Correctio fraterna

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Correctio fraterna (lat.) ist die Pflicht zur brüderlichen Zurechtweisung, die begrifflich auf den Heiligen Benedikt zurück geht.

Die correctio fraterna ist jemandem gegenüber geboten, der in schwerer Sünde lebt oder in Gefahr ist, eine schwere Sünde zu begehen. Der Katholische Erwachsenenkatechismus verweist auf die im Matthäusevangelium genannte Abfolge der Correctio fraterna (Mt 18,15-17 EU): 1. Gespräch unter vier Augen 2. Gespräch unter Zeugen 3. Gespräch innerhalb der Gemeinde 4. Ausschluss aus der Gemeinde.[1]

Die Anwendung der Correctio fraterna ist abhängig von der Wichtigkeit der Sache, der Nähe zum "Bruder" und von der Aussicht auf den Erfolg.

Zitate

Aus der Regula Benedicti, Kap. 23:

"Es kommt vor, dass ein Bruder trotzig oder ungehorsam oder hochmütig ist oder dass er murrt und in einer Sache gegen die Heilige Regel und die Weisungen seiner Vorgesetzten handelt. Wenn er sich so als Verächter erweist, werde er nach der Weisung unseres Herrn einmal und ein zweites Mal im geheimen von seinen Vorgesetzten ermahnt. (Mt 15-17) Wenn er sich nicht bessert, werde er öffentlich vor allen zurechtgewiesen. Wenn er sich aber auch so nicht bessert, treffe ihn die Ausschließung, falls er einsehen kann, was die Strafe bedeutet. Wenn er es aber nicht versteht, eine körperliche Strafe."[2]

Papst Benedikt XVI. mahnte im Jahr 2005 zur Übung der Correctio fraterna:

"Die brüderliche Korrektur ist ein Werk der Barmherzigkeit. Keiner von uns sieht sich selbst gut, sieht gut seine Fehler. Und so ist es ein Akt der Liebe, einer dem anderen zu helfen, einander zu helfen, sich besser zu sehen, einander zu korrigieren. Ich denke, dass es genau eine der Funktionen der Kollegialität ist, sich zu helfen […], die Mängel zu erkennen, die wir selbst nicht sehen wollen – “ab occultis meis munda me” sagt der Psalm EU –, uns zu helfen, damit wir offen werden und diese Dinge sehen können. Natürlich erfordert dieses große Werk der Barmherzigkeit, dass wir uns gegenseitig helfen, damit ein jeder wirklich die eigene Integrität, die eigene Funktionalität als Instrument Gottes finde, viel Demut und Liebe, mit einem demütigen Herzen, das sich nicht über andere stellt, sich nicht als besser als der andere betrachtet, sondern allein als demütiges Instrument, um sich gegenseitig zu helfen."[3]

Siehe auch: Ez 3,16-21 EU

Anmerkungen

  1. Katholischer Erwachsenen-Katechismus Bd. II, S. 451 [1]
  2. [2]
  3. Betrachtung von Papst Benedikt XVI. am 3. Oktober 2005
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