorzüglich merken ?

Gott ist ewig und unveränderlich, allgegenwärtig und allwissend, allweise und allmächtig. Er ist unendlich heilig und gerecht, unendlich gütig, barmherzig und langmütig, unendlich wahrhaft und getreu.

11. Warum sagen wir: Gott ist ewig ?

Wir sagen: Gott ist ewig, weil er immer gewesen ist und immer sein wird.

"Ehe noch die Berge wurden und gebildet ward die Erde und ihr Umkreis, bist du, o Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit" (Ps. 89, 2).

Gott bleibt auch immer gleich vollkommen und ändert sich und seine Absichten niemals. Darum sagen wir: Gott ist unveränderlich.

12. Warum sagen wir: Gott ist allgegenwärtig ?

Wir sagen: Gott ist allgegenwärtig, weil er überall zugegen ist im Himmel, auf Erden und an allen Orten.

"Gott ist nicht fern von einem jeden von uns. Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir" (Apg. 17, 27).

13. Warum sagen wir: Gott ist allwissend ?

Wir sagen Gott ist allwissend, weil er alles weiß. Er weiß das Vergangene, das Gegenwärtige und das Zukünftige, sogar unsere geheimsten Gedanken.

Gott ist auch allweise. Das bedeutet: Gott versteht es, alles auf das Beste einzurichten, um seine heiligen Absichten zu erreichen.

"Alles hast du mit Weisheit geordnet" (Ps. 103, 24).

14. Warum sagen wir: Gott ist allmächig ?

Wir sagen: Gott ist allmächtig, weil er alles kann, was er will.

"Bei Gott ist kein Ding unmöglich" (Luk. 1, 37)-

15. Warum sagen wir: Gott ist heilig ?

Wir sagen: Gott ist heilig, weil er das Gute liebt und das Böse verabscheut.

"Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerscharen" (Is. 6, 3).

16. Warum sagen wir: Gott ist gerecht ?

Wir sagen: Gott ist gerecht, weil er das Gute belohnt und das Böse bestraft.

"Er wird einem jeden vergelten nach seinen Werken" (Röm. 2, 6)

17. Warum sagen wir: Gott ist gütig ?

Wir sagen: Gott ist gütig, weil er gut ist gegen seine Geschöpfe und ihnen zahllose Wohltaten erweist.

"Gott ist die Liebe" (1. Joh. 4, 8)

"So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahin gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben" (Joh 3, 16).

18. Warum sagen wir: Gott ist barmherzig ?

Wir sagen: Gott ist barmherzig, weil er jedem reumütigen Sünder gern verzeiht.

"So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern dass der Sünder sich bekehre von seinem Wege und lebe" (Ezech. 33, 11),

Gott ist auch langmütig. Das heißt: Gott wartet oft lange, bis er den Sünder straft. Er will ihm Zeit lassen, sich zu bessern.

19. Warum sagen wir: Gott ist wahrhaft ?

Wir sagen: Gott ist wahrhaft, weil er immer die Wahrheit sagt: er kann nicht irren und nicht lügen.

20. Warum sagen wir: Gott ist getreu ?

Wir sagen: Gott ist getreu, weil er hält, was er verspricht und erfüllt, was er androht.

"Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen" (Matth. 24, 35).

Der dreieinige Gott

21. Wie viel Personen sind in Gott ?

In Gott sind drei Personen, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Jesus nennt die drei göttlichen Personen, indem er sagt: "Lehrt alle Völker und tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matth. 28, 19).

22. Ist jede dieser Personen wahrer Gott ?

Jede dieser Personen ist wahrer Gott, der Vater ist wahrer Gott, der Sohn ist wahrer Gott und der Heilige Geist ist wahrer Gott.

Die drei Personen sind nur ein Gott.

23. Warum sind die drei Personen nur ein Gott ?

Die drei Personen nur ein Gott, weil sie eine und dieselbe Natur haben.

Geheimnis der allerheiligsten Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit.

Dreifaltigkeitsfest.

Gott und die Welt

24. Warum heißt Gott "Schöpfer des Himmels und der Erde" ?

Gott heißt: Schöpfer des Himmels und der Erde", weil er die ganz Welt, Himmel und der Erde, erschaffen, de.h. durch seinen allmächtigen Willen aus nichts hervorgebracht hat.

"Im Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde" (1 Mos. 1, 1).

25. Wozu hat Gott die 'Welt erschaffen ?

Gott hat die Welt erschaffen zu seiner Ehre und zum Besten der Geschöpfe.

"Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament verkündet die Werke seiner Hände" (Ps. 18, 2).

26. Was tut Gott noch immer für die Welt ?

Gott erhält und regiert die Welt.

Die Sorge Gottes für die geschaffenen Dinge heißt göttliche Vorsehung.

"Betrachtet die Vögel des Himmels, sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheune und euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr als sie ?" (Matth. 6, 26).

27. Wozu lässt Gott Leiden über uns kommen ?

Gott lässt Leiden über uns kommen, damit wir für unsere Sünden Buße tun und himmlischen Lohn erwerben.

Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er" (Hebr. 12, 6).

Viele Leiden ziehen sich die Menschen selbst durch ihre Sünden zu.

28. Warum lässt Gott das Böse geschehen ?

Gott lässt das Böse geschehen, weil er dem Menschen einen freien Willen gegeben hat und auch as Böse zum Guten zu lenken weiß.

"Ihr habt Böses gegen mich ausgedachte, Gott aber hat es zum Guten gelenkt" (1 Mos. 50, 20).

Engel

Die vorzüglichsten Geschöpfe Gottes sind die Engel. Sie waren bei ihrer Erschaffung gut und glücklich und mit der Heiligmachenden Gnade ausgestattet.

29. Blieben alle Engel gut und glücklich ?

Viele Engel sündigten und wurden in die Hölle gestürzt. Diese heißen Teufel oder böse Geister.

30. Womit hat Gott die treu gebliebenen Engel belohnt ?

Gott hat die treu gebliebenen Engel mit der ewigen Seligkeit belohnt ?

Die guten Engel helfen uns zum Himmel (Schutzengel). Die bösen Engel suchen uns in die Hölle zu bringen.

"O Engel rein, o Schützer mein,
du Führer meiner Seele,
lass mich dir anbefohlen sein,
dass ich vor Gott nicht fehle !"

Die Menschen

Das vornehmste Geschöpf Gottes auf Erden ist der Mensch.

31. Woraus besteht der Mensch ?

Der Mensch besteht aus Leib und Seele.

Die Seele des Menschen ist ein unsterblicher Geist. Sie hat Verstand und freien Willen und ist dadurch Gott ähnlich.

Die ersten Menswchen waren Adam und Eva. Sie sind die Stammeltern des ganzen Menschengeschlechtes.

32. Wozu sind wir Menschen auf Erden ?

Wir sind auf Erden, damit wir den Willen Gottes tun und dadurch in den Himmel kommen.

33. Welches ist das herrlichste Geschenk, das Gott den ersten Menschen gegeben hat ?

Gott hat den ersten Menschen die heiligmachende Gnade und damit das Anrecht auf den Himmel gegeben.

Die Heiligmachende Gnade ist das übernatürliche Leben der Seele.

Adam besaß diese Gnade als ein Erbgut für sich und alle seine Nachkommen.

Der Sündenfall

34. Haben die ersten Menschen die Heiligmachende Gnade bewahrt ?

Die ersten Menschen sündigten und verloren dadurch die Heiligmachende Gnade und das Anrecht auf den Himmel.

35. Welches Unglück hat die Sünde Adams über alle Menschen gebracht ?

Alle Menschen erben von Adam die Sünde und ihre schlimmen Folgen.

Erbschuld oder Erbsünde.

"Durch einen Menschen ist die Sünde in die Welt gekommen und durch die Sünde der Tod. Und so ist der Tod auf alle Menschen übergegangen, weil alle in ihm gesündigt haben" (Röm. 5, 12).

36. Welche schlimmen Folgen sind mit der Erbsünde auf alle Menschen übergegangen ?

Mit der Erbsünde sind auf alle Menschen übergegangen:

1. Verdunkelung des Verstandes,

2. Begierlichkeit und Neigung des Willens zum Bösen,

3. Mühseligkeiten, Schmerzen, Plagen und endlich der Tod.

Maria, die Mutter Gottes, ist durch eine besondere Gnade von aller Makel der Erbsünde freigeblieben. Fest der Unbefleckten Empfängnis (8. Dezember).

Jesus Christus der Erlöser

Wenn Gott der Menschen sich nicht erbarmt hätte, so hätte niemand mehr selig werden können.

Die Menschen konnten sich nicht selbst von den Sünden erlösen und nicht die übernatürliche Verbindung mit Gott wiederherstellen.

37. Wie hat sich Gott der Menschen nach dem Sündenfall erbarmt ?

Gott hat den Menschen glich nach dem Sündenfall einen Erlöser versprochen und ihn später gesandt.

"Feindschaft will ich setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft. Sie wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihrer Ferse nachstellen" (1. Mos. 3, 15).

38. Wer ist der Erlöser, den Gott gesandt hat ?

Der Erlöser ist Jesus Christus, der eingeborne Sohn Gottes, unser Herr.

Der Erlöser wurde von Gott vorher verkündigt durch Vorbilder und Weissagungen. Sie sind an Jesus Christus in Erfüllung gegangen.

39. Woher wissen wir, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und wahrer Gott ist ?

Dass Jesus Christus der Sohn Gottes und wahrer Gott ist, wissen wor:

1. aus den Weissagungen der Propheten,

2. aus dem Zeignis seines himmlischen Vaters,

3. aus seinem eigenen Zeugnis,

4. aus dem Zeugnis der Apostel,

5. aus der Lehre der Katholischen Kirche.

Jesus hat seine Gottheit bewiesen durch sein heiliges Leben, durch Wunder und Weissagungen, besonders durch seine Auferstehung und Himmelfahrt und durch die Ausbreitung und Fortdauer seiner Kirche.

"Ich glaube an den einen Herrn jess Christus, Gottes eingeborenen Sohn. Gott von Gott, Licht vom Licht, wahren Gott vom wahren Gott, eines Wesens mit dem Vater." (Credo der Heiligen Messe).

Der Glaube an die Gottheit Jesu Christi ist die Grundwahrheit des Christentums.

40. Wie ist der Sohn Gottes Mensch geworden ?

Der Sohn Gottes ist durch die Wirkung des Heiligen Geistes Mensch geworden. Er hat einen menschlichen Leib und eine menschliche Seele angenommen.

"Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt" (1 Joh. 1, 14).

41. Von wem hat er die menschliche Natur angenommen ?

Der Sohn Gottes hat er die menschliche Natur angenommen von Maria, der reinsten Jungfrau. Darum heißt sie Mutter Gottes oder Gottesgebärerin.

Fest Mariä Verkündigung (25. März). "Der Engel des Herrn".

"Maria zu lieben ist allzeit mein Sinn; In Freuden und Leiden ihr Diener ich bin."

Der heilige Joseph war der Pflegevater Jesu.

42. Wer ist also Jesus Christus ?

Jesus Christus ist zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch: Gott ist er von Ewigkeit, mensch ist er geworden in der Zeit (Gottmensch).

43. Wozu ist der Sohn Gottes Mensch geworden ?

Der Sohn Gottes ist Mensch geworden,

1. um uns durch sein Leiden und Sterben zu erlösen,

2. um uns durch seine Lehre und sein Beispiel den Weg zum Himmel zu zeigen.

44. Wovon hat uns Jesus erlöst ?

Jesus hat uns von der Sünde und von der ewigen Verdammnis erlöst.

"Sehet das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt" (Joh. 1, 29).

"Ihr seid losgekauft durch das kostbare Blut Jesu Christi" (1 Petr. 1, 19).

Jesus Christus ist der Erlöser des ganzen Menschengeschlechts: der Heiland der Welt.

45. Was hat uns Jesus verdient ?

Jesus hat uns die Gnade Gottes und das Anrecht auf den Himmel verdient.

"Ich danke dir, Herr Jesu Christ, dass du für mich gestorben bist. Ach, lass dein Blut und deine Pein, an mir doch nicht verloren sein.

46. Wohin begab sich die Seele Jesu nach seinem Tod ?

Die Seele Jesu stieg nach seinem Tod in die Vorhölle hinab zu den Seelen der verstorbenen Gerechten.

47. Welches wunder hat Jesus am dritten -tage nach seinem Tod gewirkt ?

Am dritten Tag nach seinem Tod vereinigte Jesus seine Seele wieder mit dem Leib und stand glorreich von den Toten auf.

Am vierzigsten Tag nach seiner Auferstehung ist Jesus aus eigener Kraft in den Himmel aufgefahren. Fest Christi Himmelfahrt.

48. Wozu ist Jesus in den Himmel aufgefahren ?

Jesus ist in den Himmel aufgefahren,

1. um von seiner göttlichen Herrlichkeit Besitz zu nehmen,

2. um auch uns im Himmel eine Wohnung zu bereiten.

"Vater, verherrliche mich nun bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war" (Joh. 17, 5).

"Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten" (Joh. 14, 2).

"Wir haben einen Fürsprecher beim Vater, Jesus Christus" (1 Joh. 2, 1).

Jesus Christus ist der König der ganzen Welt. Christkönigsfest.

Der Heilige Geist der Gnadenspender

Der Heilige Geist

49. Wer ist der Heilige Geist ?

Der Heilige Geist ist die dritte göttliche Person, wahrer Gott mit dem Vater und dem Sohn.

" … Ich glaube an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der vom Vater und vom Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und verherrlicht wird, der durch die Propheten gesprochen hat." (Credo der Heiligen Messe).

Der Heilige Geist ist der Kirche gesandt worden am Pfingsttag, als er in der Gestaqlt feuriger Zungen auf die Apostel herabkam. Pfingstfest.

50. Was wirkt der Heilige Geist in der Kirche ?

Der Heilige Geist lehrt, heiligt und leitet die Kirche in unsichtbarer Weise bis ans Ende der Welt.

"Der Heilige Geist wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe" (Joh. 14, 26).

51. Was wirkt der Heilige Geist in der Seele ?

1. Der Heilige Geist gibt der Seele das übernatürliche leben durch die Heiligmachende Gnade.

2. er erleuchtet, stärkt und tröstet sie durch die helfende Gnade.

Die Heiligmachende Gnade

52. Was ist die Heiligmachende Gnade ?

Die Heiligmachende Gnade ist jene übernatürliche Gabe, durch die wir gerecht und heilig, Kinder Gottes und Erben des Himmels werden.

"Sehet, welche Liebe uns der Vater erwiesen hat, dass wir Kinder Gottes heißen und sind." (1 Joh. 3, 1).

"Wenn aber Kindern, so sind wir auch Erben: Erben Gottes und Miterben Christi" (röm 8, 17).

Wir haben die Heiligmachende Gnade zuerst durch die Taufe empfangen.

Ist die Heiligmachende Gnade notwendig ?

Die Heiligmachende Gnade ist so notwendig, dass niemand ohne sie in den Himmel eingehen kann.

Gleichnis vom hochzeitlichen Kleid.

54. Wodurch wird die Heiligmachende Gnade vermehrt ?

Die Heiligmachende Gnade wird vermehrt durch die heiligen Sakramente und durch jedes gute Werk, das wir im Stand der Gnade verrichten.

"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht!" (Joh. 15, 5).

55. Wodurch wird die Heiligmachende Gnade verloren ?

Die Heiligmachende Gnade geht durch die Todsünde verloren.

"Wer nicht in mir bleibt, wird wie ein Rebzweig weggeworfen und er verdorrt. Man hebt ihn auf und wirft ihn ins Feuer und er verbrennt" (Joh. 15, 6).

56. Wodurch wird die Heiligmachende Gnade wieder erlangt ?

Die Heiligmachende Gnade wird wieder erlangt

1. durch das Sakrament der Buße,

2. durch die vollkommene Reue oder Liebesreue.

Wer die Heiligmachende Gnade besitzt, ist "im Stand der Gnade".

Wer die Heiligmachende Gnade nicht besitzt, ist "im Stand der Ungnade" oder "im Stand der Todsünde."

Die helfende Gnade

57. Worin besteht die helfende Gnade ?

Die helfende Gnade besteht darin, dass Gott unsern Verstand erleuchtet und unsern Willen bewegt, das Böse zu meiden und das Gute zu tun.

Die Bekehrung des heilige Paulus.

58. Verleiht Gott jedem Menschen seine Gnade ?

Gott verleiht jedem Menschen hinreichende Gnade, dass er selig werden kann.

"Gott will, dass alle Menschen selig werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen" (1 Tim. 2, 4).

59. Was müssen wir tun, dass uns die Gnade zum Heil gereiche ?

Wir müssen mit der Gnade treu mitwirken und dürfen ihr nicht widerstehen.

"Wir ermahnen euch, dass ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfangt" (2 Kor. 6, 1)

Die beiden Schächer.

Die Kirche und ihre Sakramente

Die Kirche

"Geht hin und lehrt alle Völker: Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis an Ende der Welt" (Matth. 28, 19-20).

Lehramt, Priesteramt, Hirtenamt.

60. Was ist die Kirche ?

Die Kirche ist die sichtbare Gemeinschaft aller rechtgläubigen Christen auf Erden unter einem gemeinsamen Oberhaupt, dem römischen Papst und den mit ihm in Gemeinschaft stehenden Bischöfen.

Durch die Taufe werden wir in der Kirche Christi aufgenommen.

Alle Gläubigen zusammen sind wie ein Leib, dessen Haupt Christus ist.

61. Wer ist das Oberhaupt der Kirche ?

Christus ist das unsichtbare Oberhaupt der Kirche, Petrus war sein sichtbarer Stellvertreter.

"Du bist Petrus und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, wird im Himmel gebunden sein. Und alles, was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein" (Matth. 16, 18-19).

Der heilige Petrus ist um das Jahr 64 n. Chr. als Bischof von Rom des Märtyrertodes gestorben. Fest Peter und Paul.

62. Wer ist der Nachfolger des Heiligen Petrus ?

Der Nachfolger des Heiligen Petrus ist der Bischof von rom, der "Heilige Vater", der Papst.

63. Wer sind die Nachfolger der übrigen Apostel sind die Bischöfe der Katholischen Kirche.

Der Papst und die Bischöfe bilden das Lehramt der Kirche.

64. Welche Gabe hat Christus dem kirchlichen Lehramt verliehen ?

Christus hat dem kirchlichen Lehramt die Gabe der Unfehlbarkeit verliehen, d.h. es kann in der Glaubens- und Sittenlehre nicht irren.

Die Glaubens- und Sittenlehre wird unfehlbar verkündigt, entweder durch den Papst oder durch eine vom Papst bestätigte allgemeine Kirchenversammlung (Konzil).

65. Wann ist der Papst unfehlbar ?

Der Papst ist unfehlbar, wenn er über Glaubens- und Sittenlehren eine Entscheidung gibt, die für die ganze Kirche bestimmt ist.

66. Welche Kennzeichen hat Christus seiner Kirche gegeben ?

Die wahre Kirche Christi ist: 1. einig, 2. heilig, 3. katholisch, 4. apostolisch.

67. Welche Kirche hat diese vier Kennzeichen ?

Diese vier Kennzeichen hat nur die Römisch-Katholische Kirche, d.h. jene, die den Papst in Rom als ihr Oberhaupt anerkennt.

68. Ist die Römisch-Katholische Kirche einig ?

Die Römisch-Katholische Kirche ist einig, weil sie allezeit und überall

1. denselben Glauben,

2. dasselbe Opfer und dieselben Sakramente,

3. ein gemeinsames Oberhaupt hat.

69. Ist die Römisch-Katholische Kirche heilig ?

Die Römisch-Katholische Kirche ist heilig,

1. weil ihre Lehre heilig ist,

2. weil sie alle Heiligungsmittel treu bewahrt und ausspendet,

3. weil es in ihr allzeit Heilige gegeben hat, deren Heiligkeit durch Wunder von Gott bestätigt wurde.

70. Ist die Römisch-Katholische Kirche katholisch ?

Die Römisch-Katholische Kirche ist katholisch d.h. allgemein, weil sie von Christus an durch alle Zeiten bestanden hat und sich über alle Länder ausbreitet.

71. Ist die Römisch-Katholische Kirche apostolische ?

Die Römisch-Katholische Kirche ist apostolisch, weil ihre Vorsteher, Papst und Bischöfe, rechtmäßige Nachfolger der Apostel sind.

Die Katholische Kirche allein hat von Christus die Mittel empfangen, die Menschen zur ewigen Seligkeit zu führen. Darum nennen wir sie die alleinseligmachende Kirche.

Um selig zu werden, muss der katholische Christ auf die Kirche hören und mit ihr leben.

Wer ohne Schuld außerhalb der Katholischen Kirche steht, dabei aufrichtig die Wahrheit sucht und nach seinem Gewissen die Gebote Gottes hält, gehört zwar nicht äußerlich, aber innerlich zur Kirche und kann daher selig werden.

Gemeinschaft der Heiligen

72. Wer gehört zur Gemeinschaft der Heiligen ?

Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören:

1. Die Christgläubigen auf Erden,

2. Die Armen Seelen im Fegfeuer,

3. die Heiligen im Himmel.

Streitende, leidende, triumphierende Kirche.

Wir verehren die Heiligen und rufen sie an, sie aber helfen uns durch ihre mächtige Fürbitte bei Gott. Allerheiligen-Fest.

Wir kommen den Armen Seelen zu Hilfe durch das Gebet und andere gute Werke, durch Ablässe und besonders durch das Heilige Messopfer. Allerseelentag.

Die heiligen Sakramente

Christus hat der Kirche sieben große Gnadenmittel gegeben: die heiligen Sakramente.

73. Wie heißen die heiligen Sakramente ?

Die heiligen Sakramente heißen: 1. Taufe, 2. die Firmung, 3. das Allerheiligste Sakrament des Altares, 4. die Buße, 5. die Heilige Ölung, 6. die Priesterweihe, 7. die Ehe.

74. Welche drei Stücke gehören zu jedem Sakrament ?

Zu jedem Sakrament gehören folgende drei Stücke:

1. das äußere Zeichen,

2. die innere Gnade,

3. die Einsetzung durch Jesus Christus.

75. Welche Sakramente können nur einmal empfangen werden ?

Die Taufe, die Firmung und die Priesterweihe können nur einmal empfangen werden. Sie prägen der Seele ein unauslöschliches Merkmal ein.

76. Was für eine Sünde begeht derjenige, der ein heilige Sakrament wissentlich unwürdig empfängt ?

Wer ein heiliges Sakrament wissentlich unwürdig empfängt, begeht eine schwere Sünde (Gottesraub).

Die Taufe

77. Welches ist das erste und notwendigste Sakrament ?

Das erste und notwendigste Sakrament ist die Taufe.

Christus hat den Aposteln geboten: "Lehrt alle Völker und tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matth. 28, 19).

"Wer nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geist, der kann in das Reich Gottes nicht eingehen" (Joh. 3, 5)

78. Wie wird die Taufe gespendet ?

Der Taufende gießt Wasser über das Haupt des Täuflings und spricht zugleich die Worte: Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Jeder Mensch kann gültig taufen (Nottaufe). Die Wassertaufe kann ersetzt werden durch die vollkommene Reue oder Liebe zu Gott (Begierdetaufe) und durch den Märtyrtertod um Christi willen (Bluttaufe).

79. Was wirkt die Taufe ?

1. Die Taufe reinigt von der Erbsünde und allen anderen Sünden,

2. sie erteilt die Heiligmachende Gnade und die drei göttlichen Tugenden,

3. sie prät der Seele ein unauslöschliches Merkmal ein und macht uns zu Gliedern Christi und seiner heiligen Kirche.

Die Firmung

Am Pfingsttag empfingen die Apostel den Heiligen Geist. Die Apostel haben den Getauften den Heiligen Geist gespendet: "Sie legten ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist" (Apg. 8, 17). Firmung.

80. Wie erteilt der Bischof die Firmung ?

Der Bischof legt dem Firmling die Hand auf, salbt ihn auf die Stirn mit Chrisam und spricht dabei die Worte: "Ich zeichne dich mit dem Zeichen des Kreuzes und stärke dich mit dem Chrisam des Heiles im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes".

81. Was wirkt die Firmung ?

Die Firmung erteilt und den Heiligen Geist, damit wir den Glauben standhaft bekennen und die Feinde unseres Heiles tapfer bekämpfen.

Die Firmung prägt unserer Seele das unauslöschliche Merkmal des Streiters Christi ein, mit der Aufgabe uns Pflicht, für Christus Zeugnis abzulegen.

Das Allerheiligste Sakrament des Altars

82. Was ist das Allerheiligste Sakrament des Altars ?

Das Allerheiligste Sakrament des Altars ist der Leib und das Blut unseres Herrn Jesu Christi unter den Gestalten von Brot und Wein.

83. Mit welchen Worten hat Jesus das Allerheiligste Sakrament verheißen ?

Am Tag nach der ersten wunderbaren Brotvermehrung sprach Jesus zu den Juden: "Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt." Da stritten die Juden untereinander und sagten: "Wie kann dieser sein Fleisch zu essen geben ?" Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sen Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Tank" (Joh. 6, 52-56).

84. Auf welche Weise hat Jesus das Allerheiligste Sakrament eingesetzt ?

Beim letzten Abendmahl nahm Jesus Brot, segnete, brach und gab es einen Jüngern mit den Worten: "Nehmt hin und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird." - Dann nahm er auch den Kelch mit Wein, segnete und gab ihn seinen Jüngern, indem er sprach: "Trinket alle daraus, denn das ist mein Blut, das Blut des Neuen Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden !" - "Tut dies zu meinem Andenken !" (Math. 26, 26-28; Mark. 14, 22-24; Luk. 22, 19-20; 1 Kor. 11, 24-25).

Gründonnerstag, Fronleichnam.

85. Was geschah bei den Worten Jesu: "Das ist mein Leib - das ist mein Blut ?"

Bei den Worten Jesu: "Das ist mein Leib - das ist mein Blut" wurden Brot und Wein in seinen Leib und Blut verwandelt. Nur die Gestalten von Brot und Wein blieben.

"Gesicht, Geschmack, Gefühl, sie täuschen sich in dir. Allein das gläub'ge Ohr ist zuverlässig hier." (Gesangbuch Nr. 98).

86. Welche Gewalt gab Jesus seinen Aposteln mit den Worten: "Tut dies zu meinem Andenken" ?

Mit den Worten: "Tut dies zu meinem Andenken" gab Jesus seinen Aposteln die Gewalt, Brot und Wein in sein heiliges Fleisch und Blut zu verwandeln.

Die Wandlungsgewalt ist von den Aposteln auf ihre Nachfolger im Priesteramt übergegangen.

87. Wann üben die Priester diese Gewalt aus ?

Die Priester üben diese Gewalt aus beim heiligen Messopfer, indem sie über Brot und Wein die Worte Christi aussprechen: "Das ist mein Leib - das ist mein Blut !"

Christus bleibt mit Leib und Blut so lange gegenwärtig, als die Gestalten von Brot und Wein vorhanden sind.

88. Was heiß opfern ?

Opfern heißt, Gott eine sichtbare Gabe darbringen, um ihn als höchsten Herrn zu ehren.

Opfergabe, Opferaltar, Opferpriester, Opferhandlung, Opfergesinnung.

89. Welches ist das Opfer des Neuen Bundes ?

Das Opfer des Neuen Bundes ist das Kreuzesopfer Jesu Christi, das in jeder heiligen Messe erneuert wird.

90. Was ist also das heilige Messopfer ?

Das heilige Messopfer ist das immerwährende Opfer des Neuen Bundes, in dem sich Jesus Christus unter den Gestalten von Brot und Wein durch den Priester seinem himmlischen Vater darbringt.

"Vom der Sonne bis zu ihrem Untergang wird mein Name groß sein unter den Völkern. Denn an allen Orten wird meinem Namen geopfert und reines Speiseopfer dargebracht" (Mal. 1, 11).

Die Heilige Messe ist das erhabenste Lob-, Dank-, Bitt- und Sühnopfer.

91. Welches sind die Hauptteile der Heiligen Messe ?

Die Hauptteile der Heiligen Messe sind: 1. die Opferung, 2. die Wandlung, 3. die Kommunion.

Das Wort "Kommunion" bedeutet "Vereinigung".

92. Was empfangen wir in der heiligen Kommunion ?

In der heiligen Kommunion empfangen wird den Leib und das Blut Jesu Christi als Speise unserer Seele.

"Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, mein Blut ist wahrhaft ein Trank" (Joh. 6, 56).

In der heiligen Kommunion empfangen wir den Heiland so, wie er im Himmel lebt: mit Gottheit und Menschheit, mit Leib uns Seele, mit Fleisch und Blut.

93. Was wirkt die heilige Kommunion ?

1. Die heilige Kommunion vermehrt die Heiligmachende Gnade,

2. sie schwächt unsere bösen Neigungen und gibt uns Lust und Kraft zum Guten,

3. sie reinigt uns von lässlichen Sünden und bewahrt vor der Todsünde,

4. sie heiligt den Leib und bereitet ihn auf eine glorreiche Auferstehung vor.

Wer im Stande der Gnade ist und die heilige Kommunion in frommer Absicht begehrt, darf täglich kommunizieren.

94. Wie sollen wir unsere Seele auf die heilige Kommunion vorbereiten ?

Wir sollen vor der heiligen Kommunion

1. unsere Seele von Sünden reinigen,

2. wahre Andacht erwecken.

Wer kommt zu mir ?

Zu wem kommt Er ?

Warum kommt Er ?

"Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach. Doch sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund" (Matth. 8, 8).

Beim Empfang der heiligen Kommunion müssen wir nüchtern sein, d.h. wir dürfen von Mitternacht an nicht das Geringste genossen haben.

95. Was sollen wir nach der heiligen Kommunion tun ?

Nach der heiligen Kommunion sollen wir den Heiland anbeten, ihm danken und ihn um seine Gnade bitten.

Nach der heiligen Kommunion sollen wir, wo möglich, wenigstens eine Viertelstunde in Andacht und Sammlung verharren.

Was schenkt Gott mir ?

Was schenke ich ihm ?

Herr, lass mich nicht durch Sünde von dir getrennt werden. Wer willentlich im Stand der Todsünde den Leib des Herrn empfängt, kommuniziert unwürdig und beleidigt den Heiland sehr schwer.

Das allerheiligste Sakrament wird in der Kirche aufbewahrt im Tabernakel (Ewiges Licht). Dort ist Jesus allezeit unter uns wahrhaft, wirklich, wesentlich gegenwärtig.

96. Was fordert von uns die Gegenwart Jesu im Allerheiligsten Sakrament ?

Wir sollen Jesus im Allerheiligsten Sakrament gern besuchen und uns in seiner Gegenwart stets ehrenvoll betragen.

Ewiges Gebet, Vierzigstündiges Gebet, Herz-Jesu-Freitag.

"Gelobt und gepriesen sei ohne End'
Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament."

Das Sakrament der Buße

Wer nach der Taufe die Heiligmachende Gnade durch eine schwere Sünde verloren hat, muss das Sakrament der Buße empfangen.

97. Mit welchen Worten hat Jesus das Bußsakrament eingesetzt ?

Jesu sprach zu den Aposteln: "Empfangt den Heiligen Geist ! Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen. Und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten" (Joh. 20, 22-23).

Die Gewalt Sünden nachzulassen, ist von den Aposteln übergegangen auf ihre Nachfolger im Priesteramt, die Bischöfe und Priester der Katholischen Kirche.

98. Was wirkt das Bußsakrament ?

1. Das Bußsakrament tilgt nach der Taufe begangenen Sünden,

2. es lässt die ewige Strafe und wenigstens einen Teil der zeitlichen nach,

3. es erteilt oder vermehrt die Heiligmachende Gnade,

4. es verleiht helfende Gnade zu einem frommen Leben.

Zugleich mit der Heiligmachenden Gnade werden auch alle Verdienste wiedergegeben, die durch die schwere Sünde verloren gegangen waren.

99. Wie viel Stücke gehören zum würdigen Empfang des Bußsakramentes ?

Zum würdigen Empfang des Bußsakramentes gehören diese fünf Stücke: 1. Gewissenserforschung, 2. die Reue, 3. der gute Vorsatz, 4. die Beichte oder das Sündenbekenntnis, 5. die Genugtuung.

Der verlorene Sohn.

Vor der Beichte soll man den Heiligen Geist anrufen. Sein Gewissen erforschen heißt: Über seine Sünden ernstlich nachdenken, damit man sie recht erkenne.

100. Auf welche Weise kann man sein Gewissen erforschen ?

1. Man denkt nach, wann das letzte Mal gültig gebeichtet und ob man die auferlegte Buße verrichtet habe.

2. Man durchgeht die Gebote Gottes und der Kirche und fragt sich dabei, wie man durch Gedanken, Worte und Werke gesündigt habe. Bei schweren Sünden muss man sich erforschen über die Zahl und die wichtigen Umstände.

Das Notwendigste beim Empfang des Bußsakramentes ist die Reue.

101 Was ist die Reue ?

Die Reue ist ein Schmerz der Seele und ein Abscheu über die begangenen Sünden.

Maria Magdalena, Petrus.

102. Wie muss die Reue beschaffen sein ?

Die Reue muss 1. innerlich, 2. allgemein, 3. übernatürlich sein.

103. Wann ist die Reue innerlich ?

Die Reue ist innerlich, wenn man seine Sünden im herzen verabscheut und aufrichtig wünscht, sie nicht begangen zu haben.

104. Wann ist die Reue allgemein ?

Die Reue ist allgemein, wenn man alle seine Sünden, wenigstens alle Todsünden, bereut.

Wer nur lässliche Sünden beichtet und keine derselben wahrhaft bereut, beichtet ungültig.

105. Wann ist die Reue übernatürlich ?

Die Reue ist übernatürlich, wenn man die Sünden aus einem Beweggrund, den uns der Glaube lehrt.

Die übernatürliche Reue ist unvollkommen (Furchtreue) oder vollkommen (Liebesreue).

106. Wann haben wir Furchtreue ?

Wir haben Furchtreue, wenn uns die Sünden leid tun hauptsächlich aus Furcht vor Gott, wegen der Strafen, die wir dafür verdient haben.

Diese Reue genügt zur Beichte.

107. Wann haben wir Liebesreue ?

Wir haben Liebesreue, wenn uns die Sünden leid tun aus Liebe zu Gott ?

108. Wann soll man außer dem Bußsakrament die Liebesreue erwecken ?

Außer dem Bußsakrament soll man die Liebesreue erwecken

1. beim täglichen Abendgebet und in Todesgefahr,

2. wenn man das Unglück gehabt hat, eine Todsünde zu begehen und nicht sogleich beichten kann.

Dem Nächsten in Todesgefahr sollen wir die Liebesreue vorbeten.

"Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz
und dies ist mir der größte Schmerz,
dass ich erzürnt dich höchstes Gut,
o wasch mich rein in deinem Blut !"

Wenn auch die Liebesreue sofort alle sünden tilgt, so bleibt doch die Pflicht bestehen, die schweren Sünden zu beichten.

109. Was ist der gute Vorsatz ?

Der gute Vorsatz ist der ernste Wille, sein Leben zu bessern und nicht mehr zu sündigen.

110. Wozu muss man beim guten Vorsatz entschlossen sein ?

Beim guten Vorsatz entschlossen sein

1. alle Sünden, wenigstens alle schweren Sünden und deren nächste Gelegenheit zu meiden,

2. die notwendigen Besserungsmittel anzuwenden,

3. den schuldigen Schadenersatz zu leisten.

Ein wichtiges Mittel zur Besserung des Lebens ist die tägliche Gewissenserforschung, besonders über die vorherrschende böse Neigung.

111. Was versteht man unter nächster Gelegenheit zur Sünde ?

Unter nächster Gelegenheit versteht man alles, wodurch man wahrscheinlich zur Sünde verleitet wird, z. B. eine Person, eine Gesellschaft, ein Spiel, ein Buch.

Wer die schwere Sünde oder die freiwillige nächste Gelegenheit nicht meiden will, beichtet ungültig und die Lossprechung des Priesters kann ihm nichts nützen.

Die Beichte ist das Bekenntnis der begangenen Sünden vor dem Priester, um von ihm die Lossprechung zu erhalten.

Wir müssen die Sünden beichten, weil Christus es bei der Einsetzung des Bußsakramentes so angeordnet hat.

112. Was müssen wir beichten ?

Wir müssen wenigstens alle Todsünden beichten und dazu die Zahl und die wichtigen Umstände angeben.

113. Wie müssen wir beichten ?

Wir müssen deutlich und aufrichtig beichten.

Schäme dich nicht, aufrichtig zu beichten. Es ist doch besser, seine Sünden einem Priester zu bekennen, der zu ewigem Stillschweigen verpflichtet ist, als immer unruhig in Sünden zu leben, unglückselig zu sterben und am Jüngsten Tag vor aller Welt zu Schanden zu werden (Beichtgeheimnis).

114. Welche Folge hat es, wenn man in der Beichte eine schwere Sünde wissentlich auslässt ?

Wenn man in der Beichte eine schwere Sünde auslässt, so ist die Beichte ungültig und man begeht eine neue schwere Sünde.

Wer unwissentlich in der Beichte etwas Wichtiges ausgelassen hat, braucht es nur in der nächsten Beichte nachzuholen.

Wer durch eigene schwere Schuld ungültig gebeichtet hat, muss eine Wiederholungsbeichte ablegen und sich über alle Todsünden seit der letzten gültigen Beichte anklagen.

Generalbeichte, Lebensbeichte.

115. Auf welche Weise sollen wir Genugtuung leisten ?

1. Wir sollen Genugtuung leisten ?

1. die auferlegte Buße verrichten,

2. den angerichteten Schaden nach Kräften wieder gut machen.

Außer der auferlegten Buße sollen wir auch durch freiwillige Bußwerke und durch Gewinnung von Ablässen Genugtuung leisten.

116. Was ist der Ablass ?

Der Ablass ist die Nachlassung zeitlicher Sündenstrafen, die uns von der Kirche nach bereits vergebener Sünde außerhalb des Bußsakramentes erteilt wird.

Vollkommene und unvollkommene Ablässe.

Sterbe-Ablass. Portiuncula-Ablass. Kreuzweg-Ablass, Ablassgebete.

Die Heilige Ölung

117. Was sagt die Heilige Schrift von der Heiligen Ölung ?

Der heilige Jakobus schreibt: "Ist jemand krank unter euch, so rufe er die Priester der Kirche zu sich. Diese sollen über ihn beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken zum Heil sein und der Herr wird ihn aufrichten und wenn er Sünden auf sich hat, so werden sie ihm vergeben werden" (Jak. 5, 14-15).

Der Bischof weiht am Gründonnerstag das Krankenöl.

118. Was wirkt die Heilige Ölung zum Heil der Seele ?

1. Die Heilige Ölung tilgt die lässlichen Sünden und ach die Todsünden, wenn der Kranke nicht mehr beichten kann,

2. sie stärkt in Leiden und Versuchungen, besonders im Todeskampf.

Die Heilige Ölung bringt dem Kranken oft Erleichterung und die Gesundheit, wenn das zu seinem Seelenheil dienlich ist.

Man soll den Priester frühzeitig zum Kranken rufen, damit der Kranke die heilige Wegzehrung und die Heilige Ölung bei klarer Besinnung empfangen kann.

Die Priesterweihe

In der Priesterweihe verleiht Christus die priesterliche Gewalt und die Gnade zu einem priesterlichen Leben.

119. Wie erteilt der Bischof die Priesterweihe ?

Der Bischof erteilt die Priesterweihe durch Handauflegung und Gebet.

Die höchste Stufe des Weihesakramentes ist die Bischofsweihe.

120. Welche Gewalt hat der Priester ?

Der Priester hat die Gewalt,

1. das heilige Messopfer darzubringen,

2. Sakramente zu spenden,

3. zu weihen und zu segnen.

Die Priesterweihe prägt das unauslöschliche Merkmal des Priesters ein.

"Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende" (Luk. 10, 2).

Quatembertage, Priestersamstag.

Die Ehe

Gott selbst hat die Ehe im Paradies eingesetzt.

Jesus Christus hat die Ehe zur Würde eines Sakramentes erhoben.

Die christliche Ehe ist ein Abbild der Vereinigung Christi mit seiner Kirche.

121. Was ist das Sakrament der Ehe ?

Das Sakrament der Ehe ist jenes Sakrament, in welchem christliche Brautleute sich zur innigsten Lebensgemeinschaft auf immer verbinden und die Gnade erhalten, die pflichten ihres Standes bis in den Tod getreu zu erfüllen.

122. Auf welche Weise empfängt der katholische Christ das Sakrament der Ehe ?

Die Brautleute erklären vor dem Ortspfarrer und zwei Zeugen, dass sie einander zur Ehe nehmen, worauf der Priester ihren Bund segnet.

Die wesentlichsten Eigenschaften der christlichen Ehe sind Einheit und Unauflöslichkeit.

"Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen" (Matth. 19, 6)

123. Was sagt Jesus von der Trennung des Ehebundes ?

Jesu sagt: "Ein jeder, der sein Weib entlässt und eine andere heiratet, der bricht die Ehe und wer ein Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe" (Luk. 16, 18).

124. Welche Pflichten haben die Eheleute ?

Die Eheleute sollen

1. allezeit in Liebe und Treue miteinander leben,

2. ihre Kinder für Gott und das ewige Leben erziehen.

125. Was sollen sich jene merken, die in den Ehestand eintreten wollen ?

Sie sollen

1. sich nicht leichtsinnig verloben,

2. frei von Ehehindernissen sein,

3. im Brautstande ein gottgefälliges Leben führen und füreinander beten.

Wer im Stande der Ungnade das Sakrament der Ehe empfängt, begeht eine schwere Sünde.

126. Warum verbietet die Kirche die Ehe mit Nichtkatholiken ?

Die Kirche verbietet die Ehe mit Nichtkatholiken,

1. weil bei ihr die Einigkeit im Glauben fehlt,

2. weil der katholische Teil in Gefahr ist, gegen seinen Glauben gleichgültig zu werden,

3. weil die katholische Erziehung der Kinder oft schwierig und nicht selten unmöglich ist.

Wenn die Kirche ausnahmsweise eine Ehe mit deinem Nichtkatholiken gestattet, müssen die Brautleute vorher heilig versprechen, dass sie sich nur katholisch trauen lassen und alle Kinder katholisch erziehen wollen.

Die Sakramentalien

Unter den Sakramentalien verstehen wir Weihungen und Segnungen der Kirche.

In den Sakramentalien wirkt die Kraft Jesu Christi. In den Sakramentalien wirkt das Gebet der Kirche.

127. Um was bittet die Kirche, wenn sie weiht oder segnet ?

Wenn die Kirche weiht und segnet, bittet sie um Gottes Schutz und Hilfe für Leib und Seele.

Weihwasser, Aschenkreuz, geweihte Kerzen, geweihte Palmen usw.

Das christliche Leben

Das Hauptgebot

Christus hat seiner Kirche das Hirtenamt übertragen. Das Hirtenamt der Kirche soll die Gläubigen zu einem Wandel nach dem Willen Gottes anhalten.

"Weide meine Lämmer ! - Weide meine Schafe !" (Joh. 21, 15-17).

Der Wille Gottes ist ausgesprochen in den heiligen Geboten.

128. Wie lautet das Hauptgebot, das alle übrigen Gebote in sich schließt ?

Das Hauptgebot lautet: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem Gemüte und aus allen deinen Kräften. Dies ist das erste und größte Gebot. Das andere aber ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Matth. 22, 37-39).

129. Warum müssen wir Gott lieben ?

Wir müssen Gott lieben,

1. weil er uns erschaffen, erlöst und geheiligt hat,

2. weil er das höchste und vollkommenste Gut ist.

130. Warum müssen wir den Nächsten lieben ?

Wir müssen den Nächsten lieben, weil jeder Mensch ein Ebenbild Gottes, durch Christi Blut erlöst und zur ewigen Seligkeit berufen ist.

Jeder Mensch ist unser Nächster. Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

131. Mit welchen Worten gebietet Jesus die Feindesliebe ?

Jesus sagt: "Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen und betet für die, die euch verfolgen und verleumden. Dann werdet ihr Kinder eures himmlischen Vaters sein, der seine Sonne aufgehen lässt über Gerechte und Ungerechte (Matth. 5, 44-45).

Sterbend hat Jesus gebetet: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, eas sie tun" (Luk. 23, 34).

132. Welche Werke der Nächstenliebe werden in der Heiligen Schrift uns besonders empfohlen ?

In der Heiligen Schrift werden uns besonders empfohlen die leiblichen Werke der Barmherzigkeit.

1. die Hungrigen speisen,

2. die Durstigen tränken,

3. die Nackten bekleiden,

4. die Fremden beherbergen,

5. die Gefangenen erlösen,

6. die Kranken besuchen,

7. die Toten begraben. (vgl. Matth. 25, 43-44)

Christus sagt: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Matth. 25, 40).

Die heiligen zehn Gebote Gottes

Christus sagt: "Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote" (Matth. 19, 17).

133. Wie heißen die heiligen zehn Gebote Gottes ?

"Ich bin der Herr, dein Gott".

1. Du sollst keine fremden Götter neben mir haben.

2. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.

3. Gedenke, dass du den Sabbat heiligst.

4. Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebst auf Erden.

5. Du sollst nicht töten.

6. Du sollst nicht ehebrechen.

7. Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinem Nächsten.

9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib.

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.

Erstes Gebot Gottes

"Du sollst keine fremden Götter neben mir haben."

134. Was befiehlt Gott im ersten Gebot ?

Gott befiehlt im ersten Gebot, dass wir ihn allein als Gott und Herrn ehren.

135. Wodurch müssen wir Gott ehren ?

Wir müssen Gott ehren

1. durch Glaube, Hoffnung und Liebe,

2. durch Anbetung, Gehorsam und Ergebung in seinen heiligen Willen.

136. Was müssen wir tun, um den Glauben zu bewahren ?

Wir müssen

1. die Predigt und den christlichen Unterricht fleißig besuchen,

2. gute Schriften über den katholischen Glauben lesen,

3. den Glauben durch Wort und Tat bekennen.

"Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater im Himmel. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel !" (Matth. 10, 32-33)

Die heiligen Blutzeugen und Bekenner.

137. Wodurch sündigt man gegen den Glauben

1. durch Unglauben, Irrglauben, Aberglauben und freiwillige Gotteszweifel,

2. durch Lesen von Schriften gegen den Glauben,

3. durch Reden gegen den Glauben,

4. durch Verleugnung des Glaubens.

"Wer nicht glaubt, wird verdammt werden." (Mark. 16, 16).

138. Was müssen wir vor allem von Gott hoffen ?

Wir müssen vor allem von Gott auf Verzeihung unserer Sünden, seine Gnade und die ewige Seligkeit hoffen.

Man versündigt sich gegen die Hoffnung durch vermessenes Vertrauen, durch Misstrauen und Verzweiflung.

139. Wann lieben wir Gott über alles ?

Wir lieben Gott über alles, wenn wir ihn mehr lieben als alles in der Welt, sodass wir bereit sind, eher alles zu verlieren, als uns durch eine schwere Sünde von ihm zu trennen.

140. Wie sündigt man gegen die Gottesverehrung ?

Man sündigt gegen die Gottesverehrung, wenn man die täglichen Gebete oder den Besuch des Gottesdienstes vernachlässigt.

141. Warum verehren wir auch die Heiligen ?

Wir verehren die Heiligen, weil sie Gottes Freunde sind und weil gott selbst sie verherrlicht.

Namenspatron. Die Überreste der Heiligen nennen wir Reliquien.

142. Wen sollen wir vor allen anderen Heiligen verehren ?

Vor allen anderen Heiligen sollen wir die allerseligste Jungfrau Maria verehren, weil sie die Mutter Gottes und die Königin der Engel und Heiligen ist.

Gegrüßt seist du, Maria ! Rosenkranzgebet.

Zweites Gebot Gottes

"Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren."

Gott ist heilig, darum ist auch sein name heilig.

"Der Name des Herrn sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit" (Ps. 112, 2).

143. Wer verunehrt den Namen Gottes ?

Den Namen Gottes verunehrt,

1. wer ihm leichtsinnig ausspricht,

2. wer flucht,

3. wer Gott lästert,

4. wer sündhaft schwört,

5. wer sein Gelübde nicht hält.

Fluchen heißt: sich oder andere verwünschen.

Wer von Gott verächtlich spricht, der lästert Gott.

144. Was heißt schwören ?

Schwören heißt, Gott, den Allwissenden, zum Zeugen anrufen, dass man die Wahrheit sagt oder sein Versprechen halten will.

145. Wer schwört sündhaft ?

Sündhaft schwört

1. wer falsch oder im Zweifel schwört,

2. wer unnötig schwört,

3. wer schwört, Böses zu tun.

Meineid. Eidbruch.

Ein Gelübde machen heißt: Gott ein gutes Werk versprechen und sich unter Sünde dazu verpflichten.

"Hast du Gott etwas gelobt, so säume nicht, es zu erfüllen ! Viel besser ist es, kein Gelöbnis zu machen, als geloben und das versprechen nicht halten" (Pred. 5, 3-4).

Drittes Gebot Gottes

"Gedenke, dass du den Sabbat heiligst."

Wir Christen feiern den Sonntag als den Tag des Herrn. Die Gemeinde erscheint vor Gott zur Feier des Heiligen Messopfers.

146. Was ist uns am Sonntag ausdrücklich geboten ?

Am Sonntag ist uns ausdrücklich geboten,

1. die Heilige Messe zu hören,

2. uns von knechtlichen Arbeiten zu enthalten,

Der Christ soll sich bemühen, das Heilige Messopfer mitzufeiern, indem er sich mit Christus dem himmlischen Vater als Opfer darbringt.

Knechtliche Arbeit sind körperliche Arbeiten. wie sie gewöhnlich von Knechten, Mägden, Arbeitern und Handwerkern verrichtet werden.

Wir sollen den Sonntag auch heiligen durch Anhörung der Predigt, Empfang der heiligen Sakramente, fromme Lesung und christliche Liebeswerke.

147. Wer muss am Sonntag die Heilige Messe hören ?

Jeder katholische Christ, der das siebte Jahr vollendet hat, muss am Sonntag die Heilige Messe hören. Nur wichtige Gründe entschuldigen davon.

148. Wodurch wird der Tag des Herrn besonders entheiligt ?

Der Tag des Herrn wird besonders entheiligt durch Unmäßigkeit und sündhafte Lustbarkeiten.

Viertes Gebot Gottes

"Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebst auf Erden."

149. Was befiehlt Gott im vierten Gebot ?

Gott befiehlt im vierten Gebot, dass die Kinder ihren Eltern Ehrfurcht, Liebe und Gehorsam erweisen.

Man darf Menschen nicht gehorchen, wenn sie befehlen, was gegen Gottes Gebot ist.

150. Warum sollen die Kinder ihren Eltern Ehrfurcht, Liebe und Gehorsam erweisen ?

Die Kinder sollen ihren Eltern Ehrfurcht, Liebe und Gehorsam erweisen, weil die Eltern

1. Gottes Stelle bei ihnen vertreten,

2. nach Gott ihre größten Wohltäter sind,

3. sie für Gott und das ewige Leben erziehen sollen.

Die Kinder müssen für die Eltern beten und ihnen in jeder Not beistehen.

Jesus hat sterbend für seine Mutter gebetet.

151. Wann sündigen die Kinder gegen das vierte Gebot ?

Die Kinder sündigen gegen das vierte Gebot,

1. wenn sie ihre Eltern gering schätzen oder verachten.

2. ihnen trotzig begegnen,

3. ihnen ungehorsam sind.

"Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll mit dem Tod bestraft werden" (2. Mos. 21, 17).

"Ein Auge, das seinen Vater verachtet und schief auf seine Mutter blickt, das sollen die Raben aushcken und die jungen Adler sollen es fressen" (Spr. 30, 17).

152. Warum sind wir auch der geistlichen und der weltlichen Obrigkeit Ehrfurcht und Gehorsam schuldig ?

Wir sind auch der geistlichen und der weltlichen Obrigkeit Ehrfurcht und Gehorsam schuldig, weil ihre Gewalt von Gott kommt.

"Jedermann unterwerfe sich der obrigkeitlichen Gewalt, denn es gibt keine Gewalt außer von Gott und die, welche besteht, ist von Gott angeordnet" (Röm. 13, 1).

Untergebene sündigen durch Ungehorsam gerecht und liebevoll behandeln und sie vor böser Gelegenheit behüten.

Fünftes Gebot Gottes

"Du sollst nicht töten."

Durch das fünfte Gebot schützt Gott das Leben des Leibes und der Seele.

153. Warum müssen wir unser Leben und unsere Gesundheit sorgen ?

Wir müssen für unser Leben und unsere Gesundheit sorgen, weil Gott sie uns geschenkt hat und Rechenschaft darüber verlangt.

Man sündigt gegen sein eigenes Leben,

1. wenn man sich selbst das Leben nimmt oder es leichtsinnig in Gefahr bringt,

2. wenn man seiner Gesundheit schadet, z. B. durch Unmäßigkeit oder heftigen Zorn.

Besonders in jungen Jahren sind Alkoholgenuss, Rauchen oder auch übertriebener Sport eine Gefahr für die Gesundheit.

154. Wer sündigt gegen das leibliche Leben des Nächsten ?

Gegen das leibliche Leben des Nächsten sündigt,

1. wer ihn ungerechterweise tötet, verwundet oder schlägt,

2. wer ihm durch harte Behandlung das Leben verbittert oder verkürzt.

155. Was führt zur bösen Tat gegen das Leben des Nächsten ?

Zur bösen Tat gegen das Leben des Nächsten führen Neid und Hass, Zorn und Zank, Schimpf- und Fluchworte.

"Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder" (1. Joh. 3, 15).

156. Wer schadet dem Nächsten am Leben der Seele ?

Am Leben der Seele schadet dem Nächsten, wer an dessen Sünde schuld ist oder ihn absichtlich zur Sünde verführt.

"Wer einem von diesen Kleinen die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde" (Matth. 18, 6).

Wer dem Nächsten an Leib oder Seele geschadet hat, muss den Schaden, so gut er kann, wieder gut machen.

Sechstes und neuntes Gebot Gottes

"Du sollst nicht ehebrechen."

"Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib."

Durch das sechste und neunte Gebot schützt Gott die Ehe und die heilige Keuschheit.

Der Leib des Menschen ist Gottes Werk.

Der Leib des Christen ist geheiligt durch die Taufe, die Firmung und die heilige Kommunion.

"Der Tempel Gottes ist heilig und der seid ihr" (1. Kor. 3, 17).

157. Was befiehlt Gott im sechsten und neunten Gebot ?

Gott befiehlt im sechsten und neunten Gebot, allzeit keusch und schamhaft zu sein.

Schamhaft ist, wer die Teile des Körpers, die bedeckt sein sollen, nicht unnötig entblößt, anschaut oder berührt.

158. Welche Mittel soll man anwenden, um die heilige Keuschheit zu bewahren ?

Um die heilige Keuschheit zu bewahren, soll man

1. seine Neugierde beherrschen und streng gegen sich sein,

2. die allerseligste Jungfrau Maria eifrig verehren,

3. häufig die heiligen Sakramente empfangen.

Besonders soll man gefährliche Freundschaften, schlechte Schriften, unanständige Schauspiele und Tänze meiden.

159. Welches sind Sünden gegen die Keuschheit ?

Sünden gegen die Keuschheit sind

1. feiwillige unkeusche Gedanken und Begierden,

2. unkeusche Reden und wohlgefälliges Anhören derselben,

3. unkeusche Blicke und Handlungen.

Folgen der Unkeuschheit sind nicht selten: Verlust der Gottesfurcht, Widerwillen gegen Religion und Tugend, Herzensverhärtung, Verlust des Glaubens und Unbußfertigkeit bis zum Tod; bisweilen auch leibliche Krankheit.

"Der Unzüchtigen Anteil wird sein im Pfuhl, der von Feuer und Schwefel brennt" (Off. 21, 8).

Siebtes und zehntes Gebot Gottes

"Du sollst nicht stehlen."

"Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut."

Durch das siebte und zehnte Gebot schützt Gott das Eigentum.

Wenn jemand rechtmäßig ererbt oder erworben hat, das ist sein Eigentum. Vom Gebrauch des Eigentums muss jeder Gott Rechenschaft geben.

160. Was gebietet Gott im siebten Gebot ?

Gott gebietet im siebten Gebot, dass wir jedem das Seine lassen und geben.

161. Wer versündigt sich am Eigentum des Nächsten ?

Am Eigentum des Nächsten versündigt sich,

1. wer stiehlt oder raubt,

2. wer betrügt oder wuchert,

3. wer fremdes Eigentum durch eigene Schuld beschädigt,

4. wer zu diesen Sünden mithilft.

Ein Betrüger ist, wer den Nächsten mit falschem Maß, mit schlechter Arbeit oder Ware hintergeht.

Ein Wucherer ist, wer die Not des Nächsten zum eigenen Gewinn missbraucht.

162. Was hat der zu tun, der fremdes Eigentum besitzt ?

Wer fremdes Eigentum besitzt, muss es zurückgeben.

Seine Schulden muss man bezahlen.

163. Was hat der zu tun, der fremdes Eigentum durch eigene Schuld beschädigt hat ?

Wer fremdes Eigentum durch eigene Schuld beschädigt hat, muss den Schden, so gut er kann, wieder gut machen.

"Mit Kleinem fängt man an, mit Großem hört man auf." "Unrecht Gut gedeiht nicht."

Achtes Gebot Gottes

"Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinem Nächsten."

Durch das achte Gebot schützt Gott die Wahrheit und die Ehre des Nächsten.

164. Was gebietet Gott im achten Gebot ?

Gott gebietet im achten Gebot, allezeit wahrhaft und treu zu sein.

Gott ist die Wahrheit und liebt die Wahrheit.

165. Wie sündigt man gegen die Wahrhaftigkeit ?

Man sündigt gegen die Wahrhaftigkeit durch Lüge und Heuchelei.

Man darf niemals lügen, auch nicht aus Scherz oder Not.

Achte die Ehre des Nächsten !

"Trag' Sorge für den Namen, denn er bleibt dir sicherer als tausend kostbare Schätze" (Sir. 41, 12).

166. Wer schadet dem Nächsten an seiner Ehre ?

Dem Nächsten schadet an seiner Ehre,

1. wer die Fehler des Nächsten ohne Not aufdeckt (ehrabschneiden).

2. wer ihm Fehler beilegt, die er nicht hat (verleumden),

3. wer ihn beschimpft und freventlich pber ihn urteilt.

Wer dem Nächsten an der Ehre geschadet hat, muss den angefügten Schaden, so gut er kann, wieder gut machen.

Die fünf Gebote der Kirche

Christus hat den Aposteln gesagt: "Alles, was ihr auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel gebunden sein" (Matth. 18, 18).

167. Wie heißen die fünf Gebote der Kirche ?

Die fünf Gebote der Kirche heißen:

1. Du sollst die gebotenen Feiertage halten.

2. Du sollst alle Sonn- und Feiertage die Heilige Messe mit Andacht hören.

3. Du sollst die gebotenen Fasttage und die Abstinenztage halten.

4. Du sollst wenigstens einmal im Jahr deine Sünden beichten.

5. Du sollst wenigstens einmal im Jahr die heilige Kommunion empfangen und zwar in der österlichen Zeit.

Wir sind verpflichtet, die von der Kirche eingesetzten Festtage in gleicher Weise wie den Sonntag zu feiern.

168. Abstinenztage sind alle Freitage des Jahres, der Aschermittwoch und der Karsamstag bis 12 Uhr.

An den Abstinenztagen müssen wir uns von Fleischspeisen enthalten.

Jeder katholische Christ, der sieben Jahre alt ist, ist verpflichtet, die Abstinenztage zu halten.

169. Welche Tage sind gebotene Fasttage ?

Gebotene Fasttage sind die Werktage der Fastenzeit, die Quatembertage und die Vigiltage.

Das kirchlich gebotene Fasten besteht darin, dass maqn nur einmal am Tag eine volle Mahlzeit hält und sich am Morgen und Abend mit einer kleinen Stärkung begnügt.

Die Quatembertage sind je ein Mittwoch, Freitag und Samstag gegen Anfang der vier Jahreszeiten. Die vier Vigiltage sind die Tage vor Weihnachten, Pfingsten, Maria Himmelfahrt und Allerheiligen.

Vom vollendeten 21. bis zum vollendeten 59. Lebensjahr sind wir zum Fasten verpflichtet.

Vom Fasten sind entschuldigt: Kranke, Schwache, solche, die schwere Arbeit zu verrichten haben oder durch Fasten behindert würden, ihre Berufspflichten zu erfüllen.

Abkehr von Gott durch die Sünde

170. Was ist die Sünde ?

Die Sünde ist die freiwillige Übertretung des göttlichen Gesetzes.

Die Stimme des Gewissens sagt jedem menschen, was er tun und lassen muss.

171. Auf welche Weise kann man sündigen ?

Man kann sündigen

1. durch böse Gedanken, Begierden, Worte und Werke,

2. durch Unterlassung des Guten, das man zu tun schuldig ist.

Wir unterscheiden Todsünden und lässliche Sünden.

172. Welche Stücke gehören zu einer Todsünde ?

Zu einer Todsünde gehören diese drei Stücke:

1. eine wichtige Sache.

2. klare Erkenntnis des Bösen.

3. volle Einwilligung.

173. Warum ist die Todsünde das größte Unglück für den Menschen,

1. weil sie ihm die Heiligmachende Gnade und alle Verdienste für den Himmel raubt.

2. weil sie ihm die ewige Verdammnis bringt.

"Du hast den Namen, dass du lebst, doch du bist tot" (Off. 3, 1).

Die Versuchungen zur Sünde kommen.

1. von der bösen Begierlichkeit,

2. von der bösen Welt,

3. vom bösen Feind.

Zu den Folgen der Erbsünde gehört die böse Begierlichkeit. Von dieser sagt der heilige Johannes:

"Alles, was in der Welt ist, ist Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens" (1. Joh. 2, 16).

174. Wie sollen wir uns vor der Sünde bewahren ?

Wir sollen

1, die Gelegenheit zur Sünde sorgfältig meiden,

2. den Versuchungen gleich widerstehen und Gott um Hilfe bitten.

"Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet" (Mark. 14, 38).

Von den guten Werken

175. Ist jeder Mensch verpflichtet, gute Werke zu verrichten ?

Jeder Mensch ist verpflichtet, gute Werke zu verrichten, den Christus sagt: "Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen werden" (Matth. 7, 19).

176. Was verdienen wir durch die guten Werke, die wir im Stande der Gnade verrichten ?

Durch die guten Werke, die wir im Stande der Gnade verrichten, verdienen wir

1. die Vermehrung der Heiligmachenden Gnade,

2. die ewige Seligkeit-

"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt viele Frucht" (Joh. 15, 5).

177. Wie sollen wir unser Tagwerk heiligen ?

Wir sollen unser Tagwerk heiligen durch die gute Meinung.

Die gute Meinung ist die Absicht, den Willen Gottes zu tun.

"Ihr mögt essen und trinken oder sonst etwas tun, tut alles zur Ehre Gottes" (1. Kor. 10, 31).

Von den Tugenden

Jeder Christ muss danach streben, tugendhaft und vollkommen zu werden.

178. Wie heißen die göttlichen Tugenden ?

Die drei göttlichen Tugenden heißen: Glaube, Hoffnung undLiebe.

179. Welche sittlichen Tugenden hat uns Christus besonders empfohlen ?

Christus hat uns besonders jene sittlichen Tugenden empfohlen, die in den acht Seligkeiten enthalten sind.

Die acht Seligkeiten lauten:

1. Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.

2. Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land besitzen.

3. Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.


4. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden.

5. Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

6. Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

7. Selig die Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

8. Selig, dieVerfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich. (Matth. 5, 3-10).

Die Grundlage aller Tugenden ist die Demut.

180. Worin besteht die christliche Demut ?

Die christliche Demut besteht darin, dass man

1. von sich selbst so gering und von Gott so groß denkt, wie es der Wahrheit entspricht,

2. dass man den Mut hat, diese Wahrheit in Wort und Tat zu bekennen.

181. Wie gelangen wir zur christlichen Vollkommenheit ?

Wir gelangen zur christlichen Vollkommenheit, indem wir den Gesinnungen des Heiligsten Herzens Jesu nacheifern.

Jesus sagt: "Lernt von mir" (Matth. 11, 29).

Vom Gebet

182. Was heißt beten ?

Beten heißt, fromm zu Gott sprechen.

Lob-, Dank- und Bittgebet.

183. Warum müssen wir beten ?

Wir müssen beten,

1. weil Gott es befohlen hat,

2. weil wir durch Gebet die nötigen Gnaden erhalten, um selig zu werden.

"Betet ohne Unterlass !" (1. Thess. 5, 17).

Jesus selbst hat uns das Vater unser gelehrt.

184. Wie müssen wir beten ?

Wir müssen beten

1. mit Andacht,

2. mit Demut,

3. mit Vertrauen,

4. mit Ergebung in den Willen Gottes

5. mit Beharrlichkeit.

"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werdet, so wird er es euch geben" (Joh. 16, 23).

Wir erhalten nicht immer, um was wir beten, weil wir nicht recht beten oder weil das, was wir begehren, nicht zur Ehre Gottes und zu unserem Hei ist.

Die letzten Dinge

Die vier letzten Dinge des Menschen sind: Tod, Gericht, Himmel, Hölle.

Beim Tod des Menschen trennt sich die Seele vom Leib. Der Leib kehrt zur Erde zurück.

"Durch die Sünde ist der Tod in die Welt gekommen" (Röm 5, 12).

"Seid wachsam, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde" (Matth. 25, 13).

Das Gericht, das gleich nach dem Tod stattfindet, heißt das besondere Gericht.

"Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben und danach folgt das Gericht" (Hebr. 9, 27).

185. Worüber wird die Seele gerichtet ?

Die Seele wird gerichtet über alle Gedanken, Worte und Werke und über die Unterlassung des Guten.

"Von jedem unnützen Wort, das die Menschen reden, müssen sie am Tag des Gerichtes Rechenschaft geben" (Matth. 12, 36).

186. Wohin kommt die Seele gleich nach dem besondern Gericht ?

Gleich nach dem besondren Gericht kommt die Seele entweder in den Himmel oder in die Hölle oder in das Fegfeuer.

In das Fegfeuer kommen die Seelen der Gerechten, die noch lässliche Sünden oder zeitliche Sündenstrafen abzubüßen haben.

187. Was wissen wir vom Ende der Welt ?

Am Ende der Welt wird Jesus mit großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen, um alle Menschen zu richten.

"Es kommt die Stunde, in der alle, diein den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Und es werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichtes" (Joh. 5, 28-29).

188. Wie werden die Leiber der Auferstandenen beschaffen sein ?

Die Leiber der Guten werden herrlich und dem verklärten Leib Christi ähnlich, die Leiber der Bösen aber werden elend und abscheulich sein.

"Gesät wird der Leib in Verweslichkeit, auferstehen wird er in Unverweslichkeit" (1. Kor. 15, 42).

189. Wie wird das Urteil des göttlichen Richters lauten ?

Zu den Guten wird der göttliche richter sprechen: "Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters ! Nehmt in Besitz das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt." Zu den Bösen aber: "Weichet von mir, ihr Verfluchten in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist" (Matth. 25, 34-41).

Nach dem allgemeinen Gericht wird es nur noch Himmel und Hölle geben.

Das allgemeine Gericht wird gehalten, damit Gottes Macht und Weisheit von allen Menschen anerkannt und damit Jesus vor aller Welt verherrlicht werde (Weltgericht).

190. Wer kommt in die Hölle ?

In die Hölle kommen alle, die im Zustand der Todsünde sterben.

191. Welche Qualen leiden die Verdammten in der Hölle ?

1. Die Verdammten in der Hölle sind auf ewig von Gott verstoßen.

2. sie leiden ewig die Qual des Feuers und werden gepeinigt von ihrem bösen Gewissen.

"Es ist besser, lahm in das ewige Leben einzugehen, als zwei Füße zu haben und in die Hölle geworfen zu werden, ins unauslöschliche Feuer, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (mark. 9, 44-45).

192. Wer kommt in den Himmel ?

In den Himmel kommen alle, die im Stand der Gnade Gottes sterben und frei sind von allen Sünden und Sündenstrafen.

193. Welche Freuden genießen die Seligen im Himmel ?

1. Die Seligen im Himmel schauen Gott von Angesicht zu Angesicht und sind mit ihm in ewiger Liebe vereinigt.

2. sie sind frei von jeglichem Übel und genießen mit Jesus Christus und seinen Heiligen ewige Freude und Herrlichkeit.

"Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Klage, noch Schmerz" (Off. 21, 4).

"Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört und in keines Menschen Herz st es gedrungen, was Gott denen bereitat hat, die ihn lieben" (1. Kor. 2, 9).

Jesus Christus wird bei seiner zweiten Herabkunft das Gottesreich vollenden. - "Dann ist Gott alles in allem" (1. Kor 15, 28).

"Dem, der auf dem Throne sitzt und dem Lamm: Lob, Ehre, Ruhm und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

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