Petrus Pavlicek

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P. Petrus Pavlicek

Petrus Pavlicek OFM (* 6. Januar 1902 in Innsbruck; † 14. Dezember 1982) ist der Gründer des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges für den Frieden der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Petrus Pavlicek wurde in Innsbruck als Otto Pavlicek geboren. Seine musisch begabte Mutter Gabriele Ascher starb an einer Blutvergiftung, als er zwei Jahre alt war. Ihre zwei Söhne waren Josef (*1899, †16. April 1949) und Otto. Sein Vater Augustin war Offizier gebürtig aus Ölmütz in Mähren. Die Eltern übersiedelten mit den zwei Söhnen nach Wien. Otto und Josef machten zusammen 1920 die Matura und arbeiteten auf Willen des Vaters in der Packerei einer Möbelfabrik. Den Militärdienst leistete Otto in den Jahren 1922 bis 1924. Danach übersiedelte er nach Prag und arbeitete in einer Filiale einer schweizer Firma. Er besuchte die Kunstschule in Breslau, da er das Talent zum Zeichnen und Malen hatte. Später wanderte er mit einer Staffelei durch ganz Europa, zog für einige Monate nach Paris, dann für drei Jahre nach London uns schließlich wieder nach Prag. Das Wenige, das er als junger Mensch über Gott gehört hatte, war bald vergessen; ja, schließlich trat er aus der Kirche aus.[1]

Seine Bekehrung

Eine schwere Krankheit im Jahre 1935 wurde zum Wendepunkt in seinem Leben. Ein Besuch bei Therese Neumann in Konnersreuth am Pfingstmontag 1936 veranlasste und stärkte ihn den Weg des Geistlichen zu beschreiten. Eine herbe Enttäuschung setzt es, als ihn die Franziskaner in Innsbruck und Wien nicht für ihren Orden zuließen. "Er ist zu alt," heißt es. Schließlich nehmen den bereits 35jährigen die Franziskaner in Prag auf und erhielt den Namen Petrus. Am 20. August 1938 legte Otto die einfache Profess im Franziskaner-Orden ab, wollte Missionar sein und soviel als möglich Seelen retten. Die feierliche Profess fand am 29. August 1941 statt. Im November desselben Jahres empfing die Diakonenweihe, am Gaudete-Sonntag, dem 14. Dezember 1941 durch Weihbischof Johannes Nepomuk Remiger die Priesterweihe. Danach wurde er in der deutschen Pfarrei St. Gabriel in Prag eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg musste er am 7. Oktober 1942 zum Sanitätsdienst an der Westfront einrücken und landete am 15. August 1944 in einem riesigen Kriegsgefangenenlager bei Cherbourg in Frankreich. Er wurde am 16. Juli 1945 aus der US-Kriegsgefangenschaft entlassen, wo er eine kleine Broschüre las, die ihn zum ersten Mal über die Marienerscheinungen in Fatima informierte.[2] Er fand im Franziskanerkloster in Wien Aufnahme, das Otto als Volksmissionar einsetzte. Ein Jahr nach Kriegsende konnte er in Mariazell für die glückliche Heimkehr danken. Tief besorgt betete er für seine österreichische Heimat. Vom Krieg zerschlagen war sie unter den vier Besatzungsmächten aufgeteilt, und besonders das Verhalten der Sowjets ließ Schlimmes befürchten.[3]

Die erneute Aufforderung Mariens 1946

Anfang des Jahres 1946 fand sich P. Petrus Pavlicek in Graz. Er weilte dort in einem Schwesternkloster. Eine damals noch sehr junge Schwester erinnert sich daran, wie sie nach der Beichte in einem bombenbeschädigten Raum über der Beichtkapelle mit P. Petrus auf und ab ging, wobei er ihr von dem inneren Drang berichtete, etwas zu tun. Die Gottesmutter wolle etwas von ihm, aber was? Graz ist nicht allzu weit von Mariazell entfernt, und so entschloss sich der Pater, dorthin zu pilgern und Maria um Erleuchtung zu bitten. Es war der 2. Februar 1946 – das Fest Maria Lichtmess. P. Petrus hatte die Grazer Schwestern eindringlich ersucht, ihm in einem großen Anliegen mit ihrem Gebet beizustehen. So kam er nach Mariazell und legte der Gottesmutter alles zu Füßen – den Dank für die glückliche Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft, die Not des viergeteilten, unfreien Österreich, seine eigene Unsicherheit, seine Zweifel und Hemmungen, aber auch seinen festen Willen, ihrem Rat zu folgen, wenn sie ihm nur den Weg zeigen wolle, den er zu gehen hatte. Maria enttäuschte ihn nicht. Deutlich vernahm er in seinem Innern die Stimme, die ihm antwortete: Tut, was ich euch sage, und ihr werdet Frieden haben. Es waren dieselben Worte, die Maria zu den Seherkindern in Fatima gesprochen hatte. Und was hatte sie dort gefordert? Buße, Sühne und Gebet, vor allem das Rosenkranzgebet. Es war P. Petrus klar: er musste die Menschen dazu bringen, den Rosenkranz zu beten. Wenn es ihm gelang, ein Heer von Betern aufzustellen, konnte es zu der großen Wende kommen, die alle so sehr ersehnten. Nun wusste er, was er zu tun hatte. Auch das Anliegen zeigte sich ihm in immer hellerem Licht. Es sollte ein Kreuzzug des Gebets und der Buße werden.[4] Er gründete am 2. Februar 1947 in Wien die „Ewige Rosenkranzgemeinschaft“. Sie schließt sich im Frühjahr 1949 mit dem von Dr. Franz Tauber (Priester) am 4. Februar 1942 in Linz-Urfahr gegründeten „Sühnekreuzzug“ zusammen. Der neue „Rosenkranz-Sühnekreuzzug für den Frieden der Welt“, hat das Ziel, die Forderungen der Rosenkranzkönigin von Fatima zu erfüllen. Papst Pius XII. belobigte einen österreichischen Priester und segnete aus überströmendem Herzen die Bestrebungen desselben, die Andacht zum Unbefleckten Herzen gemäß der Botschaft von Fatima zu fördern.[5] Papst Paul VI. empfing ihn 1972 und im September 1977 mit P. Benno Mikocki Papst Johannes Paul II. empfing P. Petrus am 6. Mai 1981 in einer Privataudienz und am folgenden Tag zur Konzelebration. Der Johannes Paul II. würdigte das Werk des schlichten Franziskaners mit den Worten: "Betet, wie es gerade in Eurem Land seit Jahrzehnten so vorbildlich im im 'Rosenkranz-Sühnekreuzzug für den Frieden der Welt' geschieht" (Europavesper Wien, 10. September 1983).

Petrus Pavlicek musste nach einem Herzinfarkt 1970 seine Tätigkeit einschränken. Am 13. März 1972 schrieb er ein "Geistliches Testament", indem er seine Glauben ausdrückte, dass Gott weiterhin für den RSK sorgen werde, wenn er selber nicht mehr da sei. Er leitete den "Rosenkranz-Sühnekreuzzug" ab 1976 mit P. Benno Mikocki bis er 1982 verstarb. Zuvor konnte er in Fatima am 13. Mai 1982 den Weihe an das Unbefleckte Herz Märiä miterleben. Er ging am 14. Dezember 1982 heim und wurde am 21. Dezember beigesetzt.

Seligsprechungsprozess

Am 14. Dezember 2001 wurde der Diözesanprozess für seine Seligsprechung durch Kardinal Dr. Christoph Schönborn abgeschlossen und wird nun in Rom weitergeführt.[6]

Aussprüche

Aussprüche des Diener Gottes bringen seine großen Anliegen zum Ausdruck:

  • „Ich werde nicht aufhören, um die Bekehrung der Sünder zu beten. Ich dürste danach, Millionen Seelen zu retten durch Maria für Jesus.“
  • „Geeintes Gebet ist eine Macht, die Gottes Barmherzigkeit auf diese Welt herabzieht.“[7]
  • "In Maria leuchtet die ursprüngliche Ordnung Gottes wieder auf. Sie trug Christus, den wahren Gott, nicht nur unter, sondern auch in ihrem Herzen, sie war der erste lebendige Tabernakel der Welt. … Wir wollen von nun an vertrauensvoll in die Schule Mariens gehen, weil sie der sichere Weg zu Gott ist. Wer sich also in allem und jedem ganz und gar Maria hingibt (weiht), wird am sichersten, am schnellsten und am meisten Jesus ähnlich werden."[8]

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Hilde Firtel: Vorbeter für Millionen: P. Petrus Pavlicek OFM. (96 Seiten, 2. Auflage); 60 Jahre Staatsvertrag: Rosenkranz-Initiative mit Fokus auf Bibel Kath.net am 7. Mai 2015
  2. P. Petrus im Ökumenischen Heiligenlexikon.
  3. Hilde Firtel: Vorbeter für Millionen: P. Petrus Pavlicek OFM.
  4. aus: Hilde Firtel: Vorbeter für Millionen: P. Petrus Pavlicek OFM., S. 49-50.
  5. vgl.: Johannes Maria Höcht, Fatima und Pius XII., Anmerkung 129.
  6. Der Gründer P. Petrus Pavlicek
  7. Der Gründer P. Petrus Pavlicek
  8. P. Petrus im Ökumenischen Heiligenlexikon.
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