Maria Theresia Bonzel

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Mutter Maria Theresia Bonzel

Maria Theresia Bonzel OSF(* 17. September 1830 in Olpe; † 6. Februar 1905 in Olpe, Deutschland) war Ordensgründerin und -oberin der "Armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe". Ihr liturgischer Gedenktag ist der 9. Februar.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Maria Theresia Bonzel wurde als Regina Christine Wilhelmine (Rufname: Aline) Bonzel geboren. Ihr Vater hieß Friedrich Edmund Bonzel (1808-1837) und war Kaufmann, die Mutter Angela Maria Liese (1802-1865). Sie hatte ein frommes Elternhaus und besuchte die Volksschule. Sie gehörte zur gehobenen Schicht des Bürgertums, erhielt aber, zeitgemäß, keine besondere Berufsausbildung. Deshalb schickte sie die Mutter zu den Ursulinen nach Köln. Die Erstkommunion feierte sie 1844 und fühlte sich an diesem Tag erstmalig außergewöhnlich zu Gott hingezogen. Aline wollte ihrer Liebe zu Christus Inhalt und Form geben und diese im Alltag leben. Sie stellte sich den Plänen ihrer Mutter entgegen, die darauf hoffte, dass Aline heiraten und sie später versorgen wird.

1850 wurde Bonzel Mitglied der franziskanischen Laienbewegung des III. Ordens. Sie erhielt den Ordensnamen Maria Theresia. Bei der einsetzenden Industrialisierung gab es viele Waisen und Kranke, die ohne Hilfe verwahrlosten. Diese Not bewegte sie und eine Gruppe gleich gesinnter Frauen. Sie suchten die Leiden zu lindern. Sie sah in den armen und verlassenen Waisen das Antlitz Jesu selbst. Bald wurde Aline Mitglied im „Frauen- und Jungfrauenverein zur Unterstützung armer, hülfloser Kranker“, dessen Vorsteherin sie 1857 in Olpe wurde.

Mit der Lehrerin Klara Pfänder und der Jugendfreundin Regina Löser wollte sie ein klösterliches Leben beginnen. Sie mieteten ein Zimmer bei einer Witwe als erstes „Kloster“. Es entstand nun in Olpe das erste Waisenhaus des Sauerlandes. Im Dezember 1860 erhielt sie und weitere neun Frauen in der St.-Martinus-Kirche in Olpe das Ordenskleid. Am 20. Juli 1863 bestimmte der Paderborner Bischof Konrad Martin, die Olper Gruppe, als selbständiges Kloster und ernannte Maria Theresia Bonzel zur Oberin, die am 12. August 1865 zur Generaloberin gewählt wurde. Eine bessere Betreuung, Erziehung und Schulausbildung gerade für Mädchen war den Schwestern wichtig, da diese nur die Volksschule besuchten und nicht weiter gebildet wurden.

Aufgrund der Erfahrungen in Zeiten des Kulturkampfes war Mutter Maria Theresia bestrebt die Rechtssicherheit des Ordens zu festigen. So gründete sie als eine der ersten Frauen 1902 eine GmbH, was nach preußischem Recht gerade erst möglich wurde. Ihr Vertrauen in die Führung Gottes gab ihr eine bewundernswerte Gelassenheit. Menschen, die mit ihr zu tun hatten, waren beeindruckt von ihrer Klarheit im Denken und Urteilen und von ihrem Einsatz für Menschen, die Hilfe brauchten. 

Maria Theresia Bonzel starb am 6. Februar 1905 in Olpe. Es gab zu diesem Zeitpunkt 73 Niederlassungen in Deutschland und 49 in Nordamerika. Die Gemeinschaft bestand bereits aus über 1.500 Schwestern.

Die Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung wirken und arbeiten im Jahre 2013 in Deutschland, den USA, auf den Philippinen und in Brasilien in allen Bereichen der sozialen und pastoralen Arbeit: in Krankenhäusern, Sozialstationen, Altenheimen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Seelsorge, in Schulen und Kindergärten und in verschiedenen Missionsaufgaben. Das Charisma der Kongregation ist eine Mischung aus „Anbeten“ und „Anpacken“. Die Schwestern wollen „Mit der Power aus dem Gebet in den Dienst an den Menschen gehen und dann mit den Anliegen und Problemen der Leute wieder zu Gott zu kommen."

Seligsprechung

Der Seligsprechungsprozess wurde am 18. September 1961 durch Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger von Paderborn eröffnet. Er nahm entscheidenden Einfluss darauf, dass die Ordensleitung sich für Mutter Maria Theresia um die öffentliche Anerkennung durch die Kirche einsetzte. Der Prozess dauerte bis zum 28. März 2013, in dessen Jahr 2013 der Orden sein 150-Jahr-Jubiläum feierte.

Das Wunder, das zur Seligsprechung anerkannt wurde


Im Februar 1999 erlitt ein vierjähriger Junge aus der Diözese Colorado Springs (USA) eine lebensbedrohliche Magen-Darm-Erkrankung, bei der die Ärzte nach einer Behandlung über mehrere Wochen und einer drastischen Verschlechterung eine Heilung aus medizinischer Sicht ausschlossen. Die Familie wandte sich in ihrer Sorge an die Schwestern der Olper Franziskanerinnen, die vor Ort lebten, arbeiteten und beteten. Gemeinsam betete die Familie mit den Schwestern zu Mutter Maria Theresia Bonzel um deren Fürsprache bei Gott. Nach kurzer Zeit erholte sich das Kind tatsächlich und konnte vollständig genesen. Im Oktober 2012 wurde dieses Geschehen offiziell als Wunder anerkannt.

Die Seligsprechung im Hohen Dom zu Paderborn

Mutter Maria Theresia Bonzel wurde am 10. November 2013 im Pontifikat von Papst Franziskus seliggesprochen. Das Pontifikalamt feierte Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Hohen Dom zu Paderborn. Erzbischof Hans-Josef Becker beschrieb dabei in seiner Predigt Mutter Maria Theresia als eine Person, die die „unaufgebbare Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe exemplarisch und vorbildlich in ihrem Leben umgesetzt hat“.

Segnung Sarg Maria Theresia Bonzel.jpg

Am Tag nach der Seligsprechung wurden die sterblichen Überreste der Ordensgründerin aus der Grabkapelle am Mutterhaus der Olper Franziskanerinnen in eine Anbetungskapelle im Turm der St.-Martinus-Pfarrkirche in Olpe überführt und von Erzbischof Hans-Josef Becker gesegnet.


Literatur

  • Lothar Hardick: Er führt, ich gehe. Mutter Maria Theresia Bonzel, Stifterin der Armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe, Werl 1965.
  • Salesius Elsner: Mutter Maria Theresia Bonzel und ihre Stiftung. Die Genossenschaft der Armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe, Werl 1926

Weblinks

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