Lexikon für Theologie und Kirche

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Das Lexikon für Theologie und Kirche (LThK) ist ein katholisches Nachschlagewerk. Es erschien in drei Auflagen im Herder Verlag im deutschen Freiburg im Breisgau. Es gehört im 20. und 21. Jahrhundert zu den großen, international anerkannten Standardwerken katholischer Theologie.

Das "Lexikon für Theologie und Kirche" will für alle Gebiete der Theologie, der Kirche, der Religionskunde und der damit zusammenhängenden Wissenszweige, Kultur- und Lebenskreise bündig und gründlich nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft und des kirchlichen Lebens Aufschluss geben. Für das Studium der Theologie, für die wissenschaftliche Forschung, für das literarische Schaffen und für die praktische Arbeit möchte es in allen Fällen wenigstens "die erste Hilfe" sein und den Weg weisen zu weiteren Quellen der Belehrung.[1]

Inhaltsverzeichnis

1. Auflage herausgegeben von Michael Buchberger

Die 1. Auflage des LThK wurde von Michael Buchberger in 10 Bänden von 1930-1938 herausgeben, als zweite neubearbeitete Auflage seines "Kirchlichen Handlexikons", [2] und des Wetzer- und Welte's Kirchenlexikons. Schriftleiter war Dr. Konrad Hofmann. Es hat 1185 Mitarbeiter, 27247 Stichwörter, davon 20079 Vollartikel, 10448 Spalten, 1232 Textabbildungen, 172 Karten, 86 Tafeln[3] und die kirchliche Druckerlaubnis.

Das Werk übertraf damals alle bisherigen einschlägigen Lexika an Reichhaltigkeit. Die fortschreitende Auflösung des wissenschaftlichen Betriebes in Teil- und Spezialfächer verlangten bei dem enzyklopädischen Unternehmen eine entsprechende Verteilung der Arbeit und der Verantwortung. Daher wurde der ganze Stoff in 33 Spezialgebiete zerlegt und jedes dieser Gebiete einem anerkannten, bewährten FachIeiter übergeben, der selbst wieder die einzelnen Artikel zur Bearbeitung an Fachmänner verteilt. So ist nicht bloß für die Vollständigkeit und Lückenlosigkeit des Werkes, sondern auch für die gründliche und verlässliche Bearbeitung der einzelnen Artikel Sorge getragen und für die inhaltliche Gediegenheit größtmögliche Gewähr geboten. Es wurde darum im Vorwort als "moderne Summa theologiae" und als Ehrendenkmal ,katholischer Aktion´ beschrieben. Für die Bearbeitung waren Losung und Leitstern: Fidel, veritati, vitae.[4]

Bd 1: A bis Bartholomäer 1930.
Bd 2: Bartholomäus bis Colonna 1931.
Bd 3: Colorbasus bis Filioque 1931.
Bd 4: Filippini bis Heviter 1932.
Bd 5: Hexapla bis Kirchweihe 1933.
Bd 6: Kirejewski bis Maura 1934.
Bd. 7: Mauretanien bis Patrologie 1935.
Bd 8: Patron bis Rudolf 1936.
Bd 9: Rufina bis Terz 1937.
Bd 10: Terziaren bis Zytomierz 1938.
Die erste Ausgabe
gebunden 1930-1938

2. Auflage herausgegeben von Josef Höfer und Karl Rahner

Die 2. völlig neu bearbeitete Auflage des LThK, unter dem Protektorat von Michael Buchberger und Hermann Schäufele, wurde von Josef Höfer und Karl Rahner, 1957-68 in 10 Bänden mit 3 Ergänzungsbänden (Zweiten Vatikanischen Konzils 1966-1968 in lateinisch-deutsch mit Kommentaren) herausgegeben. 2.677 Mitarbeiter steuerten 21.996 Artikel bei. Es hat 13552 Spalten (1-10), Register-(11) und Ergänzungsbände (12-14) 2486 Seiten. Es enthält 103 Karten und 557 Abbildungen.[5]

Die Neubearbeitung behält dieselbe Zielsetzung und Einrichtung in allen Grundzügen der ersten Auflage bei. Der Kreis der Fachberater wurde nicht unbeträchtlich erweitert. Die Nomenklatur wurde neu durchgearbeitet. Die Artikel sollten mit ganz geringen Ausnahmen neu durch neue (und in der Zahl sehr vermehrte) Mitarbeiter geschrieben werden.[6]

Die Auflage hat die kirchlichen und theologischen Erneuerungsprozesse vor und während des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgegriffen und entscheidend zu ihrer Umsetzung beigetragen, obwohl die Konzilsbeschlüsse selbst in den Artikeln jedoch nicht mehr berücksichtigt werden konnten.[7]

1986 wurde das LThk als Sonderausgabe im Paperback herausgegeben (ISBN 3-451-20756-7).

Bd 1: A bis Baronisus 1957.
Bd 2: Barintus bis Cölestiner 1958.
Bd 3: Colet bis Faistenberger 1959.
Bd 4: Faith and Order bis Hannibaldis 1960.
Bd 5: Hannover bis Karterios 1960.
Bd 6: Karthago bis Marcellino 1961.
Bd 7: Marcellinus bis Paleotti 1962.
Bd 8: Palermo bis Roloff 1963.
Bd 9: Rom bis Tetzel 1964.
Bd 10: Teufel bis Zypern 1965.
Bd 11: Grund-, Fach-, Autorenregister 1967.
Bd 12: SC; IM, LG, OE 1966.
Bd 13: UR, CD, PC, OT, GE, NA, DV, AA, DH 1967.
Bd 14: AG, PO, GS 1968.
Die Sonderausgabe im Paperback 1986

3. Auflage herausgegeben von Walter Kasper u.a

Die 3. völlig neu bearbeitete Auflage wurde von Walter Kasper (mit Konrad Baumgartner, Horst Bürkle, Klaus Ganzer, Karl Kertelge, Wilhelm Korff und Peter Walter) 1993-2001 in 11 Bänden, etwa 26.000 in Haupt- und Unterstichwörtern, mit 15040 Spalten, 746 Register- und Abkürzungsverzeichniseiten herausgegeben. Es waren mehr als vierzig Fachberater und 4150 Autoren tätig.[8]

Nachdem die Phase der unmittelbaren Nachkonzilszeit zu Ende gegangen ist und Theologie und Kirche in ein neues Stadium eingetreten sind, wurde die Wirkungsgeschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils auch im Rahmen dieses Lexikons aufgearbeitet. Die vom Konzil vorgegebene Leitidee der Theologie ist das "Mysterium Christi, das die ganze Geschichte der Menschheit durchzieht" (Optatam totius, Nr. 14). Diese Leitidee meint eine universalgeschichtlich theologische Konzeption. Sie geht davon aus, dass alle Wirklichkeit auf Christus hin geschaffen wurde, so dass sich überall Spuren des Logos finden, der in Jesus Christus in qualitativ einmaliger, unüberbietbarer und letztgültiger Weise erschienen ist. Sie ist Ausgangspunkt und Rahmen der Ausgabe.

Neben den vom Konzil ausgehenden Wandlungsprozessen hat eine Reihe von weiteren Entwicklungen eine Neuauflage des "Lexikon für Theologie und Kirche" als unabweisbare Verpflichtung erscheinen lassen. Insbesondere ist auf die neuen methodischen Ansätze, Problemstellungen und Ergebnisse in den verschiedenen theologischen Disziplinen sowie auf Entwicklungen im kirchlichen Leben und im ökumenischen Dialog zu verweisen.[9]

Für einige Sachgebiete stellte der Verlag mit der Reihe "LThK kompakt" Auszugslexika bereit, die zwar auf dem einschlägigen Artikelbestand des LThK beruhen, diesen aber teilweise erheblich überarbeiten, ergänzen und aktualisieren (z. B. Lexikon des Kirchenrechts, 2004 [spanische Version 2008 erschienen]).[10]

Im Jahre 2006 wurde ein durchgesehener Druck der 3. Auflage (gebunden: ISBN 3-451-22012-1) getätigt.

Im Jahre 2009 folgte eine durchgesehene Sonderausgabe der 3. Auflage im Paperback (ISBN 3-451-22100-2) inclusive Nachträgen im Registerband.

Bd 1: A bis Barcelona 1993.
Bd 2: Barley bis Damodos 1994.
Bd 3: Dämon bis Fragmentenstreit 1995.
Bd 4: Franca bis Hermenegildo 1995.
Bd 5: Hermeneutik bis Kirchengemeinschaft 1996.
Bd 6: Kirchengeschichte bis Maximanus 1997.
Bd 7: Maximilian bis Pazzi 1998.
Bd 8: Pearson bis Samuel 1999.
Bd 9: San bis Thomas 2000.
Bd 10: Thomaschristen bis Zytomyr 2001.
Bd 11: Nachträge, Register,
Abkürzungsverzeichnis 2001.
Die Sonderausgabe
im Paperback 2009

Anmerkungen

  1. aus dem Vorwort der ersten Auflage des LThK.
  2. Michael Buchberger: Kirchliches Handlexikon. Über das Gesamtgebiet der Theologie und ihrer Hilfswissenschaften, (Mitherausgeber: Karl Hilgenreiner, Andreas Seider, Joseph Schlecht und Johann Bapt. Nisius; 300 Mitarbeiter) Herder Verlag Freiburg im Breisgau und Allgemeine-Verlagsgesellschaft München 1907/1912 (Band 1: A-H, Band 2: J-Z.; 28 x 19,5 cm. XVI, 2072 u. 2832 Sp.; Nachdruck 1923).
  3. aus dem Schlusswort der ersten Auflage des LThK.
  4. aus dem Vorwort der ersten Auflage des LThK.
  5. aus dem Nachwort der zweiten Auflage des LThK.
  6. aus dem Vorwort der zweiten Auflage des LThK.
  7. aus dem Vorwort der dritten Auflage des LThK.
  8. vgl. aus dem Schlusswort der dritten Auflage des LThK.
  9. vgl. aus dem Vorwort der dritten Auflage des LThK.
  10. Lexikon für Theologie und Kirche (LThK) von Stephan Haering OSB.
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