Homiletisches Direktorium 2014

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*KKK 772-773, 953: Gemeinschaft in der Kirche
 
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*KKK 314, 1023, 2519: die im Himmel sind, schauen Gott von Angesicht zu Angesicht
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'''Fünfter Sonntag im Jahreskreis'''
 
'''Fünfter Sonntag im Jahreskreis'''

Version vom 8. März 2019, 17:41 Uhr

Homiletisches Direktorium

Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
im Pontifikat von Papst
Franziskus

29. Juni 2014

(Quelle: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 201, Herausgegeben vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Arbeitsübersetzung).

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Priesterweihe-Belehrung.JPG

Inhaltsverzeichnis

Dekret

Prot. Nr. 531/14
Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

Es ist bezeichnend, dass Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium der Homilie besondere Aufmerksamkeit schenken wollte. Zuvor hatten sich Synodenbischöfe positiv und negativ über die Situation der Verkündigung geäußert, und Papst Benedikt XVI. hatte Predigern in seinen Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Verbum Domini und Sacramentum caritatis eine Orientierungshilfe gegeben.

Vor diesem Hintergrund wurde nach den Leitlinien der Konstitution Sacrosanctum concilium über die heilige Liturgie und der nachfolgenden Beiträge des kirchlichen Lehramts in Anlehnung an die Pastorale Einführung in das Messlektionar und die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch das vorliegende zweiteilige Homiletische Direktorium erarbeitet.

Im ersten Teil mit der Überschrift Die Homilie im liturgischen Rahmen werden Wesen und Funktion der Homilie beschrieben sowie der besondere Kontext, in dem sie steht. Darüber hinaus werden weitere kennzeichnende Aspekte der Homilie behandelt, wie die Eignung des geweihten Amtsträgers, der sie vorträgt, ihr Bezug zum Wort Gottes, die unmittelbare und mittelbare Vorbereitung auf die Homilie und die Zuhörer.

Im zweiten Teil mit der Überschrift Ars praedicandi geht es um grundlegende Fragen der Vorgehensweise und des Inhalts, die der Prediger bei der Vorbereitung und beim Vortrag der Homilie zu berücksichtigen hat. Die Auslegungshilfen für die Sonntage und Festtage beginnend mit dem Höhepunkt des liturgischen Jahres (österliches Triduum und Osterzeit, Fastenzeit, Advent, Weihnachtszeit und Zeit im Jahreskreis) und auch für Wochentagsmessen, Trauungen und Begräbnisfeiern sind keineswegs erschöpfend, sondern als Anregungen zu verstehen. In den hier genannten Beispielen werden die im ersten Teil des Direktoriums beschriebenen Kriterien in die Praxis umgesetzt: die Typologie zwischen Altem und Neuem Testament, die Bedeutung der Lesung aus dem Evangelium, die Leseordnung und der Zusammenhang zwischen der Liturgie des Wortes und der Liturgie der Eucharistie, zwischen der biblischen Botschaft und den liturgischen Texten, zwischen Messfeier und Leben, zwischen der Verkündigung des Wortes Gottes und der versammelten Gemeinde.

Zwei Anhänge schließen sich an den Haupttext an. Im ersten Anhang soll der Bezug der Homilie zur Lehre der Katholischen Kirche hergestellt werden, wobei für die Themen der Lesungen für alle Sonntage und Festtage der drei Lesejahre die entsprechenden Verweisstellen im Katechismus angegeben werden. Der zweite Anhang enthält ein Verzeichnis der verschiedenen Dokumente des kirchlichen Lehramts zum Thema Verkündigung.

Der vorliegende Text wurde allen Vätern der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vorgelegt und in den ordentlichen Versammlungen am 7. Februar und 20. Mai 2014 besprochen und verabschiedet. Anschließend wurde das Homiletische Direktorium von Papst Franziskus approbiert. Die Kongregation verbindet die Veröffentlichung dieses Dokuments mit dem Wunsch, dass sich die Worte von Papst Franziskus erfüllen mögen: „Dabei kann die Homilie wirklich eine intensive und glückliche Erfahrung des Heiligen Geistes sein, eine stärkende Begegnung mit dem Wort Gottes, eine ständige Quelle der Erneuerung und des Wachstums“ (Evangelii Gaudium 135). Jeder Prediger sollte sich die Gedanken des Apostels Paulus zu eigen machen und sich nochmals vergegenwärtigen, dass wir predigen, „weil Gott uns geprüft und uns das Evangelium anvertraut hat, nicht also um den Menschen, sondern um Gott zu gefallen, der unsere Herzen prüft“ (1 Thess 2,4).

Übersetzungen in die Hauptsprachen wurden von diesem Dikasterium übernommen. Übersetzungen in andere Sprachen liegen in der Verantwortung der betreffenden Bischofskonferenzen.

Ungeachtet gegenteiliger Bestimmungen.

Aus der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung,

am 29. Juni 2014, dem Hochfest der Apostel Petrus und Paulus.

Antonio Kard. Cañizares Llovera
Präfekt
† Arthur Roche

Erzbischof Sekretär

Einleitung

1. Das vorliegende Homiletische Direktorium geht auf ein Ersuchen der Teilnehmer der Bischofssynode über das Wort Gottes zurück, die 2008 abgehalten wurde. Um diesem Ersuchen nachzukommen, beauftragte Papst Benedikt XVI. die zuständigen Stellen mit der Erarbeitung eines Homiletischen Direktoriums (vgl. VD 60). Er hatte sich bereits die Sorge der Väter einer früheren Synode zu eigen gemacht, dass der Vorbereitung von Homilien größere Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse (vgl. Sacramentum Caritatis 46). Auch sein Nachfolger, Papst Franziskus, betrachtet das Predigen als eine der Prioritäten im Leben der Kirche, wie in seinem ersten Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium deutlich wird. Die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils betonten die Einzigartigkeit der Homilie im Rahmen der heiligen Liturgie: „Schöpfen soll sie [die Predigt] vor allem aus dem Quell der Heiligen Schrift und der Liturgie, ist sie doch die Botschaft von den Wundertaten Gottes in der Geschichte des Heils, das heißt im Mysterium Christi, das allezeit in uns zugegen und am Werk ist, vor allem bei der liturgischen Feier“ (SC 35, 2). Über viele Jahrhunderte war die Predigt oftmals eine Unterweisung in Moral- und Glaubensfragen, die an Sonntagen oder Festtagen in der Messfeier abgehalten wurde, wobei sie aber nicht notwendigerweise Teil der Liturgiefeier war. Erst als die gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts einsetzende katholische liturgische Bewegung danach strebte, die persönliche Frömmigkeit der Gläubigen und die liturgische Spiritualität wieder zusammenzuführen, gab es Bemühungen, das Band zwischen der Heiligen Schrift und dem Gottesdienst weiter zu festigen. Diese Bemühungen, die von den Päpsten in der gesamten ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts unterstützt wurden, trugen Früchte in der Vorstellung von kirchlicher Liturgie, die uns durch das Zweite Vatikanische Konzil überliefert wurde. Wesen und Zweck der Homilie sind aus dieser Perspektive heraus zu verstehen.

2. In den vergangenen fünfzig Jahren wurden viele der vom Konzil vorgesehenen Aspekte der Homilie sowohl in der Lehre der Kirche als auch in der täglichen Erfahrung derjenigen ergründet, die den Dienst des Predigens ausüben. Ziel dieses Direktoriums ist es, den Sinn und Zweck der Homilie darzustellen, wie er in den Dokumenten der Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis zum Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium beschrieben wurde, und auf der Grundlage dieser Hilfsquellen den Predigern Orientierung zu bieten, auf dass sie ihre Aufgabe angemessen und erfolgreich erfüllen mögen. Im Anhang des Direktoriums wurden Verweise auf die relevanten Dokumente zusammengetragen. Sie verdeutlichen, wie das Verständnis des Konzils im Laufe der vergangenen fünfzig Jahre Wurzeln geschlagen hat und gewachsen ist. Gleichzeitig wird aber auch erkennbar, dass weitergehende Überlegungen notwendig sind, wenn die vom Konzil vorgesehene Art des Predigens weiter Bestand haben soll. Einleitend möchten wir auf vier Themen von fortdauernder Wichtigkeit eingehen, die in den Konzilsdokumenten kurz angesprochen werden. Erstens geht es selbstverständlich um den Platz, den das Wort Gottes in der Liturgiefeier einnimmt, und was dies im Hinblick auf den Zweck der Homilie bedeutet (vgl. SC 24, 35, 52, 56). Zweitens werden die Grundsätze der katholischen Bibelauslegung, die vom Konzil formuliert wurden und in der liturgischen Homilie besonderen Ausdruck finden, dargelegt (vgl. DV 9–13, 21). Drittens werden die Konsequenzen, die der Prediger aus diesem Bibel- und Liturgieverständnis zu ziehen hat, die nicht nur seine Herangehensweise an die Vorbereitung der Homilie, sondern auch sein ganzes geistliches Leben prägen sollten (vgl. DV 25; Presbyterorum ordinis 4, 18), dargelegt. Viertens kommen die Bedürfnisse derjenigen in den Blick, an die sich die Verkündigung der Kirche richtet, sowie ihre Kultur und ihre Lebensumstände. Nach diesen Aspekten muss sich auch die Form der Homilie richten, damit die Zuhörer umso tiefer zum Evangelium bekehrt werden (vgl. Ad gentes 6). Diese knappen, aber wichtigen Leitlinien haben die Verkündigung in der katholischen Kirche in den Jahrzehnten seit dem Konzil beeinflusst. Sie haben im Kirchenrecht konkreten Ausdruck gefunden und wurden in der päpstlichen Lehre umfassend weiterentwickelt, wie die in diesem Direktorium enthaltenen Zitate und das Verzeichnis in Anhang II deutlich machen.

3. Dieses Homiletische Direktorium ist darauf ausgerichtet, die Erkenntnisse der vergangenen fünfzig Jahre aufzunehmen, sie einer kritischen Bewertung zu unterziehen, den Predigern den Zweck der Homilie bewusst zu machen und sie bei der Erfüllung einer Aufgabe zu unterstützen, die für das kirchliche Leben von entscheidender Bedeutung ist. Der Fokus richtet sich in erster Linie auf die Sonntagsmesse, wobei das Gesagte mutatis mutandis auch für alle Sakramenten- und Liturgiefeiern gilt, in deren Rahmen üblicherweise gepredigt wird. Die hier gemachten Vorschläge sind zwangsläufig allgemeiner Natur; die Homilie ist eine besonders variable Aufgabe des geistlichen Amtes, einerseits wegen der kulturellen Unterschiede unter den Gemeinden und andererseits wegen der unterschiedlichen Stärken und Schwächen der einzelnen Prediger. Jeder Prediger möchte seine Fähigkeiten verbessern. Doch die vielen Anforderungen in der Seelsorge und ein Gefühl der persönlichen Unzulänglichkeit können mitunter entmutigend wirken. Es ist zutreffend, dass einige aufgrund eines besonderen Talents oder guter Übung besser als andere in der Öffentlichkeit als Redner auftreten können. Das Gefühl unserer persönlichen Begrenztheit in diesem Zusammenhang lässt sich abmildern, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass Moses Hemmungen hatte, zu sprechen (vgl. Ex 4,10), dass Jeremia sich selbst für zu jung hielt, um als Prediger aufzutreten (vgl. Jer 1,6), und dass Paulus selbst einräumte, Furcht und Schwäche zu spüren (vgl.1 Kor 2,2–4). Man muss kein großer Rhetoriker sein, um wirkungsvoll zu predigen. Selbstverständlich gehört die Rhetorik oder die Kunst der öffentlichen Rede ebenso wie der angemessene Einsatz von Stimme und Gestik zu einer erfolgreichen Predigt dazu. Auch wenn diese Angelegenheiten im vorliegenden Direktorium nicht behandelt werden, sind sie doch wichtige Aspekte, die ein Prediger zu beachten hat. Das Wesentliche ist aber, dass der Prediger das Wort Gottes zum Mittelpunkt seines eigenen geistlichen Lebens macht, dass er seine Gemeinde gut kennt, dass er das Zeitgeschehen reflektiert, dass er kontinuierlich an der Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten als Prediger arbeitet und vor allem, dass er in seiner geistlichen Armut den Heiligen Geist im Glauben bittet, als Hauptkraft die Herzen der Gläubigen für die göttlichen Geheimnisse zu öffnen. Papst Franziskus ermahnt die Prediger: „Erneuern wir unser Vertrauen in die Verkündigung, das sich auf die Überzeugung gründet, dass Gott es ist, der die anderen durch den Prediger erreichen möchte, und dass er seine Macht durch das menschliche Wort entfaltet“ (EG 136).

Erster Teil: Die Homilie im liturgischen Rahmen

I. Die Homilie

4. Das einzigartige Wesen der Homilie wird bei Lukas deutlich, der berichtet, wie Jesus in der Synagoge von Nazaret redet (vgl. Lk 4,16–30). Nachdem er aus dem Buch des Propheten Jesaja vorgelesen hatte, gab er es dem Synagogendiener zurück und begann mit den Worten: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt“ (Lk 4,21). Wenn wir diesen Text zurückblickend lesen, können wir die Aufregung spüren, die diese kleine Synagoge erfüllt hat: Es ist ein Ereignis, das Wort Gottes in der heiligen Versammlung zu verkünden. Wie es in Verbum Domini heißt: „... [die Liturgie] ist in der Tat das bevorzugte Umfeld, in dem Gott in der Gegenwart unseres Lebens zu uns spricht – heute zu seinem Volk spricht, das zuhört und antwortet“ (52). Zwar ist sie das bevorzugte, aber nicht das einzige Umfeld. Gewiss, Gott spricht in vielerlei Weise zu uns: durch die Ereignisse in unserem Leben, durch das Studium der Heiligen Schrift, im stillen Gebet. Doch die Liturgie ist ein bevorzugter Rahmen, weil wir hier Gottes Wort als Teil der Feier hören, zu deren Höhepunkt dem ewigen Vater das Opfer Christi dargebracht wird. Im Katechismus heißt es, „Die Eucharistie baut die Kirche“ (KKK 1396), aber auch, dass die Eucharistie untrennbar mit dem Wort Gottes verbunden ist (vgl. KKK 1346). Als ein fester Bestandteil der Liturgie ist die Homilie nicht nur eine Unterweisung, sondern auch ein Akt der Verehrung. Wenn wir die Predigten der Kirchenväter lesen, stellen wir fest, dass viele von ihnen ihren Vortrag mit einer Lobpreisung Gottes und dem Wort „Amen“ beendeten: Sie verstanden, dass der Zweck der Homilie nicht allein in der Heiligung der Gläubigen, sondern auch in der Lobpreisung Gottes besteht. Die Homilie ist eine Dankeshymne für die magnalia Dei. Sie lässt die versammelte Gemeinde wissen, dass das Wort Gottes sich durch ihr Zuhören erfüllt, und preist Gott für diese Erfüllung. In Anbetracht ihres liturgischen Charakters hat die Homilie auch eine sakramentale Bedeutung: Christus ist gegenwärtig in der Gemeinde, die sich versammelt hat, um sein Wort zu hören, und in der Predigt seines Dieners, durch den Christus der Herr, der vor langer Zeit in der Synagoge in Nazaret geredet hat, nun sein Volk unterweist. Im Apostolischen Schreiben Verbum Domini heißt es: „Die Sakramentalität des Wortes lässt sich so in Analogie zur Realpräsenz Christi unter den Gestalten des konsekrierten Brotes und Weines verstehen. Wenn wir zum Altar gehen und am eucharistischen Mahl teilnehmen, empfangen wir wirklich den Leib und das Blut Christi. Die Verkündigung des Wortes Gottes in der liturgischen Feier geschieht in der Einsicht, dass Christus selbst in ihr gegenwärtig ist und sich uns zuwendet, um aufgenommen zu werden“ (VD 56).

5. Weil die Homilie ein fester Bestandteil des kirchlichen Gottesdienstes ist, kann sie nur von Bischöfen, Priestern oder Diakonen gehalten werden. Die Beziehung zwischen dem Tisch des Wortes und dem Tisch der Eucharistie ist so eng, dass der Priester, der den Gottesdienst leitet, in der Regel selbst die Homilie halten soll (vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch 66) oder aber in jedem Fall ein geweihter Amtsträger, der der Feier der Eucharistie vorsteht oder an ihr mitwirkt. Auch gut ausgebildete Laien können fundierte Unterweisungen und eindringliche Mahnungen vortragen. Gelegenheiten dazu sollten in einem anderen Rahmen geschaffen werden. Wegen ihrer liturgischen Bedeutung ist die Homilie aber dem geweihten Amtsträger vorbehalten, der den kirchlichen Gottesdienst leitet (vgl. Redemptionis Sacramentum 161).

6. Papst Franziskus stellt fest, die Homilie „ist eine besondere Gattung, da es sich um eine Verkündigung im Rahmen einer liturgischen Feier handelt; folglich muss sie kurz sein und vermeiden, wie ein Vortrag oder eine Vorlesung zu erscheinen“ (EG 138). Aus dem liturgischen Charakter der Homilie ergibt sich auch ihr einzigartiger Zweck. Zur besseren Ergründung dieses Zwecks soll hier zunächst beschrieben werden, was die Homilie nicht ist.

Sie ist keine Predigt zu einem abstrakten Thema. Mit anderen Worten: Die Messfeier ist nicht der Ort, an dem der Prediger ein Thema behandelt, das mit der Liturgiefeier und den Lesungen in keinerlei Zusammenhang steht, oder an dem er die Texte der Kirche entwürdigt, indem er sie so verdreht, dass sie zu einem vorgefertigten Gedanken passen. Gleichfalls ist die Homilie nicht einfach eine Exegeseübung. Das Gottesvolk hat ein großes Interesse an der Erkundung der Heiligen Schrift. Daher sollte die Seelsorge Gelegenheiten und Ressourcen bieten, damit die Gläubigen ihr Wissen über das Wort Gottes vertiefen können. Die Sonntagspredigt ist jedoch nicht der geeignete Rahmen für eine eingehende Bibelexegese, weil für eine gute Erfüllung dieser Aufgabe die Zeit nicht ausreicht und, was noch wichtiger ist, weil der Prediger die Aufgabe hat, zu verkünden, wie Gottes Wort hier und jetzt erfüllt wird. Des Weiteren ist die Homilie keine katechetische Unterweisung, obgleich die Katechese ein wichtiger Aspekt der Homilie ist. Ferner wäre dies wieder eine Form des Vortrags, die mit der Liturgiefeier nicht in enger Beziehung steht. Schließlich sollte der Prediger die der Homilie vorbehaltene Zeit nicht dazu nutzen, um über persönliche Erlebnisse zu berichten. Es besteht kein Zweifel daran, dass persönliche Geschichten die Menschen tief bewegen können, aber in der Homilie sollte der Glaube der Kirche und nicht die eigene Geschichte des Predigers zum Ausdruck kommen. Wie Papst Franziskus warnt, schränkt eine rein moralistische oder unterweisende Verkündigung und auch jene, die zu einem exegetischen Vortrag wird, die Kommunikation zwischen den Herzen ein, die in der Homilie stattfinden soll und die einen geradezu sakramentalen Charakter hat, weil der Glaube auf der Botschaft gründet (vgl. EG 142).

7. Die Aufzählung dessen, was die Homilie nicht ist, ist nicht so zu verstehen, dass für aktuelle Themen, Bibelexegese, Glaubensunterweisung und persönliche Erfahrungen in der Predigt kein Platz sei; sie können sogar wirkungsvolle Elemente einer guten Homilie sein. Es ist durchaus angebracht, dass der Prediger einen Bezug zwischen den Texten einer bestimmten Feier und den Ereignissen und Fragen des Tages herstellt, die Zuhörer bezüglich der Auslegung eines Textes aus der Heiligen Schrift an den Früchten der Wissenschaft teilhaben lässt und die Verbindung des Wortes Gottes mit der Lehre der Kirche verdeutlicht. Wie Feuer sind all diese Aspekte gute Diener aber schlechte Herren: Gut ist, wenn sie dem Zweck der Homilie dienen; schlecht ist, wenn sie die Homilie ersetzen. Darüber hinaus soll der Prediger so reden, dass seine Zuhörer seinen Glauben an die Kraft Gottes erspüren können. Er darf seine Botschaft nicht auf das Niveau seines persönlichen Zeugnisses herabsetzen, nur weil er sich nicht vorwerfen lassen will, dass er selbst nicht nach dem handelt, was er predigt. Da er nicht selbst, sondern Christus durch ihn predigt, kann er ohne Heuchelei die hohe Heiligkeit betonen, nach der er wie jeder andere auf seinem Pilgerweg im Glauben strebt.

8. Auch sei betont, dass die Homilie auf die Erfordernisse der jeweiligen Gemeinde zugeschnitten und auch von ihr inspiriert sein sollte. Papst Franziskus bringt dies in Evangelii Gaudium treffend zum Ausdruck:

Der Heilige Geist, der die Evangelien inspiriert hat und der im Volk Gottes wirkt, inspiriert auch die rechte Art, wie man auf den Glauben des Volkes hören muss und wie man in jeder Eucharistie predigen muss. Die christliche Predigt findet daher im Herzen der Kultur des Volkes eine Quelle lebendigen Wassers, sei es, um zu wissen, was sie sagen soll, sei es, um die angemessene Weise zu finden, es zu sagen. Wie es uns allen gefällt, wenn man in unserer Muttersprache mit uns spricht, so ist es auch im Glauben: Es gefällt uns, wenn man im Schlüssel der „mütterlichen Kultur“, im Dialekt der Mutter zu uns spricht (vgl. 2 Makk 7,21.27), und das Herz macht sich bereit, besser zuzuhören. Diese Sprache ist eine Tonart, die Mut, Ruhe, Kraft und Impuls vermittelt (139).

9. Was ist also nun die Homilie? Zwei kurze Auszüge aus den Praenotanda der liturgischen Bücher der Kirche kommen der Antwort näher. Erstens lesen wir in der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch:

Die Homilie ist ein Teil der Liturgie und wird nachdrücklich empfohlen: Denn sie ist notwendig, um das christliche Leben zu nähren. Sie soll einen Gesichtspunkt aus den Lesungen der Heiligen Schrift oder aus einem anderen Text des Ordinariums oder des Propriums der Tagesmesse darlegen – unter Berücksichtigung des Mysteriums, das gefeiert wird, und der besonderen Erfordernisse der Hörer (65).

10. Die Pastorale Einführung in das Messlektionar ist etwas ausführlicher:

In ihr [der Homilie] werden im Lauf des Kirchenjahres aus dem heiligen Text die Geheimnisse des Glaubens und die Grundsätze des christlichen Lebens dargelegt. ... In der Messfeier soll durch die Homilie die Verkündigung des Wortes Gottes zusammen mit der Feier der Eucharistie zur „Botschaft von den Wundertaten Gottes in der Geschichte des Heils, das heißt im Mysterium Christi“ [SC 35, 2] werden. Denn das in Lesungen und Homilie verkündete Geheimnis von Tod und Auferstehung Christi wird durch das Messopfer vollzogen. Christus selbst ist ja stets gegenwärtig und wirkt, wo immer die Kirche sein Wort verkündet.

Die Homilie soll die Schriftlesungen oder einen anderen liturgischen Text auslegen und die Gemeinschaft der Gläubigen zu tätiger Mitfeier der Eucharistie hinführen, damit sie „im Leben festhalten, was sie im Glauben empfangen haben“ [SC 10]. Durch diese lebendige Auslegung kann die Wirksamkeit des verkündeten Wortes und der gottesdienstlichen Feier zunehmen. Dazu muss die Homilie allerdings wirklich eine Frucht der Betrachtung und gut vorbereitet sein. Sie darf weder zu lang noch zu kurz sein und soll auf alle Anwesenden, auch auf Kinder und einfache Leute, eingehen (OLM 24).

11. Auf einige grundlegende Punkte dieser beiden Erklärungen soll im Folgenden eingegangen werden. Im weitesten Sinne ist die Homilie eine Darlegung der Geheimnisse des Glaubens und der Grundsätze des christlichen Lebens, die den besonderen Erfordernissen der Zuhörer Rechnung trägt. Diese knappe Beschreibung trifft auf viele Arten des Predigens und des Mahnens zu. Auf die besondere Form der Homilie weist die Formulierung „aus dem heiligen Text“ hin, mit dem die Heilige Schrift und die liturgischen Gebete gemeint sind. Letztere sollten nicht vernachlässigt werden, weil sie dem Prediger eine wertvolle Hilfe für die Auslegung der Bibeltexte bieten können. Die Homilie unterscheidet sich von anderen Formen der Unterweisung dadurch, dass sie Teil der Liturgie ist. Gerade in Bezug auf die Eucharistiefeier kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Die Dokumente geben hier grundlegende Hinweise für das richtige Verständnis des Zwecks der Homilie. Die Liturgie des Wortes und die Liturgie der Eucharistie verkünden zusammen das wunderbare Heilswerk Gottes in Christus: „ Denn das in Lesungen und Homilie verkündete Geheimnis von Tod und Auferstehung Christi wird durch das Messopfer vollzogen.“ Die im Rahmen der Messfeier gehaltene Homilie muss „... die Gemeinschaft der Gläubigen zu tätiger Mitfeier der Eucharistie hinführen, damit sie ‚im Leben festhalten, was sie im Glauben empfangen haben‘ [SC 10]“ (OLM 24).

12. Diese Beschreibung der Homilie im Rahmen der Messfeier birgt eine einfache und zugleich herausfordernde Dynamik. Den ersten Schritt legen diese Worte nahe: „Das Geheimnis von Tod und Auferstehung wird in Lesungen und Homilie verkündet.“ Der Prediger legt die in der Messfeier vorgetragenen Lesungen und Gebete so aus, dass im Tod und in der Auferstehung des Herrn ihre Bedeutung erkennbar wird. Bemerkenswert ist, wie eng „Lesungen und Homilie“ mit dieser Formulierung in Verbindung gebracht werden; so eng, dass ein unzureichender Vortrag der biblischen Lesungen sich nachteilig auf das Verständnis der Homilie auswirken kann. Beides sind Akte der Verkündigung, und das verdeutlicht einmal mehr, dass die Homilie ein liturgischer Akt ist; tatsächlich erweitert sie in gewisser Weise die Verkündigung der Lesungen. Die Verknüpfung von Lesungen und Ostergeheimnis kann der Prediger gegebenenfalls auch dazu nutzen, um die Zuhörer auf der Grundlage der gelesenen Texte in Moral- oder Glaubensfragen zu unterweisen.

13. Den zweiten Schritt legen die folgenden Worte nahe: „Das Geheimnis von Tod und Auferstehung wird durch das Messopfer vollzogen.“ Dieser Aspekt der Homilie bereitet die Gemeinde auf die Feier der Eucharistie vor. Er soll deutlich machen, dass sie in dieser Feier am Geheimnis von Tod und Auferstehung des Herrn wirklich teilhat. Eigentlich jede Homilie könnte so gestaltet sein, dass sie die Worte des Apostels Paulus indirekt wiederholt: „Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?“ (1 Kor 10,16).

14. Ein dritter Schritt, der kürzer ausfallen und als Schlussfolgerung dienen kann, sollte eine Empfehlung sein, wie die versammelten Gläubigen nach ihrer Wandlung durch die Eucharistie das Evangelium in ihrem Lebensalltag in die Welt hinaustragen können. Inhalt und Richtung richten sich selbstverständlich nach den Lesungen aus der Heiligen Schrift. Darüber hinaus muss der Prediger aber auch die Wirkung der Eucharistie selbst hevorheben, die im Anschluss gefeiert wird, und ihre Konsequenzen für das tägliche Leben in der seligen Hoffnung auf die untrennbare Gemeinschaft mit Gott.

15. Im Grunde ist die Dynamik der Homilie sehr einfach: Sie reflektiert die Bedeutung der Lesungen und Gebete in der jeweiligen Messfeier im Lichte des Ostergeheimnisses. Und sie bereitet die Gläubigen auf die Feier der Eucharistie vor, in der sie selbst am Ostergeheimnis teilhaben. (Beispiele für diese Vorgehensweise werden im zweiten Teil dieses Direktoriums genannt.) Damit wird deutlich, dass der liturgische Rahmen ein grundlegender Schlüssel für die Auslegung der Texte der Heiligen Schrift ist, die in der Messfeier verkündet werden. Und um diese Auslegung soll es im nächsten Abschnitt gehen.

II. Auslegung des Wortes Gottes in der Liturgie

16. Die nachkonziliare Liturgiereform hat zu einer Bereicherung der Sammlung der biblischen Lesungen geführt, die in der Messfeier verkündet werden. Aber was lässt sich über sie sagen? In der Praxis konsultiert der Prediger häufig Bibelkommentare, die ihm helfen, Hintergrundinformationen zu den Lesungen zu vermitteln, um dann eine allgemeine moralische Bedeutung darzulegen. Mitunter wird jedoch nicht hinreichend berücksichtigt, dass die Homilie eine untrennbare Einheit mit der Eucharistiefeier bildet. Wenn die Homilie in diesem Sinne verstanden wird, ist der Prediger aufgefordert, die jeweilige Konstellation der in der Feier vorgetragenen Lesungen und Gebete als Dreh- und Angelpunkt für seine Auslegung des Wortes Gottes zu betrachten. Papst Benedikt XVI. formuliert es so:

Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewollte Reform hat Früchte getragen, indem sie den Zugang zur Heiligen Schrift bereichert hat. Sie wird in Fülle angeboten, vor allem in den sonntäglichen Gottesdiensten. In der gegenwärtigen Struktur werden die wichtigsten Texte der Schrift häufig aufgegriffen, und darüber hinaus wird das Verständnis für die Einheit des göttlichen Plans durch die Wechselbeziehung zwischen den Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament gefördert: „Ihre Mitte ist Christus, der in seinem Pascha-Mysterium vergegenwärtigt wird“ [OLM 66] (VD 57).

Unser heutiges Messlektionar geht auf einen Wunsch des Konzils zurück: „Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden...“ (SC 51). Doch die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils hinterließen uns nicht nur dieses Messlektionar; sie stellten auch solide Grundsätze für die Bibelexegese auf, die die Homilie im Besonderen betreffen.

17. Im Katechismus der Katholischen Kirche werden die drei vom Konzil aufgestellten Kriterien für die Auslegung der Heiligen Schrift wie folgt beschrieben:

1. Sorgfältig „auf den Inhalt und die Einheit der ganzen Schrift“ achten. Wie unterschiedlich auch die Bücher sind, aus denen sie sich zusammensetzt, bildet die Schrift doch eine Einheit aufgrund der Einheit des Planes Gottes, dessen Zentrum und Herz Jesus Christus ist. Seit Ostern ist dieses Herz geöffnet.
Unter „Herz Christi“ ist die Heilige Schrift zu verstehen, die das Herz Christi kundtut. Dieses Herz war vor der Passion verschlossen, denn die Schrift war dunkel. Nach der Passion aber ist die Schrift geöffnet, damit diejenigen, die sie jetzt verstehen, erwägen und unterscheiden, wie die Weissagungen auszulegen sind (THOMAS V. A., Psal. 21, 11) (KKK 112).
2. Die Schrift „in der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche“ lesen. Einem Sinnspruch der Väter zufolge ist „die Heilige Schrift eher ins Herz der Kirche als auf Pergament geschrieben“. Die Kirche bewahrt ja in ihrer Überlieferung das lebendige Gedächtnis des Gotteswortes, und der Heilige Geist gibt ihr die geistliche Auslegung der Schrift, „... nach dem geistlichen Sinn, den der Geist der Kirche schenkt“ (ORIGENES, hom. in Lev. 5, 5) (KKK 113).
3. Auf die „Analogie des Glaubens“ achten. Unter „Analogie des Glaubens“ verstehen wir den Zusammenhang der Glaubenswahrheiten untereinander und im Gesamtplan der Offenbarung (KKK 114).

Diese Kriterien sind in jedem Kontext auf die Auslegung der Schrift anwendbar. Aber besonders hilfreich sind sie bei der Vorbereitung der Homilie für die Messfeier. Gehen wir nun darauf ein, wie sich jedes einzelne von ihnen auf die Homilie beziehen lässt.

18. Das erste Kriterium: „Sorgfältig ,auf den Inhalt und die Einheit der ganzen Schrift‘ achten“ (KKK 112). Die im Katechismus zitierten wunderbaren Worte des hl. Thomas von Aquin unterstreichen das Verhältnis von Ostergeheimnis und Schrift.

Nach der Passion eröffnet sich die Bedeutung der Schrift, die davor „dunkel“ war (vgl. Lk 24,26–27). So gesehen, besteht der Dienst des Predigers darin, den Gläubigen zu helfen, die Heilige Schrift im Lichte des Ostergeheimnisses so zu lesen, dass Christus ihnen sein Herz offenbaren kann, das hier nach dem hl. Thomas von Aquin als Inhalt und Zentrum der Schrift zu verstehen ist.

19. Die Einheit der gesamten Schrift findet Ausdruck in der Leseordnung und in der Art, wie die Lesungen auf das gesamte liturgische Jahr verteilt sind. Im Zentrum stehen die Texte, mit denen die Kirche das österliche Triduum verkündet und feiert. Es wird in den Lesungen für die Fastenzeit vorbereitet und in den Lesungen für die Osterzeit fortgeführt. Eine ähnliche Abfolge bilden die Lesungen im Weihnachtsfestkreis Advent, Weihnachten, Erscheinung des Herrn. Auch in der Leseordnung für Sonn- und Festtage kommt die Einheit der gesamten Schrift zum Ausdruck. Im Mittelpunkt steht die Lesung aus dem Tagesevangelium. Die Lesung aus dem Alten Testament ist auf das Tagesevangelium abgestimmt und der Antwortpsalm wird durch die vorausgehende Lesung inspiriert. Die Lesung aus den Apostelbriefen an den Sonntagen folgt dem Prinzip der fortlaufenden Lesung in Auswahl, so dass die Epistel normalerweise nicht explizit mit den anderen Lesungen in Beziehung steht. Doch gerade weil die gesamte Schrift eine Einheit bildet, lassen sich oftmals Verbindungen zwischen der zweiten Lesung und den Lesungen aus dem Alten Testament und aus dem Evangelium herstellen. Daher ist der Prediger durch die Leseordnung nachdrücklich aufgerufen, zu erkennen, dass die biblischen Lesungen miteinander in Beziehung stehen, oder um es mit den Worten des Katechismus und der Dogmatischen Konstitution Dei Verbum auszudrücken, „auf den Inhalt und die Einheit der ganzen Schrift“ (KKK 112; DV 12) zu achten.

20. Das zweite Kriterium: „Die Schrift ,in der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche‘ lesen“ (KKK 113). In seinem Apostolischen Schreiben Verbum Domini hebt Papst Benedikt XVI. ein grundlegendes Kriterium der Bibelhermeneutik hervor: „Der ursprüngliche Ort der Schriftauslegung ist das Leben der Kirche“ (29). Das Verhältnis von Überlieferung und Schrift ist tiefgreifend und komplex, aber gewiss ist die Liturgie ein wichtiger und einzigartiger Ausdruck dieses Verhältnisses. Bibel und Liturgie bilden eine innige Einheit: Im Laufe der Jahrhunderte, in denen die Schriften entstanden und der Bibelkanon Gestalt annahm, versammelte sich das Volk Gottes regelmäßig, um die Liturgie zu feiern; tatsächlich entstanden die Schriften zu einem guten Teil für diese Versammlungen (vgl. Kol 4,16). Der Prediger hat diese liturgischen Ursprünge der Schrift zu berücksichtigen und in ihnen nach Hinweisen zu suchen, wie er einen Text seiner Gemeinde, vor der er heute predigt, zugänglich macht. Dabei sollte der alte Text weiter lebendig bleiben und im Augenblick seiner Verkündigung immer wieder neu erscheinen. Wie die Schrift, die im Kontext der Liturgie entstand, gehören auch die in der eucharistischen Feier des Ostergeheimnisses stattfindenden Verkündigungen und Erläuterungen der Schrift zur Überlieferung. Im Laufe der Jahrhunderte ist mit den Liturgiefeiern und der Verkündigung im Leben der Kirche ein enormer Schatz entstanden, was die Auslegung der Schrift betrifft. Immer tiefer wird in der Kirche das Geheimnis Christi erkundet, und auch dieses Wissen der Kirche gehört zur Überlieferung. Und so sollte der Prediger an die Lesungen der jeweiligen Messfeier herantreten. Er sollte sie nicht als eine willkürliche Auswahl von Texten betrachten, sondern die Gelegenheit nutzen, um über die tiefe Bedeutung dieser Bibeltexte innerhalb der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche nachzudenken, da diese Überlieferung in der Auswahl und Zusammenstellung der Lesungen und Gebetstexte der Liturgie zum Ausdruck kommt. Diese Gebetstexte sind selbst Urkunden der Überlieferung und innig mit der Schrift verbunden, da sie entweder unmittelbar vom Wort Gottes übernommen oder durch das Wort Gottes inspiriert wurden.

21. Das dritte Kriterium: „Auf die ,Analogie des Glaubens‘ achten“ (KKK 114). Im theologischen Sinn bezieht sich dieses Kriterium auf die Verknüpfung von verschiedenen Glaubenssätzen und auf die Hierarchie der Glaubenswahrheiten. Im Zentrum unseres Glaubens stehen das Geheimnis der Dreifaltigkeit und die an uns gerichtete Aufforderung, an diesem göttlichen Leben teilzuhaben. Diese Tatsache wird durch das Ostergeheimnis offenbart und bewirkt. Daher kommen dem Prediger zwei Aufgaben zu: mit seiner Auslegung der Heiligen Schrift das Ostergeheimnis zu verkünden und die Gläubigen zur Teilhabe an diesem Geheimnis durch die Eucharistiefeier hinzuführen. Diese Art der Auslegung ist seit den Anfängen der Kirche ein wesentlicher Bestandteil der apostolischen Predigt, wie in Verbum Domini zu lesen ist:

Sozusagen im Herzen der „Christologie des Wortes“ angekommen, ist es wichtig, die Einheit des göttlichen Plans im fleischgewordenen Wort hervorzuheben: Daher präsentiert uns das Neue Testament das Ostergeheimnis in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift als ihre innerste Erfüllung. Der hl. Paulus sagt im Ersten Brief an die Korinther, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist, „gemäß der Schrift“ (15,3), und dass er am dritten Tag auferstanden ist, „gemäß der Schrift“ (15,4). Damit stellt der Apostel das Ereignis des Todes und der Auferstehung des Herrn in Beziehung zur Geschichte des Alten Bundes Gottes mit seinem Volk. Mehr noch, er gibt uns zu verstehen, dass diese Geschichte aus ihm ihre Logik und ihre wahre Bedeutung erhält. Im Ostergeheimnis erfüllen sich die Worte der Schrift. Dies heißt: Dieser Tod, der „gemäß der Schrift“ geschehen ist, ist ein Ereignis, das einen „logos“, eine Logik in sich trägt: Der Tod Christi bezeugt, dass das Wort Gottes bis ins Innerste „Fleisch“, die menschliche „Geschichte“, geworden ist. Auch die Auferstehung Jesu geschieht „am dritten Tag gemäß der Schrift“: Da nach jüdischer Auslegung die Verwesung nach dem dritten Tag einsetzte, erfüllt sich das Wort der Schrift in Jesus, der aufersteht, bevor die Verwesung einsetzt. Auf diese Weise unterstreicht der hl. Paulus, indem er die Lehre der Apostel getreu überliefert (vgl. 1 Kor 15,3), dass der Sieg Christi über den Tod durch die schöpferische Macht des Wortes Gottes geschieht. Diese göttliche Macht weckt Hoffnung und Freude: Das ist letztlich der befreiende Inhalt der österlichen Offenbarung. An Ostern offenbart Gott sich selbst und die Macht der trinitarischen Liebe, die die zerstörerischen Kräfte des Bösen und des Todes vernichtet (13).

Es ist die Einheit des göttlichen Plans, die eine Unterweisung in Moral- und Glaubensfragen in der Homilie rechtfertigt. Die in ein und derselben Person vereinte göttliche und menschliche Natur Christi, die Göttlichkeit des Heiligen Geistes, die Wirkmacht des Heiligen Geistes und des Sohnes, uns durch die Teilhabe am Leben der Heiligen Dreifaltigkeit mit dem Vater zu einen, die göttliche Natur der Kirche, in der diese Wahrheiten vertreten und weitergegeben werden, – diese und andere Glaubenssätze wurden als tiefster Sinn dessen formuliert, was die Heilige Schrift verkündet und was sich in den Sakramenten erfüllt. Es würde zu weit führen, diese Glaubenssätze in einer Homilie nach Art einer wissenschaftlichen Abhandlung darzulegen und die Geheimnisse in aller Tiefe zu ergründen. Gleichwohl leiten sie den Prediger und gewährleisten, dass er bis zu der tiefsten Bedeutung der Schrift und der Sakramente vordringt und darüber predigt.

22. Das Ostergeheimnis, dem die Gläubigen in der sakramentalen Feier wirksam begegnen, erhellt nicht nur die Heilige Schrift, die verkündet wird, sondern verändert auch das Leben derjenigen, an die sich die Verkündigung richtet. So besteht ein weiterer Zweck der Homilie darin, dem Gottesvolk zu veranschaulichen, wie das Ostergeheimnis unseren Glauben prägt, und sie bringt uns dazu, im Lichte der Wahrheiten unseres Glaubens zu handeln. Der Katechismus betont mit den Worten des hl. Johannes Eudes die Identifizierung mit Christus, die eine grundlegende Gegebenheit des christlichen Lebens ist:

Ich bitte dich, denk daran, dass unser Herr Jesus Christus dein Haupt ist und dass du eines seiner Glieder bist. Er ist für dich, was das Haupt für die Glieder bedeutet. Alles, was sein ist, ist auch dein: Geist, Herz, Leib, Seele und alle Fähigkeiten. Du sollst sie gebrauchen, als gehörten sie dir, um Gott zu dienen, zu loben, zu lieben und zu verherrlichen. Du bist für Christus, was ein Glied für das Haupt ist. Darum wünscht er dringend, alle deine Fähigkeiten, als seien es die seinen, in Dienst zu nehmen, um dem Vater zu dienen und ihn zu verherrlichen“ (JOHANNES EUDES, Cord, 1,5) (KKK 1698).

23. Der Katechismus der Katholischen Kirche ist eine unschätzbare Hilfsquelle für den Prediger, der die drei hier behandelten Auslegungskriterien anlegt. Er ist ein beachtliches Beispiel für „die Einheit der ganzen Schrift“, für „die lebendige Überlieferung der Gesamtkirche“ und „die Analogie des Glaubens“. Besonders deutlich wird dies in der dynamischen Beziehung, in der die vier Teile des Katechismus stehen. Im Katechismus wird dargestellt, was wir glauben, wie wir den Gottesdienst feiern, wie wir leben und wie wir beten. Sie sind mit den vier Sätzen einer Sinfonie vergleichbar, die miteinander in einem Zusammenhang stehen und sich aufeinander beziehen. Auf diese innige Beziehung weist der hl. Papst Johannes Paul II. in der Apostolischen Konstitution Fidei Depositum hin:

Die Liturgie ist selber Gebet; das Bekenntnis des Glaubens hat daher seinen angemessenen Platz in der Feier des Gottesdienstes. Die Gnade, Frucht der Sakramente, ist die unabdingbare Voraussetzung des christlichen Tuns, so wie die Teilnahme an der Liturgie der Kirche den Glauben erfordert. Wenn aber der Glaube sich nicht in den Werken zeigt, ist er tot (vgl. Jak 2,14–16) und kann keine Früchte für das ewige Leben bringen.
Beim Lesen des Katechismus der Katholischen Kirche vermag man die wunderbare Einheit des Geheimnisses Gottes zu erfassen, seines Heilsplanes ebenso wie die zentrale Stellung Jesu Christi, des eingeborenen Sohnes Gottes, vom Vater gesandt, durch das Wirken des Heiligen Geistes Mensch geworden im Schoß der Heiligen Jungfrau Maria, um unser Erlöser zu werden. Gestorben und auferstanden, ist Er immer gegenwärtig in seiner Kirche, besonders in den Sakramenten. Er ist die Quelle des Glaubens, das Vorbild des christlichen Handelns und der Lehrmeister unseres Betens (III).

Die Randverweise, die den Zusammenhang zwischen den vier Teilen des Katechismus herstellen, helfen dem Prediger in seinem Streben, das Wort Gottes, unter Berücksichtigung der Analogie des Glaubens in der lebendigen Überlieferung der Kirche und im Lichte der Einheit der gesamten Schrift auszulegen. Das Register der zitierten Bibelstellen im Katechismus veranschaulicht, in welchem Maße die gesamte Lehre der Kirche mit dem biblischen Wort gesättigt ist. Anhand dieses Registers kann der Prediger sehen, wie einzelne Texte der Schrift, die Thema seiner Predigt sein sollen, in anderen Zusammenhängen der belehrenden und moralischen Unterweisung verwendet werden. Die in Anhang I dieses Direktoriums aufgeführten Verweise sollen dem Prediger die Nutzung des Katechismus erleichtern.

24. Bis hierher sollte deutlich geworden sein, dass die Methoden der Exegese bei der Vorbereitung der Homilie hilfreich sein können, dass der Prediger aber auch dem geistlichen Sinn der Schrift Beachtung schenken muss. Die von der Päpstlichen Bibelkommission formulierte Definition legt nahe, dass diese Auslegungsmethode für die Liturgie besonders geeignet ist: Der geistliche Sinn ist der Sinn, „den die biblischen Texte ausdrücken, wenn sie unter dem Einfluss des Heiligen Geistes im Kontext des österlichen Mysteriums Christi und des daraus folgenden neuen Lebens gelesen werden. Diesen Kontext gibt es tatsächlich. Das Neue Testament erkennt darin die Erfüllung der Schriften. So ist es natürlich, die Schriften im Lichte dieses neuen Kontextes zu lesen, der das Leben im Heiligen Geiste ist“ (Päpstliche Bibelkommission, Die Interpretation der Bibel in der Kirche II, B, 2, zitiert in VD 37). Diese Art der Auslegung der Heiligen Schrift ist mit dem Gefüge des katholischen Lebens eng verknüpft. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Psalmen, die wir in der Stundenliturgie beten: Unabhängig von den eigentlichen Umständen, in denen jeder Psalm entstanden ist, verstehen wir sie im Sinne des Geheimnisses Christi und seiner Kirche. In ihnen äußern sich Freude, Leid und sogar Klage, die Teil unserer persönlichen Beziehung zu Gott sind.

25. Die Kirchenväter sind die großen Meister der geistlichen Auslegung der Schrift. Ihre Schriften gehen meistenteils auf Erläuterungen des Wortes Gottes zurück, die sie den Gläubigen in einem liturgischen Rahmen vorgetragen haben. Es ist ein Glück, dass es im vergangenen Jahrhundert nicht nur in der Bibelforschung, sondern auch in der Patristik Fortschritte gegeben hat. Verloren gegangene Dokumente wurden entdeckt, kritische Ausgaben der Schriften der Kirchenväter wurden produziert und von großen Werken der patristischen und mittelalterlichen Exegese liegen jetzt Übersetzungen vor. Die neue Ordnung des Stundengebets macht den Predigern und dem Gottesvolk viele dieser Schriften zugänglich. Die Vertrautheit mit den Schriften der Kirchenväter kann dem Prediger sehr dabei helfen, sich den geistlichen Sinn der Schrift zu erschließen. Aus den Predigten der Väter erfahren wir, wie tief die Einheit des Alten und des Neuen Testaments ist. Von ihnen können wir lernen, zahlreiche Modelle und Vorbilder des Ostergeheimnisses zu entdecken, die seit Beginn der Schöpfung in der Welt gegenwärtig sind und sich durch die Geschichte Israels hindurch weiter entfalten, die in Jesus Christus ihren Höhepunkt erreicht. Von den Vätern lernen wir, dass geradezu jedes Wort der erleuchteten Schrift einen unerwarteten und unergründlichen Reichtum hervorbringen kann, wenn es in der Mitte des kirchlichen Lebens und des Gebets ergründet wird. Von den Vätern lernen wir, wie innig das Geheimnis des biblischen Wortes mit dem Geheimnis der Sakramentenfeier verbunden ist. Die Catena Aurea des hl. Thomas von Aquin gewährt einen hervorragenden Einblick in die Reichtümer der Kirchenväter. Das Zweite Vatikanische Konzil macht deutlich, dass das patristische Schrifttum eine reiche Hilfsquelle für den Prediger darstellt:

Die Priester werden vom Bischof bei der Priesterweihe ermahnt, dass sie „in der Wissenschaft erfahren“ seien und ihre Lehre „eine geistliche Arznei für das Volk Gottes sei“. Die Wissenschaft eines Dieners am Heiligen aber muss eine heilige sein; denn sie wird heiliger Quelle entnommen und ist auf ein heiliges Ziel hingeordnet. Deshalb wird sie vor allem aus der Lesung und Betrachtung der Heiligen Schrift geschöpft, aber auch durch das Studium der Kirchenväter, der Kirchenlehrer und anderer Urkunden der Überlieferung mit Frucht gefördert (Presbyterorum ordinis 19).

Das Konzil hat uns ein erneuertes Verständnis von der Homilie hinterlassen, die ein fester Bestandteil der Liturgiefeier, eine fruchtbare Art der Bibelauslegung und für Prediger ein Anreiz ist, sich mit den Reichtümern der zweitausend Jahre währenden Betrachtung des Wortes Gottes vertraut zu machen, die das katholische Erbe ausmachen. Aber wie kann der Prediger diese Vision in die Praxis umsetzen?

III. Vorbereitung

26. „Die Vorbereitung auf die Predigt ist eine so wichtige Aufgabe, dass es nötig ist, ihr eine längere Zeit des Studiums, des Gebetes, der Reflexion und der pastoralen Kreativität zu widmen“ (EG 145). Papst Franziskus verleiht dieser Mahnung mit starken Worten Nachdruck: Ein Prediger, der sich nicht vorbereitet und der nicht betet, ist „unredlich und verantwortungslos“ (EG 145), „ein falscher Prophet, ein Betrüger, ein eitler Scharlatan“ (EG 151). Zweifellos ist bei der Vorbereitung auf eine Homilie das Studium von unschätzbarem Wert und das Gebet unverzichtbar. Die Homilie wird im Kontext des Gebets gehalten, und sie sollte im Kontext des Gebets verfasst werden. „Der Vorsteher erschließt den Gläubigen vor allem in der Homilie die geistliche Nahrung, die der Wortgottesdienst bietet“ (OLM 38). Die heilige Handlung der Verkündigung ist mit der Heiligkeit des Wortes Gottes innig verbunden. Die Homilie kommt in gewissem Sinne der Austeilung von Leib und Blut Christi an die Gläubigen in der Kommunion gleich. In der Homilie wird das heilige Wort Gottes als geistliche Nahrung an die Gläubigen „ausgeteilt“. Die Dogmatische Konstitution über die Göttliche Offenbarung ermahnt den Prediger mit den Worten des hl. Augustinus, nicht zu „einem hohlen und äußerlichen Prediger des Wortes Gottes“ zu werden, „ohne dessen innerer Hörer zu sein“. Im selben Absatz werden des Weiteren alle Katholiken ermahnt, dass das Gebet die Lesung der Heiligen Schrift begleiten muss, damit sie zu einem Gespräch werde zwischen Gott und Mensch; denn „ihn reden wir an, wenn wir beten; ihn hören wir, wenn wir Gottes Weisungen lesen“ (HL. AMBROSIUS) (DV 25). Papst Franziskus betont, dass Prediger bereit sein müssen, sich selbst vom lebendigen und kraftvollen Wort Gottes durchdringen zu lassen, damit es auch in die Herzen der Zuhörer vordringen kann (vgl. EG 150).

27. Der Heilige Vater empfiehlt Predigern, die diesen tiefgreifenden Dialog mit dem Wort Gottes suchen, die lectio divina zu üben, die das Lesen des Wortes Gottes mit Meditation, Gebet und Kontemplation verbindet (vgl. EG 152). Diese vierfache Herangehensweise ist in der patristischen Exegese der Heiligen Schrift verwurzelt und wurde im Laufe der Jahrhunderte von Mönchen und Nonnen entwickelt, die zeitlebens die Schrift im Gebet ergründet haben. Papst Benedikt XVI. beschreibt die Schritte der lectio divina in seinem Apostolischen Schreiben Verbum Domini:

Sie beginnt mit der Lesung (lectio) des Textes, die die Frage nach einer authentischen Erkenntnis seines Inhalts auslöst: Was sagt der biblische Text in sich? Ohne diesen Augenblick besteht die Gefahr, dass wir den Text nur zum Vorwand nehmen, um niemals aus unseren eigenen Gedanken herauszukommen. Dann folgt die Betrachtung (meditatio), in der sich die Frage stellt: Was sagt uns der biblische Text? Hier muss sich jeder persönlich, aber auch als Gemeinschaft berühren und in Frage stellen lassen, denn es geht nicht darum, über Worte nachzudenken, die in der Vergangenheit gesprochen wurden, sondern über Worte, die in der Gegenwart gesprochen werden. Danach gelangt man zum Augenblick des Gebets (oratio), das die Frage voraussetzt: Was sagen wir dem Herrn als Antwort auf sein Wort? Das Gebet als Bitte, Fürbitte, Dank und Lobpreis ist die erste Art und Weise, in der das Wort uns verwandelt. Schließlich endet die lectio divina mit der Kontemplation (contemplatio), in der wir als Geschenk Gottes seine Sichtweise annehmen in der Beurteilung der Wirklichkeit und uns fragen: Welche Bekehrung des Geistes, des Herzens und des Lebens verlangt der Herr von uns? Der hl. Paulus sagt im Brief an die Römer: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist“ (12,2). Die Kontemplation ist nämlich darauf ausgerichtet, in uns eine weisheitliche Sicht der Wirklichkeit zu erzeugen, die Gott entspricht, und in uns den „Geist Christi“ (1 Kor 2,16) heranzubilden. Das Wort Gottes zeigt sich hier als Kriterium zur Unterscheidung: „Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens“ (Hebr 4,12). Außerdem ist es gut, daran zu erinnern, dass die lectio divina in ihrer Dynamik nicht abgeschlossen ist, solange sie nicht zur Tat (actio) gelangt, die das Leben des Gläubigen anspornt, sich in Liebe zum Geschenk für die anderen zu machen (VD 87).

28. Dies ist für alle Menschen eine äußerst fruchtbare Art und Weise, mit der Heiligen Schrift zu beten. Sie empfiehlt sich dem Prediger bei der Vorbereitung auf die Homilie als eine Methode, über die Bibellesungen und liturgischen Texte betend zu meditieren. Auch bietet die Dynamik der lectio divina ein fruchtbares Paradigma für das Verständnis der Funktion der Homilie in der Liturgie und der Konsequenzen für den Prozess der Vorbereitung.

29. Der erste Schritt ist die Lesung des Textes (lectio), bei der erkundet wird, was der biblische Text in sich sagt. Diese betende Lesung sollte von einer Haltung der demütigen und staunenden Verehrung des Wortes Gottes gekennzeichnet sein, die dadurch zum Ausdruck kommt, dass man sich für ein sorgfältiges Studium Zeit nimmt, in heiliger Furcht davor, es zu manipulieren (vgl. EG 146). Zur Vorbereitung auf diesen ersten Schritt sollte der Prediger Kommentare, Wörterbücher und andere wissenschaftliche Quellen zu Rate ziehen, die ihm dabei behilflich sein können, zu verstehen, was die Bibeltexte in ihrem ursprünglichen Kontext bedeutet haben. Aber dann muss er auch Anfang und Ende der betreffenden Textstellen sorgfältig studieren, um zu ergründen, warum sie in dieser Weise in der Leseordnung festgelegt wurden. Papst Benedikt XVI. lehrt uns, dass die historischkritische Exegese für die katholische Sichtweise der Heiligen Schrift unverzichtbar ist, weil sie mit der Wirklichkeit der Menschwerdung verbunden ist. Er sagt: „Das historische Faktum ist eine Grunddimension des christlichen Glaubens. Die Heilsgeschichte ist keine Mythologie, sondern wirkliche Geschichte und muss deshalb mit den Methoden ernsthafter Geschichtswissenschaft untersucht werden“ (VD 32). Dieser erste Schritt sollte nicht allzu hastig übersprungen werden. Unser Heil wird im Verlauf der Heilsgeschichte durch die Werke Gottes bewirkt, und die biblischen Texte verkünden diese Werke in Worten, die die tiefste Bedeutung dieser Werke offenbaren (vgl. DV 2). Daher brauchen wir dieses Zeugnis der Ereignisse, und der Prediger muss sich ihre Wirklichkeit vergegenwärtigen. Man kann sagen: „Das Wort wurde Fleisch“ oder „Das Wort wurde Geschichte“. Die Übung der lectio beginnt mit der Erkenntnis dieser ehrfurchtgebietenden Tatsache.

30. Einige Bibelgelehrte haben nicht nur Kommentare zur Heiligen Schrift, sondern auch Betrachtungen zu den Lesungen des Messlektionars verfasst und die Mittel der modernen Wissenschaft auf die in der Messe verkündeten Texte angewendet. Diese Bücher können dem Prediger eine große Hilfe sein. Zu Beginn der lectio divina kann der Prediger die im Studium gewonnenen Erkenntnisse einer kritischen Betrachtung unterziehen und im Gebet die Bedeutung des Bibeltextes reflektieren. Dabei sollte er aber bedenken, dass das Ziel nicht darin besteht, jedes kleine Detail eines Textes zu verstehen. Vielmehr gilt es, die zentrale Botschaft zu erfassen, die dem Text Struktur und Einheit gibt (vgl. EG 147).

31. Da die lectio der Vorbereitung einer Homilie dienen soll, muss sich der Prediger Mühe geben, die Ergebnisse seines Studiums in eine Sprache zu übertragen, die von seinen Zuhörern verstanden wird. Papst Paul VI. zitierend, dass die versammelte Gemeinde der Gläubigen sehr viel von der Predigt empfange, wenn sie „einfach, klar, direkt und auf die Menschen bezogen“ ist (Evangelii Nuntiandi 43), ermahnt Papst Franziskus den Prediger, keine theologische Fachsprache zu benutzen, die seinen Zuhörern fremd ist (vgl. EG 158). Er gibt auch einen praktischen Ratschlag:

Eine der nötigsten Anstrengungen ist zu lernen, in der Predigt Bilder zu verwenden, das heißt, in Bildern zu sprechen. Manchmal gebraucht man Beispiele, um etwas, das man erklären will, verständlicher zu machen, aber oft zielen diese Beispiele allein auf die Vernunft. Die Bilder hingegen helfen, die Botschaft, die man überbringen will, zu schätzen und anzunehmen. Ein anziehendes Bild lässt die Botschaft als etwas empfinden, das vertraut, nahe, möglich ist und mit dem eigenen Leben in Verbindung gebracht wird. Ein gelungenes Bild kann dazu führen, dass die Botschaft, die man vermitteln will, ausgekostet wird; es weckt einen Wunsch und motiviert den Willen im Sinne des Evangeliums (EG 157).

32. Im zweiten Schritt, meditatio, ergründen wir, was der biblische Text uns sagt. Papst Franziskus formuliert einige einfache, aber eindringliche Fragen, die unsere Meditation leiten können: „Herr, was sagt mir dieser Text? Was möchtest du mit dieser Botschaft an meinem Leben ändern? Was stört mich an diesem Text? Warum interessiert mich das nicht? – oder: Was gefällt mir, was spornt mich an in diesem Wort? Was zieht mich an? Warum zieht es mich an?“ (EG 153). Doch die Tradition der lectio sagt uns, dass wir mit unseren eigenen Betrachtungen nicht allein über die Bedeutung des Textes entscheiden. Bei der Klärung der Frage, „was der Text uns sagt“, lassen wir uns von der Glaubensregel der Kirche leiten, die einen wesentlichen Grundsatz der Schriftauslegung vorgibt und uns damit vor falschen oder einseitigen Auslegungen schützt (vgl. EG 148). Der Prediger betrachtet die Lesungen hier also im Lichte des Ostergeheimnisses, des Todes und der Auferstehung Christi, und er weitet seine Meditation auf dieses Geheimnis aus, das im Leib Christi, der Kirche, gegenwärtig ist, und auf die Lebensumstände der Glieder des Leibs, die sich am Sonntag versammeln. Damit sind wir am Kern der Vorbereitung auf die Homilie angekommen. Hier kann ein Prediger, der mit den Schriften der Kirchenväter und der Heiligen vertraut ist, sich inspirieren lassen, den Gläubigen ein Verständnis von den Lesungen der Messfeier zu vermitteln, aus dem sie tatsächlich Nahrung für ihr geistliches Leben schöpfen können. In dieser Phase der Vorbereitung kann er auch den Bezug des Wortes Gottes zur Glaubens- und Morallehre ergründen, wobei, wie bereits erwähnt, der Katechismus der Katholischen Kirche eine wertvolle Hilfsquelle ist.

33. Der Prediger muss die Heilige Schrift im Kontext der gesamten Überlieferung des katholischen Glaubens lesen und das Gelesene im Kontext der Gemeinde reflektieren, die sich versammelt, um das Wort Gottes zu hören. Papst Franziskus formuliert es wie folgt: „Der Prediger muss auch ein Ohr beim Volk haben, um herauszufinden, was für die Gläubigen zu hören notwendig ist. Ein Prediger ist ein Kontemplativer, der seine Betrachtung auf das Wort Gottes und auch auf das Volk richtet“ (EG 154). Auch deshalb ist es hilfreich, mit der Vorbereitung der Homilie mehrere Tage vor dem Sonntag zu beginnen, an dem sie gehalten werden soll. Neben Studium und Gebet wird die Beobachtung der Geschehnisse in der Pfarrgemeinde und in der Gesellschaft dem Prediger Wege weisen, zu reflektieren, was das Wort Gottes dieser Gemeinde zu diesem Zeitpunkt sagen will. Die Frucht einer solchen Meditation wird sein, dass er das Muster von Christi Tod und Auferstehung immer wieder aufs Neue aus dem Leben der Gemeinde und der Welt herausliest. Dadurch wird der Inhalt der Homilie entscheidend geprägt.

34. Der dritte Schritt der lectio ist das Gebet (oratio), mit dem wir dem Herrn auf sein Wort antworten. In der persönlichen Übung der lectio ist dies der Zeitpunkt für ein freies Gespräch mit Gott. Reaktionen auf die Lesungen werden mit ehrfürchtigen und staunenden Worten zum Ausdruck gebracht oder man bittet bewegt um Gnade und Hilfe oder man äußert Lobpreis, Liebe und Dankbarkeit. Im Kontext der Liturgie betrachtet, hebt dieser Wechsel von der Meditation zum Gebet die innige Verbindung zwischen den biblischen Lesungen und den anderen Teilen der Messe hervor. Die Fürbitten zum Abschluss des Wortgottesdienstes und noch tiefgreifender die anschließende Eucharistiefeier stellen unsere Antwort auf das Wort Gottes in Bitte, Fürbitte, Dank und Lobpreis dar. Der Prediger sollte bei Gelegenheit ausdrücklich auf diese innige Verbindung hinweisen, damit das Gottesvolk die innere Dynamik der Liturgie noch tiefer erfährt. Diese Verbindung kann auch auf andere Art und Weise bekräftigt werden. Die Aufgabe des Predigers beschränkt sich nicht auf die Homilie. Die (bei Anwendung der dritten Form) im Bußakt gesprochenen Bitten und die im Allgemeinen Gebet gesprochenen Fürbitten können sich auf die Lesungen oder auf ein in der Homilie behandeltes Thema beziehen. Die im Römischen Messbuch für jede Messfeier vorgeschriebenen Antiphonen zum Einzug und zur Kommunion sind fast immer Texte aus der Heiligen Schrift oder eng an ihnen orientiert. Auf diese Weise beten wir mit den Worten der Heiligen Schrift. Wenn dies nicht möglich ist, sollten die Gesänge mit besonderer Sorgfalt ausgewählt werden und der Priester sollte die mitwirkenden Musiker bezüglich der Auswahl der Gesänge anleiten. Es gibt noch eine andere Art, wie der Priester die Einheit der Liturgiefeier betonen kann, und zwar durch eine wohl überlegte Nutzung der Möglichkeiten, die die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch für das Einfügen kurzer Hinweise in der Liturgie bietet: nach der Begrüßung, vor der Liturgie des Wortes, vor dem Eucharistischen Hochgebet und vor der Entlassung (vgl. 31). Diesbezüglich ist größte Sorgfalt und Zurückhaltung geboten. Während einer Messfeier darf nur eine Homilie gehalten werden. Wenn der Priester sich entschließt, zu einem dieser Zeitpunkte einige Worte an die Gläubigen zu richten, um die Einheit der Liturgiefeier hervorzuheben, sollte er für diesen Zweck einen oder zwei knappe Sätze vorbereiten und nicht zu ausführlich werden.

35. Die lectio endet mit der Kontemplation (contemplatio), in der wir nach den Worten von Papst Benedikt XVI. „als Geschenk Gottes seine Sichtweise annehmen in der Beurteilung der Wirklichkeit und uns fragen: Welche Bekehrung des Geistes, des Herzens und des Lebens verlangt der Herr von uns?“ (VD 87). In der monastischen Tradition wird dieser vierte Schritt der Kontemplation als das Geschenk der Einheit mit Gott betrachtet – unverdient, mehr als wir mit eigener Mühe je erreichen würden, ein reines Geschenk. Ein einzelner Text stand am Anfang des Prozesses, doch am Ziel sind die Einzelheiten überwunden und die Gesamtheit wird im Glauben mit einem einzigen, intuitiven und vereinigenden Blick erfasst. Die Heiligen gelangen zu diesen Höhen, aber was den Heiligen gegeben ist, kann uns allen gehören.

Im Kontext der Liturgie betrachtet, kann dieser vierte Schritt der Kontemplation dem Prediger Trost und Hoffnung spenden, weil er ihn daran erinnert, dass schließlich Gott es ist, der durch sein Wirken sein Wort erfüllt und dass die Heranbildung des Geistes Christi in uns ein Leben lang andauert. Der Prediger sollte sich nach Kräften bemühen, das Wort Gottes wirkungsvoll zu verkünden. Doch letzten Endes gelten die Worte des hl. Paulus: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen“ (1 Kor 3,6). Während der Vorbereitung auf die Predigt sollte der Prediger den Heiligen Geist um Erleuchtung bitten. Auch sollte er oft und nachdrücklich darum bitten, dass das Saatkorn, das das Wort Gottes ist, auf fruchtbaren Boden fallen und ihn und seine Zuhörer in einer Art heiligen möge, die weit über das hinausgeht, was er zu sagen vermag oder sich gar vorzustellen vermag.

36. Papst Benedikt XVI. fügte dem traditionellen vierstufigen Prozess der lectio divina einen abschließenden Schritt hinzu: „Außerdem ist es gut, daran zu erinnern, dass die lectio divina in ihrer Dynamik nicht abgeschlossen ist, solange sie nicht zur Tat (actio) gelangt, die das Leben des Gläubigen anspornt, sich in Liebe zum Geschenk für die anderen zu machen“ (VD 87). Im liturgischen Kontext lässt dies an die „missa“ denken, die Aussendung des Gottesvolkes, nachdem es durch das Wort Gottes unterwiesen und durch die Teilhabe am Pascha-Mysterium in der Eucharistie gestärkt wurde. Es ist bezeichnend, dass das Apostolische Schreiben Verbum Domini mit einer ausführlichen Betrachtung des Wortes Gottes in der Welt abschließt. In Verbindung mit der Nahrung, die aus dem Empfang der Sakramente im Glauben geschöpft wird, öffnet die Predigt alle, die an der liturgischen Versammlung teilnehmen, für Handlungen tätiger Nächstenliebe. In ähnlicher Weise erinnert Papst Franziskus an die Worte von Papst Johannes Paul II.: „Communio und Sendung sind zutiefst miteinander verbunden“ (vgl. Christifideles Laici 32) und ermahnt alle Gläubigen:

In der Treue zum Vorbild des Meisters ist es lebenswichtig, dass die Kirche heute hinausgeht, um allen an allen Orten und bei allen Gelegenheiten ohne Zögern, ohne Widerstreben und ohne Angst das Evangelium zu verkünden. Die Freude aus dem Evangelium ist für das ganze Volk, sie darf niemanden ausschließen (EG 23).

Zweiter Teil: ARS PRAEDICANDI

37. Über die Aufgabe des Predigens schreibt Papst Franziskus: „In Wirklichkeit ist das Zentrum und das Wesen des Glaubens immer dasselbe: der Gott, der seine unermessliche Liebe im gestorbenen und auferstandenen Christus offenbart hat“ (EG 11). Die in diesem zweiten Teil des Homiletischen Direktoriums aufgeführten Beispiele und Vorschläge sollen dem Prediger helfen, die vorstehend beschriebenen Grundsätze unter Berücksichtigung der in der Liturgie gelesenen Bibeltexte aus der Perspektive des Ostergeheimnisses von Tod und Auferstehung Christi in die Praxis umzusetzen. Dabei handelt es sich nicht um Musterpredigten, sondern um Vorschläge, wie man an einzelne Themen und Texte im Verlauf des liturgischen Jahres herangehen könnte. In der Pastoralen Einführung in das Messlektionar werden die ausgewählten Lesungen kurz beschrieben. „Diese Beschreibung soll den Seelsorgern helfen, den Aufbau der Leseordnung zu verstehen und mit ihr richtig umzugehen, so dass die Gläubigen daraus Nutzen ziehen können“ (OLM 92). Diese Beschreibungen werden hier aufgegriffen. Bei allen hier gemachten Vorschlägen bezüglich der Texte der Heiligen Schrift ist Folgendes stets zu beachten: „Die Verkündigung des Evangeliums ist der Höhepunkt des Wortgottesdienstes. Darauf bereiten die anderen Lesungen die versammelte Gemeinde gemäß der überlieferten Ordnung vor, indem sie vom Alten Testament zum Neuen fortschreiten“ (OLM 13).

38. Die folgenden Ausführungen beginnen mit der Leseordnung für die Drei Österlichen Tage, die im Mittelpunkt des liturgischen Jahres stehen. Einige der wichtigsten Perikopen aus beiden Testamenten werden im Verlauf dieser Heiligsten Tage gelesen. Es folgen die Betrachtungen zur Osterzeit und zu Pfingsten. Im Anschluss werden die Lesungen an den Fastensonntagen behandelt. Weitere Beispiele wurden dem Weihnachtsfestkreis Advent, Weihnachten, Erscheinung des Herrn entnommen. In dieser Vorgehensweise wird „die weise Pädagogik der Kirche ersichtlich, die bei der Verkündigung und beim Hören der Heiligen Schrift dem Rhythmus des Kirchenjahres folgt“, wie Papst Benedikt XVI. es beschrieb. Er sagt weiter: „Der strahlende Mittelpunkt des Ganzen ist das Ostergeheimnis, mit dem alle Geheimnisse Christi und der Heilsgeschichte verknüpft sind, die sakramental vergegenwärtigt werden ...“ (VD 52). Im Folgenden soll nicht versucht werden, die Lesungen für einzelne Feiern erschöpfend zu erörtern oder das gesamte Kirchenjahr Schritt für Schritt zu behandeln. Vielmehr werden Hinweise gegeben, wie man sich im Lichte des zentralen Charakters des Ostergeheimnisses in einer Homilie mit einzelnen Texten befassen könnte. Die anhand dieser Beispiele vorgeschlagene Vorgehensweise kann an die Sonntage im Jahreskreis und an andere Anlässe angepasst werden. Auch kann sie auf andere Leseordnungen der katholischen Kirche angewendet werden, die nicht dem Römischen Ritus folgen.

I. Die Drei Österlichen Tage und die fünfzig Tage

A. Lesung aus dem Alten Testament am Gründonnerstag

39. „Am Gründonnerstag, in der Messe vom letzten Abendmahl, wirft die Erinnerung an das Mahl, das dem Auszug vorausging (Erste Lesung), ein besonderes Licht auf das Tun Christi, der seinen Jüngern die Füße wusch (Evangelium), wie auch auf die Worte des Paulus über die Einsetzung des christlichen Pascha in der Eucharistie (Zweite Lesung)“ (OLM 99). Die Drei Österlichen Tage beginnen mit der Abendmesse, in der die Liturgie an die Einsetzung der Eucharistie durch den Herrn erinnert. Die Leidensgeschichte Jesu beginnt mit der Feier des Abendmahls, das in der ersten Lesung angekündigt wird: Jedes Wort und jedes Bild ist auf das ausgerichtet, worauf Christus bei Tisch selbst ausgerichtet ist, seinen lebenspendenden Tod. Die Worte aus dem Buch Exodus (Ex 12,3–8.11–14) finden ihre endgültige Bedeutung im Paschamahl Jesu, das wir jetzt feiern.

40. „... soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus. Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt.“ Wir sind viele Hausgemeinschaften, die sich um ein Lamm versammeln. „Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein.“ Unser fehlerfreies Lamm ist kein geringerer als Jesus selbst, das Lamm Gottes. „Gegen Abend soll die ganze versammelte Gemeinde Israel die Lämmer schlachten.“ Beim Hören dieser Worte begreifen wir, dass wir die Gemeinde des neuen Israel sind, die sich am Abend versammelt hat; Jesus lässt sich opfern, um seinen Leib und sein Blut für uns hinzugeben. „Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern ... Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten ... soll man es essen.“ Wir folgen diesen Anordnungen, indem wir in der Gestalt des konsekrierten Brotes vom Fleisch des Lammes essen.

41. „So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig!“ Diese Beschreibung lässt sich auf unser christliches Leben in der Welt übertragen. Die gegürteten Hüften sind ein Zeichen für Fluchtbereitschaft, lassen aber auch an das mandatum denken, das im heutigen Evangelium beschrieben und nach der Predigt stattfinden wird: Wir sind aufgerufen, der Welt zu dienen, aber als Verweilende, deren wahres Zuhause nicht an diesem Ort ist. An dieser Stelle der Lesung, wenn wir aufgefordert werden, hastig zu essen, als seien wir auf der Flucht, nennt der Herr das Festmahl feierlich beim Namen: „Es ist die Paschafeier (hebräisch pesach) für den Herrn! In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh... Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen ...“ Der Herr streckt unsere Feinde, Sünde und Tod, für uns nieder und schützt uns durch das Blut des Lammes. 42. Diese feierliche Ankündigung des Pascha endet mit einem letzten Auftrag: „Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen ... Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!“ Durch die treue Erfüllung dieses Auftrags wurde das Pascha über Generationen hinweg bis zur Zeit Jesu und darüber hinaus lebendig gehalten. Und wenn auch wir seinen Auftrag, „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, treu erfüllen, wird jede nachfolgende Christengeneration in die Gemeinschaft mit dem Pascha Jesu gelangen. Genau das tun wir in diesem Augenblick zu Beginn der Drei Österlichen Tage. Es ist das „Gedenkmahl“, das der Herr als „feste Regel“ eingesetzt hat zur liturgischen Vergegenwärtigung der Selbsthingabe Jesu.

B. Lesung aus dem Alten Testament am Karfreitag

43. „Der Karfreitagsgottesdienst erreicht seinen Höhepunkt im Bericht des Johannes vom Leiden Jesu. Im Buch des Jesaja als Gottesknecht angekündigt, hat Jesus sich selbst dem Vater dargebracht und wurde in Wahrheit zum einzigen Priester” (OLM 99). Die aus dem Buch Jesaja gewählte Lesung (Jes 52,13– 53,12) gehört zu den ersten Texten im Alten Testament, in denen Christen Hinweise der Propheten auf den Tod Christi erkannten. Wenn wir diesen Text mit der Leidensgeschichte in Verbindung bringen, folgen wir einer sehr alten apostolischen Tradition, denn genau dies tat Philippus in seinem Gespräch mit dem äthiopischen Kämmerer (vgl. Apg 8,26–40).

44. Die versammelte Gemeinde kennt den Grund für die heutige Zusammenkunft: das Gedenken an das Sterben Jesu. Die Worte des Propheten nehmen aus der Perspektive Gottes Bezug auf die Kreuzigung Jesu. Wir werden aufgefordert, die Herrlichkeit zu erkennen, die das Kreuz birgt: „Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben.“ Im Evangelium nach Johannes spricht Jesus selbst mehrmals von Erhöhung; in diesem Evangelium wird deutlich, dass es drei miteinander verwobene Dimensionen der Erhöhung gibt: am Kreuz, in der Auferstehung und in der Himmelfahrt.

45. Doch diesem glorreichen Auftakt der Worte des Vaters folgt gleich der Kontrapunkt: das Leiden am Kreuz. „Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.“ In Jesus hat das Ewige Wort unser menschliches Fleisch angenommen. Aber er nimmt auch den Tod in seiner schrecklichsten und entmenschlichendsten Gestalt an. „Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen.“ Die Worte beschreiben die Geschichte der Welt von diesem ersten Karfreitag an bis heute: Die Geschichte vom Kreuz versetzt viele Völker in Staunen, die sich bekehrten. Sie versetzt andere in Staunen, die sich abwendeten. Die prophetischen Worte treffen auch auf unsere Gesellschaft und Kultur zu und auf die vielen „Völker“ in uns – unsere Kräfte und Neigungen, die zum Herrn hingewendet werden müssen.

46. Was folgt, ist nicht mehr die Stimme Gottes, sondern die des Propheten: „Wer hat unserer Kunde geglaubt?“ Er fährt mit einer Beschreibung fort, die uns zu einer weiteren Betrachtung des Kreuzes führt, einer Betrachtung, die Passion und Übergang, Leiden und Herrlichkeit miteinander verknüpft. Die Tiefe des Leidens wird weiterhin mit einer Genauigkeit beschrieben, die uns verdeutlicht, mit welcher Selbstverständlichkeit die ersten Christen Texte dieser Art gelesen, sie als eine prophetische Ankündigung Christi verstanden und die darin verborgene Herrlichkeit wahrgenommen haben. Daher ist diese tragische Figur nach den Worten des Propheten für uns von größter Bedeutung: „Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen ... durch seine Wunden sind wir geheilt.“

47. Auch die innere Einstellung Jesu zu seinem Leiden wird vorausgesagt: „Er wurde misshandelt und niedergedrückt, ... Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt,... so tat auch er seinen Mund nicht auf.“ Diese Dinge sind überraschend und erstaunlich. Doch tatsächlich wird auch die Auferstehung indirekt durch den Propheten vorausgesagt: „... er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben.“ Alle Gläubigen sind diese Nachkommen; sein „langes Leben“ ist das ewige Leben, das ihm der Vater durch die Auferstehung von den Toten zuteilwerden lässt. Und in der Verheißung der Auferstehung ist nun wieder die Stimme des Vaters zu hören: „Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht ... Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab ... Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.“

C. Lesungen aus dem Alten Testament in der Feier der Osternacht

48. „Für die Feier der Osternacht sind sieben Lesungen aus dem Alten Testament vorgesehen, die von den Wundertaten Gottes in der Heilsgeschichte berichten. Zwei Lesungen sind dem Neuen Testament entnommen, nämlich die Botschaft von der Auferstehung nach den drei synoptischen Evangelien und eine Lesung aus dem Römerbrief über die christliche Taufe als Sakrament der Auferstehung Christi“ (OLM 99). Die Feier der Osternacht ist „die Mutter aller Vigilien“ wie es im Messbuch heißt (Osternacht 2). Der Zeitrahmen der Osternacht lässt keine ausführliche Kommentierung der sieben Lesungen aus dem Alten Testament zu. Doch sei darauf hingewiesen, dass es sich um zentrale, repräsentative Texte handelt, die die Grundzüge der Theologie des Alten Testaments beinhalten und von der Schöpfung über das Opfer Abrahams bis zur wichtigsten Lesung aus dem Buch Exodus reichen. Mit den vier anschließenden Lesungen werden zentrale Themen der Propheten verkündet. Ein Verständnis dieser Texte im Kontext des Ostergeheimnisses, das ja in der Osternacht so deutlich wird, kann den Prediger inspirieren, wenn diese oder ähnliche Lesungen an anderer Stelle im Lesejahr auftreten.

49. Im Rahmen der Osternachtliturgie dringt die Kirche mit diesen Texten zum Höhepunkt vor, dem Evangelium von der Auferstehung des Herrn. Durch die Initiationssakramente, die an diesem Abend gefeiert werden und an die uns der Apostel Paulus in wunderbaren Worten erinnert, tauchen wir in den Lauf der Heilsgeschichte ein. In dieser Nacht werden die Zusammenhänge deutlich zwischen der Schöpfung und dem neuen Leben in Christus, zwischen dem historischen Exodus und dem endgültigen Exodus, den das Paschageheimnis Jesu darstellt, an dem alle Gläubigen durch die Taufe teilhaben, zwischen den Verheißungen der Propheten und ihrer Erfüllung in der Liturgie, die gefeiert wird. All diese Zusammenhänge können im Laufe des liturgischen Jahres immer wieder aufs Neue hergestellt werden.

50. Für das Verständnis dieser Zusammenhänge zwischen den Schriften des Alten Testaments und ihrer Erfüllung im Ostergeheimnis Christi sind die Gebete, die jeder Lesung folgen, eine wertvolle Hilfe. Mit einfachen, klaren Worten bringen sie die tiefgreifenden christologischen und sakramentalen Aspekte der Texte des Alten Testaments, wie sie die Kirche versteht, zum Ausdruck. Sie handeln von Schöpfung, Opfer, Auszug, Taufe, der Gnade Gottes, dem ewigen Bund, der Vergebung der Sünden, von Erlösung und vom Leben in Christus. Sie können dem Prediger, der sich auf die Feier der Osternacht vorbereitet, als Hilfsquelle dienen. Dies gilt auch für ähnliche Lesungen im Verlauf des liturgischen Jahres. Die Antwortpsalmen, die jeder der sieben Lesungen folgen, können ebenfalls für die Auslegung des Schrifttextes hilfreich sein. Sie gehen auf die Gesänge von Christen zurück, die mit Christus gestorben sind und jetzt an seiner Auferstehung teilhaben. Sie sollten auch im weiteren Jahresverlauf nicht vernachlässigt werden, weil sie verdeutlichen, wie die Kirche die gesamte Schrift im Lichte Christi liest.

D. Leseordnung für Ostern

51. „Am Ostersonntag ist das Evangelium der Messe ‚Am Tag‘ dem Johannesevangelium entnommen und handelt vom Auffinden des leeren Grabes. Man kann jedoch auch die für die Osternacht vorgesehenen Evangelientexte nehmen. In einer Abendmesse kann man aus dem Lukasevangelium den Bericht von der Erscheinung Jesu vor den Jüngern in Emmaus lesen. ... Die erste Lesung am Ostersonntag ist aus der Apostelgeschichte, die in der Osterzeit anstelle der alttestamentlichen Lesung gelesen wird. In der Lesung aus den Apostelbriefen geht es um das Pascha-Mysterium, das in der Kirche gelebt werden soll. ... Bis zum Dritten Sonntag der Osterzeit handeln die Evangelien von den Erscheinungen des Auferstandenen. Die Lesungen vom Guten Hirten werden am Vierten Sonntag der Osterzeit verwendet. Am Fünften, Sechsten und Siebten Sonntag der Osterzeit werden Abschnitte aus den Abschiedsreden und dem Gebet des Herrn nach dem Abendmahl gelesen“ (OLM 99–100). Nach der reichen Sammlung der Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament im Verlauf der Drei Österlichen Tage sind dies im Leben der Kirche die intensivsten Augenblicke der Verkündigung der Auferstehung des Herrn, die das Volk Gottes im gesamten liturgischen Jahr belehren und bilden sollen. In der Heiligen Woche und in der Osterzeit hat der Prediger immer wieder Gelegenheit, den Gläubigen zu Bewusstsein zu bringen, dass das Leiden, das Sterben und die Auferstehung Christi der zentrale Inhalt der Heiligen Schrift sind. Gerade die Osterzeit ist die Zeit im liturgischen Jahr, in der der Prediger die zentrale Glaubensbotschaft der Kirche verkünden kann und muss: dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist, „gemäß der Schrift“ (1 Kor 15,3), und dass er am dritten Tag auferstanden ist, „gemäß der Schrift“(1 Kor 15,4).

52. Zunächst eignen sich die ersten drei Sonntage der Osterzeit gut, um die verschiedenen Dimensionen der lex credendi der Kirche zu vermitteln. Die Absätze des Katechismus der Katholischen Kirche, die sich mit der Auferstehung befassen (KKK 638–658), erklären viele der zentralen Bibeltexte, die in der Osterzeit gelesen werden. Sie können dem Prediger eine zuverlässige Orientierung bieten. Besonders zu erwähnen sind die Ausführungen zu folgenden Themen: „Das geschichtliche und das transzendente Ereignis“ der Auferstehung, die Bedeutung der „Erscheinungen des Auferstandenen“, „Der Zustand der auferstandenen Menschennatur Christi“ und „Die Auferstehung – Werk der heiligsten Dreifaltigkeit“.

53. An den Sonntagen der Osterzeit wird die erste Lesung nicht dem Alten Testament, sondern der Apostelgeschichte entnommen. Viele der Texte machen deutlich, wie die Apostel selbst die Heilige Schrift genutzt haben, um Tod und Auferstehung Jesu zu verkünden. In anderen Texten wird davon berichtet, wie sich die Auferstehung Jesu auf das Leben der christlichen Gemeinschaft auswirkt. Mit diesen Schriften hat der Prediger seine wichtigsten und grundlegendsten Hilfsmittel zur Hand. Er sieht, wie die Apostel die Heilige Schrift für die Verkündigung von Jesu Tod und Auferstehung verwendet haben. Und er tut es ihnen gleich, nicht nur in der Osterzeit, sondern im Verlauf des gesamten liturgischen Jahres. Auch spürt er, mit welcher Kraft der auferstandene Herr in den frühen Gemeinden gewirkt hat, und erklärt den Gläubigen seiner Zeit, dass dieselbe Kraft unter ihnen immer noch am Werk ist.

54. Auch die intensiv begangene Heilige Woche mit den Drei Österlichen Tagen und die anschließende freudvolle Osterzeit, die mit dem Pfingstfest endet, kann der Prediger hervorragend nutzen, um die Einheit von Schrift und Eucharistie hervorzuheben. Erst durch die Geste des Brotbrechens, die an die Selbsthingabe Jesu beim Letzten Abendmahl und dann am Kreuz erinnert, brannte den Jüngern das Herz und erkannten sie den auferstandenen Jesus, nachdem er ihnen den Sinn der Schrift erschlossen hatte. Ein ähnlicher Weg zur Erkenntnis ist auch heute noch möglich. Der Prediger arbeitet gewissenhaft daran, den Gläubigen die Heilige Schrift zu erklären. Die tiefere Bedeutung seiner Worte erschließt sich aber erst, wenn in derselben Messfeier das Brot gebrochen wird und der Prediger die Gläubigen zu diesem Moment hingeführt hat (vgl. VD 54). Papst Benedikt weist in seinem Apostolischen Schreiben Verbum Domini eindrücklich auf die Bedeutung dieser Hinführung hin:

Aus diesen Berichten [von der Auferstehung] geht hervor, wie die Schrift selbst dazu hinführt, ihre unlösbare Verknüpfung mit der Eucharistie zu erfassen. „Es ist gut, sich vor Augen zu halten: Das Wort Gottes, das die Kirche im Gottesdienst liest und verkündet, zielt geradezu darauf ab, zur Eucharistie, dem Opfer des Bundes und dem Gastmahl der Gnade, hinzuführen“ (Messlektionar, Pastorale Einführung, 10). Wort und Eucharistie gehören so eng zueinander, dass eines nicht ohne das andere verstanden werden kann: Das Wort Gottes wird im eucharistischen Geschehen sakramentales Fleisch. Die Eucharistie öffnet uns für das Verständnis der Heiligen Schrift, ebenso wie die Heilige Schrift ihrerseits das eucharistische Geheimnis beleuchtet und erklärt (55).

55. Ab dem Fünften Sonntag der Osterzeit verlagert sich die Dynamik der Lesungen von der Feier der Auferstehung des Herrn auf die Vorbereitung auf den Abschluss der Osterzeit, das Kommen des Heiligen Geistes an Pfingsten. Die Tatsache, dass die Lesungen aus dem Evangelium an diesen Sonntagen alle aus den Reden Christi nach dem Abendmahl stammen, unterstreicht ihre zutiefst eucharistische Bedeutung. Die Lesungen und Gebete bieten dem Prediger Gelegenheit, die Rolle des Heiligen Geistes im fortdauernden Leben der Kirche zu behandeln. Die Absätze des Katechismus unter der Überschrift „Der Geist und das Wort Gottes in der Zeit der Verheißungen“ (KKK 702–716) weisen auf die Lesungen aus der Osternacht zurück, die nun unter dem Aspekt des Wirkens des Heiligen Geistes betrachtet werden. Und die Ausführungen unter der Überschrift „Der Heilige Geist und die Kirche in der Liturgie“ (KKK 1091–1112) können dem Prediger helfen darzulegen, wie der Heilige Geist das Ostergeheimnis Christi in der Liturgie vergegenwärtigt.

56. Homilien, in denen diese Grundsätze und Sichtweisen im Verlauf der Osterzeit zum Ausdruck kommen, bereiten die Gläubigen gut auf die Feier des Pfingstfestes vor, an dem Gott, der Vater, uns durch sein Wort die Gabe aller Gaben, den Heiligen Geist, ins Herz legt (vgl. KKK 1082). In der Lesung aus der Apostelgeschichte wird an diesem Tag von dem Pfingstereignis berichtet, während in der Lesung aus dem Evangelium die Ereignisse am Abend des Ostersonntags geschildert werden. Der auferstandene Herr hauchte seine Jünger an und sprach zu ihnen „Empfangt den Heiligen Geist“ (Joh 20,22). Ostern ist Pfingsten. Schon an Ostern wird der Heilige Geist empfangen. An Pfingsten werden dann die Osterereignisse allen Völkern überzeugend offenbart. Ihnen allen werden „Gottes große Taten“ (Apg 2,11), die er im Tod und in der Auferstehung Jesu gewirkt hat, in ihrer eigenen Sprache verkündet. Vor dem Eucharistischen Hochgebet betet die Kirche an diesem Tag im Gabengebet: „Sende uns deinen Geist, damit er uns in die volle Wahrheit einführt und uns das Geheimnis dieses Opfers immer mehr erschließt.“ Der Empfang der heiligen Kommunion wird für die Gläubigen an diesem Tag zum Pfingstereignis. Wenn sie vortreten, um Leib und Blut des Herrn zu empfangen, werden im Kommunionvers die Worte aus der Heiligen Schrift wiederholt, die vom Pfingstereignis berichten: „Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten Gottes große Taten. Halleluja.“ Die Worte der Schrift finden ihre Erfüllung in den Gläubigen, die die Eucharistie empfangen. Die Eucharistie ist Pfingsten.

II. Die Fastensonntage

57. Wenn die Drei Österlichen Tage und die Fünfzig Tage den glanzvollen Mittelpunkt des liturgischen Jahres bilden, ist die Fastenzeit diejenige Zeit, die Geist und Herz der Gläubigen auf eine würdige Feier dieser Tage vorbereitet. Sie ist auch die abschließende Zeit der Vorbereitung für die Katechumenen, die in der Osternacht getauft werden sollen. Ihr Weg zur Taufe muss durch den Glauben, das Gebet und das Zeugnis der gesamten Gemeinschaft der Kirche begleitet werden. Die biblischen Lesungen in der Fastenzeit finden ihre tiefste Bedeutung in ihrem Bezug zum Ostergeheimnis, auf dessen Feier sie uns vorbereiten. In dieser Hinsicht bieten sie dem Prediger klare Gelegenheiten für die Umsetzung eines wesentlichen Grundsatzes dieses Direktoriums: von den Lesungen der Messfeier auf den Kern des Ostergeheimnisses hinzuleiten, zu dem wir durch die Feier der österlichen Sakramente tiefer vordringen. In der Pastoralen Einführung in das Messlektionar wird auf die traditionelle Verwendung der Berichte über die Versuchung und die Verklärung an den ersten zwei Sonntagen der Fastenzeit hingewiesen. Zu den anderen Lesungen heißt es: „Die alttestamentlichen Lesungen beziehen sich auf die Heilsgeschichte, die eines der Hauptthemen der Verkündigung in diesen vierzig Tagen ist. In jedem Jahr ist eine Reihe von Lesungen mit den wichtigsten Etappen der Heilsgeschichte von ihrem Beginn bis zur Verheißung des Neuen Bundes vorgesehen. Die Lesungen aus den Apostelbriefen sind jeweils auf das Evangelium und die alttestamentliche Lesung abgestimmt, so dass eine möglichst enge Verbindung zwischen ihnen zustande kommt“ (OLM 97).

A. Evangelium am Ersten Fastensonntag

58. Der Bezug zwischen den vierzig Tagen, die Jesus in der Wüste verbracht hat, und der vierzigtägigen Fastenzeit ist für die Gläubigen leicht herzustellen. In der Homilie ist es zweckmäßig, den Gläubigen ausdrücklich verständlich zu machen, dass sie durch die jährliche Einhaltung der Fastenzeit in geheimnisvoller Weise daran teilhaben, was Jesus in den vierzig Tagen des Fastens und der Versuchung in der Wüste durchlebt und erreicht hat. Es ist üblich, dass die Katholiken in dieser Zeit verschiedene Buß- und Andachtsübungen begehen. Wichtig ist es aber vor allem, die zutiefst sakramentale Wirklichkeit der gesamten Fastenzeit zu betonen. Im Tagesgebet für den Ersten Fastensonntag heißt es eindrucksvoll: „... du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als eine Zeit der Umkehr und der Buße ...“. Christus selbst ist gegenwärtig und wirkt in dieser heiligen Zeit in seiner Kirche. Und es ist sein reinigendes Wirken an den Gliedern seines Leibes, das unseren Bußübungen ihre Heilsbedeutung verleiht. Die an diesem Tag gesprochene Präfation bringt diesen Gedanken wunderbar zum Ausdruck mit den Worten: „Denn er hat in der Wüste vierzig Tage gefastet und durch sein Beispiel diese Zeit der Buße geheiligt ...“. Die Worte der Präfation stellen den Bezug zwischen Schrift und Eucharistie her.

59. Die vierzig Tage Jesu in der Wüste stehen für die vierzig Jahre Israels in der Wüste; die gesamte Geschichte Israels vereint sich in ihm. Auf diese Szene konzentriert sich ein großes Thema dieses Direktoriums: Die Geschichte Israels, die der Geschichte unseres Lebens entspricht, findet ihre grundlegende Bedeutung im Leiden Jesu. Dieses Leiden beginnt in gewisser Weise schon hier in der Wüste, praktisch zu Beginn des öffentlichen Lebens Jesu. So bewegt sich Jesus von Anfang an auf die Passion zu, und alles Folgende bezieht daraus seine Bedeutung.

60. Ein Auszug aus dem Katechismus der Katholischen Kirche erweist sich für die Vorbereitung auf die Homilie als hilfreich, besonders wenn es um Glaubensfragen geht, die unmittelbar im Bibeltext verwurzelt sind. Zu den Versuchungen Jesu heißt es im Katechismus:

Die Evangelisten weisen auf die Heilsbedeutung dieses geheimnisvollen Geschehens hin. Jesus ist der neue Adam, der treu bleibt, während der erste Adam der Versuchung erlag. Jesus erfüllt die Sendung Israels vollkommen. Im Gegensatz zu denen, die einst in der Wüste vierzig Jahre lang Gott herausforderten, erweist sich Christus als der Gottesknecht, der dem Willen Gottes gänzlich gehorsam ist. So ist Jesus Sieger über den Teufel ... Der Sieg Jesu über den Versucher in der Wüste nimmt den Sieg der Passion vorweg, den höchsten Gehorsamserweis seiner Sohnesliebe zum Vater (KKK 539).

61. Indem er sich den Versuchungen widersetzt, sträubt sich Jesus gegen eine Ablenkung von seiner messianischen Aufgabe. Der Teufel führt ihn in Versuchung, seine göttliche Macht zu zeigen. „Wenn du Gottes Sohn bist ...“ beginnt der Versucher. Das wiederholt sich später am Kreuz, als Jesus mit den Worten verhöhnt wird: „Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz!“ Jesus gibt den Versuchungen Satans nicht nach und steigt auch nicht vom Kreuz herab. Genau auf diese Weise zeigt Jesus, dass er tatsächlich die Wüste der menschlichen Existenz betritt und nicht seine göttliche Macht zu seinem eigenen Vorteil nutzt. Er begleitet unseren lebenslangen Pilgerweg und offenbart damit die wahre Macht Gottes, die Liebe „bis zur Vollendung“ (Joh 13,1) ist.

62. Der Prediger sollte betonen, dass Jesus in Solidarität mit uns der Versuchung und dem Tod unterworfen wird. Doch die Frohe Botschaft, die der Prediger verkündet, ist nicht einfach die, dass Jesus im Leiden mit uns solidarisch ist; denn er verkündet auch den Sieg Jesu über die Versuchung und über den Tod, einen Sieg, den er mit allen teilt, die an ihn glauben. Dass Jesus diesen Sieg tatsächlich mit allen Gläubigen teilt, bestätigt sich bei der Feier der österlichen Sakramente in der Osternacht, auf die der erste Sonntag der Fastenzeit bereits hinweist. Genau in diese Richtung weist auch der Prediger.

63. Jesus widerstand der Versuchung des Teufels, Stein in Brot zu verwandeln. Doch in seiner Auferstehung verwandelt er schließlich in einer Weise, die der menschliche Geist nicht hätte ersinnen können, den „Stein“ des Todes in „Brot“ für uns. Durch seinen Tod wird er das Brot der Eucharistie. Der Prediger kann die Gemeinde, die von dem Brot isst, daran erinnern, dass der Sieg Jesu über Versuchung und Tod, an dem sie durch die Sakramente teilhat, ihre „Herzen aus Stein zu Herzen aus Fleisch“ macht, wie der Herr durch seinen Propheten verheißen hat; Herzen, die danach streben, die barmherzige Liebe Gottes im täglichen Leben greifbar zu machen. Dann kann der christliche Glaube in einer Welt, die nach Gott hungert, ein Sauerteig sein, und Steine werden tatsächlich zu Nahrung für das sehnsüchtige Herz des Menschen.

B. Evangelium am Zweiten Fastensonntag

64. Das Evangelium am Zweiten Fastensonntag handelt immer von der Verklärung. Es ist bemerkenswert, dass die herrliche und unerwartete Verklärung des Leibes Jesu in Gegenwart der drei auserwählten Jünger unmittelbar nach der ersten Ankündigung seines Leidens stattfindet. (Diese drei Jünger – Petrus, Jakobus und Johannes – werden auch bei Jesus sein, als ihn im Garten Getsemani Angst und Furcht ergreift.) In den Schilderungen aller drei Evangelisten bekennt Petrus seinen Glauben an Jesus, den Messias. Jesus nimmt das Bekenntnis an, aber wendet sich sogleich den Jüngern zu, um sie zu belehren, was für eine Art von Messias er ist. „Da begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern, und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen“ (Mk 8,31; Mt 16,21; Lk 9,22). Dann belehrt er sie weiter, wie dem Messias zu folgen sei: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34; Mt 16,24; vgl. Lk 9,23). Danach führt Jesus drei der Jünger auf einen hohen Berg, wo göttliche Herrlichkeit aus ihm erstrahlt. Moses und Elija erscheinen vor ihren Augen und sie reden mit Jesus. Dann kommt wie auf dem Berg Sinai eine Wolke und wirft ihren Schatten auf Jesus und seine Jünger. Und aus der Wolke erhebt sich eine Stimme, wie der Donner auf dem Berg Sinai, durch den Gott zu Moses sprach und ihm das Gesetz, die Tora, verkündete. Dies ist die Stimme des Vaters, der die tiefste Identität Jesu offenbart und ihn ermächtigt. Er sagt: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören“ (Mk 9,7).

65. Viele der in diesem Direktorium betonten Themen und Motive werden in dieser beeindruckenden Szene auf den Punkt gebracht. Zweifellos gehören Kreuz und Herrlichkeit zusammen. Zweifellos führt das gesamte Alte Testament, für das Moses und Elija stehen, darauf hinaus, dass Kreuz und Herrlichkeit zusammengehören. Der Prediger muss diese Dinge ansprechen und sie erklären. Die Bedeutung des Mysteriums lässt sich wohl kaum besser zusammenfassen als mit den wunderbaren Worten der Präfation, die an diesem Tag gesprochen wird. Vor dem Eucharistischen Hochgebet spricht der Priester für alle Gläubigen, um Gott durch unseren Herrn Jesus Christus für dieses Geheimnis der Verklärung zu danken: „Denn er hat den Jüngern seinen Tod vorausgesagt und ihnen auf dem heiligen Berg seine Herrlichkeit kundgetan. In seiner Verklärung erkennen wir, was Gesetz und Propheten bezeugen: dass wir durch das Leiden mit Christus zur Auferstehung gelangen.“ Mit diesen Worten wird an diesem Tag das Eucharistische Hochgebet eingeleitet.

66. In jedem der synoptischen Evangelien bezeichnet die Stimme des Vaters Jesus als seinen geliebten Sohn und verfügt: „Auf ihn sollt ihr hören“. Inmitten dieser Szene der transzendenten Herrlichkeit lenkt diese Verfügung des Vaters die Aufmerksamkeit auf den Weg zur Herrlichkeit. Es ist, als ob er sagen würde: „Auf ihn sollt ihr hören, dem die Fülle meiner Liebe zuteilwird, die sich am Kreuz offenbart.“ Es ist eine neue Tora, das neue Gesetz des Evangeliums, das auf dem heiligen Berg verkündet wird. Im Mittelpunkt steht die Gnade des Heiligen Geistes, die allen zuteilwird, die an Jesus und an sein Verdienst am Kreuz glauben. Aus diesem Grund erstrahlt die göttliche Herrlichkeit aus Jesus und wird er als der geliebte Sohn des Vaters offenbart. Sind wir hier nicht im Innersten des trinitarischen Geheimnisses angelangt? In der Herrlichkeit des Sohnes sehen wir die Herrlichkeit des Vaters, und diese Herrlichkeit ist unlösbar mit dem Kreuz verbunden. Der in der Verklärung offenbarte Sohn ist „Licht vom Licht“, wie es im Glaubensbekenntnis heißt; und gewiss ist dieser Augenblick in der Heiligen Schrift einer der stärksten Belege für die Formulierung im Glaubensbekenntnis.

67. Der Verklärung kommt in der Fastenzeit eine große Bedeutung zu, weil die Lesungen der Fastenzeit zusammen ein Lehrbuch bilden, das die Taufbewerber auf den Empfang der Initiationssakramente in der Osternacht vorbereitet. In gleicher Weise bereitet es alle Gläubigen auf ihre persönliche Erneuerung in dem neuen Leben vor, in das sie wiedergeboren werden. Wenn der erste Fastensonntag besonders eindrucksvoll daran erinnert, dass Jesus sich in der Versuchung mit uns solidarisch zeigt, soll der zweite Fastensonntag uns daran erinnern, dass Jesus die Herrlichkeit, die er ausstrahlt, mit allen teilen will, die auf seinen Tod und seine Auferstehung getauft sind. Der Prediger kann sich gut auf die Worte und die Autorität des hl. Paulus berufen, um diesem Punkt Nachdruck zu verleihen: „... der [Jesus Christus] unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes ...“ (Phil 3,21). Dieser Vers findet sich in der zweiten Lesung für das Lesejahr C. Er kann aber auch in den anderen Lesejahren die Botschaft prägnant auf den Punkt bringen.

68. Wenn die Gläubigen an diesem Sonntag zur Kommunion gehen, werden im Kommunionvers die Worte des Vaters wiederholt, die im Evangelium verkündet wurden: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe: Auf den sollt ihr hören.“ Was die drei auserwählten Jünger bei der Verklärung gehört und gesehen haben, wird nun mit dem Ereignis dieser Liturgie zusammengeführt, in der die Gläubigen Leib und Blut des Herrn empfangen. In dem Gebet nach der Kommunion danken wir Gott dafür, dass er uns „schon auf Erden“ an den himmlischen Dingen teilnehmen lässt. Schon auf Erden sehen die Jünger die göttliche Herrlichkeit, die aus Jesus erstrahlt. Schon auf Erden empfangen die Gläubigen seinen Leib und sein Blut und hören die Stimme des Vaters, die in ihrem tiefsten Herzen zu ihnen spricht: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe: Auf den sollt ihr hören.“

C. Der Dritte, Vierte und Fünfte Fastensonntag

69. „An den drei folgenden Sonntagen [der Fastenzeit] sind für das Lesejahr A die Evangelien von der Samariterin, vom Blindgeborenen und von der Auferweckung des Lazarus wieder eingeführt worden. Da diese Perikopen für die Eingliederung in die Kirche von großer Bedeutung sind, können sie auch in den Lesejahren B und C verwendet werden, besonders wenn es in der Gemeinde Katechumenen gibt. Für die Lesejahre B und C werden jedoch auch andere Texte angegeben: für Lesejahr B johanneische Stellen über die kommende Verherrlichung Jesu durch Kreuz und Auferstehung und für das Lesejahr C lukanische Texte über die Umkehr. ... Da die Lesungen von der Samariterin, dem Blindgeborenen und der Auferweckung des Lazarus jetzt auf Sonntage fallen – aber nur im Lesejahr A (in den übrigen nach freier Wahl) –, ist die Möglichkeit vorgesehen, sie auch an Wochentagen zu verwenden. Daher sind zu Beginn der 3., 4. und 5. Woche ‚Messen zur Auswahl‘ mit diesen Texten eingefügt. Sie können anstelle der Texte vom Tage an jedem Wochentag der betreffenden Woche gebraucht werden“ (OLM 97, 98). Die katechetische Kraft der Fastenzeit wird in den Lesungen und Gebeten für die Sonntage im Lesejahr A besonders deutlich. Der Zusammenhang der Themen Wasser, Licht und Leben mit der Taufe ist offensichtlich; mit diesen Bibeltexten und Gebeten führt die Kirche die Taufbewerber hin zu den Initiationssakramenten, die an Ostern gespendet werden. Die abschließende Vorbereitung ist von grundlegender Bedeutung, wie die bei der Feier der Skrutinien verwendeten Gebetstexte deutlich machen.

Was ist mit uns anderen? Der Prediger kann seine Zuhörer einladen, die Fastenzeit als eine Zeit der Reinigung des Glaubens und der Reaktivierung der Taufgnaden zu betrachten, die sie empfangen haben. Dieser Prozess kann durch das Prisma der Exoduserfahrung Israels erklärt werden. Dieses Ereignis war für das Verständnis Israels als Volk Gottes, die Entdeckung seiner eigenen Begrenztheit und Treulosigkeit und auch der beharrlichen und treuen Liebe Gottes entscheidend. In der gesamten Geschichte Israels diente dieses Ereignis als Paradigma für die Deutung seiner Reise mit Gott. So ist die Fastenzeit für uns eine Zeit, in der wir in der Wüste unserer gegenwärtigen Existenz mit all ihren Schwierigkeiten, Ängsten und Treulosigkeiten die Nähe Gottes neu entdecken, der uns trotz allem in das Gelobte Land führt. Dies ist ein grundlegender Augenblick in unserem Leben als Gläubige, der uns herausfordert. Wir sollen uns an die Taufgnaden erinnern, die wir im frühen Kindesalter empfangen haben, auch wenn die Sünden und Fehler, die wir auf uns geladen haben, vermuten lassen, dass sie uns abhandengekommen sind. Die Wüste ist ein Ort, der unseren Glauben auf die Probe stellt, ihn aber auch reinigt und stärkt, wenn wir lernen, trotz gegenteiliger Erfahrungen auf Gott zu bauen. Das grundlegende Thema dieser drei Sonntage ist die Frage, wie unser Glaube auch im Angesicht von Sünde (die Samariterin), Unwissenheit (der Blinde) und Tod (Lazarus) fortwährend genährt werden kann. Dies sind die „Wüsten“, die wir im Leben durchwandern und in denen wir entdecken, dass wir nicht alleine sind, weil Gott bei uns ist.

70. Die Beziehung zwischen denjenigen, die sich auf die Taufe vorbereiten, und den übrigen Gläubigen steigert die Dynamik der Fastenzeit, und der Prediger sollte sich bemühen, die Gemeinde in die Vorbereitung des Taufbewerbers einzubeziehen.

Bei der Feier der Skrutinien wird im Rahmen des Eucharistischen Hochgebets ein Gebet für die Taufpaten gesprochen. Es erinnert die Gläubigen daran, dass jedem Mitglied der Gemeinde die Aufgabe zukommt, den Taufbewerber zu unterstützen und andere zu Christus hinzuführen. Wir, die bereits glauben, sind wie die Samariterin aufgerufen, andere an unserem Glauben teilhaben zu lassen. Dann, an Ostern, können die Getauften der übrigen Gemeinde sagen: „Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.“

71. Der Dritte Fastensonntag führt uns mit Jesus, und vor ihm mit Israel, zurück in die Wüste. Die Israeliten sind durstig, und deshalb stellen sie die Reise in Frage, auf die Gott sie geschickt hat. Die Lage scheint hoffnungslos, doch überraschend kommt Hilfe: Als Moses gegen den harten Felsen schlägt, sprudelt daraus Wasser hervor! Doch es gibt noch etwas, was noch härter und verstockter ist als der Felsen – das menschliche Herz. Der Antwortpsalm richtet eine vielsagende Bitte an diejenigen, die ihn singen und hören: „Hört auf die Stimme des Herrn, verhärtet nicht euer Herz.“ In der zweiten Lesung sagt uns der hl. Paulus, dass der Stab, den wir führen, der Glaube ist, der uns durch Christus Zugang zur Gnade Gottes verschafft, aus der wir wiederum Hoffnung schöpfen. Diese Hoffnung wird nicht enttäuscht, weil die Liebe Gottes in unsere Herzen gegossen wurde, die uns selbst zur Liebe befähigt. Diese göttliche Liebe wurde uns nicht als Lohn für unsere Verdienste zuteil, denn sie wurde uns gegeben, als wir noch Sünder waren, und dennoch ist Christus für uns gestorben. In wenigen Versen lädt uns der Apostel ein, sowohl das Geheimnis der Dreifaltigkeit als auch die Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe zu betrachten. Es folgt im Evangelium die Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin. In dem tiefgreifenden Gespräch geht es um die grundlegende Wahrheit des ewigen Lebens und das Gebet in der Wahrheit. Es ist ein erhellendes Gespräch, weil es die Pädagogik des Glaubens deutlich macht. Jesus und die Frau sprechen anfangs auf verschiedenen Ebenen. Ihr praktisch orientiertes, konkretes Denken kreist um das Wasser im Brunnen. Jesus spricht beharrlich, als sei er sich ihrer praktischen Sorgen nicht bewusst, über das lebendige Wasser, das von Gott gegeben wird. Da sie weiter aneinander vorbeireden, spricht Jesus den schmerzvollsten Punkt in ihrem Leben an: ihre unrechtmäßige Ehesituation. Dieses Erkennen ihrer Schwäche öffnet unmittelbar ihren Geist für das Geheimnis Gottes, und dann kommt sie auf das Gebet zu sprechen. Als sie der Einladung folgt, an Jesus den Messias zu glauben, wird sie mit Gnade erfüllt und eilt zu den Leuten in ihrem Ort, um ihnen davon zu berichten.

Der Glaube, der durch das Wort Gottes, durch die Eucharistie und durch die Erfüllung des Willens des Vaters genährt wird, lässt das Geheimnis der Gnade erschließen, das durch das Bild des „lebendigen Wassers“ veranschaulicht wird. Moses schlug gegen den Felsen, und es floss Wasser heraus; der Soldat stieß Christus in die Seite, und es floss Blut und Wasser heraus. Eingedenk dessen lässt die Kirche die Gläubigen diese Worte sprechen, bevor sie die Kommunion empfangen: „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben. Es wird in ihm zur Quelle, deren Wasser ins ewige Leben sprudelt – so spricht der Herr.“

72. Doch wir sind nicht die einzigen, die durstig sind. Die Präfation für die heutige Messfeier lautet: „Er hatte der Samariterin schon die Gnade des Glaubens geschenkt, als er sie bat, ihm einen Trunk Wasser zu reichen. Nach ihrem Glauben dürstete ihn mehr als nach dem Wasser, denn er wollte im gläubigen Herzen das Feuer der göttlichen Liebe entzünden.“ Der Jesus, der sich beim Brunnen niederließ, war müde und durstig. (Der Prediger kann darauf hinweisen, wie in den Evangelienlesungen an diesen drei Sonntagen die menschliche Natur Christi zum Vorschein kommt: seine Erschöpfung am Brunnen, sein Speichel, aus dem er den Teig für die Heilung des Blinden macht, und seine Erschütterung am Grab des Lazarus.) Der Durst Jesu erreicht in den letzten Augenblicken seines Lebens seinen Höhepunkt, wenn er vom Kreuz herabruft: „Mich dürstet!“ Das versteht er darunter, den Willen des Vaters zu erfüllen, der ihn gesandt hat, und sein Werk zu vollenden. Dann fließt aus seinem durchbohrten Herzen das ewige Leben, das uns in den Sakramenten nährt und uns, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten, für unseren weiteren Pilgerweg stärkt.

73. Der Vierte Fastensonntag („Laetare“) ist von Licht erfüllt, was sich auch darin äußert, dass hellere Messgewänder getragen werden können und der Altar mit Blumen geschmückt werden kann. Der Zusammenhang von Ostergeheimnis, Taufe und Licht wird prägnant in einer Zeile aus der zweiten Lesung beschrieben: „Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein“ (Eph 5,14). Dieser Zusammenhang wird in der Präfation aufgegriffen und weiterentwickelt: „Denn durch seine Menschwerdung hat er das Menschengeschlecht aus der Finsternis zum Licht des Glaubens geführt. Wir sind als Knechte der Sünde geboren, er aber macht uns zu dienen Kindern durch die neue Geburt aus dem Wasser der Taufe.“ Diese Erleuchtung, die in der Taufe ihren Anfang nahm, wird bei jedem Empfang der Eucharistie verstärkt. Dieser Punkt wird durch die Worte des Blinden hervorgehoben, die im Kommunionvers aufgegriffen werden: „Der Herr salbte meine Augen; ich ging hin, wusch mich und wurde sehend und glaube an Gott.“

74. Doch es ist kein wolkenloser Himmel, den wir an diesem Sonntag betrachten; das Sehen ist in Wirklichkeit viel schwieriger, als der Blinde es in knappen Worten beschreibt. In der ersten Lesung werden wir belehrt: „Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ Dies ist eine heilsame Warnung an den Taufbewerber, der dem Osterfest mit steigender Erwartung entgegenblickt, und auch an die übrigen Gläubigen. Im Schlussgebet heißt es, dass Gott jeden Menschen erleuchtet. Im Großen wie im Kleinen ist es an uns zu entscheiden, ob wir uns dem Licht zuwenden oder ob wir uns von ihm abwenden. Der Prediger kann seine Zuhörer auf die zunehmende Sehkraft des Blindgeborenen und die fortschreitende Erblindung der Gegner Jesu aufmerksam machen. Der Geheilte nennt seinen Heiler zunächst: „der Mann, der Jesus heißt“; dann bekennt er: „Er ist ein Prophet“; und am Ende verkündet er: „Ich glaube, Herr“ und wirft sich vor Jesus nieder. Die Pharisäer ihrerseits erblinden zusehends: Zunächst erkennen sie an, dass das Wunder stattgefunden hat. Dann leugnen sie, dass es ein Wunder war. Und schließlich vertreiben sie den Geheilten aus der Synagoge. Im gesamten Verlauf der Schilderung erklären die Pharisäer fortwährend, was sie wissen, während der Blinde fortwährend beteuert, nichts zu wissen. Am Ende mahnt Jesus: „Um zu richten, bin ich in die Welt gekommen.“ Er macht die Blinden sehend und die Sehenden blind. Auf den Einwand der Pharisäer antwortet er: „Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.“ Auf die Erleuchtung, die wir in der Taufe erfahren haben, müssen wir in Licht und Schatten unseres Pilgerweges Acht geben. Darum beten wir nach der Kommunion: „Allmächtiger Gott, dein ewiges Wort ist das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet. Heile die Blindheit unseres Herzens, damit wir erkennen, was vor dir recht ist, und dich aufrichtig lieben.“

75. „Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.“ Der Weckruf des hl. Paulus vom Vorsonntag findet einen lebendigen Ausdruck in der Auferweckung des Lazarus, dem letzten und großartigsten „Zeichen“ Jesu, von dem im vierten Evangelium berichtet wird. Die Endgültigkeit des Todes, die durch die Tatsache betont wird, dass Lazarus schon seit vier Tagen tot ist, scheint eine noch größere Herausforderung zu sein, als Wasser aus einem Fels zu schöpfen oder einem Blindgeborenen sein Augenlicht zurückzugeben. Und doch bekennt Martha, mit diesem Sachverhalt konfrontiert, ihren Glauben ähnlich wie Petrus: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“ Sie glaubt nicht an das, was Gott in Zukunft tun könnte, sondern an das, was er jetzt tut: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Dieses „ich bin“ zieht sich durch das gesamte Johannesevangelium, ist eine deutliche Anspielung auf die Selbstoffenbarung Gottes an Mose und erscheint an all diesen Sonntagen in den Evangelienlesungen: Als die Samariterin über den Messias spricht, sagt Jesus zu ihr: „Ich bin es, ich, der mit dir spricht.“ In der Geschichte über die Heilung des Blinden sagt Jesus: „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ Und heute sagt er: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Der Schlüssel zu diesem Leben ist der Glaube: „Glaubst du das?“ Doch auch Martha wankt nach ihrem beherzten Bekenntnis und entgegnet, dass es schon rieche, als Jesus den Stein vor dem Grab wegnehmen lassen will. Erneut werden wir daran erinnert, dass es eine Lebensaufgabe ist, Christus zu folgen. Ob wir in zwei Wochen die Initiationssakramente empfangen oder schon seit vielen Jahren als Katholiken leben, wir müssen fortwährend an der Vertiefung unseres Glaubens an Christus arbeiten.

76. Mit der Auferweckung des Lazarus erfüllt sich Gottes Verheißung, die durch den Propheten Ezechiel in der ersten Lesung verkündet wurde: „Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf.“ Im Zentrum des Ostergeheimnisses steht das Sterben und die Auferstehung Christi, der für uns genau das tut, was er für Lazarus getan hat: „Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen.“ Er befreit uns, nicht nur vom physischen Tod, sondern auch von vielen anderen Toden, die uns plagen und die uns binden: Sünde, Unglück, zerbrochene Beziehungen. Aus diesem Grund ist es für uns Christen so wichtig, dass wir uns fortwährend in das Ostergeheimnis vertiefen. Die Präfation verkündet heute: „Da er Mensch ist wie wir, weinte er über den Tod seines Freundes, da er Gott ist von Ewigkeit, rief er Lazarus aus dem Grabe. Er hat Erbarmen mit uns Menschen und führt uns zum neuen Leben durch die österlichen Sakramente.“ Unsere wöchentliche Begegnung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn ist der Ausdruck unseres Glaubens daran, dass er hier und jetzt unsere Auferstehung und unser Leben ist. Es ist diese Überzeugung, aus der wir ihn am nächsten Sonntag begleiten, wenn er in Jerusalem einzieht, und aus der wir mit Thomas sagen: „Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben.“

D. Palmsonntag

77. „Am Palmsonntag wurden für die Prozession Texte aus den Synoptikern über den feierlichen Einzug des Herrn in Jerusalem gewählt ...; in der Messe aber wird die Leidensgeschichte des Herrn gelesen“ (OLM 97). Zwei alte Traditionen prägen diese besondere Liturgiefeier: der Brauch der Prozession in Jerusalem und die Lesung der Passion in Rom. Dem Überschwang, der den königlichen Einzug Christi umgab, folgt unmittelbar die Lesung aus einem der Lieder vom Gottesknecht und die feierliche Verkündigung der Passion des Herrn. Und diese Liturgie findet am Sonntag statt, einem Tag, der immer mit der Auferstehung Christi verknüpft wird. Wie kann der Prediger die vielen theologischen und emotionalen Elemente dieses Tages zusammenbringen, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass aus pastoralen Erwägungen eine eher kurze Homilie angebracht ist? Der Schlüssel liegt in der zweiten Lesung, der wundervollen Hymne aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper, die das gesamte Ostergeheimnis in bewundernswerter Weise zusammenfasst. Der Prediger könnte kurz darstellen, dass wir im Verlauf der Heiligen Woche dieses Geheimnis in einer Weise erfahren, die unsere Herzen berührt. Vielfältige örtliche Bräuche und Traditionen lenken die Gläubigen auf die Ereignisse der letzten Tage im Leben Jesu hin. Doch vor allem strebt die Kirche in dieser Woche danach, nicht nur unsere Gefühle anzusprechen, sondern unseren Glauben zu vertiefen. In den Liturgiefeiern der bevorstehenden Woche gedenken wir der letzten Tage Jesu und tauchen zugleich in das Ostergeheimnis ein, um mit Christus zu sterben und aufzuerstehen.

III. Die Adventssonntage

78. „Die Evangelien [für die Adventssonntage] sind geprägt durch ihren Bezug auf die Wiederkunft des Herrn (Erster Adventssonntag), auf Johannes den Täufer (Zweiter und Dritter Adventssonntag) und auf die Geschehnisse, die der Geburt des Herrn unmittelbar vorausgingen (Vierter Adventssonntag). Die Lesungen aus dem Alten Testament bestehen aus prophetischen Texten (hauptsächlich aus Jesaja) über den Messias und die messianische Zeit. Die Lesungen aus den Apostelbriefen bieten Weisungen und Ankündigungen entsprechend der Eigenart des Advents“ (OLM 93). Der Advent ist die Zeit, in der sich die Christen auf die Gnaden vorbereiten, die ihnen in der Feier des Hohen Weihnachtsfestes in diesem Jahr wieder geschenkt werden. Ab dem Ersten Adventssonntag ermutigt der Prediger die Gläubigen, sich auf die Ankunft des Herrn vorzubereiten. Die in diesem Teil der Leseordnung vorgesehenen Lesungen weisen auf die vielen Facetten der Vorbereitung hin. Am Anfang der Adventszeit werden wir aufgefordert, uns auf Weihnachten vorzubereiten, indem wir einerseits auf die erste Ankunft unseres Herrn zurückblicken. So beten wir in der Präfation vom Advent I: „Denn in seinem ersten Kommen hat er sich entäußert und ist Mensch geworden“. Andererseits freuen wir uns auf seine Wiederkehr „im Glanz seiner Herrlichkeit“, auf den Tag, an dem „wir sichtbar empfangen werden, was wir jetzt mit wachem Herzen gläubig erwarten“.

79. So hat adventus – das Kommen des Herrn – immer eine doppelte Bedeutung. Der Advent bereitet uns auf sein Kommen am gnadenreichen Weihnachtsfest und auf seine Wiederkehr am letzten Tag vor. Die Schrifttexte sollten unter Berücksichtigung dieser doppelten Bedeutung ausgelegt werden. Auch wenn in einzelnen Texten entweder die eine oder die andere Bedeutung im Vordergrund stehen mag, lassen uns die Worte und Bilder oftmals auch über beide Bedeutungen nachdenken. Und es gibt noch ein Kommen in einem anderen Sinn: Wir hören diese Lesungen in der eucharistischen Versammlung, in der Christus wahrhaftig gegenwärtig ist. Zu Beginn der Adventszeit ruft uns die Kirche die Lehre des hl. Bernhard in Erinnerung, wonach es zwischen dem sichtbaren Kommen Christi in der Geschichte und am Ende der Zeit auch hier und jetzt ein Kommen gibt, das nicht sichtbar ist (vgl. Lesehore, Mittwoch der 1. Woche im Advent), und macht sich die Worte des hl. Karl Borromäus zu eigen:

Zugleich lehrt uns die Feier, dass das Kommen Christi nicht nur seinen Zeitgenossen zum Heil wurde, sondern dass seine Gnadengaben uns allen bis auf den heutigen Tag geschenkt werden, sofern wir bereit sind, durch den heiligen Glauben und die Sakramente anzunehmen, was uns Christus verdient hat, und mit dieser Gnade unser Leben im Gehorsam gegen Christus zu ordnen (Lesehore, Montag der 1. Woche im Advent).

A. Erster Adventssonntag

80. In allen drei Lesejahren werden am ersten Adventssonntag aus den drei synoptischen Evangelien die Abschnitte gelesen, die ankündigen, dass der Menschensohn an einem unbekannten Tag und zu einer unbekannten Stunde in Herrlichkeit kommen wird. Wir werden aufgefordert, aufmerksam und bereit zu sein, auf beängstigende Zeichen am Himmel und auf der Erde zu achten und wachsam zu bleiben. Dies ist ein überraschender Auftakt der Adventszeit, da der Advent schon unweigerlich an Weihnachten denken lässt und die breitere Kultur schon vielerorts die sanften Bilder von Christi Geburt in Bethlehem heraufbeschwört. Doch die Liturgie führt uns zu diesen Bildern durch andere Bilder, die uns daran erinnern, dass der Herr, der in Bethlehem geboren wurde, kommen wird „zu richten die Lebenden und die Toten“, wie es im Glaubensbekenntnis formuliert ist. An diesem Sonntag liegt es in der Verantwortung des Predigers, die Christen daran zu erinnern, dass sie stets wachsam sein und sich auf das Kommen des Herrn vorbereiten müssen. In der Tat dient der Advent dieser Vorbereitung: Sein Kommen an Weihnachten ist innig mit seinem Kommen am letzten Tag verbunden.

81. In allen drei Lesejahren können die Lesungen aus den prophetischen Texten so verstanden werden, dass sie sowohl auf das letzte Kommen des Herrn in Herrlichkeit als auch auf sein erstes Kommen hinweisen, in dem er sich „entäußert hat und Mensch geworden ist“ und dessen wir an Weihnachten gedenken. Beide Propheten, Jesaja (Jahr A) und Jeremia (Jahr C), verkünden: „Der Tag werde kommen“. Im liturgischen Gesamtkontext weisen die nachfolgenden Worte auf das Ende der Zeit, aber auch auf das bevorstehende Weihnachtsfest hin.

82. Was wird am Ende der Zeit geschehen? Jesaja sagt (Jahr A): „Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge ... Zu ihm strömen alle Völker ...“ Der Prediger hat mehrere Möglichkeiten, diesen Vers auszulegen. „Der Berg mit dem Haus des Herrn“ kann für die Kirche stehen, der sich alle Völker anschließen. Desgleichen kann der Vers als erste Ankündigung des kommenden Weihnachtsfestes verstanden werden. „Zu ihm“, dem Kind in der Krippe, „strömen alle Völker”. Diese Verkündigung erfüllt sich an Erscheinung des Herrn, wenn die Weisen kommen, um ihn anzubeten. Der Prediger könnte die Gläubigen seiner Gemeinde daran erinnern, dass auch sie unter den vielen Völkern sind, die zu Christus strömen, und dass dieser Strom am ersten Adventssonntag wieder stärker wird. Gleichwohl gelten dieselben inspirierenden Worte auch für das Kommen am Ende der Zeit, das im Evangelium ausdrücklich benannt wird. Der Prophet sagt weiter: „Er [der Herr] spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht.“ Die abschließenden Worte dieses prophetischen Textes sind gleichzeitig eine wunderbare Einladung zur Feier des Weihnachtsfestes und eine Aufforderung, das Kommen des Menschensohns in Herrlichkeit zu erwarten: „Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn“ (Jes 2,2–2,5).

83. Die erste Lesung aus dem Buch Jesaja im Lesejahr B ist ein Gebet, das die Kirche eine bußfertige Haltung lehrt, die für diese Zeit angemessen ist. Zunächst wird ein Problem beschrieben, das Problem unserer Sünde. „Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, so dass wir dich nicht mehr fürchten?“ (Jes 63,17). Das ist ganz zweifellos eine Frage, der wir uns stellen müssen. Die geheime Macht der Gesetzwidrigkeit (vgl. 2 Thess 2,7) – wer kann sie verstehen? Diese Sündigkeit, die wir in uns selbst und in der Welt, die uns umgibt, erfahren – und für die der Prediger Beispiele nennen kann –, lässt uns aus unserem tiefsten Inneren Gott zurufen: „Reiß doch den Himmel auf, und komm herab, so dass die Berge zittern vor dir!“ (Jes 63,19). Dieser Ruf wird in Jesus Christ endgültig beantwortet. In ihm reißt Gott den Himmel auf und kommt herab. Und in ihm vollbrachte Gott, wie der Prophet gebetet hat, „schreckliche und nie erwartete Taten“ (Jes 64,2), die man seit Menschengedenken noch nie vernommen hat. Weihnachten ist das Fest der schrecklichen und nie erwarteten Taten Gottes.

84. Zugleich blickt die Kirche an diesem ersten Adventssonntag auf Jesu Wiederkehr in Glanz und Herrlichkeit. „Reiß doch den Himmel auf, und komm herab, so dass die Berge zittern vor dir!“ Im selben Tonfall beschreiben die Evangelisten das letzte Kommen. Und sind wir darauf vorbereitet? Nein, wir befinden uns erst in der Zeit der Vorbereitung. Das Gebet des Propheten geht weiter: „Ach, kämst du doch denen entgegen, die tun, was recht ist, und nachdenken über deine Wege“ (Jes 64,4). Eine ähnliche Bitte formulieren wir an diesem Sonntag im Tagesgebet: „Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten ...“.

85. Im Lukasevangelium, das im Lesejahr C gelesen wird, wird das Kommen in besonders lebendigen Bildern beschrieben. Jesus sagt voraus, dass unter vielen beängstigenden Zeichen, die sichtbar werden, ein Zeichen alle anderen überragen wird; nämlich das Erscheinen des Herrn der Herrlichkeit. Er sagt: „Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.“ Für uns, die zu ihm gehören, ist dies kein Tag, an dem wir uns ängstlich ducken. Im Gegenteil, er sagt uns: „Wenn (all) das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe“ (Lk 21,27–28). Der Prediger kann auch laut fragen: Wie gelingt es uns, am letzten Tag eine solche Haltung der Zuversicht einzunehmen? Zweifellos bedarf es einer gewissen Vorbereitung und einer Umkehr in unserem Leben. Für diese Vorbereitung benötigen wir den Advent, in dem wir den Rat des Herrn in die Tat umsetzen müssen: „Nehmt euch in acht, dass ... jener Tag euch nicht plötzlich überrascht ... Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt“ (Lk 21,34.36).

86. Die im Anschluss gefeierte Eucharistie ist selbstverständlich die intensivste Form, in der sich die Gläubigen auf das Kommen des Herrn vorbereiten können, weil das Kommen in der Eucharistie selbst geschieht. In der Präfation, die an diesem Sonntag das Eucharistische Hochgebet einleitet, beten die Gläubigen „mit wachem Herzen“ zu Gott. Mit wachem Herzen wollen wir schon heute vereint mit allen Engeln und Heiligen das Lob seiner Herrlichkeit singen: „Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten.“ Auch das Geheimnis des Glaubens verkünden wir im Geiste dieser Wachsamkeit: „Sooft wir dieses Brot essen und aus diesem Kelch trinken, verkünden wir deinen Tod, o Herr, bis Du kommst in Herrlichkeit.“ Im Eucharistischen Hochgebet wird der Himmel aufgerissen und Gott kommt herab. In der heiligen Kommunion wird der Himmel aufgerissen und Gott kommt herab. Der, dessen Leib und Blut wir heute empfangen, ist der Menschensohn, der mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen wird. Diese Gnade, die wir in der heiligen Kommunion empfangen, lässt darauf hoffen, dass jeder von uns ausrufen kann: „Ich richte mich auf und erhebe mein Haupt, denn meine Erlösung ist nahe.“

B. Zweiter und Dritter Adventssonntag

87. Am Zweiten und am Dritten Adventssonntag steht in allen drei Lesejahren Johannes der Täufer im Mittelpunkt der Evangelienlesungen. Darüber hinaus ist er oft auch Thema der Evangelientexte, die an den Wochentagen nach diesen Sonntagen gelesen werden. Ferner handeln die am 19., 21., 23. und 24. Dezember gelesenen Evangelien alle von den Ereignissen rund um die Geburt des Johannes. Mit dem Fest der Taufe Jesu durch Johannes endet dann schließlich der Weihnachtsfestkreis. Die folgenden Ausführungen sollen dem Prediger immer dann Orientierung bieten, wenn Johannes der Täufer im biblischen Text auffallend in Erscheinung tritt.

88. Der Gelehrte Origenes bemerkte im dritten Jahrhundert ein Muster, das ein großes Geheimnis birgt: Jedem Kommen Jesu, des Herrn, geht das Kommen Johannes des Täufers voraus (Homilien zum Lukasevangelium IV, 6). Schon im Mutterleib macht Johannes durch seine Bewegung auf die Gegenwart des Herrn aufmerksam. In der Wüste am Jordan kündigt Johannes in seinen Predigten denjenigen an, der nach ihm kommen soll. Als er Jesus im Jordan tauft, öffnet sich der Himmel, der Heilige Geist kommt in sichtbarer Gestalt auf Jesus herab und eine Stimme aus dem Himmel spricht: Du bist mein geliebter Sohn. Der Tod des Johannes ist für Jesus das Zeichen, nach Jerusalem zu gehen, obwohl er weiß, dass ihn dort sein eigener Tod erwartet. Johannes ist der letzte und größte der Propheten; denn nachdem er gesprochen hat, kommt der, den alle Propheten vor ihm angekündigt haben, und bewirkt unser Heil.

89. Das Wort Gottes, das einst in Palästina Fleisch geworden ist, kommt auch zu jeder Generation gläubiger Christen. Aber Johannes, der in der Geschichte vor Jesus auftrat, kommt auch als Erster zu uns. In der Gemeinschaft der Heiligen ist Johannes den Gläubigen in diesen Tagen gegenwärtig. Er kündigt das Kommen eines anderen an und fordert uns zur Umkehr auf. Aus diesem Grund spricht die Kirche jeden Morgen in den Laudes das Loblied, das Zacharias, der Vater des Johannes, bei dessen Geburt gesprochen hat: „... du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden“ (Lk 1,76–77).

90. Der Prediger sollte dafür Sorge tragen, dass die Gläubigen im Rahmen der Vorbereitung auf das zweifache Kommen des Herrn den drängenden Aufruf des Johannes zur Umkehr hören, der besonders in den Evangelienlesungen des Zweiten und des Dritten Adventssonntags im Vordergrund steht. Doch wir hören die Stimme des Johannes nicht nur in den Texten des Evangeliums; die Stimmen aller Propheten Israels sind nun in der einen Stimme des Johannes vereint. „Ja, er ist Elija!“, sagte Jesus selbst über ihn (Mt 11,14). Bezogen auf jede andere erste Lesung, die an diesen Sonntagen vorgesehen ist, könnte man auch sagen: er ist Jesaja, Baruch, Zefanja. In jeder Weissagung eines Propheten, die an diesen Tagen in der liturgischen Versammlung vorgetragen wird, klingt die Stimme des Johannes, die hier und jetzt dem Herrn den Weg bereitet. Wir sind vorbereitet, wenn der Menschensohn am letzten Tag im Glanz seiner Herrlichkeit kommt. Wir sind vorbereitet auf das diesjährige Weihnachtsfest.

91. So ist beispielsweise jede Versammlung, in der die Heilige Schrift verkündet wird, das „Jerusalem“ aus dem Buch des Propheten Baruch (Zweiter Sonntag, C): „Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends, und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht.“ Hier ist ein Prophet, der uns zu einer ganz konkreten Form der Vorbereitung und zur Umkehr auffordert: „Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt!“ In der Kirche wird das Mensch gewordene Wort wohnen, und so sind folgende Worte an sie ge richtet: „Steh auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten, und sieh deine Kinder: Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie gesammelt. Sie freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat“ (Bar 5,1.2.5).

92. Verschiedene klassische messianische Weissagungen Jesajas werden an diesen Sonntagen gelesen. „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht“ (Jes 11,1, Zweiter Sonntag, A). Die Weissagung erfüllt sich in Jesu Geburt. In einem anderen Jahr heißt es: „Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste!“ (Jes 40,3, Zweiter Sonntag, B). Alle vier Evangelisten sehen diese Weissagung in Johannes erfüllt, der in der Wüste predigt. Bei Jesaja heißt es weiter: „Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen“ (Jes 40,5). Gemeint ist der letzte Tag. Gemeint ist das Weihnachtsfest.

93. Es ist verblüffend, wie oft an den vielen Stellen der Evangelien, die über Johannes den Täufer berichten, der Kern seiner Botschaft über Jesus wiederholt wird: „Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen“ (Mk 1,8; Zweiter Sonntag B). Die durch Jesus vollzogene Taufe mit dem Heiligen Geist ist es, die alle hier behandelten Texte miteinander verbindet, und sie ist der Kernpunkt, auf den dieses gesamte Direktorium ausgerichtet ist: das Ostergeheimnis, das sich schließlich an Pfingsten erfüllt, wenn der Heilige Geist auf alle herabkommt, die an Christus glauben. Das Ostergeheimnis wird durch das Kommen des eingeborenen Sohnes in Menschengestalt vorbereitet und sein unendlicher Reichtum wird erst vollkommen am letzten Tag offenbart. Über das Kind, das im Stall geboren wird, und über denjenigen, der auf einer Wolke kommen wird, sagt Jesaja: „Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm“ (Jes 11,2, Zweiter Sonntag A). Wie auch die Worte, von denen Jesus selbst sagen wird, dass sie in ihm erfüllt werden: „Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe ...“ (Jes 61,1, Dritter Sonntag B; vgl. Lk 4,16–21).

94. Die Lesungen zum Advent sind in der Tat eine mitreißende Sammlung von Texten aus dem Alten Testament, die in geheimnisvoller Weise in der Menschwerdung des Gottessohnes ihre Erfüllung finden. Immer wieder aufs Neue kann der Prediger auf der Grundlage der poetischen Worte der Propheten den Gläubigen die Geheimnisse veranschaulichen, an denen sie in der Liturgie teilhaben. Das Kommen Christi ist nicht einmalig und hat vielfältige Dimensionen. Er ist gekommen. Er wird wiederkommen in Herrlichkeit. Er kommt an Weihnachten. Er kommt schon jetzt in jeder Eucharistie, die im Advent gefeiert wird. Und die kraftvollen und poetischen Worte der Propheten können auf all diese Dimensionen angewendet werden: „Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten“ (Jes 35,4, Dritter Sonntag A). „Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt“ (Zef 3,16–17, Dritter Sonntag C). „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist“ (Jes 40,1–2, Zweiter Sonntag B).

95. So überrascht es nicht, dass angesichts der wachsenden Vorfreude in den Wochen des Advents die Zelebranten am dritten Sonntag die rosafarbenen Gewänder tragen und dieser Sonntag nach den ersten Worten des Eröffnungsgesangs benannt ist, die schon seit Jahrhunderten an diesem Tag gesungen werden und aus dem Paulusbrief an die Philipper stammen: Gaudete – „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Der Herr ist nahe“ (Phil 4,4.5). Er ist gekommen. Er wird wiederkommen in Herrlichkeit. Er kommt an Weihnachten. Er kommt schon jetzt in jeder Eucharistie, die im Advent gefeiert wird. „Der Herr ist nahe.“

C. Vierter Adventssonntag

96. Am Vierten Adventssonntag ist Weihnachten ganz nahe. Die Grundstimmung der Liturgie verschiebt sich von den eindringlichen Aufrufen zur Umkehr zu einer Orientierung auf die Ereignisse, die unmittelbar mit Jesu Geburt im Zusammenhang stehen. Diese Verschiebung wird in der zweiten Präfation für den Advent deutlich. „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen“ (Jes 7,14), lautet die Überschrift zur ersten Lesung im Lesejahr A. Und in der Tat ranken sich alle Lesungen – aus den Propheten, aus den Apostelbriefen und aus den Evangelien – um das Geheimnis, das der Jungfrau Maria durch den Engel Gabriel verkündet wurde. (Die folgenden Ausführungen zu den Sonntagslesungen aus den Evangelien und aus dem Alten Testament können auch auf die Wochentagslesungen vom 17. bis 23. Dezember angewendet werden.)

97. Der Bericht des Evangelisten Lukas von der Verheißung der Geburt wird im Lesejahr B gelesen; ihm folgt in seinem Evangelium der Bericht über den Besuch Marias bei Elisabet, der im Lesejahr C gelesen wird. Diese Ereignisse haben in den Andachtsübungen vieler Katholiken einen besonderen Platz. Eines unserer am höchsten geschätzten Gebete, das Ave Maria, beginnt mit Worten, die der Engel Gabriel und Elisabet an Maria gerichtet haben. Die Verheißung der Geburt ist das erste und der Besuch bei Elisabeth das zweite freudenreiche Geheimnis des Rosenkranzes. Das Angelusgebet, das von vielen Gläubigen morgens, mittags und abends gebetet wird, ist eine ausgedehnte Meditation über die Verheißung der Geburt Jesu. Einige der großartigsten Kunstwerke in der Geschichte des christlichen Glaubens stellen den Augenblick dar, als Maria dem Engel begegnet und der Heilige Geist auf sie herabkommt. Am Vierten Adventssonntag sollte der Prediger auf dieses feste Fundament der christlichen Verehrung bauen und die Gläubigen dazu hinführen, dass sie diese wundersamen Ereignisse tiefer ergründen.

98. „Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist.“ Dieses Ereignis hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren. Die Kraft ist aufs Neue spürbar und erfüllt die Versammlung, der das Evangelium verkündet wird. Sie prägt die Zeit des gemeinsamen Gottesdienstes. Wir werden von dem Geheimnis gefesselt. Wir selbst werden gewissermaßen Zeugen des Ereignisses. Wir sehen einen Engel, der in Galiläa in der Stadt Nazaret der Jungfrau Maria erscheint. Die Kirche wohnt der Begegnung bei und folgt dem Geschehen und dem Gespräch mit Staunen. Göttliche Botschaft, menschliche Reaktion. Doch während wir zuschauen, wird uns bewusst, dass wir nicht nur passive Beobachter sein sollen. Was Maria gegeben wird – den Sohn Gottes in sich zu tragen –, das wird in der Liturgie des Vierten Adventssonntags in gewisser Weise auch den versammelten Gläubigen gegeben. Weihnachten, das in wenigen Tagen gefeiert wird, wird uns gegeben. Es ist so, wie Jesus es einst gesagt hat: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14,23).

99. Die erste Lesung des Lesejahres B aus dem Zweiten Buch Samuel entrückt uns von dieser Szene, ohne dass wir sie aber aus dem Auge verlieren. In dieser Lesung wird das Gesamtbild vermittelt, die Geschichte des Hauses David. Und wir sind aufgefordert, am Ende dieser Jahrhunderte währenden Geschichte den Engel zu sehen, der vor Maria steht. In der Homilie ist es daher zweckmäßig, den Gesamtzusammenhang darzustellen. David hat den edlen Gedanken, dem Herrn ein Haus zu bauen. Er fragt sich, warum die Lade Gottes weiter in einem Zelt wohnen soll, wenn er selbst sich doch niedergelassen und Schutz vor seinen Feinden gefunden hat. Warum nicht ein Haus, einen Tempel, bauen, in dem Gott gegenwärtig ist? Doch der Herr gibt David eine ganz unerwartete Antwort. In seiner göttlichen Großzügigkeit bietet er David etwas an, das viel größer ist und dessen Vorstellungskraft übersteigt. Der Herr stellt das Angebot Davids auf den Kopf und sagt ihm, dass nicht David dem Herrn, sondern der Herr David ein Haus bauen wird (vgl. 2 Sam 7,11). Und damit meint er eine Familie, die leben soll, „solange die Sonne bleibt und der Mond“ (Ps 72,5).

100. Wenn wir nun zur zentralen Szene dieser Geschichte zurückkehren, sehen wir, dass dieses David gegebene Versprechen endgültig erfüllt wird, und zwar wieder anders als erwartet. Maria ist „mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Hause David stammte“ (Lk 1,27). Von dem Kind, das Maria gebären soll, heißt es, „Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben“ (Lk 1,32). So ist Maria selbst das Haus, das der Herr für David, für Davids Sohn, baut. Gleichwohl erfüllt sich auf geheimnisvolle Weise auch Davids Wunsch, dem Herrn ein Haus zu bauen: Mit ihren ergebenen, gläubigen Worten „mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38) errichtet die Tochter Zions einen Tempel, der des Sohnes des Höchsten würdig ist.

101. Das Geheimnis der Jungfrauschaft Mariens ist Thema des Evangeliums im Lesejahr A. Matthäus berichtet aus der Perspektive Josefs. Die erste Lesung an diesem Tag ist ein kurzer Text aus dem Buch Jesaja mit der bekannten Zeile „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben“ (Jes 7,14). Diese Lesung könnte der Prediger aufgreifen, um zu erklären, warum die Kirche mit gutem Grund die Ereignisse im Leben Jesu als Erfüllung der Bücher des Alten Testaments sieht. Im Evangelium nach Matthäus hören die Gläubigen den sorgfältigen Bericht über die Ereignisse rund um die Geburt Jesu, der mit dem Satz endet: „Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat“ (Mt 1,22). Gesprochen wurden die Worte des Propheten unter konkreten Umständen. Im Jahr 734 v. Chr. steht König Ahas einem mächtigen Feind gegenüber; der Prophet Jesaja drängt ihn, bei der Befreiung Jerusalems auf die Macht des Herrn zu vertrauen, und fordert den König auf, den Herrn um ein Zeichen zu bitten. Als der König heuchlerisch ablehnt, verkündet Jesaja verärgert, der Herr werde von sich aus ein Zeichen geben: eine Jungfrau werde ein Kind empfangen und ihm den Namen Immanuel geben. Doch jetzt weitet sich das, was unter den konkreten historischen Umständen seine Bedeutung hatte, durch den Heiligen Geist, der durch den Propheten gesprochen hat, auf noch viel bedeutendere historische Umstände aus, nämlich die Menschwerdung des Gottessohnes. Auf dieses Ereignis laufen alle Weissagungen und alle geschichtlichen Ereignisse hinaus.

102. Vor diesem Hintergrund kann der Prediger den sorgfältig verfassten Bericht des Evangelisten Matthäus betrachten. Ihm ist es wichtig, zwei Wahrheiten über Jesus nebeneinander zu stellen: Dass er der Sohn Davids ist und dass er der Sohn Gottes ist. Beides muss man betrachten, um zu verstehen, wer Jesus ist. Maria und Josef spielen beide eine Rolle bei der ausgewogenen Betrachtung des Geheimnisses.

103. Wie wir zuvor die Verheißung der Geburt Jesu vor dem Hintergrund der Geschichte Israels betrachtet haben, so gibt auch der in diesem Evangelium beschriebene Stammbaum einen wichtigen Hinweis auf seine Bedeutung. (Der Stammbaum wird am 17. Dezember und in der Vigilmesse am Heiligen Abend gelesen.) Das Evangelium nach Matthäus beginnt mit diesen feierlichen Worten: „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“ (Mt 1,1). Dann werden die vielen Generationen in traditioneller Weise aufgezählt: Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob und so weiter über David und dessen Nachkommen bis zu Josef. Und dann ändert sich die Formulierung auffallend und plötzlich. Denn es heißt weiter: „Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird“ (Mt 1,16). Es heißt nun nicht mehr: „Josef war der Vater von Jesus“, sondern, dass Josef der Mann Marias war, von der Jesus geboren wurde. Genau an dieser Stelle beginnt die Lesung am Vierten Adventssonntag, und daraus erklärt sich, wie die erste Zeile zu verstehen ist: „Mit der Geburt Jesu Christi war es so“ (Mt 1,18). Da seine Geburt unter deutlich anderen Umständen als die Geburten davor erfolgte, ist es erforderlich, dass nun darüber berichtet wird.

104. Als Erstes erfahren wir, dass Maria – durch das Wirken des Heiligen Geistes – ein Kind erwartete, noch bevor sie und Josef zusammengekommen waren. Dem Hörer und Leser dieses Textes wird damit deutlich, dass das Kind nicht der Sohn Josefs, sondern vielmehr der Sohn Gottes ist. Josef hingegen weiß an dieser Stelle noch nicht, wie ihm geschieht. Der Prediger könnte auf die Zweifel eingehen, die ihn befallen. Verdächtigt er Maria der Untreue und beschließt, sich „in aller Stille von ihr zu trennen“? Oder vermutet er, dass in irgendeiner Weise eine göttliche Hand am Werk ist, die ihn fürchten lässt, Maria zur Frau zu nehmen? Ebenso rätselhaft ist das Schweigen Marias. Sie behält tatsächlich das Geheimnis für sich, das zwischen ihr und Gott besteht. Und so ist es an Gott, die Situation aufzuklären. Denn mit menschlichen Worten würde sich dieses große Geheimnis nicht ausreichend erklären lassen. Während Josef darüber nachdenkt, erscheint ihm im Traum ein Engel, der ihm offenbart, dass Maria das Kind durch die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hat und er sich nicht zu fürchten braucht. In der Adventsliturgie werden die Gläubigen aufgerufen, sich nicht zu fürchten und wie Josef das göttliche Geheimnis anzunehmen, das sich in ihrem Leben entfaltet.

105. Ein im Traum erschienener Engel bestätigt Josef, dass Maria das Kind durch den Heiligen Geist empfangen hat. Und auch das soll sagen: Jesus ist der Sohn Gottes. Doch Josef hat zwei Aufträge zu erfüllen, damit die Geburt Jesu in der jüdischen Kultur und im jüdischen Glauben als ehelich gilt. Ihm, dem „Sohn Davids“ befiehlt der Engel, Maria als seine Frau zu sich zu nehmen, damit ihr Geheimnis ihn verwandle. Dann soll er dem Kind einen Namen geben. Durch diese beiden Taten wird Jesus der „Sohn Davids“. Matthäus hätte seinen Bericht mit der folgenden Zeile fortsetzen können: „Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.“ Doch stattdessen wiederholt er zunächst die Worte des Propheten Jesaja: „Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat“ (Mt 1,22). Dann zitiert er die Worte des Propheten, die in der ersten Lesung verkündet wurden. Was Jesaja dem König Ahas sagt, gibt er stark verkürzt wieder. Das Wort „Jungfrau“ ist jetzt wörtlich zu nehmen, denn sie empfängt das Kind durch den Heiligen Geist. Und warum soll das Kind Immanuel heißen? Im Gegensatz zu Jesaja erklärt Matthäus, was der Name bedeutet: Gott ist mit uns. Und auch das ist wörtlich zu nehmen, wie die Umstände nahelegen. Josef, der Sohn Davids, nennt das Kind Jesus; doch das tiefste Geheimnis seines Namens ist „Gott ist mit uns“ (Mt 1,23).

106. In der zweiten Lesung dieses Sonntags aus dem Römerbrief ist eine theologische Sprache zu hören, die noch älter und urtümlicher als die bei Matthäus ist. Doch auch hier schon wird die Ausgewogenheit der Bezeichnungen deutlich, die das Geheimnis Jesu zum Ausdruck bringen. Der Apostel Paulus verweist auf folgende Worte: „Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids, der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn“ (Röm 1,3–4). Paulus sieht die Bezeichnung „Sohn Gottes“ in der Auferstehung Jesu bestätigt. Matthäus bringt seine Erkenntnis über den auferstandenen Herrn zum Ausdruck, indem er auf den Anfang seines Menschseins verweist. Denn er betont, dass der Name Immanuel übersetzt „Gott ist mit uns“ heißt.

107. Gleichwohl ist es der hl. Paulus, der einen Weg aufzeigt, wie all das in diesen Texten Gehörte unmittelbar auf uns Anwendung findet. Nachdem er den, der im Mittelpunkt seines Briefes steht, feierlich „Nachkomme Davids ... und Sohn Gottes“ (Röm 1,3.4) genannt hat, nennt er die Heiden diejenigen, „die ihr von Jesus Christus berufen seid“ (Röm 1,6.7). Er nennt sie auch noch „von Gott geliebt“ und die „berufenen Heiligen“. Der Prediger muss deutlich machen, dass diese Worte auch uns einbeziehen. Die Christen hören die wunderbare Geschichte von der Geburt Jesu Christi, in der sich erstaunlicherweise die Verheißung der Propheten erfüllt. Doch dann hören sie auch Worte über sich selbst: Sie werden von Jesus Christus berufen; sie werden von Gott geliebt; sie werden zur Heiligkeit berufen.

108. Im Lesejahr C wird in der Lesung des Evangeliums berichtet, was Maria gleich nach der Begegnung mit dem Engel und ihrer Empfängnis tut. „Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa“ (Lk 1,39), um ihre Verwandte Elisabet zu besuchen, die Johannes den Täufer in ihrem Leib trug. Als die Frauen sich begrüßen, hüpft das Kind in Elisabets Bauch. Dies ist das erste von vielen Malen, dass Johannes die Gegenwart Jesu ankündigt. Aufschlussreich ist auch, was Maria tut, als ihr bewusst wird, dass sie den Sohn Gottes in sich trägt. Sie „eilt“ zu Elisabet, um zu sehen, dass „für Gott nichts unmöglich ist“ (vgl. Lk 1,37); damit bereitet sie Elisabet und dem Kind in ihrem Leib große Freude. 109. An diesen letzten Tagen des Advent nimmt die gesamte Kirche die Haltung Marias ein. Die Haltung der Kirche ist von allen Kennzeichen der Jungfrau geprägt. Der Heilige Geist wirkt jetzt in der Kirche, wie er immer gewirkt hat. Wenn die Versammlung an diesem Sonntag in das Geheimnis der Eucharistie eintaucht, betet der Priester im Gabengebet: „Herr, unser Gott, wir legen die Gaben auf den Altar. Heilige sie durch deinen Geist, der mit seiner Kraft die Jungfrau Maria überschattet hat.“ Der Prediger muss denselben Zusammenhang herstellen, wie dieses Gebet es tut: Durch die Eucharistie, durch die Kraft des Heiligen Geistes, tragen die Gläubigen in ihrem Leib den, den Maria in ihrem Mutterschoß getragen hat. Wie Maria müssen die Gläubigen „eilen“, um anderen Freude zu bringen. Durch ihre guten Taten werden sie andere mit der Gegenwart Christi überraschen und in ihnen etwas auslösen, was sie vor Freude aufspringen lässt.

IV. Die Weihnachtszeit

A. Die Weihnachtsliturgien

110. „Für die Vigilmesse und die drei anderen Weihnachtsmessen sind die prophetischen und die übrigen Lesungen entsprechend der römischen Tradition ausgewählt“ (OLM 95). Als charakteristisches Merkmal der Feier der Geburt des Herrn werden traditionell drei verschiedene Messen gefeiert: um Mitternacht, am Morgen und am Tag. Seit den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ist eine frühere Vigilmesse hinzugekommen. Außerhalb von Ordensgemeinschaften ist es unwahrscheinlich, dass Gläubige an allen drei (oder vier) Messfeiern teilnehmen; die meisten Menschen nehmen an einer Liturgiefeier teil, die dann ihre „Weihnachtsmesse“ ist. Aus diesem Grund kann aus den Lesungen, die für diese Messfeiern vorgesehen sind, für einzelne Messfeiern eine Auswahl getroffen werden. Gleichwohl ist es aufschlussreich, sich die Abfolge der vier Messfeiern vor Augen zu führen, bevor überlegt wird, welche übergreifenden Themen alle liturgischen und biblischen Texte verbinden.

111. Weihnachten ist ein Fest des Lichts. Gemeinhin heißt es, dass die Feier der Geburt des Herrn auf Ende Dezember festgelegt wurde, um der heidnischen Feier Sol invictus eine christliche Bedeutung zu geben. Wie dem auch sein mag, schon in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts schreibt Tertullian, dass Christus am 25. März empfangen wurde, der in einigen Kalendern der erste Tag des Jahres war. So ist es wahrscheinlich, dass das Weihnachtsfest ausgehend von diesem Tag festgelegt wurde. In jedem Fall erkannten viele Kirchenväter seit dem vierten Jahrhundert den symbolischen Wert der Tatsache, dass nach dem Fest der Geburt für sie die Tage wieder länger wurden. Heidnische Lichterfeste im dunklen Winter waren nicht unüblich, und auch heute feiern Nichtgläubige manchmal noch winterliche Lichterfeste. Im Gegensatz dazu stellen die Lesungen und Gebete für die verschiedenen Weihnachtsliturgien das Thema des wahren Lichts in den Mittelpunkt, das in der Gestalt Jesu Christi zu uns kommt. Mit der ersten Präfation von Weihnachten rufen wir Gott, dem Vater, zu: „Denn Fleisch geworden ist das Wort, und in diesem Geheimnis erstrahlt dem Auge unseres Geistes das neue Licht deiner Herrlichkeit.“ Der Prediger sollte diese Dynamik des Lichts in der Dunkelheit aufgreifen, das diese freudenreichen Tage durchdringt. Im Folgenden sollen die besonderen Merkmale der einzelnen Liturgien kurz beschrieben werden.

112. Die Vigilmesse: Obwohl die Feier des Weihnachtsfestes mit dieser Liturgie beginnt, lösen die Gebete und Lesungen zunächst noch ein Gefühl der gespannten Erwartung aus; gewissermaßen ist diese Messfeier die Quintessenz der gesamten Adventszeit. Nahezu alle Gebete sind in die Zukunft gerichtet: „... und morgen werdet ihr seine Herrlichkeit schauen“ (Eröffnungsvers); „Jahr für Jahr erwarten wir voll Freude das Fest unserer Erlösung“ (Tagesgebet); „Morgen wird die Sünde der Erde getilgt“ (Ruf vor dem Evangelium); „Nimm diese Gaben an und mache uns durch diese Opferfeier bereit für das Geheimnis der Heiligen Nacht“ (Gabengebet); „Die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar“ (Kommunionvers). Während die Lesungen aus dem Buch Jesaja in den anderen Weihnachtsliturgien beschreiben, was geschieht, beschreibt die in dieser Messfeier gelesene Perikope, was geschehen wird. Die zweite Lesung und die Lesung aus dem Evangelium handeln von Jesus, dem Sohn Davids, und seinen menschlichen Vorfahren, durch die sein Kommen vorbereitet wurde. Der Stammbaum aus dem Matthäusevangelium ähnelt den Texten aus dem Alten Testament, die in der Osternacht gelesen werden und den langen Weg der Heilsgeschichte nachzeichnen, der zu dem Ereignis führt, das wir nun feiern wollen. Durch die lange Auflistung der Namen erhöht sich die Spannung. In der Vigilmesse freuen wir uns wie ein Kind, das nach einem Weihnachtsgeschenk greift und darauf wartet, es öffnen zu dürfen.

113. Die Feier der Heiligen Nacht: Und mitten in der Nacht, während alle anderen schlafen, öffnen die Christen dieses Geschenk, das Geschenk des Wortes, das Mensch geworden ist. Der Prophet Jesaja verkündet: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht!“ (Jes 9,1–6). Er fährt fort, über den glorreichen Sieg des Helden zu sprechen, der das drückende Joch zerbricht und alle Werkzeuge des Krieges verbrennt. Er verkündet, dass seine Herrschaft groß ist und für immer Frieden bringt, um dann diesen Retter beim Namen zu nennen: „Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens“ (ebd.). Die Größe dieses Retters wird dadurch hervorgehoben, dass zu Beginn des Evangeliums Kaiser und Statthalter beim Namen genannt werden, die zur Zeit seiner Geburt herrschen. Es folgt die erstaunliche Botschaft, dass dieser mächtige Herrscher an einem bescheidenen Ort am Rande des Römischen Reiches geboren wurde und dass seine Mutter ihn in Windeln wickelte und ihn in eine Krippe legte, weil in der Herberge kein Platz für sie war. Alle Widersprüche in diesem Evangelium gehen auf den Gegensatz zurück, der zwischen dem von Jesaja beschriebenen heldenhaften Retter und dem hilflosen Kind in der Krippe besteht. Die Gläubigen haben diesen Widerspruch tief in ihrem Herzen verinnerlicht und lassen sich von ihm zu dieser späten Stunde zur Kirche ziehen. Und als passende Antwort darauf bleibt ihnen, in das Lob des himmlischen Engelsheeres einzustimmen, das in dieser Nacht erschallt.

114. Die Messfeier am Morgen: Die für diese Liturgie vorgesehenen Lesungen sind auffallend knapp gefasst. Wir wachen im kalten Morgenlicht auf und fragen uns, ob das mitternächtliche Erscheinen der Engel nur ein Traum war. Die einfachen Hirten sagen sich mit gesundem Menschenverstand: „Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ“ (Lk 2,15). Sie eilen und finden genau das, was der Engel gesagt hat: Ein armes Paar und ihr neugeborenes Kind, das in einer Futterkrippe schläft. Wie reagieren sie beim Anblick dieser bescheidenen Szene? Sie kehren zurück, rühmen Gott und preisen ihn für das, was sie gehört und gesehen haben. Und sie versetzen alle mit ihren Berichten in Erstaunen. Wir sind aufgefordert, das zu sehen, was die Hirten sehen: etwas weit Bedeutenderes als die emotionale Szene, die in der Kunst schon so oft dargestellt wurde. Doch diese Wahrheit kann man nur mit den Augen des Gläubigen erkennen. Sie kommt in der folgenden Liturgie zum Vorschein.

115. Messfeier am Tag: Wie die hoch am Himmel strahlende Sonne wirft der Prolog des Johannesevangeliums Licht auf die Identität des Kindes im Stall. Der Evangelist erklärt: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14). Wie uns die zweite Lesung in Erinnerung ruft, hat Gott einst viele Male und auf vielerlei Weise durch die Propheten zu den Vätern gesprochen. „... in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit ...“ (Hebr 1,2–3). Er ist so erhaben, dass sogar die Engel sich vor ihm niederwerfen. Die ganze Welt ist aufgefordert, es ihnen gleichzutun: „Ein großes Licht ist heute auf Erden erschienen. Kommt, ihr Völker, und betet an den Herrn, unseren Gott!“ (Ruf vor dem Evangelium).

116. Das Wort ist Fleisch geworden, um uns durch sein Blut zu erlösen und uns zur glorreichen Auferstehung zu führen. Die ersten Jünger erkannten die innige Beziehung zwischen Menschwerdung und Ostergeheimnis, wie die im Philipperbrief zitierte Hymne (2,5–11) belegt. Das Licht der Heiligen Nacht ist das Licht der Osternacht. Die Tagesgebete an diesen beiden Festen beginnen mit auffallend ähnlichen Worten: Am Heiligen Abend betet der Priester: „Herr, unser Gott, in dieser hochheiligen Nacht ist uns das wahre Licht aufgestrahlt ...“. Und in der Osternacht heißt es: „Gott, du hast diese Nacht hell gemacht durch den Glanz der Auferstehung unseres Herrn ...“. Die zweite Lesung in der Messfeier am Morgen fasst die Offenbarung des Geheimnisses der Dreifaltigkeit und unsere Teilhabe daran durch unsere Taufe in trefflicher Weise zusammen: „Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, hat er uns gerettet ... durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist. Ihn hat er in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir durch seine Gnade gerecht gemacht werden und das ewige Leben erben werden, das wir erhoffen“ (Tit 3,4–7). In den Gebeten für die Messfeier am Tag wird Christus als derjenige bezeichnet, der für die Erneuerung des Menschen sorgt und in dessen Geburt die Versöhnung zum Ausdruck kommt, die uns vor Gott gefällig macht. Und das Tagesgebet, das zu den ältesten Gebeten der Kirche zählt, drückt prägnant aus, warum das Wort Fleisch geworden ist: „Allmächtiger Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt. Lass uns teilhaben an der Gottheit dienes Sohnes, der unsere Menschennatur angenommen hat.“ Ein grundlegendes Ziel der Homilie ist es, wie schon mehrfach in diesem Direktorium dargelegt, das Ostergeheimnis Christi zu verkünden. Und genau dafür bieten die an Weihnachten gelesenen Texte ganz konkrete Möglichkeiten.

117. Ein weiteres Ziel der Homilie besteht darin, die Gläubigen zum eucharistischen Opfer hinzuführen, durch das das Ostergeheimnis vollzogen wird. Ein unübersehbares Zeichen ist hier das Wort „heute“, das in den liturgischen Texten für die Weihnachtsmessfeiern häufig vorkommt. Das Geheimnis von Christi Geburt ist in dieser Feier gegenwärtig, doch wie sein erstmaliges Kommen kann auch sein heutiges Kommen nur mit den Augen des Gläubigen erkannt werden. Für die Hirten war das großartige „Zeichen“ nur ein armes Kind im Stall. Dennoch rühmten und priesen sie Gott bei ihrer Rückkehr für das, was sie gesehen hatten. Mit den Augen des Gläubigen müssen auch wir diesen Christus erkennen, der heute in Gestalt von Brot und Wein kommt. Das „admirabile commercium“, von dem im Tagesgebet für die Weihnachtsmesse am Tag die Rede ist, wonach Christus unsere Menschennatur annimmt und wir an seiner Gottheit teilhaben, kommt in besonderer Weise in der Eucharistie zum Ausdruck, wie die Gebete für diese Messfeier verdeutlichen. Zu Mitternacht sprechen wir im Gabengebet: „Nimm sie [die Gaben] an und gib, dass wir durch den wunderbaren Tausch deinem Sohn gleichgestaltet werden, in dem unsere menschliche Natur mit deinem göttlichen Wesen vereint ist.“ Und am Morgen: „... erfülle die Gaben dieser Erde mit deinem Segen, damit sie das Geheimnis dieses Tages darstellen: Wie Christus als neugeborener Mensch und als wahrer Gott vor uns aufleuchtet, so lass uns durch diese irdische Speise das göttliche 90

Leben empfangen.“ Auch in der Präfation von Weihnachten III wird auf diesen Tausch eingegangen: „Durch ihn schaffst du den Menschen neu und schenkst ihm ewige Ehre. Denn einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen: dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch, und wir sterbliche Menschen empfangen in Christus dein göttliches Leben.“

118. Dieser Verweis auf die Ewigkeit berührt ein weiteres durchgängiges Thema in den Texten für Weihnachten: Diese Feier ist nur eine kurze Pause auf unserem Pilgerweg. Die eschatologische Botschaft, die in der Adventszeit so stark im Vordergrund stand, kommt auch hier zum Ausdruck. Im Tagesgebet für die Vigilmesse beten wir: „Gib, dass wir deinen Sohn von ganzem Herzen als unseren Retter und Heiland aufnehmen, damit wir ihm voll Zuversicht entgegengehen können, wenn er am Ende der Zeiten als Richter wiederkommt.“ In der zweiten Lesung für die Feier der Heiligen Nacht ermahnt uns der Apostel, „... besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus ...“ (Tit 2,12–13). Im Schlussgebet für die Messfeier am Tag bitten wir schließlich: „... in dieser heiligen Feier hast du uns deinen Sohn geschenkt, der heute als Heiland der Welt geboren wurde. Durch ihn sind wir wiedergeboren zum göttlichen Leben, führe uns auch zur ewigen Herrlichkeit durch ihn ...“.

119. Die Lesungen und Gebete an Weihnachten bieten den Gläubigen auf ihrem lebenslangen Pilgerweg reiche Nahrung. Sie offenbaren Christus als Licht der Welt und laden uns ein, durch das „heute“ der Eucharistiefeier in das Ostergeheimnis einzutauchen, das unsere Erlösung bewirkt. Diese Nahrung kann der Prediger den Gläubigen geben, die sich versammelt haben, um die Geburt des Herrn zu feiern. Er kann sie auffordern, es Maria, der Mutter Jesu, gleichzutun, die alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte und darüber nachdachte (vgl. Lk 2,19; Evangelium, Messfeier am Morgen).

B. Das Fest der Heiligen Familie

120. „Am Sonntag in der Weihnachtsoktav, dem Fest der Heiligen Familie, handeln das Evangelium von der Kindheit Jesu und die anderen Lesungen von den Tugenden des Familienlebens“ (OLM 95). Die Evangelisten berichten praktisch nichts über das Leben Jesu von der Zeit seiner Geburt bis zu seinem Wirken in der Öffentlichkeit. Das wenige, was sie überliefert haben, wird in den Perikopen für dieses Fest gelesen. Die bedeutungsvollen Zeichen rund um die Geburt des Retters verblassen und die Heilige Familie führt ein ganz gewöhnliches Familienleben. So kann sie ein Vorbild für andere Familien sein, wie die Gebete für diese Messfeier deutlich machen.

121. Die Institution der Familie steht heute in vielen Teilen der Welt vor großen Herausforderungen. Und es ist durchaus angebracht, dass der Prediger diese anspricht. Doch anstatt die Zuhörer einfach über Moral und Familienwerte zu unterweisen, sollte der Prediger ausgehend von den Schrifttexten dieses Tages vermitteln, dass die christliche Familie ein Ort ist, an dem die Christusnachfolge geübt werden kann. Christus, dessen Geburt wir feiern, kam auf die Welt, um den Willen des Vaters zu erfüllen. Ein solcher Gehorsam, der sich dem Wirken des Heiligen Geistes fügt, hat im Leben jeder christlichen Familie einen Platz. Josef gehorcht dem Engel und flieht mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten (Lesejahr A); Maria und Josef folgen dem Gesetz, indem sie ihr Kind in den Tempel bringen (Lesejahr B) und zum Paschafest nach Jerusalem pilgern (Lesejahr C); Jesus gehorcht seinerseits seinen irdischen Eltern, doch noch stärker zieht es ihn in das Haus seines Vaters (Lesejahr C). Als Christen sind wir auch Teil einer anderen Familie, die sich um den Tisch des Altares versammelt und von dem Opfermahl isst, das wir deshalb feiern, weil Christus bis zum Tod gehorsam war. Wir sollten unsere eigene Familie als unsere Kirche betrachten, in der wir die selbstaufopfernde Liebe in die Tat umsetzen, der wir in der Eucharistie begegnen. So öffnen sich alle christlichen Familien nach außen, um Teil der neuen und größeren Familie Jesu zu werden: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk 3,35).

122. Dieses christliche Verständnis von Familienleben hilft dem Prediger, über die Lesung aus dem Kolosserbrief zu sprechen. Die Lehre des Apostels Paulus, dass die Frauen sich ihren Männern unterordnen sollen, kann auf die Gläubigen in unserer heutigen Zeit verstörend wirken. Wenn der Prediger nicht auf diese Anweisung eingehen will, sollte er besser die kürzere Version der Lesung auswählen. Doch die schwierigen Texte aus der Heiligen Schrift haben uns oftmals am meisten zu sagen, und diese Lesung ist für den Prediger ein guter Anlass, ein Thema anzusprechen, das den Zuhörern in der heutigen Zeit vielleicht nicht zusagen mag, das aber bei der richtigen Auslegung tatsächlich einen wichtigen und notwendigen Punkt enthält. Wir können uns die Bedeutung dieses Textes erschließen, indem wir zunächst einen vergleichbaren Abschnitt betrachten: Eph 5,21– 6,4. Auch hier spricht Paulus über die Verantwortung füreinander im Familienleben. Der Schlüsselsatz lautet: „Einer ordne sich dem anderen unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus“ (Eph 5,21). In der Lehre des Apostels geht es ursprünglich nicht darum, dass Frauen sich ihren Männern unterordnen sollen. Das war schlichtweg eine kulturell bedingte Sichtweise in jener Zeit. Neu und für den christlichen Glauben charakteristisch ist erstens, dass diese Unterordnung gegenseitig ist: Wenn die Frau ihrem Mann gehorchen soll, soll der Mann seinerseits sein Leben wie Christus für seine Frau hingeben. Zweitens soll diese gegenseitige Unterordnung nicht um der familiären Harmonie willen oder zum Wohl der Gesellschaft geschehen: Nein, sie geschieht in der Ehrfurcht vor Christus. Mit anderen Worten, die gegenseitige Unterordnung in der Familie ist ein Ausdruck der Christusnachfolge. Das Heim der Familie ist ein Ort, oder sollte ein Ort sein, an dem wir unsere Gottesliebe zum Ausdruck bringen, indem wir unser Leben füreinander hingeben. Der Prediger kann seine Zuhörer auffordern, in ihren eigenen Beziehungen diese selbstaufopfernde Liebe in die Tat umzusetzen, die im Mittelpunkt von Christi Leben und Auftrag steht, und die wir beim „Familienmahl“ der Eucharistie feiern.

C. Das Hochfest der Gottesmutter Maria

123. „Am Oktavtag von Weihnachten, dem Hochfest der Gottesmutter Maria, beziehen sich die Lesungen sowohl auf Maria als auch auf die Namensgebung Jesu“ (OLM 95). Die einwöchige Feier des Weihnachtsfestes endet mit diesem Hochfest, mit dem in vielen Teilen der Welt auch das neue Jahr beginnt. Die Lesungen und Gebete bieten nochmals Anlass, darauf einzugehen, wer dieses Kind ist, dessen Geburt wir feiern. Er ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Der alte Ehrentitel Theotokos (Gottesmutter) bekräftigt beide Naturen Christi, die menschliche und die göttliche. Er ist auch unser Retter (Jesus, der Name, den der Engel genannt hatte, noch bevor das Kind empfangen wurde, wird ihm bei seiner Beschneidung gegeben). Er rettet uns, indem er sich dem Gesetz unterstellt und uns durch sein Blut von unseren Sünden befreit: Mit der rituellen Beschneidung wird Jesus in den Alten Bund aufgenommen. Sie gibt einen Hinweis auf „das Blut des neuen und ewigen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Hochgebet; vgl. Mt 26,28). Auch die Rolle Marias im Heilswerk Gottes ist ein zentrales Thema dieser Liturgie, und zwar sowohl in Bezug auf Christus, der durch sie Mensch geworden ist, als auch in Bezug auf die Glieder seines Leibes: Sie ist die Mutter der Kirche, die für uns Fürsprache hält. Nicht zuletzt bietet die Feier des Neujahrstages Anlass, dem Herrn für die Segnungen des abgelaufenen Jahres zu danken und ihn um die Kraft zu bitten, damit wir nach dem Vorbild Marias im vor uns liegenden Jahr an der Erfüllung des Auftrags Christi mitwirken. Im Gabengebet werden diese verschiedenen Stränge sehr gut zusammengeführt: „Barmherziger Gott, von dir kommt alles Gute, und du führst es zum Ziel. Wir danken dir für den Anfang des Heiles, das du uns in der Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria eröffnet hast. Höre auf ihre Fürsprache und führe uns (in diesem Jahr) näher zu dir. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.“

D. Das Hochfest Erscheinung des Herrn

124. Die dreifache Dimension des Hochfestes Erscheinung des Herrn (der Besuch der Weisen, die Taufe Jesu und das Wunder von Kana) wird an diesem Tag und an den umliegenden Tagen besonders in der Stundenliturgie deutlich. In der lateinischen Tradition steht an diesem Tag aber das Evangelium über die Sterndeuter im Mittelpunkt der eucharistischen Liturgie. Das zweite Geschehen, die Taufe des Herrn, steht dann eine Woche später im Vordergrund. Im Lesejahr C wird am Sonntag nach der Taufe des Herrn das Evangelium über die Hochzeit zu Kana gelesen.

125. Die drei Lesungen, die für die Messfeier Erscheinung des Herrn vorgesehen sind, repräsentieren drei sehr unterschiedliche Textgattungen aus der Heiligen Schrift. Die erste Lesung aus dem Buch Jesaja (60,1–6) ist rühmende Poesie. Die zweite Lesung aus dem Apostelbrief (Eph 3,2–3a.5–6) ist eine präzise theologische Erklärung, die der hl. Paulus geradezu fachsprachlich formuliert. Die Lesung aus dem Evangelium (Mt 2,1–12) berichtet über die Abfolge der Ereignisse, die mit symbolträchtigen Details anschaulich erzählt werden. Zusammen definieren sie das Fest der Erscheinung des Herrn. Wir feiern dieses Fest, um diese Lesungen zu hören und sie mit der Hilfe des Heiligen Geistes besser zu verstehen. Das heilige Wort Gottes offenbart vor der gesamten Welt die grundlegende Bedeutung der Geburt Jesu Christi. Die Weihnachtszeit, die am 25. Dezember begann, erreicht am heutigen Tag ihren Höhepunkt: Christus wird allen Völkern offenbart.

126. Der Prediger könnte zunächst die Lesung aus dem Paulusbrief aufgreifen, die zwar recht kurz, aber sehr konzentriert ist. Sie beschreibt präzise, was wir an Erscheinung des Herrn feiern. Der hl. Paulus bezieht sich auf seine einmalige Begegnung mit dem auferstandenen Jesus auf dem Weg nach Damaskus und auf alles, was dieser Begegnung folgte. Was ihm geschah, bezeichnet er als „Offenbarung“, also nichts, was aus seiner eigenen Vorstellung entstanden wäre, sondern vielmehr ein völlig neues und unerwartetes Verständnis der Dinge, das ihm bei der Begegnung mit Jesus, dem Herrn, durch Gottes mächtiges Wirken vermittelt wurde. Er bezeichnet diese Offenbarung auch als „Gnade“ und als „Amt“, das ihm zum Wohle anderer anvertraut wurde. Des Weiteren bezeichnet er das, was ihm mitgeteilt wurde, als „Geheimnis“. Dieses „Geheimnis“ war den Menschen bislang verborgen, für sie nicht erfassbar. Doch jetzt – und das kündigt der hl. Paulus an! – wird es offenbart, aufgedeckt. Und welches Geheimnis ist es, das den früheren Generationen verborgen blieb und jetzt aufgedeckt wird? Es ist die Botschaft dieses Tages: „dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium.“ Dies ist eine enorme gedankliche Kehrtwende für den eifrigen Pharisäer Saul, der einst glaubte, dass die gewissenhafte Einhaltung des jüdischen Gesetzes der einzige Weg zum Heil sei. Doch jetzt verkündet Paulus „das Evangelium“, die unerwartete Frohe Botschaft. Ja, Jesus ist die Erfüllung aller Verheißungen, die Gott an das jüdische Volk gerichtet hat. Er kann sogar ohne diese Verheißungen nicht begriffen werden. Doch jetzt sind die Heiden Miterben, gehören zu demselben Leib und haben durch das Evangelium an derselben Verheißung in Christus Jesus teil.

127. Die Ereignisse, über die das Matthäusevangelium an Erscheinung des Herrn berichtet, sind eine Verwirklichung dessen, was der hl. Paulus hier sagt. Sterndeuter aus dem Osten sind einem Stern gefolgt und kommen nach Jerusalem. Sterndeuter – das sind Heiden, Philosophen, Weise, Gelehrte der weisheitlichen Überlieferungen, in denen die Menschheit nach dem unbekannten Schöpfer und Herrscher aller Dinge sucht. Sie stehen stellvertretend für alle Völker und sie haben nach Jerusalem gefunden, nicht indem sie den jüdischen Schriften gefolgt sind, sondern indem sie sich von einem himmlischen Zeichen haben leiten lassen, das darauf deutete, dass ein Ereignis von unermesslicher Bedeutung stattgefunden haben musste. Sie haben das Zeichen erkannt, obwohl sie diese Erkenntnis nicht aus den jüdischen Schriften bezogen hatten. „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Für die letzte Etappe ihrer Reise, die sie zum Ziel ihrer Suche führen soll, sind sie dann doch auf die jüdischen Schriften angewiesen, in denen der Prophet Bethlehem als Ort der Geburt des Messias genannt hat. Aufgrund dieser Erkenntnis aus den jüdischen Schriften lassen sie sich dann wieder vom himmlischen Zeichen den Weg zeigen. „Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“ Mit den Sterndeutern kommt die gesamte Menschheit, die sich nach Gott sehnt, in Bethlehem an und findet dort „das Kind Jesus und Maria, seine Mutter“.

128. An diesem Punkt des Matthäusevangeliums kann nun der Bezug zum Gedicht Jesajas hergestellt werden. Der rühmende Tonfall des Gedichts hilft uns, das Wunder dieses Augenblicks zu ermessen. „Auf, werde licht [Jerusalem]“, ruft der Prophet, „denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir.“ Dieser Text entstand vor dem historischen Hintergrund, da das Volk Israel nach dunklen Jahren aufgerüttelt werden musste. Doch bezogen auf die Sterndeuter in der Gegenwart Jesu gehen diese Worte weit über jede Vorstellung hinaus in Erfüllung. Das Licht, die Herrlichkeit, der Glanz – es ist der Stern, der den Weisen den Weg zeigt. Man kann auch sagen, es ist Jesus selbst, „das Licht der Völker und die Herrlichkeit seines Volkes Israel“. „Auf, werde licht [Jerusalem]“, ruft der Prophet. Ja, jetzt wissen wir aber durch die im Apostelbrief beschriebene Offenbarung – und das gilt im Grunde für alle Stellen in der Heiligen Schrift, an denen Jerusalem genannt wird –, dass mit Jerusalem nicht allein der historische und geografische Ort gemeint ist. Denn „jetzt sind die Heiden Miterben“. Daher sind mit „Jerusalem“ alle Völker angesprochen. Die Kirche, die sich aus allen Völkern zusammensetzt, wird „Jerusalem“ genannt. Jeder Getaufte innerhalb der Kirche wird „Jerusalem“ genannt. So erfüllt sich die Weissagung: „Herrliches sagt man von dir, du Stadt unseres Gottes.“ Und alle Völker lassen sich als Bürger Jerusalems einschreiben, „Und sie werden beim Reigentanz singen: All meine Quellen entspringen in dir“ (Ps 87,3.7).

129. Und am Fest der Erscheinung des Herrn wird jede Versammlung gläubiger Christen durch die mitreißenden Worte des Propheten angesprochen. „Denn es kommt dein Licht [Jerusalem]!“ Jeder Gläubige sollte diese Worte mit der Hilfe des Predigers in der Tiefe seines Herzens vernehmen! „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Der Prediger muss hier die Gläubigen dazu bewegen, ihre Trägheit und Hoffnungslosigkeit hinter sich zu lassen.

„Blick auf und schau umher: Sie alle versammeln sich und kommen zu dir.“ Den Christen wurde gegeben, wonach die gesamte Welt sucht. Viele Völker werden der Gnade entgegenstreben, die uns schon zuteil wurde. So singen wir im Antwortpsalm: „Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen.“

130. Die Betrachtung könnte nun vom Gedicht Jesajas wieder zum Matthäusevangelium wechseln. Die Sterndeuter zeigen uns, wie wir uns dem Kind annähern sollen. „... da fielen sie nieder und huldigten ihm.“ Wir feiern diese heilige Liturgie, um es ihnen nachzutun. Der Prediger sollte die Gläubigen an Folgendes erinnern: Beim Kommuniongang am Tag der Erscheinung des Herrn sind sie endlich an dem Ort und bei der Person angelangt, zu denen der Stern und die Heilige Schrift sie geleitet haben. Sie sollen Jesus das Gold ihrer Nächstenliebe darbringen. Sie sollen ihm den Weihrauch ihres Glaubens darbringen, durch den sie ihn als Gott, der mit uns ist, anerkennen. Sie sollen ihm Myrrhe als Zeichen dafür darbringen, dass sie bereit sind, der Sünde zu sterben und mit ihm begraben zu werden, um zum ewigen Leben aufzuerstehen. Und dann kann der Prediger die Gläubigen auffordern, wie die Sterndeuter auf einem anderen Weg heimzukehren. Sie können den boshaften Herodes und all seine hinterhältigen Aufträge hinter sich lassen. Bei diesem Mahl sind sie dem Herrn begegnet! „Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir.“ Wie der hl. Leonhard vor vielen Jahrhunderten kann der Prediger die Gläubigen aufrufen, die Aufgabe des Sterns zu übernehmen. Wie der Stern mit seiner Strahlkraft die Völker zu Christus führte, sollen die Gläubigen durch die Strahlkraft ihres Glaubens, ihres Lobpreises und ihrer guten Taten die dunkle Welt erleuchten. „Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf.“

E. Das Fest Taufe des Herrn

131. Mit dem Fest Taufe des Herrn, das ebenfalls ein Epiphaniegeschehen ist, endet die Weihnachtszeit und beginnt die Zeit im Jahreskreis. Als Jesus durch Johannes im Jordan getauft wird, geschieht etwas Enormes. Der Himmel öffnet sich, die Stimme des Vaters erhebt sich und der Heilige Geist kommt in sichtbarer Gestalt auf Jesus herab. Dies ist eine Erscheinung der Heiligen Dreifaltigkeit. Doch warum geschieht die Erscheinung genau dann, wenn Jesus getauft wird? Der Prediger muss auf diese Frage eine Antwort geben.

132. Die Erklärung ist in der Absicht zu finden, mit der Jesus Johannes aufsucht und sich von ihm taufen lässt. Johannes predigt eine Taufe der Umkehr. Jesus will dieses Zeichen der Umkehr mit den vielen anderen vollziehen, die zu Johannes kommen. Zunächst will Johannes ihn davon abbringen, doch Jesus beharrt darauf, getauft zu werden. Und in seiner Beharrlichkeit wird auch die Absicht deutlich: Er will sich in die Reihe der Sünder stellen. Er will dort sein, wo sie sein müssen. Der Apostel Paulus formuliert dies mit anderen Worten: „Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht“ (2 Kor 5,21).

133. Und genau in diesem Augenblick der engen Solidarität mit den Sündern findet diese überwältigende Erscheinung der Heiligen Dreifaltigkeit statt. Die Stimme des Vaters hallt vom Himmel: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ Und wir müssen begreifen, dass es genau die Bereitschaft des Sohnes zur Solidarität mit den Sündern ist, die dem Vater gefällt. In dieser Weise zeigt er sich als Sohn dieses Vaters, der die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab (vgl. Joh 3,16). Im selben Augenblick erscheint der Heilige Geist wie eine Taube, kommt auf den Sohn herab und verbürgt damit die gesamte überraschende Szene.

134. Der Heilige Geist hat mit seinem Erscheinen diese Szene geprägt und durch die lange Geschichte Israels sogar vorbereitet. „Der gesprochen hat durch die Propheten“, heißt es im Glaubensbekenntnis. Er ist dem Prediger und seinen Zuhörern gegenwärtig, die sich für ein tieferes Verständnis dieser Szene öffnen. Derselbe Heilige Geist hat Jesus in jedem Augenblick seines Menschseins begleitet und in jeder seiner Taten die Gegenwart seines Vaters offenbart. Daher können wir den Text des Propheten Jesaja an diesem Tag als eine Erweiterung der Worte „Du bist mein geliebter Sohn“ verstehen, die der Vater Jesus ins Herz gelegt hat. Ihr liebevoller Dialog geht weiter: „Das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt ... Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein“ (Jes 42,1.6).

135. Der Antwortpsalm an diesem Tag greift die Worte aus Psalm 29 auf: „Die Stimme des Herrn erschallt über den Wassern.“ Die Kirche singt diesen Psalm zur Feier der Worte des Vaters, die wir hören dürfen und die so wohlklingend sind. „Geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe!“ – Dies ist die Stimme des Herrn, die über den Wassern erschallt. „Die Stimme des Herrn ertönt mit Macht, die Stimme des Herrn voll Majestät“ (Ps 29,3–4).

136. Nach der Taufe sendet der Heilige Geist Jesus in die Wüste, wo Satan ihn in Versuchung führt. Dann kommt Jesus, nach wie vor vom Heiligen Geist begleitet, nach Galiläa, um das Reich Gottes zu verkünden. Mit seinen Reden und Wundertaten fasziniert er die Menschen. Einmal sagt er: „Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist“ (Lk 12,50). Mit diesen Worten verweist er auf seinen bevorstehenden Tod in Jerusalem. So erfahren wir, dass die Taufe Jesu durch Johannes nicht seine endgültige Taufe war, sondern eine symbolische Handlung zur Darstellung dessen, was er in der Taufe seines Leidens und Sterbens am Kreuz vollenden wird. Denn erst am Kreuz zeigt sich Jesus nicht symbolisch, sondern tatsächlich, in vollkommener Solidarität mit den Sündern. Dort wird er „für uns zur Sünde gemacht“ (2 Kor 5,21), dort wird er „für uns zum Fluch“ (Gal 3,13). Von dort steigt er in die Fluten der Unterwelt hinab, um unsere Sünden für immer zu ertränken. Doch durch sein Sterben am Kreuz wird er auch wieder befreit aus den Fluten und durch die Stimme des Vaters zur Auferstehung gerufen, der sagt: „Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt“ (Hebr 1,5). Diese Darstellung von Tod und Auferstehung ist sozusagen das Meisterwerk, das durch den Heiligen Geist geschrieben und vergegenwärtigt wurde. Die Stimme des Herrn, die über den mächtigen Wassern des Todes erschallt, lässt seinen Sohn voll Macht und Majestät von den Toten auferstehen. „Die Stimme des Herrn ertönt mit Macht, die Stimme des Herrn voll Majestät“ (Psalm 29,4).

137. Die Taufe Jesu ist ein Vorbild für unsere eigene Taufe. In der Taufe steigen wir mit Christus in das Wasser des Todes hinab und werden in diesem Wasser von unseren Sünden gereinigt. Und weil wir mit Christus hinabgestiegen sind, steigen wir auch wieder mit ihm hinauf und hören – voll Macht und Majestät – die Stimme des Vaters, die auch an uns gerichtet ist. Tief in unserem Herzen vernehmen wir: Wir sind Söhne und Töchter Gottes. Er liebt uns und hat Gefallen an uns (vgl. Mk 1,9–11). Nicht wegen unserer guten Taten werden wir so von Gott angenommen, sondern weil Christus in seiner überreichen Liebe bereit war, uns an seiner Beziehung zu seinem Vater teilhaben zu lassen.

138. In der Eucharistie, die an diesem Tag gefeiert wird, werden alle Aspekte dieses Geschehens vertieft. Der Heilige Geist kommt auf die Gaben von Brot und Wein herab, die von den Gläubigen dargebracht werden. Mit seinen Worten – „Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut“ – sagt Jesus, dass er bereit ist, durch den Tod die Taufe zu empfangen für unser Heil. Und die Gläubigen beten zusammen mit dem Sohn „Vater unser“, weil der Vater sie zusammen mit ihm als seine geliebten Kinder angenommen hat.

139. Jesus sagte einmal: „... und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen“ (Joh 7,37). Dieses lebendige Wasser begann bei unserer Taufe in jedem von uns zu fließen, und mit jeder Eucharistiefeier wird dieser Fluss stärker und stärker.

V. Die Sonntage im Jahreskreis

140. Die Lesungen für Adventszeit, Weihnachtszeit, Fastenzeit und Osterzeit sind vom Charakter der jeweiligen Zeit geprägt und in besonderer Weise aufeinander abgestimmt. Anders ist dies an den Sonntagen im Jahreskreis, wie in der Pastoralen Einführung in das Messlektionar zum Ausdruck kommt: „Das Prinzip der ‚fortlaufenden Lesung in Auswahl‘ hingegen findet Anwendung bei den Episteln und Evangelien der Sonntage im Jahreskreis, die bekanntlich nicht besonders geprägt sind; die Lesungen aus dem Alten Testament sind an diesen Sonntagen jedoch auf die Evangelien abgestimmt“ (OLM 67).

Bei der Erarbeitung der Leseordnung wurde bewusst darauf verzichtet, jedem Sonntag des Jahres ein Thema zuzuordnen und dazu passende Lesungen auszuwählen: „Eine solche Zuordnung nur aus Gründen einer leichteren homiletischen Unterweisung erschien nicht angebracht. Dagegen spricht nämlich ein richtiges Verständnis des Gottesdienstes selbst; dieser ist immer die Feier des Mysteriums Christi und verwendet überlieferungsgemäß das Wort Gottes nicht nur aus Gründen der Vernunft oder aus irgendwelchen äußeren Gründen, sondern in der Absicht, das volle Evangelium zu verkünden und die Gläubigen in die ganze Wahrheit zu führen“ (OLM 68).

Getreu dem Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils, den Gläubigen den Tisch des Gotteswortes reicher zu bereiten (vgl. SC 51), ist die dreijährige Leseordnung für die Zeit im Jahreskreis darauf ausgerichtet, den Gläubigen das Geheimnis Christi zu verkünden, wie es von den Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichtet wird. Bei der Vorbereitung auf die Homilie ist es hilfreich, den Aufbau der Leseordnung für die Zeit im Jahreskreis zu berücksichtigen. Im Folgenden soll darauf eingegangen werden, was in der Pastoralen Einführung in das Messlektionar über den Aufbau der Lesungen aus dem Evangelium gesagt wird.

141. Zunächst wird darauf hingewiesen, dass am Zweiten Sonntag im Jahreskreis nochmals die Themen Erscheinung des Herrn und Taufe des Herrn aufgegriffen werden. Dann heißt es weiter:

Mit dem Dritten Sonntag beginnt eine fortlaufende Lesung in Auswahl aus den drei synoptischen Evangelien. Die Texte entfalten Leben und Verkündigung des Herrn; sie sind so ausgewählt, dass dabei die jedem Evangelium eigene Theologie zum Ausdruck kommt.
Durch diese Verteilung wird zudem eine gewisse Abstimmung zwischen dem Inhalt der Evangelien und dem Verlauf des Kirchenjahres erreicht. So liest man nach Erscheinung des Herrn den Anfang der Verkündigung Christi, der eng mit der Taufe und den ersten Offenbarungen zusammenhängt. Für das Ende des Kirchenjahres ergibt sich von selbst das eschatologische Thema, das diesen Sonntagen eigen ist; denn die Abschnitte der Evangelien vor dem Passionsbericht handeln mehr oder weniger ausführlich davon (105).

So folgt die Leseordnung in allen drei Lesejahren einem einheitlichen Muster: Die Lesungen der ersten Wochen handeln von den Anfängen des öffentlichen Wirkens Jesu. In den letzten Wochen haben die Lesungen das Ende der Zeit zum Thema. Und in den dazwischenliegenden Wochen werden verschiedene Lehren und Ereignisse aus dem Leben des Herrn behandelt.

142. Die einzelnen Lesejahre unterscheiden sich insofern, als sie jeweils die Theologie eines der synoptischen Evangelien vermitteln. Der Prediger sollte der Versuchung widerstehen, die Evangelienperikopen für die einzelnen Sonntage als unabhängige Einheiten zu betrachten: Indem er sie in die gesamte Leseordnung einordnet und auch die Besonderheiten jedes Evangeliums berücksichtigt, kann er sich die Bedeutung des jeweiligen Textes noch besser erschließen.

143. LESEJAHR A: Der Evangelist Matthäus berichtet sehr strukturiert vom öffentlichen Wirken Jesu: Es gibt fünf Reden, denen jeweils Erzählungen vorausgehen. Die Leseordnung folgt diesem Aufbau. 1. Die Bergpredigt (4. bis 9. Sonntag), der die Berufung der ersten Jünger vorausgeht (3. Sonntag). 2. Die Aussendungsrede (11. bis 13. Sonntag), der die Berufung des Matthäus vorausgeht. 3. Die Rede über das Himmelreich (15. bis 17. Sonntag), der die Verkündigung der Frohen Botschaft an die Armen vorausgeht. 4. Die Rede über das Leben in der Gemeinde (23. und 24. Sonntag), der die Erzählungen über die Wunder, das Messiasbekenntnis des Petrus und die Ankündigung der Passion vorausgehen. 5. Die Rede über die Endzeit (32. bis 34. Sonntag), der die Gleichnisse und Erzählungen über das Himmelreich vorausgehen. Wenn sich der Prediger diesen Aufbau bewusst macht, kann er über einen Zeitraum von mehreren Wochen seine Predigten über die Reden miteinander in Bezug setzen. Darüber hinaus kann er seinen Zuhörern den engen Zusammenhang zwischen dem Leben und der Verkündigung Jesu veranschaulichen, der in der Abfolge von Erzählungen und Reden in diesem ersten Evangelium erkennbar ist.

144. LESEJAHR B: Das Markusevangelium ist nicht so komplex angelegt wie die anderen beiden synoptischen Evangelien. Doch besitzt es eine ganz eigene Dynamik, wie der Prediger im Verlauf des Kirchenjahres gelegentlich feststellen wird. Das erste Auftreten Jesu wird bejubelt (3. bis 9. Sonntag), doch schon bald regt sich Widerstand (10. Sonntag). Selbst seine eigenen Jünger verstehen ihn nicht, weil sie auf einen irdischen Messias gehofft hatten. Der Wendepunkt in den Berichten des Evangelisten Markus über das öffentliche Wirken Jesu kommt mit dem Messiasbekenntnis des Petrus, der ersten Ankündigung der Passion und die Zurückweisung dieses Plans durch Petrus (24. bis 25. Sonntag). Die Missverständnisse, die dieses Evangelium durchziehen, weil Jesus seine Zuhörer mit seinen Taten und Worten fortwährend verwirrt und empört, sind für die Gläubigen, die sich jede Woche versammeln, um das Wort Gottes zu hören, eine lehrreiche Lektion. Das Geheimnis Christi ist immer wieder eine Herausforderung, was unsere Erwartungen betrifft. Eine weitere wichtige Besonderheit im Lesejahr B sind die Lesungen aus dem Johannesevangelium über die wunderbare Speisung und die anschließende Rede über das Himmelsbrot (17. bis 21. Sonntag). In diesen Wochen hat der Prediger Gelegenheit, über das lebendige Brot zu sprechen, das Christus ist, der uns mit seinem Wort und mit seinem Leib und Blut speist.

145. LESEJAHR C: Lukas lehrt uns in seinem Evangelium vor allem, dass das Wirken Jesu von Güte und Vergebung gekennzeichnet war. Von den Anfängen seines Wirkens bis zu seinem Weg nach Jerusalem gelangen alle, die Jesus begegnen, von Petrus (5. Sonntag) bis Zachäus (31. Sonntag), zu der Einsicht, dass sie der Vergebung ihrer Sünden und der großen Barmherzigkeit Gottes bedürfen. Zahlreiche Geschichten, die für das Lukasevangelium typisch sind, veranschaulichen im Verlauf des Jahres dieses Thema der göttlichen Barmherzigkeit: die Sünderin (11. Sonntag), der barmherzige Samariter (15. Sonntag), das verlorene Schaf und der verlorene Sohn (24. Sonntag) und der reuige Verbrecher (34. Sonntag). Lukas ermahnt auch diejenigen, die keine Barmherzigkeit walten lassen: die Seligpreisungen und Wehrufe (6. Sonntag), der reiche Narr (18. Sonntag) und der reiche Mann und Lazarus (26. Sonntag). Das an die Heiden gerichtete Lukasevangelium betont, dass die Barmherzigkeit Gottes über das auserwählte Volk hinausreicht und auch jenen zuteilwird, die zuvor ausgeschlossen waren. Dies ist ein wiederkehrendes Thema an diesen Sonntagen. Es ermahnt uns, die wir uns zur Feier der Eucharistie versammelt haben: Christus hat uns seine grenzenlose Barmherzigkeit zuteilwerden lassen. Deshalb muss auch unsere eigene Barmherzigkeit gegenüber anderen grenzenlos sein.

146. Zu den Lesungen aus dem Alten Testament an den Sonntagen im Jahreskreis heißt es in der Pastoralen Einführung in das Messlektionar:

Die Lesungen aus dem Alten Testament sind im Hinblick auf die Evangelienperikopen ausgesucht. Damit wollte man zu große Unterschiede zwischen den Lesungen innerhalb einer Messe vermeiden und vor allem auch die Einheit von Altem und Neuem Testament unterstreichen. Die Beziehung zwischen den einzelnen Lesungen einer Messfeier wird deutlich durch die sorgfältig ausgewählten Überschriften.
Bei der Auswahl war man darauf bedacht, möglichst kurze und leicht verständliche Lesungen zu nehmen. Doch hat man auch dafür gesorgt, dass an den Sonntagen möglichst viele der wichtigsten Texte des Alten Testaments vorkommen. Verteilt wurden sie je nach ihrer Eignung in Bezug auf das Evangelium, also nicht in einer logischen Reihenfolge. Der Schatz des Gotteswortes wird jedoch so weit erschlossen, dass, wer an den Sonntagsmessen teilnimmt, nahezu alle Haupttexte des Alten Testaments kennenlernt (106).

Die in diesem Direktorium gegebenen Beispiele für Advent und Weihnachtszeit sowie für Fastenzeit und Osterzeit veranschaulichen, wie der Prediger die Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament in einen Zusammenhang bringen und so deutlich machen kann, wie sie in der Person und im Wirken Jesu Christi zusammenlaufen. Auch der Antwortpsalm sollte nicht vernachlässigt werden, weil auch er auf das Evangelium und die Lesung aus dem Alten Testament abgestimmt ist. Der Prediger darf nicht davon ausgehen, dass seine Zuhörer diese Verbindungen automatisch erkennen. Deshalb sollte er die Zusammenhänge in der Homilie erläutern. In der Pastoralen Einführung in das Messlektionar wird an dieser Stelle auch auf die Überschriften aufmerksam gemacht, die für die einzelnen Lesungen ausgewählt wurden. An anderer Stelle wird erklärt, bei der Auswahl sei darauf geachtet worden, dass sie das Hauptthema der Lesung hervorheben und, soweit erforderlich, den Zusammenhang zwischen den einzelnen Lesungen einer Messfeier erkennen lassen (vgl. 123).

147. Schließlich soll auf die Lesungen aus den Apostelbriefen an den Sonntagen im Jahreskreis eingegangen werden:

Für die Epistel ist eine fortlaufende Lesung in Auswahl aus den paulinischen Briefen und dem Jakobsbrief vorgesehen. (Die Petrus- und Johannesbriefe werden in der Oster- und Weihnachtszeit gelesen.)
Der erste Korintherbrief ist wegen seiner Länge und seiner verschiedenen Themen auf die drei Lesejahre verteilt worden, und zwar jeweils auf den Beginn der Zeit im Jahreskreis. Ferner erschien es ratsam, auch den Hebräerbrief auf die Lesejahre B und C aufzuteilen.
Mit Rücksicht auf das Verständnis der Gläubigen wählte man nur kürzere und nicht zu schwierige Texte (OLM 107).

Diesen Ausführungen der Pastoralen Einführung in das Messlektionar sind zwei Anmerkungen zur Auswahl der Texte aus den Apostelbriefen hinzuzufügen. Erstens hören wir in den letzten Wochen des Kirchenjahres den ersten und den zweiten Brief an die Thessalonicher, die eschatologische Themen behandeln. Sie passen gut zu den anderen Lesungen und zu den liturgischen Texten, die für diese Sonntage vorgesehen sind. Zweitens wird der umfangreiche Paulusbrief an die Römer im Lesejahr A vom 9. bis 25. Sonntag gelesen. In Anbetracht seiner Bedeutung und des Raumes, der ihm in der Leseordnung zugedacht ist, kann der Prediger ihm an den Sonntagen im Jahreskreis besondere Aufmerksamkeit schenken.

148. Einzuräumen ist, dass die Lesungen aus den Apostelbriefen zu einem gewissen Dilemma führen, da ihre Auswahl nicht auf die Lesungen aus dem Evangelium und dem Alten Testament abgestimmt sind. An manchen Tagen harmonieren sie sehr gut mit den anderen Lesungen. Häufig ist dies aber nicht der Fall. Dann darf der Prediger die Bedeutung des Textes nicht so verdrehen, dass er zu den anderen Lesungen passt. Selbstverständlich ist es legitim, dass der Prediger in seiner Homilie gelegentlich vorrangig auf die zweite Lesung eingeht und vielleicht sogar mehrere Sonntage einem der Apostelbriefe widmet.

149. An den Sonntagen im Jahreskreis kann die fehlende Harmonie der Lesungen den Prediger vor Herausforderungen stellen. Doch kann er die Chance auch nutzen, um immer wieder das grundlegende Ziel der Homilie hervorzuheben: „Denn das in Lesungen und Homilie verkündete Geheimnis von Tod und Auferstehung Christi wird durch das Messopfer vollzogen“ (OLM 24). Es ist nicht erforderlich, dass der Prediger sich zu jeder Lesung äußert oder künstliche Brücken zwischen Lesungen schlägt, die in gar keinem Zusammenhang stehen: Das verbindende Prinzip ist, wie das Geheimnis von Tod und Auferstehung Christi in dieser liturgischen Versammlung offenbart und gefeiert wird. An einem Sonntag lässt sich das Geheimnis möglicherweise über die Lesung aus dem Evangelium erschließen, also im Lichte der Lehre des jeweiligen Evangelisten. Weitere Möglichkeiten zur Entfaltung des Themas bietet dann eine Bezugnahme auf die Lesung aus dem Alten Testament und auf den Antwortpsalm. An einem anderen Sonntag ist es dagegen vielleicht angebracht, in der Predigt vorrangig auf den Apostelbrief einzugehen. In jedem Fall ist es aber nicht das Ziel der Homilie, in einem Kraftakt sämtliche Themenstränge aus allen Lesungen erschöpfend zusammenzuführen. Vielmehr soll der Prediger einem einzelnen Themenstrang folgen, um den Gläubigen das Geheimnis von Leben, Tod und Auferstehung Christi, das in der Liturgiefeier gegenwärtig wird, tiefer zu erschließen.

VI. Sonstige Anlässe

A. Messfeiern an Wochentagen

150. Der Brauch der täglichen Eucharistiefeier ist für Katholiken im Römischen Ritus eine große Quelle der Heiligkeit, und Seelsorger sollten ihre Gläubigen dazu ermutigen, soweit möglich, an der täglichen Messfeier teilzunehmen. Papst Benedikt XVI. empfiehlt dem Prediger: „... auch unter der Woche sollte es in der Messe cum populo nicht versäumt werden, dort, wo es möglich ist, kurze, der Situation angemessene Reflexionen anzubieten, um den Gläubigen zu helfen, das gehörte Wort anzunehmen und fruchtbar werden zu lassen“ (VD 59). Die Eucharistiefeier an den Wochentagen ist weniger feierlich als die Sonntagsliturgie, und sie sollte in einer Form vollzogen werden, dass auch Gläubige mit familiären und beruflichen Verpflichtungen daran teilnehmen können. Daher sollte die Homilie an diesen Tagen kurz ausfallen. Wo die Messfeiern an Wochentagen von vielen Gläubigen regelmäßig besucht werden, hat der Prediger hier Gelegenheit, über einen längeren Zeitraum über ein bestimmtes Buch der Heiligen Schrift in einer Weise zu predigen, die an den Sonntagen nicht möglich ist.

151. Die Homilie an Wochentagen wird besonders in der Advents- und Weihnachtszeit sowie in der Fasten- und Osterzeit empfohlen. Die Lesungen für diese Zeiten wurden sorgfältig nach den Grundsätzen ausgewählt, die in der Pastoralen Einführung in das Messlektionar beschrieben werden: Für den Advent unter Nr. 94, für die Weihnachtszeit unter Nr. 96, für die Fastenzeit unter Nr. 98, für die Osterzeit unter Nr. 101. Bei der Vorbereitung der kurzen täglichen Anmerkungen ist es hilfreich, diesen Grundsätzen Beachtung zu schenken.

152. In der Pastoralen Einführung in das Messlektionar wird erklärt, was der Prediger bei der Vorbereitung der Wochentagsmessen bezüglich der Leseordnung für die Zeit im Jahreskreis beachten muss:

Die Leseordnung für die Wochentage enthält Texte für die einzelnen Tage jeder Woche des ganzen Jahres: Daher sollen vornehmlich diese Lesungen an den betreffenden Tagen genommen werden, außer an Hochfesten, Festen oder an Gedenktagen mit Eigenlesungen im strengen Sinn.
Beim Umgang mit der Leseordnung für die Wochentage soll man darauf achten, ob eventuell wegen einer anderen Feier im Laufe der Woche die eine oder andere Lesung aus dem Buch, das gerade gelesen wird, ausfallen muss. In diesem Fall soll der Priester unter Berücksichtigung der Perikopen der ganzen Woche Stücke von geringerer Bedeutung weglassen oder eine andere Verteilung vornehmen, wenn dies zur sinnvollen Darbietung des Lesungsstoffes beiträgt (82).

Wenn die Leseordnung durch eine Feier unterbrochen wird, soll sich der Prediger also einen Überblick über die Lesungen der gesamten Woche verschaffen und die Abfolge der Lesungen anpassen. Auch wenn die Homilie an den Wochentagen nur kurz ist, muss sie sorgfältig vorbereitet werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade eine kurze Homilie einer besonders guten Vorbereitung bedarf.

153. Wo das Messlektionar eine Eigenlesung zum Gedenken an einen Heiligen vorsieht, muss diese genommen werden. Darüber hinaus können Lesungen aus den Commune-Texten ausgewählt werden, wenn aus einem bestimmten Grund ausführlicher auf das Wirken des betreffenden Heiligen eingegangen werden soll. Doch in der Pastoralen Einführung in das Messlektionar wird auf Folgendes hingewiesen:

Der Priester wird in der Gemeindemesse vor allem den geistlichen Gewinn der Gläubigen im Auge haben. Er wird sich hüten, ihnen seine eigenen Neigungen aufzuzwingen. Vor allem wird er es vermeiden, häufig und ohne ausreichenden Grund Lesungen auszulassen, die im Lektionar für die einzelnen Wochentage vorgesehen sind; denn die Kirche wünscht, dass den Gläubigen der Tisch des Wortes Gottes reicher gedeckt werde (83).

B. Trauungen

154. Nach der Lesung des Evangeliums spricht der Priester in der Homilie ausgehend von dem gelesenen Text über das Geheimnis der christlichen Ehe, die Würde der ehelichen Liebe, die Gnade des Ehesakraments und die Aufgaben der Eheleute unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände der Brautleute und der Anwesenden (vgl. Die Feier der Trauung in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes, Pastorale Einleitung 26. Wortgottesdienst). Die Homilie im Rahmen der Feier der Trauung stellt den Prediger vor zwei besondere Herausforderungen. Erstens wird die Ehe auch von vielen Christen heute nicht als eine Berufung verstanden. Er muss das Geheimnis der christlichen Ehe verkünden und lehren. Zweitens nehmen oftmals Nichtkatholiken und Nichtchristen an der Feier der Trauung teil, so dass der Prediger nicht voraussetzen kann, dass seine Zuhörer mit den einfachsten Grundlagen des christlichen Glaubens vertraut sind. Diese Herausforderungen sind für ihn zugleich auch eine Chance, das Bild von Leben und Ehe zu vermitteln, das in der Christusnachfolge und damit im Ostergeheimnis von Tod und Auferstehung Christi verankert ist. Der Prediger soll die Homilie sorgfältig vorbereiten, damit er das Geheimnis der christlichen Ehe hinreichend erklären und zugleich die jeweiligen Umstände der Trauung berücksichtigen kann.

C. Begräbnisfeiern

155. In dem liturgischen Buch Die kirchliche Begräbnisfeier in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes werden Ziel und Bedeutung der Homilie im Rahmen der Begräbnisfeier erläutert. Bei der Auslegung des Wortes Gottes in der Homilie kann der Prediger das Leben des Verstorbenen mit einbeziehen, er soll aber keine Lobrede auf den Verstorbenen halten (vgl. Die kirchliche Begräbnisfeier 53). Bei der Vorbereitung und Gestaltung der Begräbnisfeier soll der Priester die Person des Verstorbenen und die besonderen Umstände seines Todes vor Augen haben. Er soll aber auch den Angehörigen helfen, ihr Leid und ihre Trauer in der Kraft des christlichen Glaubens zu tragen (vgl. Die kirchliche Begräbnisfeier, Praenotanda 18). Die Liebe Gottes, die in Tod und Auferstehung Christi offenbart wird, bestärkt Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe. Das Vertrauen auf das ewige Leben und die Gemeinschaft der Heiligen gibt den Trauernden Trost. Die Umstände eines Begräbnisses geben Anlass zur Betrachtung des Geheimnisses von Leben und Tod, des irdischen Lebens als Pilgerweg, der Barmherzigkeit Gottes und des ewigen Lebens.

156. Dabei hat der Prediger zu berücksichtigen, dass bei einem Begräbnis oft auch Nichtkatholiken anwesend sind oder auch Katholiken, die nur selten am gottesdienstlichen Leben teilnehmen oder den Glauben möglicherweise verloren haben (vgl. Die kirchliche Begräbnisfeier, Praenotanda 18). Die Lesungen aus der Heiligen Schrift, die Gebete und die Gesänge der Begräbnisliturgie bringen den Glauben der Kirche zum Ausdruck und nähren ihn.

Anhang I: Die Homilie und der Katechismus der Katholischen Kirche

In den Jahren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde insbesondere in Bischofssynoden häufig die Sorge geäußert, dass es an Leitlinien für das Predigen fehle. Dabei kann der Katechismus der Katholischen Kirche bei der Vorbereitung der Homilie sehr gute Dienste leisten, wenn er dem Zweck der Homilie entsprechend verwendet wird.

Der Römische Katechismus wurde auf Weisung der Väter des Konzils von Trient erarbeitet. Einige Ausgaben enthielten den Anhang Praxis Catechismi, in dem der Inhalt des Katechismus auf die Sonntage aufgeteilt war. So überrascht es nicht, dass nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil angeregt wurde, im Katechismus der Katholischen Kirche einen ähnlichen Anhang einzufügen. Einer solchen Maßnahme stehen viele praktische Erwägungen entgegen. Doch noch entscheidender ist der grundsätzliche Einwand, dass die Sonntagsliturgie nicht der „Anlass“ für eine Predigt ist, die inhaltlich nicht zu der liturgischen Zeit und ihren Themen passt. Gelegentlich kann es aus besonderen pastoralen Gründen erforderlich sein, einen bestimmten Aspekt der Glaubens- und Morallehre ausführlicher zu erläutern. Wann diese Notwendigkeit gegeben ist, muss der Prediger mit der nötigen Umsicht entscheiden.

Andererseits sind die wichtigsten Lehrsätze im tiefsten Sinn der Heiligen Schrift enthalten und dieser tiefste Sinn offenbart sich, wenn das Wort Gottes in der liturgischen Versammlung verkündet wird. Die Aufgabe des Predigers besteht nicht darin, die für die jeweilige Messfeier vorgesehenen Lesungen nach einem vorgefassten Thema auszulegen, sondern seine Zuhörer einzuladen, über den Glauben der Kirche nachzudenken, der im Kontext der Liturgiefeier von selbst aus der Heiligen Schrift hervorgeht.

Vor diesem Hintergrund verweist das folgende Register auf Abschnitte des Katechismus der Katholischen Kirche, die mit den biblischen Lesungen an den Sonntagen und Festtagen im Zusammenhang stehen. Die Abschnitte wurden ausgewählt, weil in ihnen konkrete Lesungen zitiert oder beleuchtet werden oder weil sie Themen behandeln, die auch in den Lesungen vorkommen. Der Prediger soll den Katechismus nicht punktuell und oberflächlich zurate ziehen, sondern auch darüber nachdenken, wie seine vier Teile miteinander zusammenhängen. Am Fünften Sonntag im Jahreskreis handelt die erste Lesung im Lesejahr A zum Beispiel von der Sorge um die Armen, die zweite Lesung von der Torheit des Kreuzes und die dritte von den Jüngern, die das Salz der Erde und das Licht der Welt sind. Die aus dem Katechismus zitierten Abschnitte bringen diese Lesungen mit zahlreichen wichtigen Themen in Zusammenhang: Im Gekreuzigten zeigt sich die Weisheit Gottes, wenn man sie in Bezug auf das Böse und die scheinbare Ohnmacht Gottes betrachtet (vgl. 272); im Angesicht dieses Bösen werden die Christen aufgerufen, das Licht der Welt zu sein, und ihre Sendung ist es, für das ganze Menschengeschlecht die Keimzelle der Einheit, der Hoffnung und des Heils zu sein (vgl. 782); wir werden dieses Licht, indem wir am Ostergeheimnis Christi teilhaben, das durch die Osterkerze symbolisiert wird, deren Licht den Neugetauften erleuchtet (vgl. 1243); damit „die Heilsbotschaft vor den Menschen ihre Wahrheits- und Ausstrahlungskraft zeigen kann, muss sie durch das Lebenszeugnis des Christen beglaubigt werden“ (2044); und dieses Zeugnis findet in der Liebe zu den Armen einen besonderen Ausdruck (vgl. 2443–2449). Wenn er den Katechismus der Katholischen Kirche in dieser Weise zurate zieht, kann der Prediger seinen Zuhörern helfen, das Wort Gottes, den Glauben der Kirche, die moralischen Forderungen des Evangeliums und ihre persönliche und die liturgische Spiritualität im Zusammenhang zu sehen.

Lesejahr A

Erster Adventssonntag

  • KKK 668-677, 769: die letzte Prüfung und das Wiederkommen Christi in Herrlichkeit
  • KKK 451, 671, 1130, 1403, 2817: „Komm, Herr Jesus!“
  • KKK 2729-2733: demütige Wachsamkeit des Herzens

Zweiter Adventssonntag

  • KKK 522, 711-716, 722: die Propheten und die Erwartung des Messias
  • KKK 523, 717-720: die Sendung Johannes des Täufers
  • KKK 1427-1429: Umkehr der Getauften

Dritter Adventssonntag

  • KKK 30, 163, 301, 736, 1829, 1832, 2015, 2362: Freude
  • KKK 227, 2613, 2665, 2772: Geduld
  • KKK 439, 547-550, 1751: von Jesus vollbrachte messianische Zeichen

Vierter Adventssonntag

  • KKK 496-507, 495: Jungfräulichkeit Marias
  • KKK 437, 456, 484-486, 721-726: Empfängnis durch den Heiligen Geist
  • KKK 1846: Jesus wird Josef als Retter offenbart
  • KKK 445, 648, 695: Christus, Sohn Gottes aufgrund seiner Auferstehung
  • KKK 143-149, 494, 2087: der Glaubensgehorsam

Hohes Weihnachtsfest

  • KKK 456-460, 466: „Warum ist das Wort Fleisch geworden?“
  • KKK 461-463, 470-478: Menschwerdung
  • KKK 437, 525-526: Weihnachtsgeheimnis
  • KKK 439, 496, 559, 2616: Jesus ist der Sohn Davids
  • KKK 65, 102: in seinem Wort hat Gott alles gesagt
  • KKK 333: der Mensch gewordene Christus, vor dem sich die Engel niederwerfen
  • KKK 1159-1162, 2131, 2502: die Menschwerdung und Bilder von Christus

Fest der Heiligen Familie

  • KKK 531-534: die Heilige Familie
  • KKK 1655-1658, 2204-2206: die christliche Familie als Hauskirche
  • KKK 2214-2233: Pflichten der Familienangehörigen
  • KKK 333, 530: Flucht nach Ägypten

Hochfest der Gottesmutter Maria

  • KKK 464-469: Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch
  • KKK 495, 2677: Maria, die Mutter Gottes
  • KKK 1, 52, 270, 294, 422, 654, 1709, 2009: unsere Annahme als Kinder
  • KKK 527, 577-582: Jesus unterstellt sich dem Gesetz und erfüllt es
  • KKK 580, 1972: das Neue Gesetz befreit von den Fesseln des Alten Gesetzes
  • KKK 683, 689, 1695, 2766, 2777-2778: im Heiligen Geist können wir Gott „Abba“ nennen
  • KKK 430-435, 2666-2668, 2812: der Name Jesus

Zweiter Sonntag nach Weihnachten

  • KKK 151, 241, 291, 423, 445, 456-463, 504-505, 526, 1216, 2466, 2787: Prolog des Johannesevangeliums
  • KKK 272, 295, 299, 474, 721, 1831: Christus, die Weisheit Gottes
  • KKK 158, 283, 1303, 1831, 2500: Gott gibt uns Weisheit

Hochfest Erscheinung des Herrn

  • KKK 528, 724: Erscheinung
  • KKK 280, 529, 748, 1165, 2466, 2715: Christus, das Licht der Völker
  • KKK 60, 442, 674, 755, 767, 774-776, 781, 831: die Kirche, Sakrament der Einheit des Menschengeschlechts

Erster Fastensonntag

  • KKK 394, 538-540, 2119: die Versuchung Jesu
  • KKK 2846-2849: „Führe uns nicht in Versuchung“
  • KKK 385-390, 396-400: Sündenfall
  • KKK 359, 402-411, 615: Adam, Erbsünde, Christus, der neue Adam

Zweiter Fastensonntag

  • KKK 554-556, 568: Verklärung
  • KKK 59, 145-146, 2570-2571: der Gehorsam Abrahams
  • KKK 706: Gottes Verheißung an Abraham erfüllt in Christus
  • KKK 2012-2014, 2028, 2813: Berufung zur Heiligkeit

Dritter Fastensonntag

  • KKK 1214-1216, 1226-1228: Taufe, Bad der Wiedergeburt und Heiliger Geist
  • KKK 727-729: Jesus offenbart den Heiligen Geist
  • KKK 694, 733-736, 1215, 1999, 2652: der Heilige Geist, lebendiges Wasser, Gabe Gottes
  • KKK 604, 733, 1820, 1825, 1992, 2658: die Initiative geht von Gott aus; Hoffnung durch den Heiligen Geist

Vierter Fastensonntag

  • KKK 280, 529, 748, 1165, 2466, 2715: Christus, das Licht der Völker
  • KKK 439, 496, 559, 2616: Jesus ist der Sohn Davids
  • KKK 1216: Taufe ist Erleuchtung
  • KKK 782, 1243, 2105: Christen sollen das Licht der Welt sein

Fünfter Fastensonntag

  • KKK 992-996: die allmähliche Offenbarung der Auferstehung
  • KKK 549, 640, 646: messianische Zeichen, die auf die Auferstehung Christi hindeuten
  • KKK 2603-2604: das Gebet Jesu vor der Auferweckung des Lazarus
  • KKK 1002-1004: unser Anteil an der Auferstehung
  • KKK 1402-1405, 1524: Eucharistie und Auferstehung KKK 989-990: Auferstehung des Fleisches

Palmsonntag

  • KKK 557-560: Einzug Christi in Jerusalem
  • KKK 602-618: der Leidensweg Christi
  • KKK 2816: Christus erlangt durch seinen Tod und seine Auferstehung die Königsherrschaft
  • KKK 654, 1067-1068, 1085, 1362: das Ostergeheimnis und die Liturgie

Gründonnerstag

  • KKK 1337-1344: Einsetzung der Eucharistie
  • KKK 1359-1361: Eucharistie und Danksagung
  • KKK 610, 1362-1372, 1382, 1436: Eucharistie als Opfer
  • KKK 1373-1381: die wahre Gegenwart Christi in der Eucharistie
  • KKK 1384-1401, 2837: heilige Kommunion
  • KKK 1402-1405: die Eucharistie als Unterpfand der Herrlichkeit
  • KKK 611, 1366: Einsetzung des Priestertums beim Letzten Abendmahl

Karfreitag

  • KKK 602-618, 1992: der Leidensweg Christi
  • KKK 612, 2606, 2741: das Gebet Jesu
  • KKK 467, 540, 1137: Christus, der Hohepriester
  • KKK 2825: Christi Gehorsam und unser Gehorsam

Ostersonntag, Hochfest der Auferstehung des Herrn

  • KKK 638-655, 989, 1001-1002: die Auferstehung Christi und unsere Auferstehung
  • KKK 647, 1167-1170, 1243, 1287: Ostern, Tag des Herrn
  • KKK 1212: Initiationssakramente
  • KKK 1214-1222, 1226-1228, 1234-1245, 1254: Taufe
  • KKK 1286-1289: Firmung
  • KKK 1322-1323: Eucharistie

Zweiter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 448, 641-646: Erscheinungen des Auferstandenen
  • KKK 1084-1089: die heiligende Gegenwart des Auferstandenen in der Liturgie
  • KKK 2177-2178, 1342: die sonntägliche Eucharistiefeier
  • KKK 654-655, 1988: unsere Geburt zu einem neuen Leben in der Auferstehung Christi
  • KKK 976-983, 1441-1442: „Ich glaube an die Vergebung der Sünden“
  • KKK 949-953, 1329, 1342, 2624, 2790: Gemeinschaft an den geistigen Gütern

Dritter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 1346-1347: die Eucharistie und das Erlebnis der Jünger in Emmaus
  • KKK 642-644, 857, 995-996: die Apostel und Jünger als Zeugen der Auferstehung
  • KKK 102, 601, 426-429, 2763: Christus als Schlüssel für die Erschließung der gesamten Heiligen Schrift
  • KKK 457, 604-605, 608, 615-616, 1476, 1992: Jesus, das Lamm, das für unsere Sünden geopfert wurde

Vierter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 754, 764, 2665: Christus, Hirte und Tür
  • KKK 553, 857, 861, 881, 896, 1558, 1561, 1568, 1574: Papst und Bischöfe als Hirten
  • KKK 874, 1120, 1465, 1536, 1548-1551, 1564, 2179, 2686: Priester als Hirten
  • KKK 14, 189, 1064, 1226, 1236, 1253-1255, 1427- 1429: Umkehr, Glaube und Taufe
  • KKK 618, 2447: Christus als Beispiel für das Tragen von Sünden

Fünfter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 2746-2751: Christi Gebet beim Letzten Abendmahl
  • KKK 661, 1025-1026, 2795: Christus öffnet uns den Weg zum Himmel
  • KKK 151, 1698, 2614, 2466: an Jesus glauben
  • KKK 1569-1571: der Stand der Diakone
  • KKK 782, 803, 1141, 1174, 1269, 1322: „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft“

Sechster Sonntag der Osterzeit

  • KKK 2746-2751: Christi Gebet beim Letzten Abendmahl
  • KKK 243, 388, 692, 729, 1433, 1848: der Heilige Geist als Beistand/Tröster
  • KKK 1083, 2670-2672: den Heiligen Geist anrufen

Hochfest Christi Himmelfahrt

  • KKK 659-672, 697, 792, 965, 2795: Christi Himmelfahrt

Siebter Sonntag der Osterzeit: Gebet und geistliches Leben

  • KKK 2746-2751: Christi Gebet beim Letzten Abendmahl
  • KKK 312, 434, 648, 664: Verherrlichung des Sohnes
  • KKK 2614, 2741: Jesus betet für uns
  • KKK 726, 2617-2619, 2673-2679: im Gebet mit Maria

Hohes Pfingstfest

  • KKK 696, 726, 731-732, 737-741, 830, 1076, 1287, 2623: Pfingsten
  • KKK 599, 597, 674, 715: apostolisches Zeugnis an Pfingsten
  • KKK 1152, 1226, 1302, 1556: Fortsetzung des Pfingstgeheimnisses in der Kirche
  • KKK 767, 775, 796, 798, 813, 1097, 1108-1109: die Kirche, Gemeinschaft des Heiligen Geistes

Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit

  • KKK 202, 232-260, 684, 732: das Geheimnis der Dreifaltigkeit
  • KKK 249, 813, 950, 1077-1109, 2845: die Dreifaltigkeit in der Kirche und ihrer Liturgie
  • KKK 2655, 2664-2672: die Dreifaltigkeit und das Gebet
  • KKK 2205: die Familie als ein Abbild der Dreifaltigkeit

Hochfest des Leibes und Blutes Christi

  • KKK 790, 1003, 1322-1419: die heilige Eucharistie
  • KKK 805, 950, 2181-2182, 2637, 2845: die Eucharistie und die Gemeinschaft der Gläubigen
  • KKK 1212, 1275, 1436, 2837: die Eucharistie als geistliche Nahrung

Hochfest Heiligstes Herz Jesu

  • KKK 210-211, 604: Gottes Barmherzigkeit
  • KKK 430, 478, 545, 589, 1365, 1439, 1825, 1846: Christi Liebe gilt allen
  • KKK 2669: das Herz Christi ist anbetungswürdig
  • KKK 766, 1225: die Kirche ging aus dem durchbohrten Herzen Christi hervor
  • KKK 1432, 2100: die Liebe Christi bewegt unsere Herzen

Zweiter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 604-609: Jesus, das Lamm Gottes, der die Sünden der Welt hinwegnimmt
  • KKK 689-690: Sendung des Sohnes und des Geistes

Dritter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 551, 765: die Sendung der Zwölf
  • KKK 541-543: das Reich Gottes ruft und vereint Juden und Heiden
  • KKK 813-822: Einheit der Kirche

Vierter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 459, 520-521: Jesus als Vorbild der Seligpreisungen für seine Nachfolger
  • KKK 1716-1724: Berufung zur Seligkeit
  • KKK 64, 716: die Armen und Demütigen als Träger der Hoffnung auf den Messias

Fünfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 782: das Volk Gottes als Salz der Erde und Licht der Welt
  • KKK 2044-2046: sittliches Leben und missionarisches Zeugnis
  • KKK 2443-2449: Licht nach Werken der Barmherzigkeit, Liebe zu den Armen
  • KKK 1243: die Getauften sollen das Licht der Welt sein
  • KKK 272: der Gekreuzigte ist die Weisheit Gottes

Sechster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 577-582: Jesus und das Gesetz
  • KKK 1961-1964: das Alte Gesetz
  • KKK 2064-2068: der Dekalog in der Überlieferung der Kirche

Siebter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1933, 2303: Unvereinbarkeit von Nächstenliebe und Hass des Feindes
  • KKK 2262-2267: das Verbot, anderen Schaden zuzufügen, außer in Notwehr
  • KKK 2842-2845: Gebet und den Feinden vergeben
  • KKK 2012-2016: die Vollkommenheit des himmlischen Vaters ruft alle zur Heiligkeit
  • KKK 1265: in der Taufe werden wir zum Tempel des Heiligen Geistes
  • KKK 2684: Heilige sind Tempel des Heiligen Geistes

Achter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 302-314: göttliche Vorsehung im Verhältnis zur Geschichte
  • KKK 2113-2115: Götzendienst untergräbt Werte; Vertrauen auf die Vorsehung vs. Wahrsagerei
  • KKK 2632: Erbitten des Reiches
  • KKK 2830: Vertrauen in die Vorsehung bedeutet nicht Untätigkeit

Neunter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2822-2827: „Dein Wille geschehe“
  • KKK 2611: im Gebet stellt man das Herz darauf ein, den Willen des Vaters zu tun
  • KKK 1987-1995: Rechtfertigung

Zehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 545, 589: Jesus ruft die Sünder und vergibt ihnen
  • KKK 2099-2100: das Opfer, das Gott gefällt
  • KKK 144-146, 2572: Abraham als Vorbild des Glaubens

Elfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 551, 761-766: die Kirche im Alten Bund vorbereitet
  • KKK 783-786: die Kirche, ein priesterliches, prophetisches und königliches Volk
  • KKK 849-865: der apostolische Auftrag der Kirche

Zwölfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 852: der Geist Christi trägt den christlichen Auftrag
  • KKK 905: Evangelisation durch das Zeugnis des eigenen Lebens
  • KKK 1808, 1816: mutiges Glaubenszeugnis überwindet Furcht und Tod
  • KKK 2471-2474: für die Wahrheit Zeugnis ablegen
  • KKK 359, 402-411, 615: Adam, Erbsünde, Christus, der neue Adam

Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2232-2233: Christusnachfolge ist die erste Berufung des Christen
  • KKK 537, 628, 790, 1213, 1226-1228, 1694: Taufe, mit Christus sterben, für Christus leben
  • KKK 1987: Gnade rechtfertigt uns aus dem Glauben und aus der Taufe

Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 514-521: Entfaltung der Geheimnisse Christi, Teilhabe an seinen Geheimnissen
  • KKK 238-242: Offenbarung des Vaters durch den Sohn
  • KKK 989-990: Auferstehung des Fleisches

Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 546: Christus lehrt durch Gleichnisse
  • KKK 1703-1709: die Fähigkeit, die Stimme Gottes zu vernehmen und ihr zu folgen
  • KKK 2006-2011: Gott lässt den Menschen mit seiner Gnade mitwirken
  • KKK 1046-1047: die Schöpfung als Teil des neuen Universums
  • KKK 2707: die Bedeutung der Meditation

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 543-550: das Reich Gottes
  • KKK 309-314: die Vorsehung und das Ärgernis des Bösen
  • KKK 825, 827: Unkraut und Saat des Evangeliums in allen und in der Kirche
  • KKK 1425-1429: Umkehr als fortwährende Aufgabe
  • KKK 2630: Seufzen als Bittgebet durch den Heiligen Geist

Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 407: die verwundete Natur des Menschen darf nicht außer Acht gelassen werden
  • KKK 1777-1785: Gewissensurteil im Verhältnis zum Willen Gottes
  • KKK 1786-1789: in schwierigen Situationen den Willen Gottes im göttlichen Gesetz erkennen
  • KKK 1038-1041: Unterscheidung von Gut und Böse vor dem Letzten Gericht
  • KKK 1037: niemand wird von Gott vorbestimmt, in die Hölle zu kommen

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2828-2837: unser tägliches Brot gib uns heute
  • KKK 1335: wunderbare Brotvermehrung weist auf die Eucharistie voraus
  • KKK 1391-1401: die Früchte der heiligen Kommunion

Neunzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 164: der Glaube wird auf die Probe gestellt
  • KKK 272-274: einzig der Glaube kann den geheimnisvollen Wegen der Vorsehung zustimmen
  • KKK 671-672: in schwierigen Zeiten darauf vertrauen, dass alles Christus unterworfen ist
  • KKK 56-64, 121-122, 218-219: Geschichte der Bünde; Gottes Liebe zu Israel
  • KKK 839-840: die Beziehung zwischen Kirche und jüdischem Volk

Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 543-544: Israel wird das Reich zuerst verkündet, dann allen, die glauben
  • KKK 674: das Kommen Christi als Israels Hoffnung; die endgültige Anerkennung des Messias
  • KKK 2610: Kraft des Gebetes in wahrem Glauben
  • KKK 831, 849: die Katholizität der Kirche

Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 551-553: die Schlüssel des Reiches
  • KKK 880-887: Fundamente der Einheit: das Bischofskollegium und sein Haupt, der Petrusnachfolger

Zweiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 618: Christus fordert seine Jünger auf, das Kreuz auf sich zu nehmen und ihm zu folgen
  • KKK 555, 1460, 2100: das Kreuz als Weg zur Herrlichkeit Christi
  • KKK 2015: Weg zur Vollkommenheit über das Kreuz
  • KKK 2427: unser Kreuz im täglichen Leben tragen

Dreiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2055: der Dekalog in einem einzigen Gebot der Liebe zusammengefasst
  • KKK 1443-1445: Versöhnung mit der Kirche
  • KKK 2842-2845: „wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“

Vierundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 218-221: Gott ist Liebe
  • KKK 294: Gott äußert seine Herrlichkeit, indem er uns seine Güte zuteilwerden lässt
  • KKK 2838-2845: „vergib uns unsere Schuld“

Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 210-211: ein barmherziger und gnädiger Gott
  • KKK 588-589: Jesus setzt sein barmherziges Verhalten zu Sündern mit der Haltung Gottes gleich

Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1807: ein gerechter Mensch ist, wer sich gegenüber dem Nächsten ständig richtig verhält
  • KKK 2842: nur der Heilige Geist kann die Gesinnung Jesu zu unserer machen
  • KKK 1928-1930, 2425-2426: die Pflicht zur sozialen Gerechtigkeit
  • KKK 446-461: Christus, der Herr
  • KKK 2822-2827: „Dein Wille geschehe“

Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 755: die Kirche als Weingarten Gottes
  • KKK 1830-1832: Gaben und Früchte des Heiligen Geistes
  • KKK 443: die Propheten sind die Knechte, Christus ist der Sohn

Achtundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 543-546: Jesus lädt die Sünder ein und ruft zur Umkehr auf
  • KKK 1402-1405, 2837: die Eucharistie ist der Vorgeschmack auf das messianische Festmahl

Neunundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1897-1917: Beteiligung am gesellschaftlichen Leben
  • KKK 2238-2244: Bürgerpflichten

Dreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2052-2074: die Zehn Gebote als zweifache Liebe zusammengefasst
  • KKK 2061-2063: sittliches Leben als Antwort auf die vom Herrn ausgehende Liebe

Einunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2044: sittliches Leben und christliches Zeugnis
  • KKK 876, 1550-1551: das Priestertum als Dienst; menschliche Schwäche der Amtsträger

Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 671-672: wir warten, bis Christus alles unterworfen ist
  • KKK 988-991: die Gerechten werden für immer mit dem auferstandenen Christus leben
  • KKK 1036, 2612: wachsames Warten auf die Wiederkehr des Herrn

Dreiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2006-2011: die Verdienste für gute Werke sind der Gnade Gottes zuzuschreiben
  • KKK 1038-1041: das Letzte Gericht wird unsere Taten an den Tag bringen
  • KKK 1048-1050: wir sind nicht untätig, während wir auf die Wiederkehr des Herrn warten
  • KKK 1936-1937: Vielfalt der Talente
  • KKK 2331, 2334: Würde der Frau
  • KKK 1603-1605: Ehe in der Schöpfungsordnung

Hochfest Christus, König der Welt

  • KKK 440, 446-451, 668-672, 783, 786, 908, 2105, 2628: Christus, Herr und König
  • KKK 678-679, 1001, 1038-1041: Christus als Richter
  • KKK 2816-2821: „Dein Reich komme“

Lesejahr B

Erster Adventssonntag

  • KKK 668-677, 769: die letzte Prüfung und das Wiederkommen Christi in Herrlichkeit
  • KKK 451, 671, 1130, 1403, 2817: „Komm, Herr Jesus!“
  • KKK 35: Gott gibt dem Menschen die Gnade, die Offenbarung anzunehmen, Empfang des Messias
  • KKK 827, 1431, 2677, 2839: Eingeständnis, dass wir Sünder sind

Zweiter Adventssonntag

  • KKK 522, 711-716, 722: die Propheten und die Erwartung des Messias
  • KKK 523, 717-720: die Sendung Johannes des Täufers
  • KKK 1042-1050: ein neuer Himmel und eine neue Erde

Dritter Adventssonntag

  • KKK 30, 163, 301, 736, 1829, 1832, 2015, 2362: Freude
  • KKK 713-714: die Züge des erwarteten Messias
  • KKK 218-219: Gottes Liebe zu Israel
  • KKK 772, 796: die Kirche als Braut Christi

Vierter Adventssonntag

  • KKK 484-494: die Verheißung der Geburt Jesu
  • KKK 439, 496, 559, 2616: Jesus ist der Sohn Davids
  • KKK 143-149, 494, 2087: der Glaubensgehorsam

Hohes Weihnachtsfest

  • KKK 456-460, 466: „Warum ist das Wort Fleisch geworden?“
  • KKK 461-463, 470-478: Menschwerdung
  • KKK 437, 525-526: Weihnachtsgeheimnis
  • KKK 439, 496, 559, 2616: Jesus ist der Sohn Davids
  • KKK 65, 102: in seinem Wort hat Gott alles gesagt
  • KKK 333: der Mensch gewordene Christus, vor dem sich die Engel niederwerfen
  • KKK 1159-1162, 2131, 2502: die Menschwerdung und Bilder von Christus

Fest der Heiligen Familie

  • KKK 531-534: die Heilige Familie
  • KKK 1655-1658, 2204-2206: die christliche Familie als Hauskirche
  • KKK 2214-2233: Pflichten der Familienangehörigen
  • KKK 529, 583, 695: die Darstellung im Tempel
  • KKK 144-146, 165, 489, 2572, 2676: Abraham und Sarah als Vorbilder des Glaubens

Hochfest der Gottesmutter Maria

  • KKK 464-469: Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch
  • KKK 495, 2677: Maria, die Mutter Gottes
  • KKK 1, 52, 270, 294, 422, 654, 1709, 2009: unsere Annahme als Kinder
  • KKK 527, 577-582: Jesus unterstellt sich dem Gesetz und erfüllt es
  • KKK 580, 1972: das Neue Gesetz befreit von den Fesseln des Alten Gesetzes
  • KKK 683, 689, 1695, 2766, 2777-2778: im Heiligen Geist können wir Gott „Abba“ nennen
  • KKK 430-435, 2666-2668, 2812: der Name Jesus

Zweiter Sonntag nach Weihnachten

  • KKK 151, 241, 291, 423, 445, 456-463, 504-505, 526, 1216, 2466, 2787: Prolog des Johannesevangeliums
  • KKK 272, 295, 299, 474, 721, 1831: Christus, die Weisheit Gottes
  • KKK 158, 283, 1303, 1831, 2500: Gott gibt uns Weisheit

Hochfest Erscheinung des Herrn

  • KKK 528, 724: Erscheinung
  • KKK 280, 529, 748, 1165, 2466, 2715: Christus, das Licht der Völker
  • KKK 60, 442, 674, 755, 767, 774-776, 781, 831: die Kirche, Sakrament der Einheit des Menschengeschlechts

Erster Fastensonntag

  • KKK 394, 538-540, 2119: die Versuchung Jesu
  • KKK 2846-2849: „Führe uns nicht in Versuchung“
  • KKK 56-58, 71: der Bund mit Noach
  • KKK 845, 1094, 1219: die Arche Noachs weist auf die Kirche und die Taufe voraus
  • KKK 1116, 1129, 1222: Bund und Sakramente (besonders Taufe)
  • KKK 1257, 1811: Gott rettet uns durch die Taufe

Zweiter Fastensonntag

  • KKK 554-556, 568: Verklärung
  • KKK 59, 145-146, 2570-2572: der Gehorsam Abrahams KKK 153-159: Merkmale des Glaubens
  • KKK 2059: Gott äußert seine Herrlichkeit, um seinen Willen kundzutun
  • KKK 603, 1373, 2634, 2852: Christus tritt für uns ein

Dritter Fastensonntag

  • KKK 459, 577-582: Jesus und das Gesetz
  • KKK 593, 583-586: Tempel weist auf Christus voraus; er ist der Tempel
  • KKK 1967-1968: das Neue Gesetz vervollkommnet das Alte
  • KKK 272, 550, 853: die Kraft Christi offenbart sich am Kreuz

Vierter Fastensonntag

  • KKK 389, 457-458, 846, 1019, 1507: Christus, der Retter
  • KKK 679: Christus, der Herr des ewigen Lebens
  • KKK 55: Gott will dem Menschen ewiges Leben schenken
  • KKK 710: das Exil Israels weist auf die Passion voraus

Fünfter Fastensonntag

  • KKK 606-607: das Leben Christi als Opfergabe an den V ater
  • KKK 542, 607: das Verlangen Christi, sein Leben für unsere Erlösung hinzugeben
  • KKK 690, 729: Verherrlichung des Sohnes durch den Heiligen Geist, Verherrlichung des Vaters durch den Sohn
  • KKK 662, 2853: die Erhöhung Christi in Herrlichkeit ist ein Sieg für uns
  • KKK 56-64, 220, 715, 762, 1965: die Geschichte der Bünde

Palmsonntag

  • KKK 557-560: Einzug Christi in Jerusalem
  • KKK 602-618: der Leidensweg Christi
  • KKK 2816: Christus erlangt durch seinen Tod und seine Auferstehung die Königsherrschaft
  • KKK 654, 1067-1068, 1085, 1362: das Ostergeheimnis und die Liturgie

Gründonnerstag

  • KKK 1337-1344: Einsetzung der Eucharistie
  • KKK 1359-1361: Eucharistie und Danksagung
  • KKK 610, 1362-1372, 1382, 1436: Eucharistie als Opfer
  • KKK 1373-1381: die wahre Gegenwart Christi in der Eucharistie
  • KKK 1384-1401, 2837: heilige Kommunion
  • KKK 1402-1405: die Eucharistie als Unterpfand der Herrlichkeit
  • KKK 611, 1366: Einsetzung des Priestertums beim Letzten Abendmahl

Karfreitag

  • KKK 602-618, 1992: der Leidensweg Christi
  • KKK 612, 2606, 2741: das Gebet Jesu
  • KKK 467, 540, 1137: Christus, der Hohepriester
  • KKK 2825: Christi Gehorsam und unser Gehorsam

Ostersonntag, Hochfest der Auferstehung des Herrn

  • KKK 638-655, 989, 1001-1002: die Auferstehung Christi und unsere Auferstehung
  • KKK 647, 1167-1170, 1243, 1287: Ostern, Tag des Herrn
  • KKK 1212: Initiationssakramente
  • KKK 1214-1222, 1226-1228, 1234-1245, 1254: Taufe
  • KKK 1286-1289: Firmung KKK 1322-1323: Eucharistie

Zweiter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 448, 641-646: Erscheinungen des Auferstandenen
  • KKK 1084-1089: die heiligende Gegenwart des Auferstandenen in der Liturgie
  • KKK 2177-2178, 1342: die sonntägliche Eucharistiefeier
  • KKK 654-655, 1988: unsere Geburt zu einem neuen Leben in der Auferstehung Christi
  • KKK 976-983, 1441-1442: „Ich glaube an die Vergebung der Sünden“
  • KKK 949-953, 1329, 1342, 2624, 2790: Gemeinschaft an den geistigen Gütern

Dritter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 1346-1347: die Eucharistie und das Erlebnis der Jünger in Emmaus
  • KKK 642-644, 857, 995-996: die Apostel und Jünger als Zeugen der Auferstehung
  • KKK 102, 601, 426-429, 2763: Christus als Schlüssel für die Erschließung der gesamten Heiligen Schrift
  • KKK 519, 662, 1137: Christus, unser Beistand im Himmel

Vierter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 754, 764, 2665: Christus, Hirte und Tür
  • KKK 553, 857, 861, 881, 896, 1558, 1561, 1568, 1574: Papst und Bischöfe als Hirten
  • KKK 874, 1120, 1465, 1536, 1548-1551, 1564, 2179, 2686: Priester als Hirten
  • KKK 756: Christus, der Eckstein
  • KKK 1, 104, 239, 1692, 1709, 2009, 2736: wir sind jetzt die Kinder Gottes

Fünfter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 2746-2751: Christi Gebet beim Letzten Abendmahl
  • KKK 736-737, 755, 787, 1108, 1988, 2074: Christus ist der Weinstock, wir sind die Reben
  • KKK 953, 1822-1829: Liebe

Sechster Sonntag der Osterzeit

  • KKK 2746-2751: Christi Gebet beim Letzten Abendmahl
  • KKK 214, 218-221, 231, 257, 733, 2331, 2577: Gott ist Liebe
  • KKK 1789, 1822-1829, 2067, 2069: wer Gott und seine Nächsten liebt, handelt nach den Geboten
  • KKK 2347, 2709: Freundschaft mit Christus

Hochfest Christi Himmelfahrt

  • KKK 659-672, 697, 792, 965, 2795: Christi Himmelfahrt

Siebter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 2746-2751: Christi Gebet beim Letzten Abendmahl
  • KKK 2614, 2741: Jesus betet für uns
  • KKK 611, 2812, 2821: Jesu Gebet heiligt uns, besonders in der Eucharistie

Hohes Pfingstfest

  • KKK 696, 726, 731-732, 737-741, 830, 1076, 1287, 2623: Pfingsten
  • KKK 597, 599, 674, 715: apostolisches Zeugnis an Pfingsten
  • KKK 1152, 1226, 1302, 1556: Fortsetzung des Pfingstgeheimnisses in der Kirche
  • KKK 767, 775, 796, 798, 813, 1097, 1108-1109: die Kirche, Gemeinschaft des Heiligen Geistes

Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit

  • KKK 202, 232-260, 684, 732: das Geheimnis der Dreifaltigkeit
  • KKK 249, 813, 950, 1077-1109, 2845: die Dreifaltigkeit in der Kirche und ihrer Liturgie
  • KKK 2655, 2664-2672: die Dreifaltigkeit und das Gebet
  • KKK 2205: die Familie als ein Abbild der Dreifaltigkeit

Hochfest des Leibes und Blutes Christi

  • KKK 790, 1003, 1322-1419: die heilige Eucharistie
  • KKK 805, 950, 2181-2182, 2637, 2845: die Eucharistie und die Gemeinschaft der Gläubigen
  • KKK 1212, 1275, 1436, 2837: die Eucharistie als geistliche Nahrung

Hochfest Heiligstes Herz Jesu

  • KKK 210-211, 604: Gottes Barmherzigkeit
  • KKK 430, 478, 545, 589, 1365, 1439, 1825, 1846: Christi Liebe gilt allen
  • KKK 2669: das Herz Christi ist anbetungswürdig
  • KKK 766, 1225: die Kirche ging aus dem durchbohrten Herzen Christi hervor
  • KKK 1432, 2100: die Liebe Christi bewegt unsere Herzen

Zweiter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 462, 516, 2568, 2824: der Wille des Vaters wird in Christus erfüllt
  • KKK 543-546: das Reich annehmen, das Wort Gottes annehmen
  • KKK 873-874: Christus, der Ursprung der christlichen Berufung
  • KKK 364, 1004: die Würde des Leibes
  • KKK 1656, 2226: Kindern helfen, ihre Berufung zu finden

Dritter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 51-64: Gottes Offenbarungsratschluss
  • KKK 1427-1433: fortwährende innere Umkehr
  • KKK 1886-1889: Umkehr und Gesellschaft

Vierter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 547-550: Jesus begleitet seine Worte durch Wunder
  • KKK 438, 447, 550: Jesu Macht über Dämonen
  • KKK 64, 762, 2595: die Funktion des Propheten
  • KKK 922, 1618-1620: Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen

Fünfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 547-550: Heilung als ein Zeichen für die Gegenwart des Messias
  • KKK 1502-1505: Christus, der Heiler
  • KKK 875, 1122: die Notwendigkeit der Verkündigung

Sechster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1474: alle Gläubigen, die in Christus leben, sind in ihm vereint
  • KKK 1939-1942: menschliche Solidarität
  • KKK 2288-2291: Sorge für die Gesundheit

Siebter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1421, 1441-1442: Christus, der Heiler von Seele und Leib
  • KKK 987, 1441, 1741: Christus vergibt Sünden
  • KKK 1425-1426: Versöhnung nach der Taufe
  • KKK 1065: Christus, unser „Amen“

Achter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 772-773, 796: die Kirche, das Geheimnis der Einheit mit Gott
  • KKK 796: die Kirche als Braut Christi

Neunter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 345-349, 582, 2168-2173: der Tag des Herrn
  • KKK 1005-1014, 1470, 1681-1683: Sterben und Leben in Christus

Zehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 410-412: das Protoevangelium
  • KKK 374-379: Mensch im Paradies
  • KKK 385-409: Sündenfall
  • KKK 517, 550: Christus als Exorzist

Elfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 543-546: Verkündigung des Reiches Gottes
  • KKK 2653-2654, 2660, 2716: das Reich Gottes wächst durch Hören des Wortes Gottes

Zwölfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 423, 464-469: Jesus, wahrer Gott und wahrer Mensch
  • KKK 1814-1816: Glaube als Geschenk Gottes und Antwort des Menschen
  • KKK 671-672: den Glauben in der Not bewahren

Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 548-549, 646, 994: Auferweckung der Toten durch Jesus
  • KKK 1009-1014: der durch Christus umgewandelte Tod
  • KKK 1042-1050: Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde

Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2581-2584: Propheten und Umkehr des Herzens
  • KKK 436: Christus als Prophet
  • KKK 162: Ausharren im Glauben
  • KKK 268, 273, 1508: Kraft erweist sich in der Schwachheit

Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1506-1509: Christus lässt die Jünger am Dienst des Heilens teilhaben
  • KKK 737-741: die Sendung der Kirche zu verkünden und zu bezeugen
  • KKK 849-856: Ursprung und Umfang des Missionsauftrags der Kirche
  • KKK 1122, 1533: Auftrag der Verkündigung
  • KKK 693, 698, 706, 1107, 1296: der Heilige Geist als Bürge und Siegel Gottes
  • KKK 492: Einmaligkeit der Auserwählung Marias vor der Erschaffung der Welt

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2302-2306: Christus, unser Frieden
  • KKK 2437-2442: Zeugen und Mitarbeiter des Friedens und der Gerechtigkeit

Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1335: die wunderbare Speisung weist auf die Eucharistie voraus
  • KKK 814-815, 949-959: Teilen der Gaben in der Gemeinschaft der Kirche

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1333-1336: eucharistische Zeichen Brot und Wein
  • KKK 1691-1696: Leben in Christus

Neunzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1341-1344: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“
  • KKK 1384-1390: „Nehmt und esst“: Kommunion

Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1402-1405: die Eucharistie, Unterpfand der Herrlichkeit
  • KKK 2828-2837: die Eucharistie ist unser tägliches Brot
  • KKK 1336: Entrüstung

Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 796: die Kirche als Braut Christi
  • KKK 1061-1065: die vollkommene Treue und unendliche Liebe Gottes
  • KKK 1612-1617, 2360-2365: die Ehe im Herrn

Zweiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 577-582: Christus und das Gesetz
  • KKK 1961-1974: das Alte Gesetz und das Evangelium

Dreiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1503-1505: Christus, der Arzt und Heiler
  • KKK 1151-1152: von Christus aufgenommene Zeichen; sakramentale Zeichen
  • KKK 270-271: die Barmherzigkeit Gottes

Vierundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 713-716: Vorzeichnung des Weges des Messias in den „Liedern vom Gottesknecht“
  • KKK 440, 571-572, 601: für unsere Sünden hat Jesus gelitten und ist er gestorben
  • KKK 618: unsere Teilhabe am Opfer Christi
  • KKK 2044-2046: mit guten Werken den Glauben bekunden

Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 539, 565, 600-605, 713: Christus, gehorsamer Gottesknecht
  • KKK 786: zu dienen bedeutet König sein
  • KKK 1547, 1551: Priestertum als Dienst
  • KKK 2538-2540: Neid ist Sünde
  • KKK 2302-2306: Aufrechterhaltung des Friedens

Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 821, 1126, 1636: ökumenischer Dialog
  • KKK 2445-2446, 2536, 2544-2547: die Gefahr des ungezügelten Reichtums
  • KKK 1852: Eifersucht

Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1602-1617, 1643-1651, 2331-2336: eheliche Treue
  • KKK 2331-2336: Scheidung
  • KKK 1832: Treue, eine Frucht des Heiligen Geistes
  • KKK 2044, 2147, 2156, 2223, 2787: die Treue der Getauften

Achtundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 101-104: Christus, das einzige Wort der Heiligen Schrift
  • KKK 131-133: die Heilige Schrift im Leben der Kirche
  • KKK 2653-2654: die Heilige Schrift als Quelle des Gebets
  • KKK 1723, 2444-2447, 2536: Armut des Herzens

Neunundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 599-609: Christi erlösender Tod nach dem Heilsplan
  • KKK 520: Christi Selbstentäußerung als Beispiel zur Nachahmung
  • KKK 467, 540, 1137: Christus, der Hohepriester

Dreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 547-550: von Jesus vollbrachte messianische Zeichen
  • KKK 1814-1816: Glaube, ein Geschenk Gottes
  • KKK 2734-2737: kindliches Vertrauen auf das Gebet

Einunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2083: Gebote als Aufruf zu einer liebenden Antwort
  • KKK 2052, 2093-2094: das erste Gebot
  • KKK 1539-1547: das Sakrament der Weihe in der Heilsökonomie

Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 519-521: Christus hat sein Leben für uns hingegeben
  • KKK 2544-2547: Armut des Herzens
  • KKK 1434, 1438, 1753, 1969, 2447: Almosengeben
  • KKK 2581-2584: Elija und die Umkehr des Herzens
  • KKK 1021-1022: das besondere Gericht

Dreiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1038-1050: das Letzte Gericht; Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde
  • KKK 613-614, 1365-1367: das einmalige und endgültige Opfer Christi und die Eucharistie

Hochfest Christus, König der Welt

  • KKK 440, 446-451, 668-672, 783, 786, 908, 2105, 2628: Christus, Herr und König
  • KKK 678-679, 1001, 1038-1041: Christus als Richter *KKK 2816-2821: „Dein Reich komme“

Lesejahr C

Erster Adventssonntag

  • KKK 668-677, 769: die letzte Prüfung und das Wiederkommen Christi in Herrlichkeit
  • KKK 451, 671, 1130, 1403, 2817: „Komm, Herr Jesus!“
  • KKK 439, 496, 559, 2616: Jesus ist der Sohn Davids
  • KKK 207, 210-214, 270, 1062-1063: Gott ist treu und barmherzig

Zweiter Adventssonntag

  • KKK 522, 711-716, 722: die Propheten und die Erwartung des Messias
  • KKK 523, 717-720: die Sendung Johannes des Täufers
  • KKK 710: das Exil Israels weist auf die Passion voraus
  • KKK 2632, 2636: die Sorge des Apostels Paulus

Dritter Adventssonntag

  • KKK 30, 163, 301, 736, 1829, 1832, 2015, 2362: Freude
  • KKK 523-524, 535: Johannes bereitet dem Messias den Weg
  • KKK 430-435: Jesus, der Retter

Vierter Adventssonntag

  • KKK 148, 495, 717, 2676: der Besuch bei Elisabeth
  • KKK 462, 606-607, 2568, 2824: der Sohn wird Mensch, um den Willen des Vaters zu tun

Hohes Weihnachtsfest

  • KKK 456-460, 466: „Warum ist das Wort Fleisch geworden?“
  • KKK 461-463, 470-478: Menschwerdung
  • KKK 437, 525-526: Weihnachtsgeheimnis
  • KKK 439, 496, 559, 2616: Jesus ist der Sohn Davids
  • KKK 65, 102: in seinem Wort hat Gott alles gesagt
  • KKK 333: der Mensch gewordene Christus, vor dem sich die Engel niederwerfen
  • KKK 1159-1162, 2131, 2502: die Menschwerdung und Bilder von Christus

Fest der Heiligen Familie

  • KKK 531-534: die Heilige Familie
  • KKK 1655-1658, 2204-2206: die christliche Familie als Hauskirche
  • KKK 2214-2233: Pflichten der Familienangehörigen
  • KKK 534, 583, 2599: das Wiederfinden Jesu im Tempel
  • KKK 64, 489, 2578: Hanna und Samuel
  • KKK 1, 104, 239, 1692, 1709, 2009, 2736: wir sind jetzt die Kinder Gottes
  • KKK 163, 1023, 1161, 2519, 2772: wir werden ihn von Angesicht zu Angesicht sehen und ihm ähnlich sein

Hochfest der Gottesmutter Maria

  • KKK 464-469: Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch
  • KKK 495, 2677: Maria, die Mutter Gottes
  • KKK 1, 52, 270, 294, 422, 654, 1709, 2009: unsere Annahme als Kinder
  • KKK 527, 577-582: Jesus unterstellt sich dem Gesetz und erfüllt es
  • KKK 580, 1972: das Neue Gesetz befreit von den Fesseln des Alten Gesetzes
  • KKK 683, 689, 1695, 2766, 2777-2778: im Heiligen Geist können wir Gott „Abba“ nennen
  • KKK 430-435, 2666-2668, 2812: der Name Jesus

Zweiter Sonntag nach Weihnachten

  • KKK 151, 241, 291, 423, 445, 456-463, 504-505, 526, 1216, 2466, 2787: Prolog des Johannesevangeliums
  • KKK 272, 295, 299, 474, 721, 1831: Christus, die Weisheit Gottes
  • KKK 158, 283, 1303, 1831, 2500: Gott gibt uns Weisheit

Hochfest Erscheinung des Herrn

  • KKK 528, 724: Erscheinung
  • KKK 280, 529, 748, 1165, 2466, 2715: Christus, das Licht der Völker
  • KKK 60, 442, 674, 755, 767, 774-776, 781, 831: die Kirche, Sakrament der Einheit des Menschengeschlechts

Erster Fastensonntag

  • KKK 394, 538-540, 2119: die Versuchung Jesu
  • KKK 2846-2849: „Führe uns nicht in Versuchung“
  • KKK 1505: Christus nimmt die Last des Bösen
  • KKK 142-143, 309: Glaube als Unterordnung gegenüber Gott, Antwort an Gott, Antwort auf das Böse
  • KKK 59-63: Gott bildet sich sein priesterliches Volk durch Abraham und den Exodus heran

Zweiter Fastensonntag

  • KKK 554-556, 568: Verklärung
  • KKK 59, 145-146, 2570-2572: der Gehorsam Abrahams
  • KKK 1000: das Geheimnis der Auferstehung lässt sich nur im Glauben erschließen
  • KKK 645, 999-1001: Auferstehung des Fleisches

Dritter Fastensonntag

  • KKK 210, 2575-2577: Gott ruft Mose, erhört die Gebete seines Volkes
  • KKK 1963-1964: Einhaltung des Gesetzes als Vorbereitung der Umkehr
  • KKK 2851: das Böse stellt sich dem Heilswerk entgegen
  • KKK 128-130, 1094: die Buchstaben des Alten Testaments werden im Neuen Testament erfüllt
  • KKK 736, 1108-1109, 1129, 1521, 1724, 1852, 2074, 2345, 2516, 2731: Frucht tragen

Vierter Fastensonntag

  • KKK 1439, 1465, 1481, 1700, 2839: der verlorene Sohn
  • KKK 207, 212, 214: Gott bleibt seinen Verheißungen treu
  • KKK 1441, 1443: Gott vergibt Sünden und gliedert die Sünder wieder in die Gemeinschaft ein
  • KKK 982: die Pforten zur Vergebung stehen allen offen, die sich von der Sünde abwenden
  • KKK 1334: das alltägliche Brot Israels war die Frucht des verheißenen Landes

Fünfter Fastensonntag

  • KKK 430, 545, 589, 1846-1847: Jesus offenbart die Barmherzigkeit des Vaters
  • KKK 133, 428, 648, 989, 1006: die überragende Erkenntnis Jesu Christi
  • KKK 2475-2479: vorschnelle Verurteilung

Palmsonntag

  • KKK 557-560: Einzug Christi in Jerusalem
  • KKK 602-618: der Leidensweg Christi
  • KKK 2816: Christus erlangt durch seinen Tod und seine Auferstehung die Königsherrschaft
  • KKK 654, 1067-1068, 1085, 1362: das Ostergeheimnis und die Liturgie

Gründonnerstag

  • KKK 1337-1344: Einsetzung der Eucharistie
  • KKK 1359-1361: Eucharistie und Danksagung
  • KKK 610, 1362-1372, 1382, 1436: Eucharistie als Opfer
  • KKK 1373-1381: die wahre Gegenwart Christi in der Eucharistie
  • KKK 1384-1401, 2837: heilige Kommunion
  • KKK 1402-1405: die Eucharistie als Unterpfand der Herrlichkeit
  • KKK 611, 1366: Einsetzung des Priestertums beim Letzten Abendmahl

Karfreitag

  • KKK 602-618, 1992: der Leidensweg Christi
  • KKK 612, 2606, 2741: das Gebet Jesu
  • KKK 467, 540, 1137: Christus, der Hohepriester
  • KKK 2825: Christi Gehorsam und unser Gehorsam

Ostersonntag, Hochfest der Auferstehung des Herrn

  • KKK 638-655, 989, 1001-1002: die Auferstehung Christi und unsere Auferstehung
  • KKK 647, 1167-1170, 1243, 1287: Ostern, Tag des Herrn
  • KKK 1212: Initiationssakramente
  • KKK 1214-1222, 1226-1228, 1234-1245, 1254: Taufe
  • KKK 1286-1289: Firmung
  • KKK 1322-1323: Eucharistie

Zweiter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 448, 641-646: Erscheinungen des Auferstandenen
  • KKK 1084-1089: die heiligende Gegenwart des Auferstandenen in der Liturgie
  • KKK 2177-2178, 1342: die sonntägliche Eucharistiefeier
  • KKK 654-655, 1988: unsere Geburt zu einem neuen Leben in der Auferstehung Christi
  • KKK 976-983, 1441-1442: „Ich glaube an die Vergebung der Sünden“
  • KKK 949-953, 1329, 1342, 2624, 2790: Gemeinschaft an den geistigen Gütern
  • KKK 612, 625, 635, 2854: Christus, „der Lebendige“, hat die Schlüssel zum Tod

Dritter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 642-644, 857, 995-996: die Apostel und Jünger als Zeugen der Auferstehung
  • KKK 553, 641, 881, 1429: der auferstandene Christus und Petrus
  • KKK 1090, 1137-1139, 1326: die himmlische Liturgie

Vierter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 754, 764, 2665: Christus, Hirte und Tür
  • KKK 553, 857, 861, 881, 896, 1558, 1561, 1568, 1574: Papst und Bischöfe als Hirten
  • KKK 874, 1120, 1465, 1536, 1548-1551, 1564, 2179, 2686: Priester als Hirten
  • KKK 60, 442, 543, 674, 724, 755, 775, 781: die Kirche ist ein Volk aus Juden und Heiden
  • KKK 957, 1138, 1173, 2473-2474: unsere Gemeinschaft mit den Märtyrern

Fünfter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 2746-2751: Christi Gebet beim Letzten Abendmahl
  • KKK 459, 1823, 2074, 2196, 2822, 2842: „so wie ich euch geliebt habe“
  • KKK 756, 865, 1042-1050, 2016, 2817: ein neuer Himmel und eine neue Erde

Sechster Sonntag der Osterzeit

  • KKK 2746-2751: Christi Gebet beim Letzten Abendmahl
  • KKK 243, 388, 692, 729, 1433, 1848: der Heilige Geist als Beistand/Tröster
  • KKK 1965-1974: das Neue Gesetz erfüllt das Alte
  • KKK 865, 869, 1045, 1090, 1198, 2016: das himmlische Jerusalem

Hochfest Christi Himmelfahrt

  • KKK 659-672, 697, 792, 965, 2795: Christi Himmelfahrt

Siebter Sonntag der Osterzeit

  • KKK 521: durch Christus leben wir in Gemeinschaft mit dem Vater
  • KKK 787-790, 795, 1044-1047: die Kirche ist Gemeinschaft mit und in Christus

Hohes Pfingstfest

  • KKK 696, 726, 731-732, 737-741, 830, 1076, 1287, 2623: Pfingsten
  • KKK 599, 597, 674, 715: apostolisches Zeugnis an Pfingsten
  • KKK 1152, 1226, 1302, 1556: Fortsetzung des Pfingstgeheimnisses in der Kirche
  • KKK 767, 775, 796, 798, 813, 1097, 1108-1109: die Kirche, Gemeinschaft des Heiligen Geistes

Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit

  • KKK 202, 232-260, 684, 732: das Geheimnis der Dreifaltigkeit
  • KKK 249, 813, 950, 1077-1109, 2845: die Dreifaltigkeit in der Kirche und ihrer Liturgie
  • KKK 2655, 2664-2672: die Dreifaltigkeit und das Gebet
  • KKK 2205: die Familie als ein Abbild der Dreifaltigkeit

Hochfest des Leibes und Blutes Christi

  • KKK 790, 1003, 1322-1419: die heilige Eucharistie
  • KKK 805, 950, 2181-2182, 2637, 2845: die Eucharistie und die Gemeinschaft der Gläubigen
  • KKK 1212, 1275, 1436, 2837: die Eucharistie als geistliche Nahrung

Hochfest Heiligstes Herz Jesu

  • KKK 210-211, 604: Gottes Barmherzigkeit
  • KKK 430, 478, 545, 589, 1365, 1439, 1825, 1846: Christi Liebe gilt allen
  • KKK 2669: das Herz Christi ist anbetungswürdig
  • KKK 766, 1225: die Kirche ging aus dem durchbohrten Herzen Christi hervor
  • KKK 1432, 2100: die Liebe Christi bewegt unsere Herzen

Zweiter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 528: in Kana zeigt sich Christus als Messias, Sohn Gottes, Retter
  • KKK 796: die Kirche als Braut Christi
  • KKK 1612-1617: die Ehe im Herrn
  • KKK 2618: Marias Fürbitte in Kana
  • KKK 799-801, 951, 2003: Charismen, die der Kirche dienen

Dritter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 714: Erwartung des Messias und des Heiligen Geistes im Alten Testament
  • KKK 1965-1974: Neues Gesetz und Evangelium
  • KKK 106, 108, 515: Gott inspiriert menschliche Verfasser der Heiligen Schrift und Leser
  • KKK 787-795: die Kirche als Leib Christi

Vierter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 436, 1241, 1546: Christus als Prophet
  • KKK 904-907: unsere Teilhabe am Prophetenamt Christi
  • KKK 163-164: Glaube, der Beginn des ewigen Lebens KKK 1822-1829: Liebe
  • KKK 772-773, 953: Gemeinschaft in der Kirche
  • KKK 314, 1023, 2519: die im Himmel sind, schauen Gott von Angesicht zu Angesicht

Fünfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 520, 618, 923, 1618, 1642, 2053: alle sind aufgerufen, Christus zu folgen
  • KKK 2144, 2732: Ehrfurcht vor Gottes Gegenwart vs. Überheblichkeit
  • KKK 631-644: die Apostel als Zeugen der Auferstehung

Sechster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1820: die christliche Hoffnung wird in den Seligpreisungen entfaltet
  • KKK 2544-2547: Armut des Herzens; der Herr beklagt die Reichen
  • KKK 655, 989-991, 1002-1003: Hoffnung in der Auferstehung

Siebter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 210-211: Gott der Barmherzigkeit
  • KKK 1825, 1935, 1968, 2303, 2647, 2842-2845: den Feinden vergeben
  • KKK 359, 504: Christus, der neue Adam

Achter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2563: das Herz ist das Zuhause der Wahrheit
  • KKK 1755-1756: gute und schlechte Handlungen
  • KKK 1783-1794: Gewissensbildung und nach dem Gewissen entscheiden
  • KKK 2690: geistliche Leitung
  • KKK 1009-1013: die christliche Sicht des Todes

Neunter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 543-546: alle sind zum Reich Gottes berufen
  • KKK 774-776: die Kirche als universales Heilssakrament
  • KKK 2580: Salomos Gebet bei der Tempelweihe
  • KKK 583-586: Jesus und der Tempel

Zehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 646, 994: mit der Auferweckung der Toten kündigt Christus seine eigene Auferstehung an
  • KKK 1681: der christliche Sinn des Sterbens im Licht der Auferstehung
  • KKK 2583: Elija und die Witwe
  • KKK 2637: Christus befreit die Schöpfung von Sünde und Tod

Elfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1441-1442: einzig Gott vergibt Sünden
  • KKK 1987-1995: Rechtfertigung
  • KKK 2517-2519: Läuterung des Herzens KKK 1481, 1736, 2538: David und Natan

Zwölfter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 599-605: Christi erlösender Tod nach dem Heilsplan
  • KKK 1435: jeden Tag sein Kreuz auf sich nehmen und Christus nachgehen
  • KKK 787-791: die Kirche ist Gemeinschaft mit Christus
  • KKK 1227, 1243, 1425, 2348: Christus als Gewand anlegen; Taufe und Keuschheit

Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 587: Jesu Weg nach Jerusalem, zu Tod und Auferstehung
  • KKK 2052-2055: „Meister, was muss ich tun?“
  • KKK 1036, 1816: die Notwendigkeit der Christusnachfolge

Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 541-546: das Reich Gottes ist nahe
  • KKK 787, 858-859: die Einbeziehung der Apostel in die Sendung Christi
  • KKK 2122: „wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt“
  • KKK 2816-2821: „Dein Reich komme“
  • KKK 555, 1816, 2015: Christus auf dem Weg des Kreuzes folgen

Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 299, 381: der Mensch als Ebenbild Gottes; der Erstgeborene
  • KKK 1931-1933: den Nächsten als ein anderes Ich ansehen
  • KKK 2447: leibliche Werke der Barmherzigkeit
  • KKK 1465: der Priester als guter Samariter bei der Spende des Bußsakraments
  • KKK 203, 291, 331, 703: die Welt und die Schöpfung, sichtbar und unsichtbar

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2571: Abrahams Gastfreundschaft
  • KKK 2241: Aufnahme von Fremden
  • KKK 2709-2719: das kontemplative Gebet
  • KKK 618, 1508: Teilnahme am Opfer Christi
  • KKK 568, 772: die „Hoffnung auf Herrlichkeit“ in der Kirche und in ihren Sakramenten

Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2634-2636: Fürbittgebet
  • KKK 2566-2567: die allgemeine Berufung zum Beten
  • KKK 2761-2772: das Gebet des Herrn als Zusammenfassung des Evangeliums
  • KKK 2609-2610, 2613, 2777-2785: Hinwendung zu Gott mit Beharrlichkeit und kindlichem Vertrauen
  • KKK 2654: lectio divina
  • KKK 537, 628, 1002, 1227: in der Taufe begraben und auferstanden

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 661, 1042-1050, 1821: Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde
  • KKK 2535-2540, 2547, 2728: Ungeordnetheit der Begierden

Neunzehnter Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 144-149: der Glaubensgehorsam
  • KKK 1817-1821: die Tugend der Hoffnung
  • KKK 2729-2733: das Gebet als demütige Wachsamkeit des Herzens
  • KKK 144-146, 165, 2572, 2676: Abraham als Vorbild des Glaubens

Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 575-576: Christus, ein Zeichen, dem widersprochen wird
  • KKK 1816: ein Jünger muss seinen Glauben mutig bezeugen
  • KKK 2471-2474: für die Wahrheit Zeugnis ablegen
  • KKK 946-957, 1370, 2683-2684: unsere Gemeinschaft mit den Heiligen
  • KKK 1161: in den heiligen Bildern sehen wir die „Wolke von Zeugen“

Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 543-546: alle sind zum Reich Gottes berufen
  • KKK 774-776: die Kirche als universales Heilssakrament
  • KKK 2825-2827: wer den Willen des Vaters erfüllt, tritt in das Himmelreich ein
  • KKK 853, 1036, 1344, 1889, 2656: der schmale Weg

Zweiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 525-526: die Menschwerdung ist ein Geheimnis der Demut
  • KKK 2535-2540: Ungeordnetheit der Begierden
  • KKK 2546, 2559, 2631, 2713: das Gebet verlangt Demut und eine Armut im Geiste
  • KKK 1090, 1137-1139: unsere Teilnahme an der himmlischen Liturgie
  • KKK 2188: der Sonntag lässt uns an der festlichen Versammlung im Himmel teilnehmen

Dreiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 273, 300, 314: die Transzendenz Gottes
  • KKK 36-43: die Gotteserkenntnis nach der Lehre der Kirche
  • KKK 2544: Christus allem und allen vorziehen
  • KKK 914-919, 931-932: Christus im geweihten Leben folgen

Vierundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 210-211: Gott der Barmherzigkeit
  • KKK 604-605, 1846-1848: die Initiative zur Erlösung geht von Gott aus
  • KKK 1439, 1700, 2839: der verlorene Sohn als Beispiel für Umkehr
  • KKK 1465, 1481: der verlorene Sohn und das Sakrament der Buße

Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2407-2414: Achtung fremden Gutes
  • KKK 2443-2449: Liebe zu den Armen
  • KKK 2635: nicht nur für das eigene Wohl, sondern auch für das Wohl anderer beten
  • KKK 65-67, 480, 667: Christus, unser einziger Mittler
  • KKK 2113, 2424, 2848: niemand kann zwei Herren dienen
  • KKK 1900, 2636: Fürbitten für Herrscher

Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1939-1942: menschliche Solidarität
  • KKK 2437-2449: Solidarität unter den Völkern; Liebe zu den Armen
  • KKK 2831: Hunger in der Welt; Solidarität; Gebet
  • KKK 633, 1021, 2463, 2831: Lazarus
  • KKK 1033-1037: die Hölle

Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 153-165, 2087-2089: der Glaube
  • KKK 84: das Glaubensgut, das der Kirche anvertraut ist
  • KKK 91-93: der übernatürliche Glaubenssinn

Achtundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 1503-1505, 2616: Christus, der Heiler
  • KKK 543-550, 1151: die Zeichen des Reiches Gottes
  • KKK 224, 2637-2638: Danksagung
  • KKK 1010: der Sinn des christlichen Todes

Neunundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 2574-2577: Mose und das Gebet des Mittlers
  • KKK 2629-2633: Bittgebet
  • KKK 2653-2654: die Heilige Schrift als Quelle des Gebets
  • KKK 2816-2821: „Dein Reich komme“
  • KKK 875: die Notwendigkeit der Verkündigung

Dreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 588, 2559, 2613, 2631: Demut als Grundlage des Betens
  • KKK 2616: Jesus erhört das gläubige Gebet
  • KKK 2628: Anbetung als Haltung des Menschen, der sich als Geschöpf erkennt
  • KKK 2631: die Bitte um Vergebung als erste Regung des Bittgebetes

Einunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 293-294, 299, 341, 353: die Welt ist zur Ehre Gottes geschaffen
  • KKK 1459, 2412, 2487: Genugtuung

Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 992-996: die allmähliche Offenbarung der Auferstehung
  • KKK 997-1004: unsere Auferstehung mit Christus
  • KKK 1023-1029: Himmel
  • KKK 1030-1032: Purgatorium, die abschließende Läuterung

Dreiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

  • KKK 162-165: Ausharren im Glauben; Glaube als der Beginn des ewigen Lebens
  • KKK 675-677: die letzte Prüfung der Kirche
  • KKK 307, 531, 2427-2429: die menschliche Arbeit als Mittel der Heiligung
  • KKK 673, 1001, 2730: der letzte Tag

Hochfest Christus, König der Welt

  • KKK 440, 446-451, 668-672, 783, 786, 908, 2105, 2628: Christus, Herr und König
  • KKK 678-679, 1001, 1038-1041: Christus als Richter
  • KKK 2816-2821: „Dein Reich komme“

Weitere Hochfeste (KKK 2177)

19. März: Hochfest des heiligen Josef

  • KKK 437, 497, 532-534, 1014, 1846, 2177: heiliger Josef
  • KKK 2214-2220: Pflichten der Kinder gegenüber ihren Eltern

29. Juni: Hochfest der Apostel Petrus und Paulus

  • KKK 153, 424, 440, 442, 552, 765, 880-881: heiliger Petrus
  • KKK 442, 601, 639, 642, 1508, 2632-2633, 2636, 2638: heiliger Paulus

15. August: Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel

  • KKK 411, 966-971, 974-975, 2853: Maria, die neue Eva, aufgenommen in den Himmel
  • KKK 773, 829, 967, 972: Maria, eschatologische Ikone der Kirche
  • KKK 2673-2679: im Gebet mit Maria

1. November: Hochfest Allerheiligen

  • KKK 61, 946-962, 1090, 1137-1139, 1370: die Kirche, eine Gemeinschaft der Heiligen
  • KKK 956, 2683: die Fürbitte der Heiligen
  • KKK 828, 867, 1173, 2030, 2683-2684: die Heiligen, als Beispiel der Heiligkeit

8. Dezember: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

  • KKK 411, 489-493, 722, 2001, 2853: die Vorbereitung durch Gott; die unbefleckte Empfängnis

Anhang II: Nachkonziliare kirchliche Dokumente zum Thema Verkündigung

ZWEITES VATIKANISCHES KONZIL

PÄPSTLICHES LEHRAMT
Paul VI.

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Franziskus

LITURGISCHE BÜCHER

CODEX DES KANONISCHEN RECHTS

  • Canones 762, 767–769

DOKUMENTE DER KONGREGATIONEN DER RÖMISCHEN KURIE

Abkürzungsverzeichnis

  • DV Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Dei Verbum über die göttliche Offenbarung vom 18. November 1965
  • EG Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium von Papst Franziskus über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute vom 24. November 2013
  • KKK Katechismus der Katholischen Kirche
  • OLM Ordo Lectionum Missae, Praenotanda (Pastorale Einführung in das Messlektionar)
  • SC Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution Sacrosanctum Concilium über die heilige Liturgie vom 4. Dezember 1963
  • VD Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini von Papst Benedikt XVI. über das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche vom 30. September 2010

Weblinks

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