Christine von Schweden

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Christine von Schweden (* 17. Dezember 1626 in Stockholm; † 19. April 1689 in Rom) war (voller Titel) "Christine Alexandra, von Gottes Gnaden Königin der Schweden, Goten und Vandalen".

Biografie

Christine von Schweden war die zweite Tochter des schwedischen Königs Gustav II. Adolf und seiner Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg. Sie war von 1632 bis 1654 Königin von Schweden und fünf Jahre alt, als ihr Vater 1632 in der Schlacht bei Lützen fiel. Kurz nach ihrer Krönung am 20. Oktober 1650 hatte sie die Absicht ihrer Abdankung verlauten lassen. Auf dem Reichstag zu Uppsala wurde am 16. Juni 1654 die Abdankungsurkunde verlesen.

Die Konversion

Im Mai 1652 wurde Papst Alexander VII., darüber informiert, dass Christine zum Katholizismus konvertieren wolle. Am 24. Dezember 1654 konvertierte sie, vorerst aus politischen Gründen unter Geheimhaltung, in Brüssel vor Zeugen und Freunden. Neun Monate später kam sie nach Innsbruck. Am 3. November 1655 konvertierte Königin Christine dort offiziell in der Hofkirche zur Katholischen Kirche. Sie sprach dazu das tridentinische Glaubensbekenntnis. Im damals religiös geteilten Europa hatte ihre Konversion eine große symbolische Tragweite, doch Christine nützte das nicht als Machtdemonstration aus. Gustav Adolf von Schweden ist den Zeitgenossen als der mächtigste Schutzherr des Protestantismus in lebhafter Erinnerung.

Wie sie es selbst seit ihrer Abdankung gewünscht hatte, lebte sie vor allem in der Ewigen Stadt. Sie war eine unermüdliche und gezielte Sammlerin bedeutender Kunstwerke. Einige Bilder hat sie nach Rom mitgenommen, die sich heute in der Villa Borghese und im Palazzo Ruspoli befinden.

Sie starb in der Ewigen Stadt am 19. April 1689. Das Grabmal von Christine ist im Petersdom in Rom, gleich rechts am ersten Pfeiler, der Pietà von Michelangelo schräg gegenüber. Christine ist in einem schlichten Steinsarg in den Grotten – gegenüber dem der Königin Carola von Zypern - beigesetzt. Sie ist die berühmteste Frau, die in der Vatikan-Basilika beigesetzt ist.

Quelle: Heinz Wieser im: Osservatore Romano am 23. Oktober 2015, S. 12.

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