Stefan Wyszynski

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Statue Kardinal Wyszyńskis in Warschau

Stefan Kardinal Wyszyński (Dr. iur.; * 3. August 1901, † 28. Mai 1981) war Erzbischof von Gnesen, Warschau und Primas von Polen und Kardinalt. Er wird am 7. Juni 2020 seliggesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Stefan Wyszyński trat 1920 in das Priesterseminar von Włocławek ein und empfing am 3. August 1924 die Priesterweihe durch Bischof Wojciech Stanisław Owczarek. 1929 erlangte der den Doktortitel des kanonischen Rechts und sozial-ökonomischen Wissenschaften an der Universität Lublin. Während des Warschauer Aufstandes wirkte er als Geistlicher der Armia Krajowa, der polnischen Untergrundarmee. Nach dem Krieg baute er das Priesterseminar in Włocławek wieder auf und wurde dessen Rektor.

Bischof

Am 25. März 1946 wurde er durch Papst Pius XII. zum Bischof von Lublin ernannt. Er empfing die Bischofsweihe am darauffolgenden 12. Mai. Der Hauptkonsekrator war Erzbischof August Cardinal Hlond, Nebenkonsekratoren die Bischöfe Karol Mieczysław Radoński und Stanislao Czajka. Schon am 12. November 1948 wurde er Erzbischof von Gnesen und Warschau. Stefan Wyszyński, leitete von 1948 bis 1981 die polnische Bischofskonferenz. Wyszyński setzte sich als Präsident der polnischen Bischofskonferenz für die Einheit von Bischöfen, Geistlichen und Laien ein. Der Primas gab die Zielrichtung der pastoralen Arbeit innerhalb der katholischen Kirche in Polen. Primas Wyszyński, der die immerhin noch kleine pastorale Freiheit der Kirche bewahren wollte, unterzeichnete 1950 mit der stalinistischen Regierung das Abkommen, das den entscheidenden Angriff auf die Kirche verzögerte. Die Ernennung zum Kardinal erfolgte am 12. Januar 1953, wegen zwischenzeitlicher Haft 1953 - 1956 wurde er jedoch erst am 18. Mai 1957 offiziell in das Kardinalskollegium aufgenommen. Als Kardinalspriester bekam er die Kirche "Santa Maria in Trastevere". Er brachte das Programm einer geistlichen Offensive mit aus der Haft, eine neunjährige große Novene, die sich auf das Gedenken der Taufe Polens vor tausend Jahren im Jahr 1966 vorbereitete. Ziel dieser geistlichen Offensive war es, den Glauben der Menschen und den Wiederaufbau der christlichen Moral zu stärken. Denn die Stärkung des Glaubens und der christlichen Moral waren nach Ansicht von Primas Wyszyński die Voraussetzungen, um die Identität der Nation und ihre innere Freiheit zu bewahren, was unter optimalen Umständen dann auch die äußere Freiheit herbeiführen sollte. Immer wieder geriet er in Konflikt mit den Kommunisten in Polen und wurde eine Symbolfigur für den polnischen Widerstand gegen das kommunistische Regime. Nachdem Primas Wyszyński erfahren hatte, wie die kommunistischen Behörden gegen Vereinbarungen verstießen, kritisierte er die Ostpolitik des Heiligen Stuhls und bemühte sich nachdrücklich um die Unterzeichnung des Konkordats, bevor die juristische und öffentliche Persönlichkeit der Kirche anerkannt wurde. Er war einer der Väter des II. Vatikanischen Konzils. Während des Konfliktes der Oppositionsbewegung Solidarność mit den kommunistischen Machthabern wirkte er als Vermittler.[1]

Primas-Wyszynski-Museum in Warschau

Polens Präsident Andrzej Duda eröffnete am 16. Oktober 2019 in Warschau ein Johannes-Paul-II.-und Primas-Wyszynski-Museum. Es erzählt die Schlüsselmomente aus deren Biografien des zum Papst gewählten Krakauer Erzbischofs Karol Wojtyla und des Kardinals Stefan Wyszynski, der in Polen als »Primas des Jahrtausends« verehrt wird. Kardinal Wyszynski habe ihn viele Jahre lang unterstützt. Beide Kirchenmänner hätten die Werte vertreten, die es den Polen ermöglicht hätten, die schwierigsten Momente ihrer Geschichte zu überstehen. Das Museum in 26 Metern Höhe, ist mit mehr als 2.000 Quadratmetern fast doppelt so groß wie die Ausstellung im Geburtshaus des 2014 heiliggesprochenen Johannes Paul II. im südpolnischen Wadowice.[2]

Seligsprechung

Der Seligsprechungsprozess für Kardinal Wyszyński begann 1989 und endete in Polen 2019. Am 18. Dezember 2017 wurde Wyszyński der heroische Tugendgrad bescheinigt. Papst Franziskus anerkannte am 2. Oktober 2019 ein Wunder, das auf Wyszyńskis Fürsprache zugeschrieben wird. Das zur Seligsprechung nötige Wunder betrifft eine 19-jährige Frau, die 1988 an einem unheilbaren Schilddrüsenkrebs erkrankte. Sie wurde auf die Fürsprache von Kardinal Wyszyński im Jahr 1989 vollständig geheilt und hatte kein Tumorrezidiv innerhalb der nächsten 30 Jahre.[3] Kardinal Wyszynski wird am 7. Juni 2020 in Warschau seliggesprochen.[4]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Kardinal Wyszynski wird am 7. Juni 2020 in Warschau seliggesprochen Kath.net am 22. Oktober 2019
  2. Osservatore Romano, 25. Oktober 2019, S. 2.
  3. Santo Subito Kardinal Stefan Wyszynski! Kath.net am 4. Oktober 2019
  4. Kardinal Wyszynski wird am 7. Juni 2020 in Warschau im Pontifikat von Papst Franziskus seliggesprochen Kath.net am 22. Oktober 2019
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