Liberat Weiss

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Pater Liberat Weiss OFM

Liberat Weiß OFM (Johannes Laurentius Weiß; * 4. Januar 1675 in Konnersreuth, Bistum Regensburg; † 3. März 1716 in Äthiopien) war Franziskaner-Missionar und ist Märtyrer, der 1988 seliggesprochen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Liberat Weiß wurde als zweites von sechs Kindern in der Opferpfalz geboren. Mit 18 Jahren bat er um Aufnahme in die österreichische Franziskanerprovinz in Graz. Dort erhielt er nach Ablegung der feierlichen Gelübde de Namen „Liberat“. 1698 empfing er am 14. September erhielt er in Wien durch Erzbischof Leopold Kardinal Kolonit das Sakrament der Priesterweihe. Er war zuerst Prediger und Beichtvater in Langenlois und Graz.

Liberat hörte, dass König Yasu von Äthiopien Papst Clemens XI. um Franziskaner-Missionare gebeten habe. Diese sollten die Union der äthiopischen Kirche mit Rom vorbereiten, um die sich bereits Jesuiten und französische Kapuziner ohne bleibenden Erfolg bemüht hatten. Liberat meldete sich 1703 freiwillig für die Mission nach Äthiopien. Er reiste nach Rom, wo er am 4. April 1704 von der Kongregation für die Glaubensverbreitung als Missionar angenommen wurde und eine fünf monatige Ausbildung absolvierte. Am 1. Januar 1705 brachen neun Missionare unter der Leitung von Pater Joseph von Jerusalem nach Äthiopien auf. Sie erreichten ihr Ziel nicht, weil die Reise wegen massiven Problemen mit König Bade, der die Missionare im Sudan jahrelang festhielt, verzögert wurde. Einige der Mönche, darunter auch Pater Joseph, waren im Sudan gestorben, die Überlebenden wurden ohne Hab und Gut von König Bade nach Ägypten abgeschoben. Liberat Weiß berichtete am 28. Dezember nach Rom, nur er und Pater Michael Pio hätten überlebt.

Pater Liberat startete am 20. April 1711 startete einen zweiten Versuch, nach Äthiopien zu gelangen, diesmal in Begleitung von Pater Michele Pio Fasoli und Pater Samuele Marzorato. Am 18. April 1712 kamen die Mönche endlich in Äthiopien an, erst in der Hafenstadt Massaua und schließlich in der Hauptstadt Gonder. Durch die lange Verzögerung der Reise hatten sich die politischen Verhältnisse dort inzwischen maßgeblich verändert. Kaiser Yasos war inzwischen durch seinen zweiten Nachfolger Justos abgelöst worden. Die Verhandlungen mit Justos verliefen anfänglich recht erfolgversprechend, da sich die Franziskaner ein zunehmend gutes Ansehen erarbeiteten. Jedoch gab es Gegner, die das Volk in Äthiopien mit Gerüchten über die Missionare aufwiegelten. Kaiser Justos sandte die Franziskaner deshalb in die Provinz Tigre, wo er sie vor dem Einfluss ihrer Gegner sicher wähnte. Daraufhin richtete sich der Zorn des Volkes gegen den Kaiser, was in einer Revolution und der Absetzung des Kaisers gipfelte. Die Missionare standen einem weiterhin wachsenden Misstrauen der Äthiopier gegenüber, was schließlich dazu führte, dass sie durch den neuen Kaiser, David III., vor Gericht gestellt wurden. Zusammen mit seinen Gefährten, Pater Michele Pio Fasoli und Pater Samuele Marzorato, wurde Liberat Weiß am 2. März 1716 zum Tode verurteilt. Die drei Mönche wurden am 3. März 1716 durch Steinigung hingerichtet. Ein Angebot des Kaisers zum Übertritt in die äthiopische Kirche hatten die drei Mönche abgelehnt.

Seligsprechung

Liberat Weiß wurde mit seinen zwei Gefährten, Pater Michele Pio Fasoli und Pater Samuele Marzorato, am 20. November 1988 durch Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.

Literatur

siehe auch: Therese Neumann

Weblinks

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