Walburga Storch

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Walburga Storch (* 22. Oktober 1930 in Trautenau; † 28. Oktober 2014 in Rüdesheim) war Chorfrau der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Walburga Storch wurde als erstes Kind der Eheleute Franz und Anni Storch in Trautenau im südöstlichen Riesengebirge geboren und auf den Namen Hannelore getauft. Der Vater war Latein- und Musiklehrer und nebenbei als Chorleiter und Organist an der Erzdekanatskirche in Trautenau tätig. 1938 ging das Mädchen zur ersten heiligen Kommunion. Mit acht Jahren erhielt Hannelore von ihrem Vater Blockföten- und Klavierunterricht, später folgte auch Unterricht auf der Geige. Nach dem vierten Schuljahr wechselte Hannelore auf die Oberschule. 1943 wurde ihr Vater zur Wehrmacht eingezogen. Am 9. Mai 1945 rückte die russische Armee mit Panzern in Trautenau ein.

Am 23. Juni 1945 wurde die Bevölkerung dann von den Tschechen aus Trautenau vertrieben. Hannelore wurde von ihrer Mutter und den Geschwistern getrennt, als Zwangsarbeiterin für 13 Monate auf einen Bauernhof verschleppt. Mit Hilfe ihres Onkels, gelang es ihr Anfang August 1946 frei zu kommen. Mit seiner Familie und den Großeltern schloss sich Hannelore einem Flüchtlingstreck nach Westen an. Nach einer 14–tägigen Zeit der Quarantäne in einem Umsiedlerlager bei Magdeburg ließ man sie nach Elsterberg im Vogtland reisen. Dort waren ihre Mutter und die Geschwister nach der Vertreibung gelandet. Obwohl die Mutter nur eine kleine Rente bezog, besuchten Hannelore und ihre Schwester nun die Oberschule in Greiz/Thüringen. Hannelore besuchte 1948 das Gymnasium der Ursulinen in Königsstein. 1950 wurden Hannelore von Bischof Wilhelm Kempf gefirmt. Von da an besuchte Hannelore täglich die Heilige Messe.

Ein Einkehrtag in Maria Laach und eine Messe in der Krypta der Abteikirche hinterließen in ihr tiefe Spuren und weckten in ihr den Wunsch Benediktinerin zu werden. Hannelore trat am 14. September 1952 in der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen ein und wurde am 16. August 1953 eingekleidet. Am 18. August 1954 legte, nun als als Sr. Walburga, die Triennalprofess und am 7. September 1957 die ewige Profess ab. Sr. Walburga war viele Jahre im Obstgarten und später in der Imkerei beschäftigt. Sie half außerdem in der Infirmerie, im Hühnerstall und in der Küche. Von 1991–1998 arbeitete sie in der Bibliothek und beteiligte sich lange Jahre an der Vorbereitung der Liturgiepläne. Schwester Walburga liebte die Liturgie und war lange Zeit Kantorin. Da sie eine gute Lateinerin war, beteiligte sich Sr. Walburga an den Übersetzungen der theologischen Werke der Ordensgründerin Hildegard von Bingen. Im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 1998 übersetzte sie das Hauptwerk der heiligen Hildegard „Scivias“. Später nahm sie dann den umfangreichen Briefwechsel in Angriff.

Von Walburga Storch selbst verfasstes Gebet

Dein Wille geschehe
Mir gescheh` nach deinem Willen. Wie das Heil sich soll erfüllen, weißt, Herr Jesus, Du allein. Jetzt, und bis zum Ende mein will ich nur noch dir gefallen! Muss ich auch durchs Dunkel wallen, drück das Kreuz ich fest an mich; werd ich stolz, dann schlage mich, doch vom Boden heb mich auf! Sieh`, ich nehm den Kampf in Kauf, falschen Frieden will ich nicht.

Schlägt man mich ins Angesicht, weiß ich: so ist es dein Wille, und ich halt mit Wonne stille. Tut mir dein Vergessen weh, Herr, dein Wille mir gescheh`! Eigenwill‘ und Sträuben mein Nimm von mir – mein Herz ist dein! Eins mit dir im Denken, Tun, darf ich liebend in dir ruh‘n, und – wie ich mich danach seh`n – froh mit dir zum Vater geh`n.[1]

Werke

in den Sprachen: Deutsch, Englisch, Schwedisch, Polnisch.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Chronik der www.abtei-st-hildegard.de 2014
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