Dante Alighieri

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Gemälde von Giotto di Bondone in der Kapelle des Bargello-Palasts in Florenz. Dies ist das älteste Porträt von Dante, es wurde gemalt, noch bevor er seine Heimatstadt ins Exil verließ.

Dante Alighieri ( Mai 1265 in Florenz, Italien; † 14. September 1321 in Ravenna) war Italiens größter Dichter.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Dante Alighieri erwarb sich früh theologische und philosophische Bildung bei Franziskanern (S. Croce) und Dominikanern (S. Maria Novella). Er wetteiferte mit der Lyrik von Brunetto Latini, Guido Cavalcanti, Guido Guinizelli. Angeblich im 9. Lebensjahr sah er erstmals Beatrice, die in der Vita Nuova gepriesen, in der Divina Commedia verherrlicht wird. Sie war die Tochter des Florentiners Folco Portinari, später Frau des Simone dei Bardi und starb 1290 mit 24 Jahren.

1289 nahm Dante in Campaldino an der Schlacht gegen die Ghibellinen von Arezzo teil. Aus der um 1293 geschlossenen Ehe mit Gemma Donati stammen zwei Söhne (Pietro und Jacopo) und eine Tochter (Beatrice, später Nonne in Ravenna). Ab 1296 bekleidete Dante mehrere Ämter im Stadtrat und in Gesandtschaften, u.a. 1301 in Rom. Im Kampf um die Unabhängigkeit der Vaterstadt geriet er in verhängnisvolle Opposition gegen die Einmischungsversuche Papst Bonifatius VIII. und Karls von Valois, welcher den Welfen zum Sieg verhalf. 1302 wurde Dante aus Florenz verbannt, darauf mehrfach zum Tod verurteilt. Sein Wanderleben führte ihn u.a. nach Verona, Bologna, Lucca, Padua u. in den letzten Lebensjahren nach Ravenna als Gast des Guido Novello da Polenta. Auf der Rückreise einer Gesandtschaft in Venedig erkrankte er, starb in Ravenna und wurde im dortigen OFM-Kloster bestattet.

Werke

Das Hauptwerk, die Divina Commedia (um 1307-21), wegen des glücklichen Ausgangs als Komödie bezeichnet, stellt die visionäre Wanderung des Autors durch die drei Jenseitsbereiche dar, die Hölle, das Purgatorium und das Paradies. Gegenstand des Epos ist der Zustand der Seelen nach dem Tod und sein Ziel, den Lebenden den Weg zum ewigen Heil zu weisen. Der Ich-Erzähler hat sich in der Osterwoche 1300 in einem dunklen Sündenwald verirrt und wird von drei wilden Tieren, Allegorien der Leidenschaften, bedrängt. Da tritt Vergil zu ihm, zu seiner Rettung von der im Himmel weilenden Beatrice gesandt; diese ist hier Symbol göttlicher Gnade. Vergil führt Dante durch die Tiefen der neun Höllenkreise auf den Berg der Läuterung. Im irdischen Paradies auf der Höhe des Berges übernimmt Beatrice selbst die Führung und schwebt mit ihm durch die neun Himmel bis zur Anschauung Gottes im Empyreum. Als läuterungsbedürftiger Sünder bezieht der Dichter sich mit ein, dennoch selbstbewußt im Vertrauen auf seine religiöse. Sendung. Der kirchentreue Katholik scheut sich nicht, an korrupten Kirchenfürsten seiner Zeit wie weitIichen Regenten vehemente Kritik zu üben.

Zeitgenössische Personen, biblische und antike Figuren treten in dem überaus farbigen, subjektiven Weltgericht auf, aber jenseits aller fühlbaren Sympathie oder Antipathie des Autors werden sie den christlichen Maßstäben gemäß der Verdammung oder Hoffnung auf Erlösung oder ewigen Seligkeit im Jenseits zugeordnet. Einprägsam für den modemen Leser ist die Gliederung des zahlensymbolischen Werkes: drei Jenseitsbereiche, jeweils in 33 Gesängen mit einem einleitenden Gesang, was die vollkommene Zahl 100 ergibt; ferner die Verseinteilung in Terzinen, die der dreiteiligen Gottesausstrahlung entspricht. In neun Kreisen fällt der Höllentrichter hinab zum Erdmittelpunkt, dem eisigen Sitz Luzifers. Der Läuterungsberg steigt in neun Stufen aus dem Ozean auf, vom irdischen Paradies gekrönt. In neun konzentrisch kreisenden Himmeln wölbt sich das Paradies um die Erdkugel. Die Himmel sind umschlossen vom Empyreum, dem Sitz Gottes, Ursprung von Sein, Bewegung und Liebe.

Weitere Werke sind teils in italienischer teils in lateinischer Sprache verfasst:
1) Vita Nuova (Das neue Leben), 1292-95, besteht in Gedichten auf Beatrice, später mit einem Prosa-Kommentar versehen. Dieses visionäre Jugendwerk gehört der italienischenStilnovistik an und ist gekennzeichnet durch die Spiritualisierung der hohen Minne.
2) Die Rime (Gedichte) umfassen Dantes gesamte Lyrik bis zum Beginn der Commedia. Neben sakralen und philos. Kanzonen finden sich derbe Sonette sinnl. Leidenschaft.
3) Convivio (Das Gastmahl) ist eine unvollst. Prosaschrift (1304-07), bestehend aus drei Kanzonen und deren enzyklopädischen, für ein Laienpublikum in der Volkssprache bestimmtem Kommentar. Zentrale Begriffe sind die göttliche Philosophie und das edle Herz, das unabhängig von Geburt und Besitz das Individuum adelt.
4) Die lateinische Abhandlung De vulgari eloquentia (1303-05), ebenfalls Fragment geblieben, behandelt das Thema Muttersprache, Mundart und Nationalsprache. Als Norm erstrebt dieses sprachwissenschaftliche Werk das "vulgare illustre", eine überregionale Hochsprache, die sich später in italienischen durchsetzte.
5) Erst in den letzten Lebensjahren, wahrscheinlicher zur Zeit der Italien-Fahrt Heinrichs VII. (1310-12), entstand die Monarchia, in der Dante die von der Kirche vertretene These widerlegt, der Kaiser, sei dem Papst untergeordnet. Die lateinische Kampfschrift wurde 1329 in Bologna öffentlich verbrannt und 1881 aus dem Index verbotener Bücher gestrichen.
6) Von den 13 erhaltenen lateinischen Briefen, Epistulae, meist politischen Inhalts, ist insbesondere der an Cangrande della Scala gerichtete 13. Brief (um 1319) für das Verständnis der Commedia wichtig.
7) 1320 verfasste Dante einen lateinischen Traktat, die Questio de aqua et terra, eine scholastische Unterscheidung über Wasser und Erde.
8) Zwischen 1319 und 1321 richtete er zwei lateinische Hirtengedichte in Form der vergil. Ekloge, die Eclogae, an den bolognesischen Magister Giovanni dei Virgilio.
9) Umstritten bleibt nach wie vor Dantes Autorschaft für den aus dem Ende des 13. Jh. stammenden Sonettenzyklus Il Fiore und die ebenfalls italienische Versdichtung Detto d'amore, beide dem komisch-realistischen Genre zugehörig im Stil des altfranzösischen Rosenromans.

Von Dantes eigener Hand ist keine Zeile überliefert. Die Kenntnis seines Werkes ist beschränkt auf die mehr als 1000 Pergament- und Papier-Handschriften aus dem 14. und 15. Jahrhundert, davon ca. 500 vollständige Codices der Commedia. - Textausgaben: Le Opere di D., Ed. Nazianale della Soc. Dant. Italiana. Mailand 1965-69. Kommentierte Text·Ausg. der Commedia: N. Sapegno. Mailand 1985 (2. Auflage); A.M. Chiavacci-Leonardi. Maqiland 1991-94. - Deutsche Übersetzund und Kommentare: Dantes Poetische Werke, hg. v. R. Zoozmann, 4 Bände. Freiburg 1908 (zweisprachig); Göttliche Komödie, übers. v. K. Vossler. Zürich 1989 (10. Auflage), Kommentar Heidelberg 1927 (2. Auflage); GöttIiche Komödie, hg. v. H. Gmelin. Stuttgart 1988 (3. Auflage) (zweisprachig), Kommentar 1988 (3. Auflage) jeweils 3 Bände.); Das neue Leben, hg. v. H. Hinderberger. Basel 1947 (zweisprachig); Die Gedichte, hg. v. H. Federmann. Z 1987 (2. Auflage; zweisprachig); Dantes Gastmahl, dt. von K. Sauter. M '1965; Über das Dichten in der Muttersprache, dt. von F. Dornseiff - J. Barlogh. Darmstadt 1966 (2. Auflage); Monarchia, kommentiert v. R. Imbach - Ch. Flüeler. Stuttgart 1989 (Iat.-dt.); Das Schreiben an Cangrande von Verona (Epistel 13), kommentiert v. R. Imbach - Th. Ricklin. HH 1993 (Iat.-dt.).

Literatur

  • Alighieri, Dante: Die Göttliche Komödie, komplett in 3 Bänden, übersetzt von Karl Vossler aus dem Italienischen, mit farbigen Illustrationen von Monika Beisner, Band I: Hölle, Band II: Fegfeuer; Band III: Paradies, Faber & Faber Leipzig 2001 (173, 173 und 190 Seiten).
  • Bernhard Hanssler: Dante bleibt aktuell, Freiburg im Breisgau 1965.

Päpstliches

Benedikt XV.

Paul VI.

Franziskus

  • 29. Juni 2013 In der Antrittsenzyklika Lumen fidei über den Glauben zitiert er Dante: "Nachdem Dante in der „Göttlichen Komödie" vor dem heiligen Petrus seinen Glauben bekannt hat, beschreibt er ihn mit den Worten: »Dies ist der Funke, dies der Glut Beginn / die dann lebendig in mir aufgestiegen / der Stern, von welchem ich erleuchtet bin«" (Paradies XXIV, 145-147) - Nr. 4.
  • 24. Mai 2015 Auch in der Umwelt-Enzyklika Laudato si über die Sorge für das gemeinsame Haus zitiert der Dante Alighieri: er "sprach von der „Liebe, welche die Sonne und die Sterne bewegt“ (Divina Commedia. Paradiso, 33. Gesang, 145), Nr. 77.

Weblinks

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