Zelebration

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Zelebration (Zelebration: von lat. celebrare "feiern, preisen") bedeutet die Feier des eucharistischen Opfers der Heiligen Messe durch einen Priester.[1] Sie ist "eine Handlung Christi und der Kirche, durch deren Vollzug die Priester ihre vornehmste Aufgabe erfüllen". [2]

Der Ausdruck Zelebration wurde im Mittelalter auch für andere religiöse Feierlichkeiten gebraucht.[3]

Die Zelebration der
Heiligen Messe

Inhaltsverzeichnis

Der Ort der Zelebration

«Die Feier der Eucharistie ist an einem geheiligten Ort (Locus sacer) zu vollziehen, wenn nicht in einem besonderen Fall zwingende Umstände etwas anderes erfordern; in diesem Fall muss die Feier an einem geziemenden Ort stattfinden».[4] Das eucharistische Opfer ist auf einem geweihten oder gesegneten Altar zu vollziehen; außerhalb eines geheiligten Ortes kann ein geeigneter Tisch dazu verwendet werden, wobei immer Altartuch und Korporale beizubehalten sind[5] Aus gerechtem Grund und mit ausdrücklicher Erlaubnis des Ortsordinarius darf ein Priester die Eucharistie in einem Gotteshaus irgendeiner Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft feiern, die nicht die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche haben; ein Ärgernis muss dabei ausgeschlossen sein.[6] Es ist einem Priester niemals erlaubt, die Eucharistie in einem Tempel oder geheiligten Ort einer nichtchristlichen Religion zu feiern.[7] Der Bischof soll entschieden einschreiten wenn ihm bekannt wird, dass dort Missbräuche herrschen, wie etwa in Missachtung dessen, was vom Recht vorgeschrieben ist, die Zelebration an einem unwürdigen Ort oder das Entstehen von exklusiven Gruppen oder von Privilegien.[8]

Die Zeit der Zelebration und die tägliche Zelebration

Die Feier "darf an jedem beliebigen Tag und zu jeder Stunde erfolgen, soweit dies nicht nach den liturgischen Normen ausgeschlossen ist" (z.B. Die Chriisammessse, die Messe zum Letzten Abendmahl, Messen an Weihnachten).[9]

Der Pfarrer ist verpflichtet, "die feierliche Zelebration der Eucharistie an den Sonntagen und an den gebotenen Feiertagen" zu vollziehen.[10]

Die Priester haben häufig zu zelebrieren; ja die tägliche Zelebration wird eindringlich empfohlen, die, auch wenn eine Teilnahme von Gläubigen nicht möglich ist, eine Handlung Christi und der Kirche ist, durch deren Vollzug die Priester ihre vornehmste Aufgabe erfüllen».[11]

Die Sprache und die liturgischen Texte der Zelebration

Die Messe wird in lateinischer Sprache oder in einer anderen Sprache gefeiert, sofern nur die liturgischen Texte verwendet werden, die approbiert worden sind. Abgesehen von den Messfeiern, die an den von der kirchlichen Autorität festgelegten Zeiten in der Volkssprache zu vollziehen sind, ist es den Priestern immer und überall erlaubt, in Latein zu feiern.[12]

Die Zelebration der "forma ordinaria" und "forma extraordinaria"

Papst Johannes Paul II. gestattete 1984 mit dem besonderen IndultQuattuor abhinc annos“, für "Gruppen" die Möglichkeit zur Zelebration der Heiligen Messe nach dem Römischen Messbuchs, das von Johannes XXIII. im Jahr 1962 herausgegeben wurde.

Papst Benedikt XVI. gewährte mit dem Motu proprio Summorum Pontificum vom 7. Juli 2007 weitgehend die Erlaubnis der Zelebration der Heiligen Messe nach dem Missale Romanum von 1962. Die erneuerte Messliturgie Papst Pauls VI. von 1970 sei die "ordentliche Form des Römischen Ritus" ("forma ordinaria"), die Heilige Messe wie sie 1962 gefeiert wurde, die Messe des "außerordentlichen Römischen Ritus" ("forma extraordinaria"), oft als "Tridentinische Messe" bezeichnet.

In Messen, die ohne Volk gefeiert werden, kann jeder katholische Priester des lateinischen Ritus – sei er Weltpriester oder Ordenspriester – entweder das vom seligen Papst Johannes XXIII. im Jahr 1962 herausgegebene Römische Messbuch gebrauchen oder das von Papst Paul VI. im Jahr 1970 promulgierte, und zwar an jedem Tag mit Ausnahme des Triduum Sacrum. Für eine solche Feier nach dem einen oder dem anderen Messbuch benötigt der Priester keine Erlaubnis, weder vom Apostolischen Stuhl noch von seinem Ordinarius (Summorum pontificum, Art. 2).

In Pfarreien, wo eine Gruppe von Gläubigen, die der früheren Liturgie anhängen, dauerhaft existiert, hat der Pfarrer deren Bitten, die heilige Messe nach dem im Jahr 1962 herausgegebenen Römischen Messbuch zu feiern, bereitwillig aufzunehmen. Die Feier nach dem Messbuch des heiligen Johannes XXIII. kann an den Werktagen stattfinden; an Sonntagen und Festen kann indes ebenfalls eine Feier dieser Art stattfinden (Summorum pontificum, Art. 5 § 1+2).

Wer die Feier nach dem Missale 1962 feiert, darf "die Zelebration nach den neuen liturgischen Büchern im Prinzip nicht ausschließen." (Summorum pontificum (Begleitbrief))

Wichtiges zur Zelebration in anderen Artikeln

Zelebration und Applikation der Heiligen Messe

Einzelzelebration und Konzelebration

Zelebration‎ und Interzelebration‎

Zelebration und Kommunionausteilung

Eucharistische Nüchternheit und Zelebration

siehe auch: Zelebrant, Ars celebrandi, Bination und Trination, Zelebret, Messstipendium, Gregorianische Messen, Zelebrationsrichtung, Liturgische Kleidung, Liturgische Bücher, Liturgische Gefäße.

Päpstliche Schreiben

Literatur

Weblink

Anmerkungen

  1. Bernhard Brinkmann: Katholisches Handlexikon, Butzon & Bercker Verlag Kevelaer 1960, S. 51, Zelebration (2. Auflage; Imprimatur N. 4-18/60 Monasterii, die 2. Februarii 1960, Böggering Vicarius Eppi Generalis).
  2. Redemptionis sacramentum, Nr. 110; Codex Iuris Canonici, can. 904; vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 3; Dekr. über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nr. 13; vgl. auch Ökum. Konzil von Trient, Sessio XXII (17. September 1562), Dekr. über das Messopfer, Kap. 6: DS 1747; Papst Paul VI., Enzyklika Mysterium fidei (3. September 1965): AAS 57 (1965) 753-774, hier 761-762; vgl. Papst Johannes Paul II., Enzyklika Ecclesia de eucharistia, Nr. 11: AAS 95 (2003) 440-441, Hl. Kongr. für die Riten, Instruktion Eucharisticum mysterium, Nr. 44: AAS 59 (1967) 564; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 19.
  3. vgl. Joseph Braun: Liturgisches Handlexikon. Josef Kösel Verlag & Friedrich Pustet Verlag Komm-Ges. Regensburg 1924, S. 62 Celebratio (399 Seiten; Zweite, verbesserte und sehr vermehrte Auflage; Imprimatur Ratisbonae, die 1. Aprilis 1924 Dr. Scheglmann Vic. Gen); Bernhard Brinkmann: Katholisches Handlexikon, Butzon & Bercker Verlag Kevelaer 1960, S. 51, Celebration (2. Auflage; Imprimatur N. 4-18/60 Monasterii, die 2. Februarii 1960, Böggering Vicarius Eppi Generalis).
  4. Redemptionis sacramentum, Nr. 108; Codex Iuris Canonici, can. 932 § 1; vgl. Kongregation für den Gottesdienst, Instruktion Liturgicae instaurationes, Nr. 9: AAS 62 (1970) 701.
  5. CIC c. 932 § 2; ‪Apostolorum successores, Nr. 149.
  6. Codex Iuris Canonici, can. 933.
  7. Redemptionis sacramentum, Nr. 109.
  8. ‪Apostolorum successores, Nr. 149.
  9. Codex Iuris Canonici, can. 931.
  10. Codex Iuris Canonici, can. 530, 7.
  11. Redemptionis sacramentum, Nr. 110; Codex Iuris Canonici, can. 904; vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 3; Dekr. über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nr. 13; vgl. auch Ökum. Konzil von Trient, Sessio XXII (17. September 1562), Dekr. über das Messopfer, Kap. 6: DS 1747; Papst Paul VI., Enzyklika Mysterium fidei (3. September 1965): AAS 57 (1965) 753-774, hier 761-762; vgl. Papst Johannes Paul II., Enzyklika Ecclesia de eucharistia, Nr. 11: AAS 95 (2003) 440-441, Hl. Kongr. für die Riten, Instruktion Eucharisticum mysterium, Nr. 44: AAS 59 (1967) 564; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 19.
  12. Redemptionis sacramentum, Nr. 112; Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum concilium, Nr. 36 § 1; Codex Iuris Canonici, can. 928.