Wiederkunft Christi

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Die letzen Dinge

des einzelnen Menschen
der gesamten Schöpfung

Die Wiederkunft Christi oder Parusie bedeutet, dass am Ende der Welt wird Christus in Herrlichkeit wiederkommen zum Gericht (De fide). Das Symbolum Apostolicum bekennt: "Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.“ Ähnlich die späteren Symbole. Das Symbol um Nicaeno-Constantinopolitanum fügt hinzu: "in Herrlichkeit“. (D 86. VgI. D 40,54,287,429). Die Kirche nimmt vor allem in der Eucharistie die Rückkehr des Herrn und das Kommen seines Reiches vorweg (vgl. 1 Kor 11, 26).[1]

Inhaltsverzeichnis

Wiederkunft Christi am Ende der Welt

Jesus hat seine Wiederkunft am Ende der Welt wiederholt klar vorausgesagt. Mt 16,27 (Mk 8,38; Lk 9,26): "Der Menschensohn wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun. - Mt 24, 30 (Mk 13,26; Lk 21,27): "Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker der Erde werden wehklagen, und sie werden den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit.“ Das Zeichen des Menschensohnes ist nach der Auslegung der Väter das Kreuz. Das Kommen auf den Wolken des Himmels (vgl. Dn 7,13) offenbart seine göttliche Macht und Herrlichkeit. Vgl. Mt 25,31; 26,64; Lk 17,24.26 ("der Tag des Menschensohnes"); Jo 6, 39f u. ö. ("der Jüngste Tag"); Apg 1,11.

Die meisten Apostelbriefe enthalten gelegentliche Hinweise auf die Wiederkunft des Herrn und die damit verbundene Offenbarung seiner Herrlichkeit und Vergeltung im Gericht. Paulus schreibt an die Gemeinde von Thessalonich, welche die Parusie für unmittelbar bevorstehend hielt und um das Los der vorher Verstorbenen besorgt war: "Das sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die übriggelassen sind für die Ankunft des Herrn, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen. Denn der Herr selbst wird beim Befehl, beim Ruf des Erzengels und unter dem Posaunenschall Gottes vom Himmel herabsteigen, und die Toten, die in Christus ruhen, werden zuerst auferstehen. Dann werden wir, die Lebenden, die übriggelassen sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt werden dem Herrn entgegen; und so werden wir immer beim Herrn sein" (1 Thess 4, 15-17). Da der Apostel unmittelbar darauf die Ungewissheit des Zeitpunktes der Wiederkunft lehrt (5,1-2), so nimmt er in diesen Worten das, was möglich ist, rein hypothetisch als tatsächlich gegeben an, indem er sich auf den Standpunkt seiner Leser stellt (Vgl. D 2181). Der Zweck des Wiederkommens ist die Auferweckung der Toten und die gerechte Vergeltung (2 Thess 1,8). Die Gläubigen sollen darum bei der Wiederkunft des Herrn "untadelig" befunden werden (1 Kor 1,8; 1 Thess 3,13; 5,23). VgI. 2 Petr 1,16; 1 Jo 2,28; Jak 5, 7f; Jud 14.

Das Zeugnis der Tradition ist einmütig. Didache 16, 8: "Dann wird die Welt den Herrn auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“ Vgl. 10,6.

Vorzeichen der Wiederkunft

Verkündigung des Evangeliums auf der ganzen Welt

Jesus versichert: "Dieses Evangelium vom Reich wird auf der ganzen Welt verkündet werden zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen” (Mt 24, 14; vgl. Mk 13, 10). Das Wort besagt nicht, dass das Ende sofort eintritt, wenn das Evangelium auf der ganzen Welt verkündet worden ist.

Bekehrung der Juden

Paulus enthüllt Röm 11,25-32 „das Geheimnis“: Wenn die Fülle, d.h. die von Gott bestimmte Zahl der Heiden in das Reich Gottes eingegangen ist, wird „ganz Israel“ sich bekehren und gerettet werden. Es ist an eine moralische Allgemeinheit zu denken.

Häufig wird die Bekehrung des jüdischen Volkes mit der Wiederkunft des Eiias in ursächlichen Zusammenhang gebracht, jedoch ohne hinreichende Begründung. Der Prophet Malachias verkündet: „Siehe, ich sende euch Elias, den Propheten, bevor der Tag Jahwes kommt, der große und furchtbare, damit er das Herz der Väter den Söhnen und das Herz der Söhne ihren Vätern zuwende, dass ich nicht, wenn ich komme, das Land mit dem Bann treffen muss“ (4, 5f; M 3, 23f). Das Judentum hat die Stelle von einer leiblichen Wiederkunft des Elias verstanden (vgl. Sir 48, 10), hat dieselbe aber an den Beginn der messianischen Zeit verlegt und in Elias einen Vorläufer des Messias gesehen (Jo 1, 21; Mt 16, 14). Jesus bestätigt das Kommen des Elias, bezieht es aber auf das Auftreten Johannes des Täufers, von dem der Engel vorherverkündet hatte, dass er im Geiste und in der Kraft des Elias vor dem Herrn, d. i. Gott, vorangehen werde (Lk 1, 17): .Er (Johannes) ist Elias, der (nach der Weissagung des Propheten) kommen soll“ (Mt 11, 14). „Ich sage euch aber: Elias ist schon gekommen, aber sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm getan, was sie wollten“ (Mt 17, 12; Mk 9, 13). Von einem zukünftigen Kommen des Elias vor dem Endgericht spricht Jesus nicht ausdrücklich, wahrscheinlich auch nicht in Mt 17, 11 („Allerdings kommt Elias und wird alles wiederherstellen „), wo lediglich die Malachiasweissagung wiedergegeben wird. Jesus sieht sie in dem Kommen des Johannes bereits erfüllt (Mt 17, 12).

Glaubensabfall

Jesus sagt für die Zeit vor dem Ende das Auftreten falscher Propheten voraus, die viele irreführen werden (Mt 24, 4 f). Paulus versichert, dass vor der Wiederkunft des Herrn „der Abfall“ kommen muss, d. i. der Abfall vom christlichen Glauben (2 Thess 2, 3).

Auftreten des Antichristen

Der Glaubensabfall steht in ursächlichem Zusammenhang mit dem Auftreten des Antichristen. 2 Thess 2, 3: „Zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Sünde offenbar werden, der Sohn des Verderbens, 2,4: der Widersacher, der sich erhebt gegen alles, was Gott heißt und Gegenstand der Anbetung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich für Gott ausgibt.“ Er tritt in der Kraft Satans auf, wirkt Scheinwunder, um die Menschen zum Abfall von der Wahrheit und zur Ungerechtigkeit zu verführen und in das Verderben zu stürzen (V. 9-11). Der Herr Jesus wird ihn bei seiner Ankunft „mit dem Hauche seines Mundes“, d. i. durch eine von ihm ausgehende Kraft, vernichten (V. 8). Die Bezeichnung "Antichrist" gebraucht erst Johannes (1 Jo 2, 18. 22; 4, 3; 2 Jo 7); er bezeichnet aber auch die Irrlehrer, die im Geiste des Antichristen reden, mit diesem Namen. Nach Paulus und Johannes erscheint der Antichrist als eine bestimmte menschliche Persönlichkeit, die das Werkzeug Satans ist.

Die Didache spricht vom Auftreten des „Weltverführers“ (16, 4). Abzulehnen ist die zeitgeschichtliche Deutung (Nero), ebenso die religionsgeschichtliche Erklärung, die den Ursprung der Idee vom Antimrist in babylonischen und persischen Mythen sucht. Die älteste Monographie über den Antichrist schrieb Hippolyt von Rom.

Schwere Bedrängnisse

Jesus sagt Kriege, Hungersnöte, Erdbeben und schwere Verfolgungen für seine Jünger voraus: „Dann werden sie euch der Drangsal überliefern, und sie werden euch töten, und ihr werdet gehasst werden von allen Völkern um meines Namens willen8 (Mt 24, 9). Gewaltige Naturkatastrophen leiten die Wiederkunft des Herrn ein (Mt 24, 29; vgl. Is 13, 10; 34, 4).

Zeitpunkt der Wiederkunft

Der Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu ist den Menschen unbekannt (Sent. Certa).

Jesus hat den Zeitpunkt der Parusie unbestimmt gelassen. Am Schluss der Parusierede erklärte er: „Jenen Tag aber und die Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel und auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater" (Mk 13,32; im Paralle text Mt 24,36 fehlen in einem Teil der Textzeugen die Worte "auch nicht der Sohn“). Kurz vor der Himmelfahrt erklärte Jesus seinen Jüngern: "Euch steht es nicht zu, die Zeiten und Fristen zu kennen, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat" (Apg 1,7).

Dass Jesus nicht mit einer sehr baldigen Wiederkunft rechnete, zeigen mehrere Äußerungen der Parusierede (Mt 24, 14. 21. 31; Lk 21, 24; vgl. Lk 17, 22; Mt 12, 41), die Wiederkunftsgleichnisse, die eine lange Abwesenheit des Herrn nahe legen (vgl. Mt 24, 48; 25, 5; 25,19: .Nach langer Zeit kam der Herr jener Knechte zurück und hielt Abrechnung mit ihnen"), und die Gleichnisse vom allmählichen Wachsen des irdischen Gottesreiches (Mt 13, ?-4-33). An mehreren Stellen ist das Kommen Jesu im uneigentlichen Sinne zu verstehen von der Offenbarung seiner Macht, sei es zur Bestrafung seiner Feinde (Mt 10,23: Zerstörung Jerusalems) oder zur Ausbreitung seines Gottesreimes auf Erden (Mt 16, 28; Mk 9, 1; Lk 9,27) oder zur Belohnung seiner Getreuen in der Seligkeit des Himmels (Jo 14, 3. 18. 28; 21, 22). Das Wort Mt 24, 34: „Wahrlich, im sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dieses alles geschieht“, ist auf die Vorzeichen der Parusie zu beziehen. Nach anderer Auslegung ist der Ausdruck „dieses Geschlecht“ nicht von den Zeitgenossen Jesu, sondern vom Geschlecht der Juden, d. h. vom jüdischen Volk zu verstehen (vgl. Mt 11,16; Mk 8,12).

Auch die Apostel lehren, dass uns der Zeitpunkt der Parusie unbekannt ist. Paulus schreibt an die Thessalonicher: „Was aber die Zeiten und Fristen betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass man euch darüber schreibe. Denn ihr wisst selbst sehr wohl, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht“ (1 Thess 5, 1-2). In 2 Thess 2, 1 ff warnt der Apostel vor einer übertriebenen Parusieerwartung durch den Hinweis auf die Vorzeichen, die zuvor eintreten müssen (2 Thess 2,1-3). Petrus erklärt die Verzögerung der Parusie mit der Langmut Gottes, die dem Sünder Gelegenheit zur Buße geben will. Bei Gott sind tausend Jahre wie ein Tag. Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb (2 Petr 3,8-10). VgI. Apk 3,3; 16,15.

Trotz der Ungewissheit des Zeitpunktes der Parusie rechnete die urchristliche Zeit doch stark mit der Wahrscheinlichkeit ihres baldigen Eintritts. Vgl. Phil 4, 5; Hebr 10, 37; Jak 5, 8; 1 Petr 4, 7; 1 Jo 2, 18. Ein Zeugnis des sehnlichen Verlangens nach der Parusie ist der aramäische Gebetsruf Marana tha = Unser Herr, komm! (1 Kor 16,22; Didach 10, 6.) Vgl. Apk 22, 20: „Komm, Herr Jesus!“

Das dreifache Kommen Christi

Nach Bernhard von Clairvaux gebe es ein dreimaliges Kommen Jesu: Die erste Ankunft „in Demut“ als Retter bei der Menschwerdung, die Wiederkunft „in Herrlichkeit“ als Richter am Ende der Zeiten und den „mittleren Advent“, die „Gottesgeburt im Menschen“. Ein guter Weg dorthin sei die „tägliche Begegnung mit dem Auferstandenen“, die Vošicky als „Programm“ für die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten empfahl: „Wie die Jünger mit dem Auferstandenen essen und trinken, das heißt, ihn in der Eucharistie zu empfangen.“[2]

Literatur

Quelle

Weblinks

Anmerkungen

  1. Internationale Theologische Kommission: Schreiben Sensus fidei im Leben der Kirche vom 5. März 2014, Nr. 69.
  2. Katechese zum „Jahr des Glaubens“ mit Pater Bernhard Vosicky, Kath.net am 22. April 2013