Ulrich Boom

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Ulrich Boom (* 25. September 1947 in Ahaus/Alstätte im Münsterland) ist Weihbischof und Diözesanadministrator in Würzburg und Titularbischof von Sulletto.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Priester

Nach einer Ausbildung als Bauzeichner holte Ulrich Boom das Abitur über den zweiten Bildungsweg am Overberg-Kolleg in Münster/Westfalen nach. Theologie studierte Boom zunächst in Münster, dann in München und Würzburg. In München studierte Boom zusätzlich Kunstgeschichte. Das Diakonat führte Boom in die Schweinfurter Pfarrei Sankt Peter und Paul, Praktika zuvor in die Urlaubsseelsorge an der Nordsee und als Tutor in die afro-asiatische Studentengemeinde in Wohnheimen des Hilfswerks Missio in München.

Bischof Dr. Paul-Werner Scheele weihte Boom am 25. Februar 1984 im Kiliansdom in Würzburg zum Priester. Danach war Boom zwei Monate Kaplan in Schweinfurt-Sankt Peter und Paul. Von Mai 1984 bis Ende 1986 wirkte er als Kaplan in Baunach. Zum Jahresanfang 1987 wechselte er als Pfarrverweser nach Frammersbach im Landkreis Main-Spessart und wurde zum 1. Oktober 1987 Pfarrer von Frammersbach. Von 1990 bis 2000 wirkte Boom auch als Dekan des Dekanats Lohr am Main, zuvor war er bereits über ein Jahr lang Dekan-Stellvertreter. Von 1992 bis 2000 war er auch Mitglied des Diözesanpastoralrats. 1993 übernahm er zusätzlich die Pfarrei Habichsthal, 1998 auch die Pfarrei Partenstein. Zum 1. Mai 2000 ernannte ihn Bischof Scheele zum Pfarrer von Miltenberg. Neben seiner Pfarrtätigkeit ist Boom in Miltenberg auch als Religionslehrer an der Grundschule und am Johannes-Butzbach-Gymnasium tätig. Seit 2006 ist er auch Pfarradministrator von Bürgstadt.

Als Vorsitzender des Diözesanverbands Würzburg des Deutschen Katecheten-Vereins (DKV) engagierte sich Boom von 1991 bis Ende 2005. Seit 1996 ist er außerdem Mitglied im DKV-Vorstand auf Bundesebene, seit Mai 2003 stellvertretender DKV-Bundesvorsitzender. Bischof Hofmann berief Boom zum 1. Februar 2006 auch als Mitglied in die Kunstkommission der Diözese Würzburg. Dort vertritt Boom die Seelsorge.

In die bundesweiten Schlagzeilen geriet der Pfarrer, als er am 22. Juli 2006 die Glocken der Miltenberger Jakobuskirche 20 Minuten lang läuten ließ und so eine Kundgebung einer NPD-Jugendorganisation verhinderte. Ein anschließendes Ermittlungsverfahren wegen Störung einer genehmigten Versammlung wurde am 16. November 2006 ohne Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Die bayerische Justizministerin Beate Merk hatte die Entscheidung selbst getroffen, nachdem die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg aufgrund einer Anzeige der NPD gegen den Pfarrer ermittelt hatte. Für seinen couragierten Einsatz erhielt Boom am 25. November 2006 den Aschaffenburger „Mutig-Preis 2006“.

Weibischof und Diözesanadministrator

Papst Benedikt XVI. ernennte Boom zum Weihbischof in Würzburg und Titularbischof von Sulletto, das am Nikolaustag 2008 bekannt wurde. Boom ist Nachfolger von Weihbischof em. Helmut Bauer. Die Bischofsweihe erfolgt durch Bischof Hofmann am Sonntag, 25. Januar 2009, am Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus im Paulusjahr, im Kiliansdom.

Wahlspruch des Weihbischofs ist der Gruß des Apostels Paulus am Ende des Zweiten Korintherbriefs: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ Die lateinische Kurzformel lautet: Gratia, Caritas, Communio (Gnade, Liebe, Gemeinschaft).

Ulrich Boom ist Beauftragter der Deutschen Bischöfe für das Jubiläum der Barmherzigkeit. Damit übernimmt er die Koordination der bundesweiten Aktivitäten der katholischen Kirche in Deutschland zum Heiligen Jahr 2016. [1]

Nach dem Rücktritt von Bischof Friedhelm Hofmann wählte ihn das Würzburger Domkapitel am 21. September 2017 für die Zeit der Sedisvakanz zum Diözesanadministrator.[2]

Anmerkungen

  1. Boom wird Beauftragter der Deutschen Bischöfe für das Heilige Jahr Radio Vatikan am 8. Mai 2015
  2. pow.bistum-wuerzburg.de, 21.09.2017
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