Enzyklika

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Enzyklika (lat. encyclios, dieses von altgriechisch εγκύκλιος enkyklios „einen Kreis bildend“) bezeichnet heute die seit 1740 (Benedikt XIV. "Ubi primum") in Gebrauch gekommene Form moderner päpstlicher Rundschreiben zur Ausübung seines ordentlichen Lehramtes. Sie nehmen in verbindlicher Weise Stellung zu theologischen pastoralen oder gesellschaftlichen Fragen.

Der Sprachgebrauch lässt nicht erkennen, dass sie in »Litterae encyclicae« und »Epistula encyclica« unterschieden werden. Während Papst Leo XIII. zunächst nur die Bezeichnung »Epistula encyclica« gebrauchte, wird die Enzyklika »Grande munus« (1880) erstmals »Litterae encylicae« genannt. Ein grundlegender Unterschied ist damit nicht angezeigt. Beide Arten von Enzykliken stellen »formelle Lehrschreiben und situationale Gelegenheitsschreiben« dar (Pfeiffer 39). Die verschiedene Bezeichnung erlaubt daher nicht, daraus Rückschlüsse hinsichtlich des Lehrgehalts bzw. -gewichts zu ziehen. Doch werden Enzykliken mit vorwiegend paränetischem Charakter vorwiegend als »Epistula encyclica« betitelt. Sie rücken damit in die Nähe der »Adhortatio Apostolica« (Apostolisches Mahnwort). Auch die Adressaten bedingen nicht ohne weiteres die unterschiedliche Bezeichnung. Allerdings sind die »Litterae encyclicae« nur im Ausnahmefall nicht an die Gesamtkirche gerichtet (z.B. das »Rundschreiben« Pius' XI. »Mit brennender Sorge« 1937 - die einzige deutsche Enzyklika; der Titel der vatikanischen italienschen Übersetzung lautet: »lettera enciclica«). Dagegen wenden sich die »Epistula encyclica« zuweilen an einen begrenzten Kreis (so die »Epistula encyclica« Pius' XII. »Le pelerinage de Lourdes« 1957 an die Bischöfe und Gläubigen Frankreichs anläßlich der bevorstehenden Jahrhundertfeiern der Erscheinungen in Lourdes).[1] Seit der Enzyklika Pacem in terris von Papst Johannes' XIII. kann das Rundschreiben an den Klerus und die Christgläubigen des ganzen Erdkreise und an alle Menschen guten Willens gerichtet sein.[2] Ein Vergleich der verschiedenen Enzykliken z.B. mit der »Adhortatio Apostolica« »Marialis cultus« (1974) von Paul VI. zeigt außerdem, dass sich kein wesentlicher Unterschied hinsichtlich des Inhalts und der Zielsetzung zwischen all diesen päpstlichen Dokumenten feststellen lässt, so dass jeder Überblick über die mariologischen bzw. marianischen Aussagen der Päpste auch solche Mahnschreiben mitberücksichtigen muss.[3]

Zum unerreichten Vorbild aller Nachfolger wurden die über 80 Enzykliken des über 25 Jahre regierenden Papstes Leo XIII.. Die Nachfolger im 20. Jahrhundert verfassten deutlich weniger Enzykliken, mitunter aber eine größere Anzahl weniger feierliche Apostolische Schreiben:

Siehe auch: Antrittsenzyklika, Liste von Lehramtstexten

Weblinks

Anmerkungen

  1. Anton Bodem in: Marienlexikon, herausgegeben von Remigius Bäumer und Leo Scheffczyk im Auftrag des Institutum Marianum Regensburg. EOS Verlag St. Ottilien, Band 2 - 1989, Artikel Enzykliken, S. 363 .
  2. Was ist eine Enzyklika? von Pater Max Cappabianca.
  3. Anton Bodem in: Marienlexikon, herausgegeben von Remigius Bäumer und Leo Scheffczyk im Auftrag des Institutum Marianum Regensburg. EOS Verlag St. Ottilien, Band 2 - 1989, Artikel Enzykliken, S. 363 .