Michael Schmaus

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Michael Schmaus

Michael Schmaus (Prof. Dr. theol; * 17. Juli 1897 in Oberbaar, bei Donauwörth Bayern; † 8. Dezember 1993 in Gauting bei München Oberbayern) war Dogmatiker und Dogmenhistoriker.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Michael Schmaus wurde als Sohn von Georg und Regina Schmaus geborene Pfundmair geboren. Michael absolvierte das Abitur in Rosenheim. Danach studierte er 1916-1917 Philosophie in Freising, danach fünf Jahre Theologie und mittellateinischen Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er empfing am 29. Juni 1922 die Priesterweihe. Von 1922-1924 war er Spiritual in der Knabenerziehungsanstalt Neuherberg. Mit einer Dissertation bei Dr. Martin Grabmann in München wurde 1924 zum Dr. theol. promoviert. 1924 wurde er Präfekt und Dozent am erzbischöflichen Priesterseminar Freising und lehrte 1928/29 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising. 1928 habilitierte er sich für das Fach Dogmatik an der Theologischen Fakultät der LMU München und war dort Privatdozent. Von 1928–1933 lehrte er als außerordentlicher Professor für Dogmatik am deutschsprachigen Teil der Karls-Universität in Prag, von 1933-1945 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. 1945 vertrat er die Professur für Dogmatik an der LMU München und wird in dieser Stellung dort ordentlicher Professor bis zu seiner Emeritierung 1965, mit Ausnahme des Jahres 1946, in welchem er aus dem Dienst durch die Militärregierung entlassen wurde. In den Jahren 1951 bis 1952 war er Rektor der LMU München. 1954 gründete er das Grabmann-Institut zur Erforschung der mittelalterlichen Theologie und Philosophie und war 1955 Mitbegründer der 'Münchener Theologischen Zeitschrift'. Das Werk »Der Glaube der Kirche« verfasste er 1966-1967 zuerst als Gastprofessor in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Michael Schmaus wurde auf dem Waldfriedhof in München beerdigt.[1]

Bedeutung und Wirken

Schmaus reformierte die katholische Dogmatik maßgeblich durch die allgemeinverständliche Sprache seiner Werke und die konsequente Ausrichtung seiner Theologie an der Heiligen Schrift und den Werken der Kirchenväter. Seine umfassende, sechsmal aufgelegte Katholische Dogmatik war zu seiner Zeit ein Standardwerk von herausragender Bedeutung. Seine Bücher und Schriften wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.[2] In Lehre und Forschung, auch durch wissenschaftsorganisatorische Leistungen, wahrt Schmaus die Balance zwischen Beharrung und Fortschritt. Als Nachfolger Martin Grabmanns intensiviert er die Erforschung der mittelalterlichen Theologie (Grabmann-Institut). Offen für die Probleme der Zeit, gewinnt seine Theologie eine anthropologische Note, ökumenischer Perspektive und gesellschaftlichen Relevanz. Die klare Christozentrik bleibt trinitarisch verankert und wird von dorther ekklesial und anthropologisch umgesetzt.[3] Schmaus war an der Vorbereitung und den Anfängen des II. Vatikanum als Konsultor und Peritus beteiligt. Zu seinen Schülern zählen Joseph Ratzinger oder Kardinal Leo Scheffczyk.

Ehrungen

  • 1947 Erzbischöflicher Geistlicher Rat
  • 1951 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Historisch-Philosophische Klasse
  • 1952 Mitglied der Academia Mariana Internationalis Rom
  • 1952 Mitglied der Accademia Leonardo Da Vinci Neapel, Scienze, Lettere, Belle Arti
  • 1952 Päpstlicher Hausprälat
  • 1954 Komtur des Ordens Al Merito, Zivilklasse Spanien
  • 1956 Mitglied der Pontifica Accademia Theologica Romana
  • 1957 Kommandeurkreuz des königlichen Phoenixordens des Königs von Griechenland
  • 1957 Festschrift zum 60. Geburtstag
  • 1959 Bayerischer Verdienstorden
  • 1967 Festschrift zum 70. Geburtstag
  • 1968 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1983 Apostolischer Protonotar
  • 1984 Bayerischer Maximiliansorden
  • Der Kirchplatz von Oberbaar ist nach ihm als "Prof.-Michael-Schmaus-Platz" benannt.[4]

Werke

  • Dissertation LMU München 1924: Die psychologische Trinitätslehre des hl. Augustinus, Münster 1927, ²1967.
  • Habilitationsschrift Münster 1930: Der Liber propugnatorius des Thomas Anglicus und die Lehrunterschiede zwischen Thomas von Aquin und Duns Scotus, II: Die trinitarischen Lehrdifferenzen (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters 29).
  • Katholische Dogmatik, 3 Bände, Max Hueber Verlag München 1938-1941; Format 25 x 17 cm, 6. Auflage: in 7 Teilbänden, jeweils mit kirchlicher Druckerlaubnis:
    • 1 Die Theologie im allgemeinen - Die dogmatische Theologie : Gott der Dreieinige, 1960 (751 S.)
    • 2/1, Gott der Schöpfer, 1962 (612 S.)
    • 2/2 Gott der Erlöser, 1963 (621 S.)
    • 3/1 Die Lehre von der Kirche 1958 (934 S.)
    • 3/2 Christi Fortleben und Fortwirken in der Welt bis zu seiner Wiederkunft 1956 (578 S.)
    • 4/1 Die Lehre von den Sakramenten, 1964 (804 S.)
    • 4/2 Von den letzten Dingen 1959 (747 S.)
    • 5 Mariologie 1961. 2. erweiterte Auflage (503 S.)
  • Vom Wesen des Christentums, Westheim bei Augsburg 1947 (Ettal ³1954; Mit kirchlicher Druckerlaubnis).
  • Christus das Urbild des Menschen Josef Habbel Verlag 1949 (97 Seiten).
  • Vom Geheimnis des in uns wohnenden Gottes. Credo-Reihe Band 11, Credo Verlag Wiesbaden 1953 (1. Aufl., 62 Seiten).
  • Engel und Dämonen, Credo-Reihe Band 16, Credo Verlag Wiesbaden 1955 (61 Seiten).
  • (Zusammen mit Karl Forster), Der Kult und der heutige Mensch, München 1961.
  • Wahrheit als Heilsbegegnung (Theologische Fragen heute 1), München 1964.
  • Wahrheit und Zeugnis. Aktuelle Themen der Gegenwart in theologischer Sicht, Düsseldorf 1964.
  • Meditationen über Christus und der Laie nach dem Konzil Josef Habbel Verlag Regensburg 1966 (160 Seiten).
  • Der Glaube der Kirche Handbuch katholischer Dogmatik, Max Hueber Verlag München 1969-1970 (1. Auflage; Band I: 792, Band II: 933 S. Ppbde., 23,2 x 15,5 cm; EOS Verlag St. Ottilien 6 Bände in 13 Teilbänden 1979-1982, 2. wesentlich verbesserte Auflage; 262-426 Seiten; Format: 12 x 19, 5 cm; geb,; Online)). Die amerikanische Fassung erschien zuerst in New York im Verlag Sheed and Ward ab 1968; bzw. Kansas, als auch in London.
  • Gott der Dreifaltige: in: Hans Pfeil (Hrsg.): Unwandelbares im Wandel der Zeit, 20 Abhandlungen gegen die Verunsicherung im Glauben Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg , Band II: 1977, S. 104-136 (540 Seiten; ISBN 3-557-91142-X).
  • Mitautor von "Gesammelte Schriften" von Matthias Joseph Scheeben.

Literatur

  • Johann Auer/Hermann Volk (Hg.): Theologie in Geschichte und Gegenwart [Festschrift Michael Schmaus zum 60. Geburtstag], München 1957.
  • Leo Scheffczyk/Werner Dettloff/Richard Heinzmann (Hg.): Wahrheit und Verkündigung. Michael Schmaus zum 70. Geburtstag, 2 Bde., München u.a. 1967 (Bibliographie).
  • Karl Forster: Michael Schmaus, in: Hans Jürgen Schultz (Hg.), Tendenzen der Theologie im 20. Jahrhundert. Eine Geschichte in Porträts, 2. Aufl. Stuttgart 1967, 422-427.
  • Richard Heinzmann: Die Identität des Christentums im Umbruch des 20. Jahrhunderts. Michael Schmaus zum 90. Geburtstag, in: MThZ 38 (1987) 115-133.
  • Michael Seybold: »Klassiker der Theologie des 20. Jh.s«. Zum 90. Geburtstag von Michael Schmaus, in: KlBl 67 (1987) 191f.
  • Richard Heinzmann: Michael Schmaus in memoriam, in: MThZ 45 (1994) 123-127.
  • Elisabeth Gössmann: Theologie im Leben. Zum Gedenken an Michael Schmaus, in: Christ in der Gegenwart 46 (1994) 13f.
  • Friedrich Wetter: Ein Geschenk Gottes für Theologie und Kirche. Michael Schmaus, einer der großen Theologen des 20. Jahrhunderts, in: KlBl 74 (1994) 5f.
  • Manfred Eder: Art. Michael Schmaus, in: BBKL 9 (1995) 322-327.
  • Peter Neuner: Michael Schmaus und der Neubeginn der Theologie an der Universität München nach 1945, in: MThZ 57 (2006) 386-398.[5]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Michael Schmaus bei der LMU München
  2. Aus Wikipedia, abgerufen am 13. Dezember 2018
  3. Thomas Marschler: Wahrheit als Heilsbegegnung. Am 8. Dezember jährt sich zum zehnten Mal der Todestag des Dogmatikers Michael Schmaus, in: Die Tagespost vom 6. Dezember 2003.
  4. Michael Schmaus bei der LMU München
  5. Michael Schmaus bei der LMU München
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