Zelie Martin

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Zelie Martin ca. 1875

Marie Zelie Martin (* 23. Dezember 1831 geb. Guérin, Nordfrankreich; † 28. August 1877) ist der Mutter der Kirchenlehrerin Therese von Lisieux.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Zelie Guérin lernte ihren Ehemann Louis Martin im französischen Alençon kennen und heiratete ihn drei Monate später im Jahr 1858. Sie und ihr Ehemann wollten ursprünglich selbst in einen Orden eintreten. Zélie wurde wegen ihrer schwachen Gesundheit abgewiesen. Wegen der starken Affinität zum Ordensleben wollten sie zunächst eine sogenannte "Josefsehe" führen, mithin auf eine sexuelle Beziehung verzichten. Später entschieden sie sich auf Anraten eines Beichtvaters anders und bekamen neun Kinder. Fünf Töchter erlebten das Erwachsenenalter; sie alle wurden Ordensfrauen.[1] Die Familie zog nach dem Tod von Zelie 1877 nach Lisieux. Marie Zélie Guérin betrieb als Unternehmerin einen Handel mit in ihrer eigenen Manufaktur hergestellter Stickerei. Zelie Martin starb viereinhalb Jahre nach der Geburt von Therese an einem Krebsleiden.

Am 13. Oktober 1958 wurden die sterblichen Überreste der Eheleute in ein Grab hinter der Basilika von Lisieux umgebettet. In der Vorphase der Seligsprechung wurden die sterblichen Überreste im Mai 2008 exhumiert und in ein neu gestaltetes Reliquiar in der Krypta der Basilika von Lisieux übertragen.

Neben Thérèse von Lisieux ist eine weitere Tochter von Louis und Zélie Martin auf dem Weg zur Ehre der Altäre. Für Léonie Martin (1863-1941, Ordensname Marie-Françoise Thérèse) wurde im Januar 2015 der heroische Tugendgrad anerkannt.[2]

Selig- und Heiligsprechung

Bereits 1957 wurden - für beide einzeln - die ersten Vorbereitungen in Hinblick auf eine mögliche Selig- und Heiligsprechung getroffen. Als erstes Wunder auf Fürsprache der Martins ist die Heilung des italienischen Jungen Pietro Schiliro, der 2002 mit einer gravierenden Lungen-Missbildung in Monza geboren worden war. Der italienische Karmelitenpater Antonio Sangalli schlug den Eltern des Kindes vor, eine Novene zu den Eltern der kleinen Theresia zu beten, um die Kraft zu bekommen, ihr Leid zu tragen. Pietros Mutter aber entschloss sich, die Novene für die Heilung ihres Sohnes zu beten. Als dieser dann tatsächlich gesund wurde, unternahmen die Eltern mit dem geheilten Kind eine Wallfahrt nach Lisieux, um den Martins zu danken.[3] Louis Martin und seine Ehefrau Zelie Martin wurden von Papst Benedikt XVI. am 19. Oktober 2008 in der Basilika Sainte-Thérèse in Lisieux seliggesprochen.

Papst Franziskus sprach die Eltern der Kirchenlehrerin Thérèse von Lisieux während der Bischofssynode am 18, Oktober 2015 heilig.[4]

Papst Franziskus anerkannte als zweites Wunder die Heilung eines spanischen Mädchens. Es war im sechsten Schwangerschaftsmonat mit schweren Gehirnblutungen zur Welt gekommen. Die Ärzte stuften es als nicht überlebensfähig ein. Beide Kinder haben bei die Heiligsprechungs-Zeremonie auf dem Petersplatz die Reliquien der Heiligen zum Altarbereich getragen.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Quelle: Osservatore Romano, 23. Oktober 2015, S. 3; Bischofsynode wird mit Heiligsprechung des Ehepaares Martin enden Kath.net am 18. März 2015
  2. Osservatore Romano, 23. Oktober 2015, S. 3.
  3. Ehepaar selig gesprochen: Louis und Marie-Zélie Marti Zenit am 20. Oktober 2008
  4. Zur Familiensynode: Heiligsprechung eines Elternpaares Radio Vatikan am 27. Juni 2015
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