Lechfeld

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Das Lechfeld (der Name kommt von dem dortigen Fluß) bei Augsburg war 955 Ort einer Schlacht die für Europa weichenstellend war.

Vorgeschichte:

In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts waren die heidnischen Ungarn, ein Reitervolk asiatischer Herkunft, eine große Gefahr für das ostfränkisch-deutsche Königreich. Die schnellen Reiterscharen verbreiteten durch Mord, Brand und Verschleppung von Gefangenen Angst und Schrecken. Sie schienen unbesiegbar zu sein. König Heinrich I. wußte kein anderes Mittel, als mit den Ungarn einen neunjährigen Waffenstillstand zu schließen und Tribute zu zahlen. In den kommenden Jahren rüstete Heinrich sein Reich für die entscheidende Auseinandersetzung: 932 ließ er den Waffenstillstand aufkündigen. Die Ungarn fielen nun mit verwüstender Gewalt in Thüringen ein. Bei Riade an der Unstrut warf sich Heinrich am 15. März 933 mit einem fränkisch-sächsischen Aufgebot dem Feind entgegen. Dem christlichen Heere wurde ein Feldzeichen mit dem Bilde des Erzengels Michael voran getragen. Heinrichs Heer siegte, die Streitkraft der Ungarn wurde jedoch nicht vernichtet, aber zu Lebzeiten Heinrichs fielen sie nicht mehr in das Reich ein.

Die Schlacht:

Unter Heinrichs Sohn Otto I. fielen die Ungarn 954 schlimmer als je zuvor ins Reich ein. Sie verwüsteten Bayern, Schwaben, Franken und Lothringen und zogen über Frankreich und Italien zurück in die ungarische Tiefebene. Im Sommer 955 drangen sie wiederum plündernd und sengend in Bayern und Schwaben ein. Anfang August belagerten sie Augsburg, doch der heilige Bischof Ulrich verteidigte es mit großem Geschick. Otto I. rückte mit einem Reichsaufgebot heran. Am 10. August 955, dem Festtag des heiligen Laurentius, griff Otto I. die Ungarn auf dem Lechfeld an. Und erführte das Michaelsbanner mit sich. Wie schon bei Riade rief das christliche Heer den himmlischen Feldherrn Michael um Hilfe an. Der Sieg wurde also vor allem dem heiligen Erzengel Michael und dem heiligen Laurentius zugesprochen. Diesmal erlitten die Ungarn eine vernichtende Niederlage; wer nicht in der Schlacht fiel, ertrank in der Lech oder wurde von den Bauern der Umgebung erschlagen, nur wenige konnten sich nach Ungarn retten. Das Reitervolk wurde seßhaft, eine andere Sippe übernahm die Regierung und ließ sich christianisieren.

Doch auch diese beiden Ungarnsiege, die u. a. auf das Eingreifen Michaels zurückgeführt wurden, hatten auf Dauer nicht zur Folge, dass sich die Vorstellung vom heiligen Michael als Patron des Reiches im Bewußtsein des Volkes oder deren Führungsschichten verfestigte. Schon unter Otto II. wurde das Bild Michaels im Reichsbanner durch den römischen Adler ersetzt.

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