Maria Jeutendorf

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Koordinaten: UNIQ70cf86491d408a7a-geo-00000000-QINU

Die Wallfahrtskirche Maria Jeutendorf ist ein Wallfahrtsort in der Diözese St. Pölten und trägt den Namen "Zur schmerzhaften Muttergottes". St. Pölten ist die Landeshauptstadt von Niederösterreich in Österreich. Das Patroziniumsfest feiert diese Kirche am 18. September.

Geschichte

Der Name Jeutendorf wird 1210 erstmals erwähnt. 1248 wird eine Kapelle „capella Jaettendorf“ genannt. Die Kirche und das Kloster verdanken ihre Entstehung Baron Maximilian von Sala. Er entstammte einer oberitalienischen Adelsfamilie, und kaufte 1676 das Schloß. Er studierte die Rechte, wurde 1691 Rector Magnificus an der Universität Wien, war Gesandter am Regensburger Reichstag und bekleidete von 1689 bis zu seinem Tod 1701 das Amt eines niederösterreichischen Regierungskanzlers und Hofrates.

Seine Frau Johanna Dorothea, geborene Rossi, hatte ein Marienbildnis von ihrem Vater geerbt. Zu diesem Bild der „Schmerzhaften Muttergottes“ nahm Maximilian Zuflucht, als seine älteste Tochter Maria Anna schwer erkrankte, und fand Erhörung.

Zur ständigen Betreuung des Gnadenbildes und der Kapelle, die er 1678 auf dem Hügel gegenüber dem Schloß errichten ließ, gründete Maximilian von Sala ein Servitenkloster. Der Stifterbrief wurde am 1. November 1693 unterzeichnet. Der Grundstein zum Klosterbau wurde im April 1694 gelegt. Am 5. Oktober 1695 zogen sechs Serviten feierlich in das Kloster ein.

Der Enkel des Stifters, Freiherr Maximilian Franz von Sala ließ die Kapelle wegen des großen Zustromes an Pilgern 1706 und 1715 erweitern. Um 1717 kam es zum großzügigen Neubau der Kirche, der Grundstein wurde im Mai gelegt, und am 22. August 1718 konnte Propst Michael Führer von St. Pölten drei Altarsteine und die Gruft weihen. Die Ausstattung der Kirche dauerte bis 1757. 1721 wurde der Klosterneubau in Angriff genommen, der im Jahre 1750 abgeschlossen war. 1762/63 kam es zum Zubau des Bibliothek- und Sakristeitraktes durch Matthias Munggenast.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte das Kloster seine Blütezeit. Das Noviziat war nach Jeutendorf verlegt worden, und so lebten bis zu 20 Patres im Konvent. Im März 1784 wurde im Zuge der josephinischen Reformen auch die Pfarre Jeutendorf gegründet.

Eine schwere Prüfung hatte das Kloster im Kriegsjahr 1809 zu bestehen, denn sogenannte Marodeurs steckten im Mai die Kirche, das Kloster und die Ortschaft in Brand. Den Wiederaufbau ermöglichte der „Zweite Stifter“ Graf Aloysius von Geniceo. Daran erinnert eine Widmungstafel mit einem Schriftband mit einem elegischen Distichon, das folgendermaßen lautet: NON DEBET MERITUM QUONDAM DELERE VETUSTAS AETERNUM MEMORES NOS DECET ESSE BONI 1677 (Niemals darf der Zahn der Zeit ein verdienstvolles Werk zerstören, ewig müssen wir des Guten eingedenk bleiben). Aus Dankbarkeit für den Wiederaufbau errichtete man „Dem erlauchten Grafen Aloysius von Geniceo“ dieses Denkmal im Jahre 1811.

Von der Zerstörung erholte sich das Kloster nur langsam. Erst um 1840 waren die ärgsten Mängel behoben. Das 200-jährige Bestandsjubiläum feierten die Serviten 1895.

1965 wurde das Kloster unter dem damaligen Prior P. Albert Guggenberger renoviert. 1980 konnte die kanonische Errichtung des „Mater-dolorosa-Karmels“ in Jeutendorf erfolgen. Am 15. September 1985 zogen Karmelitinnen in das Kloster Jeutendorf ein.[1]

Weblink

Anmerkungen

  1. Prälat Alois Hörmer Dr. und Josef Tscherny Mag., Pfarramt Maria Jeutendorf 41, 3140 Pottenbrunn.
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