Katechismus der katholischen Religion

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Katechismus der Katholischen Religion

Katechismus, herausgegeben im Auftrag der Österreichischen Bischofskonferenz vom Erzbischöflichen Amt für Unterricht und Erziehung - Katechetisches Institut Wien, Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien (Illustrationen: Akad. Maler Prof. Karl Engel und akad. Graphikerin Editha Hartmann; Mit Druckerlaubnis des Erzbischöflichen Ordinariates Wien vom 17. März 1960, Zahl 1722/60, Mit Erlass des Bundesministeriums für Unterricht vom 14. April 1960, Zahl 51.801-18/60 als Lehrbuch zum Unterrichtsgebrauch an Volks-, Haupt- und Mittelschulen allgemein zugelassen)

Der 239 Seiten lange Text wird durch fast jede Seite durch eine schwarz-weiß-Zeichnung verdeutlicht. Die seitlich kurzen Zusammenfassungen, wurden bei der Digitalisierung weggelassen.

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

UNSER GLAUBE AN GOTT

JESUS CHRISTUS HAT UNS DIE FROHBOTSCHAFT VOM HIMMLISCHEN VATER GEBRACHT

Jesus nahm beim Letzten Abendmahl Abschied von seinen Aposteln. Sie waren darüber sehr traurig. Jesus tröstete sie:

"Euer Herz betrübe sich nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wäre es nicht so, dann hätte ich es euch gesagt. Ich gehe ja hin, euch eine Stätte zu bereiten. Wenn ich dann hingegangen bin und euch eine Stätte bereitet habe, so komme ich wieder und nehme euch zu mir, damit auch ihr seid, wo ich bin. Wohin ich gehe - den Weg dorthin wisst ihr ja." (Jo 14, 1-4)

Jesus Christus hat in seinem ganzen öffentlichen Leben die Apostel zum Glauben an seine göttliche Sendung und an seine Frohbotschaft angeleitet. Vor seinem Abschied wollte er sie noch in ihrem Glauben bestärken.

Jesus Christus wusste, dass die Apostel seine Lehre noch nicht ganz verstanden hatten. Darum sandte er ihnen am Pfingstfest den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit. Dieser machte ihnen alles verständlich, was Jesus gelehrt hatte, bestärkte sie und erinnerte sie an alles, was Jesus selbst gesagt hatte.

Nach dem Pfingstfest zogen die Apostel aus und verkündeten die Frohbotschaft Christi. Viele Tausende hörten ihre Predigten, glaubten an Jesus Christus und ließen sich taufen.

Seit den Zeiten der Apostel verkündet die Kirche die Botschaft Jesu Christi. Jesus hat dazu den Auftrag gegeben und ihr den Heiligen Geist gesandt. Dieser wirkt in ihr bis zum Ende der Welt. Er bewahrt sie vor jedem Irrtum. Die Kirche sendet uns Priester und Lehrer, welche uns die Botschaft Jesu Christi verkünden. Sie gibt uns Bücher in die Hand, die uns helfen, die Botschaft Jesu Christi immer besser kennenzulernen: die Heilige Schrift, den Katechismus und das Gebetbuch.

Im Auftrag Jesu Christi übt die Kirche das Priesteramt aus. Sie bringt das heilige Messopfer dar, spendet die Sakramente, weiht und segnet und betet für uns. Dadurch vermittelt sie uns die Gnade der Erlösung, die uns Jesus verdient hat.

Die Kirche leitet uns auch zu einem Leben nach dem Willen Gottes an. Sie verkündet und erklärt die Gebote Gottes. Dazu gibt sie auch selbst Gebote. Sie mahnt uns zum Guten und warnt uns vor dem Bösen. Das ist ihr Hirtenamt.

Durch ihr dreifaches Amt lehrt uns die Kirche die Botschaft Jesu Christi, bringt uns seine Gnade, führt uns durch Jesus Christus zum Vater im Himmel.

Jesus Christus hat uns berufen, durch dieses Leben auf Erden zum Vater im Himmel zu kommen. Damit wir unser Ziel erreichen, müssen wir die wahre Lehre Christi kennenlernen, in der Gnade leben und den Weg zum himmlischen Vater gehen. Darüber belehrt uns der Katechismus. Er hat drei Teile oder Hauptstücke.

Im ersten Teil lernen wir die Wahrheit unseres Glaubens kennen: Das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Im zweiten Teil lernen wir von der Frucht der Erlösung, der Gnade: Von den Sakramenten und vom Gebet.

Im dritten Teil lernen wir den Weg, den wir gehen müssen: Von der Liebe zu Gott und von den Geboten.

Merksätze:

1. Wozu sind wir berufen?

Wir sind berufen, durch unser Leben auf Erden zum Vater im Himmel zu kommen.

2. Wie hilft uns Gott auf unserem Lebensweg?

Gott sandte uns seinen Sohn, schenkt uns seine Gnade und lehrt uns seinen Weg.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will im Religionsunterricht gut aufmerken.

"Wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der wird in das Himmelreich eingehen. " (Mt 7, 21)

1. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT DIE APOSTEL IN DIE WELT GESANDT

Jesus Christus hat uns durch seinen Tod am Kreuz erlöst und uns das Heil gebracht. Bevor er in den Himmel aufgefahren ist, hat er den Aposteln den Auftrag gegeben, sein Heilswerk fortzusetzen.

Die elf Jünger begaben sich nach: Galiläa auf den Berg, wohin sie Jesus eingeladen hatte. Als sie den Auferstandenen sahen, beteten sie ihn an.
Darauf trat Jesus zu ihnen und sprach: "Mir ist alle, Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was im euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt." (Mt 28, 16-20)

Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Um alle Menschen zu Kindern Gottes zu machen, befahl er den Aposteln, in seinem Namen zu lehren und die Gläubigen durch die heilige Taufe in die Gemeinschaft seiner Kirche aufzunehmen.

Wer an Jesus Christus glaubt, getauft ist und der katholischen Kirche angehört, ist ein katholischer Christ. Wer als katholischer Christ lebt, wird sich auf Erden bewähren und die ewige Seligkeit erlangen.

Die wichtigsten Glaubenslehren finden wir im Apostolischen Glaubensbekenntnis. Es lautet:

Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau, - gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, - abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, - aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, - von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, - die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, - Nachlass der Sünden, - Auferstehung des Fleisches, - und das ewige Leben.
Amen.

Wozu ist Jesus auf die WeIt gekommen? - Welchen Auftrag hat Jesus den Aposteln gegeben? - Warum konnte Jesus den Aposteln diesen Auftrag geben? Wozu hat er diesen Aoftrag gegeben? - Welche Hilfe versprach Jesus den Aposteln, damit sie seinen Auftrag erfüllen können? - Was sind wir durch die heilige Taufe? - Wo findet du die wichtigsten Glaubenslehren?

Merksatz:

3. Wer ist ein katholischer Christ?

Ein katholischer Christ ist, wer an Jesus Christus glaubt, getauft ist und der Kirche angehört.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will nicht nur dem Taufschein nach ein katholischer Christ sein, sondern auch als Christ leben.

Denke nach, wie du am Leben der Kirche Anteil nehmen kannst; wo du über die Lehre Jesu und über die Kirche nachlesen kannst! ErkIäre, warum die Taufe so wichtig ist; wie du deine Religionsbücher gebrauchst; warum du im Religionsunterricht eifrig mitarbeiten sollst! - Nimm am sonntägigen Gottesdienst teil! - Höre die Predigt aufmerksam an! - Besuche die Seelsorgestunde oder Christenlehre für Kinder!

AUS DER LITURGIE

Vor der Taufe fragt der Priester:

Priester: N., was begehrst du von der Kirche Gottes?

Pate: (Im Namen des Täuflings) Den Glauben.

Priester: Was gewährt dir der Glaube?

Pate: Das ewige Leben.

"Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden!" (Mk 16, 16)

"Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde."

2. LEHRSTÜCK: WIR ERKENNEN GOTT AUS SEINEN WERKEN

Die Heilige Schrift des Alten Bundes berichtet, dass die heidnischen Unterdrücker die Israeliten zwingen wollten, vom wahren Gottesglauben abzufallen. Die Mutter der makkabäischen Brüder bestärkte ihren jüngsten Sohn, dem wahren Gott treu zu bleiben. Sie wies ihn auf die Werke Gottes hin:

"Ich bitte dich, mein Kind, schaue den Himmel an und die Erde und betrachte alles, was auf ihr ist. Bedenke, dass Gott dieses und die Menschen aus dem Nichts geschaffen hat." (2 Makk 7, 28)

Diese Worte der Mutter haben dem Sohn geholfen, seinem Glauben an den wahren Gott treu zu bleiben, Auch wir können Gott aus der weisen Einrichtung der Natur erkennen. Die Größe der Gestirne und ihre Bahnen, Luft, Wasser, Pflanzen, Tiere und Menschen weisem auf ihren Schöpfer hin; denn alles, was geworden ist, muss einen Urheber haben. Nur ein höchst weiser und allmächtiger Gott kann die Welt erdacht und erschaffen haben.

Auch aus unserem Gewissen erkennen wir Gott. Es mahnt uns, so zu denken, zu reden und zu handeln, dass wir es vor Gott verantworten können. Gott spricht durch das Gewissen zu uns.

Unser menschliches Erkennen wird durch ungeordnete Triebe und Leidenschaften oft verdunkelt. Darum verlieren manche Menschen den wahren Glauben an Gott. Sie beschäftigen sich zu sehr mit den irdischen Gütern und wenden sich von Gott ab. Sie hören auch nicht mehr auf ihr Gewissen.

Wie können wir Gott aus der Natur erkennen? - Worauf weist uns die Ordnung in der Natur hin? - Was sagt uns das Gewissen? - Warum bezeichnen wir das Gewissen als Stimme Gottes?

Merksatz:

4. Woher erkennen wir, dass Gott ist?

Dass Gott ist, erkennen wir aus der sichtbaren Welt und aus dem Gewissen.

FÜR MEIN LEBEN

Die Natur und mein Gewissen führen mich zu Gott. Bei allem, was ich tue, will ich Gott vor Augen haben.

Denke nach, wie sich Gott in der Ordnung der Natur zeigt; was es für dich bedeutet, dass Gott ist; ob jeder Mensch Gott erkennen kann! ErkIäre, warum manche Menschen nicht an Gott glauben! - Nenne Beispiele für die Ordnung und Schönheit in der Natur!

Jedes Haus hat seinen Baumeister,

der Baumeister des Weltalls aber ist Gott.

(Hebr 3, 4)

3. LEHRSTÜCK: GOTT SPRICHT ZU UNS

Jeder Mensch kann erkennen, dass Gott ist. Gott hat den Menschen vor allen anderen Geschöpfen ausgezeichnet und hat ihm sogar in der Schöpfung eine besondere Stellung zugeteilt. Darum hat er zu den Menschen gesprochen. Er hat sich uns geoffenbart. Gott hat seine Offenbarungen schon den Stammeltern, den Patriarchen, vor allem aber Moses gegeben.

Moses trieb einst die Schafe nach der Wüste und kam zum Berge Horeb. Da erschien ihm Gott inmitten einer Feuerflamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er sah, dass der Dornbusch brannte, aber der Dornbusch wurde vom Feuer nicht verzehrt. Moses dachte: "Ich will hinübergehen und die seltsame Erscheinung genauer anschauen." Gott rief ihm aus dem Dornbusch zu: "Moses, Moses!" Dieser antwortete: "Hier bin iml" Gott sprach: "Tritt nicht näher! Zieh deine Schuhe aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden. Ich bin der Gott deiner Stammväter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs." Moses verhüllte sein Angesicht, denn er wagte nicht, zu Gott aufzuschauen (2 Mos 3, 1-6).

Gott hatte den ersten Menschen den Erlöser verheißen. Je näher dessen Ankunft war, desto ausführlicher wurden die Offenbarungen. Gott gab sie durch die Propheten. Die göttlichen Offenbarungen aus der Zeit vor Christus sind in der Heiligen Schrift des Alten Bundes aufgezeichnet (Altes Testament).

Im Neuen Bund hat Gott bestätigt, dass Jesus Christus sein Sohn ist. Jesus hat uns die Frohe Botschaft und das ewige Heil vom Vater gebracht.

Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie abseits auf einen hohen Berg. Er ward vor ihnen verklärt. Sein Antlitz leuchtete wie die Sonne und seine Kleider glänzten wie das Licht. Es erschien ihnen Moses und Elias.
Eine lichte Wolke überschattete sie, und eine Stimme erscholl aus der Wolke: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe. Auf ihn sollt ihr hören!" (Mt 17, 1-3, 5)

Durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, sind die göttlichen Offenbarungen vollendet. Auf ihn sollen alle Menschen hören.

Die Botschaft, die uns Jesus gebracht hat, ist im wesentlichen in der Heiligen Schrift des Neuen Bundes enthalten (Neues Testament). Sie wurde von Aposteln und ihren Schülern aufgezeichnet. Die Verfasser der Heiligen Schrift schrieben unter der besonderen Leitung des Heiligen Geistes. Er bewahrte sie vor Irrtümern.

Die Apostel haben manches, was Jesus gelehrt hat, nur gepredigt und mündlich weitergegeben. Später wurden diese Wahrheiten aufgeschrieben. Jene Wahrheiten, die zuerst nicht niedergeschrieben, sondern nur mündlich weitergegeben worden sind, nennen wir Überlieferung.

Die Kirche lässt durch den Papst und die Bischöfe als Nachfolger der Apostel die göttlichen Offenbarungen verkünden und erklären. Sie sagt uns auch, welche Bücher zur Heiligen Schrift gehören. Sie allein hat von Jesus Christus die Vollmacht erhalten, die Heilige Schrift richtig auszulegen.

DIE BÜCHER DER HEILIGEN SCHRIFT

A) Die Bücher des Alten Testamentes.

Die Heilige Schrift des Alten Testamentes besteht aus 21 geschichtlichen Büchern, 7 Lehrbüchern und 17 prophetischen Büchern.

B) Die Bücher des Neuen Testamentes.

Die Heilige Schrift des Neuen Testamentes besteht

aus 5 geschichtlichen Büchern: aus den 4 Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes und aus der Apostelgeschichte des heiligen Lukas;

aus 21 Lehrschriften: aus 14 Briefen des heiligen Paulus, dem Brief des heiligen Jakobus, den zwei Briefen des heiligen Petrus, den drei Briefen des heiligen Johannes, dem Brief des heiligen Judas Thaddäus;

aus einem prophetischen Buch: der Geheimen Offenbarung des heiligen Johannes.

Warum hat sich Gott den Menschen geoffenbart? - Was bedeutet das Wort "Offenbarung"? - Wen hat Gott den Menschen im Alten Bund verheißen? - Wer hat uns im Neuen Bund die göttlichen Offenbarungen gebracht? - Warum bezeichnen wir die göttlichen Offenbarungen des Neuen Bundes als Frohe Botschaft? Wo sind die göttlichen Offenbarungen ausgezeichnet? - Wer hat die göttlichen Offenbarungen niedergeschrieben? - Wie nennen wir diese Aufzeichnungen?

Merksätze:

5. Durch wen hat sich Gott im Alten Bund geoffenbart?

Gott hat sich im Alten Bund durch die Patriarchen und die Propheten geoffenbart.

6. Durch wen hat sich Gott im Neuen Bund geoffenbart?

Gott hat sich im Neuen Bund durch seinen Sohn Jesus Christus geoffenbart.

7. Wer lehrt uns, was Gott geoffenbart hat?

Was Gott geoffenbart hat, lehrt uns die katholische Kirche durch den Papst und die Bischöfe.

8. Wo sind die göttlichen Offenbarungen enthalten?

Die göttlichen Offenbarungen sind in der Heiligen Schrift und in der Überlieferung enthalten.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will in der Heiligen Schrift, in der Biblischen Geschichte, eifrig und aufmerksam lesen.

Denke nach, woraus die katholische Kirche ihre Lehre schöpft; bei welchen Gelegenheiten dir das Wort Gottes erklärt wird; wie du dich bei der Predigt verhalten sollst; warum auch die Überlieferung für uns notwendig ist! - ErkIäre, wie die katholische Kirche die göttlichen Offenbarungen hütet und weitergibt; warum wir die Heilige Schrift als das Wort Gottes bezeichnen; wie du die richtigen Ausgaben der Heiligen Schrift erkennst! - Kaufe dir eine Heilige Schrift und lies darin! Schreibe die Namen der Evangelisten auf!

Steht fest, und haltet euch an die Überlieferungen, die ihr mündlich oder schriftlich von uns empfangen habt. (2 Thess 2, 15)

4. LEHRSTÜCK: DIE GÖTTLICHE OFFENBARUNG LEHRT UNS, WER GOTT IST

Gott sprach aus dem brennenden Dornbusch zu Moses:

"Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten wohl gesehen und sein Wehklagen über die Unterdrücker vernommen. So geh nun! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk aus Ägypten!" Moses fragte Gott: "Wenn ich zu den Israeliten komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter sendet mich zu euch, und wenn sie mich fragen: Wie heißt er denn?, was soll im ihnen antworten?" Gott antwortete dem Moses: "Ich bin, der ich bin. So sollst du zu den Israeliten sprechen. Der ,ich bin' hat mich zu euch gesandt. Dies ist mein Name in Ewigkeit." (2 Mos 3, 7-15)

Mit diesen Worten hat Gott geoffenbart, dass er anders ist als jedes geschaffene Wesen. Alles ist von Gott geschaffen, ihn selbst aber hat niemand geschaffen. Er ist aus sich selbst. Er ist, ohne jemals geworden zu sein. So ist nur Gott allein. Alles, außer Gott, ist nur, weil es von Gott geschaffen ist. Darum kann nur Gott von sich sagen "Ich bin, der ich bin!"

Jesus hat am Jakobsbrunnen zu der Frau aus Samaria von der wahren Anbetung Gottes gesprochen:

"Es kommt die Stunde und sie ist schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten, denn solche Anbeter sucht der Vater. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." (Jo 4, 23, 24)

Jesus belehrte uns darüber, dass Gott ein rein geistiges Wesen ist. Er ist allwissend und allmächtig. Da Gott keinen ,Körper hat, können wir ihn mit unseren Sinnen nicht erfassen. Wenn wir von den Augen und Händen Gottes sprechen, meinen wir seine Allwissenheit und seine Allmacht. Wir wissen zwar vieles von Gott aus seinen Offenbarungen und seinen Werken, aber wir können niemals ganz begreifen, wie Gott ist. Unser Verstand reicht dazu nicht aus, Gottes Größe zu erfassen, denn Gott ist unendlich vollkommen.

Warum können wir Gott nicht mit unseren Sinnen erfassen? - Warum können wir uns von Gott kein richtiges Bild machen? - Woher stammt unser Wissen von Gott?

Merksatz:

9. Wer ist Gott?

Gott ist der Herr aller Dinge. Er ist Geist und unendlich vollkommen.

FÜR MEIN LEBEN

Gott ist unendlich vollkommen. Ich bin geschaffen, ihn anzubeten und ihm zu dienen.

Denke nach, wodurch sich Gott von allen Geschöpfen unterscheidet; welche Geschöpfe Gott ähnlich sind!

Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein wahren Gott sei Ehre und Lobpreis in alle Ewigkeit (1 Tim 1, 17).

5. LEHRSTÜCK: GOTT HAT HIMMEL UND ERDE ERSCHAFFEN

Die Heilige Schrift berichtet von der Erschaffung der Welt:

Im Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde war noch ohne Ordnung und Leben. Finsternis war über dem Abgrunde. Der Geist schwebte über den Gewässern. Gott sprach: "Es werde Licht!" Und es ward Licht. Gott sah das Licht: Es war gut. Gott schied das Licht von der Finsternis. Er nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und Morgen: Der erste Tag (1 Mos 1, 1-5)-

Der Schöpfungsbericht schließt:

Gott sah alles, was er gemacht hatte: Siehe, es war sehr gut. Es wurde Abend, es wurde Morgen. Sechster Tag. Gott ruhte am siebenten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. Gott segnete den siebenten Tag und erklärte ihn für heilig, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Werk, das er durch sein Wirken erschaffen hatte (1 Mos 1, 31 und 2, 2. 3).

Gott ist ewig. In Gott ist von Ewigkeit her das Bild des Weltalls, ähnlich wie das Bild eines Kunstwerkes im Geiste des Künstlers. Gott schuf die Welt aus der Kraft seines Willens, ohne Material und ohne Werkzeug. Gott hat alles zu seiner Verherrlichung erschaffen. Seine Allmacht und Weisheit, Schönheit und Liebe leuchten aus dem ganzen Weltall. Engel und Menschen sollen die Herrlichkeit des Weltalls schauen, Gottes Vollkommenheit erkennen, ihn loben und ihm dienen. Zugleich hat er alles so geordnet, dass es für die Geschöpfe gut war. Sie sollen an seiner Schönheit, an seiner Liebe und an seinem Reichtum Anteil haben.

Der Bericht der Heiligen Schrift über die Erschaffung der Welt ist keine naturwissenschaftliche Erklärung. Er sagt nur, dass Gott die Welt aus nichts erschaffen hat.

Wie die Welt entstanden ist, hat die Naturwissenschaft zu erforschen. Manches vermag sie heute schon zu erklären, aber vieles ist noch unbekannt. Zwischen den sicheren ErKenntnissen der Naturwissenschaft und dem Bericht der Heiligen Schrift kann es keinen Gegensatz geben.

Wie kündet das Weltall die Größe und Herrlichkeit Gottes? - Warum ist Gott der Herr der ganzen Schöpfung? - Wie ist der Bericht der Heiligen Schrift von der Erschaffung der Welt zu verstehen?

Merksätze:

10. Woher ist das Weltall?

Das Weltall ist von Gott. Er hat Himmel und Erde erschaffen.

11. Wozu hat Gott die Welt erschaffen?

Gott hat die Welt zu seiner Verherrlichung und zum Wohl der Geschöpfe erschaffen.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich an der Schönheit der Welt freuen. Was sie mir bietet, will ich so gebrauchen, wie Gott es will.

Denke nach, was Gott als Schöpfer für uns getan hat! - Erzähle, wie die Heilige Schrift die Erschaffung der Welt durch Gott berichtet! Erkläre, warum wir immer nach dem göttlichen Schöpfungsplan handeln sollen, wie wir dies tun können, warum wir uns schädigen, wenn wir gegen den göttlichen Schöpfungsplan handeln; warum es zwischen der Naturwissenschaft und dem biblischen Schöpfungsbericht keinen Gegensatz geben kann!

Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit !

6. LEHRSTÜCK: GOTT SORGT FÜR DIE WELT

Jesus Christus hat oft von der Schönheit der Welt gesprochen. Er hat gezeigt, wie alles Gute von Gott stammt. Der himmlische Vater hat die Welt nicht nur erschaffen, sondern er sorgt auch für sie. Darum mahnt Jesus:

"Seid nicht ängstlich besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist denn das Leben nicht mehr als die Nahrung und der Leib nicht mehr als die Kleidung?
Betrachtet die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen: Euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht mehr wert als sie? Wer von euch vermag mit seinen Sorgen seine Lebenszeit auch nur um eine Spanne zu verlängern?
Und was seid ihr so ängstlich besorgt um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; und doch sage ich euch: Selbst Salomon in all seiner Pracht war nicht so gekleidet wie eine einzige von ihnen. Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Felde steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen!" (Mt 6,25-30)

Gott übersieht auch nicht die unscheinbarsten Dinge in der Welt. Er hat in seiner Weisheit und Allmacht die Welt nicht nur erschaffen, sondern er erhält sie auch im Dasein. In der stofflichen Welt wirken Naturgesetze, die Gott gegeben hat.

In besonderer Weise denkt Gott an uns Menschen. Er liebt uns wie ein Vater seine Kinder. Er gibt uns, was wir zum Leben brauchen und lenkt alles so, wie es für uns gut ist. Viele Menschen aber suchen ihr Glück im Reichtum, in der Macht und in einem angenehmen Leben. Daher vergessen sie Gott und ihr ewiges Heil. Gott lässt sie anscheinend ihre Wege gehen, in Wahrheit aber sorgt er auch für diese Menschen. Wir sind immer in Gottes Hand. Uns Menschen, die wir einen freien Willen haben, hat Gott das Sittengesetz gegeben. Nichts geschieht ohne Gottes Zulassung. Gott lenkt die Geschicke der Menschen und Völker. Die Sorge Gottes für uns und alle übrigen Geschöpfe nennen wir die göttliche Vorsehung.

Gott sandte in seiner Güte seinen Sohn Jesus Christus. Dieser hat uns die Frohbotschaft vom Vater gebracht und uns durch seinen Tod am Kreuze erlöst. Um allen Menschen die Botschaft vom Gottesreich und die Früchte der Erlösung zu bringen, hat Jesus Christus die Kirche gestiftet. Durch die Kirche, hilft uns Gott, den Frieden des Herzens auf Erden und unser ewiges Heil im Himmel zu erlangen.

Gottes Vorsehung lässt Sünden zu. Er hat uns den freien Willen gegeben und in seiner Allmacht kann er auch das Böse zum Guten lenken.

Gott lässt auch Leiden über uns kommen. Er wollte die Leiden nicht. Durch die Sünde ist das Leid in die Welt gekommen, ohne Sünde gäbe es kein Leid. Wenn wir die Leiden geduldig ertragen, können wir für unsere Sünden Buße tun. Manchmal sind sie eine Strafe für unsere Sünden. Oft mahnt uns Gott durch Leiden, unsere Schuld zu erkennen und uns vom Bösen abzuwenden. Sehr oft schickt uns Gott Leiden, damit wir uns im Guten bewähren. Er prüft unser Vertrauen und unsere Treue zu ihm. Wenn wir Schmerzen, Not und Krankheit geduldig ertragen, erfüllen wir Gottes heiligen Willen. Wir können uns so größere Freuden im Himmel verdienen.

Wie mahnt uns Jesus zum Vertrauen aus die göttliche Vorsehung? - Worin besteht die göttliche Vorsehung? - Warum vergessen viele Menschen aus Gott und ihr ewiges Heil? - Wie hat Gott für unser Heil gesorgt?

Merksätze:

12. Wie sorgt Gott für die Welt?

1. Gott erhält die Welt im Dasein;

2. er lenkt die stoffliche Welt durch Naturgesetze;

3. er lenkt die Menschen durch das Sittengesetz;

4. er führt die Menschen durch die Kirche zum Heil.

13. Warum lässt Gott Sünden zu?

Gott lässt Sünden zu, weil er den Menschen den freien Willen nicht nehmen will und weil er auch das Böse zum Guten lenken kann.

14. Warum lässt Gott Leiden über uns kommen?

Gott lässt Leiden über uns kommen:

1. Damit wir für unsere Sünden Buße tun;

2. damit wir durch sie geprüft werden;

3. damit wir größere Freuden für den Himmel verdienen.

FÜR MEIN LEBEN

Gott liebt mich und sorgt für mich. In eigener Not, in schweren Stunden, will ich nicht murren. Andere will ich trösten und auf die Liebe Gottes hinweisen.

Denke nach, welche irdischen Güter uns Gott gibt; wovor uns das Vertrauen auf die Vorsehung Gottes bewahrt; in welchen Lebenslagen wir besonders an die göttliche Vorsehung denken sollen, wie Gott die Welt erhält! - Beurteile, wann der Satz "Das ist Schicksal" richtig ist! - Erzähle, wie Gott das auserwählte Volk geführt hat; wie der himmlische Vater für das Jesuskind gesorgt hat! Nenne Sprichwörter, die Gottes Vorsehung zeigen und erkläre sie!

Jesus lehrt uns beten: "Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden."

Aller Augen warten auf dich, o Herr, und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. Du öffnest deine Hand und sättigst in Güte alles, was lebt (Ps 144, 15.16).

7. LEHRSTÜCK: GOTT HAT DIE ENGEL ZU SEINER EHRE UND ZUR HILFE DER MENSCHEN ERSCHAFFEN

Gott hat die Engel als rein geistige Wesen ohne Leib erschaffen. Er hat Verstand und freien Willen gegeben. Sie erkennen Gott klarer als wir. Daher können sie ihn besser anbeten, lieben und ihm mit Freuden dienen.

Viele Engel wurden hoffärtig und stolz auf ihre Gaben. Sie empörten sich gegen ihren Schöpfer und wollten ihm nicht mehr dienen.

Es entstand ein großer Kampf im Himmel. Michael und seine Engel kämpften mit dem Luzifer, und Luzifer und seine Engel kämpften. Aber sie konnten nicht standhalten und ihr Pla~z im Himmel ging verloren. Der große Drache, die alte Schlange, Teufel und Satan genannt, der die ganze Welt verführt, wurde hinabgestürzt und mit ihm wurden auch seine Engel hinabgestürzt. (Geh Offb 12,7-9).

Die bösen Engel verloren das Gnadenleben. Gott verstieß sie in die Hölle. Wir nennen sie böse Geister oder Teufel, ihren Anführer Satan. Aus Hass gegen Gott und gegen uns wollen sie uns zur Sünde verleiten und so uns in das ewige Verderben stürzen.

Die treugebliebenen Engel hat Gott überreich belohnt. Sie schauen ewig seine unermessliche Herrlichkeit und sind dadurch unaussprechlich selig. Die Engel sind Gottes Boten. Besondere Aufgaben übertrug Gott den Erzengeln Michael, Gabriel und Raphael.

Die Engel wachen über uns: Sie sind uns als Schutzengel gegeben. Sie begleiten uns auf unserem Lebensweg. Sie mahnen und helfen uns in Gefahren des Leibes und der Seele.

Wie unterscheiden sich die Engel von Gott, wie von den Menschen? - Worin besteht die Sünde der bösen Engel? - Warum will der Teufel die Menschen verleiten? - Wozu will er sie verleiten? - Welche Aufgaben hat Gott den Engeln gegeben? - Wie hilft dir dein Schutzengel?

Merksätze:

15. Wozu hat Gott die Engel erschaffen?

Gott hat die Engel erschaffen, dass sie ihn erkennen und lieben, ihn verherrlichen und ihm dienen.

16. Wie hat Gott die stolzen Engel bestraft?

Gott hat die stolzen Engel auf ewig in die Hölle verstoßen.

17. Womit hat Gott die treugebliebenen Engel belohnt?

Gott hat die treugebliebenen Engel mit der ewigen Seligkeit belohnt.

18. Wozu hat uns Gott einen Schutzengel gegeben?

Gott hat uns einen Schutzengel gegeben, damit er uns in Versuchungen und in Gefahren beisteht und uns zu Gott führt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will auf die Mahnung meines Schutzengels hören. In allen Gefahren will ich ihn um Hilfe bitten.

Denke nach, welche Engelsworte wir als Gebet gebrauchen; warum viele Kinder Schutzengelmedaillen tragen; wie der Teufel dich verführen will! - Erzähle, was du von den Engeln aus dem Alten und Neuen Bund weißt; welchen Auftrag Gott den Erzengeln Michael, Gabriel und Raphael gegeben hat! - Beobachte, wie die Engel dargestellt werden; wo du in deiner Pfarrkirche solche Darstellungen gesehen hast! - Widerstehe den Versuchungen des Teufels!

Bete:

Heil'ger Engel, zum Geleite
mir von Gottes Huld gegeben,
bleibe schützend mir zur Seite,
führe mich zum ew'gen Leben!

AUS DER LITURGIE

Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns ! (Aus der Allerheiligenlitanei)

Die Kirche feiert die Feste:

Schutzengelfest: am ersten Sonntag im September oder am 2. Oktober

Hl. Erzengel Michael am 29. September

Hl. Erzengel Gabriel am 24. März

Hl. Erzengel Rapha:el am 24. Oktober

"Wir bitten dich, Herr, suche heim dieses Haus und verbanne alle Nachstellungen des Feindes weit von ihm; lass deine heiligen Engel darin wohnen, dass sie uns im Frieden behüten, und dein Segen sei allzeit über uns" (aus dem Abendgebet der Kirche).

Brüder, seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen könnte. Widersteht ihm fest im Glauben! (1 Petr 5, 8, 9).

8. LEHRSTÜCK: GOTT HAT DIE MENSCHEN ERSCHAFFEN

Gott sprach: "Lasset uns Menschen machen als unser Ebenbild, uns ähnlich! Herrschen sollen sie über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über alles Wild des Feldes und über alles Gewürm, das am Boden kriecht." So schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde, als Mann und Frau schuf er ihn. (1 Mos 1, 26. 27)

Gott, der Herr, bildete den Menschen aus Erdenstaub und hauchte ihm den Odem des Lebens ein. So wurde der Mensch zu einem lebenden Wesen. (1 Mos 2, 7)

Gott verlangte vom Menschen, dass er ihn als seinen Herrn anerkenne:

Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen: "Von allen Bäumen darfst du essen, nur von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, da sollst du nicht essen. Wenn du davon isst, bist du dem Tode verfallen!" . (1 Mos 2, 17)

Gott hat sein Schöpfungswerk durch die Erschaffung der ersten Menschen gekrönt. Er hat sie über alle anderen Geschöpfe der Erde gestellt. Gott ließ aus den Stoffen der Erde einen Leib entstehen und hauchte ihm eine Unsterbliche Seele ein. Gott verlieh den Stammeltern übernatürliche Gaben, vor allem das Gnadenleben. Durch dieses ließ er sie an seinem Leben und an seiner Herrlichkeit teilnehmen, wie die Engel. Sie waren Kinder Gottes. Die ersten Menschen lebten im Paradies in innigster Verbindung mit Gott. Sie verrichteten freudig ihre Arbeit und kannten weder Krankheit noch Tod. Nach dem Leben auf Erden sollten sie an Leib und Seele verklärt und von Gott in den Himmel aufgenommen werden.

Gott wollte, dass die Nachkommen Adams das Gnadenleben die heiligmachende Gnade - und die anderen besonderen Gaben erben. Aber Adam sollte sie für sich und seine Nachkommen durch treuen Gehorsam gegen Gott bewahren. Darum verbot Gott, von dem Baum in der Mitte des Paradieses zu essen.

Wie unser Stammvater haben auch wir einen Leib und eine Seele. Unsere Seele ist ein geistiges Wesen mit Verstand und freiem Willen. Sie wird nie sterben. So ist unsere Seele Gott ähnlich. Wir sollen mit unserem Verstand Gott erkennen und ihn in unserem Leben verherrlichen. Im Jenseits werden wir Gott schauen und dadurch selig sein.

Warum ist der Mensch die Krone der Schöpfung? - Wie hat Gott den Menschen erschaffen? - Worin bestand das Paradies? - Warum hat Gott den Menschen ein Gebot gegeben? - Was hat G oft von den ersten Menschen mit seinem Gebot verlangt?

Merksätze:

19. Woraus besteht der Mensch?

Der Mensch besteht aus Leib und Seele.

20. Wozu hat Gott die Menschen erschaffen?

Gott hat die Menschen erschaffen, dass sie ihn erkennen, ihn in ihrem Leben verherrlichen und ewig selig werden.

FÜR MEIN LEBEN

Die Sorge um das Heil der Seele ist wichtiger als die Sorge für den Leib. Ich will mich daher bemühen, das Gnadenleben zu bewahren.

Denke nach, wie ein veredelter Zweig oder ein glühendes Eisen eine Ähnlichkeit mit der Teilnahme des Menschen am göttlichen Leben hat; was du für das Heil deiner Seele tun kannst! - Erkläre, warum die Sorge für die Seele wichtiger ist als die Sorge für den Leib; wodurch wir Gott ähnlich sind; warum es schlecht ist, wenn jemand sagt: "Man lebt nur einmal" und »Die Hauptsache ist die Gesundheit!"

"Weißt du, o Mensch, wer du bist? ... Ein wahrhaft Ebenbild Gottes, an dem weder Gunst noch Kunst gespart worden ist. Du bist ein edles und schönes Bild. Du hast einen Willen, und der ist frei; du hast eine schöne Seele, und die ist unsterblich . . . Sonne und Mond sind weniger als du. Du hast etwas vom Feuer. Du hast etwas von der Luft. Du hast etwas von der Erde. Du hast etwas von den Tieren. Du hast etwas von den Engeln. Du hast etwas von Gott. Du bist ein Meisterwerk der göttlichen Hände." (Abraham a Sancta Clara)

9. LEHRSTÜCK: DER MENSCH GESTALTET IM AUFTRAG GOTTES DIE ERDE

Gott hat Himmel und Erde und alles erschaffen. Er hat auch den Menschen den Auftrag gegeben, an der Ausgestaltung der Erde zu arbeiten.

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, als Mann und Frau schuf er ihn. Dann segnete Gott die bei den Menschen und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar und mehret euch! Erfüllet die Erde und macht sie euch untertan! Herrschet über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über jegliches Lebewesen, das da kriecht auf der Erde!"
Gott fuhr fort: "Seht, ich übergebe euch alle samentragenden Pflanzen auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samenhaltenden Früchten, sie sollen euch zur Nahrung dienen! Allem Wild des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was auf dem Boden kriecht und Lebensodem in sich hat, weise ich alle grünen Kräuter zur Nahrung an." Und so geschah es. Als Gott alles sah, was er gemacht hatte, fand er es sehr gut. Und es ward Abend, und es ward Morgen: Der sechste Tag. (1 Mos 1, 27-31)

Die Erde birgt ungeheure Schätze an festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen, wie Erze, Kohle, ÖIe, Wasser, Gase. Die Menschen erforschen die Schätze und Kräfte der Erde und nützen sie für sich.

Durch die Kraft ihres Verstandes haben die Menschen im Laufe der Jahrtausende viele Elemente entdeckt und neue Verbindungen gewonnen. Mit ihrer Hände Arbeit haben sie die lebensnotwendigen Güter erzeugt. Durch ihre Erfindungsgabe und ihren Fleiß gelang es ihnen, Apparate und Maschinen zu schaffen und viele Kräfte der Erde sich dienstbar zu machen. Auf diese Weise wurde den Menschen viel schwere körperliche Arbeit abgenommen und die Arbeitszeit verkürzt. In ihrer Freizeit können sie durch Bücher, Schriften, Kino, Rundfunk und Fernsehen ihr Wissen vergrößern und vertiefen. Verkehrsmaschinen aller Art ermöglichen es, Zeit und Raum schnell zu überwinden und, wenn nötig, rasch Hilfe zu bringen.

Der Fortschritt der Technik soll nicht nur den Annehmlichkeiten des Lebens dienen, sondern den Menschen mehr Zeit geben, für das Heil ihrer Seele zu sorgen. Die Kirche gebraucht die Errungenschaften der Technik zur Ausgestaltung ihres Gottesdienstes und zur Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden. Rundfunk, Lautsprecher und Fernsehen lassen uns religiöse Feiern und Kundgebungen miterleben. Auf diese Weise werden auch Menschen erreicht, denen es sonst nicht möglich wäre, daran teilzunehmen. Die Einheit unter den Katholiken wird gefördert. Der Heilige Vater kann zu allen Gläubigen sprechen, diese können ihn hören und sogar sehen. Auch die Missionsarbeit der Kirche wird durch die Technik unterstützt. Kapellenwagen, Kraftfahrzeuge und Flugzeuge dienen der Seelsorge.

Wozu hat Gott die Stoffe und Kräfte der Erde geschaffen? Welchen Auftrag haI Gott dm Menschen gegeben? - Wie nützen die Menschen den Reichtum der Erde? - Wozu hilft uns die Technik? - Welche Errungenschaften der Technik stellt die Kirche in ihren Dienst und wozu?

Merksätze:

21. Wie erfüllen die Menschen den Auftrag Gottes "Machet euch die Erde untertan"?

Die Menschen erfüllen diesen Auftrag Gottes, indem sie sich die Kräfte und Schätze der Erde mit Hilfe der Technik nutzbar machen.

22. Wie sollen wir nach dem Willen Gottes Technik und Maschinen gebrauchen?

Nach dem Willen Gottes sollen wir Technik und Maschinen zum Nutzen der Menschen und zur Ehre Gottes gebrauchen.

FÜR MEIN LEBEN

Der technische Fortschritt entspricht Gottes Willen. Ich will auch Maschinen und Apparate zum Nutzen der Menschen und zur Ehre Gottes gebrauchen.

Denke nach, was bei den Maschinen von Menschen stammt und was von Gott; wie die Erfindungen missbraucht werden können und nenne Beispiele dafür; wie der Mensch seine Freizeit verbringen soll; warum es im Zeitalter der Technik besonders wichtig ist, Sport zu betreiben! - Erkläre, wie die Technik uns in der Arbeit, in der Gesundheitspflege, im täglichen Leben und im Haushalt hilft! Nenne Beispiele, wie die Technik im Gottesdienst, bei religiösen Feiern, in den Seelsorgestunden, in der Mission verwendet wird!

Was ihr auch tun möget in Wort oder Werk, das tut im Namen des Herrn Jesus Christus. (Kol 3, 17)

10. LEHRSTÜCK: GOTT IST UNENDLICH VOLLKOMMEN

Als Isaias zum Prophetenamt berufen wurde, durfte er die Herrlichkeit und Größe Gottes schauen:

"Ich sah den Allmächtigen auf einem hohen und erhabenen Throne sitzen, die Säume seines Gewandes füllten das Heiligtum. Seraphe standen vor ihm, einer rief dem anderen zu:
Heilig! Heilig! Heilig
ist der Herr der Heerscharen! Die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit!" (Is 6, 1-3)

Gott ist so unendlich erhaben über uns, dass wir ihn nie ganz begreifen können. Wir können ihn nur mit den Worten der Engel preisen: Heilig! Heilig! Heilig ist der Herr der Heerscharen!

Gott ist unendlich vollkommen. Er besitzt alle guten Eigenschaften im höchsten Maße. Aus den Werken Gottes können wir seine Herrlichkeit und Größe erkennen.

Was Gott geschaffen hat, kann sich ändern. Gott allein bleibt immer derselbe.

GOTT IST UNVERÄNDERLICH - er kann sich niemals ändern. Alles Irdische vergeht. Ich will meine Hoffnung ganz auf Gott setzen. Bevor Gott die Welt erschaffen hat, war er schon da und er wird immer sein. Er hat keinen Anfang und kein Ende:

GOTT IST EWIG - er ist immer gewesen und wird immer sein, und ist immer der gleiche. In seinem Leben gibt es keine Vergangenheit und keine Zukunft. Durch meine unsterbliche Seele nehme ich an der Ewigkeit Gottes teil. Wenn ich in der Gnade sterbe, werde ich ewig selig sein. Für Gott gibt es keine Grenze, er ist uns überall nahe. In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.

GOTT IST ALLGEGENWÄRTIG - er ist überall.

Wo ich bin und was ich tu, sieht mir Gott, mein Vater, zu!

Gott hat die Welt aus nichts erschaffen. Nach seinem Willen wirken die Gesetze der Natur. Er kann sie auch aufheben, wenn er es für gut hält.

GOTT IST ALLMÄCHTIG - er kann alles machen, was er will. In allem, was mich bedrückt, will ich mich vertrauensvoll an Gott wenden. Er kann mir immer helfen.

Gott weiß, wie alles am besten ist. Er hat alles so eingerichtet, dass seine heilige Absicht erfüllt wird.

GOTT IST HÖCHST WEISE - er weiß alles aufs beste einzurichten. Gott wird in seiner Weisheit alles zum Guten lenken. Auch wenn ich vieles nicht verstehe, was er mir schickt.

Gott weiß das Vergangene, das Gegenwärtige und das Zukünftige. Er kennt auch unsere geheimsten Gedanken und Wünsche.

GOTT IST ALLWISSEND - er weiß alles.

Menschen kann ich täuschen und betrügen, aber Gott nicht. Er sieht In mein Herz und er wird mich danach richten.

Gott liebt das Gute, weil er selbst unendlich gut und vollkommen ist.

GOTT IST HÖCHST HEILIG - er will nur das Gute und verabscheut das Böse.

Gott will, dass ich seinen Willen erfülle und heilig lebe. Dazu gibt er mir seine Gnaden.

Gott kennt unsere Absichten.

GOTT IST HÖCHST GERECHT - er belohnt das Gute und bestraft das Böse, wie wir es verdienen.

Ich will so leben, dass ich jederzeit vor dem Gerichte Gottes bestehen kann.

Gott sorgt für alle seine Geschöpfe und erweist ihnen zahllose Wohltaten. Selbst dem Sünder vergibt er seine Schuld, wenn er sie aufrichtig bereut.

GOTT IST HÖCHST GÜTIG UND BARMHERZIG - er ist voll Liebe zu den Geschöpfen und auch bereit, dem Sünder zu verzeihen. Das Vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit gibt mir den Mut, Gott immer wieder um seine Verzeihung zu bitten.

GOTT IST HÖCHST WAHRHAFT UND TREU - er sagt immer die Wahrheit, er kann sich niemals irren. Er hält auch, was er verspricht. Gott wird mir die verheißene Seligkeit schenken, wenn ich mich bemühe, nach seinem Willen zu leben.

Merksätze:

23. Was verlangen die Herrlichkeit und die Größe Gottes von uns?

Die Herrlichkeit und die Größe Gottes verlangen von uns, dass wir auf Gott hören und an ihn glauben.

24. Was heißt, an Gott glauben?

An Gott glauben heißt, sein Wort für wahr, sein Tun für richtig und sein Wirken für siegreich halten.

Denke nach, wie wir aus den Berichten der Heiligen Schrift die Eigenschaften Gottes erkennen können! - Zeige beim Beten und Reden deine Ehrfurcht vor dem heiligen Gott!

11. LEHRSTÜCK: IN GOTT SIND DREI PERSONEN

Bei der Taufe Jesu im Jordan wurde uns geoffenbart, dass in Gott drei Personen sind, der Vater, der Sohn, der Heilige Geist. Diese Glaubenswahrheit bezeichnen wir als das Geheimnis der Allerheiligen Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit.

In jenen Tagen kam Jesus von Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Sogleich stieg er aus dem Wasser. Da sah er, wie sich der Himmel öffnete und der Geist gleich einer Taube auf ihn herabkam. Vom Himmel rief eine Stimme: "Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen." (Mk 1, 9-11)

Das Geheimnis der Allerheiligsten Dreieinigkeit wissen wir nur aus der göttlichen Offenbarung. Jesus hat wiederholt vom Vater und vom Heiligen Geist gesprochen.

In Gott sind drei Personen. Jede der drei Personen ist wahrer Gott. Wie der Vater haben auch der Sohn und der Heilige Geist alle göttlichen Vollkommenheiten. Darum beten wir den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist in gleicher Weise an. Die drei göttlichen Personen sind nur ein Gott. Sie haben eine einzige göttliche Natur. Alle Wohltaten der Schöpfung, der Erlösung und der Heiligung sind das Werk der Allerheiligsten Dreieinigkeit.

Solange wir auf Erden leben, können wir von der Allerheiligsten Dreieinigkeit nur in Bildern sprechen.

Wann haben sich die drei göttlichen Personen geoffenbart? - Warum werden die drei göttlichen Personen in gleicher Weise angebetet? - Was ist den drei göttlichen Personen gemeinsam? - Für welche Wohltaten danken wir den einzelnen Personen besonders? - Warum können wir das Geheimnis der Allerheiligsten Dreieinigkeit nur durch Bilder anschaulich machen?

Merksatz:

25. Was hat Jesus von der Allerheiligsten Dreieinigkeit gelehrt?

Jesus hat von der Allerheiligsten Dreieinigkeit gelehrt,

1. dass in Gott drei Personen sind, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist;

2. dass aber nur ein Gott ist.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will die Worte des Kreuzzeichens immer andächtig sprechen.

Denke nach, warum die Allerheiligste Dreifaltigkeit für uns ein Geheimnis ist, wo du in deiner Heimat Bilder und Denkmäler zu Ehren der Allerheiligsten Dreieinigkeit findest! - Erzähle, was Jesus über die Allerheiligste Dreifaltigkeit geoffenbart hat! - Zeichne Sinnbilder der Allerheiligsten Dreifaltigkeit!

AUS DER LITURGIE

Wir feiern das Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit am ersten Sonntag nach Pfingsten.

In der Präfation beten wir: "Mit deinem eingeborenen Sohne und dem Heiligen Geiste bist du ein Gott, ein Herr: nicht als wärest du nur eine Person, du bist vielmehr in drei Personen ein Einziger. Was wir auf deine Offenbarung hin von deiner Herrlichkeit glauben, dasselbe glauben wir ohne irgend einen Unterschied auch von deinem Sohne, dasselbe vom Heiligen Geiste. Und so beten wir beim Lobpreis des wahren und ewigen Gottes in den Personen die Verschiedenheit, in der Natur die Einheit, in der Majestät die Gleichheit an."

Wir beten: "Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit."

Bei der heiligen Taufe spricht der Priester: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Bei der heiligen Firmung spricht der Bischof: "Ich bezeichne dich mit dem Zeichen des Kreuzes und stärke dich mit dem Chrisam des Heiles. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Beim heiligen Sakrament der Buße spricht der Priester: " … Ich spreche dich los von deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Wir beten drei Personen in einer Gottheit an.

12. LEHRSTÜCK: DIE ERSTEN MENSCHEN HABEN DURCH DIE SÜNDE DIE GOTTESKINDSCHAFT VERLOREN

Der Teufel hasste und beneidete die Menschen, weil sie Kinder Gottes waren. Deshalb versuchte er, sie zum Ungehorsam gegen Gott zu verleiten. In Gestalt einer Schlange verführte er die Menschen.

Die Schlange war listiger als alle Tiere der Erde, die Gott geschaffen hatte. Sie sprach zur Frau: "Hat Gott wirklich gesagt, ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?" Die Frau antwortete der Schlange: "Von den Früchten der Bäume des Gartens dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, ja sie nicht einmal anrühren, sonst müsst ihr sterben!" Da sagte die Schlange zur Frau: "Keineswegs werdet ihr sterben. Gott weiß vielmehr, dass euch die Augen aufgehen werden, sobald ihr davon esst, und dass ihr wie Gott werdet, indem ihr erkennt, was gut und böse ist."
Da sah die Frau, dass die Früchte des Baumes köstlich zur Speise waren und eine Lust für die Augen und begehrenswert. So nahm sie davon und aß, und gab davon auch ihrem Manne, der bei ihr war, und er aß auch. Da gingen bei den die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt seien; deshalb flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Schürzen daraus. (1 Mos 3, 1-7)

31

Gott sprach das Urteil zu Eva:

"Du wirst große Mühen und Beschwerden mit deinen Kindern haben. Du sollst unter der Gewalt des Mannes stehen, und er soll über dich herrschen."

Zu Adam sagte Gott:

"Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten habe, du sollst nicht davon essen, so soll die Erde um deinetwillen verflucht sein. In Mühsal sollst du dich von ihr alle Tage deines Lebens nähren. Dornen und Disteln soll sie dir tragen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du zur Erde zurückkehrst, von der du genommen bist. Denn du bist Staub und sollst wieder zu Staub werden." (1 Mos 3, 16-19)

Da die Stammeltern genau wussten, was sie taten, waren ihre Sünde und die Folgen ihrer Sünde sehr schwer.

Vor der Sünde

Die Menschen hatten das Gnadenleben und waren so Kinder Gottes.

Die Menschen hatten das Paradies. Der Verstand der Menschen konnte Gott und seinen heiligen Willen sicher und klar erkennen.

Der Wille der Menschen war bereit, Gott freudig zu gehorchen.

Der Leib der Menschen war gesund und schön. Sie sollten verklärt an Leib und Seele in den Himmel aufgenommen werden.

Nach der Sünde

Sie verloren das Gnadenleben und waren nicht mehr Kinder Gottes.

Sie verloren das Paradies.

Der Verstand der Menschen ist seither verdunkelt und kann sich daher leicht irren.

Der Wille der Menschen ist jetzt zum Ungehorsam gegen Gott geneigt und von Versuchungen bedroht.

Der Leib der Menschen hat Krankheit und Mühsale zu ertragen und muss sterben.

Als Stammvater vertrat Adam das ganze Menschengeschlecht. Durch seine persönliche Schuld verlor er das Gnadenleben und die besonderen Gaben des Paradieses. Nach der Sünde besaß er nicht mehr die Gotteskindschaft. Darum konnte er sie auch nicht mehr weitervererben. Als Nachkommen Adams werden daher alle Menschen ohne das Gnadenleben - heiligmachende Gnade - geboren. Diesen Verlust der Gotteskindschaft nennen wir die Erbschuld oder Erbsünde.

Von der Erbschuld und ihren Folgen ist nur die Gottesmutter Maria frei geblieben. Wenn sich Gott der Menschen nicht erbarmt hätte, könnte niemand selig werden.

Warum haben die Menschen das Gebot Gottes übertreten? - Warum leiden alle Menschen an den Folgen dieser Sünde? - Warum heißt diese Sünde "Erbschuld"? - Welche Folgen hat sie für uns, für unsere Seele, für unseren Leib? - Warum war die erste Sünde besonders schwer? - Was ist die schwerste Folge der Erbschuld? - Was verloren Adam und Eva zugleich mit dem Gnadenleben? - Wer allein ist von der Erbschuld freigeblieben ?

Merksätze:

26. Wodurch haben die ersten Menschen gesündigt?

Die ersten Menschen haben durch Hochmut gegen Gott gesündigt. Sie wollten ihm nicht mehr dienen.

27. Wem hat die erste Sünde geschadet?

Die erste Sünde hat den Stammeltern und dem ganzen Menschengeschlecht geschadet.

28. Was hat das Menschengeschlecht durch die Erbschuld verloren?

Das Menschengeschlecht hat durch die Erbschuld das Gnadenleben und das Paradies verloren.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will in Versuchungen nicht dem Teufel folgen, sondern ein Kind Gottes bleiben.

Denke nach, worin jede Sünde der ersten Sünde ähnlich ist; warum wegen der Sünde des Adam alle Menschen leiden müssen! - Erkläre, warum soviel Unglück, Hass und Zwietracht unter den Menschen herrschen; was Jesus im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen lehrt! Beurteile, ob es möglich ist, die Erde wieder zu einem Paradies zu machen; wie du selbst an den Folgen der Erbschuld leidest!

AUS DER LITURGIE

"Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel."

Aus der Allerheiligenlitanei :

Von allem Übel erlöse uns, o Herr; von aller Sünde erlöse uns, o Herr; von den Nachstellungen des Teufels erlöse uns, o Herr; von Zorn und Hass und allem bösen Willen erlöse uns, o Herr; von Blitz und Ungewitter erlöse uns, o Herr; von Pest, Hunger und Krieg erlöse uns, o Herr!

Wie durch einen Menschen die Sünde gekommen ist und durch die Sünde der Tod, so ist auch der Tod auf alle Menschen gekommen. (Röm 5, 12)

13. LEHRSTÜCK: GOTT HAT EINEN ERLÖSER VERHEISSEN

Dem Satan war es gelungen, die ersten Menschen zur Sünde zu verführen. Dadurch bekam er Gewalt über sie. Aber Gott erbarmte sich. Er verhieß einen Erlöser, der den Satan besiegen sollte.

Vor der Bestrafung der ersten Menschen sprach Gott zum Teufel:

"Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem und ihrem Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst seiner Ferse nachstellen." (1 Mos 3, 15)

Die Verheißung des Erlösers war die erste Frohbotschaft. Die Frau, von der Gott sprach, ist die allerseligste Jungfrau Maria. Sie war von Ewigkeit her zur Gottesmutter ausersehen. Deshalb blieb sie vor der Erbschuld bewahrt. Sie besaß vom Augenblick ihrer Empfängnis an das Gnadenleben. Wir nennen sie darum die "Unbefleckt Empfangene"; denn Maria war vom ersten Augenblick ihres Lebens ohne Erbschuld. Gott versprach, dass ihr Nachkomme, der Erlöser, die Menschen von der Herrschaft des Teufels befreien und sie wieder mit Gott versöhnen werde. Bevor Gott seine Verheißung erfüllte, schickte er über die Menschen noch viele Prüfungen. Je größer die Not wurde, umso mehr sehnten sich die Menschen nach dem Erlöser. Viele beteten wie der Prophet Isaias: "Tauet Himmel, den Gerechten, Wolken regnet ihn herab!"

Wie zeigte Gott den ersten Menschen trotz ihrer Sünde seine Liebe? - Wozu hat Gott den Erlöser verheißen? - Wen hat Gott als Mutter des Erlösers ausersehen? Warum war Maria würdig, Gottesmutter zu werden? - Wovon hat der Erlöser die Menschen befreit?

Merksätze:

29. Wie lautet die erste Frohbotschaft vom Erlöser?

Die erste Frohbotschaft vom Erlöser lautet: "Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem und ihrem Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst seiner Ferse nachstellen."

30. Was bedeuten die Worte der ersten Frohbotschaft?

Diese Worte bedeuten: Der verheißene Erlöser wird die Menschen von der Herrschaft des Teufels befreien und sie wieder mit Gott versöhnen.

31. Wovor hat Gott die Mutter des Erlösers bewahrt?

Gott hat die Mutter des Erlösers vor der Erbschuld bewahrt. Wir nennen sie darum die "Unbefleckt Empfangene."

FÜR MEIN LEBEN

Ich will die Adventzeit mit der Kirche feiern.

Denke nach, ob die Menschen ohne Erlöser hätten selig werden können! - Berichte, bei welchen Gelegenheiten Gott die Verheißung des Erlösers erneuert hat! - Bereite dich auf das Weihnachtsfest vor: Besuche die Rorate und die Adventandacht, bete den freudenreichen Rosenkranz, suche den Eltern, Geschwistern, Kameraden Freude zu machen, sei hilfreich zu Hause, auf der Straße, in der Schule; bekämpfe deine Fehler, wie Unpünktlichkeit, Streitsucht, Faulheit, Ichsucht! Nenne Adventlieder, die du kennst! - Mache dir einen Adventkranz und einen Adventskalender ! - Bereite deine Weihnachtskrippe vor!

AUS DER LITURGIE

Im Advent (Ankunft) bereiten wir uns auf die gnadenvolle Ankunft Jesu vor. Wir erinnern uns an seine erste Ankunft im Stall von Bethlehem und denken an sein letztes Kommen in Glanz und Herrlichkeit am Jüngsten Tag.

Der Advent ist eine Zeit der Erwartung und Buße. (Violette Farbe des Messkleides).

Der Advent hat vier Sonntage. In dieser Zeit ehrt die Kirche die Gottesmutter durch Rorate-Messen und durch das Fest "Maria Unbefleckte Empfängnis" (8. Dezember).

Adventsbräuche'. In Kirchen und Wohnstuben hängt der Adventkranz mit vier Kerzen. Am Abend vor dem ersten Adventssonntag wird er geweiht. Jeden Sonntag brennt eine Kerze mehr: Christus, das Licht der Welt, kommt immer näher.

In vielen Gegenden finden wir den Brauch des Herbergsuchens. Ein Bild der Gottesmutter wird von Haus zu Haus getragen und dort verehrt.

14. LEHRSTÜCK: DER ENGEL DES HERRN BRACHTE MARIA DIE BOTSCHAFT

" ... der empfangen ist vom Heiligen Geiste."

Der Engel Gabriel ward von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa mit Namen Nazareth zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne namens Josef, aus dem Hause Davids. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sprach: "Gegrüßet seist du, voll der Gnade! Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Weibern." Bei diesen Worten erschrak sie und dachte nach, was dieser Gruß bedeuten solle. Der Engel sprach zu ihr: "Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst empfangen und einen Sohn gebären. Dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob herrschen in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein!" Maria sprach zum Engel: "Wie wird das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" Der Engel antwortete ihr: "Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das aus dir geboren wird, Sohn Gottes genannt werden."

Da sprach Maria: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort." Und der Engel schied von ihr. (Lk 1, 26-35. 38)

Die allerseligste Jungfrau Maria hat die Botschaft des Engels angenommen. Sie hat die Aufgabe übernommen, die Mutter des verheißenen Erlösers zu werden. Wie Eva an der Sünde des Adam, so hat die Gottesmutter am Erlösungswerk Christi mitgewirkt. Dadurch ist Maria zur Mutter aller Lebenden, zur Mutter aller Erlösten geworden.

Die Gottesmutter wurde am Ende ihres Erdenlebens mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Auf Erden war sie im Leid mit dem göttlichen Sohn verbunden. Jetzt nimmt sie an seiner Ehre und Herrlichkeit teil. Sie ist die Königin des Himmels und der Erde.

Maria ist die mächtige Fürsprecherin aller, die sich vertrauensvoll an sie wenden. Durch ihre Tugend ist sie unser Vorbild. Wir weihen ihr Kirchen und Kapellen. In Bildern und Kunstwerken stellen wir sie als Königin und Gottesmutter dar. Wir verehren sie in Gebeten und Liedern. Damit geht in Erfüllung, was Maria zu ihrer Base Elisabeth gesprochen hat: "Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter."

Wie hat der Engel auf die Heiligkeit und Unbefleckte Empfängnis Mariens hingewiesen? - Mit welchen Worten hat der Engel verkündet, dass Maria von Gott zur Mutter des Erlösers auserwählt wurde? - Wie hat Maria erklärt, dass sie bereit ist, den Willen Gottes zu erfüllen? - Warum können wir Maria als die Mutter aller Erlösten bezeichnen? - Warum ist sie unsere beste Fürsprecherin? - Wie zeigen wir der Gottesmutter unsere Liebe, Dankbarkeit und Verehrung?

Merksätze:

32. Wozu hat Gott die allerseligste Jungfrau berufen?

Gott hat die allerseligste Jungfrau zur Mutter des verheißenen Erlösers berufen.

33. Wie hat Gott die allerseligste Jungfrau belohnt?

Gott hat die allerseligste Jungfrau mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.

34. Was ist die Gottesmutter für uns?

Die Gottesmutter ist unser Vorbild und unsere Fürsprecherin bei Gott.

FÜR MEIN LEBEN

Nach dem Beispiel der Gottesmutter will ich Gott dienen und freudig seinen Willen erfüllen.

Denke nach, warum wir die Gottesmutter verehren; warum die Verehrung der Gottesmutter zugleich eine Verehrung ihres göttlichen Sohnes ist; durch welche Tugenden dir die Gottesmutter Vorbild ist! Erkläre, warum wir beten: "Bitte für uns, o heilige Gottesmutter, auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!" - Nenne Gebete und Marienlieder! - Zähle Wallfahrtsorte zur Gottesmutter in deiner Heimat, in Österreich, in der Welt auf! - Berichte, welche Bräuche an Marienfesten in deiner Heimat geübt werden!

AUS DER LITURGIE

Im Kirchenjahr haben wir zwei gebotene Feiertage der Gottesmutter:

Maria Unbefleckte Empfängnis, am 8. Dezember, und Maria Himmelfahrt, am 15. August.

Die Kirche feiert noch andere Feste, die uns an das Leben der Gottesmutter erinnern, wie: .

Maria Lichtmess, am 2. Februar - Maria Verkündigung, am 25. März Maria Geburt, am 8. September - Maria Namen, am 12. September. An den Muttergottesfesten trägt der Priester das weiße Messkleid.

Zwei Monate sind der Gottesmutter geweiht: Mai der Verehrung der Himmelskönigin und Oktober der Verehrung der Rosenkranzkönigin.

Wir beten den freudenreichen, den schmerzhaften und den glorreichen Rosenkranz.

Aus dem freudenreichen Rosenkranz:

Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast; Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.

Aus dem glorreichen Rosenkranz:

Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat; Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.

Aus dem Gruß des Engels an Maria ist das Gebet:

"Gegrüßet seist du, Maria" (A ve Maria) entstanden.

Gegrüßet seist du, Maria voll der Gnade; - der Herr ist mit dir. - Du bist gebenedeit unter den Weibern, - und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. - Heilige Maria, Mutter Gottes, - bitte für uns arme Sünder, - jetzt und in der Stunde unseres Absterbens. - Amen.

15. LEHRSTÜCK: DER SOHN GOTTES IST MENSCH GEWORDEN

" ... geboren aus Maria, der Jungfrau."

In jenen Tagen erging von Kaiser Augustus ein Befehl, das ganze Weltreich aufzuschreiben. Dies war die erste Volkszählung. Sie fand unter Quirinus, dem Statthalter von Syrien, statt. Alle gingen hin, um sich eintragen zu lassen, ein jeder in seine Vaterstadt.
Josef war aus dem Hause und dem Geschlechte Davids. So zog er aus der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, um sich mit Maria, seiner Angetrauten, die guter Hoffnung war, eintragen zu lassen. Während sie dort waren, erfüllten sich ihre Tage. Sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe. In der Herberge fand sich kein Platz für sie.
Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden musste, wurde ihm der Name Jesus gegeben. So hatte ihn der Engel schon genannt, noch bevor er im Mutterschoß empfangen war. (Lk 2, 1-7. 21)

Jesus Christus ist die zweite göttliche Person, geboren. aus Maria, der Jungfrau. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um uns zu erlösen. Der Name Jesus bedeutet Erlöser oder Heiland. Jesus wird auch Christus genannt, das heißt "der Gesalbte", in der Sprache des Alten Bundes "Messias".

Jesus ist uns Menschen in allem gleich geworden, ausgenommen die Sünde. Darum dürfen wir ihn unseren Bruder nennen. Er selbst nannte sich den Menschensohn. Jesus ist Mensch und zugleich auch wahrer Gott. Er hat alle göttlichen Eigenschaften. Er ist der Gottmensch. " In der Heiligen Schrift wird er das "Wort" genannt.

Der Vater Jesu ist Gott Vater. Seine Mutter die allerseligste Jungfrau Maria. Sie hat Jesus vom Heiligen Geiste empfangen und zu Bethlehem geboren, darum ist sie Mutter - Gottes. Der heilige Josef war der Nähr - und Pflegevater Jesu. Maria und Josef sorgten in Liebe und Ehrfurcht für das göttliche Kind. Jesus, der Sohn Gottes, war ihnen gehorsam. Er hat dadurch das Familienleben geheiligt. Die Heilige Familie ist das Vorbild für jede Familie.

Warum ist der Sohn Gottes Mensch geworden? - Mit welchen Namen wird die zweite göttliche Person, die Mensch geworden ist, bezeichnet? - Was bedeuten diese Namen? - Warum dürfen wir Jesus unseren Bruder nennen? - Wer ist der Vater Jesu? ~ Wer gehört zur Heiligen Familie?-

Merksätze:

35. Wer ist Jesus Christus?

Jesus Christus ist der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist.

36. Wozu ist der Sohn Gottes Mensch geworden?

Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um uns zu erlösen und ewig selig zu machen.

FÜR MEIN LEBEN

Gott hat uns dadurch seine Liebe gezeigt, dass er seinen Sohn auf die Welt gesandt hat. An mir liegt es, Jesus Christus aufzunehmen, auf sein Wort zu hören, nach seiner Lehre zu leben und ihn oft in der heiligen Hostie zu empfangen.

"Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du bliebest ewiglich verloren" (Angelus Silesius).

Denke nach, was die Worte des Gebetes bedeuten: "Das Wort ist Fleisch geworden"; warum unsere Zeitrechnung mit der Geburt Christi beginnt! - Erkläre, welchen Sinn die Bräuche der Weihnachtszeit haben; warum zur richtigen Weihnachtsfeier der Empfang der heiligen Eucharistie gehört; warum wir zum Feste der Geburt Christi einander beschenken! - Beschreibe eine Weihnachtskarte, die dem Sinn des Festes entspricht! - BastIe dir eine Weihnachtskrippe oder verschönere sie! - Suche Monogramme und Sinnbilder für Jesus; zeichne und erkläre sie!

AUS DER LITURGIE

An die wunderbare Menschwerdung des Gottessohnes erinnern wir uns täglich dreimal, wenn es morgens, mittags und abends zum Gebet läutet. Dabei beten wir:

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geiste. Gegrüßet seist du, Maria . .. Maria sprach: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Worte." Gegrüßet seist du, Maria ... Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Gegrüßet seist du, Maria . . .

Die Feste der Weihnachtszeit:

24. Dezember - Hl. Abend. Die Krippe erinnert uns an die Geburt Jesu in der Heiligen Nacht. Die Lichter am Christbaum sind Sinnbilder für Christus, das Licht der Welt; die Weihnachtsgeschenke Sinnbilder für die Liebe Gottes.

25. Dezember - Tag der Geburt Christi. Gebotener Feiertag. Mitternachtsmesse ("Mette").

26. Dezember - Heiliger Stephanus. Diakon und erster Märtyrer.

27. Dezember - Heiliger Johannes. Apostel und Evangelist.

28. Dezember - Unschuldige Kinder.

31. Dezember - Jahresschluss. Dankandacht für die Gnaden des vergangenen Jahres.

1. Jänner - Oktav der Geburt Christi. Gebotener Feiertag. Im Namen Jesu beginnen wir das Neue Jahr.

6. Jänner - Erscheinung des Herrn. Gebotener Feiertag. Die Weisen huldigen dem Sohn Gottes, dem Herrn und König der ganzen Welt. Am Vorabend werden Kreide, Weihrauch und Wasser geweiht.

1. Sonntag nach Erscheinung des Herrn. Fest der Heiligen Familie. Wir beten zur Heiligen Familie: Jesus, Maria und Josef, euch schenke ich mein Herz und meine Seele. Jesus, Maria und Josef, steht mir bei im Todeskampf! Jesus, Maria und Josef, möge meine Seele mit euch im Frieden scheiden. Amen.

2. Februar - Maria Lichtmess. Darstellung Jesu im Tempel. Kerzenweihe und Lichterprozession.

Aus dem freudenreichen Rosenkranz:

Jesus, den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast;

Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast;

Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast.

Brauchtum. Zu Weihnachten: Krippe, Christbaum, Weihnachtssingen, Turmblasen. Zum Fest der Erscheinung des Herrn: Wohnungssegnung, Haussegnung, Sternsingen.

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt, auf seinen Schultern ruht die Weltherrschaft. (Is 9, 5)

16. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS VERKÜNDET DAS REICH GOTTES

Der letzte Prophet des Alten Bundes, Johannes der Täufer, wurde zugleich der Vorläufer des Messias.

Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich, sandte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: "Bist du es, der da kommen soll, oder haben wir einen anderen zu erwarten?" Die Männer kamen zu ihm und sagten: "Johannes der Täufer sendet uns zu dir und lässt dich fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder haben wir einen anderen zu erwarten?" In jener Stunde heilte er gerade viele von Krankheiten, Gebrechen und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. So gab er ihnen zur Antwort: "Geht hin und kündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird die Frohe Botschaft verkündet. Wohl dem, der an mir keinen Anstoß nimmt!" (Lk 7, 19-23)

Während Johannes im Kerker gefangen war, erfuhr er durch seine Jünger von der Predigt und dem Wirken Jesu Christi.

Mit 30 Jahren begann Jesus sein öffentliches Leben und Wirken. Er ließ sich von Johannes taufen. Die ersten Jünger schlossen sich ihm an. Mit ihnen zog er dann durch das ganze Land und lehrte an vielen Orten. Jesus verkündete die Frohbotschaft vom Reiche Gottes: Im Anfang hat Gott die Menschen in lauter Licht und Güte und reinem Glück erschaffen. Er hat sie mit außernatürlichen und übernatürlichen Gaben ausgestattet. Dann aber hat Adam gesündigt und die Menschen sind in die Knechtschaft des Teufels gefallen. Jesus wurde von Gott gesandt, die Menschen davon zu befreien., Die Menschen sollen wieder Kinder Gottes werden und die ewige Seligkeit erlangen. Jesus ist der Retter, der das Reich Gottes aufrichtet. In diesem Reich ist Gott ein guter Vater, der alle Menschen liebt. Wir sollen vertrauensvoll zu ihm kommen und zu ihm beten. Jesus selbst ist unser Bruder, der uns in das Reich des Vaters heimführen will.

Die Frohbotschaft Jesu Christi war so gewaltig, dass viele Menschen davon ergriffen wurden. Das Volk lief ihm in Scharen zu und wurde nicht müde, ihn zu hören. Alle staunten und bezeichneten ihn als den größten Propheten und Lehrer. Er selbst nannte sich "den Weg, die Wahrheit und das Leben". Das Wachsen des Reiches Gottes verglich Jesus mit einem Samenkorn, das zu einem gewaltigen Baum wird. Von allen, die in das Reich Gottes eingehen wollen, verlangt Jesus, dass sie sich bekehren, Buße tun und an seine Botschaft glauben. Sie müssen danach streben, vollkommen zu werden und alles zu meiden, was zur Sünde führt.

Nach seiner Auferstehung hat Jesus die Apostel ausgesandt, das Reich Gottes weiter zu verkünden. Er hat ihnen auch vorausgesagt, dass sie dafür, so wie er selbst, viele Verfolgungen und Leiden auf sich nehmen müssen. Am Ende der Zeit wird Jesus Christus wiederkommen. Er wird die Gerechten in die Herrlichkeit Gottes heimführen und das Reich Gottes wird vollendet sein.

Wann begann Jesus sein öffentliches Leben? - Welche Botschaft verkündete Jesus? - Wie nahm das Volk seine Botschaft auf? - Wofür wurde Jesus gehalten? Wie nannte er sich selbst? - Wer verkündete. die Frohbotschaft weiter? - Wann wird das Reich Gottes vollendet sein?

Merksätze:

37. Was hat Jesus Christus in der Botschaft vom Reiche Gottes gelehrt?

Jesus Christus hat gelehrt:

1. Die Menschen sind in die Knechtschaft des Teufels gefallen;

2. er will sie davon befreien und das Reich Gottes aufrichten;

3. in diesem Reich ist Gott unser Vater und Christus unser Bruder.

38. Was verlangt Jesus Christus von uns allen?

Jesus Christus verlangt, dass wir an seine Frohe Botschaft glauben und nach ihr leben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich habe die Pflicht, die Botschaft vom Reich Gottes anzunehmen und mein Leben danach zu richten.

Denke nach, was Jesus über das Gottesreich gelehrt hat! - ErzähIe einige Gleichnisse vom Gottesreich! - Erkläre, was die Gleichnisse vom Hochzeitsmahl, vom Schatz im Acker, vom Sauerteig, von der Perle und vom Fischernetz bedeuten; warum Jesus in Gleichnissen gelehrt hat!

AUS DER LITURGIE

In jeder heiligen Messe spricht Christus vom Reiche Gottes zu uns im Evangelium (Frohbotschaft). Aus Ehrfurcht vor den Worten des Herrn stehen wir beim Lesen des Evangeliums auf. Der Priester küsst nach dem Verlesen den Anfang des heiligen Evangeliums.

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." (]o 14, 6)

17. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS IST WAHRER GOTT

Beim Fest der Tempelweihe wurde Jesus von den Juden gefragt, ob er der verheißene· Messias sei. Er antwortete:

"Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, geben Zeugnis von mir … Ich und der Vater sind eins." Da hoben sie Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus entgegnete ihnen: "Viele gute Werke habe ich in der Macht meines Vaters vor euch gewirkt. Um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen? … Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so braucht ihr mir nicht zu glauben. Wenn ich sie aber tue und ihr wollt mir nicht glauben, so glaubt doch den Werken, damit ihr einseht und erkennt, dass der Vater in mir ist und ich im Vater bin." (Jo 10, 25-26. 30-32. 37-38)

Die Juden konnten Jesus als Sohn Gottes und Messias aus den Schriften des Alten Bundes erkennen. In diesen sind die Zeit und der Ort der Geburt und sein göttliches Wirken vorausgesagt.

Jesus hat auch selbst seine Gottheit öffentlich bekannt und sie vor dem Hohen Rat durch einen Eid bestätigt. Sein Leben und seine Lehre waren so heilig, dass nicht einmal seine Feinde ihm eine Sünde vorwerfen konnten. Dadurch hat Jesus die Welt erneuert. Jesus Christus hat durch seine Wunder und Weisungungen auch seine Gottheit bewiesen. Durch die Wunder zeigte er seine göttliche Allmacht, durch die Weissagungen seine göttliche Allwissenheit.

Bei der Taufe Jesu im Jordan hat der himmlische Vater feierlich Zeugnis für ihn abgelegt: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." (Mt 3, 17)

Die Apostel haben fest an die Gottheit Jesu geglaubt. Sie haben diesen Glauben verkündet und sind dafür freudig in den Tod gegangen. Die katholische Kirche lehrt immer und überall, dass Jesus Christus wahrhaft Gott ist. Auch aus ihrer Geschichte und aus ihrem Wirken können wir erkennen, dass ihr Stifter Gott ist.

Woran konnten die Juden Jesus als Gott und Messias erkennen? - Wie bezeugte sich Jesus selbst als Sohn Gottes? - Wie bezeugte der himmlische Vater die Gottheit Jesu? - Wie haben die Apostel bezeugt, dass Jesus wahrer Gott ist? - Wie sehen wir aus dem Schicksal der Kirche, dass ihr Stifter Gott ist?

Merksatz:

39. Wer sagt uns, dass Jesus Christus wahrer Gott ist?

Dass Jesus Christus wahrer Gott ist, sagen uns der himmlische Vater, Jesus selbst, die Apostel und die katholische Kirche.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will meinen Glauben an Christus täglich bekennen: Zu Hause, in der Schule, vor den Kameraden, in der Kirche.

Denke nach, wozu Jesus seine Wunder gewirkt hat; welches das größte Wunder war, das Jesus gewirkt hat; wie wir jene nennen, welche für Christus ihr Leben hingegeben haben; welche Weissagung Jesu bis jetzt noch nicht in Erfüllung gegangen ist!

"Mein Herr und mein Gott." (10 20, 28)

18. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT NACH DEM WILLEN SEINES HIMMLISCHEN VATERS DEN MENSCHEN DAS HEIL GEBRACHT

Auf der Wanderung nach Galiläa musste Jesus seinen Weg durch Samaria nehmen. Dort begegnete ihm am Jakobsbrunnen eine Samariterin. Jesus redete mit der Frau und belehrte sie. Sie erkannte, dass Jesus der erwartete Messias ist, und eilte in die Stadt, um die Leute herbeizuholen. Unterdessen boten die Jünger dem Meister von ihren Speisevorräten an.

Jesus erklärte ihnen: "Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden." (104,34)

Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um den Willen seines göttlichen Vaters zu tun und das Heilswerk zu vollenden. Deshalb wanderte er drei Jahre lang durch das Land. Er lehrte in Städten und Dörfern, im Tempel, in den Synagogen und in den Häusern. überall verkündete er die Frohe Botschaft des himmlischen Vaters.

Jesus bekehrte die Sünder und verzieh ihnen ihre Schuld. Er heilte Kranke und erweckte Tote wieder zum Leben. Durch diese Werke und Wohltaten sollten ihn die Menschen als den Sohn Gottes erkennen und seine Lehre als die Frohe Botschaft Gottes annehmen. Sie sollten den Willen Gottes kennen lernen und sich bemühen, ihn in ihrem Leben zu erfüllen. Das Heilswerk Gottes sollte in ihnen erfüllt werden.

Jesus sandte die Apostel aus, damit nicht bloß die Juden, sondern alle Menschen die Botschaft Gottes hören und das Heil erlangen.

Jesus hat nicht nur in seinem Leben und Wirken den Willen Gottes erfüllt. Er war auch bereit, durch sein Leiden und Sterben den Willen seines Vaters zu tun und den Menschen das ewige Heil zu vermitteln.

Warum ist Jesus auf die Welt gekommen? - Wie hat er in seinem Leben den Willen des Vaters erfüllt? - Wie hat Jesus dafür gesorgt, dass alle Menschen den Willen Gottes erkennen? - Wozu war Jesus bereit, um das Heilswerk Gottes zu vollenden?

Merksätze:

40. Was hat Jesus über den Willen seines Vaters gesagt?

Jesus hat gesagt: "Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat."

41. Wie hat Jesus Christus in seinem öffentlichen Leben den Willen Gottes erfüllt?

Jesus Christus hat die Menschen gelehrt, hat Kranke geheilt, Tote erweckt und sich der Sünder erbarmt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will den Willen Gottes immer besser kennen lernen und in meinem Leben immer mehr erfüllen, auch wenn es schwer ist und Gott von mir Opfer verlangt.

Denke nach, wie wir Menschen den Willen Gottes erkennen; warum es für uns das Beste ist, Gottes Willen zu tun! - Erkläre, warum es für uns manchmal schwer ist, den Willen Gottes zu tun!

"Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" (Lk 22, 43)

19. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT FREIWILLIG LEIDEN UND TOD AUF SICH GENOMMEN

"Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.« 

Es war gegen Ende des öffentlichen Wirkens Jesu Christi. Das Osterfest der Juden war nahe: Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Da nahm er die zwölf Jünger beiseite und sprach unterwegs zu ihnen: "Wir ziehen hinauf nach Jerusalem. Dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten übergeben werden. Diese werden ihn zum Tode verurteilen und dann den Heiden überantworten, auf dass er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt werde. Doch am dritten Tage wird er auferstehen." (Mt 20, 17-19)

Jesus wusste, dass er in Jerusalem leiden und sterben muss. Dennoch ging er nach Jerusalem hinauf. Er nahm freiwillig Leiden und Tod auf sich, um den Auftrag seines Vaters zu erfüllen.

Er tat dies vor allem aus Liebe und Gehorsam zum himmlischen Vater. Gott war durch die Erbsünde und die Sünden der Menschen so schwer beleidigt worden, dass kein bloßer Mensch dieses Unrecht gut machen konnte. Nur der Sohn Gottes konnte den Vater versöhnen.

Jesus wollte auch aus Liebe zu uns Sündern leiden und sterben. Die Erbsünde und die Sünde aller Menschen luden eine so große Schuld auf uns, dass nur der Sohn Gottes uns davon befreien konnte. Jesus ertrug mit Demut und Sanftmut die körperlichen und seelischen Schmerzen. Als Sinnbild der Liebe des Heilandes verehren wir das göttliche Herz Jesu. Adam gab das natürliche Leben seinen Nachkommen weiter, Christus schenkt uns das übernatürliche Leben. Adam verlor durch seinen Hochmut und seinen Ungehorsam die Gotteskindschaft, Christus verdiente uns durch seine Demut und seinen Gehorsam die Gnade der Erlösung.

Warum war ein Erlöser notwendig? - Warum konnte nur der Sohn Gottes die Menschen erlösen? - Wann hat Jesus sein Erlösungswerk begonnen und wann vollendet? - Wie hat Jesus das gutgemacht, was Adam verschuldet hat? - Warum verehren wir das göttliche Herz Jesu?

Merksätze:

42. Warum wollte Jesus leiden und sterben?

Jesus wollte leiden und sterben:

1. Aus Liebe und Gehorsam gegen seinen himmlischen Vater;

2. aus Liebe zu uns Menschen.

43. Wie hat Jesus den Auftrag seines Vaters vollendet?

Jesus hat freiwillig Leiden und Tod auf sich genommen.

FÜR MEIN LEBEN

Die unendliche Liebe des Erlösers mahnt mich: Bereue deine Sünden!

Denke nach, in welchen Lebenslagen du dich vor allem an das Leiden Jesu erinnern sollst! - Erkläre, warum wir Jesus als den zweiten Adam bezeichnen, warum es auch für Jesus schwer war, Leiden und Tod auf sich zu nehmen; woran du erkennst, dass Jesus freiwillig und aus Liebe die Leiden auf sich genommen hat; was die Inschrift an manchem Kreuz bedeutet: "Das tat ich für dich; was tust du für mich?"; warum wir beten: "Heiligstes Herz Jesu, du Quelle des Lebens und der Heiligkeit, erbarme dich unser!" - Berichte, welche Darstellungen des leidenden Heilandes du kennst! -

Bete: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich;

denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Ich danke dir, Herr Jesu Christ,
dass du für mich gestorben bist.
Lass deinen Tod und deine Pein
doch nicht an mir verloren sein!

AUS DER LITURGIE

Zum Andenken an das Leiden und Sterben Jesu hat die Kirche den Freitag als Fasttag bestimmt.

Am zweiten Freitag nach dem Fronleichnamsfest feiern wir das HerzJesu-Fest. Den ersten Freitag eines jeden Monats bezeichnen wir als Herz-Jesu-Freitag. Das Fest des kostbaren Blutes Jesu Christi ist am 1. Juli.

Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes:

Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat;
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist;
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist;
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat;
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.

Am Donnerstag beten wir in Erinnerung an die Todesangst Christi.
Am Freitag beten wir in Erinnerung an den Tod des Herrn.

"Eine größere Liebe hat niemand als der, der für seine Freunde sein Leben hingibt." (Jo 15, 13)

20. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT UNS DURCH SEIN KREUZESOPFER ERLÖST

Pilatus übergab den Juden Jesus zur Kreuzigung. Sie nahmen also Jesus und führten ihn hinaus. Er trug selbst sein Kreuz und ging hinaus an den Ort, der Schädelstätte heißt, auf hebräisch Golgotha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm noch zwei andere zu bei den Seiten, Jesus aber in der Mitte.
Bei dem Kreuze standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena. Als Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dastehen sah, sprach er zu seiner Mutter: "Frau, siehe da, dein Sohn!" Dann sprach er zu dem Jünger: "Siehe da, deine Mutter!" Von jener Stunde an nahm der Jünger sie in sein Haus.
Jesus wusste, dass nunmehr alles vollbracht war. Darum sprach er, damit die Schrift erfüllt werde: "Mich dürstet." Ein Gefäß voll Essig stand da. Man füllte nun einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf einen Hysopstengel und hielt ihn an seinen Mund. Als Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: "Es ist vollbracht." Dann neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. (Jo 19, 16-18. 25-30)

Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz dem himmlischen Vater seinen heiligen Leib und sein heiliges Blut als Opfer dargebracht. Jesus ist Opferpriester und zugleich auch Opfergabe. Der Tod Christi ist das einzige Opfer, das Gott versöhnen konnte. Nur dieses hatte unendlichen Wert. Das Kreuzesopfer Christi ist das vollkommene Opfer des Neuen Bundes.

In jedem heiligen Messopfer wird das Kreuzesopfer Christi unblutig vergegenwärtigt. Auch in der heiligen Messe ist Jesus Christus der Opferpriester und die Opfergabe.

Durch seinen Opfertod am Kreuze hat uns Jesus von der Knechtschaft des Teufels, von der Sünde und von der ewigen Verdammnis erlöst. Er hat für unsere Sünden Genugtuung geleistet. Am Kreuz hat Jesus Christus den Neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gestiftet. Er hat uns das ewige Leben im Reich Gottes gebracht. Die Früchte der Erlösung empfangen wir durch die Kirche, besonders durch die sieben heiligen Sakramente.

Unter dem Kreuz ihres göttlichen Sohnes stand die Gottesmutter. Sie hat, wie sonst kein Mensch, an dem Leiden Christi teilgenommen. Wir verehren sie deshalb als die Schmerzensmutter und die Königin der Märtyrer. Vom Kreuze herab hat sie Jesus auch uns zur Mutter gegeben.

Warum ist das Kreuzesopfer Christi das vollkommene Opfer? - Wer ist Opfergabe, wer ist Opferpriester, was ist der Zweck des Kreuzesopfers? - Wann wird das Kreuzesopfer Christi vergegenwärtigt? - Wie hat sich Jesus am Kreuz dem himmlischen' Vater geopfert? - Wie opfert er sich in jeder heiligen Messe? Wie werden die Früchte des Kreuzesopfers uns zugewendet? - Warum verehren wir die Gottesmutter als Schmerzensmutter und als Königin der Märtyrer? Warum ist sie auch unsere Mutter?

Merksätze:

44. Wovon hat uns Jesus Christus erlöst?

Jesus Christus hat uns von der Knechtschaft des Teufels, von der Sünde und der ewigen Verdammnis erlöst.

45. Was hat uns Jesus Christus gebracht?

Jesus Christus hat uns das ewige Leben im Reich Gottes gebracht.

46. Welches ist das Opfer des Neuen Bundes?

Das Opfer des Neuen Bundes ist das Kreuzesopfer Jesu Christi.

FÜR MEIN LEBEN

Bei jeder heiligen Messe will ich mich mit dem Opfer Jesu Christi vereinigen und mich ganz dem himmlischen Vater schenken.

Denke nach, welcher Unterschied zwischen den Opfern des Alten Bundes und dem Opfer des Neuen Bundes besteht; wie reich unsere Seele durch die Mitfeier am Messopfer wird! - Erkläre, warum wir Jesus als den ewigen Hohenpriester bezeichnen; warum die heilige Messe so überaus wertvoll ist; warum wir am Sonntag das heilige Messopfer mitfeiern; wie die Gottesmutter am Leiden Jesu teilgenommen hat!

AUS DER LITURGIE

Die Fastenzeit:
Die Fastenzeit ist eine Zeit der Buße. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch. Beim Gottesdienst werden Gewänder in violetter Farbe verwendet. Am Aschermittwoch bezeichnet der Priester die Gläubigen mit dem Aschenkreuz und spricht: "Gedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst."
Der fünfte Sonntag in der Fastenzeit ist der Passionssonntag oder Leidenssonntag. Die Kreuze werden mit einem violetten Tuch verhüllt.

Die Karwoche:
Sie ist die letzte Woche der Fastenzeit und erinnert uns an das Leiden und den Erlösungstod Christi.

Der zweite Passionssonntag oder Palmsonntag.
Der Priester weiht Palmzweige und andere Zweige. Wir halten mit den geweihten Zweigen eine Prozession und preisen Christus unseren König. Bei der Messfeier wird die Leidensgeschichte des Herrn nach Matthäus gelesen.

Der Gründonnerstag.
Wir denken an das Letzte Abendmahl, an die Fuß waschung, an die Einsetzung des Allerheiligsten Sakramentes des Altares, an die Todesangst und Gefangennahme Jesu am Ölberg.
In Bischofskirchen werden am Vormittag die heiligen Öle geweiht: das Tauföl, das Chrisam und das Krankenöl. In jeder Kirche wird am Abend die eigentliche Festmesse zur Erinnerung an das Letzte Abendmahl gefeiert. Das Altarkreuz ist weiß verhüllt und das Gloria wird gesungen. Zum Gloria läuten alle Glocken. Dann schweigen sie bis zur Osternacht. Dafür werden hölzerne Klappern und "Ratschen" verwendet.

Nach dem Evangelium und einer kurzen Ansprache kann der Priester nach dem Beispiel Jesu an zwölf Männern die Fußwaschung vornehmen. Nach der Abendmahlsmesse wird das Allerheiligste an einen Seitenaltar gebracht. Dort werden bis Mitternacht Gebetsstunden zum Gedächtnis an das Ölbergleiden Christi gehalten.

Der heilige Karfreitag.
Der Gottesdienst beginnt um die Stunde, da Jesus Christus sein Leiden am Kreuz vollendet hat. Der Priester trägt schwarze Gewänder. Zuerst hören wir Lesungen aus dem Alten Testament. Darauf folgt die Leidensgeschichte des Herrn nach Johannes. Dann betet der Priester für alle Anliegen der Kirche die Fürbitten.
Danach wird das heilige Kreuz enthüllt und verehrt. Dabei singt der Priester: "Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen." Alle antworten: "Kommt, lasst uns anbeten!"
Nun folgt die Kommunionfeier der Pfarrgemeinde. Oft findet zum Schluss die sogenannte Grablegung statt. Die heilige Hostie wird in der Monstranz zur Anbetung ausgesetzt.

Der heilige Karsamstag.
Dieser Tag ist der Grabesruhe des Herrn geweiht.

Jesus ist das Sühneopfer für unsere Sünden, und nicht bloß für unsere, sondern auch für die der ganzen Welt. (1 Jo 2, 2)

21. LEHRSTÜCK: DER HEILAND IST ERSTANDEN!

"Abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten."

Beim Morgengrauen des ersten Wochentages machten sich Maria Magdalena und die andere Maria auf den Weg, um nach dem Grabe zu sehen. Da erbebte die Erde gewaltig. Ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wächter erbebten aus Furcht vor ihm und waren wie tot. Der Engel redete die Frauen an: "Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt, seht hier den Ort, wo der Herr gelegen hat. Und nun geht eilends hin und meldet seinen Jüngern: Er ist von den Toten auferstanden und geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch hiemit gesagt." (Mt 28, 1-7)

Als Jesus am Kreuze starb, trennte sich seine Seele vom Leibe und stieg in die Vorhölle hinab. In der Vorhölle waren die Seelen der Gerechten, die auf den Erlöser warten mussten. Ihnen hat Jesus die Erlösung verkündet.

Am Ostermorgen vereinigte Jesus aus eigener Kraft seine Seele wieder mit dem Leibe und stand von den Toten auf. Er ging als Sieger über die Sünde und den Tod aus dem Grab hervor. Die heiligen Wunden behielt der Auferstandene bei. Sein Leib war derselbe wie am Kreuz, aber nach der Auferstehung war er überaus herrlich. Er konnte alles durchdringen und war so schnell wie die Gedanken. Der Auferstandene ist nun unfähig, zu leiden. Er ist unsterblich.

Die Auferstehung Christi beweist, dass seine Lehre wahr ist und dass er wirklich Gott ist. Wie Christus auferstanden ist, werden auch wir auferstehen. Die Apostel wurden in ihrem Glauben an Jesus bestärkt. Sie haben den Auferstandenen mit eigenen Augen gesehen, ihn berührt und mit ihm geredet. Sie predigten die Auferstehung des Herrn vor Juden und Heiden. Sie sind für diese Wahrheit in den Tod gegangen.

Was heißt: Die Seele Jesu ist nach dem Tode zur Hölle abgestiegen? - Welche Seelen hat Jesus aus der Vorhölle befreit? - Warum ist die Auferstehung das größte Wunder Jesu? - Was geschah bei der Auferstehung? - Warum ist Jesus der Sieger über den Tod und die Sünde? - Wie war der Leib Jesu nach der Auferstehung? - Warum ist die Auferstehung der sicherste Beweis der Gottheit Jesu?

Merksätze:

47. Warum konnten die Apostel die Auferstehung Jesu sicher bezeugen?

Die Apostel haben den Auferstandenen mit eigenen Augen gesehen, ihn berührt und mit ihm geredet.

48. Was lehrt die Auferstehung Jesu?

Die Auferstehung Jesu lehrt:

1. dass seine Lehre wahr ist;

2. dass Jesus wirklich Gott ist;

3. dass auch wir einst auferstehen werden.

FÜR MEIN LEBEN

Wenn ich mit Christus lebe, werde ich auferstehen und ewig mit Christus vereint sein.

Denke nach, wo die Seelen der Gerechten vor der Erlösung waren; was für Opfer die Apostel für die Lehre von der Auferstehung brachten!

AUS DER LITURGIE

Das heilige Osterfest ist das Fest unserer Erlösung und darum das höchste des Kirchenjahres. Es wird immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Alle Feste des Kirchenjahres sind auf das Fest der Auferstehung Christi hingeordnet.

Der Gottesdienst der heiligen Osternacht beginnt vor dem Gotteshaus. Dort wird das Feuer geweiht. Darauf folgt die Weihe der Osterkerze. Sie ist das Sinnbild des Auferstandenen. Fünf Weihrauchkörner werden geweiht und in Kreuzesform der Osterkerze eingefügt. Diese wird dann angezündet und in das dunkle Gotteshaus getragen. Dabei wird dreimal angestimmt: "Lumen Christi!" - Licht Christi! Alle antworten: "Deo gratias!" - Gott sei Dank! Vor der geweihten Osterkerze singt der Priester zum Lob des Auferstandenen einen Jubelgesang, das "Exsultet",

An der Osterkerze werden die übrigen Lichter im Gotteshaus entzündet.

Nach vier Lesungen aus dem Alten Bund wird die Allerheiligenlitanei gebetet. Dann wird das Taufwasser geweiht und zum Taufbrunnen getragen. Der Priester erneuert mit der Pfarrgemeinde das Taufversprechen.

Anschließend wird das Hochamt der Osternacht mit dem dreimaligen "Alleluja" gefeiert.

Die Osterkerze steht auf der Evangelienseite des Altares bis zum Fest Christi Himmelfahrt.

Aus dem glorreichen Rosenkranz:
Jesus, der von den Toten auferstanden ist.

"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Jo 11, 25)

22. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS IST KÖNIG DES HIMMELS UND DER ERDE

" . . . aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. "

Jesus Christus hat nach seiner Auferstehung den Apostel Petrus zu seinem Stellvertreter auf Erden und zum sichtbaren Haupt der Kirche eingesetzt.

Während Jesus mit den Aposteln zusammen war, gebot er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern die Verheißung des Vaters zu erwarten: "Darüber habt ihr von mir gehört: Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden." (Apg 1, 4-5) Jesus führte die Jünger hinaus gegen Bethanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Segnend schied er von ihnen und fuhr in den Himmel auf. Sie fielen anbetend nieder. Dann kehrten sie hocherfreut nach Jerusalem zurück. (Lk 24, 50-52)

Jesus Christus herrscht in alle Ewigkeit als der verklärte Gottmensch zur Rechten des Vaters: Er besitzt mit Gott Vater die höchste Macht und Herrlichkeit. Er thront und waltet in der Herrlichkeit Gottes. Er bleibt das unsichtbare Haupt der Kirche. Jesus Christus ist der Mittler des Heiles für die Menschen als höchster Lehrer, Priester und Hirte bis an das Ende der Zeiten. Er verleiht ihnen Wahrheit, Gnade und Seligkeit.

Jesus Christus ist unser Herr und König. Durch seinen Erlösertod sind wir sein Eigentum geworden. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, wie es die Reiche dieser Erde sind, aber es ist in dieser Welt. Das Reich Christi erweist in den Seelen der Menschen seine Kraft. Es ist überall dort, wo Menschen an den Gottessohn glauben und in seiner Gnade leben und sterben.

Was hat Jesus den Aposteln bei seiner Himmelfahrt verheißen? - Warum ist Jesus in den Himmel aufgefahren? - Warum ist Christus durch seinen Erlösertod König der Menschheit? - Wo erweist das Reich Gottes seine Kraft?

Merksätze:

49. Was heißt: "Jesus sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters?"

Jesus sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, heißt, Jesus besitzt auch als Mensch mit dem Vater die höchste Macht und Herrlichkeit und übt die Herrschergewalt aus.

50. Warum bleibt Christus der Mittler des Heiles?

Christus bleibt der Mittler des Heiles, weil er als höchster Lehrer, Priester und Hirte den Menschen aller Zeiten Wahrheit, Gnade und Seligkeit verleiht.

FÜR MEIN LEBEN

Christus ist Herr und König über alles. Ihm zu, dienen, ist die Aufgabe meines Lebens. Ich weihe ihm meinen Verstand im lebendigen Glauben, meinen Willen im treuen Gehorchen.

Denke nach, warum Jesus zu Pilatus gesagt hat: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"; wie du zeigen kannst, dass Christus der König deines Lebens ist: als Ministrant, in der katholischen Jungschar, durch das offene Bekenntnis deines Glaubens, durch ein christliches Leben und Beispiel!

AUS DER LITURGIE

Das Fest Christi Himmelfahrt wird vierzig Tage nach Ostern gefeiert. Es ist ein gebotener Feiertag.

Wir feiern Christus den König schon am Fest der Erscheinung des Herrn, dann am zweiten Passionssonntag - Palmsonntag - durch die Palmprozession; am letzten Sonntag im Oktober durch das Christkönigsfest.

Jesus Christus ist zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. (Röm 8, 34)

23. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS WIRD MIT MACHT UND HERRLICHKEIT WIEDERKOMMEN

" ... Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten."

Jesus hat seine glorreiche Wiederkunft vorausgesagt:

"Sogleich nach der Drangsal jener Tage wird sich die Sonne verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker auf Erden werden wehklagen. Sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. Er wird seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten von den vier Windrichtungen zusammenbringen, von einem Ende des Himmels bis zum andern." (Mt 24, 29-31)

Jesus Christus wird am Ende der Zeit als König und Richter erscheinen. Bei dieser Wiederkunft wird seine göttliche Macht und Herrlichkeit der ganzen Schöpfung offenbar werden. Wann Jesus wiederkommen wird, weiß nur Gott allein. Alle Menschen werden dann vor das Gericht des Herrn gerufen, und die Erlösung wird vollendet werden.

Merksätze:

51. Wann wird Jesus Christus wiederkommen?

Jesus Christus wird am Ende der Zeit mit großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen.

52. Wozu wird Jesus Christus wiederkommen?

Jesus Christus wird wiederkommen, um alle Menschen zu richten und die Erlösung zu vollenden.

FÜR MEIN LEBEN

Ich weiß nicht Tag noch Stunde, wann Jesus zum Gericht wiederkommt. Ich will so leben, dass ich mit Freuden daran denken kann.

Denke nach, in welchem Gleichnis Jesus mahnt, für sein Kommen bereit zu sein; was beim Gericht am Ende der Welt offenbar wird; wie wir uns auf die Wiederkunft Christi vorbereiten sollen! - Erkläre, warum wir die Zeit der Wiederkunft Christi nicht genau wissen!

Gott, unser Vater, mache eure Herzen stark, dass ihr untadelig und heilig vor ihm dasteht, wenn unser Herr Jesus Christus mit allen seinen Heiligen wiederkommt. (1 Thess 3, 13)

24. LEHRSTÜCK: DER HEILIGE GEIST IST AM PFINGSTFEST AUF DIE APOSTEL HERABGEKOMMEN

" ... Ich glaube an den Heiligen Geist."

Nach seinem Abschied von der Welt wollte Jesus Christus seine Kirche nicht allein lassen. Darum sandte er ihr den Heiligen Geist.

Das Pfingstfest war gekommen, und alle Apostel waren beisammen. Plötzlich erhob sich vom Himmel her ein Brausen, als ob ein gewaltiger Sturm daher führe. Es erfüllte das ganze Haus, in dem sie versammelt waren. Zungen wie von Feuer erschienen ihnen, verteilten sich und ließen sich auf jeden von ihnen nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen in fremden Sprachen zu reden, wie sie der Heilige Geist ihnen eingab. (Apg 2, 1-4)

Der Heilige Geist hat die Apostel und alle, die im Abendmahlsaal versammelt waren, mit Gnade erfüllt. Er hat sie erleuchtet, gestärkt und geheiligt, dass sie als Vorsteher der Kirche Christi ihr Amt recht verwalten.

Am Pfingstfeste ist das geheimnisvolle Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche erkennbar geworden. Der Heilige Geist lehrt uns durch die Kirche. Er erleuchtet sie, so dass sie unfehlbar die Lehre Christi bewahrt und sie ohne Irrtum verkündet. Der Heilige Geist heiligt die Kirche und teilt durch sie die Gnaden der Erlösung aus. Er hilft der Kirche bei ihrer Aufgabe, alle Menschen zur Seligkeit zu führen. In den Verfolgungen macht er sie mutig und standhaft. Der Heilige Geist ist der Beistand und Tröster der Kirche. Er leitet sie bis an das Ende der Welt.

Was hat der Heilige Geist in den Aposteln bewirkt? - Wann wurde das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche erkennbar? - Wie hilft der Heilige Geist der Kirche bei der Verkündigung der Lehre Christi? - Zu welcher Aufgabe stärkt der Heilige Geist die Kirche? - Wie hilft der Heilige Geist der Kirche in den Verfolgungen? - Wie lange wirkt der Heilige Geist in der katholischen Kirche?

Merksätze:

53. Was hat der Heilige Geist in den Aposteln bewirkt?

Der Heilige Geist hat die Apostel erleuchtet, gestärkt und geheiligt.

54. Wie wirkt der Heilige Geist in der katholischen Kirche?

Der Heilige Geist lehrt und leitet die gesamte Kirche und teilt durch sie seine Gnaden aus.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich vertrauensvoll von der Kirche führen lassen.

Denke nach, welche besonderen Gnaden der Heilige Geist der Kirche und ihren Gliedern schenkt! - Berichte, was Jesus über das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche verheißen hat; was in der Apostelgeschichte über das Wirken des Heiligen Geistes berichtet wird!

AUS DER LITURGIE

Zehn Tage nach der Himmelfahrt Christi feiern wir die Herabkunft des Heiligen Geistes am. Pfingstfest. Die liturgische Farbe ist rot.

Aus dem glorreichen Rosenkranz:

Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.

"Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Jo 14, 26)

25. LEHRSTÜCK: DER HEILIGE GEIST IST DIE DRITTE GÖTTLICHE PERSON

Durch das Sprachenwunder, das der Heilige Geist bewirkte, waren alle Versammelten voll Staunen und Verwunderung. Da trat Petrus vor und sprach:

"Vernehmt meine Worte!
Hier geht das Wort des Propheten Joel in Erfüllung:
In der Endzeit, spricht Gott,
werde ich ausgießen meinen Geist über alles Fleisch,
dann werden eure Söhne und Töchter weissagen,
eure Jünglinge Gesichte schauen
und eure Greise Traumgesichte haben.
Selbst über meine Knechte und Mägde
werde ich meinen Geist in jenen Tagen ausgießen,
und sie werden weissagen.
Wunderzeichen will ich erscheinen lassen
am Himmel oben und auf der Erde unten." (Apg 2, 14-19)

Die Heilige Schrift des Neuen Bundes berichtet in vielfältiger Weise vom Heiligen Geist. Bei der Taufe Jesu hat sich der Heilige Geist als die dritte göttliche Person geoffenbart. Jesus Christus hat beim Letzten Abendmahl den Heiligen Geist als Beistand versprochen. Der Vater und der Sohn haben uns den Heiligen Geist gesandt.

Der Heilige Geist ist wahrer Gott, wie der Vater und der Sohn. Er besitzt alle göttlichen Eigenschaften. Der Heilige Geist ist höchst heilig und gütig, er weiß alles und kann alles. Er ist überall. Er geht von Ewigkeit her vom Vater und vom Sohne aus. Er wird in gleicher Weise wie der Vater und der Sohn angebetet und verherrlicht.

Der Heilige Geist wohnt in uns. Er erleuchtet, stärkt und heiligt uns durch die Sakramente und gibt uns seine sieben Gaben: Die Gabe der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und die Gabe der Furcht des Herrn.

Der Heilige Geist hilft uns auch, das Gute zu tun und vollkommen zu werden. Er weckt und stärkt unseren Glauben, tröstet uns und erfüllt uns mit seiner unendlichen Liebe.

Wie hat sich der Heilige Geist geoffenbart? - Wann hat Jesus den Heiligen Geist verheißen? - Was sagt uns die Heilige Schrift über den Heiligen Geist? - Woher wissen wir, dass der Heilige Geist die dritte göttliche Person ist? - In welcher Beziehung steht der Heilige Geist zu den anderen göttlichen Personen?

Merksätze:

55. Wer ist der Heilige Geist?

Der Heilige Geist ist die dritte göttliche Person.

56. Wie wirkt der Heilige Geist in unseren Herzen?

Der Heilige Geist erleuchtet, stärkt und heiligt uns. Er spendet uns seine sieben Gaben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will den Heiligen Geist in mir wirken lassen, wenn er mich mahnt, den christlichen Glauben zu bekennen und danach zu leben.

Denke nach, warum wir zum Heiligen Geist beten sollen; wann wir zum Heiligen Geist beten sollen! - Erkläre, wie du dich für das Wirken des Heiligen Geistes bereit machen kannst; wie du zum Wirken des Heiligen Geistes in dir beitragen kannst; wie du dich gegen den Heiligen Geist versündigst! - Berichte, welche Darstellungen des Heiligen Geistes du kennst und erkläre, was sie bedeuten; welche Lieder zum Heiligen Geist du kennst!

AUS DER LITURGIE

Gebet zum Heiligen Geist:

"Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.

V: Sende aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen.

A: Und du wirst das Angesicht der Erde erneuern."

V: Lasset uns beten: O Gott, du hast die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in demselben Geiste das, was recht ist, verstehen und seines Trostes uns allezeit erfreuen mögen. Durch Christus, unsern Herrn.

A: Amen.

Alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes. (Röm 8, 14)

26. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE IST DIE GEMEINSCHAFT ALLER GETAUFTEN

"Ich glaube an die heilige katholische Kirche."

In seiner Pfingstpredigt hielt der Apostel Petrus den Juden vor, dass sie Jesus, den Sohn Gottes, gekreuzigt hatten.

"Eben diesen Jesus hat Gott auferweckt. Dafür sind wir alle Zeugen. Durch die Rechte Gottes erhöht, hat er den verheißenen Heiligen Geist vom Vater empfangen und ihn jetzt ausgegossen, wie ihr seht und hört."
Als sie das hörten, ging es ihnen durchs Herz. Sie sagten zu Petrus und den anderen Aposteln: "Brüder, was sollen wir tun?" Petrus erwiderte ihnen: "Bekehrt euch, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, auf dass ihr Vergebung eurer Sünden und die Gabe des Heiligen Geistes empfanget .... "
Noch mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie. ... Die nun sein Wort annahmen, wurden getauft. An jenem Tage kamen gegen dreitausend Seelen hinzu. (Apg 2, 33. 37. 38. 40. 41)

Durch das Sakrament der Taufe werden wir in die Gemeinschaft der Kirche Christi aufgenommen. Die Glieder der Kirche sind untereinander verbunden wie die Glieder eines Leibes. Das Haupt dieses Leibes ist Jesus Christus. Wie alle Glieder des Leibes vom Haupte aus mit Leben erfüllt und gelenkt werden, so geschieht dies auch in der Kirche. Sie ist der Leib Christi. Christus schenkt ihr das Leben, er lenkt sie und sorgt für sie. Ohne Christus kann die Kirche nicht sein. Darum nennt der heilige Paulus die Kirche den "geheimnisvollen Leib Christi." Die Glieder dieses Leibes sind die Gläubigen; alle müssen Christus als das Haupt und alle Getauften als Glieder Christi lieben. Sie sollen mit dem Haupte und den Gliedern in Gebet und Opfer verbunden sein. Die Ungetauften und die Irrgläubigen gehören nicht zur katholischen Kirche.

Die Lebenskraft, welche die Kirche durchdringt, ist der Heilige Geist. Er verbindet die Glieder mit dem Haupte und untereinander. Der Heilige Geist ist gleichsam die Seele der Kirche.

Wodurch werden die Gläubigen Glieder der Kirche? - Wie ist die Beziehung zwischen Christus und der Kirche? - Wie ist die Beziehung zwischen dem Heiligen Geist und der Kirche? - Was sind wir untereinander durch die Taufe geworden?

Merksätze:

57. Was ist die Kirche?

Die Kirche ist die Gemeinschaft aller, die durch Glaube und Taufe mit Christus verbunden und mit dem Heiligen Vater geeint sind.

58. Warum heißt die Kirche der geheimnisvolle Leib Christi?

Die Kirche heißt der geheimnisvolle Leib Christi,

1. weil alle Getauften mit Christus eine Familie bilden;

2. weil Christus das Haupt ist und wir die Glieder seines Leibes sind;

3. weil von Christus das göttliche Leben auf uns überströmt.

FÜR MEIN LEBEN

Als katholischer Christ bin ich aufs innigste mit Christus verbunden. Was ich denke, rede und tue, muss dieser Gemeinschaft entsprechen.

Denke nach, wie Christus der Kirche das Leben erworben hat; wie er sie stärkt und für sie sorgt; wie sich die Gemeinschaft der Kirche im Gottesdienst zeigt! - Erkläre, warum Christus das Haupt der Kirche ist; welche Bedeutungen das Wort "Kirche" haben kann!

Wie wir an dem einen Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder den gleichen Dienst verrichten, so bilden wir alle zusammen einen Leib in Christus, einzeln aber sind wir Glieder untereinander. (Röm 12, 4-5)

27. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE CHRISTI IST EINE SICHTBARE GEMEINSCHAFT

Jesus Christus hat seine Kirche als sichtbare Gemeinschaft gegründet. Er sammelte Jünger um sich und wählte aus ihnen die zwölf Apostel. Ihnen trug er auf, seine Lehre allen Menschen zu verkünden, die Sakramente zu spenden und das heilige Messopfer darzubringen. Sie sollten die Gläubigen zu einem Leben nach der Lehre ihres Meisters anhalten. Den Apostel Petrus hat Jesus zu seinem Stellvertreter auf Erden und zum sichtbaren Haupte seiner Kirche auserwählt.

"Du bist Petrus, das ist Fels. Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was immer du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden seid, und was immer du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 16, 18. 19)

Nach seiner Auferstehung hat Jesus Christus dem Apostel Petrus die Leitung seiner Kirche übertragen: "Weide meine Lämmer ... weide meine Schafe!" (10 21, 15. 17)

Der Nachfolger des Apostels Petrus ist der Bischof von Rom. Er ist das sichtbare Haupt der katholischen Kirche. Wir nennen ihn Papst und als Stellvertreter Jesu Christi "Heiliger Vater". Die Ratgeber des Papstes sind die Kardinäle. Sie wählen den Papst. Die Kirche Christi heißt römisch-katholische Kirche, weil der Papst der Bischof von Rom ist.

Die Apostel gaben ihr Amt an ihre Nachfolger, die Bischöfe, weiter. Das Gebiet, das ein Bischof verwaltet, heißt Diözese oder Bistum, manchmal Apostolische Administratur. In Österreich sind zwei Kirchenprovinzen: die Erzdiözese Salzbur g mit den Diözesen Seckau-Graz, Gurk-Klagenfurt und die Erzdiözese Wien mit den Diözesen St. Pölten, Linz, Eisenstadt. Die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch ist direkt dem Heiligen Vater unterstellt.

Die Diözesen sind in Pfarren eingeteilt. Der Priester, der von seinem Bischof über eine Pfarre gesetzt ist, heißt Pfarrer. In den großen Pfarren helfen dem Pfarrer die Kapläne und Katecheten.

Da die Kirche die Aufgabe hat, die Menschen zur Seligkeit zu führen, ist es notwendig, der Kirche anzugehören. Viele Menschen wissen nichts von der katholischen Kirche. Zu diesen sendet die Kirche Missionare.

Die Unwissenden können trotzdem die Gnade erlangen und selig werden, wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen den Willen Gottes erfüllen und aus Liebe zu Gott ihre Sünden bereuen. Doch fehlen ihnen viele Hilfen, um das ewige Heil zu erlangen.

Wer aus eigener Schuld der katholischen Kirche nicht angehört oder von ihr abfällt, sündigt schwer und kann nicht selig werden.

Jesus hat die Kirche gegründet, damit sie Gott verherrliche, auf Erden sein Reich ausbreite und die Menschen zur ewigen Seligkeit führe. Wir müssen glauben, was sie lehrt und befolgen, was sie befiehlt.

Als katholische Christen müssen wir mithelfen, das Reich Christi zu verbreiten. Zu dieser Arbeit für das Reich Gottes rufen uns der Heilige Vater und die Bischöfe in der Katholischen Aktion, auch katholische Bewegung genannt, auf.

Wer ist der Stellvertreter Christi in seiner Kirche? - Welche Aufgabe hat der Papst in der Kirche? - Wieso ist der Papst der Nachfolger des Apostels Petrus? - Warum nennen wir den Papst "Heiliger Vater"? - Welche Aufgabe haben die Kardinäle, die Bischöfe, die Priester? - Welche Aufgabe hat der katholische Christ? - Warum müssen wir glauben, was die katholische Kirche lehrt? - Kann jemand selig werden, der ohne seine Schuld der katholischen Kirche nicht angehört? Kann jemand selig werden, der aus eigener Schuld der katholischen Kirche nicht angehört? - Worin besteht die Katholische Aktion?

Merksätze:

59. Wie hat Jesus die katholische Kirche als sichtbare Gemeinschaft gegründet?

Jesus hat Gläubige um sich gesammelt, aus ihnen zwölf Apostel gewählt und den Apostel Petrus zum sichtbaren Haupt eingesetzt.

60. Mit welchen Worten hat Jesus den Apostel Petrus zu seinem Stellvertreter auf Erden bestimmt?

Jesus sprach:
"Du bist Petrus, das ist Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was immer du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden. sein; was immer du auf Erden lösen wirst, wird auch' im Himmel gelöst sein." (Mt 16, 18. 19)
"Weide meine Lämmer •... weide meine Schafe." (Jo 21, 15. 17)

61. Wer ist der Nachfolger des Apostels Petrus?

Der Nachfolger des Apostels Petrus ist der Bischof von Rom; er wird Papst genannt.

62. Wer sind die Nachfolger der Apostel?

Die Nachfolger der Apostel sind die Bischöfe. Sie werden in ihrem Amt von den Priestern unterstützt.

63. Wozu hat Jesus Christus die Kirche gegründet?

Jesus Christus hat die Kirche gegründet:

1. Damit sich sein Reich auf Erden ausbreite;

2. damit seine Kirche Gott verherrliche und die Menschen zur ewigen Seligkeit führe.

64. Welche Pflichten haben wir gegen die Kirche?

Wir haben die Pflicht:

1. Der Kirche anzugehören;

2. zu glauben, was sie lehrt;

3. zu befolgen, was sie befiehlt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich immer offen zur Kirche bekennen, treu zu ihr halten und dem Ruf des Bischofs zur Mitarbeit in der Katholischen Aktion folgen.

Denke nach, warum es eine so große Gnade ist, der katholischen Kirche anzugehören; warum es notwendig ist, der katholischen Kirche anzugehören; welche Aufgabe du als Glied der Kirche übernehmen kannst; wie du in der Katholischen Aktion mitarbeiten kannst! - ErzähIe, wie Petrus das oberste Hirtenamt unter den Aposteln ausgeübt hat! - Erkläre, wer das unsichtbare Haupt der Kirche ist! Schreibe auf, wie der jetzige Heilige Vater heißt; zu welcher Diözese du gehörst; wie dein Bischof heißt; zu welcher Pfarre du gehörst; wie die Priester deiner Pfarre heißen! - Stelle einige wichtige Ereignisse aus der Geschichte deiner Pfarrgemeinde zusammen!

AUS DER LITURGIE

In der heiligen Messe beten wir vor der heiligen Wandlung: "Wir bringen die Opfergaben dar vor allem für deine heilige katholische Kirche: Schenke ihr den Frieden auf dem ganzen Erdkreis; behüte, einige und eite sie huldvoll, samt deinem Diener, unserem Papst N., unserem Bischof N. und allen Rechtgläubigen, die den katholischen und apostolischen Glauben fördern!"

Gehorcht euren Vorstehern und erfüllt ihren Willen! Sie wachen über eure Seelen und müssen einst Rechenschaft über sie geben. Möchten sie das mit Freuden tun können und nicht mit Seufzen; denn das brächte euch keinen Nutzen. (Hehr 13, 17).

28. LEHRSTÜCK: DIE KATHOLISCHE KIRCHE VERKÜNDET DIE BOTSCHAFT JESU CHRISTI

Jesus Christus rief die zwölf Apostel zusammen und gab ihnen Macht und Gewalt über alle bösen Geister und die Kraft, Krankheiten zu heilen. Dann sandte er sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und die Kranken gesund zu machen . . .
Sie machten sich auf den Weg, zogen von Ort zu Ort und verkündeten überall die Frohe Botschaft. (Lk 9, 1-2. 6)

Seit der Zeit der Apostel führen ihre Nachfolger, der Papst und die Bischöfe, den Auftrag des Herrn aus. Sie verkünden und erklären die Botschaft Jesu Christi. Wichtige Fragen der Glaubens- und Sittenlehre legt der Papst in den Rundschreiben (Enzykliken) dar. In diesen wendet er sich an die Gläubigen der ganzen Welt. Die Bischöfe richten an die Katholiken ihrer Diözesen Hirtenbriefe. Im Auftrag des Bischofs verkünden die Priester das Wort Gottes in der Predigt und im Religionsunterricht. Der Bischof gibt auch Laien die Sendung für den Religionsunterricht. Viele Menschen haben noch nichts von der Frohen Botschaft erfahren. Darum gehen die Glaubensboten (Missionare) in alle Erdteile und verkünden die Erlösung.

Jesus hat dafür gesorgt, dass die Kirche seine Botschaft zu allen Zeiten frei von jedem Irrtum verkündet. Dazu hat sie den Beistand des Heiligen Geistes erhalten. Sie ist in Glaubens- und Sittenlehren unfehlbar. Papst und Bischöfe sind unfehlbar, wenn sie auf einer allgemeinen Kirchenversammlung (Konzil) über Fragen des Glaubens und der Sitten beraten und entscheiden. Unfehlbar sind sie auch, wenn sie übereinstimmend in ihrer göttlichen Lehrverkündigung eine Wahrheit als Glaubenssatz hinstellen. Unfehlbar ist auch der Papst allein, wenn er als oberster Lehrer der Kirche in Glaubens- und Sittenlehren entscheidet. Eine geoffenbarte Wahrheit, die von der Kirche als Glaubenssatz unfehlbar verkündet wird, heißt Dogma. Ein Dogma müssen alle Katholiken als wahr annehmen. Die Kirche wacht über alle Bücher und Schriften, welche Fragen des Glaubens und des sittlichen Lebens behandeln. Diese müssen dem Bischof vorgelegt werden. Er prüft sie und erteilt dann die bischöfliche Druckerlaubnis. Bücher, die unserem Glauben und unserem sittlichen Leben schaden, dürfen wir nicht lesen.

Wem hat Jesus das Lehramt übertragen? - Wie üben Papst und Bischöfe das Lehramt aus? - Wie helfen die Priester. den Bischöfen bei der Ausübung des Lehramtes? - Wie sorgt die Kirche für. die Ausbreitung des Glaubens? - Welche Aufgabe haben die Missionare und Missionsschwestern? - Wie hat Jesus vorgesorgt, dass die Kirche seine Lehre unfehlbar verkündet? - Was ist ein Konzil? - Worin ist die Kirche unfehlbar? - Wann ist eine päpstliche Entscheidung unfehlbar? _ Was ist ein Dogma? - Wie sorgt die Kirche für die Reinerhaltung des Glaubens und der Sittlichkeit? - Worauf muss ich bei religiösen Büchern achten?

Merksätze:

65. Durch wen übt die Kirche das Lehramt aus?

Die Kirche übt durch den Papst und die Bischöfe das Lehramt aus. Sie bewahren, verkünden und erklären die Lehre Jesu Christi.

66. Kann die Kirche in ihrer Lehre irren?

Die Kirche kann in ihrer Lehre nicht irren, weil sie die Gabe der Unfehlbarkeit hat.

67. Wer hat in der Kirche die Gabe der Unfehlbarkeit?

Die Gabe der Unfehlbarkeit hat in der Kirche der Papst mit den Bischöfen zusammen und auch der Papst allein.

68. Wann ist der Papst allein unfehlbar?

Der Papst ist allein unfehlbar, wenn er als oberster Hirte und Lehrer in Glaubens- und Sittenlehren für die ganze Kirche endgültig entscheidet.

FÜR MEIN LEBEN

Die Kirche verkündet uns die Lehre Jesu Christi. Ich will dem Religionsunterricht aufmerksam folgen, eifrig die Seelsorgestunde besuchen und die Predigt hören.

Zur Ausbreitung des katholischen Glaubens in den Missionsländern will ich mithelfen durch Gebet, Opfer und Teilnahme an Missionswerken. (Werk der heiligen Kindheit Jesu, Werk der Glaubensverbreitung, Werk des heiligen Petrus).

Denke nach, wie alle Gläubigen mithelfen können, dass ihre Mitmenschen den wahren Glauben kennenlernen; wie du jetzt schon mithelfen kannst; ob du den letzten Hirtenbrief deines Bischofs gehört hast; wie du dich im katholischen Glauben weiterbilden kannst! Erkläre, wie die Kirche den Glauben verkündet: im Gotteshaus, in der Schule, in der Jugendgruppe, durch Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, durch den Rundfunk und das Fernsehen; warum die Eltern für die religiöse Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind; wie du am Missionswerk der Kirche mithelfen kannst! - Erzähle, wie die Botschaft Jesu weitergegeben wurde! - Berichte, wo die Botschaft Jesu aufgeschrieben ist; wo in deiner Heimat ein Missionshaus ist; welche Glaubensboten in Österreich gewirkt haben! - Suche in religiösen Büchern die bischöfliche Druckerlaubnis! - Erkundige dich, wie das religiöse Wochenblatt deiner Diözese heißt! - MeIde dich als Mitglied und Helfer beim Werk der heiligen Kindheit Jesu! - SammIe Briefmarken für die Missionen!

AUS DER LITURGIE

Das erste Missionsfest im Kirchenjahr ist das Fest der Erscheinung des Herrn. Im Oktober wird der Weltmissionstag gefeiert.

In der Allerheiligenlitanei beten wir:
dass du alle Irrenden zur Einheit der Kirche zurückrufen, und alle Ungläubigen zum Licht des Evangeliums führen wollest, wir bitten dich, erhöre uns!

"Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe!" (Mt 28, 19. 20)

29. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE ÜBT DAS PRIESTER AMT JESU CHRISTI AUS

Beim Letzten Abendmahl hat Jesus Christus seinen Aposteln die Vollmacht übertragen, das Opfer seines Leibes und Blutes immerfort darzubringen. Die Apostel haben schon in der Christengemeinde von Jerusalem das heilige Messopfer gefeiert. Darüber berichtet die Apostelgeschichte:

Täglich verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in einzelnen Häusern das Brot und genossen ihre Speisen in Freude und Einfalt des Herzens. Sie priesen Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. So führte der Herr ihnen täglich die zu, die das Heil erlangen sollten. (Apg 2, 46-47)

Die ersten Christen nannten die Feier des heiligen Messopfers das "Brotbrechen'".

Opferpriester bei der heiligen Messe ist Jesus Christus.

Der Priester am Altar ist der Stellvertreter Jesu Christi. Deshalb bringt er das heilige Opfer nicht nur für sich dar, sondern auch im Namen der Gläubigen und in Gemeinschaft mit ihnen.

Jesus hat zu unserer Heiligung die sieben heiligen Sakramente eingesetzt. Die Kirche spendet sie und vermittelt uns dadurch die Gnade Jesu Christi. Sie ruft auch den Segen Gottes auf uns herab und auf Dinge, die Wir gebrauchen. Sie segnet Menschen, Orte und Gegenstände, damit sie uns zum zeitlichen und, ewigen Heile gereichen. Im Stundengebete der Kirche wird Gott Tag und Nacht gepriesen.

Wie nannten die ersten Christen die Feier der heiligen Messe? - Wer ist der Stellvertreter Jesu Christi am Altar? - Für wen bringt der Priester das heilige Opfer dar? - Worin besteht das Priesteramt der Kirche?

Merksatz:

69. Wie übt die Kirche das Priesteramt aus?

Die Kirche übt das Priesteramt aus, indem sie das Messopfer darbringt, die Sakramente spendet, weiht, segnet und für alle Menschen betet.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will durch eifrige Teilnahme am heiligen Messopfer und durch den Empfang der heiligen Sakramente das Gnadenleben in mir stärken.

Denke nach, warum die Feier der heiligen Messe der höchste Gottesdienst ist; wann die Kirche für alle Menschen betet! - Erkläre, warum die ersten Christen die heilige Messe das "Brotbrechen" nannten; wie wir beim Gottesdienst mittun können und sollen; wie uns die Kirche durch die einzelnen Sakramente heiligt! - Berichte, welche Arten des Gottesdienstes du kennst! - ZähIe auf, was die Kirche weiht und segnet!

Ein jeder betrachte uns als Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. (1 Kor 4, 1)

30. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE LEITET UNS

Jesus Christus sorgt für alle Menschen wie ein guter Hirte.

"Ich bin der gute Hirt. Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben für meine Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Herde sind. Auch die muss ich herbeiführen; sie werden auf meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt sein." (Jo 10, 14-16)

Durch ihr Hirtenamt will die Kirche die Gläubigen zu einem Leben nach dem Willen Gottes anleiten. Sie sorgt für alle, die ihrer Gemeinschaft angehören. Sie hilft allen, die in Not und Armut sind. Diese werktätige Liebe ist die Caritas.

Die Kirche verkündet und erklärt die Gebote Gottes. Sie mahnt uns zum Guten und warnt vor dem Bösen. Dazu gibt sie Gesetze. Sie sind im kirchlichen Gesetzbuch aufgeschrieben. Als Stellvertreter Christi gibt der Papst für die gesamte Kirche Gesetze. Die Bischöfe als Nachfolger der Apostel geben sie für ihre Diözesen. Wir sind im Gewissen verpflichtet, die Gesetze der Kirche zu befolgen.

Die Gläubigen der einzelnen Pfarrgemeinden leitet der Pfarrer im Auftrag des Bischofs zum christlichen Leben an. Sie sollen ihren Hirten folgen, auf ihre Seelsorger hören und unter ihrer Führung für das Reich Gottes wirken. Wenn wir eifrig mitarbeiten, dann anerkennt die Kirche unser treues Wirken und lobt es.

Wer aber durch schwere Vergehen die kirchliche Gemeinschaft schädigt und verstockt bleibt, den richtet und straft die Kirche. Kirchliche Strafen sind: Entziehung der heiligen Sakramente, Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft (Exkommunikation), Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses. Durch diese Strafen sollen die Gläubigen ihre schweren Fehler erkennen, sich bessern, oder von ihnen abgehalten werden.

Worin besteht das Hirtenamt der Kirche? - Wie übt die Kirche das Hirtenamt aus? - Wer übt in der Kirche das Hirtenamt aus? - Warum kann uns die Kirche Gebote geben? - Warum ist es eine Sünde, die Kirchengebote nicht zu halten? Welche Bedeutung haben die kirchlichen Strafen?

Merksatz:

70. Wie übt die Kirche das Hirtenamt aus?

Die Kirche übt das Hirtenamt aus, indem sie alle Gläubigen zu einem christlichen Leben anleitet, Gebote und Gesetze gibt, anerkennt und lobt, richtet und straft.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will die Anordnungen der Kirche bereitwillig erfüllen.

Denke nach, wie du in der Pfarre mitarbeiten kannst! - Erkläre, warum sich Jesus als der gute Hirte bezeichnet; was Jesus als guter Hirte tut; wen Jesus in seiner Herde haben will; wie die Kirche für die Armen und Notleidenden sorgt und wie wir diese sorgende Liebe der Kirche nennen!

"Wer euch hört, hört mich, wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, verachtet den, der mich gesandt hat." (Lk 10, 16)

31. LEHRSTÜCK: DIE KATHOLISCHE KIRCHE IST DIE WAHRE KIRCHE JESU CHRISTI

Jesus Christus hat beim Letzten Abendmahl für seine Apostel und damit für seine Kirche gebetet:

"Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, dass sie eins seien, wie wir es sind. Solange ich bei ihnen war, habe ich sie in deinem Namen bewahrt. …
Ich bitte nicht: Nimm sie hinweg aus der Welt! Sondern: Bewahre sie vor dem Bösen! … Heilige sie in der Wahrheit.
Doch nicht allein für sie bitte ich, sondern auch für jene, die durch ihr Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien." (Jo 17, 11-12. 15. 17. 20)

Jesus Christus hat nur eine Kirche gegründet, und er hat gewollt, dass in seiner Kirche alle eins seien. Es gibt aber in der Welt mehrere christliche Glaubensgemeinschaften. Damit man erkennen kann, welches die wahre Kirche ist, hat Christus seiner Kirche einige Kennzeichen gegeben, an denen man sie unterscheiden kann. Im Glaubensbekenntnis, das bei der Messe gebetet wird, werden sie aufgezählt: Im glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.

Die Kirche, welche die wahre Kirche Christi ist, muss einig sein, weil Christus gewollt hat, dass in seiner Kirche alle eins seien. Sie muss heilig sein, weil Christus eine heilige Kirche gegründet hat. Sie muss katholisch, d. h. allgemein sein, weil Christus sie für alle Menschen und für alle Völker gestiftet hat. Sie muss apostolisch sein, d. h. ihre Vorgesetzten müssen ihre Gewalt von den Aposteln herleiten, die Christus selbst gewählt hat.

Das alles trifft aber nur für die römisch-katholische Kirche zu. Sie ist einig. Auf der ganzen Erde verkündet sie die gleiche Lehre, spendet die gleichen Sakramente und feiert das gleiche Messopfer. Der Papst ist das sichtbare Haupt aller Gläubigen.

Die katholische Kirche ist heilig. Sie hat die Mittel der Gnade, durch welche sie die Menschen heilig macht und zur ewigen Seligkeit führt. Sie leitet jene, die ihr folgen, zu einem gottgefälligen, heiligen Leben an. Es gibt in ihr auch viele Heilige.

Die katholische Kirche ist wahrhaft katholisch oder allgemein. Sie wendet sich in ihrem Wirken an alle Menschen und an alle Völker. Sie macht keinen Unterschied, ob die Menschen arm oder reich sind, ob sie dieser oder jener Rasse angehören. Sie nimmt alle in ihre Gemeinschaft auf.

Die katholische Kirche ist apostolisch. Ihre Bischöfe sind die rechtmäßigen Nachfolger der Apostel; der Papst ist der Nachfolger des heiligen Petrus, dem Christus selbst das Hirtenamt übergeben hat. Daran erkennt man besonders deutlich, dass sie die wahre Kirche Christi ist.

Die anderen Religionsgemeinschaften (Konfessionen), die sich christlich nennen, sind erst später entstanden. Sie haben sich von der katholischen Kirche abgespalten. Sie sind nicht die wahre Kirche, weil sie nicht von Christus gegründet sind und ihnen eines oder mehrere Kennzeichen fehlen.

Was heißt: Die katholische Kirche ist einig? Sie ist heilig? Sie ist allgemein? Sie ist apostolisch? -- Welche Kirche besitzt alle vier Kennzeichen und ist daher die wahre Kirche Christi?

Merksätze:

71. Warum gibt es nur eine wahre Kirche?

Es gibt nur eine wahre Kirche, weil Jesus Christus nur eine Kirche gegründet hat.

72. Welche Kennzeichen hat Jesus Christus seiner Kirche gegeben?

Jesus Christus, hat seiner Kirche besonders vier Kennzeichen gegeben; er machte sie einig, heilig, katholisch und apostolisch.

FÜR MEIN LEBEN

Ich bin katholisch, ich lebe in der wahren Kirche Christi. Viele Menschen müssen sich zum wahren Glauben erst durchringen, mir aber hat Gott in seiner Liebe diese Gnade geschenkt.

Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad'
zur wahren Kirch' berufen hat!
Nie will ich von ihr weichen.

Denke nach, wie du mithelfen kannst, dass alle Christen zur Einheit der Kirche gelangen; wie du suchenden Menschen den Weg zur wahren Kirche zeigen kannst! - ZähIe die Mittel auf, welche dir die Kirche zur Heiligung bietet; zähle nichtkatholische Religionsgemeinschaften auf!

AUS DER LITURGIE

Vom 18. Jänner bis 25. Jänner (Pauli Bekehrung) beten die Christen aller Bekenntnisse um die Wiedervereinigung der getrennten Christen mit der Kirche (Weltgebetsoktav).

Es ist ein Leib und ein Geist, wie auch eure Berufung euch eine Hoffnung gegeben hat. Es ist auch nur ein Herr, ein Glaube, eine Taufe! Ein Gott und Vater aller. (Eph 4, 4-6)

32. LEHRSTÜCK: WIR GEHÖREN ZUR GEMEINSCHAFT DER HEILIGEN

"Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen."

Die Kirche ist die Gemeinschaft aller Getauften. Sie sind eine Einheit wie die Glieder eines Leibes. Deshalb schreibt der heilige Paulus in seinem ersten Brief an die Christengemeinde von Korinth:

Der Leib ist zwar eins, hat aber viele Glieder. All die vielen Glieder des Leibes bilden zusammen nur einen Leib. So ist es auch bei Christus. Wir alle sind durch die Taufe in einem Geist zu einem Leib geworden. . ..
Gott hat den Leib so eingerichtet, dass die Glieder einträchtig füreinander Sorge tragen. Leidet ein Glied, so leiden alle anderen Glieder mit; erfährt ein Glied Ehre, so freuen sich alle anderen Glieder mit. (1 Kor 12, 12-13.24-26)

Die Kirche Christi hat viele Glieder. Wir sind die Glieder der Kirche. Wir sind miteinander verbunden zu einem Leib, dessen Haupt Christus ist. Wir bilden eine übernatürliche Gemeinschaft.

Alle Gläubigen auf Erden haben an den Früchten der Erlösung Anteil. Durch die Taufe wohnt Gott in uns wie in einem Tempel. Wir nehmen alle teil an dem einen Opfer, das Christus darbringt, und dürfen ihn in der heiligen Hostie empfangen. Wir können auch einander durch Gebete und gute Werke helfen. Wir gehören zur Gemeinschaft der Heiligen. Wir haben ein Anrecht auf die Herrlichkeit Gottes. Jetzt aber ringen und kämpfen wir noch um unsere Heiligkeit (kämpfende Kirche).

Die Seelen im Fegefeuer büßen noch und leiden (leidende Kirche). Wir können ihnen helfen. Durch unsere Gebete und guten Werke, durch Zuwendung von Ablässen und ganz besonders durch das heilige Messopfer tragen wir bei, dass sie früher zur Anschauung Gottes gelangen.

Die Heiligen im Himmel freuen sich in der Anschauung Gottes und triumphieren (triumphierende Kirche). Sie sind unsere Vorbilder und bitten bei Gott für uns. Wir beten zu ihnen und rufen sie um ihre Hilfe an.

Die kämpfende und die leidende Kirche werden am Jüngsten Tag mit der triumphierenden vereinigt werden. Dann wird die Gemeinschaft der Heiligen vollendet sein.

Warum vergleicht der heilige Paulus die Gemeinschaft der Getauften mit einem Leib? - Was wird uns durch die Gemeinschaft der Heiligen zuteil? - Worin zeigt sich die Gemeinschaft der Heiligen auf Erden, und zwar: a) untereinander, b) mit den Armen Seelen im Fegefeuer, c) mit den Heilige/l im Himmel? - Wann wird die Gemeinschaft der Heiligen vollendet sein?

Merksätze:

73. Wer gehört zur Gemeinschaft der Heiligen?

Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören:

1. Die Gläubigen auf Erden,

2. die Armen Seelen im Fegefeuer,

3. die Heiligen im Himmel.

74. Worin besteht die Gemeinschaft der Heiligen?

Die Gemeinschaft der Heiligen besteht darin, dass alle Anteil haben an den Früchten der Erlösung und dass alle einander helfen können.

75. Wie haben wir auf Erden Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen?

Wir auf Erden haben durch den Glauben und durch die heiligen Sakramente Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen.

76. Wie haben die Armen Seelen Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen?

Die Armen Seelen haben durch die Hoffnung auf die Anschauung Gottes und durch unsere fürbittenden Gebete Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen.

77. Wie haben die Seligen des Himmels Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen?

Die Seligen des Himmels haben Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen, weil sie schon bei Gott sind.

FÜR MEIN LEBEN

Als katholischer Christ habe ich Anteil an den Früchten der Erlösung. In meinen Sorgen kann ich die Heiligen um ihre Fürbitte anrufen. Ich habe die Pflicht, für meine Mitmenschen und für die Armen Seelen zu beten und ihnen durch Gebet und gute Werke zu helfen.

Denke nach, wer an den Verdiensten Jesu Christi und der Heiligen Anteil hat! - Erkläre, wie du deinen Mitmenschen und den Armen Seelen zum ewigen Heile verhelfen kannst!

AUS DER LITURGIE

In der heiligen Messe betet der Priester in inniger Verbindung mit den Gläubigen. Er bringt mit ihnen das heilige Opfer dar. Darum beginnen die Gebete "wir bitten dich, wir opfern, lasset uns beten . . ." Vor der heiligen Wandlung beten wir für die Kirche, den Papst, den Bischof, für alle beim heiligen Messopfer Anwesenden und ihre Anliegen. Wir bitten die Gottesmutter, die heiligen Apostel und alle Heiligen, mit uns an diesem heiligen Opfer teilzunehmen. Nach der Wandlung gedenken wir aller verstorbenen Christgläubigen und bitten auch für uns arme Sünder.

Die Kirche gedenkt an jedem Tag zahlreicher Heiliger. Viele Heilige sind uns namentlich nicht bekannt. Um auch diese zu ehren, feiert die Kirche das Fest Allerheiligen am 1. November. Zu Ehren der Heiligen beten wir die Allerheiligenlitanei.

An die Armen Seelen im Fegefeuer denkt die Kirche in besonderer Weise am 2. November (Gedächtnistag aller Armen Seelen).

Betet füreinander, damit ihr das Heil erlangt; denn das beharrliche Gebet des Gerechten vermag viel. (Jak 5, 16)

33. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS SCHENKT UNS DIE VERGEBUNG DER SÜNDEN

"Ich glaube an den Nachlass der Sünden."

Jesus stieg in ein Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt. Dort brachte man einen Gelähmten zu ihm, der auf einem Bette lag. Als Jesus den Glauben des Volkes sah, sprach er zu dem Gelähmten: "Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben." Da dachten einige der Schriftgelehrten bei sich: "Der lästert Gott!" Jesus durchschaute ihre Gedanken und sprach: "Warum denkt ihr Arges in euren Herzen? Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? oder zu sagen: Steh auf und wandle? Ihr sollt aber wissen, dass der Menschensohn die Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben." Und nun sprach er zu dem Gelähmten: "Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause!" Jener stand auf und ging nach Hause. (Mt 9, 1-7)

Jesus Christus hat dem Gelähmten zuerst die Sünden vergeben und dann erst seine Krankheit geheilt. Denn das Gnadenleben ist wichtiger als die Gesundheit des Leibes. Jesus war zu den reumütigen Sündern barmherzig und hat ihnen ihre Sünden nachgelassen. Durch seinen Tod am Kreuze hat er für die Sünden aller Menschen gesühnt. Ihm, unserem Erlöser Jesus Christus, verdanken wir die Wohltat der Sündenvergebung.

Nach seiner Auferstehung hat Jesus Christus den Aposteln die Gewalt gegeben, die Sünden nachzulassen. Diese Gewalt ist auf die Priester der Kirche übergegangen. In der Vollmacht Jesu Christi lässt uns die Kirche alle, auch die schwersten Sünden nach und das Gnadenleben wird uns geschenkt. Im Sakrament der Taufe wird das Gnadenleben in uns eingesenkt. Wir werden Kinder Gottes. Im Sakrament der Buße erhalten wir das Gnadenleben wieder, wenn wir es durch schwere Sünden verloren haben. Wenn wir in schwerer Krankheit nicht mehr beichten können, aber Reue haben, wird uns das Gnadenleben durch das Sakrament der Krankenölung zuteil. Es werden uns die Sünden nachgelassen. Die anderen Sakramente stärken unser Gnadenleben und geben uns besondere Hilfen. Durch die Liebesreue erhalten jene, welche die Sakramente nicht empfangen können, Nachlass der Sünden.

Durch andächtige Mitfeier des heiligen Messopfers, durch würdige Kommunion, durch Gebet und Bußwerke wird das Gnadenleben in uns gestärkt und unsere lässlichen Sünden werden getilgt.

Durch die Nachlassung der schweren Sünden wird unserer Seele das Gnadenleben wieder geschenkt. Es muss sich gleich einem Samenkorn entfalten und wir müssen mitwirken. So werden wir ein Leben nach dem Willen Gottes führen und zu seiner ewigen Anschauung gelangen.

Wem verdanken wir die Wohltat der Sündenvergebung? - Was empfangen wir durch das Sakrament der Taufe? - Was empfangen wir durch das Sakrament der Buße? - Was empfangen wir durch das Sakrament der Krankenölung, wenn wir nicht mehr beichten können? - Wie helfen uns die anderen Sakramente? - Was erlangen wir durch die Liebesreue?, - Wodurch werden lässliche Sünden getilgt?

Merksätze:

78. Können durch die Verdienste Jesu Christi alle Sünden nachgelassen werden?

Durch die Verdienste Jesu Christi können alle, auch die schwersten Sünden nachgelassen werden.

79. Was wird durch die Nachlassung der schweren Sünden unserer Seele geschenkt?

Durch die Nachlassung der schweren Sünden wird unserer Seele das Gnadenleben geschenkt. Wir müssen es entfalten, um so zur ewigen Ansdtauung Gottes zu gelangen.

FÜR MEIN LEBEN

Durch die Barmherzigkeit Gottes werde ich von meinen Sünden befreit. Ich will das Gnadenleben durch eifrigen Empfang der heiligen Sakramente stärken.

Denke nach, wodurch du dein Gnadenleben entfalten. kannst! Erkläre, was wir bei der Gewissenserforschung am Abend tun sollen; was zu einem christlichen Leben notwendig ist! - Erzähle, wem Jesus während seines Erdenlebens Sünden verziehen hat!

Der Sold der Sünde ist der Tod, die Gnade Gottes aber ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserm Herrn. (Röm 6, 23)

34. LEHRSTÜCK: AM JÜNGSTEN TAG WIRD UNSER LEIB AUFERWECKT

"Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben."

Als Jesus nach Bethanien kam, sagte Martha zu ihm: "Herr, wärest du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich, dass Gott dir alles gewährt, um was du ihn bittest." Jesus sprach zu ihr: "Dein Bruder wird auferstehen." Martha entgegnete ihm: "Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tage." Jesus sprach zu ihr: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der im Glauben an mich lebt, wird nicht sterben in Ewigkeit." (Jo 11, 21-26)

Wenn der Mensch stirbt, trennt sich seine Seele vom Leib. Der Leichnam wird in geweihter Erde (Friedhof, Gottesacker) begraben. In der Erde zerfällt der Leib zu Staub. Unser irdisches Leben wird durch den Tod beendet.

Die Seele kehrt heim zu Gott. Sie kommt vor das göttliche Gericht. Gott. richtet über alle freiwilligen Gedanken, Worte und Werke, aber auch über die Unterlassung des Guten. Dieses Gericht wird über jede Seele gehalten. Darum heißt es das Besondere Gericht. Gott entscheidet, ob unsere Seele in den Himmel aufgenommen wird oder noch im Fegefeuer büßen muss oder in die Hölle verdammt wird.

Am Ende der Welt, am Jüngsten Tag, wird Jesus Christus wiederkommen. Er wird unsere Seele mit dem Leib vereinigen, ihn so vom Tode auferwecken und aus dem Grabe hervorgehen lassen. Bei der Auferstehung des Fleisches werden die Leiber der Gerechten verklärt und herrlich sein wie der verklärte Leib des auferstandenen Heilandes. Jesus Christus wird das Allgemeine Gericht, das Jüngste Gericht oder Weltgericht abhalten und sein Reich vollenden. Unser Leib wird am Lohn oder an der Strafe Anteil haben, wie er im Leben an den guten oder bösen Werken Anteil hatte. Die Gerechten werden eingehen zu ewiger Freude. Die Bösen werden auf ewig verdammt und in der Hölle von großen Qualen gepeinigt werden.

Wie heißt das Gericht nach dem Tode des Menschen? - Wie heißt das Gericht am Ende der Welt? - Wie werden bei der Auferstehung des Fleisches die Leiber der Gerechten sein? - Wozu werden die Gerechten auferstehen und wozu die Bösen?

Merksätze:

80. Was geschieht bei unserem Tod?

Bei unserem Tode trennt sich die Seele vom Leib. Die Seele kommt sogleich vor das Besondere Gericht Gottes, der Leib zerfällt zu Staub.

81. Wohin kommt die Seele nach dem Besonderen Gerichte?

Die Seele kommt nach dem Besonderen Gerichte entweder in den Himmel oder in das Fegefeuer oder in die Hölle.

82. Was geschieht beim Jüngsten Gericht?

Jesus Christus wird wiederkommen, um die Toten zum Leben zu erwecken, alle Menschen zu richten und sein Reich zu vollenden.

FÜR MEIN LEBEN

Ich weiß nicht, wann ich sterbe. Die Stunde meines Todes ist aber entscheidend, wie die Ewigkeit für mich sein wird. Darum will ich immer so leben, als ob jede Stunde die letzte meines Lebens wäre.

Denke nach, warum der Christ vor seinem Leib Ehrfurcht haben soll! - Erkläre, was du für das Seelenheil der Verstorbenen tun kannst; wie die Kirche für die Verstorbenen sorgt; warum die Kirche die Leichenverbrennung verbietet! - Beschreibe ein Begräbnis: Was der Priester dabei tut; was die Teilnehmer tun sollen! - Bete für die Verstorbenen: "Herr, gib allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen; Herr, lass sie ruhen in Frieden."

AUS DER LITURGIE

Das Begräbnis des katholischen Christen zeigt, dass die Kirche den Leib des Menschen achtet. Die kirchlichen Gebete und Handlungen künden uns, dass der Leib wieder auferweckt wird und dass die Seele des Menschen unsterblich ist.

Der Verstorbene wird aufgebahrt. Er hat ein Kreuz und den Rosenkranz in seinen Händen. Zwischen zwei Kerzen steht ein Kreuz. Weihwasser ist bereit, um den Toten zu besprengen.

Nach der Einsegnung wird der Leichnam auf dem Friedhof bestattet. Für die Seelenruhe des Verstorbenen wird die Totenmesse oder das Totenamt (Requiem) gefeiert.

"Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern ruhen, seine Stimme hören und hervorgehen werden: die Gutes getan, zur Auferstehung für das Leben, die aber Schlechtes getan, zur Auferstehung für das Gericht." (Jo 5, 28-29)

35. LEHRSTÜCK: "HINWEG VON MIR, IHR VERFLUCHTEN, IN DAS EWIGE FEUER!"

Jesus Christus hat in der Erzählung vom reichen Prasser und vom armen Lazarus gelehrt, dass die Menschen, die· in der Todsünde sterben, in die Hölle kommen.

Es war ein reicher Mann; der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und hielt alle Tage glänzende Gelage. Vor seiner Tür lag ein Armer mit Namen Lazarus, mit Geschwüren ganz bedeckt. Gern hätte er sich mit den Brosamen gesättigt, die vom Tische des Reichen fielen, aber niemand gab sie ihm. Selbst die Hunde kamen und leckten an seinen Geschwüren. Da starb der Arme.

Er wurde von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. Als er in der Hölle inmitten seiner Qualen seine Augen erhob, sah er von ferne Abraham und in seinem Schoße Lazarus. Da rief er: Vater Abraham! Erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er seine Fingerspitzen ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide große Qual in dieser Feuersglut. Abraham erwiderte: Bedenke, mein Sohn, dir ist es in deinem Leben gut ergangen, Lazarus dagegen schlecht. Jetzt wird er hier getröstet, du aber wirst gepeinigt. Zu alle dem gähnt zwischen uns und euch eine weite Kluft, so dass keiner von hier zu euch hinübergehen nodt einer von dort herüberkommen kann, auch wenn er wollte. (Lk 16, 19-26)

Gott schenkt jedem Menschen soviel Gnade, dass er ein gottgefälliges Leben führen und selig werden kann. Niemand wird von Gott gezwungen, mit der Gnade mitzuwirken. Jeder Mensch kann sich mit freiem Willen dazu entscheiden. Wer sich aber von Gott abwendet und seine Gebote in einer wichtigen Sache wissentlich und freiwillig übertritt, begeht eine schwere Sünde. Wer in ihr stirbt, wird zur ewigen Strafe in die Hölle verdammt.

Die Verdammten sind für immer aus der Gemeinschaft der Kinder Gottes ausgeschlossen und verurteilt, mit den bösen Geistern und schlechten Menschen beisammen zu sein. Unaufhörlich quält sie ihr Gewissen. Die Leiden der Verdammten sind umso größer, je schwerer und öfter sie gesündigt haben. Die Verdammten haben keine Hoffnung mehr, zur Anschauung Gottes zu gelangen. Jesus nennt die Höllenstrafe den ewigen Tod.

Wie hilft uns Gott zu einem christlichen Leben? - Was müssen wir selbst dazu tun? - Wie wird der bestraft, der in schwerer Sünde stirbt? - Was ist das furchtbarste an der Hölle?

Merksätze:

83. Wer kommt in die Hölle?

In die Hölle kommt, wer in einer Todsünde stirbt.

84. Was leiden die Verdammten?

1. Die Verdammten leiden große Qualen und Verzweiflung;

2. sie sind von Gott verstoßen und von den Freuden des Himmels ausgeschlossen;

3. sie müssen ewig leiden, ohne Hoffnung auf Erlösung.

FÜR MEIN LEBEN

Um vor der Höllenstrafe bewahrt zu bleiben, muss ich mit der Gnade Gottes mitwirken und die Todsünde meiden. Wenn ich aber doch schwer gesündigt habe, will ich Reue erwecken und möglichst bald die Sünde beichten.

Denke nach, in welcher Bitte des Vaterunsers wir um die Bewahrung vor der Höllenstrafe beten! - Erkläre, warum Jesus bei der HölIenstrafe von der Finsternis draußen und vom ewigen Feuer spricht!

36. LEHRSTÜCK: IN DIE HERRLICHKEIT GOTTES KÖNNEN NUR REINE SEELEN EINGEHEN

Jesus hat uns zur Wachsamkeit in diesem Leben gemahnt, damit wir nach unserem Tode als Kinder Gottes vor das Gericht hintreten können.

"Selig die Knechte, die der Herr bei seiner Ankunft wachend findet! Wahrlich, ich sage euch, er wird sich gürten, sie Platz nehmen lassen und umhergehen, um sie zu bedienen. Auch wenn er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache kommt und sie so antrifft, selig sind sie!" (Lk 12, 37-38)

Auch wenn die Menschen in der Gnade sterben, haben sie für ihre Sünden oft zeitliche Strafen abzubüßen. Solche Seelen weist Gott in das Fegefeuer. Dort werden sie gereinigt, denn zu Gott können nur reine Seelen eingehen.

Die Seelen im Fegefeuer leiden große Pein. Sie haben große Sehnsucht nach Gott, sind aber noch von ihm getrennt. Sie erkennen, dass sie erst dann zur Anschauung Gottes gelangen können, wenn ihre Sündenstrafen getilgt sind. Je weniger sie auf Erden von ihren Sündenstrafen abgebüßt haben, desto mehr leiden sie im Fegefeuer. Sie können sich selbst nicht helfen und nichts zur Linderung ihrer Pein tun. Daher sind sie wahrhaft "Arme" Seelen.

Die Armen Seelen müssen im Fegefeuer leiden, bis sie die Sündenstrafen abgebüßt haben oder bis unsere Gebete, Ablässe und guten Werke für sie Genugtuung geleistet haben. Der größte Trost der Armen Seelen ist die Gewißheit, dass sie nicht für immer von Gott getrennt sind, sondern nach der Tilgung ihrer Strafen in den Himmel kommen werden.

Was hahen viele Menschen noch abzuhüßen, auch wenn sie in der Gnade gestorben sind? -- Was leiden die Seelen im Fegefeuer ? - Warum sind sie wahrhaft Arme Seelen? -- Wie lange müssen sie im Fegefeuer leiden?- Was ist ihr größter Trost und ihre sichere Hoffnung?

Merksatz:

85. Wer kommt in das Fegefeuer?

In das Fegefeuer kommt, wer in der Gnade Gottes gestorben ist, aber noch zeitliche Sündenstrafen abzubüßen hat.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will täglich für die Armen Seelen beten.

Denke nach, was unter zeitlichen Sündenstrafen zu verstehen ist; wann die Sterbetage deiner nächsten Angehörigen sind und was du an diesen Tagen tun sollst! - Erkläre, wozu das Läuten der Totenglocke mahnt; warum wir für die Verstorbenen beten sollen; wie wir unsere Liebe den Verstorbenen am besten zeigen können!

AUS DER LITURGIE

Der Gedächtnistag aller Armen Seelen im Fegefeuer ist Allerseelen am 2. November.

Aus der Totenmesse: "Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, schenke den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Nachlass aller Sünden, damit sie die stets ersehnte Verzeihung durch fromme Fürbitten erlangen" (Tagesgebet).

Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden. (2 Makk 12, 46)

37. LEHRSTÜCK: "KOMMT, IHR GESEGNETEN MEINES VATERS!"

"Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Alsdann wird der König zu denen auf der Rechten sprechen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters! Nehmt das Reich in Besitz, das seit der Weltschöpfung für euch bereit ist! … Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25, 31. 34. 40)

Wer in der Gnade Gottes gestorben ist und keine Sündenstrafen mehr abzubüßen hat, gelangt zur ewigen Anschauung Gottes. Die Freude und das Glück der ewigen Seligkeit sind unermesslich. Wir können uns davon keine richtige Vorstellung machen. Der heilige Paulus schreibt: "Kein Auge hat es gesehen und kein Ohr hat es gehört und in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." (1 Kor 2, 9)

In der ewigen Seligkeit werden wir den Dreieinigen Gott schauen, an seiner grenzenlosen Heiligkeit, Liebe und Herrlichkeit Anteil haben und mit ihm ewig vereint sein. "Dann werden wir Gott schauen von Angesicht zu Angesicht" (1 Kor 13, 12). In der Anschauung Gottes werden wir unaussprechlich glücklich sein. Wir werden mit Maria, der allerseligsten Jungfrau, und den Engeln und Heiligen vereint sein. Alle, die in der Gnade Gottes gestorben sind, werden wir dort wiedersehen. Im Himmel erfüllt Gott all unser Sehnen und Hoffen. Er wird alles Leid, das wir. aus Liebe zu ihm ertragen haben, in Freude verwandeln. "Gott wird alle Tränen trocknen, der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Klage, noch Schmerz." (Offb 21, 4) Doch die Freuden des Himmels sind nicht für alle gleich. Je mehr wir mitwirken, dass sich das Gnadenleben in uns entfalte, je eifriger wir Gott dienen, je mehr Gutes wir trotz aller Schwierigkeiten und Versuchungen tun, desto größer wird unser Lohn sein. Die Anschauung Gottes wird niemals ein Ende haben. Sie ist das ewige Leben.

Der heilige Augustinus sagt uns:

Wir werden leben und wir werden lieben,
wir werden lieben und wir werden loben.
Siehe, so wird es am Ende sein, ohne Ende.

Merksätze:

86. Wer kommt in den Himmel?

In den Himmel kommt, wer in der Gnade Gottes stirbt.

87. Was ist der Himmel?

Der Himmel ist das vollendete Gottesreich, wo die Engel und Heiligen in Gott unendlich selig sind.

FÜR MEIN LEBEN

Die ewige Seligkeit ist das Ziel meines Lebens. Um die ewige Seligkeit zu erreichen, will ich treu der Lehre Christi folgen und die Gnade bewahren.

Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns nach seiner großen Barmherzigkeit durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten wieder geboren zu lebendiger Hoffnung für das unvergleichliche, fleckenlose und unverwelkliche Erbe, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. (1 Petr 1, 3-4)

Wir beschließen das Apostolische Glaubensbekenntnis mit dem Worte "Amen". Es ist ein hebräisches Wort und bedeutet: "So ist es" oder "so sei es". Nach dem Apostolischen Glaubensbekenntnis ist dis "Amen" eine Bekräftigung unseres Glaubens.

Wir wollen noch einmal fest und überzeugt sprechen:

Amen
Wir glauben - ja, wir glauben!

UNSER LEBEN IN GOTT

38. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE FÜHRT DAS HEILSWERK DES HERRN FORT

Einer von den Tischgenossen sagte zu Jesus: "Selig, wer am Mahle im Reich Gottes teilnimmt!" Da sprach Jesus zu ihm: "Ein Mann veranstaltete ein großes Gastmahl und lud viele dazu ein. Als die Stunde des Mahles gekommen war, sandte er seinen Knecht aus, um den Geladenen zu sagen: Kommt, es ist schon alles bereit.
Da fingen alle einmütig an, sich zu entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: Ich habe ein Landgut gekauft und muss hingehen, es zu besichtigen. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein anderer sagte: Ich habe fünf Paar Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu erproben. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein dritter sagte: Ich habe mir eine Frau genommen und kann deshalb nicht kommen. Der Knecht kam zurück und berichtete dies seinem Herrn.
Da ward der Hausvater zornig und befahl seinem Knechte: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hole die Bettler und Krüppel, die Blinden und Lahmen herein! Der Knecht meldete: Herr, dein Befehl ist ausgeführt, aber es ist noch Platz übrig. Da sagte der Herr zum Knecht: Geh hinaus an die Landwege und an die Zäune und dränge alle hereinzukommen, damit mein Haus voll wird. Ich sage euch aber: Von jenen Männern, die geladen waren, soll keiner mein Mahl verkosten." (Lk 14, 15-24)

Im Gleichnis vom Gastmahl legte Jesus Christus die Gnadenfülle des Gottesreiches dar, die den Menschen in der Kirche zuteil wird.

Mit dem Hausvater ist Gott gemeint. Er hat die Juden zum Gottesreich vor allem durch Moses eingeladen, darauf durch die Propheten des Alten Bundes und dann durch Johannes, den Täufer.

Zuletzt sandte Gott seinen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, um alle Menschen für das Gottesreich zu gewinnen. Als Jesus die Botschaft vom Reich Gottes verkündete, glaubten viele an ihn und wurden seine Jünger. Aus der Schar der Jünger wählte er zwölf Apostel.

Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus die Menschen wieder mit Gott versöhnt. Er hat ihnen das Gnadenleben verdient und den Neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gestiftet. Nun können alle Menschen daran Anteil haben.

Am Pfingstfest wurde vollendet, was Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung vollbracht hat. Der Heilige Geist kam auf die Apostel und Jünger herab und schenkte ihnen die Frucht der Erlösung: die Gnade. Sie bildeten eine lebendige Einheit: die Kirche.

Jesus Christus führt seine Sendung in der Kirche fort. Sie ist die Heilsgemeinschaft für alle Völker und Jahrhunderte. Sie entfaltet das Heilswerk des Herrn. Die Kirche verkündet in ihrem Lehramt die Botschaft Jesu Christi. In ihrem Priesteramt bringt sie das Opfer dar und spendet die Sakramente, sie betet, weiht und segnet. In ihrem Hirtenamt leitet sie uns zu einem Leben nach dem Willen Gottes an.

Was ist der Sinn des Gleichnisses vom Gastmahl? - Wie hat Gott die Menschen vor Christus zum Gottesreich eingeladen? - Wie hat Jesus das Gottesreich vorbereitet? - Wozu hat Jesus die Kirche gegründet?

Merksätze:

88. Wer führt das Heilswerk des Herrn fort?

Das Heilswerk des Herrn führt die katholische Kirche fort.

89. Wie führt die Kirche das Heilswerk des Herrn fort?

Die Kirche führt das Heilswerk des Herrn fort, indem sie das Lehramt, Priesteramt und Hirtenamt ausübt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will nicht bloß um mich selbst besorgt sein. Ich muss auch mithelfen, dass andere die Gnade Jesu Christi empfangen und bewahren.

Denke nach, wie du mithelfen kannst, dass andere die Gnade Christi erlangen und bewahren!

Ein Haus voll Glorie schauet
weit über alle Land',
aus ew'gem Stein erbauet
von Gottes Meisterhand.
Gott, wir loben dich,
Gott, wir preisen dich!
O lass im Hause dein
uns all geborgen sein!

39. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS WENDET UNS SEINE GNADE DURCH DIE SAKRAMENTE DER KIRCHE ZU

Man brachte einen Taubstummen zu Jesus und bat, ihm die Hand aufzulegen. Jesus nahm ihn mit sich, abseits von der Menge, steckte ihm seine Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel, dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach: "Epheta", das heißt "tu dich auf"! Sofort öffneten sich seine Ohren, das Band seiner Zunge löste sich und er konnte richtig sprechen. (Mk 7,32-36)

Jesus machte dem Taubstummen durch Zeichen klar, dass er ihn heilen wolle. Er berührte mit seinem Finger dessen Ohren. Damit wollte er andeuten: "Diese will ich auftun!" Er nahm Speichel und berührte auch die Zunge. Er schaute zum Himmel auf, um hinzuweisen, dass die Heilung vom Vater im Himmel komme. Dann sprach Jesus: "Tu dich auf!" Sofort war der Taubstumme geheilt.

Jesus bediente sich solcher Handlungen und Worte mehrmals, um seine göttliche Macht sichtbar zu machen.

Jesus Christus hat auch in den Sakramenten, die er eingesetzt und seiner Kirche anvertraut hat, Zeichen und Worte verwendet. Die Sakramente sind bestimmte wirksame Zeichen, durch die uns Christus seine Gnade zuwendet. Sie bestehen aus Handlungen und Worten. Dazu hat die Kirche noch andere sinnvolle Handlungen, die Zeremonien, hinzugefügt, um das Wirken der Gnade zu veranschaulichen.

Die Kirche hat von Jesus Christus sieben Sakramente erhalten. Durch die Taufe erlangen wir das Gnadenleben. In der Firmung wird es gestärkt. Durch die Kommunion wird unser Gnadenleben genährt. Im Sakrament der Buße gewinnen wir die verlorene Gnade wieder. Die Krankenölung stärkt uns in schwerer Krankheit und im Todeskampf. In der Priesterweihe werden die Priester befähigt, das Opfer darzubringen und die Sakramente zu spenden. Die Ehe heiligt die Verbindung von Mann und Frau.

Drei Sakramente prägen der Seele ein eigenes, dauerndes Merkmal ein: Taufe, Firmung, Priesterweihe. Daher können sie nur einmal empfangen werden.

Durch den würdigen Empfang werden die heiligen Sakramente zur Quelle göttlichen Lebens. Wer aber ein heiliges Sakrament unwürdig empfängt, begeht Gottesraub.

Was empfangen die Glieder des Leibes Christi von ihrem Haupt? - Wer spendet im Namen Jesu die Sakramente?

Merksätze:

90. Was sind die Sakramente?

Die Sakramente sind wirksame Zeichen, die Jesus Christus eingesetzt hat, um uns die Gnade zuzuwenden.

91. Wie viele Sakramente hat Jesus Christus eingesetzt?

Jesus Christus hat sieben Sakramente eingesetzt:

1. die Taufe

2. die Firmung

3. das Sakrament des Altares

4. die Buße

5. die Krankenölung

6. die Priesterweihe

7. die Ehe.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich auf die heiligen Sakramente immer gewissenhaft vorbereiten und sie andächtig empfangen.

Denke nach, welche Bedeutung die äußeren Zeichen bei den Sakramenten haben; warum die Kirche bei der Spendung der Sakramente das Kreuzzeichen gebraucht; warum wir einige Sakramente nur einmal empfangen können! - ErkIäre den Zweck der Zeremonien der Kirche, wann wir ein Sakrament würdig empfangen, wann gültig! Berichte, was in deiner Pfarrkirche auf die einzelnen Sakramente hinweist; welche Sakramente du schon empfangen hast!

So wie der Hirsch sich nach den Quellen des Wassers sehnt, so sehnt sich meine Seele nach dir, o Gott! (Ps 41, 2)

40. LEHRSTÜCK: IM SAKRAMENT DER TAUFE EMPFANGEN WIR DAS GÖTTLICHE LEBEN

Unter den Pharisäern war ein jüdischer Ratsherr namens Nikodemus. Dieser kam des Nachts zu Jesus und sagte: "Meister, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist, denn niemand kann die Wunder wirken, die du wirkst, außer Gott ist mit ihm." Jesus entgegnete ihm: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht wiedergeboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht schauen."
Nikodemus fragte ihn
"Wie kann ein Mensch wiedergeboren werden, der schon alt ist?"
Jesus antwortete: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wer nicht aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste wiedergeboren wird, der kann nicht in das Reich Gottes eingehen." (Jo 3, 1-5)

Jesus Christus wies Nikodemus auf das heilige Sakrament der Taufe hin. In diesem Sakrament schenkt er uns das göttliche Leben. Die Taufe ist das Sakrament der Wiedergeburt. Sie ist für das göttliche Leben in unserer Seele notwendig. Darum befahl der Herr den Aposteln: "Geht hin und lehrt alle Völker! Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!" (Mt 28, 19) Durch die heilige Taufe sind wir aufs innigste mit der Heiligsten Dreifaltigkeit verbunden: Der Vater nimmt uns als seine Kinder auf und macht uns zu Erben des ewigen Lebens; der Sohn teilt uns die Gnade seiner Erlösung zu, wir werden Glieder seines geheimnisvollen Leibes; der Heilige Geist heiligt uns und wirkt in uns durch die Gnade.

Wir werden in die sichtbare Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen. Daher sind wir auch verpflichtet, als Glieder der Kirche mit ihr zu leben und ihre Sorgen zu teilen. Durch die heilige Taufe sind wir mit Christus und untereinander aufs innigste verbunden. Die Seele erhält ein unauslöschliches Merkmal, dass sie Christus angehört. Nur der Getaufte kann die übrigen Sakramente empfangen.

Durch die heilige Taufe wird der Mensch von der Erbschuld befreit. Dem Erwachsenen werden auch die vor der Taufe begangenen persönlichen Sünden vergeben, wenn er sie bereut. Mit der Sündenschuld werden auch alle Strafen des jenseitigen Lebens, ewige und zeitliche, nachgelassen.

Die Taufe wird in feierlicher Weise vom Priester oder vom Diakon gespendet. Im Notfall, wenn der Ungetaufte in Lebensgefahr schwebt, darf jeder Mensch taufen. Zur Nottaufe genügt natürliches Wasser, das über den Kopf gegossen wird mit den Worten: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Kann jemand das Sakrament der Taufe nicht empfangen, hat aber das ernstliche Verlangen danach, dann schenkt ihm Gott das Gnadenleben in der Begierdtaufe. Wer um des christlichen Glaubens willen vor dem Empfang der Taufe getötet wird, empfängt die Bluttaufe.

Was schenkt Jesus den Menschen durch die Taufe? - Wie verbindet uns die Taufe mit der Heiligsten Dreifaltigkeit? - Was verstehen wir unter der Bluttaufe? Was verstehen wir unter der Begierdetaufe ?

Merksätze:

92. Mit welchen Worten hat Jesus Christus das Sakrament der Taufe eingesetzt?

Jesus Christus sprach zu den Aposteln: "Geht hin und lehrt alle Völker ! Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen GeistesI" (Mt 28, 19)

93. Wer spendet das Sakrament der Taufe?

Das Sakrament der Taufe spendet der Priester; die Nottaufe darf jeder Mensch spenden.

94. Wie wird die Taufe gespendet?

Der Priester gießt Wasser über den Kopf des Täuflings mit den Worten: "Ich taufe didl im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

95. Was werden wir durch die Taufe?

Wir werden durch die Taufe:

1. Christen und Glieder der Kirche;

2. Kinder Gottes und Erben des Himmels;

3. von allen Sünden und Sündenstrafen frei.

FÜR MEIN LEBEN

Durch die heilige Taufe bin ich ein Kind Gottes und ein Glied der katholischen Kirche. Ich will Christus und seiner Kirche stets treu bleiben.

Denke nach, welche Verpflichtungen uns die Taufe auferlegt! Erkläre, warum Jesus die Taufe eine Wiedergeburt nennt; warum die neugeborenen Kinder bald getauft werden sollen! - Berichte, wann das Taufwasser geweiht wird!

"Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden." (Mk 16,16)

41. LEHRSTÜCK: DER PRIESTER SPENDET DIE HEILIGE TAUFE

Der Diakon Philippus verkündete in Samaria die Frohe Botschaft. Ein Engel wies ihn auf den Weg, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Dort traf er den obersten Schatzmeister der Königin von Äthiopien. Dieser las in den Schriften des Propheten Isaias. Philippus verkündete ihm die Frohe Botschaft von Jesus, dessen Wirken der Prophet vorausgesagt hatte.

Wie sie so des Weges dahinzogen, kamen sie an ein Wasser. "Da ist ja Wasser", sagt der Schatzmeister. "Was hindert, dass ich getauft werde?" Philippus erwiderte: "Wenn du von ganzem Herzen glaubst, darf es geschehen." Er sprach: "Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist." Er ließ nun den Wagen halten. Beide, Philippus und der Schatzmeister, stiegen ins Wasser hinab. Und jener taufte ihn. (Apg 8, 36-38)

In den ersten Zeiten der Kirche wurde die Taufe den Erwachsenen gespendet, die den Glauben an Jesus Christus angenommen hatten. Die Gebete und Gebräuche, welche die Begießung mit Wasser begleiten, sind im Laufe der ersten Jahrhunderte dazugekommen. Heute werden die Kinder vom Priester in\ feierlicher Weise getauft.

Vor der Taufe:

1. Priester: "Wie soll dieses Kind heißen?"

Pate: "N."

Priester: "N., was begehrst du von der Kirche Gottes?"

Pate: "Den Glauben."

Priester: "Was gewährt dir der Glaube?"

Pate: "Das ewige Leben."

2. Der Priester haucht den Täufling dreimal an und spricht: "Weiche von ihm (ihr), böser Geist, und gib Raum dem Heiligen Geist, dem Tröster!"

3. Der Priester bezeichnet die Stirn und die Brust des Täuflings mit dem heiligen Kreuzzeichen. Dies bedeutet, dass der Täufling Christus, dem Gekreuzigten, angehören soll.

4. Der Priester legt dem Täufling etwas Salz in den Mund, zum Zeichen, dass der Täufling vor dem Verderben durch die Sünde bewahrt bleiben und an den Gütern des Himmels Geschmack finden soll.

5. Der Priester führt den Täufling in das Gotteshaus und spricht: "Tritt ein in Gottes Heiligtum, auf dass du Gemeinschaft habest mit Christus zum ewigen Leben." Auf dem Wege zum Taufbrunnen betet der Priester mit dem Paten das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Vaterunser.

6. Am Taufbrunnen angekommen, berührt der Priester die Ohren und die Nase des Täuflings und spricht: "Epheta", das heißt "Tu dich auf!" Das weist darauf hin, dass der Täufling künftig die göttliche Wahrheit aufnehmen soll.

7. Im Taufversprechen sagt sich der Täufling vom Teufel los.

Priester: "N., widersagst du dem Satan?"

Pate: "Ich widersage."

Priester: "Und all seinen Werken?"

Pate: "Ich widersage. "

Priester: "Und all seiner Pracht?"

Pate: "Ich widersage. "

8. Der Priester salbt den Täufling mit dem Tauföl auf Brust und Rücken, um anzudeuten, dass ihn die Taufe stärkt, die Versuchungen zu überwinden und die Gebote Gottes zu erfüllen.

Bei der Taufe:

Der Priester nimmt die weiße Stola und fordert vom Täufling das Bekenntnis:

Priester: "N" glaubst du an Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer Himmels und der Erde?"

Pate: "Ich glaube."

Priester: "Glaubst du an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der geboren wurde und gelitten hat?"

Pate: "Ich glaube."

Priester: Glaubst du an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Nachlass der Sünden, die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben?"

Pate: "Ich glaube."

Priester: "N., willst du getauft werden?"

Pate: "Ja, ich will es."

Dann wird der Täufling getauft. Der Priester nimmt Taufwasser, gießt es dreimal über den Kopf des Täuflings und spricht: "N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Die Taufpaten halten dabei das Kind oder legen dem Täufling die Hand auf, zum Zeichen, dass sie bereit sind, die Pflichten eines Paten zu übernehmen. Daher verlangt die Kirche, dass die Taufpaten selbst ein wahrhaft christliches Leben führen. Sie versprechen für den Täufling, dass er Christus und seiner Kirche für das ganze Leben treu bleiben wolle, Sie sollen mit den Eltern nach Kräften sorgen, dass das getaufte Kind im Glauben unterrichtet und erzogen werde.

Nach der Taufe:

1. Der Priester salbt den Täufling am Scheitel mit Chrisam. Dies deutet auf die Würde eines Christen hin, die der Täufling durch die Gnade des Heiligen Geistes empfangen hat.

2. Der Priester übergibt dem Täufling ein weißes Kleid als Zeichen der Taufunschuld; dabei spricht er: "Empfange das weiße Kleid und bring es makellos vor den Richterstuhl unseres Herrn Jesus Christus, dass du das ewige Leben habest!

3. Zuletzt reicht der Priester dem Täufling eine brennende Kerze als Sinnbild des Glaubens und der guten Werke: "Empfange das brennende Licht, und untadelig bewahre deine Taufe. Halte die Gebote Gottes. Wenn dann der Herr zur Hochzeit kommt und mit ihm alle seine Heiligen am himmlischen Hof, dann kannst du ihm entgegengehen, und du wirst leben in Ewigkeit."

4. Der Priester entlässt den Täufling mit dem Segenswunsche: "N., geh hin in Frieden, und der Herr sei mit dir!"

Der Empfang der Taufe wird in das Taufbuch eingetragen. Wird ein Erwachsener getauft, muss er vorher im katholischen Glauben unterrichtet sein. Bei der Taufe muss er seine Sünden wahrhaft bereuen und das Glaubensbekenntnis und das Taufversprechen selbst ablegen.

Merksatz:

96. Was versprechen wir bei der heiligen Taufe?

Wir versprechen bei der heiligen Taufe:

1. dass wir uns vom Satan, seinen Werken und seiner Pracht lossagen;

2. dass wir den Glauben an Gott Vater, seinen Sohn Jesus Christus, den Heiligen Geist und an die katholische Kirche stets bekennen werden;

3. dass wir als Christen leben und sterben wollen.

FÜR MEIN LEBEN

In der Osternacht erneuert die Pfarrgemeinde das Taufversprechen. Auch ich will mein Taufversprechen dabei erneuern.

Denke nach, warum bei der Taufe der Name eines Heiligen gegeben wird; was das Taufversprechen für dein Leben bedeutet; wozu dich dein Taufversprechen im täglichen Leben verpflichtet! - ZähIe die Aufgaben der Taufpaten auf! - Erkläre, warum Nichtkatholiken und solche, die nur standesamtlich verheiratet sind, nicht Taufpaten sein können; warum wir den Namenstag feiern! - Beschreib den Taufbrunnen deiner Pfarrkirche! - Bitt deine Eltern, dass sie dir deinen Taufschein zeigen! - Lies nach, wann, wo und von wem du getauft worden bist! - Berichte, wer dein Namenspatron ist, was du aus seinem Leben weißt, und ahme seine Tugenden nach! - Nimm an einer Taufe in der Kirche teil!

Fest soll mein Taufbund immer stehn,
ich will die Kirche hören!
Sie soll mich allzeit gläubig sehn
und folgsam ihren Lehren!
Dank sei dem Herrn,
der mich aus Gnad
zur wahren Kirch' berufen hat,
nie will ich von ihr weichen!

42. LEHRSTÜCK: DAS SAKRAMENT DER FIRMUNG STÄRKT UNS IM CHRISTLICHEN LEBEN

Die Heilige Schrift berichtet, dass die Apostel gefirmt haben:

Als die Apostel in Jerusalem erfuhren, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes dorthin. Diese zogen hinab und beteten für sie (die Getauften), dass sie den Heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen. Sie waren nur auf den Namen des Herrn Jesus getauft worden. Nun legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist. (Apg 8, 14-17)

Die Apostel Petrus und Johannes spendeten im Auftrage Jesu Christi das Sakrament der Firmung. Sie beteten für die Getauften, legten ihnen die Hände auf und riefen den Heiligen Geist auf sie herab. Als Nachfolger der Apostel spendet der Bischof das Sakrament der Firmung. Die Vollmacht zur Notfirmung hat der Papst dem Pfarrer gegeben.

In der heiligen Firmung wird das göttliche Leben, das wir in der heiligen Taufe empfangen haben, durch den Heiligen Geist gestärkt. Dazu tragen viel sieben besondere Gaben bei: die Gabe der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und' der Furcht des Herrn.

Wie in der Familie das Kind heranwächst und allmählich Aufgaben übernimmt, so reift der Getaufte in der Gemeinschaft der Kirche heran. Er soll mit der Gnade Gottes immer besser erkennen, was recht ist, und sein Wille soll gefestigt werden, selbständig nach seinem Glauben und Gewissen zu handeln.

Der Gefirmte ist nicht bloß für sein eigenes Seelenheil verantwortlich, sondern auch für seine Mitmenschen. Er ist berufen, in besonderer Weise mit dem Priester in der Pfarrgemeinde mitzuarbeiten. Der Heilige Geist eifert uns an, in der Familie, im Beruf und im öffentlichen Leben als Mitarbeiter im Reiche Christi zu wirken.

Der Heilige Geist macht uns standhaft, unseren Glauben zu bekennen und zu bewahren; er macht uns zu Kämpfern gegen das Böse und stärkt uns in der Verfolgung. Er prägt unserer Seele ein unauslöschliches Merkmal ein, das uns als Bekenner und Soldaten Christi kennzeichnet.

Wie haben die Apostel die heilige Firmling gespendet? - Welche Verantwortung übernimmt der Gefirmte für sieh, für die Gemeinschaft ?

Merksätze:

97. Wer spendet das Sakrament der Firmung?

Das Sakrament der Firmung spenden die Bischöfe. Die Notfirmung können die Pfarrer spenden.

98. Was werden wir durch die Firmung?

Durch die Firmung werden wir Soldaten Christi und Mitarbeiter im Reich Christi.

99. Wie erweisen wir uns als Soldaten Christi?

Wir erweisen uns als Soldaten Christi, wenn wir die Versuchungen des Teufels überwinden und jederzeit für unseren katholischen Glauben eintreten.

100. Wie erweisen wir uns als Mitarbeiter im Reich Christi?

Wir erweisen uns als Mitarbeiter im Reim Christi, wenn wir nicht nur für unser Seelenheil, sondern auch für das unserer Mitmenschen sorgen.

101. Wie werden wir für die Aufgaben im Reich Christi befähigt?

Der Heilige Geist stärkt uns und verleiht uns seine sieben Gaben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will als verantwortungsbewusster und verlässlicher katholischer Christ wirken: als Ministrant, als Vorbeter, als Mitglied der katholischen Kinder- und Jugendgemeinschaft, als JugendheIfer, als Jugendhelferin.

Denke nach, was zum würdigen Empfang der heiligen Firmung notwendig ist; wozu uns das Sakrament der Firmung verpflichtet! - ErkIäre, warum die Firmung das Sakrament der Stärkung genannt wird; in welcher Festzeit des Kirchenjahres die Firmung gewöhnlich gespendet wird und warum; warum der Gefirmte in besonderer Weise berufen ist, mit dem Priester mitzuarbeiten; warum jeder katholische Christ das Sakrament der Firmung empfangen soll!

In Christus seid ihr mit dem Heiligen Geist besiegelt worden. (Eph 1, 13)

43. LEHRSTÜCK: DER BISCHOF SPENDET DIE FIRMUNG

Der heilige Paulus traf in Ephesus Männer, die nur die Bußtaufe des Johannes empfangen hatten. Ihnen erklärte Paulus:

Johannes spendete eine Bußtaufe und mahnte das Volk, an den zu glauben, der nach ihm komme, das heißt an Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen. Paulus legte ihnen dann die Hände auf, und der Heilige Geist kam auf sie herab. (Apg 19, 4-6)

Alle Getauften können durch die Handauflegung des Bischofs das heilige Sakrament der Firmung empfangen.

Zum Empfang der heiligen Firmung sollen wir uns durch Teilnahme am Unterricht, durch eifriges Gebet zum Heiligen Geist und durch würdigen Empfang der Sakramente der Buße und des Altares vorbereiten.

Der Bischof breitet die Hände über die Firmlinge aus und ruft den Heiligen Geist mit seinen sieben Gaben auf sie herab.

Der Bischof legt jedem Firmling die Hand auf das Haupt und macht ihm mit Chrisam das Zeichen des Kreuzes auf die Stirne. Dabei spricht er: "Ich bezeichne dich mit dem Zeichen des Kreuzes und stärke dich mit dem Chrisam des Heiles im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Dann berührt er den Firmling leicht auf der Wange mit den Worten: "Der Friede sei mit dir."

Die Handauflegung bewirkt, dass der Heilige Geist über die Firmlinge herabkommt und sie unter seinem Schutze stehen. Das Kreuzzeichen auf der Stirne mahnt den Firmling, den Glauben an Jesus, den Gekreuzigten, offen vor der Welt zu bekennen. Die Salbung mit Chrisam bedeutet die Stärkung zum siegreichen Kampfe gegen das Böse und zum apostolischen Eifer für Christus. Das Berühren der Wange und der Friedensgruß erinnern an den altchristlichen Friedenskuss.

Der Bischof betet, der Heilige Geist möge in den Firmlingen das begonnene Werk vollenden. Dann spendet er ihnen seinen Segen. Während der Salbung mit Chrisam legt der Firmpate die rechte Hand auf die rechte Schulter des Firmlings. Er zeigt dadurch an, dass er bereit ist, den Firmling durch Wort und Beispiel zu einem christlichen Leben anzueifern. Die Firmpaten sollen ein wahrhaft christliches Leben führen und sollen selbst schon die heilige Firmung empfangen haben. Zum Empfang des Sakramentes der Firmung ist es aber nicht unbedingt notwendig, einen Paten zu haben.

Merksatz:

102. Wie spendet der Bischof die Firmung?

1. Der Bischof ruft die sieben Gaben des Heiligen Geistes auf die Firmlinge herab;

2. er legt jedem Firmling die Hand auf und zeichnet ihm mit Chrisam ein Kreuz auf die Stirn;

3. er berührt die Wange des Firmlings und entbietet ihm den Friedensgruß;

4. er betet über die Firmlinge und spendet ihnen seinen Segen.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will den Heiligen Geist bitten, dass seine Gaben in mir wirksam bleiben.

Denke nach, warum du dich auf die Firmung vorbereiten musst; wie du den Firmungstag verbringen sollst; was die Firmungsgeschenke bedeuten, welche Bücher du dir zur Firmung erbitten sollst! - Erkläre, warum Nichtkatholiken und solche, die nur standesamtlich verheiratet sind, nicht Firmpaten sein können!

Gott möge euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit verleihen, dass ihr durch seinen Geist mit Kraft innerlich stark werdet. (Eph 3, 16)

44. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT MIT SEINEN APOSTELN DAS LETZTE ABENDMAHL GEFEIERT

_Zur bestimmten Stunde ließ sich Jesus zu Tische nieder und die zwölf Apostel mit ihm. Er sprach zu ihnen: "Mit großer Sehnsucht habe ich darnach verlangt, dieses Ostermahl mit euch zu halten, bevor ich leide." . . .

Dann nahm er Brot, dankte, brach es und reichte es ihnen mit den Worten: "Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Andenken!" Ebenso nahm er nach dem Mahle den Kelch und sprach: "Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird." (Lk 22, 14. 15. 19. 20)

Am Abend vor seinem Leiden hat Jesus Christus während des Ostermahles das Allerheiligste Sakrament des Altares als Gedächtnis seines Leidens und Sterbens eingesetzt. Er nahm Brot und den Kelch mit Wein in seine Hände, blickte zu seinem himmlischen Vater auf, sprach ein Lob- und Dankgebet über die Gaben und reichte sie den Aposteln mit den Worten: "Das ist mein Leib - das ist mein Blut."

Mit diesen Worten hat Jesus das Brot in seinen heiligen Leib und den Wein in sein heiliges Blut verwandelt. Zugleich trug er den Aposteln auf, sie sollen zu seinem Gedächtnis dasselbe tun, was er getan hatte: Sie sollen Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu verwandeln. Diese Gewalt ist von den Aposteln durch die Priesterweihe auf die Bischöfe und Priester übergegangen. Nach der Verwandlung sind der Leib und das Blut Jesu gegenwärtig, obwohl wir nur die Gestalten von Brot und Wein sehen. Unter den Gestalten verstehen wir die Form, die Farbe, den Geschmack, den Geruch und alles, was wir mit unseren Sinnen von Brot und Wein wahrnehmen. Jesus Christus ist gegenwärtig, solange die Gestalten dauern.

Das Allerheiligste Sakrament hat verschiedene Namen: Altarssakrament, weil es auf dem Altar vollzogen, dort aufbewahrt und von dort aus gespendet wird; das AllerheiIigste oder das hochwürdigste Gut, weil Jesus selbst darin gegenwärtig ist. Es wird auch mit dem althochdeutschen Wort "Fronleichnam", d. h. Leib des Herrn, bezeichnet, oder mit dem Wort "Hostie", d. h. Schlachtopfer, oder mit dem Wort "Eucharistie", d. h. Danksagung oder Dankesgabe. Wenn der Priester das Allerheiligste Sakrament des Altares zu einem Sterbenden bringt, nennen wir es "die heilige Wegzehrung", weil es den Kranken für den Weg in die Seligkeit stärkt. Jesus Christus hat als Hoherpriester des Neuen Bundes im Speisesaal zu Jerusalem ein Opfer dargebracht und zugleich eine Kommunionfeier vorgenommen. Überdies hat er seine Apostel und deren Nachfolger als Priester bestellt, die das Opfer immerfort darbringen und die Opferspeise den Gläubigen zum Genusse darreichen sollen. Die heilige Eucharistie ist also Opfer und Sakrament zugleich. Als Opfer wird sie auf dem Altar dem himmlischen Vater dargebracht. Als Sakrament wird sie in der Kommunion als Speise gereicht.

Wozu hat Jesus das Allerheiligste Sakrament des Altares eingesetzt? - Was hat Jesus den Aposteln mit den Worten "Tut dies zu meinem Andenken" aufgetragen? - Was ist nach der Verwandlung auf dem Altare gegenwärtig? - Wie lange ist Christus gegenwärtig? - Warum ist die Eucharistie ein Opfer? - Warum ist sie ein Sakrament?

Merksätze:

103. Was hat Jesus Christus beim Letzten Abendmahl getan?

Jesus Christus hat beim Letzten Abendmahl das Sakrament des Altares als Gedächtnis seines Leidens und Sterbens eingesetzt.

104. Wie hat Jesus Christus das Sakrament des Altares eingesetzt?

Jesus Christus nahm das Brot, dankte, gab es seinen Jüngern und sprach: "Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird." Dann nahm er den Kelch mit Wein und sprach: "Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird." Er befahl den Aposteln: "Tut dies zu meinem Andenken!"

105. Was ist das Sakrament des Altares?

Das Sakrament des Altares ist der Leib und das Blut Jesu Christi, auf dem Altar als Opfer dargebracht und den Gläubigen zur Speise gegeben.

106. Welche Gewalt hat Jesus den Aposteln mit den Worten" Tut dies zu meinem Andenken" gegeben?

Damit hat Jesus den Aposteln die Gewalt gegeben, Brot in seinen heiligen Leib und Wein in sein heiliges Blut zu verwandeln.

107. Wer besitzt die Wandlungsgewalt?

Die Wandlungsgewalt besitzen die Bischöfe und Priester.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will an das Wort des Herrn denken: "Mit großer Sehnsucht habe ich darnach verlangt, dieses Mahl mit euch zu halten." Ich will gerne zu diesem Mahl kommen.

Denke nach, warum wir am Gründonnerstag den Leib des Herrn empfangen sollen! - Erzähle die Wunder und Gleichnisse, durch welche Jesus auf das Allerheiligste Altarssakrament vorbereitet hat! Berichte, welche Bilder und Symbole für das Allerheiligste Altarssakrament du kennst! - Beschreibe ein Bild des Letzten Abendmahles! - Suche in der Heiligen Schrift Vorbilder der heiligen Eucharistie, im Gebetbuch die Lieder zu Ehren des Allerheiligsten Sakramentes! - Nimm dir vor, monatlich zur Kommunion zu gehen!

AUS DER LITURGIE

Die Kirche feiert die Einsetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes am Gründonnerstag. Die äußere Feier des Allerheiligsten Altarssakramentes findet am Fronleichnamsfest statt.

Tagesgebet zum Allerheiligsten Altarssakrament:

V: Brot vom Himmel hast du uns gegeben.

A: Das alle Süßigkeit in sich enthält. Lasset uns beten. Herr Jesus Christus, der du uns in diesem wunderbaren Sakramente das Gedächtnis deines Leidens hinterlassen hast, lass uns, so bitten wir, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes also verehren, dass wir die Frucht deiner Erlösung immerdar in uns erfahren. Der du lebst und herrschest in Ewigkeit. Amen.

Hochgelobt und gebenedeit sei das Allerheiligste Sakrament des Altares!

45. LEHRSTÜCK: IM MESSOPFER ERFÜLLT DIE KIRCHE DEN AUFTRAG, DEN IHR JESUS CHRISTUS BEIM LETZTEN ABENDMAHL GEGEBEN HAT

Jesus Christus hat beim Letzten Abendmahl die Eucharistie als Opfer und Sakrament eingesetzt. Zugleich hat er an die Apostel den Auftrag gerichtet:

"Tut dies zu meinem Andenken." (Lk 22, 19)

Die Apostel erfüllten den Auftrag des Herrn und hielten die eucharistische Feier, die sie "Brotbrechen" nannten. Die Kirche erfüllt den Auftrag des Herrn in der Feier des heiligen Messopfers. Damit tut sie dasselbe, was Christus beim Letzten Abendmahl getan hat. Die Gaben des Brotes und des Weines werden zum Altar gebracht, der Priester betet über sie ein großes Lob-, Dank- und Opfergebet und spricht dabei die Wandlungsworte, die Jesus beim Letzten Abendmahl gesprochen hat. Dann wird die heilige Speise ausgeteilt. Die Kirche hat der Opfermesse die Vormesse (Wortgottesdienst) hinzugefügt. Sie meint, dass wir uns zum heiligen Opfer bereit machen müssen, damit wir die heilige Messe ordentlich feiern können.

Die Menschen haben zu allen Zeiten Gott Opfer dargebracht. Auch die Heidenvölker haben ihren Göttern geopfert. Die Schriften des Alten Bundes berichten uns von vielen Opfern. Die Juden haben Tiere oder Feldfrüchte geopfert, der Priesterkönig Melchisedech hat Brot und Wein dargebracht. Doch alle diese Opfer der Heiden und Juden entsprachen nicht der Heiligkeit und Würde Gottes. Es waren bloß irdische Gaben, die von sündigen Menschen dargebracht wurden. Die Opfer des Alten Bundes waren nur Vorbilder. Jesus Christus ist der Mittler des Neuen Bundes. Er hat sich schon beim Letzten Abendmahl dem himmlischen Vater für uns aufgeopfert. Er hat es unter den Gestalten von Brot und Wein getan. Durch Christus und mit Christus und in Christus dürfen auch wir in der heiligen Messe Gott ein Opfer darbringen. Das Messopfer ist das immerwährende Opfer des Neuen Bundes. Darin erfüllen wir den Auftrag des Herrn: "Tut dies zu meinem Andenken."

Wenn wir opfern, bringen wir Gott eine sichtbare Gabe dar. Wir wollen ihm damit für alles Gute danken, Gnaden erflehen und für unsere Sünden Sühne leisten. Vor allem aber ist der Sinn des Opfers, Gott als den höchsten Herrn anzuerkennen und ihn zu preisen. Das Opfer ist die höchste Art der Gottesverehrung.

Was ist bei Abendmahl und Messopfer gleich? - Was hat die Kirche bei der Messe hinzugefügt? - Welchen Zweck haI die Vormesse? - Was hat Christus der Kirche zu tun befohlen? - Warum ist das Opfer die höchste Art der Gottesverehrung?

Merksätze:

108. Was heißt opfern?

Opfern heißt Gott eine sichtbare Gabe darbringen, um ihn als den höchsten Herrn anzuerkennen.

109. Welches ist das immerwährende Opfer des Neuen Bundes?

Das immerwährende Opfer des Neuen Bundes ist das Messopfer. Darin wird der Auftrag des Herrn erfüllt: "Tut dies zu meinem Andenken."

FÜR MEIN LEBEN

Ich will oft, wenn es gut möglich ist, täglich am heiligen Messopfer teilnehmen.

Denke nach, in welcher Stimmung die Apostel dem Abendmahl beiwohnten, in welcher Stimmung du der Heiligen Messe beiwohnen sollst! - Erkläre, wie die Menschen Opfer dargebracht haben; welche Arten von Opfer es vor Christus gegeben hat; warum die Opfer des Alten Bundes unvollkommen waren! - Erzähle, welche Opfer des Alten Bundes du kennst!

Ich habe kein Wohlgefallen an euch, so spricht der Herr, und nehme keine Opfer mehr aus eurer Hand. Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang wird mein Name groß sein bei den Heiden und an allen Orten wird meinem Namen ein reines Speiseopfer dargebracht werden. (Mal 1, 10-11)

46. LEHRSTÜCK: IM MESSOPFER WIRD DAS GEDÄCHTNIS DES ERLÖSENDEN LEIDENS GEFEIERT

Der heilige Paulus erinnert die Christengemeinde von Korinth:

Der Herr Jesus nahm in der Nacht, da er verraten wurde, Brot. dankte, brach es und sprach: "Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Andenken." Ebenso nahm er nach dem Mahle den Kelch und sprach: "Dieser Kelch ist der Neue Bund mit meinem Blute. So oft ihr ihn trinket, tut dies zu meinem Andenken." Denn so oft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, feiert ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt. (1 Kor 11, 23-26)

Der Apostel weist eindringlich darauf hin, dass bei jeder heiligen Messe das Gedächtnis des erlösenden Leidens gefeiert wird. Jesus Christus hat uns durch seinen Kreuzestod erlöst. Er hat uns die verlorene Gnade wieder verdient und für unsere Sünden gesühnt. Seit seinem Tod am Kreuze ist für Christus die Zeit des Verdienstes und der Sühne vorüber. Im heiligen Messopfer wendet er uns jedoch weiterhin die Verdienste und die Sühne seines Kreuzesopfers zu.

Wie am Kreuz, so ist Jesus Christus beim Letzten Abendmahl und beim heiligen Messopfer der Opferpriester. In seinem Auftrag spricht der Priester am Altar die Opfer- und Wandlungsworte. Die Opfergabe am Kreuz war der Leib und das Blut Jesu. Auch in der heiligen Messe ist die Opfergabe der Leib und das Blut Jesu in geheimnisvoller Weise unter den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig. Nicht Brot und Wein sind die eigentliche Opfergabe, sondern Jesus Christus selbst ist die reine, heilige, makellose Opfergabe.

Der Unterschied zwischen dem Kreuzesopfer und der heiligen Messe besteht in der Opferweise. Am Kreuz hat Jesus in blutiger Weise und allein geopfert, bei der heiligen Messe aber opfert er unblutig und mit uns. Das Kreuzesopfer war das einmalige Opfer der Erlösung, das Messopfer ist das immerwährende Opfer der Erlösten.

In der heiligen Messe wird das Gedächtnis des erlösenden Leidens gefeiert. Die getrennten Gestalten von Brot und Wein weisen auf die Trennung von Leib und Blut hin und versinnbilden so den Tod Christi. In diesen getrennten Gestalten wird Christus gegenwärtig. In seinem ganzen Leben war Jesus Christus darauf bedacht, seinen Vater zu verherrlichen. Er hat auch das heilige Messopfer eingesetzt, um den himmlischen Vater durch sein Opfer an allen Orten und zu allen Zeiten zu verherrlichen. Seine Liebe zum Vater ist so groß, dass er sich immer wieder vollkommen hingibt. In die gleiche Opfergesinnung will Jesus uns hineinnehmen. Er will uns zur Liebe und Verherrlichung des Vaters erziehen und wir sollen durch die Mitfeier des heiligen Messopfers diese Gesinnung annehmen.

Wann hat Christus die Gnade erworben, die im Messopfer ausgespendet wird? - Was hat die heilige Messe mit dem Kreuzesopfer Christi gemeinsam? - Was unterscheidet sie davon? - Was bedeuten die getrennten Gestalten? - In welcher Gesinnung hat Jesus das heilige Messopfer eingesetzt?

Merksätze:

110. Was geschieht in der heiligen Messe?

In der heiligen Messe wird das Gedächtnis des erlösenden Leidens Jesu Christi am Kreuz gefeiert.

111. Wieso wird bei der heiligen Messe das Gedächtnis des erlösenden Leidens gefeiert?

In der heiligen Messe wird das Gedächtnis des erlösenden Leidens gefeiert, weil Jesus unter den getrennten Gestalten des Brotes und des Weines, die seinen Tod versinnbiIden, gegenwärtig wird.

112. Wozu hat Christus das Messopfer eingesetzt?

Christus hat das Messopfer eingesetzt:

1. Damit der himmlische Vater durch sein Opfer an allen Orten und zu allen Zeiten verherrlicht werde,

2. damit er uns in die gleiche Opfergesinnung hineinnehmen könne,

3. damit er sich uns zur Speise gebe.

FÜR MEIN LEBEN

Bei jedem heiligen Messopfer denke ich an den Opfertod Christi. Ich will es immer andächtig und oft, auch an Wochentagen, mitfeiern.

Denke nach, warum bei jeder heiligen Messe ein Kruzifix und Kerzen auf dem Altar stehen; wann die verschiedenen liturgischen Farben verwendet werden! - Erkläre, was es bedeutet, wenn wir das heilige Messopfer zu Ehren der Heiligen feiern; warum wir an Sonn- und gebotenen Feiertagen verpflichtet sind, das heilige Messopfer mitzufeiern! - Zeichne einen Altar; zeichne und benenne die Kleider des Priesters und die heiligen Gefäße!

AUS DER LITURGIE

1. Der Altar

hat die Form eines Tisches, in dessen Mitte Reliquien von Heiligen aufbewahrt sind.

2. Die Gaben zur Opferbereitung sind ein ungesäuertes Weizenbrot - Hostie - und Traubenwein.

3. Die heiligen Gefäße sind ein vergoldeter Teller - Patene - für die Hostie und der Messkelch für den Wein.

4. Die Gewänder des Priesters sind das Schultertuch, das lange weiße Kleid Alba, der Gürtel - Zingulum, der Manipel am linken Arm, die Stola, die über der Brust gekreuzt wird, und das Messkleid.

5. Die liturgischen Farben werden durch die kirchlichen Zeiten und Feste bestimmt: weiß - Farbe der Freude und Reinheit, rot - Farbe der Liebe und des Blutes, grün - Farbe der Hoffnung auf das ewige Leben, violett - Farbe der Buße, rosa - Farbe der Vorfreude, schwarz - Farbe der Trauer.

6. Die Sprache der heiligen Messe ist lateinisch, weil sich diese Sprache nicht ändert. Durch die einheitliche Sprache wird auch im Gottesdienst die Einheit der Kirche gefördert.

7. Die Formen der heiligen Messe sind:

die stille Messe, die Singmesse, die Betsingmesse, die Gemeinschaftsmesse, das Amt;

das Hochamt - mit den Assistenten Diakon und Subdiakon;

das Pontifikalamt - das Hochamt eines Bischofs;

das Requiem - die feierliche Messe für Verstorbene.

O heiliges Gastmahl, in welchem Christus genossen, das Andenken seines Leidens erneuert, das Herz mit Gnaden erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird.

47. LEHRSTÜCK: DIE HEILIGE MESSE IST DAS OPFER DER KIRCHE

Der heilige Paulus weist die Gläubigen von Korinth darauf hin, wIe wertvoll die heilige Messe ist.

Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht die Gemeinschaft mit dem Blute Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht die Gemeinschaft mit dem Leibe Christi? Weil es ein Brot ist, so bilden wir viele einen Leib. Wir nehmen ja alle an dem einen Brote teil. (1 Kor 10, 16-17)

In der heiligen Messe bildet Christus mit den Gläubigen eine Opfergemeinschaft. Jesus Christus opfert sich mit uns dem himmlischen Vater auf. Die Gläubigen bilden auch mit dem Priester eine Opfergemeinschaft. Dieser Opfergemeinschaft gehören alle an, die zur heiligen Messe versammelt sind. Darum spricht der Priester fast alle Gebete in der Mehrzahl: Wir preisen, wir beten, wir opfern, wir sagen Dank. Wir sind beim heiligen Opfer nicht nur fromme Zuschauer oder Zuhörer, sondern Mitopfernde.

Darum müssen wir auch die rechte Opfergesinnung haben. Wir müssen uns, unser Gebet, unsere Arbeit, Freud und Leid mit Christus dem himmlischen Vater aufopfern. Der Priester am Altar ist der Stellvertreter und zugleich das Werkzeug Jesu Christi. Durch den Priester bringt die Kirche im Namen Jesu Christi das heilige Messopfer dar.

Die würdige Teilnahme am heiligen Messopfer stärkt das Gnadenleben in uns und bringt reiche Früchte für unser tägliches Leben.

In der heiligen Messe erweisen wir Gott die höchste Ehre und Anbetung. Sie ist das höchste Lobopfer. Da wir viele Gnaden und Wohltaten zum Heile unseres Leibes und unserer Seele erbitten können, ist sie das wirksamste Bittopfer. Durch die andächtige Mitfeier der heiligen Messe erlangen wir die Verzeihung unserer lässlichen Sünden, bei schweren Sünden die Gnade zu wahrer Reue und Bekehrung. Viele zeitliche Sündenstrafen werden uns nachgelassen. Darum ist die heilige Messe das vollkommenste Sühnopfer. Diese sühnende Kraft des heiligen Messopfers können wir auch den Armen Seelen im Fegefeuer zuwenden. Die heilige Messe ist das herrlichste Dankopfer. Wir gedenken dabei besonders des Erlöserleidens, der Auferstehung und der Himmelfahrt des Herrn. Wir danken vor allem für das Heil, das uns in Christus geschenkt worden ist.

Besonderen Anteil an den Opferfrüchten der heiligen Messe haben jene, für welche sie aufgeopfert wird und alle, die sie andächtig mitfeiern.

Besonderen Anteil an den Opferfrüchten der heiligen Messe haben jene, für welche sie aufgeopfert wird und alle, die sie andächtig mitfeiern.

Mit wem sind wir bei der heiligen Messe zu einer Gemeinschaft verbunden? Wie zeigt sich in den Gebeten, dass die heilige Messe ein Gemeinschaftsopfer ist? Was bewirkt die würdige Mitfeier der heiligen Messe? - Wer hat an den Früchten der heiligen Messe Anteil ?

Merksätze:

113. Wer bringt das heilige Messopfer dar?

Das heilige Messopfer bringt die Kirche durch ihre Priester im Namen Jesu Christi dar.

114. Wozu bringt die Kirche das heilige Messopfer dar?

Die Kirche bringt das heilige Messopfer dar:

1. Um den himmlischen Vater anzubeten, ihn zu bitten, ihm Sühne zu leisten;

2. vor allem, um ihm für das Heil zu danken, das uns in Christus geschenkt worden ist.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will nicht bloß Zuhörer und Zuschauer bei der heiligen Messe sein, sondern mit dem Priester opfern und feiern.

Denke nach, warum die heilige Messe der höchste Gottesdienst ist; wie du dich richtig auf die heilige Messe vorbereiten sollst; welches das Heil ist, das uns in Christus geschenkt worden ist! - Erkläre, warum das Amt des Ministranten ein Ehrenamt ist! - Zeichne den Messkelch und die dazugehörigen liturgischen Geräte, das Messbuch, die Altarglocke!

Durch Christus, mit Christus und in Christus sei dir, allmächtiger Vater, alle Ehre und Verherrlichung von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

48. LEHRSTÜCK: IM OPFERMAHL DER HEILIGEN MESSE NÄHRT UNS JESUS CHRISTUS ZUM EWIGEN LEBEN

Jesus Christus hatte durch das Wunder der Brotvermehrung viele tausend Menschen gespeist. Deshalb wollten sie ihn zum König machen. Als sie am nächsten Tag wieder zu ihm kamen, sprach Jesus:

"Ihr sucht mich nicht, weil ihr Wunder gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
Müht euch nicht um die vergängliche Speise, sondern um jene Speise, die ins ewige Leben reicht, die der Menschensohn euch geben wird."
"Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der mich isst, durch mich leben. Das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, ist nicht wie jenes, das eure Väter gegessen haben und doch gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben." (Jo 6, 26. 27. 56-58)

Die Kommunion ist das Opfermahl, in dem sich Christus uns schenkt. Darum gehört zur vollkommenen Mitfeier der heiligen Messe, dass wir auch den Leib des Herrn empfangen. In der Kommunion empfangen wir unter der Gestalt des Brotes Christus als Gott und Mensch. Wir werden mit ihm vereinigt.

Der Priester empfängt Christus unter den Gestalten des Brotes und Weines. In den ersten christlichen Jahrhunderten haben auch die Gläubigen Christus unter beiden Gestalten empfangen. Heute empfangen wir ihn nur unter der Gestalt des Brotes, denn Jesus ist auch unter der Gestalt des Brotes allein und in jedem Teil ganz gegenwärtig.

Wie die Nahrung unseren Leib stärkt, so nährt Christus durch die Kommunion das göttliche Leben in unserer Seele. Diese eucharistische Speise gibt uns Freude und Kraft zum Guten. Sie reinigt uns von lässlichen Sünden und befreit uns von Sündenstrafen. Sie baut die christliche Gemeinschaft auf und fördert das Gemeinschaftsleben. Sie heiligt unseren Leib und verbürgt die glorreiche Auferstehung.

Wir empfangen den Leib des Herrn nur dann würdig, wenn wir das Gnadenleben haben. Lässliche Sünden machen die Kommunion nicht unwürdig, aber sie verhindern viele Gnaden. Wer wissentlich mit einer Todsünde kommuniziert, begeht Gottesraub.

Wenn wir zum Tisch des Herrn gehen, ist die rechte Absicht notwendig. Wir: müssen fest glauben, dass Jesus wirklich zu uns kommt und innig nach ihm verlangen.

Aus Ehrfurcht vor dem Leib des Herrn verlangt die Kirche, dass wir vor der Kommunion nüchtern bleiben.

Nach dem Empfang der heiligen Eucharistie ist Jesus in uns gegenwärtig. Wir sollen ihn anbeten und ihm danken.

Wie hat Jesus durch das Wunder der Brotvermehrung auf die Kommunion vorbereitet? - Warum ist das Opfermahl die Vollendung des heiligen Messopfers? Warum sollen wir bei jeder heiligen Messe auch den Leib des Herrn empfangen? Unter welchen Gestalten empfängt der Priester Jesus? - Unter welchen Gestalten empfangen ihn die Gläubigen? - Wie sollen u'ir uns auf die Kommunion vorhereiten? - Wie sollen wir uns nach der Kommunion verhalten?

Merksätze:

115. Was empfangen wir bei der Kommunion?

Bei der Kommunion empfangen wir Leib und Blut des Herrn als Speise für die Seele.

116. Welche Wirkungen hat die Kommunion in uns?

1. Die Kommunion vereinigt uns mit Christus und nährt das Gnadenleben in uns;

2. sie vereinigt uns mit den Christen und baut die Kirche auf;

3. sie heiligt unseren Leib und verbürgt die glorreiche Auferstehung.

FÜR MEIN LEBEN

Ich sorge am besten für meine Seele und mein ewiges Heil, wenn ich oft und würdig Jesus in der heiligen Hostie empfange.

Denke nach, was das Wort Kommunion bedeutet; wie oft du kommunizieren sollst; wie du in deinem äußeren Verhalten zeigen sollst, dass du Jesus empfangen wirst! - Erkläre, wer täglich kommunizieren darf; warum es genügt, wenn die Kirche Jesus unter einer Gestalt spendet; wieso uns die Kommunion auch mit den Christen vereinigt! Berichte, wann deine Erstkommunion war; wie du dich benimmst, wenn du einem Priester begegnest, der die heilige Eucharistie zu einem Kranken bringt; wie du deinen letzten Kommuniontag verbracht hast!

AUS DER LITURGIE

Wer durch Krankheit oder Alter verhindert ist, an der heiligen Messe teilzunehmen, dem bringt der Priester den Leib des Herrn.

Viertes Gebot der Kirche: "Du sollst deine Sünden jährlich wenigstens einmal beichten und wenigstens zur österlichen Zeit sowie in Todesgefahr kommunizieren."

Vorschriften über die Nüchternheit vor der Kommunion: Das Gebot der Nüchternheit verlangt, dass wir drei Stunden vor der Kommunion uns von fester Speise und von Alkohol, eine Stunde vorher von Flüssigkeiten enthalten. Durch den Genuss von Wasser wird die Nüchternheit nicht unterbrochen. Kranke dürfen ohne Zeitbegrenzung vor der Kommunion Flüssigkeiten oder Medizinen, aber keinen Alkohol nehmen. Beim Empfang der Wegzehrung entfällt das Gebot der Nüchternheit.

"Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken." (Jo 6, 54)

49. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS IST IM ALLERHEILIGSTEN SAKRAMENT IMMER GEGENWÄRTIG

Als Jesus seine Apostel zu ihrer Arbeit im Reich Gottes aussandte, sprach er:

"Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und macht euch alle Völker zu Jüngern ... Lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt!" (Mt 28, 18-20)

Diese Verheißung hat Jesus erfüllt: Er lebt in der Kirche und wirkt auf geheimnisvolle Weise durch den Heiligen Geist in ihr fort.

Jesus hat seine Verheißung auch dadurch wahr gemacht, dass er im Allerheiligsten Sakrament des Altares alle Tage bis ans Ende der Welt bei uns ist.

Im Tabernakel wird das Allerheiligste Sakrament des Altares unter der Gestalt des Brotes aufbewahrt. In der Nähe des Tabernakels brennt das "Ewige Licht". Es zeigt uns an, dass Jesus gegenwärtig ist.

Dem Heiland in der heiligen Hostie gebührt die höchste Verehrung, die Anbetung. Darum knien wir bei der heiligen Wandlung nieder, ebenso wenn uns der Priester mit dem Allerheiligsten segnet.

Beim Betreten oder Verlassen des Gotteshauses beugen wir des Knie.

Wie hat Jesus seine Verheißung "seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt" erfüllt? - Wo ist das Allerheiligste Sakrament des Altares aufbewahrt? - Wie bezeugen wir dem Heiland in der heiligen Hostie unsere Anbetung ?

Merksätze

117. Wozu hat Jesus Christus das Allerheiligste Sakrament des Altares eingesetzt ?

Jesus Christus hat das Allerheiligste Sakrament des Altares eingesetzt:

1. Um unser Opfer zu sein,

2. um unsere Seele zu nähren und die gleiche Opfergesinnung in uns zu wecken,

3. um immer bei uns zu bleiben.

118. Wie verehren wir das Allerheiligste Sakrament des Altares?

Wir verehren das Allerheiligste Sakrament des Altares durch andächtige Mitfeier der heiligen Messe, durch würdige Kommunion und durch ehrfurchtsvolle Anbetung.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will Jesus grüßen, wenn ich an einer katholischen Kirche vorübergehe. Ich will ihn oft besuchen, mit ihm sprechen und ihn um seinen Segen bitten: Jesus, ich grüße dich, - Jesus, du segne mich!

Denke nach, warum das Allerheiligste Sakrament des Altares nur unter der Gestalt des Brotes aufbewahrt wird; wie lange Jesus in der Brotsgestalt gegenwärtig ist; welche Gebete zum Allerheiligsten Altarssakrament du kennst! - Erkläre, wo und wann wir eine Kniebeuge machen sollen; wann, warum und wie die Kirche das Fronleichnamsfest feiert! - Berichte, wann in deiner Pfarrkirche Segensandacht ist; wann in deiner Pfarrkirche der Anbetungstag oder das vierzigstündige Gebet ist! - Zeichne ein Tabernakel, das Ewige Licht, eine Monstranz, einen Speisekelch !

AUS DER LITURGIE

Im Tabernakel werden die heiligen Hostien im Speisekelch - Ziborium - für die Kommunion der Gläubigen und eine grüße Hostie für die Monstranz aufbewahrt.

Bei der Segensandacht wird das Allerheiligste Sakrament zur Anbetung ausgesetzt und mit ihm der Segen erteilt. Am Fronleichnamstag verehren wir die heilige Eucharistie mit großer Feierlichkeit. Das Allerheiligste wird durch die Straßen getragen. An vier Altären gibt der Priester mit dem Allerheiligsten den Segen.

In vielen Pfarren wird das vierzigstündige Gebet gehalten. In manchen Klosterkirchen bleibt das Allerheiligste das ganze Jahr hindurch zur Anbetung ausgesetzt - Ewige Anbetung. In jeder Pfarre ist ein Anbetungstag zur besonderen Verehrung des Altarssakramentes.

Mit besonderer Feierlichkeit wird das Allerheiligste Altarssakrament' bei den Eucharistischen Kongressen verehrt.

50. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE FEIERT DAS HEILIGE MESSOPFER

Die ersten Christen hielten fest an der Lehre der Apostel, an der Gemeinschaft, am Brotbrechen und am Gebet. . . .
Täglich verweilten sie einmütig im Tempel, brachen in den Häusern das Brot und genossen ihre Speise in Frohsinn und Schlichtheit des Herzens (Apg 2, 42. 46)

Seit den Tagen der Apostel wird in der Kirche das heilige Messopfer gefeiert.

1. Vormesse (Wortgottesdienst) :

Gebetsgottesdienst - Wir b e t e n :

1. Mit dem Stufengebet beginnt die Messe. Der Priester beugt sich tief und betet das allgemeine Sündenbekenntnis - Confiteor. - Wir beten das Reuegebet.

2. Das EingangsIied - Introitus betet der Priester aus dem Messbuch.

3. Beim Kyrie eleison beten wir: "Herr, erbarme dich unser."

4. Im Gloria - Ehre sei Gott in der Höhe - ruft uns der Priester zum Lob Gottes auf. - Wir beten: "Ehre sei dem Vater ... " (In Buß- und Totenmessen bleibt dieses Lobgebet weg.)

5. Der Priester wendet sich zu uns mit den Worten: "Dominus vobiscum" - Der Herr sei mit euch. Wir antworten: "Et cum spiritu tuo" - Er sei auch mit dir. Dann betet er das Tagesgebet. Wir tragen Gott unsere Bitten vor.

Lesegottesdienst - Wir hören :

6. Bisher haben wir im Gebet mit Gott gesprochen, nun spricht Gott zu uns durch die Epistel; diese ist oft dem Brief eines Apostels entnommen.

7. Das Messbuch wird auf die andere Seite des Altares getragen und der Priester verkündet das Evangelium, die Frohe Botschaft. Wir erheben uns in Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und bezeichnen uns mit dem dreifachen Kreuz. An das Evangelium schließt an Sonn- und Festtagen meist die Predigt an.

8. An Sonntagen und bestimmten Festtagen erfolgt als unsere Antwort auf das Wort Gottes das Glaubensbekenntnis - Credo.

II. Opfermesse:

Zuerst werden unsere Opfergaben, Brot und Wein, bereitgestellt.

Dann werden sie in den Leib und das Blut Jesu Christi verwandelt und Gott dargebracht. In der Kommunion empfangen wir den Leib des Herrn:

Opferbereitung - Wir bereiten :

9. Der Ministrant gibt ein kurzes Zeichen mit der Altarglocke. Der Priester nimmt Brot und dann Wein, dem er etwas Wasser beimischt, und opfert diese Gaben Gott auf. In alter Zeit brachten die Gläubigen selbst Brot, Wein und andere Gaben. Daran erinnert heute noch die Opfersammlung.

10. Die Händewaschung mahnt uns, das heilige Opfer mit reinem Herzen mitzufeiern.

11. Der Priester mahnt uns: "Orate fratres" = "Betet, Brüder, damit mein und euer Opfer wohlgefällig werde bei Gott, dem allmächtigen Vater." Wir beten: "Der Herr nehme das Opfer an aus deiner Hand zum Lob und Ruhme seines Namens, zum Segen für uns und seine ganze heilige Kirche."

12. Der Priester betet über die Opfergaben das Stillgebet.

Opferdarbringung - Wir bringen dar:

13. Der Priester betet die Präfation, das ist das große Dankgebet, und schließt mit dem Sanctus. - Wir beten: "Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen" - Glockenzeichen des Ministranten.

14. Gebet für die Lebenden. - Wir beten für die Kir ehe und für jene, derer wir besonders gedenken wollen.

15. Der Priester verwandelt Brot und Wein. Durch die Hände des Priesters wird Christi Leib und Blut dem himmlischen Vater als Opfergabe dargebracht.

Der Priester kniet nieder, erhebt die heiligen Gestalten, und der Ministrant gibt mit der Glocke ein Zeichen.

Wir schauen auf die heilige Hostie und auf den Kelch, machen andächtig das große lateinische Kreuzzeichen und beten voll Ehrfurcht: "Mein Herr und mein Gott!" Oder: "Jesus, dir leb' ich ... " Wir bringen uns selbst und unser ganzes Leben Gott dar.

16. Wir beten mit dem Priester die Darbringungsgebete : "Wir, deine Diener, aber auch dein heiliges Volk bringen dir ein reines Opfer dar, ein heiliges Opfer, ein unbeflecktes Opfer, das heilige Brot des ewigen Lebens und den Kelch des immerwährenden Heiles." So erfüllen wir Jesu Auftrag: "Tut dies zu meinem Andenken!"

17. Nach einem Gebet für die Verstorbenen schließt der Wandlungsteil mit dem großen Opferlobpreis ab. Während der Darbringungsgebete und des Opferlobpreises bringen auch wir unser Herz mit all seinen Kräften Gott dar.

Opfermahl - Wir empfangen:

18. Das Paternoster - Vater unser. Wir beten das Gebet des Herrn zur Vorbereitung auf die Kommunion.

19. Der Priester bricht die heilige Hostie.

20. Agnus Dei. - Wir beten dreimal:

"Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt."

21. Nach den Vorbereitungsgebeten auf die Kommunion betet der Priester dreimal:

"Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!" - Glockenzeichen. Der Priester empfängt Jesus unter beiden Gestalten. Dann treten die Gläubigen zum Tisch des Herrn.

22. Nachdem der Priester den Kelch zugedeckt hat, liest er auf der Epistelseite den Kommuniongesang und betet das Schlussgebet.

23. Die Opferfeier ist vollendet. Der Priester spricht: "Ite missa est !" - Gehet hin, ihr seid entlassen! In Totenmessen: "Requiescant in pace!" - Sie mögen in Frieden ruhen!

24. Der Segen des Priesters. - Wir beten: "Es segne uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist." Bei Totenmessen unterbleibt der Segen.

25. Schlussevangelium.

Evangeliumsseite Altarmitte Epistelseite
WIR BETEN
V 1. Stufengebet
O 2. Eingangslied*)
R 3. Kyrie
M 4. Gloria**)
E 5. Tagesgebet*)
S WIR HÖREN
S 6. Epistel*)
E 7. Evangelium*)
8. Credo**)
O WIR BEREITEN
9. OPFERBEREITUNG
P 10. Händewaschung
11. Betet, Brüder ...
F 12. Stillgebet*)
WIR BRINGEN DAR
E 13. Präfation*) und Sanctus
14. Gebet für die Lebenden
R 15. WANDLUNG - Opferhandlung
16. Darbringungsgebete
M 17. Gebet für die Verstorbenen und großer Opferlobpreis
WIR EMPFANGEN
E 18. Vater unser
19. Brechen der heiligen Hostie
S 20. Lamm Gottes
21. KOMMUNION - Opfermahl
S 22. Schlussgebet*)
23. Ite missa est! oder Requiescant in pace!
E 24. Segen: **)
25. Schluss-Evangelium *)
*) veränderlich
**) entfällt manchmal

Merksätze:

119. Wie wird die heilige Messe eingeteilt?

Die heilige Messe wird in Vormesse und Opfermesse eingeteilt.

120. Wie wird die Opfermesse eingeteilt?

Die Opfermesse wird in Opferbereitung, Opferdarbringung und Opfermahl eingeteilt.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will pünktlich zum heiligen Messopfer kommen.

Denke nach, was du bei der stillen Messe betest; wie du die Singmesse oder Gemeinschaftsmesse mitfeierst! - Erkläre, bei welchen Teilen der heiligen Messe wir stehen, bei welchen wir sitzen, bei welchen wir knien; warum wir diese verschiedenen Stellungen einnehmen; welche Gebete der heiligen Messe täglich wechseln! - Suche die Gebete der heiligen Messe, die der Heiligen Schrift entnommen sind! - Beobachte, wann der Ministrant ein Glockenzeichen gibt! - Zeige, wie man das Schott-Messbuch aufschlägt!

51. LEHRSTÜCK: WIR FEIERN DAS KIRCHENJAHR

Am ersten Tage der Woche ging Maria Magdalena frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grabe und sah, dass der Stein vom Grabe weggenommen war.
Am Abend dieses ersten Wochentages waren die Jünger versammelt und hatten aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: "Friede sei mit euch!" (Jo 20, 1. 19)

Jesus Christus ist am ersten Tag der Woche von den Toten auferstanden und hat das Sakrament der Buße an diesem Tage eingesetzt. Er hat auch den Heiligen Geist an einem Sonntag gesandt. Deshalb kamen schon die Apostel und Gläubigen am Sonntag zusammen und feierten die heilige Eucharistie.

Auch wir bringen am Sonntag das heilige Messopfer zum Gedächtnis des Todes und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus dar. Das heilige Messopfer steht in inniger Beziehung zum Kirchenjahr. In diesem wird das ganze Erlösungswerk des Herrn gefeiert. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich zwei Festkreise herausgebildet: der Weihnachtsfestkreis und der Osterfestkreis,

Der Weihnachtsfestkreis

Vorfeier (violett) : 4 Adventsonntage

Festfeier (weiß) : Vom Feste der Geburt bis zur Erscheinung des Herrn

Nachfeier (grün) : Sonntage nach der Erscheinung des Herrn

Osterfestkreis

Vorfeier (violett): 3 Vorfastensonntage

Mit dem Aschermittwoch beginnt die vierzigtägige Fastenzeit, deren Höhepunkt die Karwoche ist. 

Festfeier: (weiß) : Sie beginnt mit der Feier der Osternacht und schließt mit dem Pfingstfest (rot).

Nachfeier (grün) : Sonntage nach Pfingsten.

Die Feste des Weihnachtskreises sind an bestimmte Monatstage gebunden (unbeweglich). Das Osterfest wird immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Nach ihm richten sich die anderen Feste des Osterkreises (beweglich).

Zu den Festen des Herrn kommen noch die Feste der Muttergottes und der Heiligen.

Im Laufe des Kirchenjahres sind besondere Bet- und Bußtage ungefähr am Beginn jeder Jahreszeit angeordnet: die Quatembertage.

Das Kirchenjahr ist noch immer in lebendiger Entwicklung. Immer kommen noch neue Feste dazu.

Im Kirchenjahr steht das ganze Erlösungswerk unseres Herrn Jesus Christus vor uns. Mit der Kirche schauen wir vorwärts auf die Endzeit der Welt und aufwärts zu unserem Herrn Jesus Christus, der in der Herrlichkeit des Jüngsten Tages als Sieger und König kommen wird.

Merksätze:

121. Welche Festkreise hat das Kirchenjahr?

Das Kirchenjahr hat zwei Festkreise: den Weihnachtsfestkreis und den Osterfest kreis.

122. Welche Bedeutung hat das Kirchenjahr?

Das Kirchenjahr erinnert uns an das Leiden, das Sterben und an die Auferstehung des Herrn und will uns seine Heilsgnade zuwenden.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will die Feste des Kirchenjahres beachten und mich auf sie einstellen.

Denke nach, welches die Hauptfeste des Weihnachtsfestkreises sind; welches die Hauptfeste des Osterfestkreises sind; wann die liturgischen Farben im Kirchenjahr verwendet werden! - Erkläre, was bewegliche und unbewegliche Feste sind!

52. LEHRSTÜCK: IM SAKRAMENT DER BUSSE ERLANGEN WIR DIE VERLORENE GNADE WIEDER

Am Abend dieses ersten Wochentages waren die Jünger versammelt und hatten aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen.
Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: "Friede sei mit euch!" Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.
Abermals sprach Jesus zu ihnen: "Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach: "Empfanget den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden nachlasst, dem sind sie nachgelassen; wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten." (Jo 20, 19-23)

Jesus Christus hat am Tage seiner Auferstehung jenes Sakrament eingesetzt, durch welches der Todsünder zum Gnadenleben wieder aufersteht. Jesus Christus hat den Aposteln seine Macht übertragen, die Sünden nachzulassen.

Von den Aposteln ist die Gewalt der Sündenvergebung an die Bischöfe und Priester weitergegeben worden. Sie üben diese Gewalt im Sakrament der Buße aus. Sie sprechen den Sünder, der reumütig seine Schuld bekennt, im Namen Jesu Christi von seinen Sünden los.

Im Sakrament der Buße erlangt der Todsünder das Gnadenleben wieder. Wer das Gnadenleben bewahrt hat, dem wird es gestärkt. Bei jeder heiligen Beichte werden uns viele Gnaden geschenkt. Unser Gewissen wird wachsam und unser Wille zum Guten gestärkt, damit wir nicht wieder sündigen. Alle Verdienste, die wir für unsere guten Werke vor der schweren Sünde hatten, leben wieder auf.

Wenn wir würdig zur heiligen Beichte gehen, werden uns alle schweren und lässlichen Sünden nachgelassen.

Ebenso werden die ewigen Strafen und ein Teil der zeitlichen Sündenstrafen getilgt. Durch gute Werke und Gebete können wir eine Nachlassung zeitlicher Sündenstrafen erlangen. Was wir nicht hier auf Erden abbüßen, das müssen wir im Fegefeuer büßen.

Durch welches Sakrament kann der Todsünder das verlorene Gnadenleben wieder erlangen? - Wem hat Christus die Macht der Sündenvefgebung übertragen? - Wer hat sie jetzt?

Merksätze:

123. Wie hat Jesus Christus das Sakrament der Buße eingesetzt?

Jesus Christus sprach zu den Aposteln: "Empfanget den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden nachlasst, dem sind sie nachgelassen; wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten."

124. Was wird durch das Sakrament der Buße geschenkt?

Durch das Sakrament wird uns

1. das Gnadenleben wiedergeschenkt oder gestärkt,

2. heilende Kraft gegen den Rückfall in die Sünde gegeben.

125. Was wird uns durch das Sakrament der Buße nachgelassen?

Durch das Sakrament der Buße werden uns die Sünden und teilweise die Sündenstrafen nachgelassen.

FÜR MEIN LEBEN

Die schwere Sünde trennt mich von Gott. Ich will mit Vertrauen das Sakrament der Buße empfangen. Es soll mir zur Lebensbesserung helfen.

Denke nach, warum wir mit Dankbarkeit und Freude das Sakrament der Buße empfangen sollen! - Erkläre, wie wir das Sakrament der Buße würdig empfangen; warum das heilige Bußsakrament auch Bußgericht genannt wird; warum wir den Priester als Seelenarzt bezeichnen; erkläre die Ausdrücke Beichtvater und Beichtkind! - Suche im Neuen Testament Stellen, die berichten, dass Jesus Sünden vergeben hat!

53. LEHRSTÜCK: GOTT NIMMT DEN REUMÜTIGEN SÜNDER AUF

Jesus erzählte seinen Jüngern das Gleichnis:

Ein Mann hatte zwei Söhne. Der Jüngere von ihnen sagte zu Vater: "Vater, gib mir den Anteil am Vermögen, der mir zukommt!" Er verteilte also das Vermögen unter sie.
Wenige Tage später raffte der jüngere Sohn all seine Habe zusammen und zog in ein fernes Land. Dort verschwendete er sein Vermögen durch ein zügelloses Leben ...•
Da ging er hin und verdingte sich an einen Bürger jenes Landes. Dieser schickte ihn auf seine Felder, die Schweine zu hüten. …
Da ging er in sich und sprach: "Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber sterbe hier vor Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und gegen dich; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen, halte mich nur wie einen deiner Tagelöhner!" Er machte sich also auf und ging zu seinem Vater.
Schon von weitem sah ihn sein Vater und ward von Mitleid gerührt. Er eilte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Der Sohn aber sprach zu ihm: "Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und gegen dich, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen." Doch der Vater befahl seinen Knechten: "Schnell, bringt das beste Kleid und zieht es ihm an! Gebt ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße! Dann holt ein Mastkalb und schlachtet es! Wir wollen es essen und fröhlich sein; denn mein Sohn hier war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wieder gefunden." Sie begannen ein Freudenmahl zu halten. (Lk 15, 11-24)

Jesus erzählt in diesem Gleichnis von einem Sohn, der seinen Vater beleidigt hat.

Noch mehr beleidigen wir Gott, wenn wir schwer sündigen. Die schwere Sünde trennt uns von Gott und raubt uns das Anrecht auf die ewige Seligkeit. Gott will nicht, dass wir ewig verlorengehen, sondern dass wir uns bekehren. Wenn wir das heilige Sakrament der Buße würdig empfangen, wenden wir uns von der Sünde ab und kehren zu Gott zurück.

Was sagt das Gleichnis vom verlorenen Sohn dem Sünder? - Wann empfangen wir das Sakrament der Buße würdig?

Der verlorene Sohn ging in sich. Er dachte nach, erforschte sein Gewissen und erkannte, wie böse er gegen seinen guten Vater gehandelt hatte.

Auch wir müssen über unsere Sünden nachdenken und unser Gewissen erforschen. In der Gewissenserforschung vor der heiligen Beichte müssen wir nachdenken, welche Sünden wir seit der letzten gültigen Beichte begangen haben. Besonders sollen wir uns bemühen, unseren Hauptfehler zu finden, weil er die verborgene Ursache vieler Sünden ist.

Bei schweren Sünden müssen wir auch über die Zahl und über wichtige Umstände nachdenken. Die Gewissenserforschung ist eine ernste Prüfung. Aber wir sollen dabei nicht ängstlich sein. Ein Beichtspiegel kann uns bei der Gewissenserforschung helfen.

Wie erforschen wir unser Gewissen? - Warum ist es gut, wenn wir uns an die Ordnung eines Beichtspiegels halten?

Als der verlorene Sohn seine Sünden erkannt hatte, erfüllte ihn Schmerz und Abscheu und es erfasste ihn Heimweh nach seinem Vater. Es tat ihm leid, dass er gegen seinen guten Vater so undankbar war und ihn schwer beleidigt hatte. Er bereute seine Sünden.

Für die Vergebung der Sünden ist die Reue notwendig. Wir müssen besonders alle schweren Sünden bereuen. Durch die Reue wenden wir uns wieder Gott zu. Ohne diese Umkehr schenkt uns der unendlich heilige Gott keine Verzeihung. Wir bereuen unsere Sünden, wenn es uns aufrichtig leid tut, dass wir Gott beleidigt haben. Dies ist die übernatürliche Reue.

Wenn wir die Sünden nur aus Furcht vor der Strafe Gottes bereuen, ist die Reue unvollkommen - Furchtreue. Ist damit der ernstliche Vorsatz verbunden, jede Todsünde zu meiden, so genügt sie zum Empfang des Bußsakramentes.

Viel wertvoller ist unsere Reue, wenn wir die Sünden aus Liebe zu Gott bereuen. Das ist die vollkommene Reue - Liebesreue. Durch sie erlangen wir sofort Verzeihung der Sünden, wenn wir die Absicht haben, die schweren Sünden zur rechten Zeit zu beichten. Darum sollen wir die vollkommene Reue oft erwecken, besonders beim Abendgebet und in Lebensgefahr.

Wie sollen wir unsere Sünden bereuen? - Wann ist unsere Reue übernatürlich? Wann ist unsere Reue vollkommen, wann unvollkommen? - Welche Wirkung hat die vollkommene Reue? - Wann sollen wir die vollkommene Reue erwecken?

Aus Reue über seine Sünden machte sich der verlorene Sohn auf und ging zu seinem Vater zurück. Er nahm sich ernstlich vor, sich zu bessern und dem Vater mit neuem Eifer zu dienen.

Im Vorsatz, uns zu bessern, zeigen wir, dass unsere Reue echt ist. Wir müssen uns vornehmen, alle schweren Sünden und die freiwilligen Gelegenheiten zur Sünde zu meiden. Gelegenheit zur Sünde ist alles, was uns in Gefahr bringt zu sündigen, z. B. ein Ort, ein Buch, eine Person, eine Gesellschaft.

Wenn wir durch unsere Sünden jemandem geschadet haben, müssen wir auch bereit sein, den zugefügten Schaden wieder gutzumachen.

Was müssen wir uns vornehmen? - Wo droht uns eine Gefahr zur Sünde?

Bei seiner Rückkehr bekannte der Sohn: "Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und gegen dich!"

Auch wir müssen unsere Sünden dem Priester als dem Stellvertreter Gottes bekennen. Der Priester darf unter gar keinen Umständen auch nur das Geringste aus der Beichte sagen - Beichtgeheimnis oder Beichtsiegel. Wir müssen alle schweren Sünden mit ihrer Zahl und den wichtigen Umständen beichten. Die lässlichen Sünden können, wenn wir sie bereuen, auch ohne Beichte nachgelassen werden.

Wer in der heiligen Beichte eine schwere Sünde verschweigt, beichtet ungüItig. Er begeht eine neue schwere Sünde, einen Gottesraub. In der nächsten heiligen Beichte muss er dies bekennen und auch alle anderen schweren Sünden beichten, die er seit der letzten gültigen Beichte begangen hat.

Wenn man in der heiligen Beichte ohne Schuld eine schwere Sünde vergisst, ist die vergessene Sünde in die Beichte eingeschlossen und wird verziehen. Man darf auch kommunizieren, muss aber bei der nächsten Beichte die vergessene Sünde bekennen.

Auch wenn wir ohne schwere Sünde sind, ist es gut, öfters das Sakrament der Buße zu empfangen. Eine solche Andachtsbeichte vermehrt die Gnaden und hilft uns, den Vorsatz auszuführen.

Eine Beichte über einen längeren Zeitabschnitt, in dem mehrere Beichten abgelegt worden sind, heißt Generalbeichte. Sie ist beim Austritt aus der Schule, bei einer Volksmission, bei Exerzitien, vor der Eheschließung und in schwerer Krankheit zu empfehlen.

Warum bekennen wir 'dem Priester unsere Sünden? - Welche Sünden müssen wir bekennen? - Warum ist die Beichte ungültig? - Welchen Wert hat die Andachtsbeichte? - Wann sollen wir eine Generalbeichte ablegen?

Der verlorene Sohn wollte zur Buße fortan im Vaterhaus die schwere Arbeit eines Tagelöhners leisten. Auch wir müssen bereit sein, für das begangene Unrecht zu büßen.

Durch das Bußsakrament werden die ewigen Sündenstrafen und ein Teil der zeitlichen nachgelassen.

Der Priester gibt uns eine Buße auf. Wir sollen in Vereinigung mit dem Leiden Christi Buße tun. Als Bußwerke werden Gebete, aber auch andere gute Werke, wie Fasten und Almosen, auferlegt. Die auferlegte Buße müssen wir genau und so bald, als es gut möglich ist, verrichten.

Die Buße, die uns der Priester auferlegt, ist im Vergleich zu unserer Schuld sehr gering. Darum sollen wir noch freiwillig Buße tun, indem wir gute Werke üben und die Leiden, die Gott über uns kommen lässt, zur Buße für unsere Sünden aufopfern.

Warum gibt uns der Priester eine Buße auf? - Was wollen wir uns als freiwillige Buße auferlegen?

Merksatz:

126. Was müssen wir tun, um das Sakrament der Buße würdig zu empfangen?

Um das Sakrament der Buße würdig zu empfangen müssen wir:

1. Das Gewissen erforschen,

2. Reue erwecken,

3. einen ernstlichen Vorsatz machen,

4. die Sünden aufrichtig beichten,

5. die Buße verrichten.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will immer so reumütig und aufrichtig beichten, als ob es meine letzte Beichte wäre, von der die ganze Ewigkeit abhängt.

Denke nach, was du tun sollst, wenn du in Lebensgefahr bist und keine Gelegenheit mehr zur heiligen Beichte hast; wann wir im heiligen Messopfer ein Reuegebet beten; warum wir selbst für unsere Sünden Buße tun müssen! - Erkläre, warum wir täglich das Gewissen erforschen sollen; warum es gut ist, immer den gleichen Beichtvater zu haben! - Nenne die Gebete, mit welchen du die vollkommene Reue erwecken kannst!

54. LEHRSTÜCK: WIR EMPFANGEN DAS SAKRAMENT DER BUSSE

Bekennen wir unsere Sünden, so ist Gott treu und gerecht. Er vergibt uns die Sünden und macht uns rein von allem Unrecht. (1 Jo 1, 9)

Wenn wir das Sakrament der Buße richtig und würdig empfangen wollen, müssen wir uns darauf vorbereiten.

"Komm, Heiliger Geist, erleuchte mich, dass ich meine Sünden recht erkenne. Hilf mir, dass ich sie vom Herzen bereue und aufrichtig beichte! Stärke mich, dass ich mich wahrhaft bessere!"

Denke nach, wann deine letzte gültige Beichte war.

Beichtspiegel :

Sünden gegen die Gebote Gottes:

1. Gebot - Glaube und Gebet:

An Gott nicht glauben wollen - sich des Glaubens schämen - abergläubisch sein - glaubensfeindliche Schriften lesen - glaubensfeindliche Reden anhören oder führen - Sakramente unwürdig empfangen - tägliche Gebete unterlassen - unandächtig beten - andere beim Gebet stören - im Religionsunterricht nicht eifrig mitarbeiten die Predigt nicht anhören.

(Denke nach, ob du Schwierigkeiten im Glauben hast, bitte den Beichtvater, dass er dir hilft; was du tun kannst, dass dein Gebet besser werde; wie dein Sakramentsempfang eifriger und würdiger werden kann!)

2. Gebot - Ehrfurcht vor Gott:

Ohne Ehrfurcht über Gott und Heiliges sprechen - heilige Namen leichtsinnig oder im Zorn aussprechen - über Heiliges spotten - falsch schwören.

(Denke nach, wie du dich von diesen schlechten Gewohnheiten freimachen kannst!)

3. Gebot - Heiligung der Sonn- und Feiertage:

An Sonntagen und gebotenen Feiertagen die heilige Messe aus eigener Schuld versäumen, wie oft? - zu spät kommen - zu früh weggehen - ohne Andacht mitfeiern - stören, schwätzen, Unfug treiben ohne Not schwere körperliche Arbeit verrichten.

(Denke nach, ob der Sonntag für dich der "Tag des Herrn" ist, an dem du Gott besonders dienen willst; wie du die heilige Messe richtig mitfeiern kannst; wie du deine Ehrfurcht beim Gottesdienst zeigen kannst!)

4. Gebot - Verhalten gegen Eltern und Vorgesetzte:

Gegen die Eltern, Verwandten und Vorgesetzten ungezogen, ungehorsam, undankbar, frech, trotzig sein - ihnen Kummer und Verdruss bereiten - gegen die Geschwister lieblos, selbstsüchtig, ungerecht sein - sie kränken, ihnen wehe tun - die Schulordnung stören - unkameradschaftlich sein - in der Jugendgemeinschaft nachlässig und rücksichtslos sein - die Gesetze des Staates missachten und seine Einrichtungen missbrauchen - alte Leute verspotten.

(Denke nach, wie du deinen Eltern Dankbarkeit zeigen kannst, ob du für sie betest, wie du ihnen Freude bereiten kannst, welche kleinen Arbeiten du in der Familie übernehmen kannst!)

5. Gebot - Verhalten gegen uns selbst und gegen die Mitmenschen:

Unmäßig sein - der eigenen Gesundheit schaden - das eigene Leben unnötig in Gefahr bringen - sich und andere auf der Straße gefährden - unverträglich und schadenfroh sein - streiten - beschimpfen - schlagen - in Feindschaft leben - andere zur Sünde verführen, zu welcher? - Tiere quälen.

(Denke nach, ob du bereit bist, anderen zu helfen, ihnen Gutes zu tun, ob du Rücksicht nimmst auf die Notlage der Mitmenschen!)

6. und 9. Gebot - Schamhaftigkeit und Keuschheit:

Unschamhaft sein durch unnötiges Entblößen, durch Schauen, durch Reden, durch Witze, durch Anhören, durch Lesen schamloser Bücher und Besuch schamloser Filme - unkeusch sein in Gedanken und Vorstellungen, durch Wünsche und Begierden - Unkeusches tun, allein oder mit anderen, wie oft?

(Denke nach, wie du unschamhaftes Reden deiner Kameraden verhindern kannst, ob du verdorbene Kameraden und schlechte Filme meidest!)

7. und 10. Gebot - Schutz des Eigentums, Pflicht zur Arbeit und zur Berufserfüllung:

Ohne Erlaubnis etwas nehmen, stehlen, was? wie oft? - stehlen wollen - betrügen - Gefundenes oder Geliehenes nicht zurückgeben - fremde Samen beschädigen - den Schaden nicht wieder gutmachen - Berufspflichten schlecht oder überhaupt nicht ausführen.

(Denke nach, ob du auch im kleinen immer ehrlich bist, ob du auf fremde Sachen acht gibst; ob du das von den Eltern erhaltene Geld für unnütze Sachen ausgibst!)

8. Gebot - Pflicht zur Wahrhaftigkeit; und Treue:

Lügen - heucheln - verleumden - Fehler eines anderen ohne Grund weitererzählen - grundlos verdächtigen - schlechte Taten nicht zugeben.

(Denke nach, ob du bei Erzählungen gerne übertreibst; wie du dich selbst zur Wahrhaftigkeit erziehen kannst!)

Sünden gegen die Gebote der Kirche:

3. Gebot - Fasten:

An Fasttagen aus eigener Schuld Fleisch essen; wie oft?

4. Gebot - Beichte und Kommunion:

Zur österlichen Zeit die Sakramente der Buße und des Altares nicht empfangen - nach einer schweren Sünde lange nicht gebeichtet.


Jetzt hast du dich erforscht, welche Sünden du begangen hast. Nun frage dich noch, warum du diese Sünden begangen hast! So findest du die Ursache deiner Sünden und damit deine Hauptsünde:

Stolz sein - andere nicht gelten lassen - eingebildet sein; geizig sein - alles für sich behalten - anderen nichts geben; unkeusch sein in Gedanken, Worten und Werken; neidisch sein - den anderen nichts vergönnen - schadenfroh sein; wählerisch und unbeherrscht sein im Essen und Trinken - jähzornig und rachsüchtig sein - faul sein im Beten, Lernen und Arbeiten -- unpünktlich und unverlässlich sein.

(Denke nach, welche Sünde dein Hauptfehler ist; wie du ihn überwinden kannst!)

O Gott, dir verdanke ich alles Gute. Dennoch habe ich gesündigt. Es ist mir aufrichtig leid.

Du bist höchst gerecht und strafst die Sünde. Ich bereue sie. Ich vertraue auf deine göttliche Barmherzigkeit.

Du hast uns deinen Sohn Jesus Christus gesandt, um uns zu erlösen. Durch seinen Tod am Kreuze hoffe ich, die Verzeihung meiner Sünden zu erlangen.

Hilf mir, dass ich dir mit neuem Eifer diene und mich wirklich bessere. Amen.

Knie im Beichtstuhl nieder! Beim Segen des Priesters mache das Kreuzzeichen!

Dann beginne: "Ich habe vor … das letzte Mal gebeichtet. Ich bekenne vor Gott, dass ich folgende Sünden begangen habe." Nun bekenne deine Sünden.

Nach dem Bekenntnis erwecke nochmals die Reue: "O Gott, es ist mir von Herzen leid, dass ich dich beleidigt habe. Ich will mich ernstlich bessern."

Dann achte auf den Zuspruch des Beichtvaters und antworte aufrichtig und bescheiden, falls er etwas fragt! Merke dir die Buße, die er dir auferlegt! Hast du etwas nicht gut verstanden, so frage!

Hierauf erteilt dir der Priester die Lossprechung - Absolution - und macht dabei über dich das Kreuzzeichen. Auch du bezeichne dich damit. Zum Schluss spricht der Priester gewöhnlich: "Gelobt sei Jesus Christus." Antworte: "In Ewigkeit. Amen."

Wenn du etwas gutzumachen hast, z. B. einen Schaden zu ersetzen, so tue es sobald als möglich! Dann danke Gott noch für sein Erbarmen und bitte um die Gnade, dass du ihm mit neuem Eifer dienst.

FÜR MEIN LEBEN .

Ich will oft zur heiligen Beichte gehen und mich gut darauf vorbereiten.

Denke nach, was du tun sollst, bevor du den Beichtstuhl betrittst; was du tun sollst, wenn du warten musst! - Erkläre, warum wir vor der Gewissenserforschung den Heiligen Geist um seine Erleuchtung bitten; wie du dich im Beichtstuhl benimmst; wann du aus dem Beichtstuhl herausgehen wirst; warum du die Buße sofort verrichten sollst; wie du dich an deinem Beichttag benehmen sollst!

So tut denn Buße und bekehret euch, damit euch die Sünden vergeben werden (Apg 3, 19),

55. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE LÄSST UNS ZEITLICHE SÜNDENSTRAFEN DURCH DEN ABLASS NACH

Durch das Sakrament der Buße sind uns noch nicht alle zeitlichen Sündenstrafen nachgelassen worden. Die noch verbliebenen zeitlichen Sündenstrafen können wir durch freiwillige Bußwerke tilgen. Die Kirche hilft uns, von den zeitlichen Sündenstrafen befreit zu werden, Jesus hat dazu die Gewalt gegeben.

"Alles, was ihr auf Erden lösen werdet, wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 18, 18)

Jesus Christus hat für die Sünden der Menschen in überreichem Maße Genugtuung getan. Mit seiner Gnade haben auch eifrige Christen, vor allem die Heiligen, große Werke der Sühne vollbracht. Das alles kommt der Gemeinschaft der Kirche zugute, so dass auch die zeitlichen Sündenstrafen getilgt werden können. Außerhalb des Bußsakramentes geschieht dies durch den Ablass.

Der Ablass ist also keine Sündenvergebung, sondern nur die Nachlassung zeitlicher Strafen für Sünden, die bereits verziehen sind. Die Kirche bestimmt das Ausmaß der Bußwerke.

Wenn uns alle zeitlichen Sündenstrafen nachgelassen werden, erhalten wir einen vollkommenen Ablass. Wird nur ein Teil nachgelassen, ist der Ablass unvollkommen. Die unvollkommenen Ablässe werden nach Tagen und Jahren bemessen. Diese Bezeichnung kommt aus der altchristlichen Bußordnung und bedeutet, dass uns Gott so viele zeitliche Sündenstrafen nachlässt, als wir durch die frühere strenge Kirchenbuße in diesen Tagen oder Jahren abgebüßt hätten. Wie viel das ist, weiß Gott allein.

Wenn wir einen Ablass gewinnen wollen, müssen wir in der Gnade leben und die vorgeschriebenen Werke genau verrichten. Wir können manche Ablässe den Armen Seelen zuwenden. Zeitliche Sündenstrafen, die wir hier auf Erden nicht abgebüßt haben, müssen wir im Fegefeuer büßen.

Was sind zeitliche Sündenstrafen? - Wie können wir zeitliche Sündenstrafen abbüßen? - Was ist ein vollkommener Ablass? - Was ist ein unvollkommener Ablass?

Merksätze:

127. Was wird durch den Ablass nachgelassen?

Durch den Ablass werden zeitliche Sündenstrafen nachgelassen, für Sünden, die schon vergeben sind.

128. Was ist notwendig, um einen Ablass zu gewinnen?

Um einen Ablass zu gewinnen, müssen wir in der Gnade leben und die vorgeschriebenen Werke verrichten.

FÜR MEIN LEBEN

Ich kann durch die Ablässe für mich Sündenstrafen tilgen und für die Armen Seelen das Fegefeuer abkürzen. Ich will diese Gelegenheit oft benützen.

Denke nach, was das heißt: 300 Tage Ablass! - Suche im Gebetbuch Ablassgebete!

AUS DER LITURGIE

Vollkommene Ablässe:

Der Portiunkulaablass - 2. August oder am folgenden Sonntag,

der Allerseelenablass - 2. November,

der Sterbeablass - für die Sterbestunde,

der Jubiläumsablass - im "Heiligen Jahr",

der Päpstliche Segen - er wird bei besonderen Gelegenheiten erteilt.

Bedingungen, um einen vollkommenen Ablass zu gewinnen:

Empfang der heiligen Sakramente der Buße und des Altares und Verrichtung der vorgeschriebenen Werke.

Ablassgebete:

Gelobt sei Jesus Christus! - In Ewigkeit! Amen. (300 Tage jedesmal bei gegenseitigem Grüßen)

Mein Jesus, Barmherzigkeit! (300 Tage jedesmal)

Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen! (500 Tage einmal täglich)

Maria, ohne Sünde empfangen, bitt für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen! (300 Tage jedesmal).

56. LEHRSTÜCK: DER SCHWERKRANKE EMPFÄNGT DURCH DAS SAKRAMENT DER KRANKENÖLUNG HILFE IN DER NOT DES LEIBES UND DER SEELE

Während seines Erdenlebens hat sich Jesus Christus liebreich der Kranken angenommen. Zum Trost und zur Hilfe für die Schwerkranken hat er das heilige Sakrament der Krankenölung eingesetzt. Das erfahren wir aus dem Brief dis heiligen Apostels Jakobus:

Ist einer unter euch krank, so lasse er die Priester der Kirche rufen, sie sollen über ihn beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. Das gläubige Gebet wird dem Kranken zum Heile sein. Der Herr wird ihn aufrichten. Hat er Sünden begangen, so werden sie ihm vergeben. (Jak 5, 14-15)

Jeder katholische Christ, der schwer krank oder durch sein hohes Alter in Todesgefahr ist, soll die Krankenölung rechtzeitig empfangen. Der Kranke soll vor der Krankenölung womöglich seine Sünden beichten und kommunizieren. Der Kranke vertraue fest auf Gott und ergebe sich in den Willen Gottes. Auch einem Bewusstlosen kann das Sakrament der Krankenölung gespendet werden. Es ist aber nur wirksam, wenn er seine Todsünden bereut hat.

Bei der Krankenölung salbt der Priester den Kranken mit dem Krankenöl und betet für ihn.

Dieses Sakrament tilgt die lässlichen Sünden und Sündenstrafen. Hat der Kranke noch Todsünden und kann er nicht mehr beichten, so erwecke er die vollkommene Reue. Ist ihm auch dies nicht mehr möglich, so erwecke er die unvollkommene Reue. Dann wird ihm das Gnadenleben wieder geschenkt. Der Kranke erhält die Kraft, seine Leiden geduldig und gottergeben zu tragen.

Bei der Spendung dieses Sakramentes betet die Kirche zugleich um die Gesundung des Leibes. Daher kann die heilige Krankenölung manchmal dazu helfen. Ist es aber der Wille Gottes, den Kranken zu sich zu rufen, so wird er durch dieses Sakrament für die letzte Stunde seines Lebens gestärkt.

Wozu hat Jesus das Sakrament der Krankenölung eingesetzt? - Wie soll sich der Kranke vorbereiten? - Wann hilft die Krankenölung auch einem Bewusstlosen? Wie spendet der Priester die Krankenölung?

'Merksätze:

129. Wann sollen wir die Krankenölung empfangen?

Wir sollen die Krankenölung in schwerer Krankheit rechtzeitig empfangen.

130. Was empfängt man durch die Krankenölung?

Durch die Krankenölung empfängt man:

1. Verzeihung der Sünden,

2. Stärke und Trost,

3. manchmal auch die leibliche Gesundheit.

FÜR MEIN LEBEN

Bei schwerer Krankheit meiner Angehörigen ist es meine Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie das Sakrament der Krankenölung empfangen. Wenn ich selbst gefährlich krank bin, will ich rechtzeitig dieses heilige Sakrament empfangen.

Denke nach, was das Wort "Versehen" bedeutet; wie du dafür sorgen kannst, dass du bei einem Unfall oder im Krankenhaus versehen wirst! - Erkläre, was die einzelnen Handlungen bei der Krankenölung bedeuten; was du tun würdest, wenn du zu einem Verunglückten kommst; was du tun sollst, wenn in deiner Familie jemand schwer krank ist! - Zeichne einen Versehtisch!

AUS DER LITURGIE Ein Kranker wird versehen.

Vorbereitung:

Der Kranke soll sich in stiller Andacht sammeln, sein Gewissen erforschen und seine Sünden bereuen. Im Krankenzimmer wird auf einen Tisch zwischen zwei Kerzen ein Kruzifix gestellt, dazu ein Gefäß mit Weihwasser, ein Glas mit Trinkwasser und ein Teller mit Watte und Salz.

Spendung:

1. Der Priester besprengt den Kranken und alle Anwesenden mit Weihwasser.

2. Er spendet dem Kranken das Sakrament der Buße und reicht ihm dann die Wegzehrung: "Empfange als Wegzehrung den Leib unseres Herrn Jesus Christus, der dich vor dem bösen Feind beschützen und dich zum ewigen Leben führen möge. Amen."

3. Der Priester spendet die heilige Krankenölung. Er legt dem Kranken die Hand auf. Dann salbt er ihn mit dem heiligen Öle an Augen, Ohren, Nase, Mund und Händen und betet dabei: "Durch diese heilige Salbung und durch seine mildreiche Barmherzigkeit vergebe dir der Herr, was du durch Sehen - durch Hören - durch den Geruch - durch den Geschmack - durch Reden - durch Berühren - gesündigt hast. Amen."

4. Er betet, Gott möge dem Kranken an Leib und Seele Hilfe schenken.

Päpstlicher Segen:

Der Priester ermahnt den Kranken nochmals, seine Sünden zu bereuen, seine Leiden und Schmerzen als Buße für seine Sünden zu tragen, sich in den Willen Gottes zu ergeben und den Namen Jesus andächtig anzurufen. Dann erteilt er ihm den päpstlichen Segen, mit dem ein vollkommener Ablass für die Sterbestunde verbunden ist.

57. LEHRSTÜCK: DIE NACHFOLGER DER APOSTEL GEBEN DIE PRIESTERLICHE GEWALT WEITER

Der Apostel Paulus übertrug seinem Schüler Timotheus wichtige kirchliche Aufgaben und bestimmte ihn zum Bischof von Ephesus. Von Rom aus erinnerte er ihn an die Übernahme des Bischofsamtes:

Ich ermahne dich: Lass die Gnadengabe Gottes, die durch die Auflegung meiner Hände in dir ist, wieder aufleben. Denn Gott hat uns nicht einen zaghaften Geist gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und des besonnenen Ernstes.

So schäme dich nicht, für unseren Herrn Zeugnis zu geben, noch schäme dich meiner, weil ich in Fesseln liege. Trage in der Kraft Gottes die Leiden für die Ausbreitung der Frohbotschaft. Gott hat uns errettet und den heiligen Ruf an uns ergehen lassen. (2 Tim 1, 6-8)

Jesus Christus, der erhabene Hohepriester des Neuen Bundes hat sein Lehr-, Priester- und Hirtenamt den Aposteln übertragen. Die Apostel haben ihr Amt durch Handauflegung an die Bischöfe weitergegeben. Diese übertragen die priesterliche Gewalt durch das Sakrament der Priesterweihe.

Jesus hat zu seinen Aposteln gesagt: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch auserwählt!" (Jo 15, 16) Jesus ruft auch heute noch jene, die er zu seinen Priestern machen will.

Die Bischöfe besitzen die Fülle der priesterlichen Gewalt und sind die Oberhirten ihrer Diözesen. Mit dem Papst zusammen bilden sie die lehrende Kirche. Sie allein spenden das Sakrament der Priesterweihe. Auch die Priester wirken im Auftrag Christi. Sie verkünden das Wort Gottes, bringen das heilige Messopfer dar, spenden Sakramente, weihen und segnen. Der Priesterweihe gehen die vier niederen Weihen und die Weihen zum Subdiakon und Diakon voraus.

Das Sakrament der Priesterweihe prägt der Seele das unauslöschliche Merkmal eines Priesters Jesu Christi ein. Der Geweihte ist in besonderer Weise mit Christus, dem ewigen Hohenpriester, verbunden. Er hat die Pflicht, sich ganz und ungeteilt dem Dienste Gottes und dem Heile der Seelen zu widmen. Deshalb verlangt die römisch-katholische Kirche von ihm, dass er das kirchliche Stundengebet - Brevier - betet und ehelos lebt - Zölibat.

Welches Amt hat Jesus den Aposteln übertfagen? - Wie haben es die Apostel weitergegeben? - Welche Stellung haben die Bischöfe in der Kirche? - Welche Weihen gehen der Priesterweihe voraus?

Merksatz:

131. Welche Gewalt erteilt die Priesterweihe?

Die Priesterweihe erteilt die Gewalt, zu lehren, das Messopfer darzubringen, Sakramente zu spenden, zu weihen und zu segnen.

FÜR MEIN LEBEN

Die Priester sind von Gott berufen und mit übernatürlicher Macht ausgestattet. Ich will auf ihr Wort hören und für sie beten.

Denke nach, wozu wir Priester brauchen, wie wir das erste heilige Messopfer nennen, das ein neugeweihter Priester feiert; den ersten Segen, den er spendet; wann in deiner Pfarre die letzte Primiz war; worin die Tagesarbeit eines Priesters besteht! - Erkläre, warum wir um Priester beten sollen; welche Aufgaben der Priester zu erfüllen hat! ~ Berichte, wo und wie Priester herangebildet werden! - Nenne Amtstitel von Priestern und erkläre, welche Tätigkeit damit verbunden ist! - Unterstütze Werke, welche mithelfen, Priesterstudenten heranzubilden!

AUS DER LITURGIE

Die Spendung der Priesterweihe

Der Bischof erteilt die Priesterweihe während der heiligen Messe:

1. Der Bischof legt jedem Diakon die Hände auf und betet das Weihegebet. Als Zeichen der priesterlichen Würde und Gewalt legt der Bischof den Neupriestern die Stola über die Brust und bekleidet sie mit dem Messkleid.

2. Der Bischof salbt ihre Hände und betet: "Weihe und heilige, o Herr, diese Hände, damit alles, was sie segnen, gesegnet werde und alles, was sie weihen, geweiht und geheiligt werde." Dann überreicht er jedem die Patene mit der Hostie und den Kelch mit Wein zum Berühren als Zeichen dafür, dass er von jetzt an das heilige Messopfer darbringen kann.

3. Die neugeweihten Priester feiern nun gemeinsam mit dem Bischof die heilige Messe.

4. Nach der Kommunion legt der Bischof jedem Neugeweihten wieder die Hände auf und spricht zu ihm: "Empfange den Heiligen Geist! Wem du die Sünden nachlässt, dem sind sie nachgelassen, wem du sie behältst, dem sind sie behalten."

Jesus mahnt uns, um Priester zu beten: "Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende" (Mt. 9, 38). Dazu fordert uns die Kirche besonders an den Quatembertagen und am Priestersamstag, d. i. am ersten Samstag im Monat, auf.

Wir bitten euch, liebe Brüder, zollt denen Anerkennung, die sich unter euch abmühen und eure Vorsteher und Seelsorger im Herrn sind. (1 Thess 5, 12)

58. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS HAT DIE EHE ZU EINEM HEILIGEN SAKRAMENT ERHOBEN

Mann und Frau empfangen durch das Sakrament der Ehe alle Gnaden, die für das Familienleben notwendig sind. Der heilige Paulus zeigt der Christengemeinde von Ephesus, dass die christliche Ehe das Abbild der innigen Verbindung zwischen Christus und der Kirche ist.

Die Männer sollen ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Kein Mensch hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er hegt und pflegt es. So macht es auch Christus mit der Kirche.
Jedenfalls soll von euch jeder seine Frau lieben wie sich selbst. Die Frau aber habe Ehrfurcht vor ihrem Manne. (Eph 5, 28. 29. 33)

Gott hat die Ehe schon im Paradies eingesetzt. Er hat die Menschen als Mann und Frau erschaffen. Diese Gemeinschaft der Ehe wurde durch Christus zu einem heiligen Sakrament erhoben.

Die Brautleute müssen sich auf den würdigen Empfang des heiligen Sakramentes der Ehe gewissenhaft vorbereiten. Sie sollen sich vor allem prüfen, ob sie zueinander passen, ob ihre Liebe stark genug ist, einander bis zum Tode treu zu bleiben. Sie sollen Gott um rechte Einsicht bitten und auf den Rat der Eltern und Seelsorger hören.

Die Ehe wird um so glücklicher sein, je heiliger der Brautstand gehalten wird. Viele junge Menschen gefährden ihr späteres Lebensglück dadurch, dass sie zu früh Bekanntschaften beginnen. Das Sakrament der Ehe wird bei der kirchlichen Trauung gespendet. Die Brautleute erklären vor dem Pfarrer und zwei Zeugen, dass, sie einander zur Ehe nehmen und einander bis zum Tode treu bleiben. Damit empfangen sie das Sakrament der Ehe.

In diesem Sakrament gibt Christus den Brautleuten die Elternweihe und die Elternrechte. Nach dem Willen Gottes sind sie berufen, Vater und Mutter zu werden und Kindern das Leben zu schenken. Gott hilft ihnen, die Pflichten des Ehestandes zu erfüllen.

Das heilige Sakrament der Ehe vereinigt die Eheleute zu einem unauflöslichen Lebensbund. Die Ehe wird nur durch den Tod eines der Ehegatten gelöst. Auch die Kirche kann eine gültige und vollzogene Ehe nicht lösen. Die Eheleute haben die Pflicht, in Liebe und Treue miteinander zu leben, bis sie der Tod scheidet. Es ist eine heilige Aufgabe der Eltern, ihre Kinder für Gott zu erziehen und auch für deren zeitliches Wohl zu sorgen.

Wenn auch ein staatliches Gericht eine Ehe als geschieden erklärt und den geschiedenen Ehegatten erlaubt, eine neue Ehe zu schließen, so gilt dies vor Gott und der Kirche nicht. Eine bloß standesamtliche Ehe ist vor dem christlichen Gewissen ungültig und schwer sündhaft. Darum sind katholische Christen verpflichtet, das heilige Sakrament der Ehe zu empfangen. Wer nur standesamtlich verheiratet ist, darf die heiligen Sakramente nicht empfangen, weil er dauernd gegen den Willen Gottes lebt. Er kann weder Tauf- noch Firmpate sein. Nach dem kirchlichen Gesetzbuch ist ihm das kirchliche Begräbnis zu verweigern.

Die Kirche verbietet die Ehe zwischen einem katholischen und einem nichtkatholischen Christen. Eine solche Mischehe bringt den Glauben und das Seelenheil der Eheleute und ihrer Kinder in große Gefahr. Die Kirche macht nur dann eine Ausnahme, wenn die Brautleute versprechen, alle Kinder in der katholischen Religion taufen zu lassen und zu erziehen. Der katholische Elternteil und die Kinder dürfen in der Ausübung ihrer Religion nicht gehindert werden.

Solche Mischehen dürfen nur vor einem katholischen Priester geschlossen werden. Wenn ein Katholik vor dem nichtkatholischen Religionsdiener die Ehe schließt, so ist das vor Gott und der Kirche keine Ehe. Die Kirche bestraft diese unerlaubte Eheschließung mit dem Ausschluss aus ihrer Gemeinschaft - Exkommunikation. Ein Katholik, der absichtlich seine Kinder in einer anderen Religion taufen, unterrichten und erziehen lässt, begeht eine schwere Sünde, die von der Kirche ebenfalls mit Exkommunikation bestraft wird.

Womit vergleicht der heilige Paulus die Verbindung von Mann und Frau in der Ehe? - Wie bereiten sich gewissenhafte Brautleute auf den Empfang des Sakramentes der Ehe vor? - Wie empfangen die Brautleute das Sakrament der Ehe? Wie lange dauert die katholische Ehe? - Warum ist eine bloß standesamtliche Ehe vor Gott und dem Gewissen nicht gültig? - Welche Folgen hat für den Katholiken eine bloß standesamtliche Ehe? - Warum verbietet die Kirche Mischehen? - Wann macht die Kirche von diesem Verbot eine Ausnahme? - Wie bestraft die Kirche eine unerlaubte Eheschließung?

Merksätze:

132. Wer hat die Ehe eingesetzt?

Die Ehe hat Gott im Paradies eingesetzt. Jesus Christus hat sie zu einem Sakrament erhoben.

133. Wie schließen katholische Brautleute die Ehe?

Katholische Brautleute erklären vor dem Pfarrer und zwei Zeugen, dass sie einander zur Ehe nehmen.

134. Was empfangen die Eheleute durch das Sakrament der Ehe?

Die Eheleute werden in ihrem Gnadenleben gestärkt, ihre Ehe wird geheiligt; sie empfangen die Elternweihe.

135. Warum wird das Sakrament der Ehe Elternweihe genannt?

Das Sakrament der Ehe wird Elternweihe genannt, weil die Eheleute die Gnade empfangen, ihre Kinder recht zu erziehen und für sie zu sorgen.

136. Welche Pflichten haben die Eheleute?

Die Eheleute müssen in Liebe und Treue miteinander leben, bis sie der Tod scheidet.

FÜR MEIN LEBEN

Die Eltern haben durch das Sakrament der Ehe eine heilige Weihe erhalten und eine große Verantwortung vor Gott übernommen. Ich will ihnen durch mein Gebet und mein Verhalten helfen, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Denke nach, wie Mann und Frau sein sollen, damit ihre Ehe glücklich wird! - Erkläre, warum die katholische Ehe unauflöslich ist!

AUS DER LITURGIE Die kirchliche Trauung.

Vorbereitung:

Die Brautleute melden sich einige Wochen vor der Eheschließung beim Pfarrer ihres Wohnortes. Dieser prüft, ob ein Hindernis besteht. Solche Ehehindernisse sind z. B. eine bestehende Ehe, nahe Verwandtschaft, Verschiedenheit des Glaubens. Einige Ehehindernisse kann die Kirche aufheben - dispensieren, wenn wichtige Gründe vorliegen. Der Pfarrer belehrt die Brautleute über den katholischen Glauben und über die Pflichten des Ehestandes. Vor der Trauung empfangen die Brautleute die heiligen Sakramente der Buße und des Altares.

Die Trauung:

Die Brautleute treten zum Altar und erklären vor dem Priester und zwei Zeugen, dass sie einander zur Ehe nehmen.

Der Priester übergibt den Brautleuten die geweihten Ringe als Mahnung zu immerwährender Treue. Sie reichen einander die Hände zum Zeichen, dass sie von nun an immer zusammengehören. Der Priester schlingt um ihre Hände die Stola und ruft den Segen Gottes auf die Neuvermählten herab.

Wenn anschließend eine Brautmesse gefeiert wird, erteilt der Priester nach dem Vaterunser den Brautsegen. Am Schluss der heiligen Messe betet der Priester nochmals um Gnade für das Ehepaar.

"Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen." (Mt 19, 6)

59. LEHRSTÜCK: DIE GNADE IST DIE FRUCHT DER ERLÖSUNG

Durch die Sakramente empfangen wir das Gnadenleben oder es wird in uns gestärkt. Was das Gnadenleben nun ist, zeigt uns Jesus Christus im Gleichnis vom Weinstock und den Reben.

"Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, jede, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie noch mehr Frucht bringe. Ihr seid bereits rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesprochen habe. Bleibt in mir, dann bleibe im in euch. Wie die Rebe, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, aus sich selbst keine Frucht bringen kann, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und verdorrt. Man rafft sie auf und wirft sie ins Feuer, wo sie verbrennt. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, so möget Ihr bitten, um was ihr wollt: Es wird euch zuteil werden." (Jo 15, 1-7)

Das Gnadenleben ist also das Leben unseres Herrn Jesus Christus in uns. Christus ist der eingeborene Sohn Gottes. Durch die Gnade werden auch wir Söhne und Töchter Gottes. Es ist ein geheimnisvolles Wohnen Gottes in uns.

Dies geschieht so ähnlich, wie bei der Veredlung eines Baumes. Der Gärtner setzt in den wilden Stamm ein edles Reis ein, dadurch wird der ganze Baum veredelt. Ähnlich ist es bei uns, wenn wir das Gnadenleben empfangen. Aus Jesus Christus wird uns die Fülle des Gnadenlebens zuteil. Es umfasst die heiligmachende Gnade, die drei göttlichen Tugenden als übernatürliche Lebenskräfte und die Gaben des Heiligen Geistes. Wenn wir in der Gnade leben, sind unsere guten Werke für den Himmel verdienstlich, sie haben Ewigkeitswert. Wir sind fähig, die ewige Seligkeit zu erlangen.

Das Gnadenleben wird durch die heiligen Sakramente und durch jedes gute Werk gestärkt. Wenn wir während unseres Lebens hier auf Erden in der Gnade mit Gott vereint bleiben, dann lässt er uns für ewig an seiner Herrlichkeit Anteil nehmen.

Durch die schwere Sünde geht das Gnadenleben in uns verloren. Wir gleichen einer abgebrochenen Rebe, die verdorrt und weggeworfen wird. Das Leben der Gotteskindschaft ist in uns erstorben.

Nach dem Willen Jesu Christi hilft uns die Kirche, das göttliche Leben wieder zu gewinnen.

Was will uns Jesus mit dem Gleichnis vom Weinstock und den Reben sagen? " - Was sind wir durch das Gnadenleben? - Mit welchem Vorgang lässt sich das Empfangen der Gnade vergleichen? - Wodurch wird die Gnade in uns gestärkt? - Was gewährt uns die Gnade, wenn wir sie bis zum Tode bewahren? - Wodurch geht das Gnadenleben in uns verloren? - Welche Sakramente bringen uns das verlorene Gnadenleben wieder?

Merksätze:

137. Was ist das Gnadenleben?

Das Gnadenleben ist das Leben Christi in uns. Es macht uns zu Söhnen und Töchtern Gottes.

138. Wer hat uns das Gnadenleben verdient?

Das Gnadenleben hat uns Jesus Christus durch seine Erlösung verdient.

139. Was bewirkt das Gnadenleben in uns?

1. Das Gnadenleben macht uns Jesus Christus ähnlich,

2. es gibt unseren guten Werken Ewigkeitswert,

3. es macht uns fähig, die ewige Seligkeit zu erlangen.

FÜR MEIN LEBEN

Durch die Gnade bin ich ein Kind Gottes und habe Anteil am göttlichen Leben. Ich will das göttliche Leben in mir bewahren, es durch eifrigen Empfang der Sakramente und durch gute Werke stärken.

Denke nach, warum Jesus das Gnadenleben "ewiges Leben" nennt und den "Quell, der ins ewige Leben fortströmt"! - ErkIäre, warum wir beten: "Herz Jesu, du Quelle des Lebens und der Heiligkeit"; warum uns das irdische Leben nicht genügt! - Erzähle, bei welchen Gelegenheiten Jesus von der Gnade spricht! - Berichte, wo du den Weinstock als Sinnbild der Gnade gesehen hast!

60. LEHRSTÜCK: GOTT HILFT UNS DURCH DIE GNADE

Gott gibt den Menschen auch vorübergehende Gnadenhilfen - die helfende Gnade. Das Wirken der helfenden Gnade zeigt sich deutlich im Leben des heiligen Paulus. Saulus war noch voll Hass gegen die Christen. Er zog nach Damaskus, um sie zu verfolgen.

Schon kam er auf seiner Reise in die Nähe der Stadt, da umstrahlte ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Er stürzte zu Boden und vernahm eine Stimme, die ihm zurief: "Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?"
"Wer bist du, Herr?" fragte er.
Dieser antwortete: "Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es ist schwer für dich, gegen den Stachel auszuschlagen."
Zitternd und bebend fragte er weiter: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?"
Der Herr sprach zu ihm: "Steh auf und geh in die Stadt, dort wird man dir sagen, was du tun sollst."
Seine Reisegefährten standen sprachlos da. Sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. Saulus erhob sich von der Erde. Als er die Augen aufschlug, sah er nichts. Da nahmen sie ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus. (Apg 9, 3-8)

Jesus Christus berief Saulus auf dem Weg nach Damaskus zu seinem Dienst. Er zeigte ihm nicht nur, dass sein bisheriges Wüten unrecht war, sondern erleuchtete auch seinen Verstand zum Glauben und machte seinen Willen bereit, Christus zu dienen.

Wie dem Apostel Paulus, so hilft Gott auch uns, das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Gott lässt uns das Rechte erkennen und stärkt unseren Willen, nach seinen Geboten zu leben. Dieses Wirken Gottes in uns nennen wir die helfende Gnade. Gott gibt jedem Menschen so viel Gnade, als er braucht, um selig zu werden.

Gott will uns mit seiner Gnade nicht zwingen, er achtet unseren freien Willen. Er bietet uns seine Gnade an. Um selig zu werden, müssen wir sie annehmen und mit ihr mitwirken.

Wir dürfen, der Gnade nicht widerstehen. Wer die Gnade nicht annimmt, kommt in die Gefahr zu sündigen. Er wird sich an die Sünde gewöhnen und die ewige Seligkeit verlieren.

Durch Gebet, durch die Mitfeier der heiligen Messe, durch den Empfang der heiligen Sakramente und durch gute Werke können wir uns bereit machen, dass uns Gott immer mehr hilft. Wenn wir die Gnade annehmen, werden wir im Guten ausharren, Gott treu dienen und die ewige Seligkeit erlangen.

Was hat Gott aus dem Christenverfolger Saulus gemacht? - Wie hat Gott Saulus geholfen? - Wie hilft Gott uns? - Wozu hilft uns Gott? - Warum zwingt uns Gott nicht? - In welche Gefahr gerät jeder, der die Gnade nicht annimmt? - Was können wir durch die Gnade vollbringen?

Merksätze:

140. Wozu hilft uns Gott durch seine Gnade?

Gott hilft uns, das Gute zu tun und das Böse zu meiden.

141. Was wirkt die Gnade in uns?

Die Gnade erleuchtet unseren Verstand und stärkt unseren Willen.

142. Wie können wir uns für die Gnade bereit machen?

Wir können uns für die Gnade durch Gebet und gute Werke, durch Mitfeier der heiligen Messe und Empfang der heiligen Sakramente bereit machen.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich täglich erforschen, ob ich mit der Gnade mitgewirkt, das Gute getan und das Böse gemieden habe.

Denke nach, wann du in deinem Leben das Wirken der helfenden Gnade besonders erfahren hast! - Berichte von einem Heiligen, in dessen Leben die Macht der helfenden Gnade besonders deutlich ist! Erzähle Beispiele aus der Heiligen Schrift, aus denen wir das Wirken der helfenden Gnade ersehen!

Ich vermag alles in dem, der mich stärkt. (Phil 4, 13)

61. LEHRSTÜCK: DIE KIRCHE SEGNET UND WEIHT

Viele Mütter brachten ihre Kinder zu Jesus, damit er sie segne.

Aber die Jünger wehrten jene ab, die sie brachten. Jesus bemerkte es mit Unwillen und sprach zu ihnen: "Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn für solche ist das Gottesreich. Wahrlich, ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen." Dann schloss er sie in seine Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie. (Mk 10, 13-16)

Im Auftrag des Herrn und nach seinem Vorbild segnet und weiht die Kirche. Die Bischöfe und Priester rufen den Segen Gottes auf Personen, Orte und Gegenstände des täglichen Gebrauches herab. Sie segnen Kranke, Mütter und Kinder, Haus und Hof, Speise und Trank, Feld und Flur, Brücken und Eisenbahnen, Autos und Flugzeuge.

Bestimmte Gegenstände werden durch einen besonderen Segen der Kirche geweiht. Sie werden dadurch dem gewöhnlichen Gebrauch entzogen und für immer zum Gottesdienst geheiligt. Eine solche Weihe erhalten das Gotteshaus und der Altar, der Messkelch, die Patene, die Orgel, die Glocken, der Friedhof. Für unseren persönlichen Gebrauch werden Wasser und Kerzen, Kreuze und Bilder, Rosenkränze und Medaillen geweiht. Diese Gegenstände sollen wir mit Ehrfurcht und Vertrauen gebrauchen.

Da Jesus am Kreuz für uns alle Gnaden verdient hat, wendet die Kirche bei allen Segnungen und Weihungen das Zeichen des heiligen Kreuzes an.

Die Segnungen und Weihungen der Kirche sind den Sakramenten ähnlich. Darum nennen wir sie Sakramentalien. Sie unterscheiden sich jedoch von den Sakramenten, weil sie von der Kirche eingesetzt sind und durch die Fürbitte der Kirche wirken. Die Segnungen und Weihungen der Kirche helfen, dass uns alles zum Wohle für Leib und Seele gereicht. Die Sakramentalien sind wirksam, wenn wir andächtig den Segen der Kirche empfangen, und die gesegneten oder geweihten Gegenstände vertrauensvoll gebrauchen.

Von wem hat die Kirche die Gewalt zu segnen und zu weihen? - Was segnet die Kirche? - Was weiht die Kirche? - Warum segnet und weiht die Kirche mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes? - Warum bezeichnen wir die Segnungen und Weihungen der Kirche als Sakramentalien?

Merksätze:

143. Was sind die Sakramentalien?

Die Sakramentalien sind heilige Handlungen, durch welche die Kirche weiht und segnet.

144. Was bewirken die Sakramentalien?

Die Sakramentalien bewirken durch die Fürbitte der Kirche den Segen Gottes zum Wohl von Leib und Seele.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will eifrig und voll Vertrauen die Sakramentalien empfangen.

Denke nach, wann wir um den Segen eines Priesters bitten sollen, und erkläre, welche Bedeutung er hat! - Erkläre, warum die Kinder um den Segen ihrer Eltern bitten sollen; wann und wozu wir das Weihwasser gebrauchen; welche Bedeutung der Wettersegen hat! - Berichte, welche Weihungen und Segnungen der Kirche du kennst; was die Kirche am Feste Mariä Lichtmess, am Aschermittwoch, am Palmsonntag, in der Osternacht weiht; wann die Häuser und Wohnungen gesegnet werden!

An Gottes Segen ist alles gelegen!

62. LEHRSTÜCK: ALS KINDER GOTTES SPRECHEN WIR DURCH DAS GEBET ZU UNSEREM VATER IM HIMMEL

Jesus verweilte einst an einem Orte im Gebete. Als er aufhörte, bat ihn einer von seinen Jüngern: "Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat!" Er sprach zu ihnen: "Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater unser, der du bist in dem Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Zu uns komme dein Reich.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, also auch auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Übel. Amen."
(Lk 11, 1-4, Mt 6, 9-13)

Die Apostel sahen ihren Meister oft beten. Darum baten sie ihn, sie so beten zu lehren, wie er es tat. Jesus erfüllte ihre Bitte und lehrte sie das Vaterunser. Darum nennen wir das Vaterunser das Gebet des Herrn. Im Vaterunser lehrt uns Jesus, wie wir gegen Gott, gegen unsere Mitmenschen und gegen uns selbst gesinnt sein sollen, damit unser Beten vor Gott richtig und wertvoll sei.

Wenn wir beten, denken wir an Gott, reden mit hm und erheben unser Herz zu ihm. Wir preisen ihn als unseren Herrn und zeigen ihm unsere Liebe, weil er unser Schöpfer und Vater ist. Wir bitten ihn in leiblicher und seelischer Not und danken für seine Hilfe. Er allein ist der höchste Herr. Daher gebührt ihm die höchste Verehrung, die Anbetung. Wir beten Gott an, wenn wir ihn wegen seiner unendlichen Vollkommenheit preisen. Wenn wir die Gottesmutter, die Engel und Heiligen anrufen, dann bitten wir sie, unsere Fürsprecher bei Gott zu sein. Die Art und Weise unseres Betens kann verschieden sein. Wenn wir nur in Gedanken beten, ist es ein innerIiches Gebet. Eine besondere Art des innerlichen Gebetes ist das betrachtende Gebet oder die Betrachtung. Wir denken dabei über eine Glaubenswahrheit, über eine Begebenheit aus dem Leben Jesu Christi oder über seine Lehre nach und wenden sie auf unser Leben an.

Wenn wir ein Gebet auch sprechen, ist es ein mündliches Gebet. Sprechen wir ein Gebet bloß mit dem Mund, dann ist es ein Lippengebet und vor Gott wertlos. Zum mündlichen Gebet gehören auch die religiösen Lieder. Der Gesang beim Gottesdienst ist ein gemeinsames lautes Beten zur Ehre Gottes und zum Lob der Heiligen.

Nicht Gott braucht unser Gebet, sondern für uns ist es notwendig. Das Gebet verbindet uns mit Gott und erhebt uns über das Irdische. Es stärkt uns im Guten, tröstet im Leid und hilft in der Not. Wer eifrig betet, wird im Dienste Gottes treu bleiben und selig werden.

Warum nennen wir das Vaterunser das Gebet des Herrn? - Welche Arten des Gebetes gibt es? - Was ist das betrachtende Gebet? - Warum ist ein bloßes Lippengebet vor Gott wertlos? - Warum ist das Gebet für uns so wichtig?

Merksätze:

145. Was heißt beten?

Beten heißt, unser Herz zu Gott erheben, um ihn zu preisen, ihn zu bitten und ihm zu danken.

146. Warum beten wir?

Wir beten, weil Gott unser Herr und Vater ist und wir ohne Gebet nicht selig werden können.

147. Was bewirkt das Gebet in uns?

1. Das Gebet verbindet uns mit Gott,

2. es stärkt uns im Guten und tröstet uns im Leid,

3. es hilft uns, Gott treu zu bleiben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will in meinem Beten immer Gott als meinen Herrn und Vater preisen.

Denke nach, welche Lob-, Bitt- und Dankgebete du kennst! Sc h r e i bein Morgen- oder Abendgebet mit eigenen Worten auf!

Das Gebet des Herrn

Das Vaterunser besteht aus einer Anrede und sieben Bitten:

Wir sprechen: Wir betrachten:
Vater unser, Gott hat uns nach seinem Ebenbild erschaffen. Er sorgt väterlich für uns. Gott ist der Vater aller Menschen. Darum sind wir Menschen untereinander Brüder und Schwestern. Wir sollen einander helfen und füreinander beten.
der du bist in dem Himmel ! Gott herrscht in unendlicher Majestät, Heiligkeit und Liebe. Die Anschauung Gottes ist das Ziel aller Menschen.
(1) Geheiligt werde dein Name. Wir wollen Gottes erhabene Majestät preisen.
(2) Zu uns komme dein Reich. Das Reich Gottes ist ein Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens. Dieses Reich möge zu uns kommen.
(3) Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Nach Gottes Willen wollen wir leben, wie es die Engel im Himmel tun. So erreichen wir unser zeitliches und ewiges Ziel.
(4) Unser tägliches Brot gib uns heute Wir bitten um alles, was wir für unser natürliches und übernatürliches Leben brauchen.
(5) und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, In unseren Fehlern und Sünden vertrauen wIr auf die Barmherzigkeit Gottes. Aber auch wir müssen von Herzen denen verzeihen, die uns beleidigt haben. Gott schenke uns ein versöhnliches Herz !
(6) und führe uns nicht in Versuchung, Unser Wille ist schwach und zum Bösen geneigt. Gott helfe uns, dass wir nicht sündigen.
(7) sondern erlöse uns von dem Übel. Gott befreie uns vom Bösen, von allem, was uns an Leib und Seele schadet. Gott bewahre uns vor der Sünde und vor der ewigen Verdammnis.
Amen. Ja, so soll es sein.

Mit dankbarem Herzen singt Gott Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder. (Kol 3, 16)

63. LEHRSTÜCK: WIR SOLLEN IN RECHTER WEISE BETEN

Jesus begab sich, wie er es gewohnt war, auf den Ölberg. Seine Jünger folgten ihm. Als er dort ankam, sprach er zu ihnen: "Betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet." Er entfernte sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete: "Vater, wenn du willst, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Nun befiel ihn Todesangst und er betete noch inständiger. (Lk 22, 39-44)

Am Ölberg hat uns Jesus Christus durch sein Beispiel gelehrt, wie unser Gebet sein soll.

Jesus hat in einem einsamen stillen Garten gebetet. Sogar von den Aposteln ist er weggegangen, er war ganz beim Vater und dachte nur an ihn.

Wir müssen beim Gebet wirklich an Gott denken. So beten wir andächtig. Wir sollen alles meiden, was uns ablenkt.

Zur inneren Andacht hilft uns eine ehrfürchtige Haltung. Wir falten die Hände, schauen auf ein Kreuz oder ein Bild. Kommen während des Gebetes Zerstreuungen über uns, dann müssen wir uns Mühe geben, wieder an Gott zu denken.

Jesus hat sich niedergekniet und zur Erde geneigt.

Wir wollen uns beim Beten bewusst sein, dass wir nicht würdig sind, mit Gott zu sprechen. Noch weniger haben wir ein Recht, von Gott etwas zu fordern. Wir sind auf seine Güte und Barmherzigkeit angewiesen. Wenn wir bescheiden bitten, ist unser Gebet demütig.

Jesus hat in seiner Todesangst fest vertraut, dass sein himmlischer Vater ihm in seiner Not helfen wird.

Gott erhört in seiner Güte und Liebe jedes Gebet. Allerdings erfüllt er unsere Bitten manchmal nicht sofort und anders, als wir erwarten; denn er weiß besser als wir, was für unser ewiges Heil gut ist. Wenn wir fest darauf hoffen, dass Gott uns helfen kann und will, beten wir vertrauensvoll. Jesus fordert uns auf, unser Gebet in seinem Namen, das heißt in Verbindung mit ihm und in seiner Gesinnung, an den Vater zu richten: "Wahrlich, ich sage euch, wenn, ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, so wird er es euch geben" (Jo 16, 23). Die Kirche schließt darum ihre Gebete mit den Worten: "Durch Christus, unsern Herrn.« 

Jesus hat gebetet: "Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe!" Er unterwarf sich dem Willen des Vaters. Was der Vater wollte, sollte geschehen.

Gott allein weiß, was für uns gut ist. Wir wollen die Erhöhung unseres Gebetes ganz dem Willen Gottes überlassen. Ein solches Beten ist gottergeben.

Jesus hat am Ölberg dreimal inständig gebetet. Er hat auch uns ermahnt, dass wir allezeit beten sollen.

Wenn wir diese Mahnung Jesu Christi erfüllen, ist unser Gebet beharrlich. Wir sollen oft an Gott denken und ihm durch die gute Meinung all unsere Arbeiten, Freuden und Leiden aufopfern. Wir sollen auch nicht aufhören zu beten, wenn uns Gott nicht sofort erhört.

Wann ist unser Gebet andächtig, - demütig, -- vertrauensvoll, - gottergeben, beharrlich?

Merksatz:

148. Wie sollen wir beten?

Wir sollen

1. andächtig und demütig,

2. vertrauensvoll und gottergeben,

3. beharrlich beten.

FÜR MEIN LEBEN

Was das Atemholen für meinen Leib, das ist das Gebet für meine Seele. Nicht Gott bedarf meines Gebetes, sondern ich habe es nötig. Darum will ich das Beten nie vergessen.

Denke nach, wie uns Jesus durch sein Beten ein Vorbild gegeben hat! - Erkläre, mit welchen Worten du die gute Meinung erwecken kannst! - Erzähle, wo die Heilige Schrift von betenden Menschen berichtet!

AUS DER LITURGIE

Die Kirche kennt verschiedene Haltungen beim Gebet.

Wir machen das Kreuzzeichen am Beginn und am Ende des Gebetes. Es ist das Zeichen unserer Erlösung. Es soll uns segnen. Wir machen es langsam und andächtig.

Wir knien nieder: Wir machen uns klein vor Gott. Es hat nur Sinn, wenn sich auch unser Herz vor Gott beugt: wenn wir demütig sind.

Wir stehen vor Gott: Wir sind bereit, beherrscht und aufmerksam. Daher stehen wir aufrecht, gerade und lehnen uns nicht an.

Wir gehen im Gotteshaus: In aufrechter Haltung treten wir leise auf. Wir falten die Hände: Wir legen die gestreckte Hand flach auf die andere. Dadurch drücken wir Ehrfurcht, Gehorsam und Bereitschaft aus. Wir schlagen an die Brust: Wir drücken unsere Reue über unsere Sünden aus.

Wer recht zu beten weiß, der weiß auch recht zu leben. (Hl. Augustinus)

64. LEHRSTÜCK: IM GEBET GEBEN WIR GOTT DIE EHRE

Als König David alt geworden war, ließ er seinen Sohn Salomon vom Hohenpriester zum König salben. Er übergab ihm alles Gold und Silber, das er für den Bau des Tempels gesammelt hatte und ermahnte ihn zum Gehorsam und zur Treue gegen Gott. Dann pries David Gott, den Herrn, vor der ganzen Gemeinde. Er betete:

Gelobt seist du, Herr,

Gott Israels, unseres Vaters, von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Dein ist die Herrlichkeit und dein ist die Macht,

dein ist der Ruhm und der Sieg.

Dein ist das Lob,

denn dein ist alles im Himmel und auf Erden.

Dein ist das Königtum, o Herr,

hoch stehst du über allen Fürsten.

Dein ist der Reichtum, dein die Ehre,

dein die Herrschaft über alle.

In deiner Hand ist Kraft und Macht,

in deiner Hand ist Größe und Herrschaft.

So preisen wir dich, unseren Gott,

und loben deinen heiligen Namen.

(1 Chr 29, 10-13)

So betete David und die ganze Gemeinde stimmte in den Lobpreis Gottes ein.

Das Gebet ist für uns Menschen eine Ehre und eine Auszeichnung. Von allen Geschöpfen auf Erden, kann nur der Mensch beten. Wir, beten, um Gott als unseren Schöpfer und Herrn zu loben. Wegen seiner Macht und Größe, Weisheit und Güte beten wir ihn an. Das Beten ist eine wichtige Pflicht der Menschen. Jesus Christus hat uns wieder zu Kindern Gottes gemacht und nun sprechen wir im Gebet voll Liebe und Vertrauen zu Gott als unserem Vater im Himmel.

Jeder Mensch kann und soll für sich allein beten. Dieses Gebet meint Jesus, wenn er vom "Beten im Kämmerlein" spricht (Mt 6, 6). Wer mit eigenen Worten betet, spricht persönlich und unmittelbar zu Gott. Beim Gebrauch von Gebetsformeln müssen wir uns bemühen, auf den Sinn der Worte zu achten. Eine gute Anleitung zu unserem persönlichen Gebet und zum Gemeinschaftsgebet finden wir im Gebetbuch.

Das gemeinsame Gebet hat nach den Worten Jesu einen besonderen Wert. Er ist dabei mitten unter uns. Dies hat er selbst gesagt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18, 20). Wir sollen das gemeinsame Gebet in der Familie üben. Das Familiengebet vereint Eltern und Kinder und ruft den Segen Gottes auf die ganze Familie herab. Eine Familie, die miteinander betet, wird auch. Freude und Leid gemeinsam tragen.

Das Gebet der Kirche ist das Iiturgische Gebet. Es wird bei der heiligen Messe und bei den anderen Gottesdiensten verrichtet. Wir beten dabei gemeinsam als Glieder des geheimnisvollen Leibes Christi, der Kirche.

Gemeinsames Gebet sind auch die Prozessionen und Wallfahrten. Bei Prozessionen bekennen wir öffentlich unseren Glauben und ehren Gott. Wallfahrten sind Besuche von Gnadenstätten. Gott hat an solchen Gnadenorten das Gebet schon oft in wunderbarer Weise erhört, darum beten wir vertrauensvoll an diesen Orten.

Wir sollen jeden Tag beten. Besondere Anlässe zum Gebet sind: nach dem Erwachen am Morgen und vor dem Schlafen gehen am Abend, vor und nach dem Essen, beim Gottesdienst und Gebetläuten, in den täglichen Nöten und Versuchungen.

Jesus mahnt, dass wir "allezeit beten müssen, ohne nachzulassen" (Lk 18, 1). Diese Mahnung Jesu befolgen wir, wenn wir öfters Stoßgebete verrichten. Stoßgebete sind kurze Gebete: "Mein Jesus, Barmherzigkeit!" "Heiligstes Herz Jesu, ich vertraue auf dich!" "Alles für dich, mein Gott!" Hochgelobt sei ohne Ende, Jesus im heiligsten Sakrament!" "Mein Herr und mein Gott!" "Maria hilf!" "Heiliger Schutzengel, steh mir bei!" Wir können einzelne Bitten des Vaterunsers und Anrufungen aus Litaneien als Stoßgebete gebrauchen.

Wenn wir Gott in der rechten Weise um etwas bitten, was uns zum ewigen Heile ist, so wird Gott uns erhören. Dies hat uns Jesus gelehrt: "Bittet, und es wird euch gegeben; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgetan" (Mt 7, 7). Wir dürfen nicht vergessen zu danken, wenn Gott unsere Bitten erhört hat.

Als Christen beten wir nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Mitmenschen; besonders für unsere Eltern und Verwandten, für Freunde, Wohltäter und für die Armen Seelen, für die Kirche und für das Vaterland, für die Bekehrung der Sünder und der Heiden. Von unseren Gebeten dürfen wir niemand ausschließen, denn Gott ist der Vater aller Menschen und Jesus Christus ist für alle am Kreuz gestorben.

Warum ist Beten eine Ehre und eine Auszeichnung für uns Menschen? - Warum ist Beten eine wichtige Pflicht der Menschen? - Wie kann jeder Mensch für sich allein beten? - Warum sollen wir gemeinsam beten? - Für wen sollen wir beten? - Warum müssen wir für alle Menschen beten?

Merksätze: ·

149. Worum sollen wir vor allem beten?

Wir sollen vor allem darum beten, dass Gott verherrlicht und geehrt wird.

150. Wann sollen wir beten?

Wir sollen oft beten, vor allem morgens, abends, vor und nach dem Essen, beim Gottesdienst, sowie in Not und Versuchung.

FÜR MEIN LEBEN

Bei allen meinen Gebeten will ich zuerst Gott die Ehre geben und dann erst meine Bitten vortragen.

Denke nach, was du tun kannst, damit in deiner Familie das gemeinsame Gebet gepflegt wird. - Erkläre, warum das liturgische Gebet vor Gott wertvoll ist; warum das Tischgebet wichtig ist! Berichte, welche Stoßgebete du beten kannst: zum Lob und Dank, als Aufopferung, in Leiden, in Versuchungen, nach einer Sünde!

Preise Gott zu aller Zeit und bitte ihn, dass er deine Wege lenkt. (Tob 4, 20)

Dein Mund soll vorbeten, dein Herz soll mitbeten, dein Leib soll nachbeten. (Hl. Augustinus)

65. LEHRSTÜCK: DIE GNADE SOLL IN UNS FRUCHTBAR SEIN

Wie wir mit der Gnade mitwirken müssen, damit sie in uns fruchtbar wird, zeigt Jesus Christus im Gleichnis von den Talenten.

Es ist wie bei einem Manne, der in die Fremde ziehen wollte. Er rief seine Knechte zu sich und übergab ihnen sein Vermögen. Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eins, jedem nach seiner Tüchtigkeit. Dann reiste er alsbald ab. Der fünf Talente empfangen hatte, ging hin, arbeitete mit ihnen und gewann noch fünf andere dazu. Ebenso gewann der mit zwei Talenten noch zwei andere dazu …
Nach geraumer Zeit kam der Herr jener Knechte zurück und hielt Abrechnung mit ihnen. Der die fünf Talente empfangen hatte, trat heran, brachte noch fünf weitere Talente mit und sprach: "Herr, fünf Talente hast du mir übergeben. Sieh hier, fünf weitere Talente habe ich dazu gewonnen." Da sprach sein Herr zu ihm: "Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über weniges treu gewesen, darum will ich dich über vieles setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn." (Mt 25, 14-23)

So wie die Knechte im Gleichnis, sind wir Diener Gottes. Als Diener Gottes .sollen wir nicht bloß für unser irdisches Wohlergehen leben und arbeiten. Mit unserer ganzen Zeit und Kraft, mit unseren Anlagen und Fähigkeiten sollen wir der Ehre Gottes dienen.

Wir sind gute und treue Knechte, wenn wir Gott aus Liebe dienen. Unser ganzes Tun und Lassen soll Gott geweiht sein. Durch diese neue Gesinnung wird unser Leben umgewandelt. Unser Beten wird ein inniges Reden mit Gott. Unsere Arbeit wird dadurch geheiligt und zum Gottesdienst geweiht. Wir vollbringen gute Werke und erwerben Tugend.

Wir sind durch die Taufe Kinder Gottes und tragen das Gnadenleben in uns. Dieses herrliche Gottesgeschenk und unsere Berufung zu einem Leben in Christus haben wir bei unserer Taufe noch nicht verstanden. Wir konnten uns damals nicht frei für diese heilige Aufgabe entscheiden. Jetzt aber, da wir zum Gebrauch der Vernunft gelangt sind, sollen wir das heilige Geschenk des Gnadenlebens dankbar annehmen und eifrig mitwirken, damit dieses neue Leben sich weiter in uns entfalte. Gott stärkt dieses neue Leben durch die heiligen Sakramente, doch verlangt Gott unser Mittun.

Wenn wir das Gnadenleben bis zum Tode bewahren und die Tugend in heldenhafter Weise üben, werden wir als gute und treue Knechte Gottes in die Freude unseres Herrn eingehen.

Merksatz:

151. Wie wird die Gnade in uns fruchtbar?

Die Gnade wird in uns fruchtbar, wenn wir

1. unsere Anlagen und Fähigkeiten zum Guten benützen;

2. durch beständiges Üben der guten Werke Tugend erwerben;

3. die Tugend in heldenhafter Weise üben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will das Geschenk der Taufgnade bewahren und als katholischer Christ ein tugendhaftes Leben führen.

Denke nach, was du zu einem guten Werk brauchst, das Ewigkeitswert hat; wie du Tugend erwirbst; welche Tugend für Kinder besonders notwendig ist; welche für junge Menschen!

"Ein Sämann ging aus, den Samen zu säen … und einiges fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, hundertfältige, sechzigfältige, dreißigfältige. Wer Ohren hat, der höre!" (Mt 13, 4. 8-9)

UNSER WEG ZU GOTT

66. LEHRSTÜCK: DER WILLE GOTTES IST DIE GRUNDLAGE UNSERES LEBENS

In der Bergpredigt lehrt uns Jesus Christus, wie wir unser ewiges Ziel erreichen.

Jesus sprach: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, wird in das Himmelreich eingehen ...
Wer diese meine Worte hört und befolgt, gleicht einem klugen Manne, der sein Haus auf Felsengrund baute. Da fiel ein Platzregen, Fluten kamen, Stürme brausten und tobten gegen das Haus; doch es stürzte nicht ein, weil es auf Felsengrund gebaut war." (Mt 7, 21. 24-25)

Gott ordnet die leblose und belebte Welt durch die Naturgesetze. Dem Menschen hat er als Richtschnur für sein Handeln das Sittengesetz gegeben. Dieses ist in unser Gewissen gelegt. Der Mensch erkennt das Sittengesetz durch seinen Verstand. Gott hat das Sittengesetz durch die Zehn Gebote bekräftigt. Er hat darin seinen heiligen Willen ausdrücklich geoffenbart. Jesus Christus hat die Zehn Gebote nicht aufgehoben, sondern in der Bergpredigt ihren vollen Sinn erst erklärt. Durch die Frohbotschaft vom Reich Gottes und durch sein heiliges Leben zeigt er uns, wie wir den Willen des Vaters erfüllen sollen.

Jesus gab den Aposteln und ihren Nachfolgern den Auftrag, seine Lehre allen Menschen zu verkünden. Er übertrug der Kirche das Recht, selbst Gebote zu geben. Sie leitet uns durch die Kirchengebote zu einem tätigen christlichen Leben an.

Wir müssen auch den staatlichen Gesetzen gehorchen, soweit sie nicht dem göttlichen Willen widersprechen.

Worin zeigt sich die göttliche Weltordnung? - Was weißt du von den Naturgesetzen? - Wie erkennen wir das Sittengesetz? - Wie verhalten sich die Zehn Gebote zum Sittengesetz? - Wieso ist die Lehre Jesu die Vollendung des Sittengesetzes? - Welchen Zweck haben die Kirchengebote? - Wann verpflichten die Gesetze des Staates zum Gehorsam?

Merksatz:

152.· Wodurch zeigt Gott seinen Willen?

Gott zeigt seinen Willen:

1. Durch das Sittengesetz im Gewissen;

2. durch die Zehn Gebote und die Bergpredigt;

3. durch die Gesetze der Kirche und des Staates.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich bemühen, den Willen Gottes zu erkennen und danach zu leben.

Denke nach, wie sich der Plan Gottes in der Schöpfung zeigt; warum der Mensch schon auf Erden durch die Erfüllung des göttlichen Willens glücklich werden kann! - Erkläre, wie sich das Wesen und die Eigenschaften Gottes ausdrücken: im Naturgesetz, im Sittengesetz und in den Zehn Geboten; wodurch uns die Kirche zum christlichen Leben anleitet; wieso sich auch in Gesetzen des Staates der Wille Gottes zeigt!

"Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden." (Mt 6, 10)

67. LEHRSTÜCK: WIR ERKENNEN DIE SITTLICHE ORDNUNG IN UNSEREM GEWISSEN

Der syrische König Antiochus verfolgte die Juden um ihres Glaubens willen. Auf seinem Sterbebett wurde ihm bewusst, wie böse er in seinem Leben gehandelt hatte. Sein Gewissen klagte ihn an und machte ihm schwere Vorwürfe.

Er berief alle seine Freunde und sprach zu ihnen: "Von meinen Augen ist der Schlaf gewichen, und vor Gram ist mir der Mut gesunken. Ich sage mir: In welche Trübsal und welch große Verwirrung bin ich geraten, während ich doch so geehrt und geliebt war, solange ich herrschte! Jetzt aber gedenke ich des Bösen, das ich in Jerusalem verübt, wie ich all die goldenen und silbernen Gefäße dort wegnahm und die Bewohner Judas ohne Grund ausrotten wollte. Ich sehe ein, dass mich deshalb dieses 'Unglück getroffen hat, und so muss ich trostlos in fremdem Lande sterben." (1 Makk 6, 10-13)

Das Gewissen ist die natürliche Fähigkeit des Menschen, das Gute und Böse zu unterscheiden. Es treibt uns zugleich auch an, das Gute zu tun. Jeder Mensch, auch der Heide und der Gottlose, hat ein Gewissen.

Wir müssen unserem Gewissen immer folgen, wenn es uns über unser Tun ein klares und sicheres Urteil gibt. Bei Gewissenszweifeln haben wir die Pflicht, uns KlArbeit zu verschaffen.

Das Gewissen kann durch falsche Erziehung oder schlechte Beispiele verbildet werden. Es ist irrig, wenn wir etwa Todsünden für lässliche Sünden halten. Wer die Mahnungen des Gewissens nicht ernst nimmt oder sie ohne ausreichenden Grund nicht beobachtet, hat ein weites oder laxes Gewissen. Ängstlich ist unser Gewissen, wenn wir eine lässliche Sünde für eine schwere halten.

Zu einem richtigen und wachsamen Gewissen helfen uns die tägliche Gewissenserforschung und die öftere heilige Beichte. Durch aufmerksame Teilnahme am Religionsunterricht, durch Anhören der Predigt und das Lesen guter Bücher bilden wir unser Gewissen.

Wie äußert sich das Gewissen im Menschen? - Wer ist verpflichtet, dem Gewissen zu gehorchen? - Was ist ein sicheres Gewissen? - Was ist ein Gewissenszweifel? - Was kannst du tun, um deine Gewissenszweifel zu lösen? - Wann ist das Gewissen irrig? - Welche Folgen entstehen, wenn wir die Mahnungen des Gewissens missachten? - Wer ist gewissenhaft? - Wer ist gewissenlos?

Merksätze:

153. Was ist das Gewissen?

Das Gewissen ist die Fähigkeit, gut und bös zu unterscheiden, und der innere Antrieb, das Gute zu tun.

154. Wann. müssen wir unserem Gewissen folgen?

Wir müssen unserem Gewissen folgen, wenn es uns klar sagt: Das ist zu tun, das ist zu lassen.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will täglich darüber nachdenken, ob mein Tun und Lassen vor Gott recht ist.

Denke nach, bei welchen Gelegenheiten dich täglich dein Gewissen mahnt und du dich entscheiden musst; was du für deine Gewissensbildung tun kannst; wann und warum du deinem Gewissen folgen musst! -

Erkläre, wie sich das Gewissen vor der Tat und nach der Tat zeigt; welche Gefahren ein weites, ein ängstliches Gewissen haben! - Lies in der Heiligen Schrift nach, wie sich das Gewissen bei Adam und Eva, bei Kain, bei den Brüdern Josefs gezeigt hat! - Erzähle, wozu das Gewissen den König David geführt hat, den verlorenen Sohn im Gleichnis, den rechten Schächer am Kreuz!

Ein Sprichwort sagt: Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.

Wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, aus natürlichem Antrieb die Forderungen des Gesetzes erfüllen, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. (Röm 2, 14)

68. LEHRSTÜCK: DIE ZEHN GEBOTE SIND DIE GRUNDREGELN DES CHRISTLICHEN LEBENS

Wir sind verpflichtet, die Zehn Gebote zu erfüllen. So hat Jesus Christus den reichen Jüngling belehrt, als er fragte:

"Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?" Jesus antwortete ihm: " … Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote." Er fragte ihn: "Welche?" Jesus antwortete: "Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen! Du sollst Vater und Mutter ehren und deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" (Mt 19, 16-19)

In den Zehn Geboten, im Dekalog, hat Gott seinen Willen geoffenbart. Er bestätigt und erklärt darin das Sittengesetz.

Die ersten drei Gebote des Dekalogs ordnen unser Verhalten zu Gott. Die anderen sagen uns, welche Pflichten und Rechte wir gegen uns selbst und gegen die Mitmenschen haben.

Die Gebote zeigen uns Gottes Liebe, denn sie sind zu unserem Besten gegeben. Gott schützt durch seine Gebote die höchsten Güter des einzelnen Menschen und der menschlichen Gesellschaft. Die Gebote schränken unsere Freiheit nicht ein, sondern sie helfen uns zur Entfaltung unserer Kräfte und Fähigkeiten. Sie sind sichere Wegweiser für unser Leben auf Erden und zur ewigen Seligkeit.

Wie verhalten sich die Zehn Gebote Gottes zum Sittengesetz ? - Wodurch sind sie Wegweiser zu einem glücklichen Leben hier auf Erden und zur ewigen Seligkeit?

Merksätze:

155. Wozu helfen die Zehn Gebote Gottes?

Die Zehn Gebote· Gottes helfen zur natürlichen und übernatürlichen Entfaltung des Menschen. Sie sind zugleich Wegweiser zur ewigen Seligkeit.

156. Wie lauten die Zehn Gebote Gottes?

Die Zehn Gebote Gottes lauten: "Ich bin der Herr, dein Gott.

1. Du sollst an einen Gott glauben.

2. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.

3. Du sollst den Tag des Herrn heiligen.

4. Du sollst Vater und Mutter ehren.

5. Du sollst nicht töten.

6. Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.

7. Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst nicht lügen.

9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut."

FÜR MEIN LEBEN

Die Zehn Gebote führen uns zu Gott. Ich will mich täglich prüfen, ob ich nach ihnen lebe.

Denke nach, wer uns die Gebote Gottes erklärt und für ihre Einhaltung sorgt! - Erkläre, warum alle Menschen verpflichtet sind, die Gebote Gottes zu befolgen; warum die Gebote ein Zeichen der göttlichen Liebe sind; welche Folgen es hat, wenn die Menschen die Gebote nicht halten; welchen Gewinn sie haben, wenn sie die Gebote befolgen! Zähle auf, welche Güter der Menschen durch die Zehn Gebote geschützt werden!

Fürchte Gott und halte seine Gebote! Das gilt für jeden; denn jedes Werk wird Gott vor sein Gericht ziehen, alles Verborgene, sei es gut oder böse. (Pred 12, 13-14)

69. LEHRSTÜCK: JESUS CHRISTUS VOLLENDET DIE OFFENBARUNG DES GÖTTLICHEN WILLENS

Als Jesus die Volksscharen sah, stieg er auf den Berg und setzte sich. Seine Jünger traten zu ihm und er lehrte sie:
"Selig die Armen im Geiste, ihrer ist das Himmelreich.
Selig die Trauernden, sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen, sie werden das Land besitzen.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen, sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig, die reinen Herzens sind, sie werden Gott anschauen.
Selig die Friedfertigen, sie werden Kinder Gottes heißen.
Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, ihrer ist das Himmelreich." (Mt 5, 1-10)

Die äußere Erfüllung der Gebote reicht nicht aus, um ein wahrer Jünger Jesu Christi zu sein. Dazu ist die rechte Gesinnung notwendig. So wie der himmlische Vater uns liebt, sollen auch wir ihn lieben und seinen heiligen Willen erfüllen.

Die rechte christliche Gesinnung zeigt Jesus in der Bergpredigt.

Arm im Geiste sind alle, die nicht an den Gütern dieser Welt hängen.

Trauernde, die getröstet werden, sind Menschen, die wegen der Sünden in der Welt und ihrer eigenen Sünden traurig sind.

Die Sanftmütigen verzeihen erlittenes Unrecht.

Die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, sind eifrig bestrebt, den Willen Gottes zu erfüllen und immer recht zu handeln.

Die Barmherzigen helfen den Noteidenden.

Reinen Herzens sind wir, wenn wir in der Gnade leben und uns ganz aufrichtig, rückhaltlos an Gott hingeben.

Die Friedfertigen sind selbst zur Versöhnung bereit und wollen andere miteinander versöhnen.

Wenn wir verfolgt werden, weil wir nach dem Willen Gottes leben und diese Verfolgungen geduldig ertragen, erwartet uns die ewige Seligkeit.

Unser ganzes Leben soll von dem Gedanken erfüllt sein, Gott zu ehren, ihm unsere Liebe und Dankbarkeit zu zeigen, und seinen Willen zu tun. Diese Gesinnung heiligt unser Leben, unsere Arbeit, unsere Freude und unser Leiden.

Warum ist die Bergpredigt die Vollendung der Gesetzgebung des Alten Bundes? - Warum ist die rechte Gesinnung für den Charakter eines Christen so entscheidend? - Was fordert Jesus in den Seligpreisungen von seinen Jüngern?

Merksatz:

157. Was lehrt Jesus Christus in der Bergpredigt?

Jesus Christus lehrt in der Bergpredigt, dass es bei der Erfüllung der Gebote auf die innere Gesinnung ankommt.

FÜR MEIN LEBEN

Vor Gott gilt nicht einfach, was wir tun, sondern in welcher Gesinnung wir es vollbringen. Ich will aus Liebe zum himmlischen Vater die Gebote beobachten.

Denke nach, bei welcher Gelegenheit du täglich deine Gesinnung prüfen sollst! - Erkläre, warum bei vielen Menschen der Widerspruch zwischen ihrem äußeren Tun und ihrer wahren Gesinnung besonders abstoßend wirkt! - Lies die Bergpredigt!

Der Neue Bund ist nicht ein Bund des Buchstabens, sondern des Geistes. Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. (2 Kor 3, 6)

70. LEHRSTÜCK: DAS ERSTE HAUPTGEBOT IST DIE LIEBE ZU GOTT

Ein Gesetzeslehrer versuchte Jesus mit der Frage: "Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetze?"

Jesus antwortete ihm: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Geiste. Das ist das größte und erste Gebot. Ein zweites ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Auf diesen zwei Geboten ruht das ganze Gesetz und die Propheten." (Mt 22, 35-40)

Gott hat sich uns gegenüber als Vater erwiesen, weil er seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus zu uns gesandt und seiner nicht geschont hat. Aus dieser Liebestat ersehen wir seine Vatergüte. Gott ist das höchste Gut. Alle guten Eigenschaften hat er in höchstem Maße. Er ist unendlich vollkommen und daher überaus liebenswert. Daher muss sich die Liebe zu Gott in unserem ganzen Denken und Wollen und in unseren Taten zeigen.

Wer Gott liebt, schätzt ihn über alles. Er freut sich an allein, was von Gott kommt und zu ihm führt. Er findet ihn in der Natur und in der Offenbarung, im Gebet und im religiösen Leben. Er wird eifrig für Gott und sein Reich tätig sein. Er wird bestrebt sein, Gottes Ehre und das Heil der Seelen zu fördern. Unsere Gottesliebe ist nur echt, wenn sie sich in unserem Leben auswirkt. Wer Gott liebt, bemüht sich, die Gebote zu halten. Er nimmt auch die Leiden, die Gott zulässt, willig auf sich. Gott schenkt uns auch viele irdische Güter. Wenn es aber der Dienst Gottes verlangt, müssen wir auf sie verzichten können. Dadurch zeigen wir, dass wir Gott über alles lieben.

Woraus ersehen wir die Vatergüte Gottes? - Worin besteht die unendliche Vollkommenheit Gottes? - Warum ist Gott das höchste Gut? - Wie soll sich unsere Liebe zu Gott in unserem Leben auswirken? - Wie stellt sich der Mensch, der Gott liebt, zur Schöpfung?

Merksätze:

158. Wie heißt das Hauptgebot der Liebe?

Das Hauptgebot der Liebe heißt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Geiste." (Mt 22, 37)

159. Warum sollen wir Gott über alles lieben:

Wir sollen Gott über alles lieben:

1. Weil er unendlich vollkommen ist;

2. weil er uns seinen Sohn Jesus Christus zu unserem Heil gesandt und sich so als unser Vater erwiesen hat.

160. Wie zeigen wir unsere Liebe zu Gott?

Wir zeigen unsere Liebe zu Gott, wenn wir immer seinen heiligen Willen erfüllen.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will meine Gottesliebe dadurch beweisen, dass ich die Gebote auch dann erfülle, wenn es mir schwer wird,

Denke nach, wie sich die Liebe Gottes immer wieder in deinem Leben zeigt; wie du Gott für seine Liebe danken und sie in deinem Tun und Lassen erwidern kannst! - Erkläre, warum viele Menschen Gott gegenüber gleichgültig sind! - Beurteile das Verhalten eines Knaben, der jeden Sonntag zur Kommunion geht, aber unkameradschaftlich ist; eines Menschen, der nicht einmal am Sonntag zur Kirche geht und sagt, man muss nur anständig leben!

Lasset uns Gott lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. (1 Jo 4, 19)

71. LEHRSTÜCK: DAS ZWEITE HAUPTGEBOT IST DIE LIEBE ZUM NÄCHSTEN

Beim Weltgericht am Jüngsten Tag wird Jesus Christus die Menschen nach den Werken der Nächstenliebe beurteilen.

Er wird zu den Gerechten sprechen:

"Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Weltschöpfung für euch bereit ist!
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Denn ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt.
Ich war nackt, und ihr habt mich bekleidet.
Ich war krank, und ihr habt mich besucht.
Ich war gefangen, und ihr seid zu mir gekommen." (Mt 25, 34-36)

Alle Menschen sind Ebenbilder Gottes und zur Seligkeit berufen. Jesus Christus ist für alle Menschen am Kreuz gestorben. Wir alle sind daher Brüder und Schwestern in Christus. Er begegnet uns in jedem Mitmenschen. Darum fordert er die Nächstenliebe als das Kennzeichen seiner Jünger.

Wir sollen den Nächsten genau so lieben wie uns selbst. Was wir für uns selbst wünschen und verlangen, müssen wir auch bereit sein, unserem Nächsten zu geben.

Wir zeigen unsere Nächstenliebe, wenn wir uns mit dem Mitmenschen freuen, mit ihm leiden und ihm in der Not helfen. Darum sind wir in der Schule kameradschaftlich und höflich, auf der Straße hilfsbereit und rücksichtsvoll, zu Hause dienstbereit und zuvorkommend. Manche Menschen stehen uns näher als andere, so unsere Eltern, Geschwister und Verwandten, unsere Freunde und Wohltäter. Sie haben das erste Anrecht auf unsere Liebe und Hilfe. Ihnen gehorchen wir gerne und schnell. Von unserer Liebe dürfen wir niemand ausschließen, auch nicht andere Völker und Rassen. Das Gebot der Nächstenliebe verpflichtet alle Christen, am Missionswerk der Kirche eifrig mitzuhelfen.

Die erste und wichtigste Missionshilfe ist das Gebet um die Bekehrung der Heiden und für die Missionare. Wir müssen aber auch beitragen, dass die Missionare die Mittel erhalten, um Gotteshäuser, Schulen und Krankenhäuser zu bauen und den Ungläubigen die Heilsbotschaft Christi zu verkünden.

Jesus Christus fordert durch Wort und Beispiel, dass wir auch unseren Feinden verzeihen, für sie beten und ihnen Gutes tun.

Wonach wird uns Jesus beim Weltgericht beurteilen ? - Worin besIeht die christliche Nächstenliebe? - Wodurch sind wir Ebenbilder Gottes? - Wodurch sind wir Brüder und Schwestern in Christus? - Wie kannst du im täglichen Leben die Nächstenliebe zeigen? - Warum haben unsere Eltern und Geschwister das erste Anrecht auf unsere Liebe? - Warum dürfen wir von unserer Liebe niemand ausschließen? - Wie zeigen wir unsere Nächstenliebe gegenüber den Heiden? Was verlangt die christliche Feindesliebe ?

Merksätze:

161. Was verlangt das Gebot der Nächstenliebe?

Das Gebot der Nächstenliebe verlangt, dass wir alle Menschen lieben, Freund und Feind.

162. Warum müssen wir alle Menschen lieben?

Wir müssen alle Menschen lieben, weil alle Gottes Ebenbild und Brüder Jesu Christi sind.

163. Wie zeigen wir unsere Nächstenliebe?

Unsere Nächstenliebe zeigen wir, wenn wir:

1. In der Schule kameradschaftlich und höflich,

2. auf der Straße hilfsbereit und rücksichtsvoll,

3. Zu Hause dienstbereit und zuvorkommend sind.

FÜR MEIN LEBEN

Durch meine hilfsbereite Nächstenliebe will ich meine wahre Gottesliebe beweisen.

Denke nach, was du deinem Nächsten jederzeit geben kannst, auch wenn du arm bist; wie sich die christliche Nächstenliebe in der Kameradschaft zeigt! - Erkläre, was uns Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter lehrt! - Erzähle, wie Jesus die Feindesliebe geübt hat! - Berichte, welche Beispiele der Nächstenliebe uns Jesus Christus gegeben hat; in welchen Einrichtungen der Kirche wir die Nächstenliebe üben! - Beurteile den Ausspruch: Jeder ist sich selbst der Nächste; das Verhalten eines Kindes, das sich bei Tisch immer das Beste nimmt!

Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, dabei aber seinen Bruder hasst, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er vor Augen hat, der kann auch den unsichtbaren Gott nicht lieben. Wir haben also das Gebot von ihm: Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben. (1 Jo 4, 20-21)

72. LEHRSTÜCK: DAS CHRISTLICHE LEBEN ZEIGT SICH IN DEN GUTEN WERKEN

Jesus Christus vergleicht in der Bergpredigt unsere guten Werke mit den Früchten eines Baumes.

Jeder gute Baum trägt gute Früchte, ein schlechter Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte tragen und ein schlechter Baum keine guten Früchte … Nicht jeder, der zu mir sagt, Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist. (Mt 7. 17-18. 21)

Wir vollbringen gute Werke, wenn wir nach dem Willen Gottes leben. Wenn wir daher die Gebote Gottes und der Kirche erfüllen, üben wir gute Werke.

Damit unsere guten Werke Ewigkeitswert haben, müssen wir die rechte Absicht haben und in der Gnade leben. Denn die Werke seiner Kinder nimmt der himmlische Vater mit besonderer Liebe auf. Die rechte Absicht, auch gute Meinung genannt, haben wir, wenn wir ein gutes Werk aus einem sittlich guten, gottgefälligen Beweggrund tun, z. B. um Gott zu ehren. Die gute Meinung sollen wir beim Morgengebet erwecken und so unser ganzes Tageswerk Gott weihen.

Die Heilige Schrift mahnt uns vor allem zum Beten, Fasten und Almosen geben. Zum Beten gehören alle Werke der Frömmigkeit, vor allem die Mitfeier der heiligen Messe, der Empfang der heiligen Sakramente, Wallfahrten, Andachten, Exerzitien und andere religiöse Übungen.

Fasten sind die Werke des freiwilligen Verzichtens und der Selbstüberwindung. Das Fasten ist zur Buße für unsere Sünden heilsam. Deshalb verlangt die Kirche im dritten Kirchengebot: "Du sollst die gebotenen Fasttage halten." Durch das Fasten folgen wir dem Beispiel Christi und der Heiligen und machen unsere Seele für Gott bereit. Das kirchliche Fasten ist zweifach: Enthaltung von Fleischspeisen und Abbruchsfasten, d. h. bloß einmalige Sättigung im Tag. Der Sinn des Fastens ist, aus Liebe zu Gott und als Dank für die Erlösung durch Christus bei bestimmten Anlässen auf liebgewordene Genüsse und Gewohnheiten zu verzichten. Was wir durch Fasten ersparen, sollen wir den Armen zukommen lassen.

Am Beginn der Fastenzeit gibt jeder Bischof Weisungen für sein Bistum, in welchen er das Fastengebot und andere Gebote der Kirche erklärt. Darin erfahren wir auch, wer vom Fastengebot befreit ist.

Almosen heißen alle Werke der Barmherzigkeit, durch die wir unseren Mitmenschen in leiblichen und seelischen Nöten helfen.

Wann sind unsere Werke gut? - In welcher Absicht sollen wir unsere Werke verrichten? - Welchen Wert haben die guten Werke für uns? - Welche Werke empfiehlt die Heilige Schrift besonders? - Was verstehen wir unter Beten, Fasten und Almosen? - Worin besteht das kirchliche Fasten? - Welchen Zweck hat das kirchliche Fasten?

Merksätze:

164. Wann verrichten wir gute Werke?

Wir verrichten gute Werke, wenn wir den Willen Gottes tun, vor allem die Gebote Gottes halten und unsere Berufsarbeiten gewissenhaft erfüllen.

165. Haben unsere guten Werke Ewigkeitswert?

Unsere guten Werke haben Ewigkeitswert, wenn wir in der Gnade leben und die rechte Absicht haben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will mich bemühen, meine Berufsarbeit gewissenhaft und zur Ehre Gottes zu verrichten.

Unser Fasten erinnert uns an das Beispiel Christi und an sein Leiden. Jeder Christ, der das 7. Lebensjahr vollendet hat, ist zum Fasten verpflichtet. Am Freitag ist die Enthaltung von Fleischspeisen vorgeschrieben. Am Aschermittwoch und Karfreitag ist Enthaltung von Fleischspeisen und Abbruchsfasten geboten; ebenso am Karsamstag und am Vortag vor Weihnachten, aber nur bis 11 Uhr vormittags. Zur nur einmaligen Sättigung sind alle vom 21. bis zum vollendeten 59. Lebensjahr verpflichtet. Die Fastenordnung wird in jeder Diözese alljährlich vor dem Aschermittwoch verkündet und in den Kirchen angeschlagen.

Denke nach, welchen Wert die guten Werke für uns haben! Erkläre, welchen natürlichen Wert das Fasten hat; welche guten Werke du täglich verrichten kannst; welchen Wert die guten Werke für den Todsünder haben; das Gleichnis von den zehn Talenten! - Zähle die Opfer auf, die du bringen kannst, wenn du vom Fasten befreit bist! - Suche in der Kirche die Weisungen deines Bischofs und lies nach, was sie enthalten!

AUS DER LITURGIE

In der Fastenzeit betet die Kirche in der Präfation:

"Ewiger Gott! Durch das Fasten des Leibes unterdrückst du die Sünde, erhebst du den Geist, spendest Tugendkraft und Lohn."

Gott wird einem jeden nach seinen Werken vergelten: mit dem ewigen Leben denen, die beharrlich Gutes tun und so nach Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit streben. (Röm 2, 6. 7)

73. LEHRSTÜCK: WER STÄNDIG DAS GUTE TUT, LEBT TUGENDHAFT

Ein Sämann ging aus zu säen. Beim Säen fiel einiges auf den Weg, und die Vögel des Himmels kamen und pickten es auf. Anderes fiel auf steinigen Grund, wo es nicht viel Erde hatte. Es schoss schnell auf, weil es nicht tief in der Erde lag. Als aber die Sonne heraufstieg, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Wieder anderes fiel unter die Dornen. Die Dornen wuchsen mit auf und erstickten es. Anderes fiel auf gutes Erdreich und brachte hundertfältige, sechzigfältige, dreißigfältige Frucht. Wer Ohren hat, der höre! (Mt 13, 4-9)

Bei der heiligen Taufe sind unserer Seele übernatürliche Fähigkeiten und Kräfte verliehen worden. Sie müssen gleich einem Samenkorn sich entfalten und wachsen. Dazu helfen wir mit, wenn wir das Gute tun. Wer das Gute erkennt und es eifrig übt, erlangt eine Fertigkeit und Hinneigung zum Guten. Das Gute wird ihm zur Gewohnheit. Wir nennen sie "Tugend". Dieses Wort kommt von "taugen" oder "tüchtig". Zur Entfaltung unseres christlichen Lebens helfen uns die drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Sie sind auf Gott gerichtet und helfen uns, Gott zu dienen. Darum heißen sie göttliche Tugenden.

Die sittlichen Tugenden machen unser sittliches Leben Gott wohlgefällig. Die wichtigsten sind: Klugheit, Gerechtigkeit, Starkmut, Mäßigung. Auf dIesen vier Kardinaltugenden bauen die anderen sittlichen Tugenden auf. Jesus hat ih den acht Seligpreisungen einzelne sittliche Tugenden geboten: Sanftmut, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit, um Christi willen Verfolgung leiden. Das höchste Vorbild aller Tugenden ist unser Herr und Meister Jesus Christus.

Welche sind die göttlichen Tugenden? - Wozu helfen sie uns? - Wozu helfen uns die sittlichen Tugenden? - Welche sind die wichtigsten sittlichen Tugenden?

Merksätze:

166. Was ist Tugend?

Tugend ist sittliche Tüchtigkeit.

167. Wie erwerben wir Tugend?

Wir erwerben Tugend durch eifriges und beharrliches Oben der guten Werke.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will durch eifriges üben des Guten tugendhaft werden.

Denke nach, welche Tugenden den sieben Hauptsünden entgegengesetzt sind; welche Tugend dir zu deinem christlichen Leben fehlt; in welchen Tugenden die Gottesmutter uns ein besonderes Vorbild ist! Erzähle, welche Tugenden Jesus in der Bergpredigt und in seinen Gleichnissen von uns verlangt! - Suche im Leben deines Namenspatrons, Kirchenpatrons, Landespatrons, die Tugenden, welche sie vor allem geübt haben! - Beurteile das Verhalten eines Menschen, der immer nachgibt: Ist das Tugend oder Schwäche? Beurteile den Ausdruck: Ich bin eben zu gut!

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Am höchsten aber steht die Liebe. (1 Kor 13, 13)

74. LEHRSTÜCK: WER EINE SÜNDE BEGEHT, WENDET SICH VON GOTT AB

Wie das Haus ein Fundament braucht; so braucht auch unser Leben Grundsätze. Wenn wir die Lehre Christi nicht zur Grundlage unseres Lebens machen, dann geschieht, was Jesus im Gleichnis sagt:

"Was nennt ihr mich: Herr, Herr! Und tut nicht, was ich sage? Wer meine Worte hört, sie aber nicht befolgt, gleicht einem Manne, der sein Haus ohne Grundmauern auf die Erde hinbaute. Als die Flut daran prallte, fiel jenes Haus sogleich ein und stürzte krachend zusammen." (Lk 6, 46. 49)

Der Mensch kennt zwar die Lehre unseres Erlösers, aber oft befolgt er sie nicht. So wird er zum Sünder. Der Sünder wendet sich von Gott ab, er übertritt die Gebote. Er beleidigt Gott und ist gegen ihn undankbar.

Eine schwere Sünde begeht, wer ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache, mit klarem Wissen und mit freiem Willen übertritt. Die schwere Sünde ist das größte Unglück für einen Menschen. Der Sünder verliert durch sie das Leben der Gotteskindschaft. Deswegen nennen wir sie auch Todsünde. Der Todsünder verliert alle Verdienste für den Himmel und kann keine neuen erwerben. Er entehrt auch die kirchliche Gemeinschaft als die Familie Gottes auf Erden. Oft zieht der Todsünder sich schon auf Erden schwere Strafen zu; im Jenseits droht ihm die ewige Verdammnis:

Eine lässliche Sünde begeht, wer ein Gebot Gottes in einer geringen Sache oder nicht mit vollem Wissen oder nicht mit ganz freiem Willen übertritt. Die lässlichen Sünden trennen uns nicht von Gott, sie sind aber, besonders wenn sie gewohnheitsmäßig und ganz freiwillig begangen werden, eine große Gefahr für unser Gnadenleben. Das Gewissen wird lau und nachlässig, so dass wir leicht in Todsünden fallen. Sie verhindern viele Gnadenhilfen, ziehen uns Strafen auf Erden und die Leiden des Fegefeuers zu. Der Mensch sündigt nicht nur durch Worte und Werke, sondern auch durch Gedanken und Begierden, sowie durch Unterlassung des Guten.

Wenn jemand eine Sünde öfter begeht, wird sie leicht zur Gewohnheit. Schwere Sünden werden zum Laster. Der Mensch wird ein Sklave seiner Leidenschaft, ein lasterhafter Mensch. Er erkennt oft nicht mehr, wie es um ihn steht. Er wird verstockt und bekehrt sich schwer. Sünden, die häufig zum Laster führen und aus denen viele andere Sünden entspringen, werden Hauptsünden oder Wurzelsünden genannt. Solche sind: Hoffart, Geiz, Unkeuschheit, Neid, Unmäßigkeit, Zorn, Trägheit.

Wer gleicht dem Mann, von dem Jesus im Gleichnis spricht? - Worin besteht die Sünde? - Welche Arten von Sünden gibt es? - Warum nennen wir die schwere Sünde auch Todsünde? - Welcher Unterschied besteht zwischen Todsünde und lässlicher Sünde? - Warum ist die Todsünde ein großes Unglück? - Worin liegt die Gefahr der lässlichen Sünde? -- Wer ist ein lasterhafter Mensch? Welches sind die Wurzelsünden? - Warum sind sie so gefährlich?

Merksätze:

168. Wer begeht eine Todsünde?

Eine Todsünde begeht, wer ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache wissentlich und freiwillig übertritt.

169. Welche Folgen hat die Todsünde?

1. Das Ebenbild Gottes wird entstellt;

2. das Gnadenleben geht verloren. Der Mensch hört auf, Kind Gottes und Bruder Christi zu sein;

3. der Todsünder zieht sich die ewige Verdammnis zu.

170. Welche Folgen hat die Todsünde für die kirchliche Gemeinschaft?

Die Todsünde entehrt die kirchliche Gemeinschaft, welche die Familie Gottes auf Erden ist.

171. Wer begeht eine lässliche Sünde?

Eine lässliche Sünde begeht, wer ein Gebot Gottes in einer geringen Sache oder ohne klares Wissen oder ohne hinreichend freien Willen übertritt.

172. Welche Folgen ziehen wir uns durch die lässliche Sünde zu?

Wir verlieren viele Gnaden und müssen im Fegefeuer leiden.

FÜR MEIN LEBEN

Durch die Todsünde würde ich mein Gnadenleben verlieren. Darum muss ich mich vor der Todsünde hüten, sie verabscheuen und als mein größtes Unglück meiden.

Denke nach, worin die Sünde der ersten Menschen bestand; zu welchen Sünden die Hauptsünden führen können! - Erkläre, was jede unserer Sünden mit der Sünde der ersten Menschen gemeinsam hat; warum die Sünde der ersten Menschen so schwere Folgen hatte; warum die Sünde eine so große Beleidigung Gottes ist; was den Menschen eigentlich zur Sünde verlockt! Nenne die sieben Hauptsünden! - Gib Beispiele solcher Sünden an!

"Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet?" (Mt 16, 26)

I. Gebot: Du sollst an einen Gott glauben

75. LEHRSTÜCK: IM GLAUBEN MACHEN WIR DIE OFFENBARUNGEN GOTTES ZUR GRUNDLAGE UNSERES LEBENS ==

Als Jesus nach Kapharnaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm und bat: "Herr, mein Knecht liegt zu Hause gelähmt danieder und leidet große Qual."
Jesus sprach zu ihm: "Ich will kommen und ihn gesund machen." Der Hauptmann entgegnete: "Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach; aber sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Auch ich, obwohl nur ein Untergebener, sage zu einem der Soldaten, die mir unterstehen: Geh! Dann geht er; zu einem andern: Komm! Dann kommt er; und zu meinem Knechte: Tu das! Dann tut er es!"
Als Jesus das hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm folgten: "Wahrlich, ich sage euch, so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden!" (Mt 8, 5-10)

Der Hauptmann bat Jesus, seinen Knecht gesund zu machen. Der Herr war bereit, hinzugehen: Da zeigte nun der Hauptmann seinen großen Glauben. Er war überzeugt, dass Jesus durch sein bloßes Wort, ohne hinzugehen, den Knecht gesund machen kann. Jesus war über den großen Glauben des Hauptmannes erfreut und lobte ihn vor allem Volk.

Gott hat uns bei' der heiligen Taufe den Glauben gleich einem Samenkorn in die Seele gesenkt. Dieser Glaube muss wachsen, stark werden und reifen. Als katholische Christen nehmen wir alles an, was Gott geoffenbart hat und uns durch die Kirche verkündet. Wir stimmen diesen Wahrheiten zu.

Der wahre katholische Glaube ist allgernein, fest, lebendig und standhaft.

Allgernein ist unser Glaube, wenn wir alles glauben, was Gott geoffenbart hat und durch die Kirche lehrt. Er ist fest, wenn wir unerschütterlich an den Wahrheiten festhalten und nicht zweifeln. Wenn wir nach dem Glauben leben, ist er lebendig. Er ist standhaft, wenn wir ihn mutig vor den Menschen bekennen und ihm auch in schweren Lebenslagen treu bleiben.

Unser katholischer Glaube zeigt den Sinn und das Ziel des Lebens. Wir wissen, wozu wir leben. Wir finden uns im Leben zurecht und haben Kraft in Leid und Not.

In Glaubensschwierigkeiten sollen wir um Verständnis beten und uns mit einem Priester besprechen. Gute religiöse Schriften helfen uns, viele Schwierigkeiten zu überwinden.

Eine schwere Sünde gegen den Glauben begeht: Wer seinen Glauben in Gefahr bringt; wer freiwillig an einer Lehre der katholischen Kirche zweifelt; wer seinen Glauben verleugnet, von der katholischen Kirche abfällt oder sich einer Irrlehre zuwendet; wer sich nicht seiner Fähigkeit und seinem Beruf entsprechend im Glauben weiterbildet. Der verschuldete Unglaube ist die schwerste Sünde gegen den Glauben.

Was wir auf Erden glauben, werden wir in der ewigen Seligkeit schauen.

Wodurch haben wir die Tugend des Glaubens empfangen? - Wie lernen wir die Glaubenswahrheiten kennen? - Wann ist unser Glaube allgemein, fest, lebendig und standhaft? - Welchen Wert hat der katholische Glaube für uns? - Was sollen wir in Glaubensschwierigkeiten tun?

Merksätze:

173. Was heißt katholisch glauben?

Katholisch glauben heißt, die Offenbarungen Gottes so annehmen, wie sie die Kirche verkündet.

174. Wie muss unser Glaube sein?

Unser Glaube muss allgemein, fest, lebendig und standhaft sein.

175. Wann sündigen wir gegen den Glauben?

Gegen den Glauben sündigen wir, wenn wir unseren Glauben in Gefahr bringen, ihn verleugnen oder vom Glauben abfallen.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will immer den Offenbarungen Gottes zustimmen, die mir die Kirche verkündet.

Denke nach, wie Jesus den Glauben belohnt hat; wann du im Leben den festen Glauben brauchst; wie uns der rechte Glaube im Leben hilft; welche Menschen ihr Leben nach dem Glauben geführt haben! Erzähle, welche Beispiele gläubiger Menschen du aus der Heiligen Schrift kennst! - Erkläre, wie sich bei gläubigen Menschen der Glaube gezeigt hat; wie du dich im Glauben weiterbilden kannst! -

Mache das Zeichen unseres Glaubens! Zeichne das Kreuz und schreibe die Eigenschaften des Glaubens oder ein Wort des Glaubens dazu! - Schreib ein Gebet mit eigenen Worten auf, in dem du deine Glaubenstreue bekennst!· - Beurteile die Ausdrücke: Glauben heißt nichts wissen - Was ich nicht sehe, glaube ich nicht!

"Wer nicht glaubt, wird verdammt werden." (Mk 16, 16)

76. LEHRSTÜCK: DIE HOFFNUNG AUF GOTT STÄRKT UNSER CHRISTLICHES LEBEN

Um die vierte Nachtwache wandelte Jesus auf dem See und kam auf die Jünger zu. Als die Jünger ihn auf dem See wandeln sahen, erschraken sie und riefen: "Ein Gespenst!" Sie schrien laut vor Angst.
Doch Jesus redete sie sogleich an: "Seid getrost! Ich bin es! Fürchtet euch nicht!"
"Herr", entgegnete ihm Petrus, "wenn du es bist, so lass mich über das Wasser zu dir kommen."
"Komm!" sagte Jesus.
Petrus stieg aus dem Boote und wandelte auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen. Als er aber den starken Wind verspürte, geriet er in Angst. Er begann zu sinken und schrie: "Herr, rette mich!" Sogleich streckte Jesus seine Hand aus, fasste ihn an und sprach zu ihm: "Kleinmütiger, warum hast du gezweifelt?"
Dann stiegen sie ins Boot, und sogleich legte sich der Wind. Die im Boote waren, fielen vor Jesus nieder und sprachen: "Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!" (Mt 14, 25-33)

Petrus stieg im Vertrauen auf den Herrn aus dem Boot. Als er zu sinken begann, erwartete er von Jesus allein Hilfe. So wie Petrus können auch wir in allen Schwierigkeiten des Lebens auf Gott hoffen.

Im Vertrauen auf Jesus Christus, der für uns Sünder starb, erwarten wir die Vergebung der Sünden, die Hilfe Gottes, alle notwendige Gnade und das ewige Leben. Dieses Vertrauen stärkt uns auch in unserem irdischen Leid. Es hilft uns, die Leiden geduldig zu ertragen. Solange wir nicht sündigen, kann uns kein Leid an der Seele schaden. Die christliche Hoffnung verlangt, dass wir uns der Hilfe Gottes würdig machen und alles tun, was in unseren Kräften steht.

Wenn wir alles nur von Gott allein erwarten, sündigen wir durch vermessentliches Vertrauen. Wer zu wenig auf Gott hofft, sündigt durch Kleinmut und Misstrauen. In Verzweiflung gerät, wer jede Hoffnung auf Gott aufgibt.

Die Tugend der Hoffnung befähigt uns, Gott eifrig zu dienen. So werden wir die ewige Seligkeit erlangen.

Was erwarten wir im Vertrauen auf Jesus Christus? - Wie hilft uns dieses Vertrauen? - Was müssen wir selbst tun, um auf Gottes Hilfe hoffen zu dürfen? - Wozu befähigt uns die rechte Hoffnung? - Was ist das letzte Ziel unserer Hoffnung?

Merksätze:

176. Warum hoffen wir auf Gott?

Wir hoffen auf Gott, weil er uns durch seinen Sohn Jesus Christus von seiner Macht und Güte überzeugt hat.

177. Was erhoffen wir von Gott?

Wir erhoffen von Gott die Verzeihung der Sünden, seine Hilfe und das ewige Leben.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will fest auf Gott vertrauen und alles tun, was in meinen Kräften steht, um mich der Hilfe Gottes würdig zu erweisen.

Denke nach, wann Gott dir die Anlage zur christlichen Hoffnung geschenkt hat; wie uns Jesus zur Hoffnung auf Gott, unseren Vater, aneifert, wann du die Tugend der christlichen Hoffnung üben sollst! - Erzähle, welche Beispiele der rechten Hoffnung du aus der Heiligen Schrift kennst; zu welcher Sünde gegen die Hoffnung der Teufel Jesus verführen wollte; von Menschen der Heiligen Schrift, die gegen die Hoffnung sündigten!

Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, der Himmel und Erde erschaffen hat. (Ps 123, 8)

77. LEHRSTÜCK: DIE LIEBE ZU GOTT DRÄNGT UNS, DAS GUTE ZU TUN

Der heilige Apostel Johannes mahnt:

Wir lieben Gott, weil er uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand sagt
Ich liebe Gott, dabei aber seinen Bruder hasst, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er vor Augen hat, der kann auch den unsichtbaren Gott nicht lieben. (1 Jo 4, 19. 20)

Die Liebe, die uns Gott immer wieder erweist, soll uns drängen, ihn über alles zu lieben. Wir zeigen diese Liebe, wenn wir nach dem Willen Gottes leben. Gott will von uns tätige Liebe zu Gott und den Menschen. Die Liebe einigt uns auf das innigste mit Gott.

Die Gemeinschaft mit Gott wird durch die lässliche Sünde gelockert, durch die Todsünde zerstört. Daher wollen wir jede Sünde meiden. Wir sündigen gegen die Liebe zu Gott durch Lauheit und Gleichgültigkeit. Die Gleichgültigkeit wird leicht zur Abneigung. Aus ihr kommt der Hass gegen Gott und seine Kirche. Der Gotteshass ist die Sünde des Teufels.

Warum sollen wir Gott über alles lieben? - Wie sollen wir unsere Liebe zu Gott bezeugen? - Wodurch wird die Liebesgemeinschaft mit Gott zerstört?

Merksätze:

178. Wie erfüllen wir das Gebot der Gottesliebe?

Wir erfüllen das Gebot der Gottesliebe durch tätige Liebe zu Gott und den Menschen.

179. Wie sündigen wir gegen die Liebe zu Gott?

Wir sündigen gegen die Liebe zu Gott durch jede Sünde, im besonderen durch Gleichgültigkeit und Abneigung gegen Gott.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will aus Liebe zu Gott seinen Willen erfüllen.

Denke nach, woran man den Christen erkennt; warum durch die Sünde das Gebot der Gottesliebe verletzt wird; bei welchen Gelegenheiten du die Liebe zu Gott zeigen kannst! - Suche in der Heiligen Schrift Beispiele von Menschen, die Gott geliebt haben! - Erzähle, wie sie diese Liebe gezeigt haben!

"Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt." (Jo 14, 21)

78. LEHRSTÜCK: GOTT ALLEIN GEBüHRT ANBETUNG

Der Teufel wagte es, Jesus zu versuchen. Er verlangte Ehren, die Gott allein gebühren.

Der Teufel nahm Jesus mit auf einen sehr hohen Berg. Dort zeigte er ihm alle Reichtümer der Welt samt ihrer Herrlichkeit und sagte zu ihm: "Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest!" Da gebot ihm Jesus: "Hinweg Satan! Es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen." Da verließ ihn der Teufel, und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm. (Mt 4, 8-11)

Durch unsere Anbetung verehren wir Gott als den höchsten Herrn des Himmels und der Erde. Wir anerkennen seine unendliche Größe und Herrlichkeit. Voll Ehrfurcht denken wir an ihn. Er allein ist unser Schöpfer. Ihm gehören wir mit Leib und Seele. Darum müssen wir Gott mit Leib und Seele anbeten.

Wir empfangen das Heil in der Kirche. Daher beten wir auch in der Gemeinschaft der Kirche Gott an. Die gemeinsame und öffentliche Anbetung der Kirche ist die Liturgie. Ihr Mittelpunkt ist die Feier des heiligen Messopfers.

Unsere ehrfürchtige Gesinnung und innere Anbetung zeigen wir durch Handlungen, Gebärden und Worte; durch Gebet und Gesang. Wir sollen aber auch Ehrfurcht haben vor gottgeweihten Orten, Gegenständen und Personen.

Gegen die Pflicht der Anbetung Gottes sündigt, wer Gebet und Gottesdienst missachtet oder unterlässt. Sündhafter Aberglaube ist es, wenn man Personen oder Gegenständen eine übernatürliche Kraft zuschreibt, die sie nicht besitzen. Wer ein heiliges Sakrament unwürdig empfängt, macht sich einer schweren Sünde gegen die Gottesverehrung schuldig.

Warum ist die Versuchung des Teufels eine unerhörte Zumutung an Jesus? - Was heißt Gott anbeten? - Wie vollzieht die Kirche die Anbetung Gottes? - Wie soll sich unsere innere Anbetung auch nach außen zeigen? - Warum sollen wir Gott in der Gemeinschaft der Kirche anbeten? - Wie zeigt sich der Aberglaube? Wie sündigt der, welcher ein heiliges Sakrament unwürdig empfängt?

Merksätze:

180. Warum müssen wir Gott anbeten?

Wir müssen Gott anbeten, weil er unser Schöpfer und höchster Herr ist.

181. Wann sündigen wir gegen die Anbetung?

Wir sündigen gegen die Anbetung:

1. Wenn wir Gebet und Gottesdienst vernachlässigen;

2. wenn wir abergläubisch sind;

3. wenn wir ein heiliges Sakrament unwürdig empfangen.

FÜR MEIN LEBEN

Das Lob Gottes ist die größte Aufgabe meines Lebens. Ich will durch mein Gebet und durch mein Leben Gott anbeten.

Denke nach, warum die heilige Messe die vollkommene Anbetung Gottes ist; in welchen Gemeinschaften wir Gott anbeten! - Erkläre, wie wir die Anbetung Gottes auch nach außen zeigen müssen; was du tust, wenn du an einer Kirche, an einem Kreuz vorbeikommst! - Zeige, wie du die Hände richtig faltest und eine ordentliche Kniebeuge machst! - Beurteile das Verhalten eines Christen, der am Tabernakel ohne Kniebeuge vorübergeht und sich dann vor einem Gnadenbild auf beide Knie niederlässt; was von Horoskop, Talisman, Kartenaufschlagen zu halten ist!

AUS DER LITURGIE

Aus dem Gloria der heiligen Messe:

"Wir loben dich. Wir preisen dich. Wir beten dich an. Wir verherrlichen dich. Wir sagen dir Dank ob deiner großen Herrlichkeit. Herr und Gott, König des Himmels, Gott allmächtiger Vater! Herr Jesus Christus, eingeborener Sohn! . . . Denn du allein bist der Heilige. Du allein der Herr. Du allein der Höchste, Jesus Christus, mit dem Heiligen Geiste, in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen."

Lasset uns den Herrn anbeten und vor ihm niederfallen; denn er hat uns erschaffen. (Ps 94, 6)

79. LEHRSTÜCK: DIE HEILIGEN SIND FREUNDE GOTTES

Gott ließ den heiligen Johannes einen Blick in den Himmel tun.

Da sah ich eine große Schar, die niemand zu zählen vermochte, aus allen Völkern, Stämmen, Geschlechtern und Sprachen. Sie standen vor dem Throne und vor dem Lamm, angetan mit weißen Gewändern und mit Palmen in ihren Händen.
Da fragte mich einer von den Ältesten: "Wer sind diese mit den weißen Kleidern und woher kommen sie?" Ich erwiderte ihm: "Mein Herr, du weißt es." Da sprach er zu mir: "Das sind jene, die aus der großen Drangsal kommen. Sie haben ihre Gewänder weiß gewaschen im Blute des Lammes. Darum stehen sie vor dem Throne Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel." (Offb 7, 9. 13-15)

Die Heiligen sind Menschen, welche die Tugend heldenhaft geübt und die Erprobung bestanden haben. Sie sind Jesus in ihrem Leben nachgefolgt und sind dadurch unsere Vorbilder. Jetzt sind sie in der Herrlichkeit Gottes und unaussprechlich glücklich. Je mehr sie auf Erden Gott geliebt und je ähnlicher sie Christus geworden sind, desto bessere Freunde Gottes sind sie. Da sie Gott so nahe sind, können sie uns durch ihre Fürsprache helfen. Deshalb rufen wir sie vertrauensvoll um ihre Hilfe an. Die Heiligenverehrung ist zugleich auch Gottesverehrung, weil die Heiligen Freunde Gottes sind. Durch die feierliche Heiligsprechung hebt die Kirche aus der großen Schar der Heiligen einige hervor. Wir feiern ihre Feste, weihen ihnen Kirchen, erwählen sie zu Schutzheiligen. Wir ehren sie durch Bilder und Statuen und bewahren ihre Reliquien auf. Die Heiligen beten wir nicht an; wir verehren sie nur.

Alle Heiligen überragt die Gottesmutter Maria. Sie ist die Königin aller Heiligen und unsere himmlische Mutter. Ihre Fürbitte ist aID wirksamsten.

Wie haben die Heiligen gelebt? - Wie zeigen wir unsere Ehrfurcht vor den Heiligen? - Was geschieht durch die Heiligsprechung? - Was sind die Heiligen für uns? - Warum ist die Heiligenverehrung zugleich auch Gottesverehrung? Warum ist die Gottesmutter die Königin aller Heiligen?

182. Warum verehren wir die Heiligen?

Wir verehren die Heiligen, weil sie Freunde Gottes, unsere Vorbilder und Fürsprecher sind.

183. Warum verehren wir die allerseligste Jungfrau Maria in ganz besonderer Weise?

Wir verehren die allerseligste Jungfrau Maria in ganz besonderer Weise, weil sie die Mutter Gottes und unsere himmlische Mutter ist.

184. Wie verehren wir die Heiligen?

Wir ahmen das Beispiel der Heiligen nach und rufen sie um ihre Fürbitte an.

FÜR MEIN LEBEN

Ich will in den Lebensbeschreibungen der Heiligen lesen und ihrem Beispiel folgen.

Denke nach, wann jemand öffentlich als Heiliger verehrt wird; warum wir die Heiligen auch Selige nennen; was du tun musst, um selbst ein Heiliger zu werden! - Erkläre, warum die Heiligenverehrung zugleich auch Gottesverehrung ist! - Erzähle, was du von deinem Namenspatron weißt, vom Patron deiner Pfarrkirche, deiner Diözese, deines Landes! - Zähle österreichische Heilige auf! - Stelle zusammen: Feste der Gottesmutter, marianische Gnadenstätten in Österreich, Feste der Apostel, die jugendlichen Heiligen!

AUS DER LITURGIE

Das Fest Allerheiligen feiern wir am 1. November.

In der Allerheiligenlitanei werden die Heiligen aller Stände und Berufe um ihre Fürbitte angerufen. Sie wird besonders bei Bittgängen und Prozessionen gebetet.

Einzelne Länder, Stände und Berufe haben sich dem Schutz und der Fürbitte bestimmter Heiliger anvertraut. Wir nennen sie Schutzheilige oder Patrone.

Landespatrone in Österreich sind: Burgenland - hl. Martin, Kärnten hl. Josef, Niederösterreich - hl. Leopold, Oberösterreich - hl. Leopold, Salzburg - hl. Rupert, Steiermark - hl. Josef, Tirol - hl. Josef, Vorarlberg - hl. Gebhard, Wien - hl. Leopold.

[Forsetzung folgt]

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