A cappella

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Giovanni Pierluigi da Palestrina, Kapellmeister und Komponist in Rom

A cappella (Abkürzung a.c.) ist eine geläufige Bezeichnung für Chormusik, die ohne instrumentale Begleitung vorgetragen wird.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Bezeichnung a cappella lehnt sich an das italienische alla cappella an und bedeutete ursprünglich Musik nach Art der Kapelle. Zunächst verstand man darunter mehrstimmige Vokalmusik, bei der der Chor durch Musikinstrumente begleitet wurde und die Instrumente genau den selben Part übernahmen was der Chor sang (colla parte).

Bedeutung in der Alten Musik

A capella (ital.) heißet: wenn Vocal- und Instrumental-Stimmen sich miteinander zugleich, und zwar dergestalt hören lassen, daß diese eben dasjenige, was jene haben, exekutieren.[1]
A capella, alla capella, d.h. im Kapellstile, bedeutet in älteren Kirchenmusiken die Bewegung der Singstimmen ohne Instrumente, oder, wenn ja solche den Gesang begleiten, das Fortgehen der Instrumente im Unisono mit den Singstimmen.[2]

Das bedeutet, eine Aufführungspraxis von Vokalmusik, die variabel dargestellt werden konnte. Nach Möglichkeit zog der Kapellmeister vorhandenes Instrumentarium bei der Aufführung hinzu. Die Instrumente konnten die Singstimmen verdoppeln oder auch ersetzen. Die Aufführungspraxis der Sixtinischen Kapelle in Rom stellte schon im 18. Jahrhundert einen Sonderfall dar:

Indessen ist die Päbstliche Music darinnen von anderen unterschieden, daß man dabey keiner Orgel oder anderer Instrumenten brauchet, sondern die Stücke nur singet.[3]

Bedeutung im 19. Jahrhundert

Bei der Rezeption alter Chormusik im 19. Jahrhundert (Cäcilianismus) kam es zu einem Missverständnis des Begriffes a cappella, aus dem eine Bedeutungsveränderung resultierte: Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde nun darunter eine Musik verstanden, die vollständig auf Instrumente verzichtet und allein auf der menschlichen Stimme beruht.

Bedeutung im 20. Jahrhundert

Bei traditionellen Chören hat sich mehrheitlich das Verständnis von a cappella als unbegleitete Musik weitgehend manifestiert. Durch stärkere Gewichtung des Wissens um die historische Aufführungspraxis im Musikstudium ist zumindest den Berufsmusikern die ursprüngliche Bedeutung bewusst. Chöre, die heute eine historische Aufführungspraxis beachten, ziehen zu ihren Aufführungen von alter Chormusik im Cappellstil wieder vermehrt Instrumente hinzu.

A-cappella-Musik wird heutzutage vor allem durch moderne Kammerchöre oder Vokalensembles gepflegt. Neben Ensembles, die rein aus Männerstimmen bestehen gibt es mehrheitlich gemischte Ensembles und nur wenige reine Frauenensembles.

Anmerkungen

  1. Johann Gottfried Walther: Musikalisches Lexikon. S. 4.
  2. F. A. Brockhaus: Allgemeine Deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. 1851 Leipzig 1. Band, S. 85.
  3. Johann Gottfried Walther: Musikalisches Lexikon. 1732, S. 140.
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