Glaube

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Göttliche Tugenden
Fides-Glaube

Glaube ist eine von Gott bei der rechtfertigenden Taufe der Seele eingegossene, übernatürliche Tugend, durch die der Mensch mit Hilfe der Gnade Gottes, das von ihm Offenbarte fürwahrhält. Dazu gehört: glauben (Glaubensakt), das eine Tätigkeit des Verstandes bzw. freie Willenszustimmung und Annahme ist.

Der Glaube gehört zu den drei göttlichen Tugenden, welche der heilige Paulus formulierte (vgl. 1 Kor 13,13ff EU). Er ist die unverzichtbare Basis für Hoffnung und Liebe.

Im übertragenen Sinne, wird auch die Gesamtheit der von Christus geoffenbarten und der Katholischen Kirche anvertrauten Wahrheiten (Glaubenswahrheiten), wie sie in der Heiligen Schrift und der mündlichen Überlieferung enthalten sind, also dem Depositum fidei (Glaubensgut) einfach Glaube genannt.

Inhaltsverzeichnis

Die Tugend des Glaubens im KKK

1814: Der Glaube ist jene göttliche Tugend, durch die wir an Gott und an all das glauben, was er uns gesagt und geoffenbart hat und was die heilige Kirche uns zu glauben vorlegt.[1] Denn Gott ist die Wahrheit selbst. Im Glauben überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit (DV 5). Darum ist der gläubige Mensch bestrebt, den Willen Gottes zu erkennen und zu tun. Der aus Glauben Gerechte wird leben (Röm 1, 17). Der lebendige Glaube ist in der Liebe wirksam (Gal 5,6).

1815: Das Geschenk des Glaubens bleibt in dem, der nicht gegen ihn sündigt [Vgl. K. v. Trient: DS 1545]. Aber der Glaube [ist] tot ohne Werke (Jak 2,26). Der Glaube ohne Hoffnung und Liebe vereint den Gläubigen nicht voll mit Christus und macht ihn nicht zu einem lebendigen Glied seines Leibes.

1816: Der Jünger Christi muß den Glauben bewahren und aus ihm leben, ihn bekennen, mutig bezeugen und weitergeben: Alle müssen bereit sein, Christus vor den Menschen zu bekennen und ihm in den Verfolgungen, die der Kirche nie fehlen, auf dem Weg des Kreuzes zu folgen (LG 42 [Vgl. DH 14]. Der Dienst und das Zeugnis für den Glauben sind heilsnotwendig: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen (Mt 10, 32-33).

Glaube und glauben

Das I. Vatikanische Konzil schreibt in der Dogmatischen Konstitution Dei filius: „Dieser Glaube aber, der der Anfang des menschlichen Heils ist, ist nach dem Bekenntnis der katholischen Kirche eine übernatürliche Tugend, durch die wir mit Unterstützung und Hilfe der Gnade Gottes glauben (fürwahrhalten), dass das von ihm Offenbarte wahr ist, nicht etwa wegen der vom natürlichen Licht der Vernunft durchschauten inneren Wahrheit der Dinge (d.h. philosophisch erkannt), sondern wegen der Autorität des offenbarenden Gottes selbst, der weder sich täuschen noch andere täuschen kann.“

Der Glaube ist für alle, die zum Gebrauch der Vernunft gekommen sind, zum ewigen Heil notwendig. Die Tugend des Glaubens, geht durch schwere Schuld gegen den Glauben verloren.

Wenn Papst Benedikt XVI. immer wieder hinweist, dass der Glaube vernünftig sei, meint er damit, dass die Annahme des Glaubensgutes, zum irdischen wie zum überirdischen Glück des Menschen und seines Zusammenlebens mit Anderen, einsichtig sei. Darum sollte der natürliche Akt des Willens zur Annahme der Existenz eines Gottes und des Glaubengutes erfolgen. Damit meint er nicht das übernatürliche Geschenk des Glaubens, das bei der Taufe von Gott (wie) eingegossen wird, sondern eine natürliche Glaubensbereitschaft. [2]

Kurztexte im Katechismus der Katholischen Kirche

Kurztexte im Katechismus der Katholischen Kirche erläutern die Definitionen:

zu Glaube

Nr. 179: Der Glaube ist eine übernatürliche Gabe Gottes. Um zu glauben, bedarf der Mensch der inneren Hilfe des Heiligen Geistes.

183: Der Glaube ist heilsnotwendig. Der Herr selbst sagt: „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16, 16).

184: „Der Glaube ist ein Vorgeschmack der Erkenntnis, die uns im künftigen Leben selig machen wird“ (Thomas von Aquin, comp. 1, 2).

- In der Summa theologica (Secunda Secundae q.2 a.9): drückt Thomas von Aquin den Glaubensakt so aus: "glauben an sich aber ist ein Akt des Verstandes, in welchem dieser auf Geheiß des von Gott durch die Gnade bewegten Willens der göttlichen Wahrheit beistimmt“ -

zu glauben

Nr. 177: „glauben“ hat also einen doppelten Bezug: den zur Person (Christi) und den zur Wahrheit; der Glaubensakt bezieht sich auf die Wahrheit durch das Vertrauen in die Person, die sie bezeugt.

Nr. 176: Der Glaube ist eine persönliche Bindung des ganzen Menschen an den sich offenbarenden Gott. In ihm liegt eine Zustimmung des Verstandes und des Willens zur Selbstoffenbarung Gottes in seinen Taten und Worten.

Nr. 178: Wir sollen an niemand anderen glauben als an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.

Nr. 180: „glauben“ ist ein bewußter und freier menschlicher Akt, der der Würde der menschlichen Person entspricht.

zum Glaubengut

182: „Wir glauben alles, was im geschriebenen oder überlieferten Wort Gottes enthalten ist und was die Kirche als von Gott geoffenbarte Wahrheit zu glauben vorlegt“ (SPF20).

Weitere Erklärung zu Glaube und Glaubensakt

1) Der Glaube ist als Autoritätsglaube zu qualifizieren: d.h. ein Zustimmen des Verstandes zu einer Wahrheit auf Grund der Bezeugung eines Wissenden, obwohl die Einsicht nicht voll vorhanden ist

2.) Der Glaube ist als eine übernatürliche Tugend zu qualifizieren, durch die wir die von Gott geoffenbarten Wahrheiten wegen (kausal) des offenbarenden Gottes für wahr halten.

Über den Akt des Glaubens lehrt die Kirche:
1.) Er ist ein Akt des Intellektes (actus intellectus), kein blinder Gefühlsakt oder eine Verwirklichung religiösen Instinktes (Pascendi dominici gregis). Er wird aber vom Willen befohlen (ex imperio voluntatis) und ist ein freier Akt. Dass der Glaube primär eine Akt des Intellektes ist, kommt von seinem Objekt her: hat doch die Offenbarung primär eine intellektuelle Funktion bzw. ist sie ein Sprechen und Lehren!

2.) Der Assens des Glaubens ist übernatürlich (a Deo motae per gratiam): Es ist ein Dogma, dass die Gnade schon von Anfang an und während des ganzen Glaubensprozesses mittätig sein muss, wenn es sich um den heilbringenden, verdienstlichen Glauben handeln soll: Die Gnade initiiert das Urteil der Glaubwürdigkeit, ja Glaubensnotwendigkeit eines bestimmten Satzes, sie initiiert den Entschluss des Willens zuzustimmen und auch den eigentlichen formellen Akt der Zustimmung. Aus sich sind Verstand und Wille allein zum Glaubens physisch unfähig: Gott kommt auch hier die erste Initiative zu! Das I. Vatikanum schreibt dazu: „Wenn auch die Zustimmung zum Glauben keineswegs eine blinde Regung des Herzens ist, so kann dennoch niemand ‚der Verkündigung des Evangeliums zustimmen, wie es nötig ist, um das Heil zu erlangen, ohne die Erleuchtung und Einhauchung des Heiligen Geistes ... Deshalb ist der Glaube selbst in sich ... ein Geschenk Gottes, und sein Akt ist ein das Heil betreffendes Werk, durch das der Mensch Gott selbst freien Gehorsam leistet ...“

Dennoch darf man aufgrund dieses Primats der Übernatur nicht annehmen, der Glaube sei keine freie Zustimmung: Die Gnade tut ja nichts weniger als die Freiheit des Menschen aufzuheben: vielmehr erhebt sie diese, um ihr eine wirk- und heilsmächtige Zustimmung erst zu ermöglichen. Die Freiheit des Glaubensaktes kann sogar als Dogma betrachtet werden:

Bereits das Konzil von Trient stellt gegen die Reformatoren fest: „Die Vorbereitung zur Gerechtigkeit geschieht auf folgende Weise: geweckt und unterstützt von der göttlichen Gnade nehmen sie den Glauben im Hören auf und erheben sich frei zu Gott, gläubig für wahr haltend, was von Gott geoffenbart und verheißen ist, besonders, dass der sündige Mensch von Gott gerechtfertigt werde durch die Gnade ....“ Das I. Vatikanum schreibt „Wer sagt, die Zustimmung zum christlichen Glauben sei nicht frei, sondern werde durch Beweise der menschlichen Vernunft notwendig hervorgebracht: der sei mit dem Anathem belegt (DH 3035).

Der Glaubensassens ist weiter sicher, irrtumslos und unveränderlich. Diese Sicherheit kommt von dem Motiv her, das ihr zugrunde liegt: die Autorität des sich offenbarenden Gottes.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Der Glaubensakt ist formell ein Akt des Verstandes, und zwar eine feste Zustimmung desselben zu einer geoffenbarten Wahrheit auf Grund der Autorität Gottes. Er ist eine freie Zustimmung und wird als heilsamer Akt von der Gnade Gottes bewirkt.

Aussagen über den Glauben in der Heiligen Schrift

Zitat:

  1. Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.
  2. Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein ruhmvolles Zeugnis erhalten.
  3. Aufgrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch GOTTES Wort erschaffen worden und dass so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist.
  4. ...
  5. Ohne Glauben aber ist es unmöglich, GOTT zu gefallen; denn wer zu GOTT kommen will, muss glauben, dass ER ist und dass ER denen, die IHN suchen, ihren Lohn geben wird.
  6. Aufgrund des Glaubens wurde Noach das offenbart, was noch nicht sichtbar war, und er baute in frommem Gehorsam eine Arche zur Rettung seiner Familie; durch seinen Glauben sprach er der Welt das Urteil und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.
  7. ...
  8. Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.
  9. Aufgrund des Glaubens hielt er sich als Fremder im verheißenen Land wie in einem fremden Land auf und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in Zelten;
  10. denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die GOTT selbst geplant und gebaut hat.
  11. Aufgrund des Glaubens empfing selbst Sara die Kraft, trotz ihres Alters noch Mutter zu werden; denn sie hielt DEN für treu, DER die Verheißung gegeben hatte.
  12. So stammen denn auch von einem einzigen Menschen, dessen Kraft bereits erstorben war, viele ab: zahlreich wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen kann.
  13. Voll Glauben sind diese alle gestorben, ohne das Verheißene erlangt zu haben; nur von fern haben sie es geschaut und gegrüßt und haben bekannt, dass sie Fremde und Gäste auf Erden sind.
  14. Mit diesen Worten geben sie zu erkennen, dass sie eine Heimat suchen.
  15. Hätten sie dabei an die Heimat gedacht, aus der sie weggezogen waren, so wäre ihnen Zeit geblieben zurückzukehren;
  16. nun aber streben sie nach einer besseren Heimat, nämlich der himmlischen. Darum schämt sich GOTT ihrer nicht, ER schämt sich nicht, ihr GOTT genannt zu werden; denn ER hat für sie eine Stadt vorbereitet.

Sünden gegen die göttliche geschenkte Tugend des Glaubens

Nicht entsprechende Antworten auf die göttliche geschenkte Tugend des Glaubens sind:

  • Die Verleugnung des Glaubens (z. B. Petrus (Mt 26,69ff EU)
  • Die Gefährdung und Leichtfertigkeit bezüglich des Glaubens (z. B. den steten Umgang mit glaubenslosen Menschen pflegen [sofern dieser nicht der Mission dient] oder man sich ohne Notwendigkeit mit glaubensgefährdenden Medien beschäftigt)
  • Abfall vom Glauben, indem man die Gesamtheit des Glaubens leugnet.

Päpstliches zum Glauben

Pius IX.

Pius XII.

Paul VI.

Franziskus

Literatur

siehe auch: Katechismus, Professio fidei.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Darum heisst es im Credo: Ich glaube an die heilige katholische Kirche - KKK Nr. 748-975
  2. Er verwendet dabei die Umgangs-, nicht die theologische Sprache, sonst wäre es ein Widerspruch.
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