Schriftrollen von Qumran

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schriftrolle von Qumran.jpg

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die ersten Schriftfragmente der Schriftrollen von Qumran wurden 1947 durch Zufall eines jungen Beduinenschäfers in einer Höhle nahe der Ruine Khirbet Qumran am Toten Meer in einem Tonkrug gefunden. Die Suche nach den antiken Manuskripten ging weiter. Bis 1956 kamen aus elf Höhlen mehr als 15 000 Schriftfragmente von über 800 Schriftrollen ans Tageslicht. Die ältesten Fragmente der Handschriften stammen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und die jüngsten wurden etwa auf das Jahr 70 nach Christus datiert. Unter ihnen befanden sich über 200 Bibeltexte und andere religiöse Literatur, deshalb handelt es sich bei den sogenannten Schriftrollen von Qumran, um den wichtigsten archäologischen Fund des 20. Jahrhunderts.[1] Die Handschriften sind meist in Hebräisch, zum Teil aber auch in Aramäisch und Griechisch verfasst. Am Montag, den 26. September 2011, hatte das Jerusalemer Israel-Museum die ersten fünf Schriftrollen von Qumran im Internet freigeschaltet und veröffentlicht. Google hat die rund 2000 Jahre alten Manuskripte, darunter die ältesten bekannten Bibelhandschriften, digitalisiert.[2]

Jesaja-Schriftrolle

Zu den im Internet veröffentlichten[3] und ältesten Werk gehört das Bibelbuch Jesaja. Ein Studium der Jesaja-Schriftrolle von Qumran ergab, dass das Buch Jesaja über einen Zeitraum von 1000 Jahren praktisch unverändert weitergegeben worden war. Die Jesaja-Schriftrolle stimmt mit dem massoretischen Bibeltext, den mittelalterlichen Handschriften, die uns heute zur Verfügung stehen überein und somit ist der Text der Bibel im wesentlichen gesichtert. Diese Übereinstimmung einer viel älteren Handschrift gibt ein Zeugnis dafür, dass der überlieferte Text im großen und ganzen genau ist. Deshalb brauchen wir keine ernsthaften Zweifel an der Gültigkeit zu hegen, die die Botschaft des Alten Testament für römisch-katholische Christen hat.

Gemeinderegel

Nach Ansicht des deutschen Qumran-Experten Alexander Schick (Westerland/Sylt) sind für römisch-katholische Christen vor allem die anderen religiösen Schriften interessant, weil sie den jüdischen Hintergrund des Neuen Testaments beleuchten. So enthalte zum Beispiel die in Qumran gefundene Gemeinderegel die Aufforderung, Feinde zu hassen und beweise dadurch, dass Jesus in der Bergpredigt zu Recht kritisierte, dass Juden zum Feindeshass aufgerufen seien.[4] Im Qumran lebten die Männer nach besonders strengen Regeln. Unter den Schriftrollen von Qumran fand man ihre sogenannte Gemeinderegel, die schon bei kleinen Vergehen strengste Strafen vorsahen. Sie ist eine antike jüdische Handschrift in hebräischer Sprache und wurde ebenfalls im Internet veröffentlicht.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Vgl. Qumran-Schriftrollen kommen ins Internet kath.net, Katholische Nachrichten, 21. Oktober 2010
  2. Vgl. Erste Qumran-Texte im Internet kath.net, Katholische Nachrichten, 28.09.2011
  3. Vgl. Erste Qumran-Texte im Internet idea.de, das christliche Nachrichtenportal, 27.09.2011
  4. Vgl. Qumran-Texte D I G I T A L Qumran- & Bibelaustellung