Viktor von Xanten

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Darstellung am Xantener Dom

Der heilige Viktor von Xanten (* im 3. Jahrhundert, † 286) war, der Überlieferung nach, ein Soldat in der Thebäischen Legion. Zu jener Gruppe von Soldaten zählten solche Männer, die in Theben (Ägypten) gedient hatten, beziehungsweise aus dieser Gegend stammten. Da dort der christliche Glaube schon weit verbreitet war, gab es auch viele gläubige Soldaten, z.B. auch den Hl. Mauritius (vgl. Abtei St. Maurice) oder, der Legende nach; auch St. Gereon (Köln).

Über Viktor sagt die Tradition, er sei der Anführer einer römischen Kohorte gewesen: Er erlitt demnach, zusammen mit 330 weiteren Soldaten, am 10. Oktober 286 auf Befehl des Kaisers Maximianus in Xanten den Martertod. Er ist Patron von Xanten und Dülmen. Sein Gedenktag ist der 10. Oktober; der Dom von Xanten gilt als an der Märtyrergrabstätte errichtet, die in der Krypta sichtbar ist.

Obwohl das Martyrium Viktors schon im 3. Jahrhundert stattfand, ist eine Verehrung des Heiligen Viktor in Xanten erstmals im 6. Jahrhundert belegt. So sollen Viktors Gebeine im Jahr 863 für kurze Zeit nach Köln überführt worden sein, um sie vor einfallenden Normannen zu schützen, die zu dieser Zeit am Niederrhein plünderten und dabei auch Xanten und die dortige Kirche zu Ehren Viktors verwüsteten.

Die Heiligenverehrung in Xanten stand demnach schon bei ihrer frühesten Erwähnung in voller Blüte. Wann die Gebeine Viktors jedoch geborgen worden sind und wann ihm zu Ehren eine Kirche errichtet wurde, ist nicht überliefert. Bereits um das Jahr 590 schrieb jedoch Gregor von Tours in seiner Schrift „Liber in gloria Martyrum“ über den Ausbau einer Gedächtnisstätte zu einer Kapelle durch den Kölner Bischof Everigisil bei „Bertuna“. Dieses „Bertuna“ kann mit dem heutigen Xantener Ortsteil Birten gleichgesetzt werden, wodurch die Errichtung der Kapelle im heutigen Xantener Ortskern wahrscheinlich erscheint, wo der Bau mehrerer Grabkapellen im 4. Jahrhundert archäologisch nachgewiesen ist. Zu Viktor bemerkt Gregor von Tours, dass seine Gebeine in der Nähe „Bertunas“ vermutet würden.

Dieser Artikel ist ursprünglich der Sektion Tagesheiliger bei www.kath.net entnommen.

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