Magnum principium

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Magnum principium (lateinisch "das große (wichtige) Prinzip") ist ein Apostolisches Schreiben, mit dem Papst Franziskus in Form eines Motu proprio das Kirchenrecht bezüglich der Übersetzung liturgischer Texte aus dem Lateinischen neu regelt.[1] Konkret handelt es sich um die Novellierung des can. 838 des Codex des Kanonischen Rechts.[2] Das Schreiben wurde am 9. September 2017 veröffentlicht und trat am 1. Oktober 2017 in Kraft, die bestehenden Rechtstexte wurden dementsprechend angepasst.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung

Das Hauptanliegen dieser kanonischen Änderung zielt auf die Verständlichkeit der Liturgie ab. Lag die Zuständigkeit, die Verantwortung und Prüfung von übersetzten Liturgietexten und liturgischen Büchern bisher allein beim Heiligen Stuhl, so werden diese Kriterien nun auf die Bischofskonferenzen übertragen. Hierzu heißt es jetzt:

„ Die Bischofskonferenzen haben die Übersetzungen der liturgischen Bücher in die Volkssprachen zu besorgen und sie dabei innerhalb der in diesen liturgischen Büchern festgelegten Grenzen in angemessener Weise ihren Verhältnissen anzupassen; diese Übersetzungen haben sie nach vorgängiger Überprüfung durch den Heiligen Stuhl herauszugeben. “

Can. 838

Zur Reichweite dieser Kompetenz legt das Recht fest, dass sie innerhalb der festgelegten Grenzen gehalten und „getreu“ dem Kirchenrecht erfolgen müsse (fideliter et convenienter intra limites definitos). Nach wie vor sei es das Ziel, durch die Übertragung in die Volkssprache das getreu zum Ausdruck zu bringen, was die Kirche durch die lateinische Sprache mitteilen wollte (fideliter communicandum est certo populo per eiusdem linguam id, quod Ecclesia alii populo per Latinam linguam communicare voluit). Jedoch sei diese Treue nicht immer durch eine wortwörtliche Übersetzung einzelner Wörter zu erzielen, sondern sei im Kontext des gesamten Kommunikationsaktes und auf dem Hintergrund der jeweiligen Sprachgattung zu beurteilen (fidelitas non semper iudicari potest ex singulis verbis, immo vero in contextu ex toto communicationis actu et secundum genus dicendi proprium).

Die örtlichen Bischofskonferenzen haben jetzt mehr Verantwortung für die Übersetzung der liturgischen Texte in die jeweiligen Landessprache. In diesem Zusammenhang erinnert Franziskus an die Konstitution über die Heilige Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils Sacrosanctum Concilium. Dort heißt es, die Verwendung landessprachlicher Elemente könne zwar "für das Volk sehr nützlich" sein, müsse aber von der "für das Gebiet zuständigen Autorität approbiert werden" und bedürfe "der Billigung, das heißt der Bestätigung durch den Apostolischen Stuhl". Dies fordert das neue Motu Proprio ebenfalls ein.[3]

Verfahren

Allen liturgischen Büchern wie dem Messbuch, dem Stundenbuch und den Ritualien für die Sakramente liegt ein lateinischer Text zu Grunde, die so genannte Editio typica. Zwecks Übersetzung setzen die zustänmdigen örtlichen Bischofskonferenzen Fachgremien ein. Der übersetzte Text wird sodann von der Bischofskonferenz geprüft und mit Approbation angenommen. Der approbierte Text wird der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vorgelegt und nach der jetzigen neuen Regelung nicht mehr überprüft wie bisher (recognitio), sondern bestätigt (confirmatio).[4] Vollversammlung vom 25. bis 28. September 2017 in Fulda und kündigte an, dass sich die Liturgiekommission mit dem Dokument ab Anfang Oktober 2017 befassen werde.[5]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus in Form eines Motu Proprio Magnum Principium, mit dem can. 838 des Codex des kanonischen Rechtes geändert wird (3. September 2017) [1]
  2. Codex des Kanonischen Rechts, Can. 838 §§ 1 – 4 http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P2S.HTM
  3. Neues Motu Proprio: "Magnum Principium" behandelt liturgische Übersetzungen [2] , Auf: CNA deutsch vom 9. September 2017, aufgerufen am 2. Oktober 2017
  4. Neuregelung der Übersetzung liturgischer Bücher [3] , In: Liturgisches Institut – News vom 11. September 2017, aufgerufen am 2. Oktober 2017
  5. Neues Verfahren zur Übersetzung liturgischer Texte. Auf: katholisch.de [4], vom 9. September 2017, aufgerufen am 2. Oktober 2017

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