Hoffnung

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Göttliche Tugenden
Spes-Hoffnung: In Christus verankert

Hoffnung ist eine bei der rechtfertigenden Taufe der Seele von Gott eingegossene, übernatürliche Tugend, aufgrund derer wir seinen Verheißungen, die heilsnotwendigen Gnaden und das ewige Heil im Himmel ersehnen und erwarten. Sie wird zugleich mit der heiligmachenden Gnade eingegossen. Dazu gehört: hoffen (Willensakt), das ein Verlangen nach den von Gott verheißenen Gütern ist, ja nach dem Besitze Gottes selbst (Liebesakt des Begehrens).

Durch die Sünde Adams ging der Mensch des Umgangs mit Gott verlustig. Durch die Sakramente der Kirche, welche die Gemeinschaft mit Gott wiederherstellen, ist er in der Hoffnung gerettet, da er diese Gemeinschaft noch verlieren kann (vgl. Röm 8,24 EU). Der Christ versteht in der Hoffnung seine Rettung, die er nicht nur in einer Hilfe in seinem Leben hier auf Erden, sondern vor allem in der Hoffnung auf ein ewiges Leben, in der beseligenden Gottesschau, sieht. Dies ermöglicht es dem Christen, das Leid auszuhalten und sich in der wahren Nachfolge Jesu Christi zu üben.

Allgemein natürlich, versteht man unter Hoffnung die Erwartung eines noch fernen, schwer zu erlangenden, aber doch möglichen Guten.

Inhaltsverzeichnis

Hoffnung im Zusammenhang mit den anderen göttlichen Tugenden

Hoffnung gehört zu den drei göttlichen Tugenden, die Paulus von Tarsus formulierte: Glaube, Hoffnung und Liebe (vgl. 1 Kor 13,13ff EU). Die Hoffnung ist zugleich ein Willensakt und eine Gottesgabe. Klugheit und wohlbegründetes Selbstvertrauen sind die Grundlagen, die Liebe stärkt sie und regelt das Verlangen. Die Hoffnung stützt zugleich den Glauben - denn ein Glaube ohne Hoffnung bleibt kraftlos. Gleichzeitig ist aber der Glaube auch Fundament für die Hoffnung - denn einer Hoffnung ohne Glauben wird sehr rasch der Boden unter den Füßen weggezogen, wenn die größeren und kleineren Katastrophen eines ganz normalen Lebens kommen. Die Hoffnung ist auch mit der Liebe sehr stark verbunden, denn die Liebe hofft jederzeit auf das Gute - sogar wenn das Erleben mitunter gerade gegenteilig ist. Wer liebt, hat immer noch Hoffnung, in jeder Situation.

Erklärung der übernatürlichen Tugend der Hoffnung im KKK

1817: Die Hoffnung ist jene göttliche Tugend, durch die wir uns nach dem Himmelreich und dem ewigen Leben als unserem Glück sehnen, indem wir auf die Verheißungen Christi vertrauen und uns nicht auf unsere Kräfte, sondern auf die Gnadenhilfe des Heiligen Geistes verlassen. Laßt uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten, denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu (Hebr 10,23 EU). Gott hat den Heiligen Geist in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir durch seine Gnade gerecht gemacht werden und das ewige Leben erben, das wir erhoffen (Tit 3,6-7).

1818: Die Tugend der Hoffnung entspricht dem Verlangen nach Glück, das Gott in das Herz jedes Menschen gelegt hat. Sie nimmt in sich die Hoffnungen auf, die das Handeln der Menschen beseelen; sie läutert sie, um sie auf das Himmelreich auszurichten; sie bewahrt vor Entmutigung, gibt Halt in Verlassenheit; sie macht das Herz weit in der Erwartung der ewigen Seligkeit. Der Schwung, den die Hoffnung verleiht, bewahrt vor Selbstsucht und führt zum Glück der christlichen Liebe.

(2090): Wenn Gott sich offenbart und den Menschen anruft, vermag dieser der göttlichen Liebe nicht aus eigener Kraft voll zu entsprechen. Gott muss ihm die Fähigkeit schenken, seine Liebe zu erwidern und den Geboten der Liebe entsprechend zu handeln. Die Hoffnung ist die vertrauensvolle Erwartung des göttlichen Segens und der beseligenden Gottesschau; sie ist auch mit der Befürchtung verbunden, gegen die Liebe Gottes zu verstoßen und sich strafbar zu machen.

Christliche Hoffnung und israelitische Hoffnungen

1819: Die christliche Hoffnung übernimmt und erfüllt die Hoffnung des auserwählten Volkes, die ihren Ursprung und ihr Vorbild in der Hoffnung Abrahams hat. Dieser wird durch die Erfüllung der Verheißungen Gottes in Isaak überreich beschenkt und durch die Prüfung des Opfers geläutert [Vgl. Gen 17,4-8; 22,1-18]. Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, daß er der Vater vieler Völker werde (Röm 4,18).

Quelle des Gebetes

2657: Der Heilige Geist lehrt uns, die Liturgie in Erwartung der Wiederkunft Christi zu feiern; so erzieht er uns zum Gebet in der Hoffnung. Das Gebet der Kirche und das persönliche Gebet stärken in uns die Hoffnung. Besonders die Psalmen mit ihrer konkreten und reichen Sprache lehren uns, unsere Hoffnung auf Gott zusetzen: Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien (Ps 40,2). Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben, damit ihr reich werdet an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geistes (Röm 15,13).

Weitere Erklärung der übernatürlichen Tugend der Hoffnung

Im Akt der theologischen Tugend der Hoffnung ist der Hauptgegenstand des Verlangens Gott selbst, in dessen Besitz der Mensch seine ewige Seligkeit, sein ewiges Glück finden soll. Dieser Akt ist also nichts anderes als der Akt der Liebe des Begehrens zu Gott. Gegenstand dieses in der Hoffnung liegenden Verlangens ist außer Gott selbst, auch alles, was und insofern es als Mittel zur Erlangung der ewigen Seligkeit nötig ist und behilflich sein kann, natürliche wie übernatürliche Güter.

Insofern die Hoffnung aber die feste Zuversicht einschließt, jene Güter, vor allem natürlich die ewige Seligkeit in Gott, trotz der entgegenstehenden Schwierigkeiten zu erlangen, ist ihr Beweggrund Gottes allmächtige und barmherzige Kraft, die entsprechend seinen Verheißungen den Menschen helfend zur Verfügung steht. Gott hat ihnen sich selbst, seinen Besitz, die Seligkeit, als Ziel gegeben und zur Erlangung seine Hilfe versprochen; er ist auch stark genug, über alle Schwierigkeiten hinweg zu helfen. Daher muss auch die Hoffnung, insofern sie auf Gott sich stützt, unbedingt sicher und fest sein, ohne Zagen und Schwanken und ZweifeIn; ja, nur zaudernd auf Gott vertrauen, wäre nicht Gott ehren, sondern ihn beleidigen. Da aber die Erlangung der Seligkeit auch die Mitwirkung des Menschen verlangt, diese aber unsicher, nicht gewiß ist, so kann und muss mit jener unbedingt gewissen Hoffnung und festen Zuversicht, die Furcht verbunden sein, daß der Mensch selbst es an der Mitwirkung mit der Gnade werde fehlen lassen. Daher lehrt das Konzil von Trient: .Bezüglich der Gabe der Beharrlichkeit, von der geschrieben steht: ,Wer bis ans Ende ausharrt, der wird selig sein' (eine Gabe, die man nur empfangen kann von dem, der Macht hat, den, der steht, so zu stellen, daß er dauernd steht, und den, der fällt, wieder aufzurichten), möge sich niemand etwas Sicheres mit absoluter Gewissheit versprechen, wenn auch alle auf Gottes Hilfe die allerfesteste Hoffnung setzen müssen. Denn Gott wird, wenn nur sie selbst es nicht der Gnade gegenüber fehlen lassen, wie er das gute Werk begonnen hat, es auch vollenden, indem er das Wollen und das Vollbringen bewirkt. Jedoch die da glauben, zu stehen, mögen zusehen, dass sie nicht fallen und mit Furcht und Zittern ihr Heil wirken (sess. 6, S c.13).

Als übernatürlicher Habitus ist sie daher für jeden Menschen zur Erlangung der ewigen Seligkeit absolut (necessitate medii) notwendig. Als Akt, d. i. als das Verlangen nach den von Gott verheißenen Gütern, nach dem Besitze Gottes selbst (Liebe des Begehrens), wie auch als das zuversichtliche Vertrauen, sie zu erreichen, ist die Tugend der Hoffnung für alle, die den Vernunftgebrauch erlangt haben, heilsnotwendig, und zwar gilt dies sowohl vor der Rechtfertigung, um die Gnade der Rechtfertigung zu erlangen, wie auch nach derselben, um in der Gnade zu beharren und das ewige Heil wirklich zu erreichen. Da zudem das Bittgebet zum Beharren in der Gnade notwendig, wahres Bittgebet aber ohne Hoffnung unmöglich ist, so ist auch schon aus diesem Grunde die Hoffnung notwendig. Daher ist es verständlich, dass Gott in der Heiligen Schrift so nachdrücklich immer wieder die Hoffnung einschärft und verlangt. Akte der Hoffnung sind darum aber auch kraft göttlicher Vorschrift (necessitate praecepti) notwendig.

Sünden gegen die Hoffnung

Die eingegossene Tugend der Hoffnung geht verloren nicht durch jedwede schwere Sünde, sondern nur durch eine schwere Sünde gegen die Hoffnung selbst und gegen den Glauben (vor allem Unglauben), auf dem die Hoffnung als auf ihrem Fundament ruht.

Zitate

  • Ps 40:3 Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Füße auf den Fels, machte fest meine Schritte.
  • Ps 40:4 Er legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott. Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den Herrn vertrauen.

Literatur

Päpstliche Schreiben