Peter Faber

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der heilige Petrus Faber

Peter Faber SJ oder Petrus Faber; Favre) (* 13. April 1506 in Le Villaret, bei Genf Hochsavoyen; † 1. August 1546 in Rom) war ein französischer Jesuit und Heiliger. Sein liturgischer Gedenktag ist der 1. August.

Peter Faber war der erste Gefährte des heiligen Ignatius von Loyola in der von ihm gegründeten Gesellschaft Jesu. Er führte Ignatius in das universitäre Leben ein, während dieser ihn mit seinen „Geistlichen Übungen“ formte.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Der heilige Petrus Faber

Peter Faber wurde in eine bäuerliche Familie hineingeboren. Die Eltern taten sich schwer, ihren ungewöhnlich begabten Hirtenjungen Pierre in die Schule gehen zu lassen. Er kam nach zwei Jahren Lateinunterricht für neun Jahre ins Kolleg von La Roche. Seit 1525 studierte er in Paris, um sich auf das Priestertum vorzubereiten. Er teilte mit Ignatius das Zimmer, der Dritte im selben Zimmer war Franz Xaver. Faber empfing die Priesterweihe am 22. Juli 1534. Im gleichen Jahr am 15. August, zelebrierte er die Messe, in der er und die ersten sechs Gefährten der Gesellschaft Jesu ihre Gelübde in der Märtyrerkapelle auf dem Montmartre in Paris ablegten, und damit die Grundlage des späteren Jesuitenordens legten. Sie hatten das Ziel der Missionsarbeit unter den Moslems im Heiligen Land - oder, falls dies unmöglich sein werde, sich dem Papst zur Verfügung zu stellen. Seit 1537 wirkte Petrus Faber in Italien, besonders in Rom und Parma, als Exerzitienmeister und Prediger. 1538 stellten sie sich Papst Paul III. vor, um die Anerkennung des Ordens zu erreichen und sich in die Mission senden zu lassen.

Ab 1539 durchreist er Italien, Deutschland, die Schweiz, Spanien (1541-42), Flandern (Löwen 1543 - konnte dort die Reformation verhindern), Portugal (1544- 1546), Jahre, in denen er unermüdlich predigt, Beichte hört und die Geistlichen Exerzitien hält, in denen er aber auch Theologie unterrichtet.

Seit 1540 war er Begleiter der Päpstlichen Legaten zu den Reichstagen und Religionsgesprächen in Deutschland und in den Niederlanden: 1541 ging er nach Deutschland. Hier wirkte er vor allem in der Stadt Worms, wo er am Religionsgespräch von 1541 teilnahm, sowie in den Bistümern Speyer, Regensburg, Köln und Mainz als geistlicher Exerzitienmeister. Bei dieser Tätigkeit lernte er in Mainz den jungen Petrus Canisius kennen, der durch die Exerzitien Fabers in seiner zukünftigen Lebensplanung stark beeinflusst und für den Jesuitenorden gewonnen wurde. Er sollte eine wichtige Person der Gegenreformation werden. In Deutschland beobachtete Petrus Faber, dass das unmoralische Verhalten in Teilen des Klerus und das fehlende Glaubenswissen im Volk die Hauptgründe für die Erfolge des Protestantismus seien, was weitreichende Folgen für die apostolische Ausrichtung des ganz jungen Jesuitenordens hatte.[1]

Im April 1546 machte sich Petrus Faber vom Papst selbst zum Konzilstheologen ernannt von Madrid aus auf den Weg zum Konzil von Trient. Auf der Reise wird er allerdings von heftigem Fieber befallen und stirbt nach seiner Ankunft in Rom.

Fünfzehn Jahre nach seinem Tod, 1561, wurde in seinem Geburtshaus eine Kapelle errichtet.

Über Peter Faber

Faber war ein Mann zurückhaltenden Charakters verbunden mit großer Sensibilität, Sanftmut und scharfem Intellekt. Doktrinelle Auseinandersetzungen waren ihm fremd. Sein Apostolat war in einer kritischen Zeit ganz auf die Reform der Kirche ausgerichtet. Dabei zeichnete er sich dadurch aus, dass sein Wirken ein Wirken in Kontemplation war, das Wirken eines ganz von Christus angezogenen Mannes, der für die Menschen da war und für den die Unterscheidung der Geister zum Grundbestand seines priesterliche Seins gehörte.

Der Prior der Kartause von Köln schrieb 1543, dass Faber mit seiner Liebenswürdigkeit auch verhärtete Herzen zu rühren wusste und den fast erloschenen Glauben neu entfachen konnte durch seine Worte und Werke, die die Liebe und Barmherzigkeit Gottes zum sündigen Menschen bezeugten.

Fabers Verehrung der Engel und Heiligen

Aus seinem geistlichen Tagebuch erfahren wir, dass er ein besonderer Zug im Frömmigkeitsleben dieses Priesters eine ganz innige Verehrung der heiligen Engel war. «Wie Faber allerorts den Kontakt mit gleichgesinnten, glaubenseifrigen Männern aufnahm, sie im geistlichen Gespräch und durch die Exerzitien für 'seinen Weg' zu begeistern suchte und so nach und nach eine geistliche Front reformfreudiger Priester aufbaute, so wollte er sich auch überall der Solidarität der unsichtbaren geistlichen Mächte eines Ortes und Landes, der Engel und Heiligen versichern».[2] Petrus Faber schreibt selber: «Der Anrufung (der Engel und Heiligen) bediene ich mich, sooft ich besonders für diesen oder jenen Ort, dieses oder jenes Land beten will; ich rufe die Engel und Heiligen zu Hilfe, denen die besondere Sorge um die dort lebenden und verstorbenen Menschen anvertraut war oder ist»[3] Dann bekennt der Selige wieder: «Die Verehrung der Engel und Heiligen ... bedeutete für mich viel geistliche Anregung und Andacht».[4] Er wird dann ganz konkret im Einsatz der heiligen Engel für seine Seelsorgearbeit; so schreibt er am 15. Juni 1542: «Am Oktavtag von Fronleichnam wünschte ich, mit dem Dechanten von Speyer in Verbindung zu treten, um ihm die Wohltat der Exerzitien zukommen zu lassen; doch konnte ich meinen Wunsch noch nicht in die Tat umsetzen, sondern ihn erst zum Gegenstand meines Gebetes machen ... Es fiel mir auch ein, dass es (neben all den äussern Schritten, die einer unternehmen kann) bei der Werbung um die Gunst eines Menschen von grösster Wichtigkeit sei, grosse Andacht zu allen Schutzengeln zu pflegen; denn diese können uns die Menschen in mancher Hinsicht günstig stimmen und die Angriffe und Versuchungen der Feinde niederhalten».[5]

Von sich selbst bezeugt der selige Petrus Faber: «Mein Schutzengel, den ich besonders verehre, hat mir viel geholfen und für mich gegen meinen bösen Geist, vor allem gegen den Geist der Unzucht gestritten»[6] Am 10. August 1542 schreibt Petrus Faber: «Ich hatte das gute Verlangen, ich möchte, wenn ich mich Gott unserem Herrn anempfehle und Ihm meine Bitten und Dankgebete vorbringe, nie vergessen, als Mittler und Helfer Unseren Herrn und Erlöser Jesus Christus, die Gunst des Hl. Geistes, Unsere Liebe Frau, die guten Engel und den Tagesheiligen anzurufen».[7]

Die herzlich innige Verehrung der heiligen Engel durch Petrus Faber und seinen vertrauten Umgang mit ihnen und seine Gewohnheit, die himmlischen Geister, vor allem die Engel der Länder, Städte und Dörfer, in die er als Missionar kam, zu grüssen und um ihre Hilfe bei der Bekehrung oder Glaubensstärkung der dort wohnenden Menschen, denen er begegnen würde, anzuflehen, erwähnt in seinen Briefen auch P. Jeronimo Nadal († 1580), der den Seligen gut gekannt hat.[8]

Selig- und Heiligsprechung

Fünfzig Jahre nach seinem Tod begann der Seligsprechungsprozess, jedoch wurde er erst durch Papst Pius IX. am 5. September 1872 seliggesprochen. Am 17. Dezember 2013 schrieb ihn Papst Franziskus mit dem Dekret Beatus petrus favre für die Heiligsprechung in das Verzeichnis der Heiligen ein.[9] Papst Franziskus sagte über ihn: „Der Dialog mit allen, auch mit den Fernstehenderen und Gegnern, die schlichte Frömmigkeit, vielleicht eine gewisse Naivität, die unmittelbare Verfügbarkeit, seine aufmerksame innere Unterscheidung, die Tatsache, dass er ein Mann großer und starker Entscheidungen und zugleich fähig war, so sanftmütig, so sanftmütig zu sein“.

Worte des Heiligen

  •  »Je mehr man sich mit Gott vereinigt, desto reicher ist der Segen, den Gott auf diese Arbeiten ausgießt, in dessen Abhängigkeit und nach dessen Willen diese Arbeiten getan werden.«

Werke

  • Memoriale. Das geistliche Tagebuch des ersten Jesuiten in Deutschland. Nach dem Manuskript übersetzt und eingeleitet von Peter Henrici. Johannes Verlag Einsiedeln 1963.

Literatur

  • Andreas R. Batlogg SJ: Peter Faber (1506–1546) – ein echter Europäer. Presseinformationen der deutschsprachigen Jesuiten zum Jubiläumsjahr 2006
  • Rita Haub: Peter Faber. Globetrotter Gottes. (= Topos plus Biografie 568), Lahn-Verlag, Limburg-Kevelaer, 2006
  • Rudolf Cornely: Leben des seligen Petrus Faber, ersten Priesters der Gesellschaft Jesu. Herder Verlag Freiburg im Breisgau 1900 (2. Aufl., verbessert und vermehrt von Heinrich Scheid).
  • Vereint mit den Engeln und Heiligen, Christiana Verlag Stein am Rhein 1984, S. 318- 323 (1. Auflage; Die kirchliche Druckerlaubnis erteilte das Erzbischöfliche Ordinariat Salzburg. Zl 1051/83, 10. November 1983). ISBN 3-7171-0855-7).

Weblinks

Anmerkungen

  1. vgl. Wikipedia, Peter Faber
  2. Henrich, S. 25f
  3. Henrici, S. 54
  4. Henrici, S. 56
  5. Henrici, S. 58
  6. Henrici, S. 59
  7. Henrici, S. 80
  8. Vgl. P. Nadal, Epistolae, in: Monumenta Hist. Societatis Jesu, IV, p. 699 u.725-726
  9. Heiligsprechung: Wer ist Peter Faber?, Radio Vatikan
Meine Werkzeuge