Joseph Bilczewski

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Joseph Bilczewski (*26. April 1860 in Wilamowice (heute Diözese Bielsko-Zywiec) , Polen; † 20. März 1923). Sein liturgischer Gedenktag ist der 20. März.

Biografie

Joseph Bilczewski empfing 1884 in Krakau die Priesterweihe. Nach Promotion in Wien und Habilitation an der Krakauer Jagiellonen-Universität wirkte er an der Lemberger »Johannes Casimir-Universität« als bei Studenten wie Kollegen gleichermaßen beliebter Professor für Dogmatik, Fakultätsdekan und Rektor. Sein wissenschaftliches Arbeiten orientierte sich an der offenbarten Wahrheit des Glaubens.

Auf Vorschlag des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. berief ihn Leo XIII. 1900 auf den lateinischen Bischofsstuhl von Lemberg. Sein Hauptkonsekrator war Kardinal Puzyna von Krakau, die Mitkonsekratoren der hl. Joseph Sebastian Pelczar († 1924) und der griechisch-katholische Bekennerbischof von Lemberg, der Diener Gottes Andreas Sheptytskyj († 1944). In der Sukzessionslinie Johannes Pauls II., der ihn 2001 in Lemberg seligsprach (vgl.), findet sich demnach auch Bilczewski.

Mit seinem Vorgänger, dem seI. Jakob Strepa († 1409), teilte er sich dieselbe apostolische Leidenschaft. Sein 23jähriges Wirken stand unter dem Motto: »Sich ganz für die Kirche hingeben.« Er übernahm eine Diözese, deren Gläubige sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausgesetzt waren. Lemberg selbst war ein Schmelztiegel von Menschen verschiedener Herkunft, Religionen und Konfessionen.

Er setzte alles daran, sein Erzbistum geistlich und die Gesellschaft geistig zu reformieren. Klerus und Volk ermahnte der feinfühlige und väterliche Bischof in seinen Pastoralbriefen zur treuen Ausübung ihres Glaubens, zum regelmäßigen Empfang der Sakramente sowie zur Treue zu Papst und Kirche.

In allem ging der große Beter, der zahlreiche Kirchen bauen ließ, den Seinen mit heiligem Beispiel voran. Bei der Fokussierung der »Sozialen Frage« prangerte er scharf soziale Ungerechtigkeit an, betonte den Wert der Bildung und ließ Schulen und Internate errichten.

Gebet - Arbeit - Entsagung: Diese drei Begriffe sind der Schlüssel zum Leben des brillanten Theologen und Erzbischofs von Lemberg, Joseph U6zef} Bilczewski.

Der am 20. März 1923 heimgegangene Oberhirte wurde auf dem Janow-Friedhof zu Lemberg bestattet. Es war sein persönlicher Wunsch dort bestattet zu werden, »wo die sterblichen Überreste der Enterbten ihre letzte Ruhe fanden« Johannes Paul II., Predigt, 26. Juni 2001). Vier Jahre nach seiner Seligsprechung wurde er im Pontifikat Papst Beendikt XVI. am 23. Oktober 2005 in Rom heiligesprochen.

Quelle

Osservatore Romano 12. März 2010, verfasst von Stefan Wirth.

Literatur

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