Heinrich Maria Christmann

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Heinrich Maria Christmann OP (Taufname Aloys Martin; * 5. März 1890 Arolsen, † 18. Oktober 1965 Waldniel) war erster Hauptschriftleiter der "deutschen Thomas-Ausgabe" der Summa theologica von 1932-1957, er übersetzte, kommentierte, schrieb Einleitungen und Anmerkungen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Aloys Martin legte am 22. Mai 1910 seine Gelübde im Dominikanerorden als Bruder Heinrich Maria ab. Trotz langer Krankheiten wurde er am 10. August 1916 zum Priester geweiht. 1923 findet man ihn als philosophisch-interessierter Student der Botanik in Köln, wo er in einen ungewöhnlich fruchtbaren philosophisch-naturwissenschaftlichen Freundeskreis hineinwuchs. P. Christmann gab philosophische Vorlesungen im Düsseldorfer und Walberberger Generalstudium der Dominikaner. Zugleich war es ihm stets - auch später neben seiner Arbeit an der Deutschen Thomas-Ausgabe - ein Herzensanliegen, als mitreißender Kantor und Organist das liturgische Gotteslob seiner Brüder künstlerisch zu gestalten. Auch der literarischen Stilbildung der Studenten widmete er sich durch lange Jahre. Als "Pensionär" versah er die Seelsorge der Schwestern und Kinder im Kinderdorf Waldniel.[2] Er ist bestattet auf dem Klosterfriedhof Walberberg.[3]

Die Zeit der Edition der "Deutschen Thomas-Ausgabe" der Summa theologica

Nach manchen gescheiterten Versuchen und Planungen beauftragte die deutsche Dominikaner-Provinz in Verbindung mit dem Katholischen Akademiker-Verband 1931/32 P. Heinrich Maria Christmann, als Schriftleiter die lateinisch-deutsche Ausgabe der Summa theologica herauszubringen. Mit dem Vertragsabschluss im November 1932 übernahm der temperamentvolle Denker und Künstlermönch Heinrich Maria Christmann eine Aufgabe, die ihm durch ein Vierteljahrhundert hindurch Verhandlungen, Korrekturen, Register, Organisation, Mitarbeiterwerbung, Zusagen und Enttäuschungen, eben die Arbeit seines sprichwörtlich gewordenen dynamischen 16-18-Stunden-Tages brachte. Fast alles, was in der Deutschen Thomas-Ausgabe bis 1965 gedruckt ist, ging durch seine Hand, und sein redaktionelles Gewissen ließ es (abgesehen vom lateinischen Text) selten zu, dass er etwas unverändert wieder aus der Hand gab. Darüber hinaus prägte er durch seine eigenen - alles ohne Gewaltsamkeit verdeutschenden, von verdeutlichender Freiheit zu exakter Genauigkeit sich entwickelnden - Übersetzungen Terminologie und Stil der deutschen Wiedergabe. In den von ihm geschriebenen Einleitungen und Anmerkungen zeigt sich bei aller Konstanz im Grundsätzlichen der immer neue Versuch, zum wesentlichen geistigen Geschehen der Gegenwart Brücken zu schlagen - ohne Konzession an den Ungeist der Zeit". Als P. Heinrich Maria Christmann von der Gestapo aus dem Rheinland um 1942 ausgewiesen wurde, übernahm P. Eberhard Welty OP, die Schriftleitung der "deutschen Thomas-Ausgabe" der Summa theologica. Christmann erlebte das Ende des Zweiten Weltkrieges in Danzig mit. P. Christmann kam nach Jahren der Verbannung krank nach Walberberg zurück und war nach anderthalbjährigem Krankenhausaufenthalt erst im Sommer 1948 wieder beschränkt arbeitsfähig. Im Herbst 1949 begann die Arbeit wieder im vollen Maße, nun mit dem Gemeinschaftsverlag F. H. Kerle, Heidelberg/Anton Pustet (jetzt Styria), Graz. Zuletzt übersetzte er noch die Fragen 34-46 des Bandes 17 A über die Liebe. Die weiteren Pläne wurden durch Krankheit mit ständig zunehmenden Lähmungserscheinungen immer mehr reduziert und schließlich - obgleich P. Christmann bis zuletzt geistig erstaunlich lebendig blieb - aufgegeben.

Literatur

Webllnks

Anmerkungen

  1. Thomas von Aquin: Summa theologica. Die deutsche Thomas-Ausgabe, lateinisch-deutsch, St II-II 34 - 56, Band 17B: Die Liebe (2. Teil) Klugheit, Gemeinschaftsverlag Kerle Heidelberg und Styria Graz-Wien-Köln 1966, Vorwort von Paulus Engelhardt Walberberg am 5. Juli 1966 (Imprimatur Bischöfliches Ordinariat Graz-Seckau am 12. Mai 1966, Zl.14, Ap. 188-66).
  2. "Die deutsche Thomas-Ausgabe", Band 17B: Vorwort.
  3. aus dem BBKL, Artikel: Heinrich Maria Christmann.
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