Annum sacrum (Wortlaut)

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Enzyklika
Annum sacrum

von Papst
Leo XIII.
durch göttliche Vorsehung Papst
an alle Ehrwürdigen Brüder, Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe, Bischöfe
der katholischen Welt, welche in Gnade mit dem Apostolischen Stuhl stehen
über die Weihe des Menschengeschlechtes an das Heiligste Herz Jesu
25. Mai 1899

(Offizieller lateinischer Text: ASS XXXI [1899] 646-651)

(Quelle: Rundschreiben Leo XIII., Fünfte Sammlung, Lateinischer und deutscher Text, Herder´sche Verlagsbuchhandlung, übersetzt durch den päpstlichen Hausprälaten Professor Hettinger, Freiburg im Breisgau 1904; Übersicht aus: Heilslehre der Kirche, Dokumente von Pius IX. bis Pius XII. Deutsche Ausgabe des französischen Originals von P. Cattin O.P. und H. Th. Conus O.P. besorgt von Anton Rohrbasser, Paulus Verlag Freiburg Schweiz 1953; Imprimatur Friburgi Helv., die 22. maii 1953 L. Weber V. G. Die Nummerierung ist der englischen Fassung angeglichen.

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Heiligstes HERZ JESU, erbarme Dich unser
Ehrwürdige Brüder, Gruß und Apostolischen Segen!

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Päpste und die Herz-Jesu-Verehrung

1 Das Heilige Jahr, welches nach der Sitte und der Anordnung der Vorfahren demnächst in dieser hehren Stadt gefeiert werden soll, haben Wir Euch, wie Ihr wohl wisst, durch ein apostolisches Sendschreiben vor kurzem angekündigt. Am heutigen Tage lassen Wir in der Hoffnung und Voraussicht, die Heiligkeit der kommenden Feier dadurch um so mehr zu erhöhen, mit ausdrücklicher Empfehlung den Aufruf zu einem vortrefflichen Werke ergehen, von welchen Wir, wenn nur alle von Herzen, einmütig und willig folgen, zunächst für die Sache der Christenheit, sodann aber auch für die ganze menschliche Gesellschaft nicht ohne Grund herrliche und dazu bleibende Früchte erwarten.

2 Mehr als einmal haben Wir es Uns angelegen sein lassen, die erprobte Religionsübung, welche im Kulte des Heiligsten Herzens Jesu besteht, gemäß dem Beispiele Unserer Vorgänger Innozenz XII., Benedikt XIII., Klemens XIII., Pius VI., VIII. und IX. treu zu beschützen und in den Vordergrund zu stellen; vorzüglich taten Wir das durch das Dekret vom 28. Juni 1889, durch welches Wir das unter diesem Titel gefeierte Fest zu einem Feste erster Klasse erhoben. Jetzt aber schwebt Uns eine noch trefflichere Art der Huldigung vor Augen, welche gleichsam die Vollendung und Krone der Ehrbezeigungen sein soll, die man dem Heiligsten Herzen darzubringen pflegt; und Wir hegen das Vertrauen, dass dieselbe Jesus Christus, dem Erlöser, sehr erfreulich sein werde.

Entschluss zur Weltweihe an das Heiligste Herz Jesu

Indes wird die Angelegenheit , von der Wir sprechen, hier keineswegs zum ersten Mal angeregt. Denn vor beinahe 25 Jahren, als die zweite Säkularfeier der göttlichen Berufung der seligen Margareta Maria Alacoque zur Verbreitung des Kultes vom göttlichen Herzen Jesu bevorstand, sind überallher nicht nur von privater Seite, sondern auch von Bischöfen vielfältig Bittschriften an Pius IX. gesandt worden, dass er die menschliche Gesellschaft dem erhabensten Herzen Jesu weihen wolle. Es wurde damals beschlossen, die Sache zu verschieben, um über sie zu besserer Zeit zu bestimmen. Inzwischen ist den Staaten einzeln die Ermächtigung gegeben worden, nach ihrem Wunsche sich ihm zu weihen. Auch ein Weihegebet wurde vorgeschrieben. Da nunmehr neue Gründe vorliegen, halten Wir die rechte Zeit für gekommen, um die Angelegenheit zur Ausführung zu bringen.

Christi Anrecht auf unsere Verehrung

Angeborenes Recht: Er ist König und Herr

3 Und es geziemt sich durchaus, Jesus Christus offen die größte Hingebung und Verehrung zu bezeigen; denn er ist unser König und oberster Herr. Sein Reich erstreckt sich nämlich nicht nur über die katholischen Völker oder weiterhin nur über jene, welche gültig die heilige Taufe empfangen haben und rechtlich zur Kirche gehören, obwohl irrige Meinungen sie auf Abwege geführt haben oder ein Zwiespalt das Band der Liebe mit ihr zerrissen hat, sondern es umfasst auch die große Zahl jener, welche des christlichen Glaubens noch nicht teilhaft geworden sind, so dass in Wahrheit das ganze menschliche Geschlecht in der Gewalt Jesu Christi sich befindet. Denn als Gottes des Vaters Eingeborener und von ein und derselben Wesenheit wie er, „der Abglanz“[1], muss er notwendigerweise alles mit dem Vater gemeinsam haben und demgemäß auch die Herrschaft über alles. Aus diesem Grunde sagt der Sohn Gottes durch den Mund des Propheten über sich selbst: „Ich aber bin als König von ihm über Sion gesetzt, seinen heiligen Berg. Der Herr hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Begehre von mir, so will ich dir geben die Heiden zu deinem Erbe und zu deinem Eigentum die Grenzen der Erde.“[2] Mit diesen Worten erklärt er, dass er von Gott die Herrschaft empfangen hat sowohl über die ganze Kirche, welche unter dem „Berg Sion“ zu verstehen ist, als auch über den sonstigen Erdkreis, soweit seine Grenzen sich ausdehnen. Welches aber die Grundlage dieser höchsten Gewalt ist, tun genugsam die Worte dar: „Mein Sohn bist du.“ Denn eben deshalb, weil er der Sohn des Königs aller ist, ist er auch der Erbe der allumfassenden Herrschergewalt; deshalb heißt es auch: „Ich will dir geben die Heiden zu deinem Erbe“, und ähnlich drückt sich der Apostel Paulus aus, wo er von Christus sagt: „welchen er zum Erben über alles eingesetzt hat“[3]

4 Am meisten aber müssen die Worte in Betracht gezogen werden, welche Jesus Christus über seine Herrschaft nunmehr nicht durch die Apostel oder Propheten, sondern in persönlicher Erklärung ausgesprochen hat. Auf die Frage des römischen Landpflegers: „Bist du also ein König?“ antwortete er ganz ohne Bedenken: „Du sagst es, ich bin ein König.“[4] Ja die Größe dieser Macht und die Unendlichkeit seines Reiches offenbart noch mehr die an die Apostel gerichtete Beteuerung: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden.“[5] Wenn Christus alle Gewalt gegeben ist, so folgt daraus notwendig, dass seine Herrschaft die höchste, unbedingte, vom Willen jedes anderen unabhängige sein muss, so dass es ihresgleichen oder Ähnliches nicht gibt; und da sie ihm gegeben ist im Himmel und auf Erden, muss Himmel und Erde gegen ihn zum Gehorsam verpflichtet sein. In der Tat hat er dieses einzigartige und ihm eignende Recht ausgeübt, als er den Aposteln befahl, seine Lehre dem Volke zu verkünden, die Menschen durch das Bad des Heiles zu dem einen Leibe der Kirche zu vereinen und Gesetze zu geben, welchen, ohne sein ewiges Heil in Gefahr zu bringen, niemand den Gehorsam verweigern kann.

Erworbenes Recht:

Durch die Erlösung

5 Und doch ist damit nicht alles dargelegt. Christus herrscht nicht nur kraft angeborenen Rechtes als eingeborener Sohn Gottes, sondern auch nach erworbenem Rechte. Denn er hat uns aus „der Gewalt der Finsternis“[6] befreit, ja er hat sich zum Lösegeld für alle hingegeben“[7]. Es sind also sein „erworbenes Volk“[8] geworden nicht allein die Katholiken und alle, welche gültig die christliche Taufe empfangen haben, sondern die Menschen alle, einzeln und insgesamt. Passend bezeichnet Augustinus dieses Verhältnis mit den Worten: „Sehet, was er hingegeben, und ihr werdet erfahren, was er erkauft hat. Das Blut Christi ist der Preis. Wie viel ist es wert? Was anderes als die ganze Welt? Was anderes als alle Völker? Für das Ganze hat er gegeben, soviel er gegeben.“[9]

6 Weshalb aber die Gewalt und Herrschaft Jesu Christi auch die Ungläubigen umfasst, dafür lehrt uns die Auseinandersetzung des hl. Thomas von Aquin Grund und Ursache kennen. Denn nachdem er in der Untersuchung über die richterliche Gewalt desselben die Frage aufgeworfen, ob sie auf alle Menschen sich erstrecke, und den Satz vertreten hat: „Die richterliche Gewalt ist ein Ausfluss der königlichen“, zieht er sich ausdrücklich die Schlussfolgerung: „Christo ist in Hinsicht auf die Gewalt alles unterworfen, wenn ihm auch in Hinsicht auf die Ausübung der Gewalt noch nicht alles untertan ist.“[10] Diese Gewalt und Herrschaft Christi über die Menschen wird ausgeübt durch die Wahrheit, die Gerechtigkeit und am meisten durch die Liebe.

Durch unsern Weiheakt

7 In diesem doppelten Fundamente seiner Gewalt und Herrschaft gestattet er nun aber uns, noch unserseits die freiwillige Aufopferung nach eigenem Entschlusse hinzufügen. Wohl ist hinwieder Jesus Christus Gott und Erlöser zugleich, mit dem festesten und vollkommenen Besitze aller Güter ausgestattet; wir dagegen sind so dürftig und arm, dass wir nichts Eigenes besitzen, dass wir ihm schenken könnten. Jedoch verschmäht er es gemäß seiner großen Güte und Liebe nicht, dass wir ihm, was sein ist, geben und weihen, als ob es in unserer Gewalt sich befände; ja so fern liegt es ihm, dies zu verschmähen, dass er es sogar begehrt und (uns) einladet: „Sohn, schenke mir dein Herz.“ So können wir ihm also unseren Willen und die Zuneigung unseres Herzens aufopfern. Denn indem wir uns ihm weihen, erkennen wir nicht nur mit offenkundiger und bereitwilliger Selbstunterwerfung seine Herrschaft an, sondern bezeugen durch die Tat, dass wir, wenn es unser wäre, mit der größten Willfährigkeit ihm geben würden, was wir ihm schenken, und dass wir ihn bitten, dass er es, wenngleich es ganz sein Eigentum ist, doch gerne von uns annehme. Das ist die Bedeutung der Sache, von der wir handeln, das der Inhalt Unserer Worte. – Da nun im Heiligen Herzen ja das Symbol und Ebenbild der unendlichen Liebe Jesu Christi gegeben ist, welche uns auch zur Gegenliebe antreibt, so ist es angemessen, sich seinem erhabenen Herzen zu weihen; es heißt dies aber nicht anderes, als sich Jesus Christus ergeben und unterwerfen; denn alle Beweise der Verehrung, des Gehorsams und der Liebe, welche man dem göttlichen Herzen erzeigt, werden wahrhaft und eigentlich Christus selbst dargebracht.

8 Daher ermahnen und fordern Wir zur freiwilligen Übung dieser Aufopferung alle auf, welche das göttliche Herz kennen und lieben, und es ist Unser sehnlicher Wunsch, es möchten die Einzelnen alle am gleichen Tage das tun, damit die Kundgebungen der gleichen Weihe so vieler Tausende von Seelen alle zu gleicher Zeit zum Himmeldome empordringen.

9 Doch sollen Wir die unzähligen Seelen vergessen, welche das Licht der christlichen Wahrheit mit ihrem Strahle noch nicht getroffen hat? Wir vertreten ja doch die Stelle desjenigen, der gekommen ist zu retten, was verloren war, und der zur Rettung des ganzen menschlichen Geschlechtes sein Blut vergossen hat. So wie Wir demgemäss stets danach streben, auch diejenigen, welche im Schatten des Todes sitzen, zu jenem Leben zu erwecken, welches das wahre Leben ist, und die Boten Christi nach allen Richtungen entsenden, sie zu unterweisen, so empfehlen Wir sie voll Mitleid mit ihrem Lose noch inniger dem Heiligsten Herzen Jesu und weihen sie ihm, soweit es in Unserer Macht steht.

Segen der Herz-Jesu-Weihe

Für die Einzelmenschen

Auf diese Weise wird die Aufopferung, die Wir nahe legen, auch allen zum Vorteil sein. Diejenigen, welche Jesus Christus schon kennen und lieben, werden erfahren, dass infolge davon Glaube und Liebe wächst. Denjenigen, welche Christus kennen, aber seine Vorschriften und sein Gesetz vernachlässigen, wird es möglich werden, aus dem Heiligen Herzen die Flamme der Liebe wieder anzufachen. Für jene Allerärmsten endlich, auf welchen noch die Nacht des Aberglaubens lastet, wollen wir alle einmütig die himmlische Hilfe erflehen, damit Jesus Christus sie, die der Gewalt nach ihm schon unterworfen sind, sich auch in Hinsicht auf die Ausübung dieser Gewalt endlich einmal untertan mache, und zwar nicht erst im künftigen Leben, wann er an allen seinen Willen erfüllen wird, die einen beseligend, die andern strafend[11], sondern schon in diesem sterblichen Leben, indem er ihnen die Gnade des Glaubens und der Rechtfertigung zuteil werden lässt; im Besitze dieser Tugenden mögen auch sie Gott gebührend zu ehren und nach der ewigen Glückseligkeit im Himmel zu streben sich befähigt sehen.

Für die Völker und die Kirche

10 Diese Weihe begründet auch für die Staaten die Hoffnung auf Besserung der Verhältnisse, da sie das Band wieder herzustellen oder fester zu knüpfen vermag, welches die Staaten naturgemäß mit Gott verbindet. In der jüngst vergangenen Zeit ist man vorzugsweise darauf ausgegangen, zwischen Kirche und Staat gleichsam eine Mauer aufzurichten. In der Verfassung und Verwaltung der Staatswesen achtet man nicht auf die Bedeutung des göttlichen und kirchlichen Rechtes, in der Absicht, vom menschlichen Verkehrleben allen Einfluss der Religion fernzuhalten. Das läuft fast darauf hinaus, den Glauben an Christus auszutilgen und, wenn es möglich wäre, Gott selbst aus der Welt zu verbannen. Ist es ein Wunder, wenn bei solch frevelhafter Selbstüberhebung das Menschengeschlecht zum größten Teil einer Verwirrung der Verhältnisse anheimfällt und von den Stürmen hin und her geworfen wird, deren Schrecken und Gefahren niemand verschonen? Wo die Religion hintangesetzt wird, da müssen die sichersten Grundfesten des öffentlichen Wohles ins Schwanken geraten. Gott will seine Feinde nach Gerechtigkeit und Schuld bestrafen; deshalb überließ er sie ihren jeweiligen Gelüsten, auf dass sie, ihren Begierden hingegeben, im Übermaß der Freiheit sich selber zu Grunde richten.

11 Daher kommt jene Gewalt des Bösen, welches schon lange sich festgesetzt hat und welches dringend fordert, dass man die Hilfe des Einen suche, dessen Macht es abwehren kann. Wer aber soll dieser sein, wenn nicht Jesus Christus, der eingeborene Sohn Gottes? „Denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, wodurch wir selig werden sollen.“[12] Zu jenem also müssen wir fliehen, welcher der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Man ist verirrt, also kehre man zum Wege zurück; Finsternis umnachtet die Geister, also muss das Licht der Wahrheit das Dunkel verscheuchen; der Tod hat das Feld gewonnen, also gilt es, das Leben zu erobern. Dann werden endlich die vielen Wunden Heilung finden können, dann wird für jedes Recht die Hoffnung auf die gebührende Geltung wieder aufblühen und der Glanz des Friedens wieder erstrahlen, es werden die Schwerter sinken und die Waffen den Händen entfallen, wenn alle die Herrschaft Christi zufrieden hinnehmen und ihr gerne Gehorsam leisten, und „wenn alle Zungen bekennen, dass der Herr Jesus Christus in der Herrlichkeit Gottes des Vaters ist“.[13]

Schluss; Kundgebungen des Dankes

12 Als die Kirche in den Zeiten ihres Beginnes die Last des Cäsarenjoches zu tragen hatte, da zeigte sich dem jungen Herrscher als Vorzeichen und Bringer des sofort erfolgenden glänzenden Sieges in der Höhe das Kreuz. Wohlan, ein anderes bedeutungsvolles und göttliches Zeichen, seht! Erscheint unsern Blicken in den jetzigen Tagen: das Heilige Herz Jesu, vom Kreuze gekrönt, von glänzendem Lichte im Flammenkranze leuchtend. Darauf müssen alle ihre Hoffnung setzen, von ihm ist das Heil der Menschen zu erflehen und zu erhoffen.

13 Schließlich wollen Wir jenen, wenngleich privaten, aber völlig gerechten und wichtigen Grund Unsererseits nicht verschweigen, der Uns zu dieser Veranstaltung antrieb, nämlich dass Uns Gott, der Geber alles Guten, von schwerer Krankheit gerettet und am Leben erhalten hat. Für diese große Wohltat soll die gegenwärtige Vermehrung der Verehrung des Heiligsten Herzens, so wollen Wir, öffentlich und bleibend Dank und Denkmal sein.

14 Daher ordnen Wir an, dass am 9., 10. und 11. des kommenden Juni der Hauptkirche einer jeden Stadt und jeder Gemeinde öffentliche Andachten festgesetzt und abgehalten werden sollen, und dass an jedem dieser Tage zu den andern Gebeten die Litanei vom göttlichen Herzen verrichtet werde, welche Wir mit der obrigkeitlichen Genehmigung versehen haben; am letzten Tage aber soll das Weihegebet, welches Wir Euch, Ehrwürdige Brüder, zugleich mit diesem Sendschreiben zuschicken, gebetet werden.

15 Als Unterpfand der göttlichen Gnade und als Zeugnis Unseres Wohlwollens erteilen Wir Euch, dem Klerus und Volk, dem Ihr vorsteht, in der Liebe des Herrn den apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, den 25. Mai des Jahres 1899,
dem zweiundzwanzigsten Unseres Pontifikates
Leo XIII. PP.


Anhang :

Weihe der Menschheit an das Heiligste Herz Jesu

Süßester Jesu, Erlöser des Menschengeschlechtes, blicke gnädig auf uns, die wir in tiefer Demut uns vor deinem Altare niederwerfen. Dir gehören wir, dein wollen wir sein. Um aber noch fester mit dir verbunden sein zu können, siehe, weiht sich ein jeder von uns heute aus freien Stücken deinem Heiligsten Herzen. – Viele haben dich nie gekannt, viele haben deine Gebote verachtet und dich verschmäht. Erbarme dich ihrer aller, o gütigster Jesu, und ziehe alle an dein heiliges Herz. Du, o Herr, sollst der König sein, nicht bloß über die Gläubigen, welche niemals von dir abgewichen sind, sondern auch über die verlorenen Söhne, welche dich verlassen haben. Bewirke, dass diese zum Vaterhause zurückeilen und nicht in Elend und Armut zu Grunde gehen. Sei König über diejenigen, welche Irrlehren verführt haben oder welche Zwietracht (von deiner Kirche) trennt, und rufe sie zum Hort der Wahrheit und zur Einheit des Glaubens zurück, damit bald Ein Schafstall sei und Ein Hirt. Sei endlich auch der König über diejenigen alle, welche immer noch im alten Aberglauben des Heidentums leben, und versage ihnen nicht die Befreiung aus der Finsternis und die Berufung zu deinem Eigentume im Lichte und Reiche Gottes. Schenke, o Herr, deiner Kirche Freiheit, Ruhe und Sicherheit. Schenke allen Völkern Frieden und Ordnung und mache, dass von Pol zu Pol der eine Ruf ertöne : Gelobt sei das göttliche Herz Jesu, durch welches uns das Heil geworden; ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit.

Anmerkungen

  1. Hebr 1,3 EU
  2. Ps 2 EU
  3. Hebr 2,2 EU
  4. Joh 18,37 EU
  5. Mt 28,18 EU
  6. Kol 1,13 EU
  7. 1 Tim 2,6 EU
  8. 1 Petr 2,9 EU
  9. Tract. 120 in Jo
  10. 3, q. 59, a. 4
  11. St. Thomas a. a. O.
  12. Apg 4,12 EU
  13. Phil 2,11 EU

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