Versuchung

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Versuchung ist ein Anreiz, etwas sittiich Unvollkommenes oder gar Sündhaftes zu tun oder etwas pflichtgemäßes zu unterlassen. Sie kann hervorgehen von der eigenen durch die Erbsünde geschwächten Natur und ihrem ungeordneten Begehren nach irdischen Gütern (Augenlust)[1] oder nach unrechtmäßiger Befriedigung der sinnlichen Triebe des Geschmackssinnes und des Geschlechtstriebes (Fleischeslust)[2] oder nach der Ehre (Hoffart), oder sie kann vom Teufel oder von der Umwelt veranlasst sein. Die Versuchung ist noch keine Sünde, solange der Mensch sich ihr nicht unnötig aussetzt oder frei nachgibt und schließlich einwilligt. Eine überwundene Versuchung stählt die Widerstandskraft gegen die Versuchung, ist ein Beweis der Treue gegen Gott und vermehrt das Verdienst. Aus diesem Grunde läßt Gott die Versuchung über die Menschen kommen.

Das Wachen (vgl. Lk 22,46 EU) und das einhalten der Gebote (vgl. Offb 3,10 EU) bewahrt vor der Versuchung. Gott wird "in der Versuchung einen Ausweg schaffen", sodass wir nicht überfordert werden und bestehen können (vgl. 1 Kor 10,13 EU).

Im Vater unser (Mt 6,13 EU) betet der Christ, Gott möge ihn in der Versuchung führen. Zu dieser Interpretation gibt die aramäische Sprache und ebenso der Jakobusbrief Anlass.

Sinn und Wesen der Versuchung in der Bibel

"Seid voll Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet. Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. Die Ausdauer aber soll zu einem vollendeten Werk führen; denn so werdet ihr vollendet und untadelig sein, es wird euch nichts mehr fehlen" (Jak 1,2-4 EU).
"Glücklich der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben. Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung. Jeder wird von seiner eigenen Begierde, die ihn lockt und fängt, in Versuchung geführt. Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor" (Jak 1,12-15 EU).

Jesus wurde nicht durch Begierde, sondern durch den Teufel für uns[3] in Versuchung geführt. Er musste "in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen (Hebr 2,18 EU). "Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat" (Hebr 4,15 EU). So kann er "denen helfen, die in Versuchung geführt werden" (Hebr 2,18 EU).

Weblinks

Anmerkungen

  1. vgl. 1 Tim 6,9 EU
  2. vgl. auch Mk 14,38 EU; 1 Kor 7,5 EU
  3. vgl. Mt 4,1-11 EU; Lk 4,1-13 EU; Mk 1,12-13 EU