Radio Vatikan

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Radio Vatikan ist „Die Stimme des Papstes“ an alle Völker und an jegliches Geschöpf. Der Auftrag lautet:

  • die Lehre der katholischen Kirche zu verbreiten,
  • über die Tätigkeiten des Vatikans zu berichten
  • das Leben der Katholiken in aller Welt widerzuspiegeln
  • Fragen der Zeit aus dem Glauben zu beantworten.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Radio Vatikan steht unter dem päpstlichen Staatssekretariat, das etwa mit einer Staatskanzlei oder einem Bundeskanzleramt verglichen werden kann. Das Staatssekretariat kann dem Generaldirektor Weisungen geben, was aber für konkrete Bereiche außerordentlich selten vorkommt. In diesem Sinne haben die einzelnen Sprachabteilungen und Redakteure große Eigenverantwortung.

Radio Vatikan wurde bei seiner Gründung dem Jesuitenorden anvertraut. Diese Beauftragung wurde vor vier Jahren im Status bestätigt. Daher stellt der Jesuitenorden die führenden Direktoren. Es sind der Generaldirektor, der auf Vorschlag des Jesuitenordens vom Papst ernannt wird, unter ihm der Programm-, und der Technische Direktor, die aufgrund von Vorschlägen aus dem Jesuitenorden vom Kardinalstaatssekretär ernannt werden. Zudem gibt es einen Verwaltungsdirektor, derzeit ein Laie. Unter ihnen sind einige Leiter von Sprachabteilungen ebenfalls Mitglieder des Jesuitenordens. Die meisten Chefs der Sprachabteilungen sind aber Laien, ebenso wie die allermeisten Redakteurinnen und Redakteure.

Sprachpalette

Die Programmdirektion ist aufgegliedert in rund 35 Sprachredaktionen, die je nach Sendezeit zwischen drei und sechs Mitglieder haben. Insgesamt sendet Radio Vatikan aber in 47 Sprachen.

Regelmäßig sendet Radio Vatikan in:
Albanisch, Amharisch, Arabisch, Armenisch, Bulgarisch, Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Esperanto, Estnisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Italienisch, Japanisch, Kisuaheli, Kroatisch, Latein, Lettisch, Litauisch, Malayalam, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Somalo, Spanisch, Tagalok Tamil, Tigri, Tschechisch, Ukrainisch, Ungarisch, Urdu, Vietnamesisch, Weißrussisch. Gelegentlich sendet Radio Vatikan auch in: Ewondo, Kinyarwanda, Lingala, Tshiluba, Kigongo, Kirundi, Malgasch.

Die Sendungen sind über Mittel- und Kurzwelle in Europa und über Kurzwelle in allen Teilen der Welt zu hören, außerdem auch über Satellit und im Internet.

Die Sprachabteilungen haben pro Tag rund 30 Minuten Sendezeit, die mitunter mehrfach ausgestrahlt werden. Die Ausstrahlungszeiten liegen so, dass es im Zielland morgens oder abends ist. Der Inhalt der täglichen Programme unterscheidet sich von Sprache zu Sprache stark, da die Zusammensetzung und die Erwartung des Publikums sehr unterschiedlich sind. Neben den Sprachprogrammen gibt es Nachrichtendienste in Englisch, Französisch und Italienisch, die mehrmals täglich Magazinsendungen ausstrahlen. Radio Vatikan strahlt auch Gottesdienste und Gebetssendungen aus: täglich morgens eine lateinische Messe und das Stundengebet der Laudes, nachmittags das Stundengebet der Vesper sowie der Komplet und abends das lateinische Rosenkranzgebet. Sonntags werden Liturgien in verschiedenen Sprachen, sowie Messen in mehreren Sprachen ausgestrahlt. Außerdem gibt es Musiksendungen, die über UKW in Rom sowie im Internet weltweit zu hören sind.

Die rund 210 männlichen und weiblichen Redakteure kommen aus etwa 60 Ländern der Erde. Insgesamt sind etwa 400 Personen bei Radio Vatikan angestellt. Radio Vatikan beschäftigt auch Auslandskorrespondenten, die aber nicht ausschließlich für Radio Vatikan arbeiten. Wichtig sind auch "Ansprechpartner" in vielen Ländern, die bereit sind, Interviews aus ihrem Fachgebiet zu geben.

Einmal wöchentlich findet eine Redaktionskonferenz statt, bei der der Programmdirektor auf Schwerpunkte hinweist und einzelne Redakteure je nach Weltlage über ihren Bereich berichten können.

Geschichte

Radio Vatikan wurde 1931 von Papst Pius XI. - zwei Jahre nach Abschluss der Lateranverträge - gegründet. Die Aussöhnung zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien machte die Gründung des Radios möglich. Der Papst beauftragte den Erfinder Italiener Guglielmo Marconi damit, der 1901 die erste Radio-Verbindung über den Atlantik nach Europa bewerkstelligte, den Sender technisch aufzubauen. Der Geburtstag wird am 6. Februar begangen.[1] Die Erste Rundfunkbotschaft Qui arcano dei erfolgte am 12. Februar 1931. An diesem Tag wurde das Radio eingeweiht. Damit gehört Radio Vatikan zu einer der ältesten Rundfunkstationen der Erde und ist seit vielen Jahrzehnten auch Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EUR).
Anfangs wurden nur stundenweise Papstansprachen und sonstige Sendungen auf Latein und Italienisch übertragen, bald kamen in unregelmäßigem Abstand auch Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch dazu. Während der Nazi-Diktatur war Radio Vatikan dem Hitler-Regime ein Dorn im Auge, weil es innerhalb der Achsenmächte eine nicht angepasste Stimme war. Aus Berlin kam auch die Drohung, den Vatikan zu stürmen wegen der Sendungen des Radios. Nach dem Krieg strahlte der Sender zehntausende Personen-Suchmeldungen aus und leistete dadurch wesentliche humanitäre Hilfe. Papst Pius XII. benützte diesem damals neuartige Medium öfters, besonders zu Weihnachten, zum Friedensapell und anderen Botschaften. Mit der enormen Ausbreitung des kommunistischen Machtbereiches nach Westen kamen rund 10 neue Sprachen bei Radio Vatikan dazu, die bis Lettisch und Albanisch reichen.
Im Lauf der nächsten Jahre wurden dann auch die Programme Richtung Lateinamerika und Ostasien ausgebaut. Die letzte größere Neuerung sind die Programme in Kisuaheli und gelegentlich auch in anderen afrikanischen Sprachen.
Schon die Berichterstattung vom Zweiten Vatikanischen Konzil war eine große Herausforderung für die einzelnen Redaktionen. Diese Herausforderung wuchs ganz gewaltig durch die über 90 Pastoralreisen von Papst Johannes Paul II. in alle Länder der Erde, bei denen jeweils einige Redakteure und Techniker mit dabei sind.

Die Redaktionen und die meiste Technik sind im Palazzo Pio nahe der Engelsburg in Rom. Hier sind 12 Tonstudios, in denen die Redaktionen ihre Programme mit Hilfe eines Technikers aufzeichnen oder live ausstrahlen. Die meisten Sendungen werden bei Radio Vatikan seit Anfang 2000 in digitalen Studio aufgezeichnet bzw. aus diesen live gesendet.

Alle Sendungen sind live und "auf Abruf" im Internet zu hören. Rundfunkstationen in aller Welt können die Programme mit Hilfe eines Passwortes herunterladen und mit entsprechender Genehmigung wiederausstrahlen.

Seit dem Herbst 2012 bietet Radio Vatikan eine App für Smartphones an, seit dem 24. Januar 2013 auch in deutscher Sprache. Das heißt, man kann über das Telefon die Nachrichten hören.[2]

Radio Vatikan ist seit 24. Juni 2015 mit einem Account auf Facebook vertreten.[3]

Leiter der deutschsprachigen Abteilung

Redakteure der deutschsprachigen Sektion

Stefan von Kempis, Mario Galgano, Gudrun Sailer, Nina Oezelt, Anne Preckel, Aldo Parmeggiani, (Max Cappabianca),

Ehemalige Redakteure

Birgit Pottler, Jürgen Erbacher, Ludwig Waldmüller, Hilde Regeniter, Gabi Verbeek.

Verein "Freunde von Radio Vatikan e.V."

Der Verein "Freunde von Radio Vatikan e.V." wurde 1990 Schirmherrschaft des Trierer Medienbischof Dr. Hermann-Josef Spital gegründet. Ziel ist es, die deutschsprachige Redaktion, aber auch die finanziell schlechter gestellten Fremdsprachenredaktionen von Radio Vatikan finanziell zu unterstützen. Im Vorstand ist im Jahre 2015 Ludwig Waldmüller und Hans-Werner Lichter,[4]

Kontakt

Radio Vatikan
Deutsche Abteilung
I-00120 Città del Vaticano
Fax +390669883844
www.radiovaticana.org
E-Mail : deutsch@vatiradio.va

Weblinks

Anmerkungen

  1. so Radio Vatikan am 26. Januar 2011, 16 Uhr Nachrichten
  2. Radio Vatikan als App Raqdio Vatikan am 24. Januar 2013
  3. Kirche \ Deutschland, Österreich und Schweiz, Radio Vatikan bei Facebook Radio Vatikan am 24. Juni 2015
  4. FREUNDE VON RADIO VATIKAN; 25 Jahre Verein der Freunde von Radio Vatikan Radio Vatikan am 29. August 2015
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