Gehorsam

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Die Evangelischen Räte

Gehorsam ist, in der Nachfolge Christi, eine zentrale Lebenswirklichkeit der christlichen Existenz. Fiat voluntas tua, beten wir im Vater unser. Der Wille Gottes, des Vaters, möge verwirklicht werden, durch uns, so gut möglich. Insofern gehört das Hören des Wortes zu jeder katholischen Spiritualität.

Inhaltsverzeichnis

Besonderer Gehorsam

Wer auf den Ruf Christi antwortet, ihm das Leben auf dem Wege der evangelischen Räte zu weihen, etwa in einem Orden, verpflichtet sich, aber (nur) im persönlichen Gehorsam gegenüber der Taufgnade und so im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes, zu strengeren Bindungen. Diese bringen eine konkrete Folgebereitschaft gegenüber den Dispositionen der Oberen insbesondere auch in den Fragen des Lebensalltags (und nicht nur der "Seelenführung") mit sich.

Über das Verhältnis von Autorität und Gehorsam hat der Hl. Stuhl an Pfingsten 2008 eine besondere Instruktion erlassen. Zitat: (Nr. 13 c): Es ist auch angebracht daran zu erinnern, dass vor der Mahnung zum Gehorsam - wo sie notwendig ist, die Liebe walten muss, - die unverzichtbar ist. Auch kann und darf das Wort communio weder als eine Art des Delegierens der Autorität an die Gemeinschaft verstanden werden, (wobei indirekt jeder dazu eingeladen würde, ,,zu tun und zu lassen, was er will’’), noch als eine mehr oder weniger verschleierte Aufdrängung des eigenen Standpunktes (,,jeder tue, was ich will’’).

Allgemeiner Gehorsam

Aber auch der Laie "in der Welt" schuldet in den geistlichen Dingen der Hierarchie echten, großzügigen Gehorsam, etwa die Kirchengebote betreffend. Je weiter eine Sachfrage aber von der eigentlich kirchlichen Zuständigkeit (einschließlich der Zuständigkeit für die sittliche Ordnung, das so gen. Naturgesetz) fernliegt, umso freier ist das pflichtgemäße Ermessen der Christen.

Nichts ohne den Bischof!

Das Presbyterium, aber das gilt separat auch für die Diakone, ist durch ein spezielles Gehorsamsband an den (Orts-) Bischof gebunden. Der Bischof vergegenwärtigt die Autorität der Apostel in seiner Ortskirche, wie ebenfalls dass Kollegium der Bischöfe mit dem Papst für die Weltkirche. Daher ist nach katholischer Auffassung einer "politischen Partizipation", im demokratischen Stil moderner Staatsordnungen, in der Kirche eine klare Grenze gesetzt, die "göttlichen Rechts" ist (also nicht kirchlicher Disposition untersteht, nicht einmal des Papstes oder eines Konzils; aktuelles Beispiel: die Unmöglichkeit der so gen. Frauenordination).

Konfliktfälle

Das Gesamtbild der Kirche, wie es das II. Vatikanum in Lumen gentium vorgelegt hat, ist nicht das einer spirituellen Armee (auch wenn sie "Kämpfer" nötig hat), in der möglichst alle "Dienstgrade" totale Unterwerfung unter das "Kommando" geloben, sondern das einer lebendigen Gemeinschaft. Um ihres wirklichen, "volk"haften Glaubenslebens willen ist sie hierarchisch gegliedert. Die Hierarchie ist aber kein Selbstzweck, sondern echter Dienst im Namen Christi. Insofern obliegt es jedem Bischof auch, immer wieder auf die notwendige Freiheit der Gotteskinder zu achten.

Bestimmte geistliche Gemeinschaften (vgl. Movimenti) geraten bisweilen in die Kritik, dass sie überzogene (spezielle) Gehorsamsansprüche an ihre Mitglieder zu richten; besonders dann, wenn eigentlich explizit keine "Gelübde" (siehe: Orden) verlangt werden. Tatsächlich ist das besondere Charisma eines Lebens im Weihestand ("Rätestand"; und der damit verbundene, engere Gehorsam, s.o.) nur eingeschränkt verallgemeinerungsfähig. Die Kirche kann eben nicht als ganze in ein (wenn auch untergliedertes) "Weltkloster" umgewandelt werden. In der weiteren Entwicklung wird hier sicherlich die erforderliche, katholische Balance gefunden werden.

Päpstliche Schreiben

Leo XIII.

Paul VI.

Benedikt XVI.

Literatur

  • "Der Weg", Hl. Josemaría, Adamas Verlag (Wenn der Gehorsam dir keinen Frieden gibt, dann bist du hochmütig.)

Weblinks