Maria Goretti

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Maria Goretti

Maria Goretti (* 16. Oktober 1890 in Corinaldo, † 6. Juli 1902) ist eine der dem Sterbealter nach jüngsten Heiligen unserer Zeit. Ihre Heiligsprechung war eine der berühmtesten Kanonisationen Pius XII. und fand am 24. Juni 1950 in Anwesenheit ihrer Mutter statt.

Patronat: Marianische Kongregation. Gedenktag: 6. Juli.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Maria Goretti wuchs als zweites von sechs lebenden Kindern* in ärmlichen Verhältnissen zunächst in Corinaldo in der Nähe von Ancona auf. Da die Eltern die Familie durch ihre kleine Landwirtschaft nicht mehr ernähren konnten, zogen sie nach einigen Jahren nach Collegianturco (südlich von Rom) und schließlich (1898/99) nach Le Ferriere in die Nähe von Nettuno, wo der Vater ein Jahr danach, im April 1900, an Malaria starb.

[Die Kinder von Luigi und Assunta Goretti: 1. Antonio (30.1.1887-3.10.1887), 2. Angelo (28.8.1888-14.11.1965), 3. MARIA THERESIA (16.10.1890-6.7.1902), 4. Mariano (27.1.1893-12.4.1975), 5. Alessandro (30.7.1895-1917), 6. Ersilia (23.1.1898-21.8.1981), 7. Teresa (2.8.1900-25.2.1981).]

Maria führte ein vorbildliches und äußerst frommes Leben, unterstützte die Mutter und den zwei Jahre älteren Bruder bei der Arbeit und sorgte sich um ihre jüngeren Geschwister. Auch um die Mitpächter Serenelli kümmerte sie sich.

Der fast zwanzigjährige Sohn dieser Familie, Alessandro Serenelli, belästigte und bedrängte das Mädchen. Obwohl es mehrere Übergriffe gab, schwieg Maria ihrer Mutter gegenüber, um sie nicht noch mehr zu belasten.

Schließlich verlor Alessandro am 5. Juli 1902 die Geduld und versuchte, gewalttätig zu werden. Das Mädchen wehrte sich heroisch und wurde durch 14 Messerstiche schwer verletzt. Ins Krankenhaus verbracht, starb sie einen Tag später. Auf dem Sterbebett verzieh Maria Goretti ihrem Mörder und versprach, für seine Bekehrung zu beten.

Maria Goretti

Der Mörder Maria Gorettis wurde zu 30 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Jahre nach Marias Tod, während denen Alessandro keine Anzeichen von Reue zeigte, erschien ihm in einem Traum (oder einer Vision) die junge Märtyrerin und reichte ihm eine Blume. Dies war der Anlass für seine Bekehrung. Nach seiner frühzeitigen Entlassung aus der Zwangsarbeit, die ihm als Strafe auferlegt wurde, lebte er als Klostergärtner im Kapuzinerkloster Ascoli Piceno; er schloss sich auch dem 3. Orden an und führte ein Leben der Buße. Er starb 1970. - Die Mutter der Heiligen, Assunta Goretti, starb am 8. Oktober 1954.

Die Reliquien der heiligen Maria Goretti befinden sich in der Krypta der Kirche Madonna delle Grazie der Passionisten in Nettuno; auch in ihrem Geburtsort Corinaldo gibt es ein ihr geweihtes Heiligtum.

Selig- und Heiligsprechung

Seliggesprochen wurde Maria Goretti am 27. April 1947. Bei der Heiligsprechung Maria Gorettis am 24. Juni 1950 versammelten sich rund 500.000 Menschen. In seiner Ansprache hob Pius XII. hervor, dass das Mädchen wegen ihres Verzeihungsaktes gegenüber ihrem Mörder und aufgrund ihres bedingungslosen Eintretens für die Tugend der Keuschheit zu verehren sei, ohne damit jedoch zu implizieren, dass sie in Sünde gefallen wäre, hätte sie sich nicht gewehrt. Die Passionisten haben ihren Heiligsprechungsprozess betreut.[1]

Literatur

Siehe auch: Martyrologium Germanicum

Weblinks

Anmerkungen

  1. Johannes Paul II.: Schreiben Dopo aver celebrato an den Generalobern der Kongregation vom Leiden Jesu Christi, P. Orbegozo Jauregui Jose Augustin, vom 16. Oktober 1990.
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