Missionarischer Sendungsauftrag

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In der dogmatischen Konstitution über die Kirche Lumen Gentium findet sich eine theologische Grundlegung des Christlichen Sendungsauftages in der Welt definiert als Mission: “wie nämlich der Sohn vom Vater gesandt ist, so hat er selbst die Apostel gesandt.” (LG 17) Es meint “die Verkündigung der Botschaft Christi durch das Zeugnis des Lebens und das Wort.” (LG 35) “und zwar vornehmlich an Menschen, die den christlichen Glauben noch nicht oder nicht mehr kennen.” (Karl Lehmann: Was heißt [[Neu-Evangelisierung[[ Europas?, in: IKZ Communio 1992, 312-318, 316.)

In Ad Gentes heißt es: “Die ganze Kirche ist missionarisch, und das Werk der Evangeli-sierung ist eine Grundpflicht des Gottesvolkes.”(AG 35)

An erster Stelle ist die Kirche Verkünderin der Frohen Botschaft. Das II. Vatikanum spricht zu Beginn von Lumen Gentium vom 'Mysterium der Kirche'. Gemeint ist die Einheit von Sichtbarem und Unsichtbarem, Erkennbarem und Verborgenem. Die Kirche birgt in sich das Geheimnis, dass sie von Gott geliebt und zum Zeichen seiner Liebe zu allen Menschen gegründet worden ist. Dieses Geheimnis, das Gott in der Inkarnation seines Sohnes den Glaubenden zugänglich macht, muss verkündet werden.

Als Werkzeug des Heiles hat die Kirche den Auftrag, alle Menschen mit Gott zu vereinen. Sie vermittelt dem Menschen nicht nur das göttliche Leben, sondern “lässt dessen Widerschein mehr oder weniger auf die ganze Welt fallen, vor allem durch die Heilung und Hebung der menschlichen Personenwürde, durch die Festigung des menschlichen Gemein-schaftsgefüges, durch die Erfüllung des alltäglichen menschlichen Schaffens mit tieferer Sinnhaftigkeit und Bedeutung.”

Damit ist eine neue Grundlage gelegt: Die ganze Kirche ist missionarisch, sie ist in Christus Zeichen und Werkzeug der angebrochenen und in der Geschichte sich dynamisch durchsetzenden Gottesherrschaft. Kirche baut sich von innen her durch die Dynamik des Heiligen Geistes auf.

Mit der Taufe haben alle ihre Glieder Anteil an ihrem Dienst in der Welt: Evangelisierung gehört zum Glaubensvollzug des gesamten Gottesvolkes. “Mission darf nicht länger als eine spezielle Aufgabe der Kirche begriffen werden, als etwas, was man tun oder auch lassen kann. Jeder einzelne Christ ist demnach Missionar und gibt in Handeln und Reden Zeugnis vom Evangelium. Christliche Existenz ist missionarische Existenz.”(Collet, Giancarlo: “Keine aufdringliche Rechthaberei”. Fragen zum heutigen Missionsverständnis an Professor Giancarlo Collet, in: Herder Korrespondenz 12 (1995), 649-654, 649.)

Der Sendungsauftrag besteht darin, Gottes Handeln in der Welt und in der Zeichenhaftigkeit der Religionen sichtbar zu machen. Der tragende und bestimmende Grund und die lebendige Wirklichkeit, die jede kirchliche Sendung begründet, ist der lebendige Christus; sein Wort und Handeln sind bestimmend für jede Mission.

Das endgültige Ziel kirchlicher Evangelisierung ist es, die Menschen mit ihrer ganz konkreten Lebenswirklichkeit und inmitten ihrer Lebensräume zu erreichen und sie am göttlichen Leben und an der göttlichen Liebe teilhaben zu lassen.

Deswegen ist Mission ”gesandt-zu-sein” in aktuelle gesellschaftliche Bezüge; dort trägt sie je nach den besonderen Gaben und Cha-rismen ihrer Träger dazu bei, jede Unmenschlichkeit abzuschaffen und zur Vermenschlichung des Menschen ihren Beitrag zu liefern, indem sie allen Jesus Christus offenbart.

Siehe auch: Mission, Evangelisierung

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